Weingut Hirsch - Kamptal

Lauter Einser: Die 1. Lagen sind eingetroffen!

Weingut Hirsch

„Ich hasse alles Eintönige und Austauschbare. Meine Weine sollen die Tradition und das Terroir unserer Region widerspiegeln, Eleganz und Finesse sind mir wichtiger als überkonzentrierte Monsterweine mit hohen Alkoholgraden in einem weltweit immer häufiger anzutreffenden vinologischen Einheitsbrei, die hohe Punkte-Bewertungen erzielen, aber bei Kennern keinen rechten Trinkgenuss aufkommen lassen. Entscheidend für den Stil meiner Rieslinge und Grünen Veltliner ist unsere biodynamische und handwerklich sehr intensive Weinbergsarbeit (extrem aufwändige Laubwerksarbeiten, hohe Rebstockdichte wegen der Wurzelkonkurrenz, so dass die Wurzeln tief in die Erde vordringen müssen und bei der Suche nach Wasser die wertvollen Mineralien aufnehmen können, Gründüngung und, wenn nötig in heißen Sommern, zielgerichtete, punktuelle Bewässerung), die Trauben brauchen eine maximale physiologische Reife und dazu kommt eine extreme Auslese mit wenigstens vier Erntedurchgängen in jedem Ried! Im Keller vinifiziere ich ganz traditionell und vergäre ausschließlich spontan mit weineigenen Hefen, die in den einzelnen Weingärten ganz natürlich vorkommen und die den unterschiedlichen Charakter des jeweiligen Terroirs optimal herausarbeiten“, so das Credo von Johannes, diesem energiegeladenen, so ungemein sympathischen Winzer: „Denn die Natur kann man nicht verbessern!“

Johannes Hirsch und seine Frau Sandra muss man einfach mögen, er ist so ein wohltuend grundehrlicher Sunnyboy – und dennoch polarisierte er in den letzten Jahren wie kaum ein anderer! Nicht umsonst lautet der Leitspruch des Weinguts „Weingut Hirsch seit 1878 mit Eigensinn“.

Viel Aufsehen erregte der damalige Shootingstar nämlich nicht nur wegen seiner großartigen Qualitäten, sondern weil er als erster Spitzenwinzer alle Weine, selbst die Preziosen des Hauses, mit einem Schraubverschluss ausstattete. Was ihm seinerzeit einen Boykott-Aufruf des FALSTAFF und gleichzeitig den Titel „Weingut des Jahres“ bei WINE-TIMES, dem Internetportal für österreichischen Wein, eintrug. Einige Importeure boykottierten ihn auch tatsächlich, was ihm andererseits die Solidarität zahlreicher Sommeliers einbrachte, die der Korkdiskussionen überdrüssig waren. Längst ist der Verschluss kein ernsthaftes Thema mehr, nur noch die grandiosen Qualitäten wird gesprochen, die selbst die wesentlich teureren Prestigeweine der Wachau das Fürchten lehren! „Heute kann ich endlich wieder über meine Weine reden und nicht immer nur über Verschlüsse.“ Und im aktuellen Falstaff-Guide gibt es folgerichtig 4 Sterne für das Weingut und die Jury urteilt enthusiastisch: „Hier entstehen Weine mit Eigensinn, aus biodynamisch bewirtschafteten Weingärten, in denen sich die Kraft der Region widerspiegelt – Weine mit Leichtigkeit, Spannung, Vitalität.”

Doch schon früher, 1999, staunte man nicht schlecht über Johannes Hirsch. Als alle österreichischen Funktionäre den Rotwein als Antwort auf den Klimawandel propagierten, ging Hirsch in die entgegengesetzte Richtung. Denn obwohl seine Rotweine zu den besten der Region zählten, riss er alle Reben aus und konzentrierte sich auf Riesling und Grünen Veltliner. Und sollte damit recht behalten. International begann ein richtiger Boom nach Riesling und Veltliner, Hirsch kann heute bei weitem nicht die weltweite Nachfrage nach seinen edlen Gewächsen decken. Diese wirtschaftliche Weitsicht fiel auch den Juroren der Tageszeitung „Die Presse“ auf. Erstmals bekam ein Winzer, der höchste Auszeichnungen für seine Weine durchaus gewöhnt ist, selbst einen Preis. In der Kategorie „Wirtschaft“ trat Johannes Hirsch als erster Vertreter der Weinbranche in der Geschichte des Wettbewerbs gegen die Managerelite Österreichs an und wurde prompt aufs Siegerpodest gewählt!

Trotz aller abrupter Kehrtwenden in seinem Leben: Johannes ist im Grunde seines Herzens gar kein Revoluzzer, viel eher ein Bewahrer, aber eben durchaus mit starkem Charakter und Eigensinn. Ein Wertkonservativer, dem das Schicksal unseres Planeten alles andere als egal ist: So führte Johannes Hirsch voller Überzeugung zunächst den biologischen, dann den biodynamischen Anbau ein, was vor allem auch mit der Geburt seiner Tochter zusammenhängt: „Ich hatte sie im Arm und wusste, sie soll in gesunder Natur aufwachsen, und dazu musst du deinen Beitrag leisten.“ So ist das Geheimnis des großen Erfolgs seiner Weine das häufig beschworene, hier Wirklichkeit gewordene ideale Zusammenspiel von Tradition und Moderne im Weingut. Wie etwa das Gebäude-Ensemble in Kammern im Kamptal, das straßenseitig einen über 500 Jahre alten barocken Zehnthof des Stiftes Passau zeigt, während man aus dem modernen Keller- und Verkostungsanbau aus großen Panoramascheiben auf Hirschs wichtigste Weinberge Heiligenstein und Gaisberg blicken kann. Idylle zum Innehalten! Genauso harmonisch wie das intakte Ökosystem im Wingert, funktioniert das Zusammenspiel der Generationen im Hause Hirsch. Dass Sohn Johannes heute den Mist der Wasserbüffel der nahegelegenen Bio-Käserei einsetzt, ist letztlich „nur“ eine logische Weiterentwicklung. Denn Vater Josef war es, der schon vor unendlich vielen Jahren den Kunstdünger aus den Weingärten verbannte! Heute leitet Johannes das Weingut gemeinsam mit seinem Vater, der Mutter und seiner Frau Sandra. Mit Tochter Marie und den Zwillingen Florian und Josef steht der über 140-jährigen Weingutstradition eine weiterhin blühende Zukunft bevor.

Sämtliche Elogen und Preise aufzuzählen, mit denen Johannes Hirsch in den letzten Jahren im In- und Ausland überhäuft wurde, hieße die berühmten Eulen nach Athen zu tragen – wir schließen uns einfach dem Urteil des Gault&Millau an: „Das Weingut Hirsch zählt wahrlich zu den besten Weißweinproduzenten Österreichs!“

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