Charakterweine von der Saar
„2025, ein Jahrgang mit Frucht, Frische, Kühle und Lebendigkeit!“ – Stefan Müller
4 Sterne, deutsche Spitze: „Und immer wieder der Euchariusberg! Nun lehnen wir uns ganz weit aus dem Fenster und bezeichnen diese Ausnahmelage als den Scharzhofberger des Tälchens. Und wer es nicht glauben will, der soll sich auf den Weg nach Krettnach in das Weingut von Stefan Müller und Johanna Lipinski machen.“ – Vinum Weinguide Deutschland 2026
„Ein junger Produzent, den es zu beobachten gilt.“ – Stephan Reinhardt (Robert Parker Wine Advocate)
| Winzer*in |
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Stefan Müller
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| Region |
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Saar
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| Rebfläche |
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11 Hektar
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| Rebsorten |
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90% Riesling, 10% Burgunder
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| Mitgliedschaft/Verbände |
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Moseljünger, Saarkind
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| Beste Lagen |
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Krettnacher Euchariusberg und Altenberg, Niedermenninger Herrenberg
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| Zusammenarbeit |
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seit 2019
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| Historie |
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Weingut in dritter Generation
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Unserer Meinung nach herrscht momentan in Deutschland vielleicht nirgendwo ein derartiger Drive und eine solche Aufbruchsstimmung wie an der Saar. Der stille Nebenfluss der Mosel hat sich in den vergangenen Jahren zum echten Hotspot einer jungen Winzergeneration entwickelt. Kein Wunder, denn die Saar verkörpert – als eine der kühlsten Regionen mit spätausreifenden Rieslingen – einen kühlen und präzisen, dabei im Alkohol niedrigen Stil, wie er auf der ganzen Welt geschätzt wird, allerdings nur in wenig anderen Weinregionen ähnlich vinifiziert werden kann. Und dann ist da der Schiefer, das in Kombination mit der Rebsorte Riesling perfekte Terroir, um die Lagenunterschiede und Kleinklimata perfekt herauszuarbeiten.
Die Saar hat eine der größten Weinbauhistorien Deutschlands. Das erkannte schon Roman Niewodniczanski, der diese mit seinem Weingut Van Volxem als Pionier der Region quasi wiederauferstehen ließ, den Blick fest auf die historische Größe der Saar-Rieslinge gerichtet, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts weitaus höhere Preise erzielten als die Spitzengewächse der Bordelaiser Châteaux wie Mouton-Rothschild, Margaux und Co. In Anbetracht der Klimaveränderungen, von denen deutsche Weine besonders profitieren – man muss dabei bedenken, dass noch bis in die 1980er-Jahre Winzer hierzulande überwiegend damit kämpften, dass ihre Trauben nicht reif genug wurden – steht die Saar heute als eine der attraktivsten Weinbauregionen Deutschlands da und ist dabei in den Fokus aufmerksamer Weinliebhaber gerückt, die sich von der dortigen Aufbruchsstimmung anstecken lassen und das enorme Potenzial der Region für sich entdeckt haben.
Einer der heißesten Kandidaten ist Stefan Müller aus Konz- Krettnach. Der 36-Jährige sorgte erstmals 2017 für große Aufmerksamkeit, als der Gault&Millau ihn als „Entdeckung des Jahres 2018“ auszeichnete. Dabei existiert das Weingut erst in dritter Generation! Stefan Müller absolvierte eine Ausbildung als Weinbautechniker, so wie etwa auch Cornelius Dönnhoff. Er ist ein Pragmatiker und Handwerker, der intuitiv agiert. Er weiß, welch großartige und noch erschwingliche Lagen an der Saar und insbesondere im Konzer Becken zu finden sind: „Wo immer er kann, tauscht er außerdem flache Lagen gegen steile Parzellen aus.“ (Gault&Millau).
Vergessen wir auch nicht: noch vor 15 bis 20 Jahren befand man sich hier an der geografischen und klimatischen Grenze des Weinbaus. Viele Winzer gaben ihren Beruf auf oder stellten auf Nebenerwerb um. Denn Regen, Feuchtigkeit und mangelnde Reife beeinträchtigten die Ernten, die erzielten Traubenpreise wogen die Arbeitskosten kaum auf. Diese Situation ermöglichte es Stefan, den Betrieb auf 11,5 Hektar aufzustocken (aktuell kann er sich, dank seines Onkels, über einen guten Hektar Zugewinn freuen). Heute besitzt Stefan exzellente, überwiegend alte Reben in einigen der besten Lagen der Saar, wie etwa dem Krettnacher Euchariusberg und Niedermenniger Herrenberg. Zudem nennt er noch Parzellen im Krettnacher Altenberg und Niedermenniger Sonnenberg sein Eigen.
Seine präzisen und höchst animierenden Rieslinge, die zudem extrem erschwinglich sind (und dies gilt nach wie vor und aktuell wohl mehr denn je!), haben uns neugierig gemacht – und nach der Verkostung des neuen Jahrgangs waren wir seinerzeit begeistert und Sie, liebe Kunden, haben Stefans Weine auch sofort ins Herz geschlossen! Zumindest konnten wir nach nur wenigen Monaten keine einzige Flasche mehr anbieten, denn Stefan war komplett ausverkauft!
Der Jahrgang 2025 wird von Stefan Müller als „mit Frucht, Frische, Kühle und Lebendigkeit“ charakterisiert. Eine Mischung, die uns sehr gefällt und die wir ebenfalls als eine schöne Mischung aus zugänglicher Frucht und prägnanter Frische erlebten. Es ist ein Jahr, bei dem vor allem die Details der letzten Tage zählen. Nicht, dass der Jahrgangsverlauf weniger wichtig wäre (kein Frost, nur ein wenig Hagel!), doch wird 2025 vor allem qualitativ durch die finalen Entscheidungen während der Lese gekennzeichnet. Denn was zunächst als warmer Jahrgang startete, ohne im August zu warme Spitzen zu haben (die Durchschnittstemperatur betrug 18,9°C), erforderte während der Lese Schlagkräftigkeit. Im September setzten immer wieder partielle Regenschauer ein. Doch Stefan Müller besaß großes Glück: „Wir lesen allgemein sehr früh, dies rettete uns, zumal wir ein größeres Team als üblich besaßen. Der Selektionsaufwand war gar nicht so besonders, hielt sich sogar im Rahmen und es gab ohnehin gute Erträge in den Weinbergen, sodass man die besten Trauben selektieren konnte; wichtiger war die Geschwindigkeit und hier haben wir früh angesetzt.“ Als positiver Nebeneffekt, der mit seiner Ausweichung der Regenschauer durchaus einem sportlichen Slalomlauf ähnelte, lässt sich der kühle Verlauf in der letzten Reifephase nennen: die Rieslingtrauben konnten so final ihre letzten Aromen entwickeln und eine gute Mineralstoffeinlagerung sicherstellen.
Das Ergebnis ist ein sehr ausbalancierter Jahrgang für die Saar, mit feiner Frucht und Kraft aber der nötigen Frische, durch die vibrierende Säurestruktur, wie sie dem Riesling so eigen ist und hier zur Geltung kommt. Eine Kollektion, die auf Anhieb puren Trinkspaß ins Glas zaubert und für gute Stimmung sorgt, ohne zu eindimensional auszufallen. Besonders hervorheben wollen wir in diesem Jahr die Riesling aus dem Euchariusberg, die in allen Prädikaten gewiss zum Highlight der Kollektion zählten. Ein gan großes Jahr für die Krettnacher Spitzenlage, die der Vinum Weinguide mit dem Scharzhofberg ex aequo sieht!
Traditionelle Arbeitsweise, makelloser Stil
Stefan Müllers Weine entsprechen stilistisch ganz unserem Ideal. Feine Rieslinge, die sich durch Frische und Leichtigkeit auszeichnen, Eleganz und Lagentypizität aufweisen. Stefan vermeidet Überreife, will klassische Mostgewichte und Finesse im Wein. Keiner anderen Rebsorte stehen diese Eigenschaften derart gut zu Gesicht wie dem Riesling. Dieser Stil ist auch Ausdruck des guten Terroirs. Das Konzer Tälchen ist seit rund 2000 Jahren vom Weinbau geprägt. Das außergewöhnliche Klima und die Bodenverhältnisse, überwiegend Blau- und Rotschiefer sowie der Diabas, ein basisches Gestein, prägen die steile Reblandschaft, die von der Saar klimatisch beeinflusst wird. Um aus dem Riesling den vollen Terroircharakter herauszukitzeln, verzichtet Stefan auf synthetische Dünger und Herbizide. Seine Reben stärkt und behandelt er mit natürlichen Präparaten wie Ackerschachtelhalm oder Orangenöl, so wie es auch bei biologischer Bewirtschaftung praktiziert wird, die seiner Erfahrung nach aber im kalt-nassen Tälchen nicht gänzlich umgesetzt werden kann. Er setzt den Fokus auf eine starke Ertragseinschränkung, um aromatische Tiefe zu erzielen. Dieser Weg ist durch die überwiegend alten Reben bereits natürlich angelegt. Im Keller presst er die ganzen Trauben direkt ab, verzichtet auf Maischestandzeiten, um die Frische zu erhalten. Die spontanvergorenen Weine baut er dann überwiegend im großen Holz aus. Dabei musste er diese erst wieder mühsam nach und nach erwerben, denn sein Vater hatte die alten Fuderfässer aus seinem Keller verbannt und durch Stahltanks ersetzt. Auch beim Schwefel übt sich der Jungwinzer in Zurückhaltung. So fügt er diesen seinen Weinen nur mit Bedacht zu und stoppt die Gärung der fruchtsüßen Weine lediglich durch Herunterkühlen. Hier kommt dann wieder der Techniker zum Vorschein. Stefan ist zwar auch ein „Wein-Philosoph“ durch und durch, weiß aber eben auch, wie man Theorien und Überzeugungen in die Praxis umsetzt. Hier hat einfach alles Hand und Fuß, hier passt alles, ganz so wie bei einem etablierten Traditionsbetrieb.
Als Weinliebhaber sollte man Stefan Müller dringend „auf dem Schirm haben“, und es ist ratsam sich mit seinen Weinen vertraut zu machen. Das sah auch der Gault&Millau so, der ganz unmissverständlich verkündete: „Stefan Müller ist unsere Entdeckung des Jahres – und unsere Wette auf die Zukunft: Die Lernkurve dieses jungen Winzers ist so steil, das weist den Weg von Gut zu Groß.“ Diese Wette hat der Gaul&Millau definitiv gewonnen und Sie, werte Kunden, haben sie vielfach bestätigt!