Château Belle-Brise - Pomerol

Herrlich altmodisch anmutender, klassischer Pomerol aus biologischem Anbau mit betörender Frucht und feinster Mineralität!

Als ich aufgrund des eindringlichen Hinweises eines exzellenten Kenners der französischen Weinszene und Mitglied der renommierten „Grand Jury Européen” zum ersten Mal das Château besuchte, war meine Erwartungshaltung dennoch nicht sonderlich hoch, hatte ich doch bisher kaum etwas über dieses kleine Gut im Südwesten dieser großartigen Appellation gehört, geschweige denn deren Weine getrunken.

Aber welche positive Überraschung barg meine Visite: Zunächst stachen die herausragenden Böden ins Auge, kleine Steine gemischt mit reinem Kies und eisenhaltigen Adern, eher untypisch für diese Region, wo normalerweise mehr sandige Böden zu finden sind und weniger Eisen im Untergrund. Und dann die Bekanntschaft mit dem Besitzer dieses Kleinods, Henry-Bruno de Coincy, einem dynamischen, sympathischen Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, der früher in leitender Funktion bei einer großen Bank in Paris arbeitete, der aber auch bereits seit seinem sechzehnten Lebensjahr (!) einen der besten Armagnacs auf einer alten Familiendomaine produziert.

Er erwarb das winzige Weingut Belle-Brise 1991 aufgrund des Insidertipps eines guten Freundes, dass dieses „Objekt der Begierde”, auf das schon viel illustre Châteaux aus Pomerol seit langem ein Auge geworfen hatten, zum Verkauf stünde. Der extrem gute Zustand der umschlossenen Weinberge (80% Merlot und 20% Cabernet Franc), schöne 80 bis 100 Jahre alte Rosenstöcke zieren den Eingang, war wie geschaffen für einen alten Kindheitstraum: im Herzen des Bordelais einen großen Wein zu erzeugen. Schon der erste selbst abgefüllte 92er Pomerol (Sie wissen sicherlich, dass sich dieser schwierige Jahrgang als der problematischste der 90er Jahre im Bordelais erwies), verblüffte mich bei unserer Querverkostung aufgrund seiner bemerkenswerten Struktur und Fülle.

Diese erstklassigen Qualitäten entstehen ausschließlich im Weinberg, wo rein biologischer Anbau praktiziert wird, um zum einen bekömmliche Weine zu erzielen und um zum anderen die Wurzeln der Reben tief in den kargen Untergrund zu zwingen. Eine riskant späte Ernte, Verwendung ausschließlich weineigener Hefen bei der Vergärung, keinerlei Einsatz der modernen Konzentrationstechniken, die allenthalben im Bordelais ihren Siegeszug angetreten haben, nicht einmal auf Temperaturkontrolle wird bei der Gärung zurückgegriffen, Ausbau des Weines nicht in kleinen Barriques, sondern in neuen, sowie ein und zwei Jahre alten Holzfudern, damit das Holz nicht die Frucht dominiert, keine Schönung, keine Filtrierung.

Was für ein herrlich altmodisch anmutender, klassischer Bordeaux wird hier unter der Ägide dieses leidenschaftlichen Weinliebhabers de Coincy erzeugt, dessen Art der Weinbereitung sehr an diejenige des genialen Francois Mitjavile, dem Eigner von Tertre Rôteboeuf, erinnert. „Weine zu schaffen, wie die Natur sie vorgibt”, lautet die Philosophie des begnadeten Künstlers de Coincy, der seine Weine noch nie den bekannten Journalisten zur Nabelschau vorgestellt hat, die stattdessen gleichsam „unter der Hand” von wenigen ausgewählten Importeuren vermarktet werden.

Und so ist es uns eine besondere Freude, Ihnen zwei große Jahrgänge dieses Gutes mit viel Zukunft anbieten zu können, den „vin de garde” 98, einen grandiosen Wein mit großem Entwicklungspotential, den man ab sofort bis nach 2020 genießen sollte, und den schmeichlerischen 99er, der ab sofort bis wenigstens 2015 Trinkgenuss pur zu bieten hat. Kennzeichen der Weine von Belle-Brise sind ihre süße, aber ungemein feine, lasziv-erotische Schwarzbeerencharakteristik und die Anklänge an reife Pflaumen, Zedernholz, Schokolade und schwarze Trüffel. Auf der Zunge verwöhnen ihre seidige, weiche Frucht, traumhaft unterlegt von einer tiefgründigen mineralischen Note und ihre anfangs markanten und dennoch weichen, samtenen Tannine, ihre Konzentration, ihre bemerkenswerte Tiefe, verbunden mit einer wunderschönen Finesse und das Fehlen jeglicher Holzdominanz. Meine ganz besondere Empfehlung für Liebhaber klassischer Pomerols eines urtraditionellen, altmodischen Stils, den viele Liebhaber solcher fabelhaften Tropfen angesichts der heute dominierenden marmeladigen Weine verzweifelt suchen. Diese eigenständigen betörenden und verführerischen Gewächse scheinen dem Freund wahrhaft charaktervoller, zutiefst mineralischer Bordelaiser Weine geradezu als Renaissance des Authentischen!

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