Domaine d’Aupilhac - Montpeyroux

Sylvain Fadat ist ein Traditionalist. Von zum Teil sehr alten Rebstöcken werden extrem geringe Erträge geerntet, daraus dann tiefdunkle, fruchtbetonte, kompakte, dichte, entwicklungs- und lang lagerfähige Rotweine „voller Authentizität vinifiziert, die den Charakter ihres großen Terroirs von Montpeyroux widerspiegeln und ein großartiges Preis-Genussverhältnis besitzen”, so die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement 2005 der besten Weine”.
Sylvains authentische Gewächse sind keinerlei Manipulationen ausgesetzt, um bereits im frühesten Entwicklungsstadium bei Prämierungen zu glänzen, nein, ganz im Gegenteil, sie brauchen schon ein wenig Zeit, bis das Tannin abgeschmolzen ist und sie sich zu ihrer ganzen Größe entfalten. Es war daher ein unvergessliches Erlebnis, als ich bei einem Besuch im Februar 04 in einer Vertikalprobe alle Weine des Gutes bis 1989 zurück probieren konnte: eine großartigere Demonstration des Reifepotentials südfranzösischer Weine kann es nicht geben; der 90 Le Clos war dabei der größte, ein Emotionen auslösender Wein!

Die 24 ha Weinberge der vor knapp 15 Jahren gegründeten Domaine d’Aupilhac liegen in exponierter südöstlicher Lage, die ständige intensive Bearbeitung der kargen, extrem steinigen Böden ermöglicht den Wurzeln der Reben, tief in den kalkhaltigen Untergrund zu dringen und das durch die unzähligen Kieselsteine gesickerte und vom Mergelboden gespeicherte Wasser aufzunehmen. So werden die Eigenarten des Terroirs optimal zur Geltung gebracht und zudem die langen sommerlichen Trockenzeiten gut überstanden, ein Aspekt, der verhindern hilft, dass ungewollte bittere Tannine entstehen.
Das Mikroklima in dieser fast menschenleeren Region und insbesondere die häufig wehenden, oft stürmischen trockenen Winde verhindern weitgehend die Entstehung von Fäulnis und Schädlingsbefall, im seltenen „Notfall” wird mit biologischen Mitteln eingegriffen.

Die Trauben werden relativ spät, dafür aber in voll ausgereiftem Zustand von Hand geerntet und in den Kellern der Domaine, die sich inmitten des Ortes befinden, in Holzfässern schonend ausgebaut, „selbstverständlich, ohne Schönung und Filtration erleiden zu müssen” – so Sylvain Fadat. Das Resultat derart handwerklich produzierter Produkte ist eine eindrucksvolle Demonstration des Potentials der Weine aus der spröden, wilden, faszinierenden Landschaft der Appellation Montpeyroux und ein überzeugender Beleg für das einzigartige Preis-Genussverhältnis südfranzösischer Weine.
Waren Sylvains Weine in der Vergangenheit in ihrer Jugend häufig sehr unzugänglich, so hat er infolge subtiler Verbesserungen in der Kellertechnik ein Qualitätsniveau in der Tanninstruktur erreicht, das seine Weine zwar noch ebenso lange altern lässt wie früher. Aber sie brillieren nun bereits in ihrer Jugend mit einer betörenden Frucht und bisher nicht gekannten, ungemein saftigen Tanninen.

Bei aller Dichte und Konzentration sind es frische, finessenreiche und elegante Weine, weit entfernt von den eindimensionalen Kraftprotzen, die produziert werden, um einen hohen Punktesegen auf vergleichenden Verkostungen zu erzielen, bei denen man aber keine Lust mehr verspürt, ein zweites Glas, geschweige denn eine ganze Flasche zu genießen und die mittlerweile, einem törichten Modetrend folgend, leider auch im Languedoc produziert werden.

Eine sehr persönliche Bemerkung:
Seit mehreren Jahren arbeiten wir bereits mit Sylvain Fadat zusammen, der wie kein anderer für den märchenhaften Aufstieg der Appellation Montpeyroux verantwortlich ist. Erstaunlich, wie er trotz aller Erfolge und Elogen der gleiche sympathische, bodenständige Weinbauer geblieben ist, der noch vor 15 Jahren allein seinen landwirtschaftlichen Mischbetrieb mit Wein, Tomaten, Spargel und Pfirsichen betrieb.
Und diese Bescheidenheit, dieses Festhalten an den fast lächerlich niedrigen Preisen angesichts der gebotenen Qualitäten erinnert mich an die Philosophie Pierre Clavels, erst recht, wenn man bedenkt, dass auch Sylvains Weine permanent ausverkauft sind und er sie seinen Händlern nur streng kontingentiert zuteilen kann.
Ein paar Monate nach den dramatischen Geschehnissen des 11. September 2001 schrieb er mir einen langen, sehr persönlich gehaltenen Brief, indem er seine Nachdenklichkeit angesichts der weltweiten Entwicklungen formulierte, die ihn tief berühren und in dem er seine Vorbehalte deutlich machte gegenüber einem Weinmarkt, in dem „nur noch über Geld, Preise, Margen, Bankkonten gesprochen wird und immer weniger über die Weinberge, die Böden, die Trauben und die Arbeiten, die es zu verrichten gilt, um große Weine zu erzeugen”.
Er jedenfalls habe sich entschlossen, weiterhin eine strikte Preisdisziplin zu wahren, damit die Liebhaber großer Weine weiterhin herausragende Qualitäten zu fairen Preisen erwerben können. In der heutigen Zeit wirkt eine solch menschliche Haltung fast altruistisch. Es macht Freude, mit solch integren Persönlichkeiten zusammenarbeiten zu dürfen. Noch erstaunlicher ist Sylvains Haltung, wenn man bedenkt, welcher Kult in Frankreich schon seit Jahren um seine Person und seine Weine getrieben wird. So wurde bereits sein 99er „Montpeyroux” in der renommierten Fachzeitschrift REVUE DU VIN DE FRANCE in einem Artikel über „die besten Weine des Jahres, die man auf keinen Fall versäumen” dürfe, mit 5 Sternen bewertet („superbe vin”), eine wahrlich bemerkenswerte Auszeichnung in der Preisklasse unter, damals noch, 100 Francs.

Sylvain also hat verstanden! Er, der nie die Wurzeln seiner bäuerlichen Herkunft vergaß, hat begriffen, dass das Languedoc niemals seinen einzigartigen Vorsprung verlieren darf, der diese von ihren so unterschiedlichen, aber jeweils erstklassigen Lagen und ihrem privilegierten Klima gesegnete Region in den letzten Jahren zu einem weltweit einzigartigen El Dorado für preisbewusste Weinliebhaber hat werden lassen: herausragende Terroirweine mit einem großartigen Preis-Genussverhältnis zu produzieren, was ihren legendären Ruf bei Liebhabern in aller Welt vor nunmehr mehr als einem Jahrzehnt begründet hat.

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