Domaine Joseph Voillot – Volnay

„Ich bin nichts anderes als der erste Diener meiner Reben!” – Jean-Pierre Charlot

Voillot

Michel Bettane, Ikone der französischen Weinkritik, jubelt euphorisch:
„Seit vielen Jahren macht Jean-Pierre Charlot auf der Domaine Voillot Weine, die zu den feinsten und balanciertesten des Burgunds zählen!“

„Burgund trifft mit dem Jahrgang 2019 ins Schwarze!“ - JAMES SUCKLING

„Ich schätze Jean-Pierre sehr – er ist der Inbegriff des burgundischen Winzers mit einem angeborenen Wissen über die Weinherstellung, das ihn zu einem der angesehensten, wenn nicht gar bekanntesten Winzer der Region machen. Seine Weine sind ein Lehrstück in Sachen Understatement und lassen das Terroir für sich sprechen. Einer meiner liebsten Winzer.“ – Neal Martin

„2019 ist ein hervorragender Jahrgang, und das sind Weine, die sich alle Burgund-Liebhaber für ihre Keller sichern sollten. – William Kelley (Robert Parker’s WINE ADVOCATE)

„Jean-Pierre Charlot verkörpert das ursprüngliche Burgund wie kaum ein anderer Winzer, und seine Weine lassen es buchstäblich auferstehen. Hier menschelt es bei jedem Besuch. Eine Reise zu den Wurzeln Burgunds.“ – Markus Budai

Das Burgund nennt wie keine andere Rotweinanbauregion der Welt eine enorme Vielfalt an Weinen ihr Eigen, die in höchstem Maße Ausdruck ihrer spezifischen Lage, ihres einzigartigen Terroirs sind. Aber das Reizvolle an Burgund sind neben den höchst unterschiedlichen Lagen mit ihren spezifischen geschmacklichen Charakteristika auch die jeweiligen Stilistiken der einzelnen Domainen. So ist in Burgund der Name des Winzers mindestens ebenso wichtig wie die Weinbergslage, denn sein Charakter, sein Wissen, sein handwerkliches Ethos und seine Intuition prägen den Wein entscheidend. Mensch und Terroir sind gemeinsam Schlüssel zum Verständnis des Burgunds und verleihen seinen großen Weinen eine ureigene Stilistik mit unverkennbarer Handschrift, die sie so zu authentischen Unikaten macht.

Jean-Pierre Charlot, der unter Kennern mittlerweile legendäre Schwiegersohn Joseph Voillots, ist einer der ganz Stillen, Bedächtigen, ungemein Sympathischen in der Region der grandiosen Rotweine, der voller Elan und sensibler winzerlicher Kunst die berühmte Traditionsdomaine leitet. Wir freuen uns auf jeden Besuch bei ihm, denn dieser Charakterkopf verkörpert das ursprüngliche Burgund wie kein anderer. Es menschelt hier, man spürt, wie in diesem bäuerlichen Betrieb die Zeit stillstehen geblieben ist, wie hier das Wissen um die Herstellung großer Weine von Generation an Generation weitergegeben wurde, weitestgehend isoliert von externen Einflüssen, die über die Grenzen der Côte d’Or hinausgehen. Diese Weine entstammen quasi einem kleinen Paradies, denn die Domaine Voillot hat das Glück, genau dort angesiedelt zu sein, wo gleich zwei der dramatischsten Rotweinterroirs des Burgunds beheimatet sind: Pommard und Volnay. Und die leisen Töne, die auf der Domaine Voillot gesprochen werden und die Bescheidenheit der verantwortlichen Personen haben dazu geführt, dass ihre Weine noch immer fast nur unter Weinkennern bekannt sind und als Geheimtipps hinter vorgehaltener Hand weiterempfohlen werden.

Vor allem aber von den Sommeliers berühmter französischer Sternerestaurants, von deren Weinkarten die feinen und langlebigen Kreszenzen von Joseph Voillot nicht wegzudenken sind.

VOLNAY UND POMMARD ALS HEIMAT
Burgundfans wissen: Die Weine aus Volnay werden von Liebhabern als die Chambolle-Musignys der Côte de Beaune hymnisch gefeiert – da elegant und von filigraner Delikatesse, doch ebenso mit einer Tiefe und Struktur gesegnet, die sie jahrzehntelang am Leben erhält. Große Pinot Noirs aus Volnay evozieren häufig das Bild einer spitzentanzenden, fast schwebenden Ballerina. Diese Stilistik hat natürlich viel mehr mit den Böden und den liebenswerten Menschen zu tun, die sie sorgfältig pflegen, als mit irgendwelchen Kellermeisterkniffen: Die privilegierte Rebfläche Volnays liegt zum großen Teil auf Hängen, unter deren Oberfläche Kalkstein den Lehm überwiegt, so dass die dort erzeugten edlen Tropfen in erster Linie durch ihre Finesse brillieren. Und zur qualitativen Spitze Volnays zählen die höchst traditionellen Gewächse der Domaine Voillot. So urteilte beispielsweise Remington Norman, einer der größten Burgundkenner weltweit, bereits vor über einem Jahrzehnt: „Die vorzüglichen Pinot Noirs von Joseph Voillot gelten zweifellos als vorbildliche Volnays und Pommards!“

Und die heutigen Qualitäten klopfen unüberhörbar an die Pforte zur Weltklasse, denn Jean-Pierre Charlot ist einer der klügsten und begabtesten Köpfe an der gesamten Côtes de Beaune. Bevor der barocke Genussmensch Jean-Pierre die Leitung dieser traditionsreichen Familiendomaine übernahm, war er als Professor für Önologie tätig. Mit klaren Vorstellungen ging er deshalb nach seinem Wechsel von der Theorie der universitären Lehre zur Praxis des Winzerdaseins ans Werk: „Meine Kellerarbeit ist ganz einfach und traditionell und dient keinem anderen Ziel, als die grandiose Vielfalt meiner unterschiedlichen Weinbergslagen in fertigen Wein umzusetzen. Der Respekt, ja die Ehrfurcht des Winzers vor der Natur und seinem Terroir sind unabdingbare Voraussetzungen, um einen großen Wein in handwerklicher Tradition zu machen, der nichts mit der modernen Massenvinifizierung und den daraus resultierenden austauschbaren, zutiefst langweiligen Produkten zu tun hat. Meine urtraditionelle Arbeit im Weinberg, insbesondere das Pflügen der Böden und die Ernte vollreifer Trauben zum exakt richtigen Zeitpunkt ist viel wichtiger als jede kellertechnische Maßnahme. Ich bin nichts anderes als der erste Diener meiner Reben.“ Ein Besuch bei diesem Sympathieträger seiner Region ist in geschmacklicher Hinsicht stets eine Reise zu den Wurzeln des Burgunds. Ungeschminkt, einerseits kraftvoll und dann doch voller raffinierter Nuancen, traumhaft komplex in der Frucht, zutiefst mineralisch und stets ungemein fein präsentieren sich die Weine, die alle über ein nobles Tannin verfügen. Ganz großes emotionales Kino! Voillots Weine besitzen zudem ein legendäres Alterungspotenzial, die Jahrgänge 1964 und 1978 zählen heute noch zu den großen Klassikern des Burgunds!

DER JAHRGANG 2019
Was waren die Bedingungen, die diese Weine hervorbrachten? Der Winter war mild und trocken und bereitete den Boden für die Trockenheit im weiteren Verlauf der Saison. Der Knospenaufbruch erfolgte früh, und der Frühling war vergleichsweise kühl, wobei die Fröste im April vor allem Saint-Aubin und die tiefer gelegenen Lagen von Chassagne und Puligny-Montrachet betrafen. Die Blüte begann früh im Juni und verlief langwierig und ungleichmäßig, was zu einem beträchtlichen Maß an millerandage (geschossene Beeren) und coulure (abgebrochene Beeren) führte. In Verbindung mit dem Mangel an Niederschlägen führte dies zu geringen Erträgen und zu Trauben mit kleinen, dickschaligen Beeren. Der Sommer war warm und sonnig, mit Hitzewellen im Juni und Juli, die, In Kombination mit dem Wasserstress die Reifung verlangsamten. Im August und Anfang September war es kühler, dann und wann auch bewölkt, doch zur Ernte schien die Sonne wieder. In den letzten Wochen vor Beginn der Ernte konzentrierten sich Zucker- und Säuregehalt der Trauben, was wohl eher auf die trockenen Nordwinde als auf hohe Temperaturen zurückzuführen ist. Die Ernte selbst verlief vergleichsweise zügig, am 15. September war die Weinlese an der Côte de Nuits bereits weit fortgeschritten, nur wenige Winzer begannen nach dem 20. September zu ernten. Der Säuregehalt (war stabil, aber unter den trockenen und windigen Bedingungen konzentrierte sich der Zucker in den letzten Tagen schnell, was die Winzer manchmal überraschte und den logistischen Druck bei der Ernte erhöhte. Mit Temperaturen, die im Laufe der Vegetationsperiode um 2°C über dem Durchschnitt lagen, einem Wasserdefizit von etwa 60% und 20% mehr Sonnenschein als im Durchschnitt, war 2019 auf dem Papier ein ziemlich extremer Jahrgang, doch die Reben erwiesen sich als bemerkenswert widerstandsfähig – und die Weine, die ihre Trauben hervorbrachten, als bemerkenswert klassisch iprofiliert. „Wir sind davon überzeugt, dass sich die Reben an wärmere und trockenere Jahre anpassen, was wir sehr beruhigend finden“, so Aubert de Villaine, eine Einschätzung, die Sie, werte Kunden, als Burgund-Liebhaber sicherlich teilen.

Als treue Leser wissen Sie es bereits: Jean-Pierre hatte es in den letzten Jahren wirklich nicht leicht. Er entstammt keinem Burgunder-Adel, sondern ist Winzer mit Leib und Seele, seine Weine rangieren immer noch in völlig humanen Preisregionen, haben von all dem Trubel um Burgund bislang nichts mitbekommen. Doch Volnay schaut auf eine leidgeprüfte Vergangenheit zurück, kaum eine andere Appellation der „goldenen Küste“ wurde so oft in den letzten Jahren von Hagel heimgesucht. Die kleinen Erntemengen bereiteten den Domainen hier so viele Kopfschmerzen, dass einige, wie Jean-Pierre, eine Hagelversicherung abschlossen, im Weingeschäft eine extrem kostspielige Angelegenheit.

Der 2017er-Jahrgang bescherte der domaine seit vielen Jahren wieder einmal eine „normale“ Ernte (191 Fässer konnten damals gefüllt werden), das Folgejahr 2018 immerhin noch 182. 2019 waren es gerade einmal 119 … Man möchte meinen, dass so ein Winzer (auch angesichts derart entmutigender Zahlen) Morgenluft wittert und nun die Chance ergreift, „Kasse zu machen“. Aber nein, die Preise sind beruhigend stabil geblieben, was, wie Sie, werte Kunden wissen, im Burgund bedauerlicherweise eine Seltenheit geworden ist. Jean-Pierres Neffe Etienne Chaix, der – zwei Jahre ist das schon her! – seinerzeit durch den Keller lotste, hat den Meister inzwischen abgelöst, ist nun die Gegenwart gewordene Zukunft des Weinguts.

Etienne beschreibt den Jahrgang 2019 so: „Ein Jahrgang mit einem vergleichsweise kleinen Ertrag – etwa 60% eines normalen Jahrgangs. Aber nach zwei guten Jahren können wir uns nicht beschweren. Eine mäßig einfache, aber spannende Vegetationsperiode Das Wachstum begann auch früh, aber dann hatten wir eine kalte Periode im Frühjahr - wir machten uns Sorgen wegen des Frosts und ich denke, es hat uns in Epenots ein wenig erwischt – aber das ist eine Kleinigkeit, verglichen mit 2016. Die Blüte war das größte Problem, in dieser Zeit gab es viel Regen – nicht schlecht für die Bourgognes, aber doch etwas schlechter für die Premier Crus. Es war keine Katastrophe, denn es gab viel Platz für die wachsenden Trauben. Wir hatten zwei Hitzebzw. Trockenperioden, von denen die erste den Reben nichts anhaben konnte, während die zweite einen gewissen Einfluss der Trockenheit zeigte. Wir haben ab dem 13. September geerntet. Der potenzielle Alkoholgehalt lag zwischen 13,5 und 14,2 Vol.-%, und wir hatten keine Probleme bei der Weinbereitung. Die Weine sind frischer und transparenter für das zugrundeliegende Terroir als die 2018er, wenn auch vielleicht nicht so kraftvoll und robust.

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