Domaine Joseph Voillot – Volnay

Voillot

„Ich bin nichts anderes als der erste Diener meiner Reben!” – Jean-Pierre Charlot

Michel Bettane, die journalistische Ikone des französischen Weins, jubelt euphorisch: „Seit vielen Jahren macht Jean-Pierre Charlot auf der Domaine Voillot Weine, die zu den feinsten und balanciertesten des Burgunds zählen!”

„Einer meiner liebsten Winzer“ – Neal Martin

„2017 bedeutet vor allem: Aufatmen. Endlich meinte es die Natur wieder gut mit Jean-Pierre. Es gibt wieder Wein. Und die Qualitäten sind traumhaft verführerisch!“ – Ralf Zimmernann

„Jean-Pierre Charlot verkörpert das ursprüngliche Burgund wie kaum ein anderer Winzer und seine Weine lassen es buchstäblich auferstehen. Hier menschelt es bei jedem Besuch. Eine Reise zu den Wurzeln Burgunds.“ – Markus Budai

Das Burgund nennt wie keine andere Rotweinanbauregion der Welt eine enorme Vielfalt an Weinen ihr Eigen, die in höchstem Maße Ausdruck ihrer spezifischen Lage, ihres einzigartigen Terroirs sind. Aber das Reizvolle an Burgund sind neben den höchst unterschiedlichen verschiedenen Lagen mit ihren spezifischen geschmacklichen Charakteristika auch die jeweiligen Stilistiken der einzelnen Domainen. So ist in Burgund der Name des Winzers mindestens ebenso wichtig wie die Weinbergslage, denn sein Charakter, sein Wissen, sein handwerkliches Ethos und seine Intuition prägen den Wein mitentdscheidend. Die Menschen und ihr Terroir bilden daher gemeinsam den Schlüssel zum Verständnis des Burgunds und verleihen ihren großen Weinen eine ureigene Stilistik mit unverkennbarer Handschrift, die sie so zu authentischen Unikaten macht.

Jean-Pierre Charlot, der mittlerweile unter Kennern legendäre Schwiegersohn Joseph Voillots, ist einer der ganz Stillen, Bedächtigen, ungemein Sympathischen in der Region der grandiosen Rotweine, der voller Elan und sensibler winzerlicher Kunst die berühmte Traditionsdomaine leitet. Wir freuen uns auf jeden Besuch bei ihm, denn dieser Charakterkopf verkörpert das ursprüngliche Burgund wie kein anderer. Es menschelt hier, man spürt, wie in diesem bäuerlichen Betrieb die Zeit stillstehen geblieben ist, wie hier das Wissen um die Herstellung großer Weine von Generation an Generation übertragen wurde, weitesgehend isoliert von externen Einflüssen, die über die Grenzen der Côte d’Or hinausgehen. Sie entstammen quasi einem kleinen Paradies, denn die Domaine Voillot hat das Glück, genau dort angesiedelt zu sein, wo gleich zwei der dramatischsten Rotweinterroirs des Burgunds beheimatet sind: Pommard und Volnay. Und die leisen Töne, die auf der Domaine Voillot gesprochen werden und die Bescheidenheit der verantwortlichen Personen haben dazu geführt, dass ihre Weine immer noch fast nur unter Weinkennern bekannt sind und als geniale Geheimtipps unter vorgehaltener Hand weiterempfohlen werden. Und dies sind beispielsweise berühmte Sommeliers französischer Sternerestaurants, welche die feinen und langlebigen Weine von Joseph Voillot für ihr Weinangebot besonders schätzen.

VOLNAY UND POMMARD ALS HEIMAT
Burgundliebhaber wissen: Die Weine aus Volnay werden von Liebhabern als die Chambolle-Musignys der Côte de Beaune hymnisch gefeiert – da elegant und von filigraner Delikatesse, doch ebenso mit einer Tiefe und Struktur gesegnet, die sie jahrzehntelang am Leben erhält. Große Pinot Noirs aus Volnay scheinen stets Interpretationen einer schwebenden Ballerina. Diese Stilistik hat natürlich viel mehr mit dem Boden und den liebevollen Menschen zu tun, die sie sorgfältig pflegen, als mit irgendwelchen Kellermeisterkniffen: Die privilegierte Rebfläche Volnays liegt zum großen Teil auf Hängen, unter deren Oberfläche Kalkstein den Lehm überwiegt, so dass die dort erzeugten edlen Tropfen stets zuvörderst durch ihre Finesse brillieren. Und zur qualitativen Spitze Volnays zählen die höchst traditionellen Gewächse der Domaine Voillot. So urteilte beispielsweise Remington Norman, einer der größten Burgundkenner weltweit, bereits vor über einem Jahrzehnt: „Die vorzüglichen Pinot Noirs von Joseph Voillot gelten zweifellos als vorbildliche Volnays und Pommards!”

Und die heutigen Qualitäten klopfen unüberhörbar an die Pforte zur Weltklasse, denn Jean-Pierre Charlot ist einer der klügsten und begabtesten Köpfe an der gesamten Côtes de Beaune. Bevor der barocke Genussmensch Jean-Pierre die Leitung dieser traditionsreichen Familiendomaine übernahm, war er als Professor für Önologie tätig! Mit klaren Vorstellungen ging er deshalb nach seinem Wechsel von der Theorie der universitären Lehre in die Praxis des Winzerdaseins ans Werk: „Meine Kellerarbeit ist ganz einfach und traditionell und dient keinem anderen Ziel, als die grandiose Vielfalt meiner unterschiedlichen Weinbergslagen in fertigen Wein umzusetzen. Der Respekt, ja die Ehrfurcht des Winzers vor der Natur und seinem Terroir sind unabdingbare Voraussetzungen, um einen großen Wein in handwerklicher Tradition zu machen, der nichts mit der modernen Massenvinifizierung und den daraus resultierenden austauschbaren, zutiefst langweiligen Produkten zu tun hat. Meine urtraditionelle Arbeit im Weinberg, insbesondere das Pflügen der Böden und die Ernte vollreifer Trauben zum exakt richtigen Zeitpunkt ist viel wichtiger als jede kellertechnische Maßnahme. Ich bin nichts anderes als der erste Diener meiner Reben”.

Ein Besuch bei diesem Sympathieträger seiner Region ist in geschmacklicher Hinsicht stets eine Reise zu den Wurzeln des Burgunds. Ungeschminkt, einerseits kraftvoll und dann doch voller raffinierter Nuancen, traumhaft komplex in der Frucht, zutiefst mineralisch und stets ungemein fein präsentieren sich die Weine, die alle über ein nobles Tannin verfügen. Ganz großes emotionales Kino! Voillots Weine besitzen zudem ein legendäres Alterungspotenzial, die Jahrgänge 1964 und 1978 zählen heute noch zu den großen Klassikern des Burgunds!

DER JAHRGANG 2017
Werte Kunden, in der Gutsgeschichte der Domaine Joseph Voillot steckt die ganze Tragödie und Geschichte Burgunds, das Terroir, die Menschen, die parzellengenaue Trennung und generationsübergreifende, weitergetragene Weisheit. Aber eben auch der ständige Kampf gegen die Launen der Natur. Das macht die Region so anziehend, so einzigartig und faszinierend und in den feinen und präzisen Volnays und den gut strukturierten Pommards der Domaine findet all dies seinen Ausdruck und erzählt uns von der magischen Ausstrahlung Burgunds. Als treue Leser wissen Sie es bereits. Jean-Pierre hatte es in den letzten Jahren wirklich nicht leicht. Er entstammt keinem Burgunder-Adel, sondern ist Winzer mit Leib und Seele, seine Weine rangieren immer noch in völlig humanen Preisregionen, haben von all dem Trubel um Burgund bislang nichts mitbekommen. Doch Volnay schaut auf eine leidgeprüfte Vergangenheit zurück, kaum eine andere Appellation der ‚goldenen Küste’ wurde so oft in den letzten Jahren von Hagel heimgesucht. Die kleinen Erntemengen bereiteten den Domainen hier so viele Kopfschmerzen, dass einige, wie Jean-Pierre, eine Hagelversicherung abschlossen, im Weingeschäft eine extrem kostspielige Angelegenheit. Doch 2016 trafen, wie überall in Burgund, die Spätfröste Ende April ein, dezimierten die Mengen. Diese sind nicht von den Versicherungen abgedeckt, was einem kleinen Betrieb wie der Domaine Joseph Voillot zusetzt. Denn Jean-Pierre erzählte uns bei seinem Besuch, wie er ob der kleinen Ernte leerstehende Fässer verkaufen musste, da diese nicht unbefüllt stehen können. Ganze 80 Fässer entsorgte er nach den Wetterkapriolen (Voillot arbeitet überwiegend mit Fässern von Damy aus Meursault, die zu den besten, aber auch teuersten zählen)! Die Produktion war 2016 enorm gering, es gab insgesamt nur 71 Fässer Wein. Dafür fuhr er eine einzigartige Kollektion ein. Doch die Launen der Natur lassen uns zunächst zwei Jahre lang aufatmen. Mit dem Jahrgang 2017 gab es seit vielen Jahren wieder eine normale Ernte. 210 Fässer stehen im Keller und im Folgejahrgang 2018 immerhin 203. Und trotzdem betonte Jean-Pierre, wie behutsam er an den Jahrgang heranging. Bis zu 70 hl/ha hätte er lesen können, doch beschränkte er sich wie immer auf die Qualität, fuhr im Schnitt 50 hl/ha ein. Man mag meinen, dass ein solcher Winzer nun endlich die Chance ergreift, etwas Geld zu verdienen, doch die Preise bleiben gleich und Sie, werte Kunden wissen, dies ist leider im Burgund eine Seltenheit geworden. Sein Neffe, Etienne Chaix, führte uns im Herbst durch den Keller, er wird, wenn es denn soweit ist, dass Jean-Pierre sich zu alt fühlt, den Betrieb fortführen.

2017 ist den beiden eine wunderbare Kollektion gelungen. Die Weine sind durch die Bank entrappt, also ohne Stängel eingemaischt worden, eine Methode, wie wir sie auch vom Großmeister Burgunds, Henri Jayer, kennen. Die Weine verblüffen durch ihre grandiose Feinheit, eine ungemein charmante Frucht und eine betörende Leichtigkeit, die uns schwärmen lässt. Dabei stechen dieses Jahr auch besonders die Weine aus Pommard hervor, die in der Regel ob ihrer festen Struktur mehr Zeit benötigen.

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