Domaine Joseph Voillot – Volnay

„Ich bin nichts anderes als der erste Diener meiner Reben!” – Jean-Pierre Charlot

Voillot

Michel Bettane, Ikone der französischen Weinkritik, jubelt euphorisch:
„Seit vielen Jahren macht Jean-Pierre Charlot auf der Domaine Voillot Weine, die zu den feinsten und balanciertesten des Burgunds zählen!“

„Einer meiner liebsten Winzer“ – Neal Martin

„Meiner Meinung nach haben die 2018er sogar mehr Tiefe als die 2017er.“ – Jean-Pierre Charlot

„Die besten Weine in 2018 sind überragend, in der Klasse des schlicht Allerbesten, was man in Burgund produzieren kann!“ - Jasper Morris (Inside Burgundy)

„Jean-Pierre Charlot verkörpert das ursprüngliche Burgund wie kaum ein anderer Winzer, und seine Weine lassen es buchstäblich auferstehen. Hier menschelt es bei jedem Besuch. Eine Reise zu den Wurzeln Burgunds.“ – Markus Budai

Das Burgund nennt wie keine andere Rotweinanbauregion der Welt eine enorme Vielfalt an Weinen ihr Eigen, die in höchstem Maße Ausdruck ihrer spezifischen Lage, ihres einzigartigen Terroirs sind. Aber das Reizvolle an Burgund sind neben den höchst unterschiedlichen Lagen mit ihren spezifischen geschmacklichen Charakteristika auch die jeweiligen Stilistiken der einzelnen Domainen. So ist in Burgund der Name des Winzers mindestens ebenso wichtig wie die Weinbergslage, denn sein Charakter, sein Wissen, sein handwerkliches Ethos und seine Intuition prägen den Wein entscheidend. Mensch und Terroir sind gemeinsam Schlüssel zum Verständnis des Burgunds und verleihen seinen großen Weinen eine ureigene Stilistik mit unverkennbarer Handschrift, die sie so zu authentischen Unikaten macht.

Jean-Pierre Charlot, der unter Kennern mittlerweile legendäre Schwiegersohn Joseph Voillots, ist einer der ganz Stillen, Bedächtigen, ungemein Sympathischen in der Region der grandiosen Rotweine, der voller Elan und sensibler winzerlicher Kunst die berühmte Traditionsdomaine leitet. Wir freuen uns auf jeden Besuch bei ihm, denn dieser Charakterkopf verkörpert das ursprüngliche Burgund wie kein anderer. Es menschelt hier, man spürt, wie in diesem bäuerlichen Betrieb die Zeit stillstehen geblieben ist, wie hier das Wissen um die Herstellung großer Weine von Generation an Generation weitergegeben wurde, weitestgehend isoliert von externen Einflüssen, die über die Grenzen der Côte d’Or hinausgehen. Diese Weine entstammen quasi einem kleinen Paradies, denn die Domaine Voillot hat das Glück, genau dort angesiedelt zu sein, wo gleich zwei der dramatischsten Rotweinterroirs des Burgunds beheimatet sind: Pommard und Volnay. Und die leisen Töne, die auf der Domaine Voillot gesprochen werden und die Bescheidenheit der verantwortlichen Personen haben dazu geführt, dass ihre Weine noch immer fast nur unter Weinkennern bekannt sind und als Geheimtipps hinter vorgehaltener Hand weiterempfohlen werden. Vor allem aber von den Sommeliers berühmter französischer Sternerestaurants, von deren Weinkarten die feinen und langlebigen Kreszenzen von Joseph Voillot nicht wegzudenken sind.

VOLNAY UND POMMARD ALS HEIMAT
Burgundfans wissen: Die Weine aus Volnay werden von Liebhabern als die Chambolle-Musignys der Côte de Beaune hymnisch gefeiert – da elegant und von filigraner Delikatesse, doch ebenso mit einer Tiefe und Struktur gesegnet, die sie jahrzehntelang am Leben erhält. Große Pinot Noirs aus Volnay evozieren häufig das Bild einer spitzentanzenden, fast schwebenden Ballerina. Diese Stilistik hat natürlich viel mehr mit den Böden und den liebenswerten Menschen zu tun, die sie sorgfältig pflegen, als mit irgendwelchen Kellermeisterkniffen: Die privilegierte Rebfläche Volnays liegt zum großen Teil auf Hängen, unter deren Oberfläche Kalkstein den Lehm überwiegt, so dass die dort erzeugten edlen Tropfen in erster Linie durch ihre Finesse brillieren. Und zur qualitativen Spitze Volnays zählen die höchst traditionellen Gewächse der Domaine Voillot. So urteilte beispielsweise Remington Norman, einer der größten Burgundkenner weltweit, bereits vor über einem Jahrzehnt: „Die vorzüglichen Pinot Noirs von Joseph Voillot gelten zweifellos als vorbildliche Volnays und Pommards!“

Und die heutigen Qualitäten klopfen unüberhörbar an die Pforte zur Weltklasse, denn Jean-Pierre Charlot ist einer der klügsten und begabtesten Köpfe an der gesamten Côtes de Beaune. Bevor der barocke Genussmensch Jean-Pierre die Leitung dieser traditionsreichen Familiendomaine übernahm, war er als Professor für Önologie tätig. Mit klaren Vorstellungen ging er deshalb nach seinem Wechsel von der Theorie der universitären Lehre zur Praxis des Winzerdaseins ans Werk: „Meine Kellerarbeit ist ganz einfach und traditionell und dient keinem anderen Ziel, als die grandiose Vielfalt meiner unterschiedlichen Weinbergslagen in fertigen Wein umzusetzen. Der Respekt, ja die Ehrfurcht des Winzers vor der Natur und seinem Terroir sind unabdingbare Voraussetzungen, um einen großen Wein in handwerklicher Tradition zu machen, der nichts mit der modernen Massenvinifizierung und den daraus resultierenden austauschbaren, zutiefst langweiligen Produkten zu tun hat. Meine urtraditionelle Arbeit im Weinberg, insbesondere das Pflügen der Böden und die Ernte vollreifer Trauben zum exakt richtigen Zeitpunkt ist viel wichtiger als jede kellertechnische Maßnahme. Ich bin nichts anderes als der erste Diener meiner Reben.“

Ein Besuch bei diesem Sympathieträger seiner Region ist in geschmacklicher Hinsicht stets eine Reise zu den Wurzeln des Burgunds. Ungeschminkt, einerseits kraftvoll und dann doch voller raffinierter Nuancen, traumhaft komplex in der Frucht, zutiefst mineralisch und stets ungemein fein präsentieren sich die Weine, die alle über ein nobles Tannin verfügen. Ganz großes emotionales Kino! Voillots Weine besitzen zudem ein legendäres Alterungspotenzial, die Jahrgänge 1964 und 1978 zählen heute noch zu den großen Klassikern des Burgunds!

DER JAHRGANG 2018
Werte Kunden, wir hatten vielleicht zuletzt 2015 und definitiv 2005 einen Jahrgang, der wohl derartig hoch angesetzt wurde wie nun 2018. Aubert de Villaine von der Domaine de la Romanée-Conti ist hochbegeistert, bezeichnete ihn als „außergewöhnliches Jahr, was die Rot- wie die Weissweine angeht“ und Jasper Morris schreibt in seinem Bericht auf Inside Burgundy: „Die besten Weine in 2018 sind Superlative, schlicht in der Klasse des allerbesten, was das Burgund produzieren kann.“. Perfekte Bedingungen für eine ausgewogene Reife ohne Pilzdruck und ordentliche Wasserreserven vom Winter und Frühjahr kennzeichnen wohl den Jahrgang 2018, der gar nicht so leicht in Worte zu fassen ist. Man endet zu schnell in Kategorisierungen, ob 2018 etwa ein eher warmes oder doch kühleres Jahr gewesen sei. Nun, 2018 war – wie die letzten Jahre im Burgund – ein durchaus doch eher wärmerer Jahrgang. Was auch dafür sorgte, dass die Lese auf der Domaine Joseph Voillot (erneut!) bereits in den letzten Augusttagen begann. Anders jedoch als etwa 2003, sorgten punktuelle Regenschauer, speziell an der Côte de Beaune, wo die Reben der Domaine Voillot stehen und die gute Wasserversorgung der Böden dafür, dass sich auch in den trockeneren Sommermonaten keine Wachstumsschübe einstellten. Und genau das machte den Unterschied. Für Jean-Pierre Charlot ist der aktuelle Jahrgang daher über 2017 anzusiedeln, weil die Weine mehr Textur und Tiefe hervorbrachten. Sie zeigen Fleischigkeit und Kraft bei satter Frucht. Eine Traumkombination für alle, die sich einen ersten Eindruck der just bezogenen Flaschen verschaffen wollen. Allerdings sollte dieser Charme nicht darüber hinwegtäuschen, dass 2018 analog zu 2005 das Zeug zum echten Langstreckenläufer hat. Eine These, die viele Winzer mit uns bei unserer Fassprobe im November teilten. Alte Reben waren im Jahrgang 2018 wieder einmal echte Rettungsanker – eine Voraussetzung, die auf der Domaine Joseph Voillot vom Bourgogne bis hin zum feinsten 1er Cru gegeben ist und daher auch seit Jahren die Etiketten ziert. Alte Reben sind tiefer verwurzelt, reichen an tiefere Wasser- und Nährstoffreserven und sorgen für natürlich ausgewogene und niedrige Erträge sowie bestens ausbalancierte Trauben (in Bezug auf phenolische als auch physiologische Reife).

Als treue Leser wissen Sie es bereits: Jean-Pierre hatte es in den letzten Jahren wirklich nicht leicht. Er entstammt keinem Burgunder-Adel, sondern ist Winzer mit Leib und Seele, seine Weine rangieren immer noch in völlig humanen Preisregionen, haben von all dem Trubel um Burgund bislang nichts mitbekommen. Doch Volnay schaut auf eine leidgeprüfte Vergangenheit zurück, kaum eine andere Appellation der „goldenen Küste“ wurde so oft in den letzten Jahren von Hagel heimgesucht. Die kleinen Erntemengen bereiteten den Domainen hier so viele Kopfschmerzen, dass einige, wie Jean-Pierre, eine Hagelversicherung abschlossen, im Weingeschäft eine extrem kostspielige Angelegenheit. Mit dem Jahrgang 2017 gab es seit vielen Jahren wieder eine normale Ernte. 210 Fässer stehen im Keller und im Folgejahrgang 2018 immerhin 203. Man möchte meinen, dass so ein Winzer Morgenluft wittert und nun die Chance ergreift, „Kasse zu machen“. Aber neine, die Preise sind gleich geblieben, was, wie Sie, werte Kunden wissen, im Burgund bedauerlicherweise eine Seltenheit geworden ist. Jean-Pierres Neffe Etienne Chaix lotste uns im Herbst durch den Keller, er wird, wenn denn die Zeit gekommen ist, den Meister ablösen und den Betrieb weiterführen.

2018 gelang den beiden eine wunderschöne Kollektion. Die Weine besitzen ein Mehr an Substanz, was gerade den Rotweinen der Côte de Beaune eine Statur verleiht, wie sie so häufig nur die Weine der Côte de Nuits aufweisen (Vosne-Romanée oder Gevrey-Chambertin). Dabei sind die Tannine und die Frucht intensiv, allerdings nicht sperrig, sondern seidig und charmant. Unterm Strich eine Traumkombination!

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