Weingut Wagner-Stempel - Siefersheim

Der Brückenkopf zwischen Rheinhessen und der Nahe

2020: „Der beständigere Bruder von 2019.“

Wagner-Stemel

VINUM Weinguide 2021: Vier Sterne, Deutsche Spitze
EICHELMANN Weinguide 2021: 4,5 Sterne

Der Jahrgang 2020: „Winzerherz was willst du mehr? – Daniel Wagner

„Es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass wir Daniel Wagners große Beständigkeit über die Jahrgänge hinweg an dieser Stelle gelobt haben. Dies ist eben ein entscheidendes Kriterium, was Spitzenwinzer aus der Masse in der jeweiligen Region heraushebt.“ – VINUM Weinguide 2021

„Seit 2005 setzt Daniel Wagner auf die ökologische Arbeitsweise. Er pflegt enorm engagiert Kulturlandschaften. Eigene, wilde und urwüchsige wie in der Heerkretz.“ – Gault&Millau

„Wagners Weine sind die arktischsten ganz Rheinhessens.“ – Stephan Reinhardt („The Finest Wines of Germany“)

„Hier in der rheinhessischen Schweiz verdankt man dem Winzerhof seit Anfang der 90er Jahre ganz wunderbare Weine, die international ihre Verehrer haben.“ – Paula Bosch („Deutscher Wein, Deutsche Küche“)

James Suckling über den Riesling aus der Heerkretz: „Obwohl er aus dem milden Rheinhessen kommt, hat er eine extrem nordische Persönlichkeit.“

„Daniel Wagner hat Heerkretz und Höllberg bekannt gemacht mit herrlich kraftvollen und mineralischen Rieslingen, den Aushängeschildern seiner immens starken Kollektion.“ – Gerhard Eichelmann

„Geniale Weine aus einer der schönsten unbekannten Landschaften Deutschlands, die eine vibrierende Frische und kaleidoskopische Aromen besitzen.“ – Stuart Pigott

Wenn man Daniel Wagner in Siefersheim besucht, fühlt man sich wie in einem kleinen Abenteuerland. Die sonst von nur sanftem Hügelland geprägte Weinlandschaft Rheinhessens, deren beste Lagen mit leichter Hangneigung an die großen Lagen Burgunds erinnern, findet man hier nicht vor. Vielmehr fühlt man sich hier an die Nahe erinnert, mit tiefen Tälern, steilen Lagen und einem expressiven Landschaftsbild. Kein Wunder, denn das kleine Winzerdorf Siefersheim liegt nicht weit von Nahe und Rheingau. Steht man in den Große-Gewächs-Lagen, so sind es nur zehn Kilometer Luftlinie bis nach Bad Kreuznach und gerade einmal 20 Kilometer bis zum Rüdesheimer Berg.

EINZIGARTIGE TOPOGRAPHIE UND GEOLOGIE
Im äußersten Südwesten Rheinhessens, in einer Landschaft vulkanischen Ursprungs, die im Permzeitalter entstand, bewirtschaftet Daniel Wagner seit 1992 seine mittlerweile 24 Hektar Rebflächen. Um die Stilistik der Weine aus dem Hause Wagner-Stempel zu verstehen, muss man sich in die Weinberge begeben und die Böden sowie das Mikroklima analysieren. Denn die Weinberge um Siefersheim unterscheiden sich deutlich vom restlichen Teil Rheinhessens. Wenn wir von den Böden sprechen, dann geht es hier überwiegend um verwitterten Rhyolit, also Porphyr mit hohem Quartz-Anteil. Das Rotliegende kennt man noch im Wonnegau und am Roten Hang in Nierstein, doch hier, an der Grenze zur Nahe, kommen zudem klimatische Extrembedingungen hinzu. Die steinigen, sauren Böden sind eher ungeeignet für konventionelle Landwirtschaft und so wachsen hier selbst Sträucher und Bäume nur langsam. Für Reben und insbesondere den Riesling sind diese kargen Bedingungen aber idealer Nährboden für tiefwurzelnde Rebstöcke, die wiederum komplexe Trauben hervorbringen. Es ist hier etwas kühler als im restlichen Rheinhessen und die dünnen Oberböden speichern nur wenig Wasser, dafür tagsüber die Wärme der Sonnenstunden, sodass die Trauben hier lange ausreifen können.

DER PIONIER DER RHEINHESSISCHEN SCHWEIZ
Mit den Weinen aus seinen Lagen „Heerkretz“ und „Höllberg“ hat Daniel Wagner Siefersheim wieder zurück auf die Landkarten der Weinwelt gebracht. Es sind seine beiden Paradelagen, deren Gewächse unterschiedlicher nicht ausfallen könnten.

ECHTE TERROIR-WEINE
Was die Weine von Wagner-Stempel ausmacht, ist ihre kühle und würzige Art. Sie sind knochentrocken, erzählen von ihrem einmaligen Terroir, einer sich von 140 bis hin zu 300 Metern Höhe erstreckenden, schroffen, für rheinhessische Verhältnisse fast extremem Landschaft und von behutsamem sowie geduldigem Ausbau und bester Fürsorge. Seit 2005 arbeitet das Team hier ökologisch. Die Maßnahmen im Weinberg dienen der Ertragsreduzierung, um hocharomatisches Lesematerial statt Masse zu gewinnen. Neben selektiver Handlese in mehreren Gängen ist vor allem die aufwendige Laub- und Unterstockarbeit entscheidender Qualitätsfaktor. Außerdem achten Daniel Wagner und sein Team um Oliver Müller und Udo Preussger stets darauf, nicht zu reifes Traubenmaterial zu lesen. Die Trauben müssen bei intensivem Aroma noch knackig sein und Frische besitzen. Und im Keller geht es dann herrlich unprätentiös und traditionell zu. Spontanvergärung, eine nicht zu lange Gärung sowie Ausbau im Stahltank und Holzfässern aus heimischer Eiche. Anschließend wird der auf der Feinhefe belassene Wein grob filtriert, spätestens dann im Juni auf die Flasche gezogen. Das Ergebnis sind dann mineralische, authentische und präzise Weine, die eine klare Handschrift besitzen. Bei Wagner-Stempel lässt sich diese Handschrift bereits an den brillanten Gutsweinen erkennen. Egal ob Silvaner, Weißburgunder oder Riesling: Sämtliche Weine verkörpern idealtypisch den Stil des Hauses, stammen aus dem näheren Umkreis des Weinguts und wurden mit derselben Detailverliebtheit und Hingabe wie die Großen Gewächse des Hauses vinifiziert.

Zu den die beiden Großen Gewächse aus dem Höllberg und der Heerkretz hat sich mittlerweile noch ein dritter Wein aus Großer Lage hinzugesellt: Daniel Wagners neuestes Projekt stammt aus dem Binger „Scharlachberg“. Gemeinsam mit dem befreundeten Weingut Bischel tauschte man Lagen und lernt so die Unterschiede und Eigenheiten des Terroirs kennen. Die Binger Lage weist ein ähnliches Terroir auf wie der Rüdesheimer Berg am anderen Ufer des Rheins, dessen Flusslauf die beiden Hänge zerschneidet, und schon die ersten Jahrgänge erweisen sich als höchst gelungene Bereicherung des Portfolios und machen unbändige Lust auf das, was in nächster Zukunft zu erwarten ist.

DER JAHRGANG 2020
Das Weinjahr 2020 – über den Alltag und die Umstände wissen wir alle selbst bestens Bescheid – war für Daniel Wagner und sein Team überraschend entspannt. „Wir hatten keinen Hagel, keinen Fäulnisdruck oder andere Krankheiten und total sauberes Lesegut.“ fasst es Daniel kurz und prägnant zusammen. Eine Analogie zum Jahrgang 2011 sieht er, den er auch eine Dekade später immer noch als einen seiner allerbesten betrachtet. Nun ist man allerdings um einen Erfahrungsschatz von zehn Jahren reicher, weiß um neue Techniken, die – insbesondere im Zuge der Klimaveränderung – erforderlich geworden sind. „2020 war hier nicht vergleichbar mit 2018, wir mussten kein Wasser fahren, haben auch in drei Parzellen die Tröpfchenbewässerung ausgebaut.“ Einen Weg, den der Bio-Winzer weiter gehen will, nicht nur aus ökologischen, sondern auch qualitativen Gründen. „Das Abdecken mit Stroh und Kompostfahren sind für mich mittlerweile weitaus bessere Lösungen um der Lage Herr zu werden.“ Dieser Methode bedienen sich momentan viele der besten Winzer in Deutschland. Schaut man im Frühjahr am Roten Hang auf die Parzellen von H. O. Spanier und Klaus Peter Keller, findet man dort in den steilsten Lagen mit Stroh abgedeckte Böden. Dies schützt den Boden, hält die Feuchtigkeit im Berg und dient zusätzlich als Erosionsschutz. Darüber hinaus möchte Daniel noch weitere Punkte optimieren: „Ertragssteuerung ist ein großes Thema, genauso wie das Laubmanagement und eine etwas niedrigere Stockdichte, um die Reben bei Hitze zu entlasten. Wir haben zwischen 5.000 bis 6.000 Stock pro Hektar, 4.000 würden in den Trockenstandorten reichen, die Wurzeln sollen Raum zum Erschließen haben.“ so sein Ansatz.

Wer das Jahr 2020 verstehen will, muss auch in den Weinanbaugebieten die unterschiedlichen Regionen betrachten. Wir alle erlebten den Sommer als warm und trocken, doch profitierte Siefersheim von partiellen Regenschauern im August: 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter über den Monat – nicht besonders viel, im Kontext jedoch mehr als ausreichend um die Vegetation zu erhalten und ordentliche Mostgewichte für den September einzufahren. „Eigentlich war 2020 hier beneidenswert.“ so Daniel bei unserer Jahrgangsprobe. „Das Laub war zur Lese im Herbst grün.“ Dabei muss man auch die außerordentliche Exposition der Siefersheimer Lagen bedenken. Sie befinden sich in der kühlgemäßigten Klimazone des Weinbaus, wird von intensiven Westwinden durchzogen. „Gemäßigt, mild und ganjzährig Regen. Das ist der grobe Rahmen.“ Es ist den Niederschlägen und der Abwesenheit problematischer Umstände (Dauerregen, Hagel oder Pilzdruck) zu verdanken, dass sich der Jahrgang 2020 hier zur Lese, die am 14. September in vollem Gange war und sich über rund vier Wochen hinzog, in aller Entspanntheit präsentierte. „Das Traubenmaterial war perfekt, nicht zu hochfarbig, beim Silvaner so schön, wie lange nicht mehr, die Trauben ungemein kleinbeerig und aromatisch.“ In ihrem Jahrgangsbericht schreiben Daniel Wagner und Oliver Müller:

„Kann man 2020 in Siefersheim auf eine kurze, griffige Formel bringen? Wie schon in all den Jahren zuvor bemerkt, wird man der Sache Weinbau und Wein mit Pauschalurteilen nie gerecht. Auch nicht in 2020. Aber der Jahrgang hier in Siefersheim erscheint derzeit wie der „beständigere Bruder von 2019“ – mit einigen frappierenden Parallelen, aber auch verschiedenen markanten Differenzen.“

Ein Vergleich, der sich bei unserer Kellerprobe bestätigt hat. Wir haben es mit Weißweinen zu tun, die in ihrer Grundreife etwas höher anzusiedeln sind als im Vorjahr, in ihrer aromatischen Fruchtausprägung aber auf der eher kühleren und „zestigen“ Fruchtseite des Jahrgangs 2019 sind. Dabei gefällt uns die Entspanntheit von 2020, einer etwas „ungezwungeneren“, etwas leichteren Version des Vorjahres. Alles scheint am richtigen Fleck, alles wirkt stimmig. Wir verkosteten geniale Burgunder und griffige Silvaner im Gutsweinbereich, seidige und geradlinige Rieslinge, deren Lageneigenheiten dieses Jahr besonders gut zur Geltung kommen und exotische, fruchtsüße Varianten, die aus ganzem Herzen dem Hedonismus frönen. Und so präsentieren wir Ihnen voller Freude die aktuelle Kollektion des Jahrgangs 2020!

Zu den Weinen

Pinard de Picard GmbH & Co. KG
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