Laberdolive - Labastide d’ Armagnac

Auf der Suche nach Frankreichs letzter wahrer Spirituose

Domaine de Jaurrey (Labastide d’Armagnac)

Pierre Laberdolive ist der Großmeister und Hüter des Armagnac; seine Weinbrände französisches Kulturerbe

„Hinsichtlich seines Renommees zählt das Familienunternehmen zusammen mit Namen wie Mouton, Romanée-Conti, Petrus, Roederer, Guigal und Yquem zur Crème de la crème Frankreichs.“ – Charles Neal („Armagnac: The Definitive Guide to France’s Premier Brandy“)

Laberdolive: „Die Benchmark Armagnacs.“ – David Ridgway, (La Tour d’Argent, Paris)

„Armagnac ist wahrscheinlich der weinartigste alle Brände.“ – Jason Wilson (VINOUS)

Frankreich gilt allgemein als Garten Edens der Weinwelt. Doch abseits davon, greift dieser beneidenswerte Fleck Erde auch auf ein einzigartiges Erbe der weltweit feinsten Brände zurück. Drei Spirituosen setzen dabei Maßstäbe: Im Norden, der Normandie, ist es der Calvados, im Südwesten Cognac, ganz nahe von Bordeaux und etwas weiter südlich, in der Gascogne, der Armagnac. Diese drei ikonenhaften Spirituosen prägen Frankreich wie keine anderen, doch verführt uns vor allem der Armagnac als älteste Spirituose des Landes am meisten. Denn für uns zählt der feine Brand aus Weintrauben zu den ehrlichsten Spirituosen überhaupt, dessen Analogien zum Burgund mit jeder genaueren Betrachtung augenscheinlich werden. Mit großem Stolz präsentieren wir Ihnen, werte Kunden, unseren Neuzugang, die Domaine Laberdolive, die vielen Kennern und Liebhabern der Materie als authentischster Armagnac-Produzent überhaupt gilt. Oder um es mit den Worten des Spirtuosen-Gurus Charles Neal, aus San Francisco, zu sagen: „Laberdolive bleibt eine Referenz für die Region sowie ein Name, der mit Armagnac von großer Klasse assoziiert wird.“

Armagnac – Frankreichs älteste Spirituose
„Warum mit Armagnac anfangen?“ schreibt Jason Wilson in seinem großangelegten Bericht über die Region auf VINOUS und liefert dann eine Vielzahl von Argumenten: „Ich bin einer der wenigen Kritiker, die ausführlich über Wein und Spirituosen geschrieben haben und in den letzten zehn Jahren Bücher über beide Themen veröffentlichten. Ich habe Armagnac immer als eine gemeinsame Basis für Enthusiasten beider Kategorien angesehen. Sicherlich haben Scotch und Bourbon Heerscharen von Aficionados und Sammlern. Doch wenn ich heutzutage die Whiskypreise betrachte, muss ich mir bei all dem Wahnsinn an den Kopf fassen. Es sind nicht nur die begehrten Islay-Single-Malts, die für über 1.000 US-Dollar verkauft werden, oder die Tatsache, dass eine Flasche des 20-jährigen Pappy Van Winkle die Schwelle von 2.000 US-Dollar überschreitet. Standardflaschen mit zehn- bis 15-jährigen Bourbons, Ryes und irischen Whiskys rufen jetzt regelmäßig Preise jenseits der 100 US-Dollar auf, viele weit über 200 US-Dollar. Wenn ich einen 18-jährigen Rye sehe, der für 450 Dollar verkauft wird, oder eine Abfüllung von Dewar’s (Dewar’s!) mit einem Preis von 499 Dollar, weiß ich, dass der Wahnsinn überhandgenommen hat. In diesem Bericht schlage ich vor, anderweitig nach wertigen dunklen Spirituosen Ausschau zu halten.“

Und sein Glück fand und findet Wilson im Armagnac. Und so erging es uns auch vor einiger Zeit. Doch reizen uns als Weinhändler noch zwei weitere Facetten des noblen Brands aus der Gascogne: die Handwerkskunst und das große Terroir. Seit dem 14. Jahrhundert wird der älteste Branntwein Frankreichs hier produziert. Armagnac, eine Region im Südwesten des Landes, etwa zwischen Bordeaux und Toulouse anzusiedeln, teilt sich in drei Appellationen auf: Bas-Armagnac, Armagnac-Ténarèze (überwiegend kalkreicher Lehmboden) und Haut-Armagnac (Kalk), wovon erstere als nobelste der drei Appellationen gilt. Die Besonderheit des Bas Armagnac: sandige Böden. Sie sorgen für die notwenige Säure, die dem Brand seine Reifefähigkeit und Frische verleiht. Einst ausschließlich aus Folle Blanche gewonnen, prägen seit der Reblauskatastrophe drei weitere Rebsorten Region und Spirituose: Colombard, Baco und Ugni Blanc. Letztere ist im nördlich gelegenen Cognac die fast ausschließliche Grundlage für den noblen Weinbrand, während Colombard, der einzeln destilliert eher rustikalen Armagnac ergibt, eher als Strukturgeber gilt. Folle Blanche wiederum ist die floralste und feinste Rebsorte, deren divenhaftes Verhalten durchaus an Pinot Noir gemahnt. Mit dem Burgund hat Armagnac seine ursprünglichen Strukturen und Denkweise gemein. Hier, in der ländlich geprägten Region, die von einer Vielzahl kleiner Bauern und Destillateure im Nebenerwerb bewirtschaftet wird, die sich häufig auch noch dem Maisanbau widmen, spielt das Terroir eine wesentliche Rolle. Während das Cuvéetieren in Cognac als das Nonplusultra angesehen wird, bei dem Brände unterschiedlichsten Alters durch den Verschnitt ein stets wiedererkennbares Aromenprofil garantieren sollen, setzten traditionell arbeitende Brennereien in der Gascogne auf den Ausbau spezifischer Jahrgänge. Die Winzer brennen hier oft selbst oder im Nebenerwerb, lassen ihre Schätze über Jahrzehnte im Fass reifen und verstehen ihre oft uralten Armagnacs als Wertanlage für harte Zeiten, von denen sie sich von Zeit zu Zeit trennen. Ein paar hundert bis wenige tausend Flaschen wechseln im Schnitt den Besitzer, wohingegen im Cognac allein die „Großen Vier“ (Hennessy, Rémy Martin, Martell und Courvoisier), denen entsprechend enorm große Werbeetats zur Verfügung stehen, den Markt mit Abermillionen von Flaschen fluten. Auf unserer Suche nach den führenden Produzenten der Regionen mussten wir allerlei Forschungen anstellen und unsere bestvernetzten Winzer-Kontakte spielen lassen, denn kaum ein Betrieb besitzt hier eine Website oder ein E-Mail-Postfach. Und wenn, dann wird letzteres unserer Erfahrung nach nur sehr sporadisch genutzt. Umso stolzer sind wir darauf, einen der schönsten Betriebe der Region für uns gewonnen zu haben, dessen in Frankreich hochangesehene Armagnacs den Status eines kostbaren Kulturguts erreicht haben. Die Rede ist von Pierre Laberdolive, dem Patron der Domaine Jaurrey & Pillon aus Labastide d’Armagnac.

Die Domaine Laberdolive
Die Domaine Laberdolive zählt gewiss zu den angesehensten Produzenten Armagnacs: „Allein der Name trägt eine Aura mit sich“, so Spirituosen-Experte Charles Neal, der die Domaine in seiner Armagnac-Bibel zu den vier besten Brennereien der Region zählt, ohne sich auf eine Reihenfolge festlegen zu wollen. 1866 von Joseph Laberdolive gegründet, kann der heute rund 42 Hektar umfassende Familienbetrieb auf eine lange Geschichte zurückblicken. Seit jeher zieren die Weinbrände der Familie Laberdolive Frankreichs höchstdekorierte Restaurants. Für viele Sommeliers zählen die Armagnacs des Hauses zum französischen Kulturerbe, gemeinsam mit Calvados und Chartreuse, dem Kräuterlikör, der noch heute von Kartäusermönchen hergestellt wird. Patron der Domaine ist Pierre Laberdolive, der mit seinen 74 Jahren in fünfter Generation weiterhin persönlich die Destillation der Armagnac übernimmt, von denen pro Jahr nur wenige tausend Flaschen erzeugt werden – um einen Liter Armagnac zu destillieren, bedarf es rund zehn Liter Wein als Ausgangsmaterial! Was eher unbekannt ist: Lange wird er dabei schon von seinem Sohn unterstützt, der seit über 15 Jahrgängen für die Zukunft des Betriebs vorsorgt. Mehrere Besonderheiten zeichnen die Domaine aus. Die Hälfte der Rebbestände Pierres macht Folle Blanche aus, die Hauptrebsorte der Gascogne, bevor die Phylloxera-Katastrophe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Region quasi den Garaus machte (später wurde sie überwiegend mit Ugni Blanc, Baco und Colombard neue bepflanzt). Folle Blanche, die dem Grundwein für den Armagnac einen duftigen und feinen Charakter verleiht, gilt als floralste, aber am schwierigsten zu bewirtschaftende Rebsorte. Die andere Hälfte der Domaine de Jaurrey ist mit Colombard bestockt, der Traube, die für eine kraftvolle Struktur im Brand sorgt. Bränder der Domaine du Pillon bestehen fast ausschließlich aus Baco. Wie für die besten Parzellen der Appellation Bas Armagnac (die gemeinhin die hochwertigsten Brände hervorbringt) üblich, wurzeln die Reben hier auf sandigen sowie eisenhaltige Böden. Anders als in Cognac, wo Kalk vorherrscht, sorgen die sandigen Böden hier für säurebetonte Weine, die das Reifepotenzial des Armagnacs ausmachen. Pierre Laberdolives ganzer Stolz ist aber vor allem seine eigene kupferne Brennanlage, der „alambic armagnacais“, der anders als im Cognac, den Grundwein nicht zweifach, sondern lediglich einfach über Holz destilliert. Für Pierre prägt sie den Charakter am stärksten. Nur ganz wenige Häuser besitzen ihre eigene Brennanlage, lassen die vielen kleinen Bauern der Gascogne ihre Spirituosen doch oft im Lohnerwerb destillieren und organisieren hierfür während der Saison mobile Brennanlagen. Tatsächlich gehört die Domaine auch noch zu den ganz wenigen, die ihre eigenen Eichenfässer zum Teil noch aus eigenen Wäldern in der Gascogne schlagen lassen. Was den Brand angeht, so versucht Pierre diesen beim Verlassen der Brennblase auf 53 Volumenprozent zu destillieren Das Destillat geht dann zwischen November und Dezember in Eichenfässer von 420 Liter Volumen und verbringt dort drei Jahre. Anschließend reift er oft bis zur Füllung in gebrauchten Eichenfässern, wo er regelmäßig belüftet und verkostet wird. Pierre Laberdolive füllt seinen Armagnac stets unverdünnt („in Fass-Stärke“), der oft – inklusive des sogenannten angels’ share, des Anteils der Spirituose, der im Laufe ihrer jahrzehntelangen Lagerung in Fässern verdunstet – zwischen 43 und 48 Volumenprozent stagniert. Auf die Färbung mit Zuckercouleur wird selbstredend verzichtet. Im eigenen Keller schlummern derzeit Armagnacs, die sich bis 1923 zurückdatieren lassen sowie einige Preziosen aus den 1940er-, 1960er- und 1970er-Jahren. Die ältesten Armagnacs, von denen nur noch wenige Liter existieren, werden in Glasballons aufbewahrt, wo sie den Grad ihrer Reife nach dem Ausbau im Holzfass konservieren und kaum mehr altern. Bei jeder Bestellung füllt Pierre Laberdolive die angefragten Jahrgänge Flasche für Flasche ab und vermerkt das jeweilige Abfülldatum stets auf dem Rückenetikett. Einmal abgefüllt, hält sich eine Flasche Armagnac so über viele Jahre, da der Weinbrand zu den oxidativen Spirituosen zählt. Für viele Liebhaber liegt auch ein großer Reiz darin, ihre Flaschen über Monate und gar Jahre in ihrer leichten Entwicklung zu beobachten.

Wie man einen Armagnac genießt
Der feine Brand aus Weintrauben der Gascogne zählt zu den reifungswürdigsten Spirituosen Frankreichs. Besonderheit und Abgrenzung zum Cognac ist sein Brennverfahren. So wird der Grundwein nur einfach, beim Cognac zweifach destilliert. Das Ergebnis ist ein grundsätzlich zunächst kräftigerer und robusterer Weinbrand. Während ein Cognac bereits nach zehn Jahren der Reifung als „XO“-Füllung deklariert wird, sind sich die meisten Brenner und Liebhaber einig, dass guter Armagnac mindestens zehn Jahre Reife benötigt. Die intensiveren Säuren und Veresterungen müssen sich während des Ausbau erst harmonisieren. Ein Armagnac reift nur im Holzfass und wird nach Aufbewahrung im Glasballon ewig jung bleiben. Daher spielt die Dauer des Ausbaus sowie der Zeitpunkt der Füllung auf die Flasche eine wesentliche Rolle. Zwischen zehn und 30 Jahren reifen die meisten Armagnacs, die traditionell als Vintage-Füllung deklariert werden. Mit dem Ausbau entwickeln sich Tertiär- oder Rancio-Noten, die oft nussige, an Sherry erinnernde Aromen annehmen. Zwischen zehn und 20 Jahren „junger“ Armagnac verblüfft oft durch exotische Früchte wie Mango, Ananas sowie eine typische Pflaumennote und übt mit seiner feurigen Kraft und Komplexität ebenso große Faszination aus. Die allerbesten Exemplare reifen sogar bis zu 50 Jahren im Fass, entwickeln dabei immer intensivere Aromen nach Tabak, Zedernholz, Rosinen und Kakao. Schlechter Armagnac stirbt hingegen im Fass, wobei dann bittere und austrocknende Aromen die Oberhand gewinnen. Daher ist der ideale Füllzeitpunkt eine recht heikle Angelegenheit, die dem maître de chai viel Erfahrung und großes Fingerspitzengefühl abverlangt. Als Serviertemperatur empfehlen wir eine Raumtemperatur zwischen 18 bis 22°C. Auf die historischen Cognac-Schwenker, wie sie in Zeiten des Stummfilms und der Fernsehwerbung der späten 1970er populär waren, sollte man verzichten. Als viel geeigneter hat sich ein spezielles Nosing-Glas mit tulpenförmiger Verjüngung herauskristallisiert, das ein Quantum von zwei bis vier Zentiliter Armagnac perfekt „in Szene setzt“, den Alkohol in den Hintergrund rückt und die feinen Aromen auffächert. Dazu sollte man die Nase nicht zu forsch ins Glas stecken, sondern nur soweit führen, dass die feinen Aromen zur Geltung kommen. Nahezu jeder Armagnac gewinnt im Glas, entwickelt oft nach 15 bis 20 Minuten ein Feuerwerk an Aromen in immer neuen Facetten und legt über viele Stunden zu. Somit bleibt der Genuss eines guten Armagnacs oft Anlass zur Beschäftigung über einen langen Abend. Der beim Whisky oft Wunder bewirkende Tropfen Wasser als Zugabe im Glas wirkt hier allerdings meist kontraproduktiv und verschließt den Armagnac, sperrt ihn regelrecht ein.

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