Weingut Joh. Jos. Prüm – Wehlen Mosel

„ … die Welt schaut stets ein Stück besser aus mit einem Glas Prüm in der Hand.“ Stephan Reinhardt

Prüm

„Einen Prüm-Wein erkennt man mit geschlossenen Augen. Niemand an der Mosel beherrscht das fruchtige Register souveräner. Die Spät- und Auslesen sind schlicht ergreifend Weltklasse: elegant, in sich ruhend, würzig und zugleich von heiterem Charme.“ – Gault Millau Weinguide 2018

Der Gault Millau über die Weine: „Ihre Langlebigkeit ist legendär.“

„Egal in welcher Stimmung man auch sein mag, die Welt schaut stets ein Stück besser aus mit einem Glas Prüm in der Hand.“ – Stephan Reinhardt, The Fine Wines of Germany

„Die Regelmäßigkeit, mit der in diesem weltbekannten Gut ein großer Jahrgang dem anderen folgt, ist atemberaubend.“ – Gault Millau Weinguide 2017

„Das Weingut Joh. Jos. Prüm ist eines der ‚Flagschiffe‘ in der deutschen Weinkultur, ein Ausnahmeweingut.“– Stuart Pigott

Uferallee 19 in Wehlen. Vor diesem Anwesen der Familie Prüm stand ich bereits einige Male. Das erste Mal war im Jahr 2010, als ich ein längeres Wochenende an der Mosel verbracht habe – als Tourist. Damals bin ich vor dem Haus gestanden, habe mir die Wehlener Sonnenuhr angeschaut, die sich direkt gegenüber dem Weingut befindet und umgekehrt in der Sonnenuhr stehend Fotos vom legendären Weingut geschossen, das auch schon seit Jahrzehnten die Etiketten ziert.

Meine erste Flasche Prüm hatte ich da schon längst getrunken. Es war, wenn ich mich recht erinnere, ein 2007er Riesling Kabinett feinherb. Damals hat mich die typische Prüm-Nase, die stark von der Spontanvergärung geprägte Note, im Wein fasziniert. Deshalb, weil das damals für mich völlig neue Aromen waren, die ich so niemals im Wein erwartet hätte. Der „Stinker“ ist dann am zweiten Tag verloren gegangen und es kam ein klarer und präziser Riesling dabei heraus. So eine Wandlung habe ich mir bei einem Wein damals nicht vorstellen können und es hat Neugierde geweckt. Das zweite Mal war ich dann auch im Weingut zu Gast mit befreundeten Sommeliers und zur Verkostung und Herausarbeitung der verschiedenen Lagencharakteristika. Das war im Sommer 2013 und dazwischen lagen etliche, weitere grandiose Flaschen aus dem Hause Joh. Jos. Prüm und ein gewachsenes Verständnis für die Weine. Über die Jahre hat die Faszination stets zugenommen und so strahlen auch heute noch meine Augen, wenn ich einen erstklassigen, meist gereiften Wein aus Wehlen probiere. Und so ist es mir eine ganz persönliche Freude, Ihnen liebe Kunden, heute einen Evergreen des deutschen Weinbaus vorstellen zu dürfen. Denn ab sofort werden die Weine aus dem Hause Joh. Jos. Prüm wieder im Sortiment von Pinard de Picard geführt.

Zur Historie
Das Weingut Joh. Jos. Prüm hat unüberschmeckbar mit seinen fabelhaften Rieslingen über all die Jahrzehnte Kurs gehalten, stand wie ein Fels in der Brandung auch in jenen Zeiten, als der deutsche Wein infolge des Verlustes seiner traditionellen Handelsbeziehungen nach beiden Weltkriegen sowie wegen schlimmer hausgemachter Fehler in den 60er und 70er Jahren tief in die Krise schlitterte. Törichte Moden in der Weinbereitung kamen und gingen: Der einzigartige traditionelle Stil der legendären J. J. Prümschen Weine hat alle Turbulenzen der Zeitenläufe überdauert! Das Weingut Johann Josef Prüm, welches im angelsächsischen Raum auch kurz J.J. (sprich Jay Jay) genannt wird, wurde im Zuge einer Erbteilung 1911 gegründet. Johann Josef Prüm erkrankte jedoch relativ früh nach der Gutsgründung und so übernahm Sohn Sebastian Alois die Verwaltung des Weinguts. Dieser baute das Weingut weitgehend auf und führte es an die qualitative Spitze der Mosel. Schon damals erzielten die Weine, wie auch heute noch, auf der Trierer Versteigerung Höchstpreise.

1969 übernahmen die beiden jungen Söhne Dr. Manfred und Wolfgang Prüm das Weingut, nachdem ihr Vater verstarb. Der promovierte Jurist Manfred Prüm feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag und ist mit Tochter Katharina auch heute noch das Gesicht des Weinguts. Er hat das Weingut in den letzten über 40 Jahren maßgebend geprägt. Unter seiner Führung sind die Weine entstanden, die heute nicht nur Weltruf besitzen, sondern auch weltweit exportiert werden.

Das Weingut Joh. Jos Prüm steht auch unausweichlich mit der Lage Wehlener Sonnenuhr im Zusammenhang. Die Weine aus der direkt gegenüber dem Anwesen gelegenen Lage genießen höchste Reputation. Nicht umsonst ziert die Sonnenuhr das prümsche Etikett. Neben der Sonnenuhr besitzt das heute 21 Hektar große Weingut noch Lagen in Graach (Himmelreich), Zeltingen (Sonnenuhr) und Bernkastel (Badstube und Lay). Produziert werden ausschließlich Rieslinge, und dies in den klassischen Prädikatsstufen, sprich vom Kabinett bis zur Trockenbeerenauslese, sofern es der Jahrgang zulässt. Ziert eine Goldkapsel den Wein, so kann man nahezu immer davon ausgehen, dass rosinierte Trauben, nämlich solche die von Botrytis veredelt wurden, im Wein verarbeitet sind.

Das Gutshaus besteht aus einem älteren Anwesen und der daran anschließenden Jugendstilvilla sowie den Arbeitsgebäuden. Die Jugendstil-Villa wurde bereits um 1900 erbaut und war ein Hochzeitsgeschenk des Schwiegeronkels an das Brautpaar Prüm. Damit ist es auch ein eindrucksvolles Zeugnis für die Reputation des Rieslings zu dieser Zeit. Es erinnert wie viele prachtvolle Bauten entlang der Mosel an die ehemalige Stellung der Moselwinzer im Ausland. Auch heute kann man als Gast die über 100-jährige Geschichte in diesem historischen Ambiente des Weinguts regelrecht einatmen.

Der unvergleichliche Weinstil
Man muss kein Weinakademiker sein, um großen Gefallen an den Mosel-Klassikern des Hauses zu finden. Und hier liegt vielleicht auch die Besonderheit der faszinierenden Weine verborgen! Ein Prüm bedarf keiner großen Erklärung für den Genuss. Das Spiel der zarten Frucht in den jungen Weinen verzaubert erfahrene Weinliebhaber wie Amateure gleichermaßen.

Was manche Weinfreunde an den J.J. Prümschen Rieslingen in deren Jugend vielleicht als eigenwillig empfinden, ist eine von der Gärung mit wilden Hefen herrührende Note, die im Übrigen viele spontan vergorene Weine in ihrer Jugend aufweisen, die sie aber, wenn sie auf die Flasche kommen, zumeist schon verloren haben. Weil beim sanften Weinausbaustil der Prüms allerdings die Entwicklung der „Babyweine” zugunsten ihrer Lagerfähigkeit abgebremst wird, bleiben diese Töne hier wesentlich länger präsent und brauchen auch nach der Abfüllung oft viele Monate, bisweilen ein bis zwei Jahre der Lagerung, bis sie ganz verschwinden. In dieser frühen Entwicklungsphase benötigen die Weine einfach ungeheuer viel Luft, um sich zu entfalten. Dieser ureigene J.J. Prümsche Stil führt aber in der Konsequenz zu gigantisch langlebigen Weinen. Bisweilen schmecken noch 20 Jahre junge Kabinette oder Spätlesen wie ein sprudelnder, kristallklarer Gebirgsquellbach.

Es ist ihre unfassbare Eleganz, welche die Rieslinge auszeichnet und nicht unbedingt eine überbordende Komplexität. Man findet nicht eine vordergründig konzentrierte Aromenvielfalt in den Weinen, die einem sofort erschließen würde, dass es sich um einen komplexen Wein handelt. Die Rieslinge leben vielmehr von ihrer wunderschönen Balance und Frische, die sie auch mit Jahrzehnten der Reife beibehalten und ihrem ungeheuren Trinkfluss. Selbst die Auslesen wirken sehr klar und auch in wärmeren Jahren nicht überreif und üppig. Die Kabinette gehören zu den „kabinettigsten“, wenn man denn überhaupt von einem typischen Kabinett-Stil sprechen kann und auch die Spätlesen besitzen eher einen feinen, herben Charakter bei intensiverem Aroma anstatt lediglich dicker als ein Kabinett daherzukommen. All diese Facetten prägen den Hausstil seit Jahrzehnten und sind Zeugnis großer Winzerkunst. Joh. Jos Prüm ist ein Weinhaus, bei dem die Tradition gesiegt hat. Gerade in den letzten Jahren erleben die im Alkohol leichtfüßigen Weine wieder eine Renaissance. Weine, die für kühles Klima stehen. Und indem sie so nur hier an der Mosel erzeugt werden können, sind sie weingewordenes Zeugnis ihrer Herkunft.

Zur Charakteristik der legendären Prümschen Lagen
Das Weingut Prüm besitzt einige Parzellen in den berühmtesten Lagen rund um Wehlen. Eine Besonderheit sind die größtenteils noch erhaltenen wurzelechten Reben in den Steillagen. Wie allgemein an der Mosel üblich, bedeutet die Arbeit in den Steillagen allerhärteste Knochenarbeit. In der Wehlener Sonnenuhr findet deshalb auch eine stellenweise Flurbereinigung statt, die den Arbeitsaufwand erleichtern soll. Leider wurden hierbei auch wurzelechte Parzellen zerstört. Opfer des ‚angeblichen’ Fortschritts. Glücklicherweise betrifft diese Erneuerung der Lagen die der Familie Prüm nicht so dramatisch wie manch andere Winzer. Wenn man das Glück hat, eine Reihe unterschiedlicher Weinbergslagen und Jahrgänge über die verschiedenen Prädikate hinweg vergleichend verkosten zu können, wird man schnell bemerken, dass sich eine leichte stilistische Tendenz bei den verschiedenen Lagen herausstellt.

Die Rieslinge aus dem Graacher Himmelreich sind besonders in den ersten Jahren sehr zugänglich. Insgesamt gehören sie zu den expressivsten Weinen aus dem Hause und wirken noch am maskulinsten und ungeschliffensten dank ihrer kecken Säure.

Die Wehlener Sonnenuhr ist eine steile Süd-Südwesthanglage mit Schiefer-Verwitterungsboden. Sie erweist sich als exzellenter Langstreckenläufer. Oft in der Jugend verschlossen und dicht gepackt, entwickelt sie sich über die Jahre zu einem hochkomplexen und finessenreichen Wein von feiner Frucht und Würze. Die Wehlener Sonnenuhr zeigt die ganze Eleganz und verkörpert damit den Bilderbuch-Riesling aus dem Hause Prüm.

Die Bernkasteler Badstube scheint uns nicht minder spannend zu sein. Die Weine aus dieser Lage besitzen eine markant stahlige Säure und auch in reiferen Jahrgängen eine knackige Frucht. Dr. Manfred Prüm bescheinigt der Badstube daher „Saar-Charakter“, eine Umschreibung, welche die Stilistik nicht präziser ausdrücken könnte!

Der aktuelle Jahrgang 2017
Der Jahrgang 2017 gehört für uns mit zu den brillantesten der letzten zehn Jahre. Unserer Meinung nach waren die Rieslinge in diesem Zeitraum nie klarer, nie präziser und ausgewogener als aktuell. Auch die sonst dominante Spontanvergärungsnase ist stark zurückgewichen. Die Verkostung des Jahrgangs im August zeigte fruchtige und glasklare Rieslinge mit knackiger Säure und schöner Reife, auch wenn die Mengen ob der Spätfröste und Hagel leider um die Hälfte reduziert wurden. Daher wird es dieses Jahr auch keinen einfachen Kabinett aus den verschiedenen Lagen geben. Dies ist jedoch leicht zu verkraften, hat man erst die grandiose 2017er Kollektion verkostet. Im Grünen Salon des Hauses, umgeben von vielen Jahrzehnten Weingutstradtion und mit Blick auf die Wehlener Sonnenuhr, erschließen sich die Rieslinge und deren Philosophie vielleicht am besten. In aller Ruhe die feinen Eigenheiten der Lagen zu erschmecken und das Entwicklungspotential der Weine über verschiedene Jahre zu ertasten, gehört zu den größten Freuden, die wir als Weinbegeisterte erleben können. Diese individuellen Weinpersönlichkeiten sind zweifellos die Quintessenz des Rieslings von der Mosel, eine Hommage an die größte Weißweinrebe der Welt, unglaublich komplex, fein und wundervoll seidig, von großer Tiefe und Eleganz. Flüssige Träume vom gleißenden Schiefer in einer Dimension, die man geschmeckt haben muss, da sie sich letztendlich in ihrer hintergründigen Vielschichtigkeit jeder Beschreibung entziehen!

Es sind Rieslinge, die von einem unfassbar betörenden Spiel und einer grazilen Leichtfüßigkeit getragen werden. J.J.s emotional berührende Weinunikate verkörpern mit ihrer singulären, schwebenden, durchscheinenden Duftigkeit und ihrem tänzerischen Ausdruck auf der Zunge eine unvergleichliche Transparenz!

Zu den Weinen

Pinard de Picard GmbH & Co. KG
Erlesene Weine, Spirituosen & Feinkost
Alfred Nobel Allee 28
66793 Saarwellingen / Campus Nobel
Deutschland

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Fax: 06838/97950-30
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