Entre os Ríos

Entre os Ríos, ein Gut, welches zwischen den Flüssen liegt.
In direkter Nachbarschaft zum angrenzenden Rias Baixas entstehen ganz besondere, eigenständige Albariños.

Entre os Ríos

Das Eiland. Ein fast unzugänglicher Ort.
„Aqui no llegan los camiones” (zu Deutsch: hierher kommt kein LKW!) entgegnete man uns, als wir dabei waren, die Abholung der Weine unseres neuen Kleinods zu koordinieren. Kein leichter Einstieg, warum dem so ist erfahren Sie hier:

Es soll Männer geben, die verabschieden sich zum Zigaretteneinkauf und kehren dann seltsamerweise nicht wieder zu ihren Familien zurück. Etwas anders verhielt es sich vor etwa 45 Jahren bei dem Rechtsanwalt Francisco Crusat. Ursprünglich wollte er an jenem Tag nur ein Fass Wein kaufen. Francisco allerdings fand ein idyllisches Landhaus in inselähnlicher Lage, ringsherum von zwei Flussarmen vollständig umfasst, und kaum erschlossen. Wieder zu Hause angekommen, fragte seine Frau María Teresa nach dem Wein, Francisco erwiderte: „Heute habe ich keinen Wein gekauft, dafür aber eine Insel!“

Verzicht und Abenteuer.
Anfänglich gab es an diesem magischen Ort nur sporadisch Strom und kein Telefon, das Haus erreichte man nur, indem man sich nasse Füße holte, die heutige Brücke existierte in den 1970er Jahren auch noch nicht. Dennoch zog die Familie von Francisco und Gattin María Teresa samt der drei Kinder an diesen sehr speziellen Flecken, etwas außerhalb des Fischerortes A Pobra do Caramiñal gelegen. Für die Kinder war es ein riesiges Abenteuer, Franciscos Sohn José fühlte sich vom Fleck wie Huckleberry Finn. Den Hang zum Abenteuer hat José bis heute nicht abgelegt, seit 2014 bewirtschaftet der studierte Elektroingenieur das Gut nun gemeinsam mit dem Vater.

Aus einem Hobby wurde Berufung.
Das kleine Gut entwickelte sich erst langsam, Schritt für Schritt, zu einem echten Juwel für Weinenthusiasten. Erst über 30 Jahre nach dem Erwerb wurde auf Entre os Ríos der erste eigene Wein kommerzialisiert! Bis es soweit war, war es ein langer Weg. Zunächst kaufte Senior Crusat als Weinliebhaber weiterhin seinen Wein in der Nachbarschaft, dann begann er im nächsten Schritt, Trauben zu kaufen und daraus seinen eigenen Wein zu keltern. Daraus entsprang für Francisco schließlich die Idee, eigene Rebflächen zu kultivieren. Auch schon vor Francisco Crusat wurde in dieser Region, nördlich angrenzend an das Val do Salnés, dem Filetstück des Rías Baixas, Weinbau betrieben. Doch viele Bewohner der Region wendeten sich vom beschwerlichen Weinbau ab und arbeiteten lieber in der Fischerei, da diese zu jener Zeit um einiges rentabler war.

Prophet und Berg in Personalunion.
Daher musste Francisco echte Pionierarbeit leisten. Zunächst bepflanzte Francisco 3 ha mit händisch selektionierten Reben aus alten Anlagen der näheren Umgebung, viel Albariño und ein wenig Raposo. Ihm ging es von Beginn an nicht um Masse, sondern um Klasse und Ursprünglichkeit. Seine Reben lieferten bedeutend weniger Ertrag als jüngere Klone. Unter den vorherrschenden klimatischen Bedingungen trennt sich ohnehin sehr schnell die Spreu vom Weizen. Das Klima ist atlantisch geprägt und der Ozean bestimmt Temperaturen, Niederschläge sowie die Winde. Mit 1.200 bis 1.400 mm Niederschlag übers Jahr sind Pilzkrankheiten die größte Gefahr für die Reben. Vorrausschauendes, proaktives Handeln im Einklang mit der Natur ist gefragt, wichtiger denn je bei Entre os Ríos, da man hier selbstverständlich naturschonend arbeiten möchte.

Authentisch, traditionell, ressourcenschonend mit einem hohen Qualitätsstreben.
Herbizide kommen seit jeher nicht zur Anwendung, für die Bodenbearbeitung müssen Sense, Hacke sowie gesunde Hände genügen. Das Credo lautet: „Verantwortungsvolle Arbeit im Weinberg, was gesagt wird wird getan, und was getan wird, wird gesagt.“ Radikal transparent erscheint dieser Ansatz, Vater und Sohn betonen aber immer wieder auch Ihre vorteilhafte Ausgangslage: „Wir müssen von unseren Weinen nicht leben. Es fing als Hobby an und nach wie vor gehen wir unseren eigentlichen Berufen nach“, erklärt uns José. Beide nehmen ihr Hobby dennoch sehr ernst und leben es intensiv. Der Vater studierte eigens Biochemie, um die Prozesse innerhalb der Weinwerdung besser zu verstehen. Darüber hinaus gründete Francisco mit einigen Mitstreitern im Jahr 2006 seine eigene Appellation IGP Barbanza e Iria. Ein Anschluss an das Rías Baixas kam nicht in Frage, zu lasch und zu wenig qualitätsorientiert erschien ihm das Regelwerk der DO. Höchste Qualität und weniger Spielraum für Kellertechnik und Additive sind der Leitgedanke, puristische und traditionelle Weine das übergeordnete Ziel.

Man kennt sich.
Das man heute die Weine von Entre os Ríos sogar in Japan kennt, obwohl je nach Jahrgang nur zwischen 10.000 und maximal 25.000 Flaschen produziert werden, liegt viel an Franciscos Sohn José, durch und durch eine eigene Marke. Lange Haare, noch längerer Bart, sehr wache leuchtende Augen, ein unglaublich höflicher Mensch, immer bei bester Laune, sehr gesellig, ein toller Gesprächspartner, großartiger Lehrer und Botschafter seiner Profession. Wer ihn einmal am Weingut oder auf einer der unzähligen weltweiten Weinmessen getroffen hat, schätzt seine ausschweifenden Vorträge, die energiegeladen und spannend sind, sich dabei nie wiederholen. Soviel Wissen und noch mehr Anekdoten stecken in Jóse, nur sein Kleiderschrank scheint jener aus Kindertagen geblieben zu sein. José trägt gerne weite Jeanshosen und bunte T-Shirts mit auffälligen Prints, wie sie die junge Skaterszene der 1990er Jahre prägte.

Man schätzt sich.
Wenn man sich für authentische, charaktervolle und spannende spanische Weine interessiert, kommt man früher oder später zwangsläufig mit dem Tandem Vater und Sohn von Entre os Ríos in Kontakt. Zumal die Weine dieser kleinen Adega (das galicische Pendant zur spanischen Bodega, also Weingut) mittlerweile sehr gute Kritiken von Parker, Peñin & Co. ergattern und Entre os Ríos sich auch ein Standing innerhalb der Branchenkollegen erarbeitet hat. José pflegt beispielsweise Freundschaften zu den Jungs von Envínate oder Iria Otero und wird als Mitglied der spanischen Weinavantgarde gesehen. Vorurteilsfrei bereist er die Welt und kehrt immer wieder mit augenscheinlich verrückten Ideen Heim.

Los locos, die Verrückten pflegen ihr Image. Anachronismus pur.
Auch wenn Vater und Sohn auf den ersten Blick kaum gegensätzlichere Menschen sein könnten, hier fällt der Apfel dann doch weniger weit vom Stamm. Die Dorfbewohner nannten den Einsiedler Francisco einen „loco“, zu Deutsch ‚Verrückten‘. Ohne Not an einem abgeschiedenen Ort unter erschwerten Bedingungen leben zu wollen, in Zeiten in denen die Landflucht in Spanien richtig in Fahrt kam, war in ihren Augen sehr verrückt! Inspiriert durch andere Winzer, getrieben von der Suche nach dem Limit, etablierte José eine avantgardistische Weinlinie neben den klassischen Weinen des Vaters: Komokabras, übersetzt „wie die Ziegen“, ist ein liebgemeinter Ausdruck für eben jene positive Verrücktheit. Als Kompliment für den Vater gedacht spiegelt es eben auch das Leben und Wirken von José. Ohne dem verrückten Duo von Entre os Ríoss würde der Weinwelt definitiv einiges an Salz in der Suppe fehlen.

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