Domaine Sarda-Malet - Côtes du Roussillon

Jérôme Malet gilt vielen Kennern der Region zusammen mit Gérard Gauby als Primus inter pares innerhalb der noch sehr kleinen Winzerelite des bezaubernd schönen Roussillon. Bereits seit Mitte der 90er Jahre wurden die Weine der in der Ebene von Perpignan gelegenen Domaine Sarda-Malet aufgrund des zunehmenden Alters der Rebstöcke immer besser, jedoch seit Ende des Jahrzehnts gelingen spektakuläre Resultate.

So bewertet beispielsweise der „Weingourmet” in einem Special zum Languedoc-Roussillon die Spitzencuvée „Terroir Mailloles” als den besten Wein des gesamten Roussillon. Bettane und Desseauve postulieren bereits in ihrem einflussreichen „Classement 2002”, dem Standardwerk, ja der „Bibel” (Figaro) der französischen Weinkritik, dass „die 99er und 2000er von Sarda-Malet die qualitative Spitze ihrer Region bilden” und im „Classement 2004” werden die Weine des wohl bis dato besten Jahrgangs aller Zeiten im Roussillon, des 2001ers, enthusiastisch bewertet.
So erhält die Spitzencuvée „Terroir Mailloles” als einziger Wein des gesamten Roussillon die extrem selten vergebene, traumhafte Bewertung von 9,5/10 Punkten, mit der beispielsweise im gesamten Bordelais nur drei (mehr als 10mal teurere) Spitzenrotweine ausgezeichnet wurden. Auch zwei der extrem preis„werten” edelsüßen Weine der Domaine werden mit 9/10 Punkten zu den besten Weinen ganz Frankreichs gezählt. Herzlichen Glückwunsch, Jérôme, zu diesem phantastischen Erfolg!

Stilistisch gesehen produziert die Domaine Sarda-Malet feinste, finessenreiche Weine von hoher Aromenkonzentration, terroirgeprägt, mit einer erstaunlichen Dichte, einer außerordentlichen Eleganz, einer zarten Mineralität, einer großen Frische, einer wunderbaren inneren Harmonie und seidenen Tanninen:
„Die elegantesten Weine des Roussillon, der Terroir Mailloles mit einer Finesse ohnegleichen”, so nochmals das „Classement 2004” in seiner Würdigung dieser großen Gewächse. Wir freuen uns für die sympathischen Malets, waren sie doch auf ihrem arg dornenreichen Weg an die Spitze der Appellation wahrlich nicht von Rückschlägen verschont geblieben.

So wurde Suzy Malet, die heute zusammen mit ihrem Sohn Jérôme das Gut leitet, in ihrer Kindheit und Jugend unter der Prämisse erzogen, niemals Winzerin zu werden. Vor allem ihre Mutter war strikt dagegen, dass ihre Tochter die Familiendomaine übernehmen sollte, „einen Beruf ohne Zukunft”, wie sie meinte. Nichts, aber auch gar nichts erschien vor 30 Jahren, als die Preise für in der Tat unsäglich schlechte südfranzösische „Plörre” soweit gesunken waren, dass man als Winzer nicht einmal das Existenzminimum erwirtschaften konnte, weniger beneidenswert als das Leben eines katalanischen Winzers. Vielmehr lockte Paris, das Studium und danach eine gute Anstellung.

Und so erfüllte Suzy Malet den Wunsch ihrer Mutter, wurde Dozentin für Rechtswissenschaft und heiratete einen Großimporteur für Obst und Gemüse, einen visionären, tatkräftigen, weltoffenen und außerordentlich innovativen Mann. So interessierte sich dieser fast zwangsläufig für das phantastische qualitative Potential der traumhaft am Fuße der Pyrenäen gelegenen alten Domaine. Und da der „Weinvirus” bei seiner Frau ganz im Stillen überlebt hatte, übernahmen beide nach reiflicher Überlegung 1984 die Leitung der Domaine, voller Energie und mit außergewöhnlicher Tatkraft.

Sie pendelten unaufhörlich zwischen Paris und Perpignan und waren gerade dabei, mit ihren Weinen neue qualitative Maßstäbe für die Region zu setzen, als leider Max, so hieß Suzys Mann, urplötzlich an einer schweren Krankheit verstarb. Suzy Malet brauchte viel Zeit, sich von diesem Schock zu erholen und wieder die Kraft zu finden, das gemeinsame Werk fortzusetzen. Damals produzierte das Gut eher durchschnittliche Qualitäten, verständlicherweise.

Die entscheidende Wende wurde eingeleitet von ihrem ungemein sympathischen Sohn Jérôme, der die Leidenschaft für große, terroirbetonte Weine von den Eltern geerbt hatte. Zunächst absolvierte Jérôme jedoch seine Lehr- und Wanderjahre, besuchte berühmte Domainen in allen renommierten Anbauregionen Frankreichs und analysierte deren Weinbergsarbeit. Bedeutende Winzerpersönlichkeiten nahmen ihn auf und gaben ihm ihr profundes Wissen weiter.

Nach 2 Jahren wieder zu Hause, studierte er akribisch die Gegebenheiten des eigenen extrem kargen Terroirs, analysierte die Rebstöcke, die teilweise aus den 30er Jahren stammen und achtete auf das Gleichgewicht zwischen dem Wachstum von Laub und Holz der Reben und der Quantität der Trauben. Im Weinberg verbringt er den größten Teil seiner Arbeitszeit. Hier findet er hervorragende klimatische Bedingungen in dem in südlicher bzw. südwestlicher Exposition gelegenen Areal, das sich über 50 ha hügeliges Gelände südlich von Perpignan am rechten Ufer der Têt erstreckt.
Das einzigartige Mikroklima verdankt die Region ihrer speziellen Lage, umgeben von majestätischen Gebirgen (Pyrenäen, Corbières) und dem blauen Mittelmeer. Die Gebirge halten die Niederschläge fern, im Frühling (sehr früher Austrieb!) und Herbst ist diese phantastische Landschaft zumeist die wärmste in ganz Frankreich, allerdings mit sehr kühlen Nächten, was den Weinen zusammen mit dem ungewöhnlich differenzierten Terroir ihre unvergleichliche Finesse und Komplexität vermittelt.

Jérôme vertraut bei seiner Weinbergsarbeit ausschließlich auf althergebrachte Anbautechniken und lockert mit ständigen Pflugarbeiten die erstklassigen Böden. Die oberflächlichen Wurzeln werden entfernt, damit die Hauptwurzeln tiefer ins Erdreich eindringen. Es gibt natürlich keine chemische Bekämpfung der „Unkräuter”, dafür einen naturnahen Anbau und ausschließlich Handarbeiten, aufwändige Entblätterungsarbeiten vor der Ernte zur besseren Entlüftung und Ausreifung sowie eine radikale Mengenbegrenzung. So liegen die Erträge selbst bei den Alltagsweinen höchstens bei knapp 40 hl/ha und gar bei unter 20 hl/ha für den barriqueausgebauten Mailloles rouge und weniger als 15 hl/ha für den Mailloles blanc!

Der Zeitpunkt der Ernte richtet sich natürlich weniger nach dem Alkohol-, sondern nach dem Säuregrad und der physiologischen Reife der Beeren, damit die Weine später ein optimales Gleichgewicht zwischen Konzentration, Kraft und Finesse besitzen. Zudem werden die weißen Rebsorten nur am frühen Morgen gepflückt, um möglichst kühl eingebracht zu werden und ihre unvergleichliche Frische zu bewahren. Die roten Beeren werden entrappt und es erfolgt eine vorbildlich schonende Vinifizierung in den klimatisierten Kellern mit Hilfe der Schwerkraft, ohne Reinzuchthefen, ohne Schönung oder Filtration.

Diese radikale Qualitätsphilosophie, die Vision von einem eigenständigen, unverwechselbaren Wein, der das Terroir seiner Appellation widerspiegelt und eine fast besessen anmutende Leidenschaft, das ist der Ursprung zur Erzeugung dieser wahrhaft großen Gewächse: konzentriert, körperreich und dicht, aber nicht monströs oder vordergründig geprägt von schierer Kraft, stattdessen voller Finesse und Eleganz, gepaart mit einer faszinierenden Fruchtfülle, hochfeinen Tanninen, Schmelz, Schliff und versehen mit einem betörenden Charme, Weine, die das große Terroir ihrer faszinierenden Heimat bestens widerspiegeln. Meine ganz besondere Empfehlung!

Zu den Weinen

Pinard de Picard GmbH & Co. KG
Erlesene Weine, Spirituosen & Feinkost
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66793 Saarwellingen / Campus Nobel
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