​Domaine Pierre Guillemot - Savigny-les-Beaune

Pierre Guillemot

„Leser, die sich über den Mangel an feinem, erschwinglichem Burgund an der Côte d‘Or beklagen, sollten der Familie Guillemot die Bude einrennen.“ – William Kelley (Parker)

Mit dem Jahrgang 2017 haben wir Ihnen seinerzeit mit großer Freude unseren Burgund-Neuzugang aus Savigny-lès-Beaune, die Domaine Pierre Guillemot präsentiert. Mittlerweile sind wir bei den 2019ern angekommen und noch begeisterter als zu Beginn. Was Philippe und Vincent Guillemot hier vinifiziert haben, tut der Appellation unglaublich gut, denn die Weine zeigen über die ganze Kollektion hinweg die Klasse, die man in Savigny-lès-Beaune erreichen kann.

Doch bevor wir auf den Jahrgang eingehen, muss erwähnt werden, dass der Weingutsgründer Pierre Guillemot im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Wenn wir an ihn denken, dann vor allem an eine Begebenheit, die Kermit Lynch, der große amerikanische Importeur, der die Weine von Guillemot schon lange im Portfolio hat, beschreibt: „Robert Parker bat uns, eine große Verkostung unserer Burgunder-Auswahl zu arrangieren. Sie fand im Keller unter unserem Büro in Beaune statt, und Mr. Parker stimmte Kermits Vorschlag zu, dass wir die Winzer zu der Verkostung einladen sollten. Der Keller war voll, und es gab über zweihundert rote und weiße Burgunder zu verkosten. Pierre Guillemot war da mit seinem dicken Bauch und seinem borstigen Schnurrbart. Alle liebten ihn, weil er sie mit Vergleichen bestimmter Weine mit verschiedenen Eigenschaften des männlichen und weiblichen Geschlechts begeisterte. Irgendwann am Morgen bemerkte Kermit, dass Pierre ruhiger geworden war. Er schaute hinüber und sah, dass Pierre, während er verkostete, keinen Spuckeimer benutzte. Plötzlich ertönte ein ,Alors, au revoir, à bientôt j'espère‘, und er ging die Treppe hinauf. Kermit folgte ihm und sah zu, wie Pierre wegging, furchtbar nah an einer Charlie-Chaplin-Pantomime eines betrunkenen französischen vignerons, der die Straße hinunterschlendert und kaum noch stehen kann.“

Tatsächlich hatte man bei Pierre das Gefühl, den Archetyp des klassischen französischen Weinbauerns vor sich zu haben. Les neiges d’antan – leider! Und auch das Weinmachen hat dabei etwas von seiner Ursprünglichkeit verloren, selbst wenn Winzer wie Jean-Pierre und nun seine Söhne Philippe und Vincent Guillemot einen Teil dessen beibehalten wollen. Sie wollen klassische Beaune-Weine zu erzeugen, was heute allerdings gar nicht mehr so leicht ist, denn das Wetter ist schon lange nicht mehr klassisch. Es ist wärmer geworden, deutlich wärmer im Burgund. Neal Martin fragte sich in einem Artikel, den er im Januar 2020 für VINOUS schrieb: „Is the 2018 Burgundy vintage a turning point?“ Nachdem 2019 und 2020 ins Land gegangen sind, kann man das wohl bejahen. Die alten Zeiten kommen einfach nicht zurück, und es stellt sich nun die Frage, wie man damit umgeht. Es ist eine Herausforderung, die noch nicht alle Winzer verstanden haben. Tatsächlich gab es 2018 und ebenso 2019 Weine auch bekannter Winzer, deren Alkoholgrade sich auf 15 Vol.-% geschraubt hatten! Ganz einfach, weil sie so gearbeitet haben, wie sie das immer getan hatten. Aber das führt nicht weiter. Das wissen Philippe und Vincent natürlich, und das merkt man auch ihren Weinen an. Die 2019er liegen etwa ein halbes Prozent über 2018 bei meistens 13 Vol.-%, manchmal bei 13,5 Vol.-%. Die Weine haben mehr Kraft und Fülle, sind aber trotzdem unglaublich präzise und entsprechen der Beschreibung, die Jasper Morris MW in seinem Côte Beaune Report auf INSIDE BURGUNDY notiert: „Der Pinot hat die Ballettschuhe an den Nagel gehängt und sich auf die Leichtathletikbahnen begeben, auf denen man immer noch sehr anmutig sein kann, aber mit einem kraftvolleren Ausdruck.“ Die beiden jungen, dabei mittlerweile recht erfahrenen Winzer haben mit der Lese begonnen, als ihr eigener Geschmack beim Verkosten der Trauben sowie die Analysewerte zusammenpassten. Sie haben für jeden Wein gesondert entschieden, wie viele Rappen und Ganztrauben mit vergoren werden sollten, und es sind zwischen 10 und 55% geworden. Der Neuholzanteil lag bei 20 bis 25 % und dürfte so langsam das ideale Maß erreicht haben. Das Holz begleitet nur noch, es verleiht dem Wein einen besonderen goût und Struktur, unterstützt lediglich – was hier besonders gut gelungen ist – den Charakter des einzelnen terroirs. Die Art des Holzeinsatzes trägt außerdem wesentlich dazu bei, dass den Weine ein regelrecht poliertes Tannin (erinnert uns an Wasserschleifpapier) zu eigen ist, das ihnen zu einer Finesse und Noblesse verhilft, die man früher vermutlich vergeblich gesucht hätte. Dabei sind „die Weine bemerkenswert beständig“, wie William Kelley es für Robert Parker’s WINE ADVOCATE beschreibt: „Sie übertreffen die Erwartungen in schwierigen Jahren und erfüllen sie in günstigeren Jahrgängen voll und ganz. Die 2018er haben das Versprechen, das sie im Fass gezeigt haben, gehalten, und die 2019er sind sogar noch lebendiger und charmanter. Ich kann es nur wiederholen: Leser, die den Mangel an feinen, erschwinglichen Burgundern von der Côte d’Or beklagen, sollten sich unbedingt auf den Weg zu Familie Guillemot machen.“ Das mit dem Besuch vor Ort ist momentan natürlich eher schwierig und insgesamt auch nicht sonderlich ratsam, glücklicherweise aber auch gar nicht nötig – denn Sie bekommen diese wunderschönen Weine ja bei uns!

Zu den Weinen

Pinard de Picard GmbH & Co. KG
Erlesene Weine, Spirituosen & Feinkost
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66793 Saarwellingen / Campus Nobel
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