Michel Huard - Calvados

„Familie Huard, die Eigentümer von Calvados Michel Huard, lebt seit fünf Generationen auf einem Anwesen in Le Pertyer, in der Normannischen Schweiz (AOC Calvados Contrôlée) und gilt als Benchmark-Produzent der Appellation.“
– Charles Neal („Calvados: The Spirit of Normandy“)

Michael Huard - Calvados

„Der Cider wird hier in einer Brennsäule destilliert und dann in großen, alten Fässern für einen komplexen, traditionellen Calvados gereift.“ – Jason Wilson (VINOUS)

Die Normandie – Rückzugsort und Ruhepol aller Franzosen
Im 19. Jahrhundert und besonders nach der Reblauskatastrophe, welche den Weinbau für mehr als eine Generation dezimierte, konnte man kein Pariser Caféhaus betreten ohne einen eierbechergroßen Schluck Calvados serviert zu bekommen. Ob der Kaffee oder der Apfelbrand derartig ungenießbar waren, dass viele Gäste beide Getränke miteinander vermischten, darüber lässt sich streiten. Sicher ist: Der Brand hatte hier in erster Linie einen Zweck zu erfüllen anstatt Genuss zu liefern. Er sollt wärmen. Seinen Ursprung hat der Calvados in der von Apfelwiesen übersäten Normandie, im Norden Frankreichs. Spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Eisenbahnstrecke von Paris größere Städte der Normandie wie Cabourg und Deauville verband, begann die große Erfolgsgeschichte der wohl beliebtesten Rückzugsstätte der vornehmen Pariser Gesellschaft. Genau

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Michael Huard - Calvados

Auf 18 Hektar wachsen die rund 2.100 Bäume, ausschließlich als hautes tiges. Die alten, hohen Bäume, zwischen denen drei Dutzend Kühe grasen, liefern deutlich niedrigere Erträge, dafür umso bessere Qualitäten, die licht- und luftdurchflutet und dank des großen Abstands ohne Einsatz von aggressiven Spritzmitteln gedeihen. Charakteristisch für die Region sind hier die Böden: Tuffstein, Granit und Sand prägen den Unterbau der über 30 verschiedenen Apfelsorten (darunter Doux Lozon, Rouge Duret, Fréquin, Clos Renaud, Argile Grise, Douce Moen, Bisquet, Binet Rouge, Marin Onfroy, Doux Normandie, Kermerrien, Rambault).

Eine Besonderheit der Domaine sind die jahrgangsspezifischen Calvados, die bis zu ihrer Abfüllung separat reifen. Darum gilt Michel Huard von jeher als legendärer Produzent für Vintage-Calvados, obschon der „Hors d’Age“, eine Cuvée verschiedener jüngerer Calvados Kultstatus besitzt. Um die gelebte Tradition des Betriebs zu verdeutlichen, muss man sich nur vergegenwärtigen, wie hier Aufträge angenommen werden. So füllt Jean-François erst bei Bestellung seinen teils in 60-jährigen Holzfässern ausgebauten Calvados noch händisch ab, um die ältesten Exemplare ebenso händisch mit Wachs zu versiegeln. Das Abfülldatum wird dann diskret auf dem Etikett vermerkt, so wie dies auch bei den Armagnacs unserer Domaine Laberdolive der Fall ist. Lediglich etwa 5.000 Flaschen verlassen jährlich die Domaine ins Ausland, weitere 5.000 werden unter Frankreichs Liebhabern verteilt.

Wie man einen Calvados genießt
Egal ob als Aperitif oder Digestiv genossen, präsentiert sich der noble Brand aus Äpfeln am schönsten in einem kleineren tulpenförmigen Spirituosenglas. Dies garantiert, dass die feinen Düfte aufsteigen, ohne dass der Alkohol überhandnimmt, so wie dies oft bei den überdimensionierten Cognac-Schwenkern der Fall ist. Am schönsten zeigt sich Calvados bei Zimmertemperatur (16–18°C). Einmal abgefüllt, reift Calvados nicht weiter auf der Flasche, hält sich aber geöffnet und wenn nicht unbedingt über dem Kaminsims platziert, oft über ein bis zwei Jahre. Einige der schönsten Kombinationen erschließen sich über Speisen, wo ein Schuss Calvados oft Bestandteil des Gerichts ist. Unsere Favoriten: Flambierte Apfelcrêpes mit Calvados, Pays-d’Auge-Geflügel mit Calvados, Sahnesauce und Pilzen oder einfach solo und nach einem ausgiebigen Mahl, gerne auch zur Zigarre oder am Kamin mit entsprechend inspirierender Lektüre genossen.


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