Emrich-Schönleber, Halenberg Riesling Großes Gewächs 2020

12,5 Vol.% | Allergene: Sulfite |

Halenberg 2020: ein „horizontaler“ Wein vom blauen Schiefer mit einer schon fast magischen Anziehungskraft!

Emrich-Schönleber, Halenberg Riesling Großes Gewächs 2020

Halenberg 2020: „Der salzige Abgang ist das Leitmotiv“  | 96 Punkte von Robert Parker's Wine Advocate

Halenberg 2019: Unter den TOP 100 „Beste Weine des Jahres 2020“ – VINUM | 98 Punkte von STUART PIGOTT

Wenn wir den Halenberg und das Frühlingsplätzchen vor Auge haben, fällt uns das wohl berühmteste Zitat aus Goethes Faust ein: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen: Die eine hält in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dunst zu den Gefilden hoher Ahnen.“ Beide Große Gewächse sind keine Konkurrenten. Doch finden wir uns jedes Jahr im Zwist um die Vorherrschaft der beiden großen Weine des Hauses. Ein Wechselbad der Gefühle, bei dem sich je nach Tagesstimmung und Reifestadium andere Präferenzen ergeben. Das Frühlingsplätzchen ist in all seiner Beschwingtheit wohl mehr dem Transzendentalem zugeneigt, schraubt sich in himmlische Sphären empor, der kräftige Halenberg mit seiner dunklen Mineralik bleibt der Erde treu, wenngleich sein monolithisches Charisma in der Jugend wie nicht von dieser Welt erscheint.

Halenberg, das ist wahrlich ein Großes Gewächs, das den Liebhaber, hat man jemals diesen Wein im Glas gehabt, unentrinnbar in sein Gravitationsfeld zieht und nie mehr loslässt! Fasziniert das Frühlingsplätzchen von Anbeginn wie ein liebreizendes junges Geschöpf, das verträumt durchs Leben tänzelt, so erinnert der Halenberg an einen mit Bedacht ausschreitenden aristokratisch Charakterkopf. Halenberg braucht seine Zeit! Und es ist der im Halenberg dominierende blaue Schiefer (an manchen Stellen trifft man sehr schnell auf nackten Fels), der den Grundstein für die komplexe, tiefgründige Mineralität (Feuerstein!) dieses großen Rieslings legt, der enorm dicht, kompakt und konzentriert im Glase steht. Was für ein singulärer Terroirwein von einer zwar kleinen, aber zweifellos einer der besten und spannendsten Lagen Deutschlands!

Uns gefällt vor allem der direkte Vergleich beider Großen Gewächse im Jahrgang 2020, der viel über beide Lagen zu erzählen weiß: Der Halenberg ist ein horizontaler Riesling, der sich am Gaumen ausbreitet, ihn auskleidet in seiner berstenden Mineralität und Kraft. Das Frühlingsplätzchen hingegen kann in seinem Verlauf als vertikaler Wein eingestuft werden. Wie ein Pfeil zieht es sich am Gaumen entlang mit seiner zitronigen und strahlenden Frucht.

Beim Halenberg haben wir mehr Steinobst im Jahrgang 2020, allen voran Pfirsiche und saftige Nektarinen, auch etwas Pampelmusen. Vor allem aber hallt der Halenberg im Abgang noch lange und In Wellen nach, bäumt sich retronasal, wenn einmal geschluckt, noch einmal förmlich auf, wohingegen das Frühlingsplätzchen durch seinen Purismus besticht. Es ist höchst beeindruckend, wie dieser monolithische Wein wellenförmig daherkommt, immer wieder in seiner steinigen und saftigen Frucht erneut aufglüht. Die Säure ist hier wohl etwas weicher und integrierter, die Textur dafür reichhaltiger. Dabei bleibt der Riesling frisch und animierend. Keine leichte Aufgabe in einem trockenen Jahrgang wie 2020. Auch hier wird der Lerneffekt beider Parteien deutlich. Es ist auch dem Alter der Reben zuzuschreiben, dass sie die Hitze ohne Probleme überstanden.

Halenberg legt sich kraftvoll nieder, wie ein Adler, der sich auf einem Felsvorsprung mit breit ausgestreckten Flügeln niederlässt, dort einen Moment verweilt und dann zum Abflug ansetzt. Der Klassiker des Hauses ist unter allen Großen Gewächsen Deutschlands eines der begehrtesten, ein echter Blue-Chip und ein Evergreen unter den trockenen Rieslingen, den man in jedem Jahrgang blind kaufen kann. Denn dem Halenberg eilt ein legendärer Ruf voraus! Er schmeckt kühl aber nicht unreif, er hat Kraft aber keine echte Opulenz. Im Vergleich zum seidigen und intensiven Frühlingsplätzchen hebt sich der Halenberg zudem durch seine festere Textur und eine zarte Phenolik ab, die ihm noch mehr grip verleiht. Es ist der noch tiefergreifende Riesling. Besser kann kein Riesling der Welt schmecken, nur anders.

Seit vielen Jahren zählt der Halenberg zu unseren persönlichen Lieblings-Rieslingen. Eine Stil-Ikone, die uns schon vor mehr als einem Jahrzehnt zeigte, welch Potenzial in trockenen Rieslingen aus Deutschland steckt. Jahr für Jahr wandert er auch in unseren privaten Keller, um dann mit einigen Jahren der Flaschenreife getrunken zu werden. Eine kleine Anekdote: Vor wenigen Jahren präsentierte Frank Schönleber in Hamburg auf einer wahren Riesling-Fan-Veranstaltung vor hunderten Teilnehmern einige der besten gereiften Weine des Hauses, und viele Teilnehmer brachten ebenfalls Rieslingschätze mit, darunter erstaunlich viele aus dem Hause Emrich-Schönleber. Jahrgänge vom Halenberg wie 2004 oder 2008 sind innerhalb weniger Jahre echte Legenden geworden und unter Sammlern heiß begehrt. Wenn man diese Weine heute im Glas hat, weiß man auch warum. Der Halenberg zählt nach wie vor zu einem der preiswertesten Großen Gewächse, liefert er doch in jedem Jahrgang das Maximum an Qualität. Schon wieder sind wir bei den vermeintlichen Paradoxien der genialen Riesling- Unikate der Schönlebers oder auch Kellers oder auch Tim Fröhlichs, bei aller Kraft für einen aristokratischen Wein: Nichts ist laut. Nichts ist aufdringlich, aber man spürt intuitiv, da hat man etwas ganz Großes im Glas.



Genuss ab Freigabe im Herbst 2021, Höhepunkt wohl zwischen 2024 bis nach 2038.
Land: Deutschland
Region: Nahe
Weingut: Weingut Emrich-Schönleber - Kultweingut aus Monzingen
   
Inhalt: Normalflasche 0,75 l
Weinart: Weisswein
Rebsorten: Riesling
   
Verschluss: nicht spezifiziert
Bestell-Nr.: DNA040220
Alkohol: 12,5 % vol.
Restzucker: 5,4 (g/L)
Gesamtsäure: 8,2 (g/L)
   
schwefelige Säure: 33 (mg/L, frei)
schwefelige Säure: 141 (mg/L, gesamt)
Analysedatum: 00.00.00
   
Allergene: Sulfite
  
Anschrift des Winzers: Weingut Emrich-Schönleber
Soonwaldstraße 10
55569 Monzingen
Deutschland

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