
Tempier
Bandol, rosé
2024
ACHTUNG: nur noch 1 Mal verfügbar
0,75 l ・ 46,67 €/l ・ inkl. 19 % MwSt. ・ zzgl. Versandkosten
Fein ziselierte Nase, subtil und doch ungemein vielschichtig
94/100 – Vinous
93/100 – Robert Parker Wine Advocate
Die Appellation rund um das einst bedeutende Fischerdorf Bandol wartet mit einer geologischen Besonderheit auf, wie man sie sonst nur noch im Burgund oder im Priorat findet: Durch eine bei der Entstehung der Alpen entstandene geologische Anomalie – eine sogenannte Inversion der Bodenschichten – offenbart sich auf kleinstem Raum eine derart komplexe Bodenvielfalt, die für die typische Tiefe, Vielschichtigkeit und Mineralität großer Lagen verantwortlich ist. Neben kalkhaltigem Ton finden sich Kalksteine mit Sandsteincharakter – also brüchig und porös – sowie Kalkstein aus fossilen Meeresmuscheln (Rudisten). Dazu kommen Böden aus der „santonischen“ Epoche der Oberkreide sowie kalkhaltiges Sedimentgestein.
Die Vinifikation des Bandol Rosés ist dagegen fast nur noch schlichte Kellerkunst: vollständige Entrappung und ein kurzer Schalenkontakt zur leichten Extraktion von Farbe und Aromen – oder direktes Abpressen. Anschließend folgt die in der Provence übliche Kaltstabilisation durch das Absetzen des Mostes, bevor in Edelstahltanks oder Betontanks vergoren wird. Der Ausbau erfolgt dann noch über sechs bis acht Monate – in Edelstahl und großen Eichenholzfässern.
Das Ergebnis offenbart sich in einer fein ziselierten Nase. Ganz subtil und doch ungemein vielschichtig auf kleinstem Raum. Der Duft allein ist schon faszinierend: Erst feine Walderdbeeren, Mandarinen, Grapefruit und Honigmelone – dazwischen kräutrig-herb, Thai-Basilikum, Zitronenverbene und Liebstöckel – und zum Schluss ein leichter Schmelz von reifer Ananas. Wie auch beim Bandol blanc überrascht der Gaumen mit totaler Salzigkeit und Straffheit, ohne jedoch Tannine oder Adstringenz zu betonen. So frisch – und gleichzeitig so komplex. Der Abgang ist ewig lang und lässt einen dahinschwelgen: an die soeben verzehrten Muscheln und die salzige Gischt der Wellen, die an die Ufermauern schlagen.
Ich wünschte, jeder provenzalische Rosé käme mit solchem Potenzial ins Glas. Ungemein saftig – die leichte Bitterkeit im Abgang macht Lust auf mehr. Die Frucht bleibt zurückhaltend, umschmeichelt den Stein. Im Geschmack bleibt es kräutrig-herb: wieder Liebstöckel und Rosmarin. Mourvèdre zeigt sich hier als absoluter Strukturgeber – das Rückgrat eines nicht minder zu den besten Rosés der Welt zählenden Meisterwerks und Kultweins schlechthin.
Ab sofort bis sicherlich 2038+.
Zutatenverzeichnis:
Trauben, Konservierungsstoffe: Schwefeldioxid (E 220)
Chemin des Fanges 1082
83330 Le Plan du Castellet
FRANCE
Tempiers Bandol-Rosé besticht mit salziger Frische, kräutrig-herber Tiefe und eleganter Struktur. Ein charaktervoller Rosé mit großem Reifepotenzial.