Schäfer-Fröhlich, Felsenberg Riesling Großes Gewächs 2018

Allergene: Sulfite |

„Es war die richtige Entscheidung!“ – Tim Fröhlich

Schäfer-Fröhlich, Felsenberg Riesling Großes Gewächs  2018
Zu den großen Herausforderungen eines Winzers zählt auch intuitiv die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und zwar dann, wenn sie niemand anders einem abnehmen kann. Hinterher ist man immer klüger, doch wer geht den ersten Schritt aus voller Überzeugung, wenn niemand anders dies wagt? Lange hat Tim mit sich gerungen, die Lese im Felsenberg zu starten. Niemand hatte die Lage zuvor betreten, die Trauben sahen bereits gut aus, doch war der Zeitpunkt ungewöhnlich früh. Doch sein Bauchgefühl sagte ihm „wenn das zu reif wird, wird es schnell gelber.“ Also las er im Felsenberg als erster Winzer seine Trauben. Wir verkosten die Fassproben der Großen Gewächse, als Tim das Glas absetzt und erleichtert von sich gibt: „Es war die richtige Entscheidung! So früh gelesen zu haben, dadurch ist der Wein kristallin geblieben und es ist mitunter das Schlankste und Feinste, was wir bisher aus dem Felsenberg eingefahren haben.“

Im mittleren Nahetal, unterhalb des berühmten Örtchens Schlossböckelheim gelegen, (Helmut Dönnhoff und Tim Fröhlich haben über viele Jahrgänge hinweg dessen Ruhm hinaus in die weite Welt getragen!) steigt nördlich der Nahe ein 40-60% steiler, felsiger Südhang zwischen 180 und 300 m auf: der legendäre Felsenberg. Dieser Felsgürtel im Hangrücken schützt die Reben vor kalten Fallwinden und dient gleichzeitig als optimaler Sonnenspeicher. Und der leicht erwärmbare Vulkangestein-Verwitterungsboden, das Urgestein des Felsenbergs, bringt mit seinen alten Rebanlagen besonders feinnervige Rieslinge hervor, die bei aller Feinheit und Dichte eine Wahnsinns-Mineralität besitzen, welche, wie bei den teuersten Prestige-Burgundern, mit einer salzigen Komponente alle olfaktorischen Sinne betören. Tim Fröhlichs Parzelle liegt etwas näher zum Fluss und tiefer als jene der Dönnhoffs und ist auch etwas flacher. Der Felsenberg ist damit eine absolut herausfordernde Lage, denn er neigt dazu, sehr schnell hochreife Trauben abzuliefern. Die Entwicklung von perfekten Trauben zu überreifen vollzieht sich hier teilweise über Nacht und an sehr sonnigen Tagen innerhalb weniger Stunden, auch wegen der hohen Luftfeuchtigkeit, bedingt durch die Nähe zum Fluss.

Tims Felsenberg ist unter den Großen Gewächsen immer der kräftigste Riesling. Durch die rechtzeitige Lese à la point hat er 2018 einen wunderbaren Wein eingefahren, der die Frucht des Jahrgangs betont, dabei gleichwohl auf der puristischen Stilistik verweilt, ganz wie Tim sie in all seinen Weinen sucht. Bereits 2017 verjüngt er den Felsenberg, fuhr einen hochpräzisen Wein ein. 2018 verzichtete er ob des perferkt reifen Traubenmaterials bewusst auf eine Mazeration der Trauben, quetschte sie direkt an und presste sie dann nur leicht. Mit diesem Schritt gelingt es ihm, Frische beizubehalten und den Riesling in der Spur zu halten. Es ist das meisterliche Bauchgefühl, das Tim besitzt, um intuitiv in jedem Jahrgang die richtigen Schritte einzuleiten. Genau dieses Feingefühl lässt seine Weine mit der Reife um das letzte und magische Quäntchen vor anderen stehen.

Der Felsenberg duftet rauchig und wild, zeigt kaum Frucht. Er ist kraftvoller als sein Nachbar aus dem Stromberg und dem Felseneck, besitzt allerdings eine höchst charmante ungehobelte Erscheinung. Die Frische und gut integrierte Säure ziehen den Riesling über den Gaumen wie ein Flitzebogen, der gespannt wird. Mit mineralischer Brachialgewalt schiebt er sich bei aller Dichte und Intensität der Aromen stets elegant über den Gaumen. Da ist diese gebirgsbachklare Aromatik am Gaumen, mit Aromen reifer Zitronen, frischen Kräutern, sogar Wacholder und einem steinigen Einschlag, der jedem Weinnovizen eindrucksvoll veranschaulicht, was man unter Mineralität versteht. Felsenberg, das fühlt sich an wie Steine lutschen! Immer knochentrocken, nie Kompromisse eingehend, immer geradlinig und druckvoll und mit dem feinen Feuersteinaroma ausgestattet, dass dann im Finale von saftigen Pampelmusen weggeputzt wird und den Gaumen erfrischt. Das ist urwüchsige Kraft ohne Schwere, laserstrahlartig gebündelte Energie! Dunkle Vulkangesteinsaromatik, die zärtlich die Zunge ummantelt, eingebettet in einen cremigen Schmelz und innere Kraft, die diesen Weltklasseriesling zu einem Solitär in diesem Jahrgang werden lässt.

Natürlich ist der Felsenberg blutjung, wenn Sie ihn also nach Freigabe genießen möchten, so nehmen Sie sich die Zeit und beobachten ihn am besten über zwei Tage. Denn mit jeder Stunde der Belüftung kann man ihm eine neue Facette abgewinnen, die Frucht scheint dann expressiver, die Frucht wird ausgeprägter, der Felsenberg zeigt sich dann auch von seiner charmanten Seite. Doch niemals erscheint er behäbig oder unproportioniert. Noblesse oblige! Weltklasse Riesling und so in dieser Steinigkeit nur bei Schäfer-Fröhlich zu haben!

Zu genießen ab sofort (bitte gern Dekantieren, über mehrere Tage verkosten und intuitiv erfahren, wie große Rieslinge sich zu entwickeln vermögen), Höhepunkt 2021 bis 2036+
Land: Deutschland
Region: Nahe
Weingut: Weingut Schäfer-Fröhlich – Bockenau
   
Inhalt: Normalflasche 0,75 l
Weinart: Weisswein
Rebsorten: Riesling
   
Verschluss: Naturkork
Bestell-Nr.: DNA030218
   
   
Allergene: Sulfite
  
Anschrift des Winzers: Weingut Schäfer-Fröhlich
Schulstraße 6
55595 Bockenau
Deutschland

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