Fürst, Bürgstadter Berg 1. Lage Frühburgunder 2019

13,5 Vol.% | Allergene: Sulfite |

Die Fürsts sind die großen Bewahrer des Frühburgunders

Fürst, Bürgstadter Berg 1. Lage Frühburgunder 2019
Der Pinot Noir, der Spätburgunder, ist eine mutationsfreudige Sorte. Zu den vielen Verwandlungen, die er neben denen zum Pinot Gris und Pinot Blanc durchgemacht hat, gehört die zum Frühburgunder, dem Pinot Noir Précoce oder Pinot Madeleine, wie er in Frankreich genannt wird. Das muss schon vor Jahrhunderten der Fall gewesen sein, denn darauf deuten sowohl die zahlreichen mehr als 100 Synonyme hin als auch die Tatsache, dass der Frühburgunder wohl schon im Mittelalter vom Burgund aus nach Ingelheim, wo Karl der Große zeitweise residierte und Burgundersorten anpflanzen ließ, und dann auch nach Churfranken gekommen ist. Trotz der langen Tradition wäre der Frühburgunder beinahe ausgestorben. Zwar war er in den frühen 1900er-Jahren an der Ahr noch die am weitesten verbreitete Rebsorte, doch schon in den 1960ern gab es in ganz Deutschland nur noch 15 Hektar. Das lag neben einem damaligen Virenbefall vor allem auch daran, dass die früh reifende Sorte durchaus noch komplizierter ist als der Spätburgunder, weshalb sich mit ihr irgendwann kaum noch ein Winzer befassen wollte. Mittlerweile aber erlebt die Sorte eine bescheidene Renaissance, unter anderem deshalb, weil Winzer wie Paul Fürst sich ihrer angenommen haben und sie sehr wertschätzen, besonders auch deshalb, weil sie als früh reifende Burgundersorte in Zeiten des Klimawandels einige Vorteile bietet.

Trotzdem bleibt der Frühburgunder für Sebastian Fürst eine „echte Diva“. So wird es im Jahrgang keine „R“-Füllung geben, da die Parzelle derart von Verrieselung betroffen war, dass die Erträge (rund 15 Hektoliter pro Hektar) keine gesonderte Abfüllung erlaubten. Um so schöner für uns, denn die wenigen perfekten Trauben gingen hier ein. „Das war bereits 2017. Alle zwei bis drei Jahre fällt die Reserve aus, weil Frühburgunder die launigste Rebsorte ist, die wir haben.“ so Sebastian. Aus Parzellen im Bürgstadter Berg, die mit Frühburgunder bestockt sind, der im Keller ganz ähnlich ausgebaut wird wie der Spätburgunder, stammt dieser Wein. Er dufter im Vergleich zum Spätburgunder intensiver und beeriger. Vielleicht ein wenig wie Pinot Noir mit einem Schuss Syrah oder Gamay. Viel Kirschen, zarte Würznoten, Pfeffer und Brombeeren duften aus dem Glas. Zwetschgen tauchen am Gaumen auf, gesellen sich zur beerigen Note. Der Rebsorte haftet etwas ungemein Bodenständiges an und eine saftige und rassige Komponente, die mit erdigen und kräutrigen Noten unterlegt ist. Im Jahrgang 2019 zeigt sich der Lagenwein ungemein fein und extrem dicht am Spätburgunder. Im Nachhall kommt noch etwas Bittermandel auf. „In reifen Jahren wie 2018 ist der Unterschied der Rebsorten stärker, 2017 und dieses Jahr befinden wir uns ganz nah am Pinot Noir.“ Wir halten große Stücke auf unseren Gaumen, doch in einer Blindprobe serviert, hätten wir hier Pinot Noir im Glas identifiziert! Was uns an diesem Wein so fasziniert und eine alte Weisheit hervorruft: Die schönsten Dinge im Leben sind oft nicht unbedingt die Offensichtlichsten und allgemein Bekanntesten. Um so schöner, wenn man großartige Entdeckungen im Kleinen macht, so wie hier. Denn die sind es, die uns als Menschen von neuem motivieren, uns bewegen. Und wenn Wein das schafft, hat man bereits eines der schönsten Mysterien dieses noblen Kulturtrunks für sich entdeckt.

Dieser Wein bietet schon jetzt große Freude. Größtes Potenzial ab etwa 2023 bis 2032 – und länger!
Land: Deutschland
Region: Franken
Weingut: Weingut Rudolf Fürst
   
Inhalt: Normalflasche 0,75 l
Weinart: Rotwein
Rebsorten: Frühburgunder
   
Verschluss: Korken (natur)
Bestell-Nr.: DFR011019
Alkohol: 13,5 % vol.
   
   
Allergene: Sulfite
  
Anschrift des Winzers: Weingut Rudolf Fürst
Hohenlindenweg 46
63927 Bürgstadt am Main
Deutschland

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