Saarlouis, 22. Juli 2003

Charles de Batz – „Der gesündeste Wein der Welt”

Dass unser 2000er Charles de Batz der Domaine Bertoumieu aus dem Madiran über eine sensationelle Qualität verfügt, wissen Sie schon lange, schließlich ist dieses grandiose Gewächs mit einem traumhaften Preis-Genussverhältnis einer der meistverkauften Weine unseres Programms, das zudem von der renommierten französischen Fachzeitschrift, der „Revue du Vin de France”, als EINZIGER Wein des gesamten Südwestens in ihrem großen Jahrgangsreport 2000 aller Anbaugebiete Frankreichs mit einem „Coup de Coeur” („Lieblingswein” mit exzellentem Gegenwert fürs Geld) ausgezeichnet wurde, noch vor so wunderschönen Weinen wie dem Hécate von Laffont, Pascals Le Cèdre oder dem Montus! In ganz Frankreich erhielten nur 15 Weine diese höchstmögliche Auszeichnung.

Jetzt wird ihm aber noch eine ganz andere Ehre zuteil:
„Der gesündeste Wein der Welt”, sei er, meint Dr. Roger Corder vom Londoner William Harvey-Institut für Kreislaufforschung. Dieser hatte das so genannte French Paradox genauer untersucht, das 1979 zum ersten Mal in der Zeitschrift „Lancet” beschrieben wurde: Danach haben Menschen in Süd- und Südwestfrankreich seltener Herzinfarkte als Menschen in anderen Industrienationen, obwohl sie sich fettreicher und üppiger ernähren. Der französische Arzt Dr. Serge Renaud brachte das Phänomen 1992 in Zusammenhang mit dem hohen Rotweinkonsum.
Doch Dr. Roger Corder gingen die nachfolgenden widersprüchlichen Studien nicht aus dem Kopf, die dem Glas Rotwein am Abend mal eine lebensverlängernde Wirkung zusprechen und dann wieder keinen Unterschied finden zwischen Rotwein, Weißwein und Bier. Also untersuchte Dr. Corder anhand 28 völlig unterschiedlicher Weine aus unterschiedlichen Ländern, ob ein Bestandteil von Rotwein, die Polyphenole, denen man die lebensverlängernde Wirkung zuschreibt, allesamt unterschiedslos die Blutgefäße schützen.

Und Corders Experiment hatte einen eindeutigen Sieger: unseren tiefdunklen, fast schwarzen Madiran „Cuvée Charles de Batz”, hergestellt aus der Tannat-Rebe. Auch Cabernets haben in diesem Experiment gut abgeschnitten, kalifornische Weine landeten im Mittelfeld, Australier bildeten zusammen mit weißen und Rosé-Weinen die Schlusslichter im Wettstreit um die beste Schutzwirkung. Das schlechte Abschneiden der hellen Weine hatte Corder erwartet:
Polyphenolhaltig sind vor allem die Haut und die Kerne der Trauben, die nur beim Rotwein bis zum Schluss mitfermentiert werden. Die krassen Unterschiede zwischen den einzelnen Rotweinen aber waren es, die ihn elektrisierten. Seine Lösung nach vielen Gesprächen mit Winzern in aller Welt:
Die Traubensorte sei zwar wichtig, aber genauso die Verarbeitung der Trauben. Die Weine, die schlecht abgeschnitten haben, hatten meist nur Gärzeiten von vier bis fünf Tagen. In den traditionellen Weinregionen Frankreichs, und insbesondere bei den Weinen, welche die herzschützende Funktion besitzen, betragen sie aber bis zu drei Wochen. Neun bis zehn Tage sollten es mindestens sein, schätzt Corder, um die Polyphenole, auf die es ankommt, aus den Kernen heraus zu bekommen.

Corders Schlussfolgerung: Nicht Rotweine oder Polyphenole an sich schützen demnach vor Herz-Kreislauferkrankungen, sondern jene Polyphenole, die aus Trauben der Tannat- oder Cabernet Sauvignon-Rebe nach längerer Gärung freigesetzt werden. Die Tannat-Traube sei der Cabernet-Sauvignon-Traube (und damit natürlich auch der Malbec-Traube aus dem Cahors) verwandt, doch noch viel reicher an Polyphenolen.
Die optimale herzschützende Wirkung finde man in Südwestfrankreich, genau in jenen Regionen, in denen das French Paradox ursprünglich beschrieben wurde.

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506500 Berthoumieu Cuvée „Charles Batz“, rouge 2000 11,80 Euro

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