Bouissiere
Vacqueyras, rouge
2023
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Vacqueyras mit Lieblingsweinpotenzial: Charme, viel Kraft und noch mehr Eleganz!
Wer an die Süd-Rhône denkt, hat bis heute meist Châteauneuf-du-Pape vor Augen. Dabei findet man in Vacqueyras und Gigondas, also in den beiden anderen Orten, die zu den bedeutendsten Village Crus der Region gehören, eine viel konsistentere Qualität. Die Anbaugebiete sind kleiner, die Böden homogener, und es gibt dort ebenso hervorragende Winzer wie beispielsweise Gilles und Thierry Faravel. Beheimatet sind sie in Gigondas. Doch wenn man einmal um die Dentelles de Montmirail – jenem Höhenzug, der auch auf den Etiketten der Domaine abgebildet ist – herumfährt, befindet man sich schon in Vacqueyras.
Obwohl der Weinberg der Faravels nur „einen Krähenflug entfernt liegt“, wie Thierry Faravel es umschreibt, ist das Terroir ein anderes. In Vacqueyras bestehen die Terrassen der Weinberge aus Schwemmland, das der Fluss Ouvèze, aber auch urzeitliche Gletscher hinterlassen haben. Die Parzellen, die Gilles und Thierry dort nutzen, stammen von Gilles’ Frau, die sie 2001 von ihrem Vater geerbt hat. Die Grenache ist mittlerweile 62 Jahre alt, der Syrah 18 Jahre und der Mourvèdre 29 Jahre. Die Hänge von Vacqueyras sind sanfter als jene von Gigondas, und die Weinberge sind weniger parzelliert und entsprechend größer. Außerdem sind sie stärker der Mittagssonne ausgesetzt, was den Weinen einen wärmeren Charakter verleiht. Neben dem Schwemmlandmaterial finden sich Sand und Lehm sowie in den oberen Bereichen auch die für die Süd-Rhône und vor allem für Châteauneuf-du-Pape so bekannten „galets roulés“, diese großen runden Quarzkiesel. Die Reben stehen in zwei Weinbergen, die Gilles biologisch-organisch, doch leider immer noch ohne Zertifikation bewirtschaftet. Trotzdem schwört er Stein und Bein, dass dort außer Schwefel, ein wenig Kupfer und einigen biodynamischen Präparaten nichts zusätzlich in die Weinberge kommt, und das sieht man ihnen auch an. Die Weine aus dem Weinberg La Ponche sind immer reif, dicht und warm, da die Böden hier reich an Lehm sind. Im Gegensatz dazu zeigt sich der höher gelegene Weinberg Bel Air finessenreicher, die Grenache ist heller, erdbeeriger und mediterraner, der Syrah duftiger und präziser. Für Thierry ist ihr „Vacqueyras“ ein rustikaler, erdiger und ehrlicher Wein, der gezähmt werden muss – auch durch Zeit –, um ihm seine Finesse und Eleganz zu entlocken.
Um einen perfekten Ausdruck des Terroirs zu erzielen, nutzt Thierry um die 45 % Grenache neben mittlerweile rund 45 % Syrah und etwa 10 % Mourvèdre. Damit unterscheidet sich diese Cuvée von den Gigondas, weil der Süße und Tiefe, dem Volumen und der Dichte der Vacqueyras-Grenache noch mehr Struktur entgegengestellt wird. Das macht Thierry mittlerweile in Perfektion. Die Trauben wurden von Hand gelesen sowie sortiert, und es folgte eine kühle Vorvergärung bei 13 °C. Thierry verwendet meist 30 % Ganztrauben mit Rappen. Er lässt den Wein mit 30 Tagen recht lange vergären, setzt aber nicht auf zu viel Extraktion. Nach der Gärung reifen die Weine zu 35 % in Betoneiern und zu 65 % in Barriques und demi-muids mit Viert- bis Zehntbelegung. Die Weine reifen dann auf der Feinhefe und werden nicht abgestochen, um ein Maximum an CO2 zu erhalten, damit später nur ein Minimum an Schwefel hinzugefügt werden muss. Auch sonst wird nicht gepumpt, sondern nur per Schwerkraft bewegt, nicht geschönt und nicht filtriert.
Was hier Jahr für Jahr entsteht, ist ein klarer, unverfälschter und charaktervoller Ausdruck von Vacqueyras. Dieser Terroirwein bietet Sinnlichkeit und Charme, Reife und Opulenz, Klarheit und Frische, Würze und Struktur.
Schon jetzt (mit viel Luft), idealerweise 5 Jahre nach Füllung, Potenzial für 10 weitere Jahre.
Rue du Portail
84190 Gigondas
FRANCE