

Pataille
Marsannay „Clos du Roy“, rouge
2022
Lieferbar
0,75 l ・ 103,33 €/l ・ inkl. 19 % MwSt. ・ zzgl. Versandkosten
Ein Wein mit Geschichte, Seele, Tiefe und Sinnlichkeit
95/100 – Decanter
92–94/100 – Vinous
Selbst wenn Sie mit den Weinen von Sylvain Pataille nicht sonderlich vertraut sein sollten, haben Sie vielleicht schon mal den Namen „Clos du Roy“ vernommen. Er ist wohl das bekannteste climat in Marsannay. Die Lage heißt natürlich nicht zufällig so. Der Clos, also der ummauerte Weinberg, war seit 1238 im Besitz der Erzherzöge von Burgund. Nach der Niederlage Karls des Kühnen bei Nancy und der anschließenden Angliederung seiner Ländereien an das Königreich Frankreich wurde der Weinberg 1477 in Clos du Roy umbenannt, da er von da an dem König gehörte. Der Weinberg liegt in der Gemeinde Chenôve, wurde aber 1987 in die Appellation Marsannay aufgenommen. Lange Zeit war er der nördlichste Weinberg der AOP, bis 2019 auch der benachbarte Le Chapitre integriert wurde. Beide Weinberge profitieren von einem leicht rötlichen, eisenhaltigen und kiesigen Boden, der grèzes litée genannt wird, der auf einem Untergrund aus weißem Oolith-Kalkstein im oberen Teil des Hangs und rotem sandigem Mergel im unteren Teil zu finden ist. Der untere Teil des Hanges besteht aus altem Schwemmland des ehemaligen Flussbettes der Ouche. Die 2,25 Hektar, die Sylvain Pataille auf 270 Metern Höhe besitzt, wurden 1952, 1965, 1978 bestockt und zwischen 2001 und 2006 nachgepflanzt.
Nach der Lese von Hand lässt Pataille den Most spontan gären, mit einer Zugabe von etwa 50 % ganzer Trauben. Die Gärung dauert lange und gleicht eher einer Infusion. Starke Extraktionen oder Umpumpen sind seine Sache nicht. Nach der Fermentation ist der „Clos du Roy“ der einzige Wein, der zwei Jahre im Fass bleibt. Allerdings beträgt der Neuholzanteil, wie bei den anderen Lagen-Pinots auch, nur 15 %. Dem Wein wird nichts entzogen und nichts hinzugefügt, außer ein wenig Schwefel nach etwa einem Jahr Reifezeit, um dem Pinot Noir die nötige Stabilität für lange Reisen zu geben.
Der „Clos du Roy“ ist ein Burgunder, der fesselt, glücklich macht und die Seele berührt. Es ist die Harmonie, das Yin und Yang dieses Weines, der reif und doch zart wirkt. Er hat Komplexität, ist aber ganz auf das sinnliche Fühlen ausgerichtet. Der Wein duftet nach Himbeeren und Brombeeren, etwas Cassis, Kirschen und auch Schlehen in Verbindung mit tintigen Noten, etwas Salz, Rauch und ein wenig Flint, Unterholz und Gestein. Die Textur ist fein, dicht und konzentriert mit reichlich feinkörnigen bis seidigen Tanninen und einer guten Portion Frische und tiefer Mineralität. Dabei besitzt der „Clos du Roy“, wie alle Pinots von Pataille, eine erdverbundene Komponente und eine zum Himmel strebende, beschwingte Seite. Yin und Yang eben … Es ist ein Wein mit Spannung, mit Transparenz, mit Leben und mit Sinnlichkeit, aber auch mit Kraft und Festigkeit, die dafür spricht, dem Wein erst einmal ein paar Jahre im Keller zu gönnen. Denn aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass er dann einfach noch mal so viel besser wird. Und es gibt ja genügend andere Weine von Sylvain, die jetzt schon großen Spaß machen und die man derweil genießen kann.
Ab 2028 und sicher bis 2042+ mit großem Genuss zu trinken.
Rue Neuve 14
21160 Marsannay-la-Côte
FRANCE
Sylvain Patailles „Clos du Roy“ stammt aus dem vielleicht besten Weinberg der AOP Marsannay. Ein Wein, dessen Climat Cru-Status verdient hätte.