Saarlouis, im Oktober 2005

PINwand N° 105


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

sie finden heute in einer unserer spannendsten Pinwände des Jahres die neuen Weine absoluter Pinard-Klassiker: Werner Schönleber (Nahe), Pierre Clavel und Roc d’Anglade aus dem Languedoc, Château Lamartine (Cahors), Saint Cosme (Gigondas), Mauro, Aalto, San Roman (Spanien) und Morgante (Sizilien, ein Gläserregen im Gambero Rosso) begeistern mit Alltagsweinen wie absoluten Weltklassegewächsen.

Aus Deutschland präsentieren wir Ihnen zudem unsere spektakuläre Neuaufnahme: Das Weingut Ökonomierat Rebholz aus Siebeldingen in der Pfalz gehört zur kleinen Elite der absoluten deutschen Weltklassegüter!


Der besondere TV-Tipp: Vinum-TV ist DIE neue Fernsehsendung zum Thema Wein und wird ab sofort wöchentlich auf dem privaten Nachrichtensender n-tv gesendet. In der ersten Folge am Sonntag, dem 16. Oktober 2005, um 15.30 Uhr, besucht der legendäre Starjournalist des ZDF, Ulrich Kienzle, den Saarwinzer Roman Niewodniczanski (Van Volxem) und widmet sich der Region Châteauneuf-du-Pape, wo unter anderem unsere Domaine Vieille Julienne vorgestellt wird. Alle Folgen werden jeweils in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (02.10 Uhr) und samstags (21.30 Uhr) wiederholt.


VINUM feiert die Großen Gewächse von Keller und Diel - übt aber auch deutliche Kritik an vielen drittklassigen Gewächsen! Hier Knolls Favoriten des Jahrgangs:

Platz 1:

952004 Keller, Dalsheimer Hubacker, Riesling Großes Gewächs trocken 2004 28,50 Euro
Ein gewaltiger Wein, Würze, Konzentration, geballte, rassige Frucht, ein enormer Nuancenreichtum; in der Nähe der Perfektion. 2006 bis 2015. Leider nur noch Einzelflaschenabgabe möglich!



Platz 2:

932604 Diel, Dorsheimer Burgberg Großes Gewächs Riesling, trocken 2004 27,50 Euro
Herrlicher Grapefruitduft; enormer Schmelz, rassig, elegant, ungemein facettenreich. 2006 bis 2015.



Außerdem sind folgende Weine, die kurzfzeitig vergriffen waren wieder lieferbar:

732203 Heinrich, Zweigelt 2003 10,50 Euro

Heinrich, Zweigelt



732303 Heinrich, Blaufränkisch 2003 10,50 Euro

Heinrich, Blaufränkisch



Zwei herausragende Weine aus dem großen burgenländischen Jahrgang 2003 von „Österreichs Winzer des Jahres 2000” (Falstaff).


506502 Berthoumieu, Cuvée Charles de Batz 2002 11,90 Euro
„Der gesündeste Wein der Welt” (Deutsche Ärztezeitung)



935203 Dönnhoff, Weißburgunder Spätlese trocken 2003 13,50 Euro
Phantastischer Essensbegleiter vom Gentleman unter den deutschen Weltklassewinzern: „Weine und Weinmacher sind Legende, geradezu ein nationales Erbe” (GAULT MILLAU)!



Zudem wieder lieferbar ist Dönnhoffs traumhafter

930104 Dönnhoff, Oberhäuser Leistenberg, Riesling Kabinett trocken 2004 11,95 Euro



Zum Schluss noch zwei sensationelle Angebote:
Ein herrlicher Rosé von Châteauneuf-du-Pape’s Superstar Jean-Paul Daumen:

80016 Vieille Julienne, VdP Principauté d’Orange Les Fiefs, rosé 12 für 10 2004 9 l, statt 78,00 nur 65,00 Euro

12 Flaschen zum Preis von 10!


Und einer der absoluten Renner unseres Programms:

80116 Die Preissensation aus Spanien: Bodega Olivares 2004 9 l, statt 70,80 nur 62,00 Euro

Welch Schnäppchenpreis für einen traumhaft leckeren Rotwein mit 90 Parkerpunkten!


FRANKREICH

Château Lamartine - Cahors

„Schade, dass man Wein nicht streicheln kann”, Kurt Tucholsky

„Ohne Zweifel macht Alain Gayraud die Pinot Noir aus Cahors”, so charakterisiert Frankreichs Winzerstar Pascal Verhaeghe (Domaine du Cèdre) voller Stolz die stilistisch höchst eigenständigen Weine seines mittlerweile in Insiderkreisen höchst angesehenen Freundes. Sie sind subtil und delikat, tief und dicht, vollkommen harmonisch und von einer raren Eleganz und Finesse — fürwahr Cahors’sche Crus. Die Weinberge, insgesamt 30 Hektar, liegen in idealer süd-südwestlicher Exposition auf der zweiten und dritten Terrasse hoch über dem Tal des malerischen Flüsschens Lot. Die kargen, gut drainierten Böden sind stark kalkhaltig wie im Burgund, hohe Eisenanteile sorgen für Komplexität und feine Würze im fertigen Wein. Zudem liegt Château Lamartine am äußersten westlichen Punkt der Appellation Cahors und verfügt somit über ein einzigartiges Mikroklima, welches neben südlichen Einflüssen auch vom Atlantik — ähnlich dem Bordelais — geprägt wird. So ertragen die sehr tief wurzelnden Reben auch heiße Sommer ohne Trockenstress.
In unserem aktuellen Katalog finden Sie ab Seite 225 die ungemein spannende Story zur Historie des Cahors als großer Konkurrent des Bordelais und zur Entwicklung der großartigen Domaine Lamartine zum Spitzengut dieser grandiosen Region.

Zum Jahrgang 2003: Dieser wird in die Geschichte von Cahors eingehen mit einem einzigartigen Sommer — selbst ältere Winzer erinnern sich an keinen vergleichbaren Jahrgang: Sehr geringe Niederschläge (welch Vorteil für Weinberge mit alten Rebstöcken und tief ins Erdreich reichenden Wurzeln!) und Rekordmarken für die Sonneneinstrahlung ergaben höchst konzentrierte Weine aus unglaublich niedrigen Erträgen. Und dennoch sind die phantastischen Weine der Bilderbuch-Domaine Lamartine keine Konzentrationsmonster! Denn die seit Jahren praktizierte vorbildliche Bodenarbeit und der Verzicht auf jeglichen Einsatz chemischer Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel führten zu „lebenden Böden” mit hoher Wasserhaltekraft. So zeigen die Beeren ihre unnachahmliche Frische, ihre Eleganz, ihre duftige Frucht und ihre unvergleichlich burgundische Finesse. Alles Attribute großer Weine generell — und der Cahors von Lamartine insbesondere, die über ein wunderbares Gleichgewicht aller Komponenten verfügen und perfekt ausbalanciert sind. Das ist das entscheidende Signum für ein großes Reifepotenzial, nicht eine bis an die Schmerzgrenze vorangetriebene Konzentration. Und so bieten die „Saftprotze” von Lamartine nach etwa acht bis 20 Jahren, größten Bordelaiser Gewächsen ähnlich, ein äußerst attraktives Trinkvergnügen!


508103 Château Lamartine, rouge 2003 8,80 Euro
Bereits dieser zu einem Drittel in gebrauchten Barriques ausgebaute Alltagswein aus streng selektierten Malbec- und Merlottrauben besticht durch seine klare, feingliedrige Struktur und seine traumhafte Aromatik. Ein intensives Bukett von kleinen roten und schwarzen Beeren, zart mineralisch unterlegt, mit Anklängen an Amarena-Kirsche, Cassis und Feigen schmeichelt der Nase. Im Mund saftig, komplex und dicht, gleichzeitig von betörender Weichheit und schmelziger, feingliedriger Struktur, finessenreich und charaktervoll.
Das Tannin ist feinkörnig, und im animierenden Nachhall, der von einer ausgeprägten Kirschnote und einer fein durchwobenen Würze dominiert wird, geht die Frucht noch einmal so richtig aus sich heraus und klingt mineralisch aus.
Welch ungewöhnlich langes Entwicklungs- und Reifepotential für einen Wein in dieser so genussfreundlichen Preisklasse!
Wegen seiner cremigen und geschmeidigen Tannine und seiner spielerischen Eleganz wohl schon ab Beginn des kommenden Frühlings bestens zu genießen (Dekantieren empfehlenswert), Höhepunkt frühestens Ende 2006 bis mindestens 2012.



508203 Lamartine, Cuvée Particulière, rouge 2003 11,80 Euro
„Niemals zuvor war die ,Cuvée Particulière’ in ihrer Reife, ihrer Konzentration und in der Finesse ihrer Tannine qualitativ so dicht bei der Cuvée Expression wie in 2003”, jubelt begeistert die „Bibel” der französischen Weinkritik, das „Classement 2005” und zeichnet diesen großartigen Wein mit für seine Preisklasse ungewöhnlich hohen 8/10 Punkten („trés bon vin”) aus.
In der Farbe tiefschwarz, mit ganz leichten violetten Aufhellungen zum Rand. Bereits bei meiner ersten Fassprobe umschmeichelten sehr komplexe, feinst ziselierte Aromen die Nase: Noten von kleinen süßen Waldfrüchten, eingelegte Schattenmorellen, Cassis, kandierte Feigen, süßes Früchtebrot, Pfeffer, Tabakkiste, Zedernholz, ein Hauch von Gewürzanklängen, ein wenig Minze und feine Raucharomen. Dieses gesamte faszinierende Spektrum findet sich auch im Mund wieder, mit Anklängen an Brotkruste und feine Kräuter.
Erstklassige Struktur, großartige Fruchtdichte mit burgundischer Eleganz und Finesse, ein großer Terroirwein des Cahors! Die 1988 erstmals vinifizierte „Cuvée Particulière” ist ein Ausbund an Kraft, Konzentration und Feinheit gleichermaßen.
Das Potenzial dieses in gebrauchten und neuen Barriques ausgebauten Weins (90 % Malbec, 10 % Tannat) ist enorm. Dessen konnte ich mich bei meinem letzten Besuch vergewissern, als mich Alain den 1990er probieren ließ, einen durch sein edles Rosenparfum und Aromen von kleinen Griotte-Kirschen zutiefst beeindruckenden Wein.
Die dezente Süße in den ungemein weichen, seidenen, cremigen Tanninen wird belebt durch mineralische Frische und einen stringenten Säurenerv — ein großer Wein, Charakter pur, zum mehr als fairen Preis!
In seiner Preisklasse von beispielloser Qualität, ,nüchtern’ bewertete 91+ Punkte, doch gefühlt-geschmeckte’ 94!
Unbedingt zwei, drei Stunden vor dem Trinken dekantieren, dann können Sie diesen großen Wein bereits jetzt zu dunklen Fleischgerichten genießen; seine wahre Größe zeigt sich jedoch erst in drei bis vier Jahren bis weit nach 2015, wenn der mächtige Tanninkern abgeschmolzen und die Säure perfekt integriert sein wird.



508303 Lamartine, Expression, rouge 2003 25,90 Euro
„Schade, dass man Wein nicht streicheln kann”, seufzte dereinst Kurt Tucholsky nach dem Genuss eines wahrhaft großen Gewächses. An diese Worte des genialen deutschen Schriftstellers fühle ich mich beim Degustieren dieses charismatischen Weines stets erinnert. Dieser ausschließlich in neuen Barriques ausgebaute reinsortige Malbec ist nicht nur einer der großen Klassiker der Region, er wird schlicht als der „größte unter allen verkosteten Weinen des französischen Südwestens” angesehen, so die Eloge der „Revue du Vin de France” bereits über den 99er, der, obschon ein großer Jahrgang, vom 2003er noch, ja, ich muss es so deutlich formulieren, klar übertroffen wird.
Ein ungemein sinnlicher Wein zum Verlieben, zu einem Preis, der angesichts der großartigen Qualität kaum nachvollziehbar ist. Erwarten Sie jedoch bei dieser Spitzencuvée keinen hyperkonzentrierten Monsterwein, im Gegenteil: Sie genießen zwar einen im Kern tiefschwarzen Wein mit violetten Reflexen und einem kardinalsroten, irisierenden Rand, doch mit einer — bei aller Dichte und Konzentration — schwebenden Leichtigkeit, mit traumhaft seidenen, kühlen Tanninen und einer unvergleichlichen Finesse und Eleganz.
In der Nase eine betörende, komplexe, tiefgründige Aromenintensität: eingelegte Schattenmorellen, Cassis, Wacholder, Lavendel, Veilchen, Unterholz, geräuchertes Fleisch und schmelzige Schokolade, feinst unterlegt mit einem delikaten, kaum wahrnehmbaren vanilleartigen Holzton und rauchigen Noten. Am Gaumen präsentiert sich dieser spektakulär schöne Wein extrem saftig, dicht, cremig, mineralisch und glycerinreich. Von enormer Faszination! Die kühle, beerige Frucht mit ihrer zarten Kirscharomatik und den feinen Gewürznoten zeigt Finesse pur, Finesse und noch einmal Finesse.

Dieser feinst balancierte Riese von Wein steht idealtypisch für eine neue Dimension Cahors’scher Spitzencuvées mit einer phantastischen Säurestruktur und einer außergewöhnlichen Expressivität; „ultrafein” in den rassigen, extrem weichen, seidenen Gerbstoffen, ungemein geschliffen, harmonisch, noch klassischer, edler, distinguierter als seine schon herausragenden Vorgänger. Ein Wein, der niemals satt macht, stattdessen Verführung pur zum Weitertrinken. Trotz Anklängen auch an die Frische großer Bordelaiser Gewächse stilistisch zweifellos DER Burgunder unter allen südwestfranzösischen Weinen mit einem immens langen, traumhaft mineralischen und frischen Nachhall, den man so schnell nicht wieder vergisst.

Übrigens: Christina Göbel, im aktuellen Gault Millau 2005 als Sommelier des Jahres geehrt, schwärmt von diesem „verführerischen Wein als perfekte Ergänzung für intensive Wildgerichte mit fruchtig süßlichen Einschlägen. Da dieser große Cahors aber trotz seiner Opulenz über eine prononcierte Tannin- und Säurestruktur und einen für diese Kategorie moderaten Alkoholgehalt verfügt, bereitet er Liebhabern großer französischer Rotweine ein harmonisches und zugleich spannendes Geschmackserlebnis“.

Eine persönliche Anmerkung: Alains Spitzenwein ist ein wahrer Grand Cru aus Cahors. „Cuvée Expression”, der Name kommt nicht von ungefähr: Es ist der vollkommene Ausdruck (Expression!) der Malbec-Traube und eines besonderen Terroirs. „Ein Kriegsgefangener pflanzte 1943 auf einer drei Hektar großen Parzelle Malbec-Stöcke, diese haben wie durch ein Wunder den verheerenden, mehrwöchigen harten Frost von 1956 überlebt, dem damals 99 Prozent aller Anpflanzungen im Cahors zum Opfer fielen,” erzählt Alain voller Stolz. Diese wertvollen Trauben von alten Rebstöcken besten genetischen Ursprungs liefern die Basis für den komplett in neuen Barriques ausgebauten reinsortigen Malbec, einen der großen Klassiker der Region, den ich Ihnen ganz besonders anempfehlen möchte. Ein Riese von Wein, aristokratisch und nobel, mit einer großen Zukunft. Der delikate, vanilleartige Holzton ist nur dezent zu spüren, weswegen Alain des öfteren gar angefochten wird. „Gerade erst kürzlich warf mir ein Önologe aus der Region vor, dass meine Weine zu wenig Holz hätten, um hoch bepunktet zu werden. Doch ich möchte Weine machen, die man immer trinken kann. Das ist der Wein eines Winzers, nicht der eines Önologen.”
Für die führende französische Weinzeitschrift „Revue du Vin de France” — sie widmete den südwestfranzösischen Weinen ein großes, euphorisches Special unter dem Titel „ Das große Erwachen im Südwesten” — war bereits der 99er schlicht der „größte unter allen verkosteten Weinen” und sie setzt daher konsequent „Château Lamartine” mit ihren Terroirweinen erster Güte und ihrem begnadeten, so ganz und gar „unmodern” scheinenden Winzer an die Spitze der Appellation Cahors! Gleich euphorisch urteilt die „Bibel” der französischen Weinkritik, das „Classement 2005” und bezeichnet die 03er Cuvée als einen Wein mit „den schönsten Versprechungen” und vergibt die rare Weltklassebewertung von 9/10 Punkten!
Zu genießen aus einem großen (Burgunder-) Glas ab sofort, insbesondere nach mehrstündigem Dekantieren. Dieser emotional tief berührende Wein wird sich eventuell noch einmal gänzlich verschließen, was zurzeit jedoch sehr schwierig einzuschätzen ist, Höhepunkt voraussichtlich 2008/9 bis nach 2025.



Domaine Pierre Clavel - Coteaux du Languedoc

Kaum ein Winzer aus dem Languedoc hat in den letzten Jahren für so viel Furore unter den Weinliebhabern und in der internationalen Fachpresse gesorgt wie unser Freund Pierre Clavel. Zu gigantisch sind die Qualitäten seiner Weine, zu unverschämt niedrig die verlangten Preise, eine phantastische Genuss-Relation, die sowohl Kritiker als auch Liebhaber ins Schwärmen geraten lassen. Pierre ist aber nicht nur ein begnadeter Winzer, sein verschmitztes, schelmisches Lächeln, seine permanent gute Laune und ansteckende Fröhlichkeit machen ihn zu einem Sympathieträger par excellence — bei Winzerkollegen, Händlern und Weinliebhabern gleichermaßen. Seit Jahren gehören seine Gewächse zu den beliebtesten Weinen unseres Programms und sind den meisten von Ihnen bestens bekannt. Ohne Zweifel, Pierre hat längst Kultstatus in seiner zahlreichen Fangemeinde erreicht!


311304 Pierre Clavel, „Le Mas”, Coteaux du Languedoc rouge 2004 6,50 Euro
Der neue Jahrgang unseres meistverkauften Rotweines aus dem Languedoc fasziniert vom ersten Schluck an. Was ist das nur für ein faszinierender Trinkspaß für jeden Tag! Eine, ich muss das Wort gerade auch bei einem Wein dieser Preisklasse gebrauchen, geniale Cuvée aus reifen Carignantrauben, dazu leckerer Grenache und erstklassiger Syrah.
Die Stilistik betört mit einer geradezu unverschämt subtilen, delikaten, raffinierten Aromatik wie sie burgundisch inspirierte Weine aus Châteauneuf-du-Pape und Umgebung aufweisen: einer frischen, beerigen, ungemein animierenden Frucht mit zart kräuterwürzigen Anklängen und saftigen, schmeichlerischen, fast fließenden Gerbstoffen; in 2004 ist der rote „Le Mas” so konzentriert und dicht wie sein großartiger Vorgänger, dabei jedoch noch frischer und mineralischer, und, wie immer, ein Ausbund an Terroir!
In seiner so genussfreundlichen Preisklasse ein nur schwerlich zu übertreffender Leckerbissen, was auch Joel Payne in seiner großen Languedoc-Reportage in „Alles über Wein” konstatiert, indem er einen Jahrgangsvorgänger dieses herrlichen Alltagsweins zu den besten Schnäppchen des Languedoc zählt. Unbedingt probieren!
In den Jahrgängen 2003/4 ist die Qualität so überragend, dass dieser sagenhaft günstige Alltagswein (von unserem Freund Pierre liebevoll „Cuvée Gourmande” genannt) selbst mit so manch wesentlich teurerem Châteauneuf-du-Pape konkurrieren kann. Zu einer ähnlich euphorischen Bewertung kommt VINUM bei einer Selektion von 50 Weinen des Languedoc-Roussillon: Für seine so konsumentenfreundliche Preisklasse wurden dem 03er herausragende 15,5/20 Punkten vergeben, die gleiche Beurteilung, die dem vielfach teureren Prestigewein Mas de Daumas Gassac zuerkannt worden ist!
Zu genießen ab sofort bis mindestens 2009, Höhepunkt ab Spätherbst 2006.



Wieder eingetroffen sind zudem die definitiv letzten Paletten des sich bereits in seiner vollen Trinkreife befindenden 03ers „Le Mas” sowie die beliebteste Cuvée Pierres, der großartige „Les Garrigues”, und die legendäre Spitzencuvée „Copa Santa”. Alle drei Rotweine aus 03 gehören zu den absoluten Favoriten unserer Kunden, vinifiziert von einem der begnadetsten Winzer Frankreich, der nie den Boden unter den Füßen verloren hat und sich auch nach Jahren größter Erfolge als Mensch und ausgesprochen sympathischer Querkopf nicht verändert hat. Bravo, Pierre!

311303 Pierre Clavel, „Le Mas”, Coteaux du Languedoc rouge 2003 6,50 Euro

Pierre Clavel, „Le Mas”, Coteaux du Languedoc rouge



311103 Pierre Clavel, Les Garrigues, rouge 2003 7,90 Euro



311203 Pierre Clavel, La Copa Santa, rouge 2003 13,80 Euro



Roc d’Anglade

Remy Pedreno ist ein Winzergenius, dessen Name unter Kennern südfranzösischer Weine weltweit einen magischen Klang hat, katapultierte er sich doch mit seinem 2001er Jahrgang in die Top Ten der absoluten Spitzenwinzer des französischen Südens. Dabei produziert er stilistisch höchst eigenständige Rotweine, die selbst langjährige Beobachter der Szene in ehrfürchtiges Schwärmen versetzen — angesichts ihres unverwechselbaren, singulären Charakters. Spannend ist auch der Werdegang des Autodidakten Remy: Früher war er Informatikingenieur — aber auch schon damals ein begeisterter Weinliebhaber. Eines Tages verlor er die Lust am alten Job, der Weinvirus hatte ihn infiziert, und er besuchte große Winzer an der Rhône und im Burgund — um zu lernen. Spektakulär dann die Anfangserfolge des Weinverrückten auf einer gepachteten Parzelle in der Nähe von St. Gilles inmitten der Camargue. Aus der Edelrebe Syrah vinifizierte er nach seinen ureigenen Vorstellungen einen unter Kennern heiß begehrten Wein, in leider homöopathischer Dosis: den legendären, ja sagenumwobenen „Cos de la Belle”, der durch seine für die Costières de Nîmes noch nie zuvor erlebte Komplexität und Eleganz zur Referenzgröße wurde und Erinnerungen wach rief an die größten Syrah der nördlichen Rhône! Leider hatten nur wenige Liebhaber jemals das Glück, diesen Wein zu verkosten, zu winzig die Menge, zu gesucht diese Pretiose.

Doch Remy Pedreno sann auf Abhilfe. Mit wachem Auge für das beste Terroir der Region kaufte er in den letzten Jahren verwahrloste Lagen in der Nähe von Nîmes von spektakulärem Potential: nur eine knappe Bodenschicht von 60 Zentimeter Tiefe bedeckt den darunter liegenden nackten Fels. Diese neuen, alten Crus des Südens regenerierte er mühsam und stellte auf biodynamischen Anbau um. Sein 1999er Jahrgang, unter provisorischen Bedingungen in einem alten Keller der Eltern vinifiziert und unter der neuen Firmierung Roc d’Anglade vermarktet, ließ bereits wieder aufhorchen, war aber noch nicht der ganz große Wurf. Mit dem dann fertig gestellten eigenen modernen Weinkeller, und somit unter optimalen Voraussetzungen, brachte Remy den 2000er aus großem Jahr auf den Markt. Und dieser wies nun die Richtung: Seither gehören diese charaktervollen Gewächse, die weder geschönt noch filtriert sind, zur neuen Generation von großen autochthonen Weinen aus dem Languedoc! Ihre begnadeten Macher sind visionäre Winzer wie Remy, Alain Chabanon (Font Caude), Didier Barral oder Laurent Vaillé (Grange des Pères). Ihre eleganten, finessenreichen Weine von den besten Weinbergen der Region interpretieren die Typizität ihres Terroirs und ihrer Reben mit Samt und Seide, sie zeigen die sprichwörtliche Eisenfaust im Samthandschuh — dahinter steht aber harte, handwerkliche Arbeit und biologischer Anbau, penible Selektion und die Frucht niedriger Erträge. Nur so fließt, Summa Summarum, originärer, unverwechselbar Charakter ins Glas, nur so löst bereits das Hineinschnuppern wohlige Emotionen aus.

Denn Sie als langjährige Kunden von Pinard wissen: Trotz des durchaus auf breiter Front zu konstatierenden Qualitätsanstiegs im Languedoc (im Vergleich zu den vor 20 Jahren produzierten Weinen) sind doch viele Winzer in ihrer Entwicklung stehen geblieben. Sie vinifizieren oftmals irgendwie gleich schmeckende, ermüdend uniforme „Garrigueweine” des französischen Südens. Die Weine von Spitzenwinzern wie Remy Pedreno wirken dagegen elegant, finessenreich, komplex und nobel! Sie besitzen eine deutlich kühlere, cremigere Tanninstruktur als Pendant zur feurigen, aber ziselierten Frucht und brillieren mit einer subtilen, originären Aromenvielfalt, die ihresgleichen sucht — und letztlich unverkennbarem Terroir-Charakter. Trotzdem kann man diese neuen Crus des Languedoc wegen ihrer komplexen und zugleich subtilen Aromatik, ihrer Frische und ihrer enorm seidenen Gerbstoffen mit großen Weinen von der Côte Rôtie, aus Châteauneuf-du-Pape oder erstklassigen Bordelaiser Gewächsen vergleichen — nur der Preis ist noch wesentlich günstiger als bei den Roten aus den prestigeträchtigen Renommierregionen. Zu dieser kleinen Elite der herausragenden individuellen Weine des Languedoc voller Frische, Finesse und Charakter gehören die heute präsentierten großen Gewächse von Remy Pedreno — sehr rare, weltweit gesuchte Weine auf absolutem Weltklasseniveau!

Eine persönliche Anmerkung: Remy gehört zu jenem Glücksfall von Menschen, die weit über den Tellerrand ihres engen Fachgebietes hinaus blicken und die wahrlich Charisma besitzen. Als wir zu den Fassproben des 03er Jahrgangs in seinem Keller saßen und er mir von den Wandlungen und (Um-)Brüchen seines Lebens erzählte, schoss mir eine vor vielen Jahren gehörte philosophische Abhandlung des österreichischen Liedermachers Georg Danzer über das Wesen der Zeit in den Kopf: „Es war einmal ein Mann, der wollte die Zeit anhalten. So ging er auf den Hügel vor der Stadt und rief: ‘Zeit, steh still.’ Da kam ein Ritter des Weges und sprach: ‘Wenn dies dein Wunsch ist, so sei er dir erfüllt.’ Er zog seinen Degen und stach ihn dem Mann in die Brust. Zu dem Toten sagte er dann: ‘Es gibt nur eine Zeit; Deine Zeit. Und ihr Wesen ist Wandlung. Und wer die Veränderung nicht will, der will auch nicht das Leben’”.


351103 Roc d’Anglade, VdP du Gard, rouge 2003 29,00 Euro
Welch faszinierender Wein, der bei unseren Verkostungen in Saarlouis unsere Kunden immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinreißt! Zunächst betört eine ungewöhnlich ausdrucksstarke, expressive, extrem vielschichtige, geradezu überwältigende Nase. Man erschnuppert Aromen von roten Früchten, wilden Waldbeeren, feinsten Gewürzen, Minze und Leder sowie Anklänge an eine herrlich duftende, sommerliche Gebirgsblumenwiese. Das alles ist fein unterlegt mit einer subtilen Mineralität, ungemein verführerisch und gerade sinnlich. (In einer internen Verkostungsrunde bemerkte ein Teilnehmer, um dem unwiderstehlichen Charme dieses Weines nicht zu erliegen, müsse man ihn, den langjährigen treuen Ehemann, fesseln wie einst Odysseus an den Gestaden der Sirenen.)
Am Gaumen verbinden sich dann eine fabelhafte Konzentration und eine rare aromatische Komplexität mit der faszinierenden Frische, mineralische Komponenten schimmern wieder durch das feinste Gewebe hindurch, das gleichsam stoffig, aus feinster Seide fein gewirkt und geradezu transparent zu sein scheint — anders kann ich dieses wahrhaft singuläre Gaumengefühl nicht umschreiben.
Das ist gewachsene Harmonie aller Komponenten und ein Reichtum an Materie und edler Beerenfrucht, wie es nur wenigen wirklich großen Weinen der Welt zu eigen ist: ein monumentaler Jahrhundertwein, der jeden Weinliebhaber in sein Gravitationsfeld zieht. Mit einer ungeheuren Anziehungskraft und der fordernden, pulsierenden Energie, die unter all seiner gewaltigen Dichte und den fruchtbeladenen Schichten von beerigen Aromen eine faszinierende Lebendigkeit und eine terroirgeprägte, wahrhaft authentische Struktur erahnen lässt — man möchte DEN Roc d’Anglade bei so viel Charisma am liebsten sofort genießen! Dann aber bitte unbedingt dekantieren, ein großer Wein ist schließlich in jeder Phase seines Lebens ein großer Wein, der Höhepunkt liegt jedoch erst ab 2007/8 bis nach 2012.

Remy Pedreno vinifiziert all seine Weine ohne jegliche Manipulation, verzichtet selbstverständlich auf Methoden wie Farbstabilisierung und Ent- oder Aufsäuerung und baute den Wein 16 Monate im gebrauchten Holzfass aus. So wirkt diese begeisternde Cuvée (50% Carigan, je 25% Syrah- und Grenachetrauben mit höchster physiologischer Reife) bereits auf den ersten Schluck betörend, explodiert geradezu im Mund und breitet ein präsentes, aber seidiges, dichtes Gerbstoffgerüst mit langem würzigem Nachhall am Gaumen aus.
In seiner Stilistik erinnert dieser edle Wein sehr an den bereits legendären 2001er, ist jedoch noch eine Spur frischer, mineralischer, auch puristischer. Hier dominieren Finesse, Frische, Reinheit und Eleganz bei aller Dichte über schiere Kraft und Konzentration. Dieser hochkomplexe Wein schmeckt wie eine hypothetische Vermählung zwischen einem großen Wein der Côte Rôtie und einem verführerischen Châteauneuf-du-Pape der Spitzenklasse und demonstriert eindringlich das große Terroir des französischen Südens.




80015 Roc d’Anglade, VdP du Gard, rouge (3 für 2) 2002 2,25 l, statt 87,00 nur 58,00 Euro
Der neue Jahrgang ist eingetroffen, und wir haben noch einige wenige Flaschen dieses hervorragenden Rotweines, ein Triumph eines großen Winzers über alle vereinfachenden Jahrgangstabellen, der sehr zu Unrecht unter dem Negativimage von 2002 an der südlichen Rhône gelitten hat. Daher die letzten Flaschen dieses bereits in diesem Winter mit großem Vergnügen zu trinkenden Weines (Höhepunkt 2007 bis 2010) zu einem sensationell günstigen Schnäppchenpreis!

3 Flaschen zum Preis von 2!


351203 Roc d’Anglade, „Clos de la Belle” VdP du Gard rouge 2003 32,00 Euro
Das ist er, der legendäre, extrem rare, reinsortige Syrahwein (nur etwa 900 Flaschen wurden gefüllt) von einer winzigen Parzelle in der Nähe von Saint Gilles in der Camargue. Die Niedrigertrags-Trauben für diesen spektakulären Rotwein, den man, blind verkostet, für ein hochwertiges Prestigegewächs von der Côte Rôtie halten kann, wachsen auf einem für das Languedoc einzigartigem Terroir — es besteht, besten Lagen in Châteauneuf nicht unähnlich, aus einem etwa zehn Meter mächtigen Kieselbett.
Am Gaumen verbinden sich eine fabelhafte Konzentration mit einer explosiven Fülle und einer expressiven aromatischen Komplexität. Welch ein Reichtum an Materie, edler Beerenfrucht und kräuterwürzigen Noten, wie es nur wirklich großen Weinen der Welt zu eigen ist! Der faszinierend kühle, ja distinguierte Charakter weckt Anklänge an noble Bordelaiser Premiers Crus Classés, die durch und durch elegante Frucht betört mit reifen, intensiven, reintönigen Aromen von Lakritze, Süßholz und schwarzen Oliven.
Zu genießen ist dieser bisher größte Jahrgang Remys wegen seiner verführerischen Aromenintensität ab sofort, Höhepunkt 2007/8 bis nach 2012.

Kultstatus! Limitiert auf maximal 3 Flaschen pro Kunde!


351304 Roc d’Anglade, VdP du Gard blanc 2004 19,50 Euro
Neben einer wunderschönen Konzentration und einer für den französischen Süden beispielhaften Frische und Ausgewogenheit besitzt diese Weißweinrarität eine großartige mineralische Dichte, eine sagenhafte Komplexität in den Aromen (Pfirsiche, mannigfache reife Früchte, Birne) und zudem eine feine Säure.
Ein großartiger Weißwein, wie er in dieser herausragenden Qualität im gesamten Languedoc bis dato wohl nur noch auf Grange des Pères vinifiziert wurde!



Château Saint Cosme - Gigondas

Mitten im Herzen der Appellation Gigondas, etwa 300 Meter vom malerischen, an den Hängen der wildromantischen Dentelles de Montmirail entfernt gelegenen Ort, liegt das Château Saint Cosme, das ähnlich großartige Weine produziert wie die weltweit renommierten Top-Güter in Châteauneuf-du-Pape, nur zu wesentlich günstigeren Preisen — und das trotz höchster Bewertungen in der internationalen Presse! Seit der jüngste Spross der Familie, Louis Barruol, das Weingut vor zehn Jahren von seinem Vater übernommen hat, ging die Qualität und damit der Bekanntheitsgrad der Domaine noch einmal steil nach oben. Heute ist Château Saint Cosme beständig in bestechender Form, „one of the stars of Gigondas with magical terroirs” (Parker) und gehört darüber hinaus nicht nur nach der Einschätzung des amerikanischen Kritikers zur kleinen Elite der herausragenden Weingüter der gesamten südlichen Rhône: „...he is one of the best of his generation!”. Unsere Kunden sehen es ähnlich: Mittlerweile ist diese so traditionsreiche Domaine zu einem der gesuchtesten Weingüter in unserem gesamten Programm avanciert!

Louis Barruols stilistisch so eigenständige Weine sind zuallererst das Resultat einer äußerst geringen Produktion von durchschnittlich 27 hl/ha (bei den Spitzencuvées gar deutlich weniger!), zeigen die Frucht und innere Ruhe von alten Weinbergen (im Schnitt 60 Jahre!) und wachsen auf einem Terroir, das — selten genug in Gigondas — Eleganz, Eleganz und nochmals Eleganz durch alle Konzentration im Wein durchscheinen lässt. Eine sonst in der Appellation unerreichte Finesse, Komplexität und eine sagenhafte Frische vereinen sich mit hoher innerer Dichte und einer Präzision, die an ein Schweizer Uhrwerk erinnert. Alle Komponenten sitzen dort, wo sie zu sitzen haben. Die Frucht geht von vorne bis hinten in einem Bogen am Gaumen auf, die Säure ist prononciert, die Aromen sind rein und scharf konturiert, der Gerbstoff ist fein, der Holzeinsatz schlichtweg gekonnt.

Was sind die Ursachen für diese faszinierend frische Frucht-Stilistik? Vielleicht ahnen Sie es bereits, es sind die relativ hohen Lagen seiner extrem kalkhaltigen Parzellen inmitten der pittoresken Naturlandschaft der Dentelles de Montmirail. Die daraus resultierenden großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sorgen für eine ideale Aromenbildung der Trauben. Ein weiterer Qualitätsfaktor ist die hohe Pflanzdichte der zum großen Teil sehr alten Reben, wodurch die Wurzeln zur Nahrungsaufnahme aus Konkurrenzgründen tief in die Erde gezwungen werden. Und last, but not least, garantiert die nördlich orientierte Ausrichtung der Parzellen eine lange physiologische Reifeperiode und eine späte Lese (im Oktober). So sind die Beeren den entscheidenden Tick aromatischer und reifer — bewahren sich durch die Höhenlage aber genügend Frische und Säure. Zudem gehen die Entwicklung der physiologischen Reife und der Alkoholgradation auf diesem relativ kühlen Terroir Hand in Hand, so dass die Weine von Saint-Cosme über ein tolles Gleichgewicht und sehr moderate Alkoholgehalte verfügen, ein Aspekt, den immer mehr Weinliebhaber ganz besonders schätzen!

Übrigens: Robert M. Parker hat im „Wine Advocate” 156 den „exzellenten” Jahrgang 03 der südlichen Rhône mit einem wahren Punktesegen bedacht und keine Weine außerhalb von Châteauneuf-du-Pape derart hoch bewertet wie die im Vergleich dazu sagenhaft preiswerte Kollektion von Château Saint Cosme! Die Konsequenz: Trotz großer Zuteilung waren wir im Handumdrehen ausverkauft. Doch damals haben wir bereits enttäuschte Kunden, die nochmals nachordern wollten, guten Gewissens trösten können: Denn wer geglaubt hatte, bereits die 2003er seien in dieser konsumentenfreundlichen Preisklasse nicht mehr zu toppen, täuscht sich: Der Jahrgang 2004 ist noch saftiger, frischer, weicher und komplexer ausgefallen als seine ungemein leckeren Vorgänger! Der Grund: Optimale, ja in der Geschichte der südlichen Rhône wohl bisher einmalige Erntebedingungen: Niederschläge von etwa 30 Milliliter 14 Tage vor Erntebeginn lösten die letzten Reifeblockaden und vermieden jeglichen Trockenstress. Und wohl noch wichtiger waren die extrem großen Temperaturunterschiede gegen Ende September — zwischen Tag und Nacht lagen teils mehr als 25 Grad! Frühmorgens kühlte es bis etwa fünf Grad ab, am späten Nachmittag kletterte das Thermometer bei traumhaftem Spätsommerwetter auf fast 30 Grad. „Alles Gute kam zusammen” formuliert es Winzer Louis Barruol, „und so erreichten wir durch die großen Temperaturunterschiede eine Komplexität in den Aromen wie nie zuvor und durch die perfekte Säurestruktur eine ungeahnte Frische bei Weinen der südlichen Rhône”.


171104 Saint Cosme, Côtes du Rhône blanc 2004 10,80 Euro
Die letzten Flaschen eines der schönsten weißen CdR, die je (!) produziert wurden, mit einer ungewöhnlich feinen mineralischen Note, die von kalkhaltigen Böden stammt.



171704 Saint Cosme, Little James, VdT rouge 2004 6,90 Euro
Sicher hat dieser reinsortige Grenache aus hochreif gelesenen Trauben des herausragenden Jahrgangs 2004 nicht die Tiefe und Struktur eines großen Châteauneuf. Andererseits ist er unglaublich attraktiv, ein „sexy”-Wein von schwarzroter Farbe mit viel frischer, herrlich dunkelbeeriger Frucht, dazu vanillige Noten, verbunden mit Thymian, Rosmarin und zart-herber Pfefferminze und sehr weichen Tanninen. Am Gaumen eine anregende Würze, unkompliziert, faszinierend charmant, sehr würzig, eine Wagenladung voll Schwarzbeeren, saftig, frisch und finessenreich. Der Abgang ist Grenache-typisch, animiert zum Weitertrinken und ist für seine Preisklasse erstaunlich lang: Herausragender Geschmack muss kein Monopol für teure Weine sein! Parker bewertete auch schon den 01er und den 03er mit jeweils 89 Punkten und dem Attribut „sensational value”.

P.S.: Das lustige Etikett dieses Landweins — in Wahrheit übrigens ein deklassierter Gigondas von jüngeren Rebstöcken — mit originellen Comic-Szenen zeigt Episoden des kleinen Sohnes von Louis Barruol (des „little James”) im Keller und demonstriert so den hintergründigen Humor eines großen Winzers, der bei all seinem Erfolg ein bodenständiger Mensch geblieben ist!
Zu genießen ab sofort bis 2008.



171204 Saint Cosme, Côtes du Rhône rouge 2004 7,80 Euro
In der Johannes B. Kerner-Kochsendung vom 3. Juni 2005 empfahl Hendrik Thoma, 1999 bereits Deutschlands Sommelier des Jahres im Gault Millau und heute kompetenter Weinberater in Hamburgs Edelrestaurant Jacobs im Hotel Louis C. Jacob, diesen herrlichen Alltagswein als exzellenten Essensbegleiter!
Welch ungemein leckerer CdR aus 100% kerngesunden, entrappten Syrahreben, die im optimalen Reifezustand eingebracht und in einem gekonnt oxydativen Stil vinifiziert wurden. Über den sensationell großen 01er schrieb Parker bereits, ein gleich guter Syrah aus Kalifornien koste 35-50 Dollar (Wine Advocate 145)! Und sein in Windeseile ausverkaufter Jahrgangsvorgänger 03 erhielt spektakuläre 89 Parkerpunkte und das Urteil: „total turn-on”!
Im noch besseren, ungemein leckeren 04er fasziniert bereits seine satte, tintige Farbe mit violetten Reflexen, welche die ungewöhnliche Konzentration dieses CdR signalisiert, mit einer Dichte und Tiefe, die in der Tat selbst den legendären 2003er Jahrgang noch überragt. Ein seltener Glücksfall von Wein zu einem ungewöhnlich günstigen Preis!
In der Nase dichte, komplexe, feine Beerenaromen (Cassis!), schwarzer Tee, Lakritze und zarte Gewürzanklänge, cremig, frisch, saftig und herrlich rund auf der Zunge, dazu eine feine Fruchtsüße, bestens strukturiert, sehr weiche, seidene Tannine. Kategorie „Viel Wein im Glas für wenig Geld”, so das akzentuierte Urteil von Christina Göbel, aktuelle „Sommelière des Jahres 2005” (GAULT MILLAU).
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2006 bis nach 2009.



171304 Saint Cosme, „Les deux Albion”, Côtes du Rhône rouge 2004 9,90 Euro
Welch eine Hommage von Louis Barruol an Guigals legendären Côte Rôtie La Mouline! Dieser großartige, völlig eigenständige, unfiltrierte CdR ist eine wahrlich phantastische Cuvée (50% Syrah, 30% Grenache, 10% Carignan von uralten Weinbergen und 10% Clairette), „auf einem mindestens gleich hohen Qualitätsniveau wie der 2001er, aber wesentlich frischer noch, weniger opulent, dafür aber so dicht und so fein balanciert wie nie zuvor” (Louis). Für Parker ist der „Les deux Albion” „ein Wein, so sexy wie ein CdR nur sein kann, ein kleiner La Mouline des Südens” — die Adelung kommt mit sensationellen 90 Punkten!
Und was ist das nur für ein intensives, akzentuiertes Bukett! Expressiver, phantastischer Duft nach roten und schwarzen Früchten, blauen Beeren sowie Cassis, Pfeffer und Kräuter der Provence. Am Gaumen ungewöhnlich tief für einen Rotwein dieser Preisklasse, enorm kraftvoll, dicht, ausgewogen, komplex und fein. Sehr fruchtig, dabei viel Finesse zeigend und lang anhaltend. Ein Schmeichler der Sinne, der Louis’ Philosophie, schmackhafte Trinkweine statt konzentrierter Monsterweine zu produzieren, eindrucksvoll widerspiegelt.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren), Höhepunkt Ende 2006 bis nach 2011, doch Vorsicht: Suchtgefahr!



ITALIEN

Azienda Morgante - Sizilien

Nero d’Avola: Dieser sensationell schöne Alltagswein der Luxusklasse wird 2005 mit dem „National Oscar” des Gambero Rosso für den Rotwein mit dem besten Preis-Genussverhältnis ganz Italiens ausgezeichnet!

Wie Phönix aus der Asche katapultierte sich vor knapp fünf Jahren ein Weingut an die Spitze Siziliens, das mittlerweile zu den erfolgreichsten Domainen unseres Programms gehört: die Azienda Morgante. Die ton-, lehm- und kalkhaltigen Weinberge dieses Gutes liegen — von stetig wehenden trockenen Winden bestrichen — in etwa 450 bis 500 Meter Höhe in einem idealen Mikrokosmos im südwestlichen, sehr mediterran geprägten Teil Siziliens und sind ausschließlich mit der uralten autochthonen Rebsorte Nero d’Avola bepflanzt. Diese leider nur noch wenig verbreitete, eigenständige heimische Traube gehört zu den besten südlichen Rotweinsorten und verfügt über ein großes Potential.

Bewirtschaftet wird das Aufsteigergut von Antonio Morgante und seinen Söhnen Carmelo und Giovanni, die sich 1994 für eine radikale Qualitätsphilosophie entschieden haben und das Gut komplett umstrukturierten. Ein Glücksgriff war natürlich auch die 1997 erfolgte Verpflichtung des italienischen Starönologen Riccardo Cotarella. Unter seiner Regie entstehen infolge einer extrem selektiven Auslese im Weinberg und einem feinfühligen Ausbau in neuen Barriques zwei großartige, originäre Rotweine aus der oben skizzierten charaktervollen Rebsorte Nero d’Avola. Diese sorgen seit nunmehr einigen Jahren für ein erhebliches Aufsehen in der Weinwelt! Meine ganz besondere Empfehlung!


690104 Morgante, Nero d’Avola, rosso 2004 8,80 Euro
Dieser sensationell schöne Alltagswein der Luxusklasse ist ein komplexer, eigenständiger Tropfen, der das großartige Potential Siziliens und seiner autochthonen Rebsorte Nero d’Avola eindrucksvoll widerspiegelt und der zu den preis„wertesten” ganz Italiens gehört. Das ist ein urwüchsiger, originärer Stoff und eine traumhafte Interpretation einer uralten Rebsorte aus bestem genetischen Material. Das ist ein großartiges Weinunikat, das weit aus der Masse so vieler belangloser, austauschbarer Billigweinchen herausragt und dem man angesichts seiner spektakulären Qualität Referenzcharakter für die gesamte Region bescheinigen muss:
Dichtes Purpur-Granat in der Farbe, schwarze Reflexe. Phantastische Nase, unglaublich verführerisch und geradezu lasziv. Wie sein fast schon legendärer Jahrgangsvorgänger betört der Nero d’Avola 04 mit seinen süßen Fruchtnoten, die einen spannenden Kontrast bilden zu den zartherben Waldbeerennoten und den Maronen-Zimt-Anklängen. Die verführerischen Fruchtaromen von roten Kirschen und reifen Waldbeeren sind dicht bepackt, auch feines Marzipan und Haselnuss betören am Gaumen. Das Mundgefühl ist von geradezu exemplarischer Feinheit, von geschmeidiger Kraft, in der Zungenmitte zeigt sich ein kraftvoller Stoff, der eine Spur frischer und ausgewogener als der große 03er schmeckt. Die Säurestruktur wirkt animierend, weiches Tannin und cremiger Extrakt sind bestens balanciert. Im Nachhall wiederholen sich Anklänge an Kirschen und Zimt, bis ins schmeichelnde Finale anhaltend.
Dieser sensationell schöne Alltagswein der Luxusklasse scheint mir noch eine Spur eleganter als in der Vergangenheit: der 02er wurde von der Schweizer Fachzeitschrift WEINWISSER mit 17/20 Punkten gefeiert, der 03er Jahrgangsvorgänger wurde mit dem „National Oscar” des Gambero Rosso für den Rotwein mit dem besten Preis-Genussverhältnis ganz Italiens ausgezeichnet!



690202 Morgante, „Don Antonio”, rosso 2002 21,90 Euro
Was für ein traumhafter Süditaliener: Wie gewohnt in der Farbe ein sattes, tiefes Rubinrot, in der Nase ein sehr charaktervolles, explosives, authentisches und dennoch schmeichlerisches Bukett: Anklänge an Waldbeeren, rote Früchte, Lebkuchen und orientalische Gewürze, dazu Veilchen, schwarze Oliven, noble Schokolade sowie ein Hauch von Vanille vom zwölfmonatigen Barriqueausbau in französischer Eiche. Im Mund kommen zart süßliche Pflaumen- und Pimentanklänge hinzu, herrliche Extraktfülle, dicht, muskulös und konzentriert, aber überhaupt kein monströser Wein.
Noch stärker als der 01er und von einer faszinierend raren Kühle und einer bemerkenswerten Eleganz geprägt. Weich, harmonisch, komplex, lang anhaltend und lecker — Kategorie Klassewein! Bei aller, teilweise durchaus berechtigter Kritik an den Auswüchsen des Gambero Rosso bezüglich der Uniformierung und Internationalisierung italienischer Weine, diese jeweils 3 Gläser für ALLE Jahrgangsvorgänger des Don Antonio wie auch für diesen phantastischen 2002er (eine bisher in der Geschichte des Gambero einzigartige Bewertung!) lassen hoffen, dass vermehrt solch eigenständige Weinunikate zukünftig die italienische Weinszene bereichern werden.
Ein großartiger Stoff zu einem mehr als fairen Preis! Zu genießen ab sofort bis etwa 2010.

Morgante, „Don Antonio”, rosso



SPANIEN

Mariano Garcia: Mauro, Aalto, San Roman — Spaniens neue Kultweine

In Spanien scheint mir eine ähnliche revolutionäre Aufbruchstimmung in vollem Gange zu sein wie vor Jahren in Frankreichs wildem Süden. Sie, werte Kunden (unsere Verkaufszahlen sprechen eine eindeutige Sprache), sind ebenso von der unglaublichen Vielfalt der modernen spanischen Weinkultur begeistert wie wir!
Als weltweit anerkannte Referenzgröße für diese phänomenale Entwicklung steht der große, begnadete Mann des spanischen Weinbaus, die lebende Legende, der geniale Macher des Kultweins „Unico”: Mariano Garcia. Er hat sich nun auch in kürzester Zeit mit seinen Projekten Mauro, Aalto und San Roman an die Weltspitze gekeltert.

Man muss diesen einzigartigen Winzer einmal im engagierten Gespräch erlebt haben, diesen Grandseigneur des spanischen Weinbaus, diesen iberischen Helmut Dönnhoff. Er könnte sich längst zur Ruhe setzen, denn er hat alles erreicht, was man als Winzer überhaupt erreichen kann. Doch in ihm glüht das innere Feuer weiter, trotz seines Alters scheint er mir die spanische Ausgabe von Klaus-Peter Keller und mit ihm lodert das Feuer des neuen, aufregenden spanischen Weins, der schon jetzt auf dem Wege ist, sich in der Weltspitze als neuer Klassiker zu behaupten. Und ich muss gestehen: Auch ich kann mich der Faszination dieser iberischen Kulttropfen nicht entziehen. Garcias Klasseweine zeigen Feinheit und Rasse, Wärme und Kühle zugleich, sind dicht bepackt mit fast schon schockierender Frucht- und Würzsubstanz, sie spielen mit meinen olfaktorischen Sinnen — und liegen auch allesamt in meinem privaten Keller. Gleich neben ein paar Flaschen „Unico”...


Aalto

Bereits kurz nachdem Mariano Vega Sicilia verlassen hatte, unterbreitete ihm sein alter Freund Javier Zaccagnini ein verlockendes Angebot: Er sollte Mitinhaber und önologischer Leiter eines neuen Projekts in Ribera del Duero namens „Aalto” werden. Das erklärte Ziel aller Beteiligten war, aus den besten verfügbaren Rebstöcken in Ribera del Duero eine moderne Interpretation des großartigen Terroirs dieser Region auf allerhöchstem Niveau zu erzeugen, koste es, was es wolle. In mühsamer Kleinarbeit identifizierte Mariano Garcia die ältesten und best situierten Parzellen, die oft im Besitz dortiger Genossenschaften waren. Es gelang ihm, zum einen zehn Hektar bester Lagen mit über 60-jährigen Tempranilloreben zu kaufen und zum anderen die Bauern mit langfristigen, für sie lukrativen Verträgen an Aalto zu binden — mit klaren Vorgaben über die Arbeit im Weinberg und strengen Ertragsbeschränkungen.

Spektakulär ist eine oft inflationär verwendete Kennzeichnung — bisweilen muss auch ich mich der lässlichen Sünde des Überschwangs bezichtigen — , aber sie trifft hier wahrhaftig auf einen ,Newcomer’ zu, dessen Weine sich mit solcher Reinheit, Konzentration, Länge und Eleganz offenbaren, dass sie auf Anhieb zu Spaniens Topklasse gezählt werden müssen.
Die beste Zeit für „Aalto” steht zweifelsohne noch bevor, aber schon die heutigen Weine haben in der Elite der Weinwelt viel Aufsehen erregt. So hat Parker die Weine, völlig zu Recht, mit 93 bis 98 Punkten geadelt!


426102 „Aalto”, Tinto 2002 32,00 Euro
Ein iberischer, unfiltrierter Traumwein! Die rote Beerenfrucht der uralten Tinto Fino-Reben aus 25 bis 90 Jahre alten Weinbergen ist so betörend, so immens fein, so voller Nuancen und so ungemein expressiv. Kein Wunder: Selektierten doch acht Personen an zwei Tischen die großartigen Trauben — welcher Aufwand! Und welch ein großartiger Wein!
Nach dem Belüften zeigen sich subtile Noten von Tabak, Leder, Sahnekaramell und ein Hauch von Weihrauch, von einer dezenten, pflaumigen Süße unterlegt. Das Besondere an diesem Wein aber ist seine Frische, seine ungeheure Substanz, seine feine, sehr tiefe Würze, und die Mineralität — Signum aller großen Terroirweine dieser Welt. Diesen kommenden Klassiker, der so manchen Ribera-Klassiker uralt aussehen lässt, müssen Sie einmal getrunken und erlebt haben. Das ist singuläre Frische und Substanz, das ist die neue, aufregende, spanische Rotweinmaterie pur. Gewaltig!
Zu genießen ab sofort bis 2014.



Bodega Mauro

Nach seinem spektakulären Abschied bei Vega Sicilia steigerte Mariano Garcia in seinem bereits 1980 gegründeten Familienbetrieb Mauro die Qualität dermaßen, dass sich Mauro heute zur absoluten Spitzenklasse der spanischen Weine zählen darf. Auf 35 Hektar wachsen extrem gepflegte Reben, zu 90% Tempranillo und je 5% Syrah und Grenache, die Erträge liegen gerade einmal zwischen 25 und 40 hl/ha. Diese Bodega definiert neue Maßstäbe und hat unter Weinkennern mittlerweile einen geradezu magischen Klang!

419102 Mauro, tinto 2002 25,00 Euro
Welche Verführung der Sinne, welch verführerische, betörende Fruchtdefinition! Das ist eine echte Ribera-Grazie aus 90% Tempranillo und 10% Syrah, eine Einladung zu hinreißender Eleganz. Kein aufgebrezeltes Monsterpüppchen, sondern ein echter Klassewein, der auch noch zwei Tage nach der Öffnung lebendig und animierend wirkt.
Wie bei allen anderen Weinen von Garcia ist es vor allem die Tanninqualität, die mich so ins Schwärmen bringt. Es sind feste, geschmeidige, fast fließende Gerbstoffe, die ein wunderbar kühles Gleichgewicht zur feurigen Frucht zeigen — Finesse pur! Dieser Wein mit seinem tiefdunklen, strahlenden, intensiven Rot ist ganz Samt und Seide, konzentriert und dicht, aber kein „Graf Klotz”. Für mich steht er zweifelsohne auf dem Niveau des großartig gereiften 1999ers und zeigt das gleiche noble Nasenparfüm von reifen, dunklen Früchten, getrockneten Kräutern, frisch gepflügter Erde, komplexen Gewürz- und Lakritzaromen sowie sehr fein eingewobenen Röstnoten wie Espresso.
Sofort wird die wunderschöne Landschaft Spaniens präsent. Das ist Feuer und Feinheit zugleich, aromatisch und von komplexem Charakter. Die Referenz für Eleganztrinker und Versuchung für alle, die bislang meinten, nur Bordeaux bringe solch gewobenen Klasseweine mit Rückgrat hervor. Bravo, Mariano Garcia!
Zu genießen ab sofort bis 2010.



419201 Mauro, Vendimia Seleccionada, tinto 2001 65,00 Euro
Das ist für mich der „Unico” von Mauro. Satte, reife, reiche, explosive Frucht von schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren, kompakter Körper, viel Mineralität, ein vernehmliches, aber kein dominierendes Holz, süßliche, cremige Tannine, unverkennbar in ihrer Authentizität. Einer der ganz großen Weine Spaniens mit ureigenem Profil und höchster Anerkennung in der internationalen Fachpresse! Enorm frisches, feinkörniges Tannin, feine Würze, rauchige Nuancen vom gekonnten Holzeinsatz mit Noten von Süßholz und Espresso.
Und wenn dann noch ein Spitzenwinzer wie Garcia in einem Traumjahrgang wie 2001, dem wohl besten seit dem schon legendären 96er, Trauben voller Reife und phänomenaler Güte erntet, dann werden Sie bereits ahnen, welch großen Wein Mariano Garcia vinifizieren konnte: nach seiner eigenen Einschätzung den bisher besten seines Lebens! Robert Parker gibt begeistert 96 Punkte und sieht diesen phantastischen Wein auf einem Niveau mit Lafite, Latour & Co.! Monumental!
Zu genießen ab 2008 bis nach 2020.



San Roman

Mariano Garcia hat eine untrügliche Nase für große Terroirs. So zögerte er nicht lange, als er Mitte der 90er Jahre in der Gegend um Toro, gut eine Fahrstunde westlich von Ribera del Duero, sensationell gute Lagen in San Roman mit erstklassigen Böden und uralten, zum Teil noch wurzelechten Reben entdeckte. Zutiefst von der Qualität des Gesehenen überzeugt, kaufte er das großartige Terroir sofort auf. Bereits der Jungfernjahrgang 1997 Viña San Roman geriet zu einem Riesenerfolg, unsere Kunden rissen uns auch den 99er regelrecht aus den Händen — ein Klassiker. Und der 2000er? Kühle Beerendichte duftet einem entgegen, im Mund explodiert die Frucht förmlich und legt sich opulent und weich, in samtiger Fülle auf die Zunge. Vorbildliche Länge, mundfüllende Exotik — ein Klassewein!


419400 Mauro, Toro, „San Roman” 2000 28,90 Euro
Der 2000er San Roman demonstriert nun noch ausdrucksvoller die typische, reife Süße und charaktervolle Mineralität der großen Weine aus der aufstrebenden Region Toro mit seinen unglaublich saftigen und zart-mürben Tanninen.
Der hohe Reifegrad des erstklassigen Traubenmaterials aus 100 % Tinta de Toro, einer lokalen Spielart des Tempranillo, verleiht ihm eine hohe Fruchtigkeit, enorme muskulöse Kraft und eine faszinierend cremige Glycerinhaltigkeit. Dieser Wein hat den 22-monatigen Ausbau in Barriques französischer und amerikanischer Provenienz bestens integriert.
Der Gaumen schmeckt dunkle Brombeeren und reife Kirsche, feinste Mineralien und gerösteten Kaffee, sehr dicht, fein balanciert, cremig, füllig, komplex, mundfüllend lang anhaltend. Kräftig, groß, fleischig, aber äußerst elegant. Ein Kraftpaket von großer Intensität, aber noch größerer Präzision und Definition. Mit einem Wort: Superkauf!
Zu genießen ab sofort bis 2012.



419503 San Roman, Prima, tinto 2003 11,50 Euro
Endlich gibt es einen „Garcia” auch zum Schnäppchenkurs, der die Kreditkarte nicht ächzen lässt. Das ist die Handschrift des begnadeten Machers des „Unico”: immens dichte, saftige, reintönige Frucht, geschliffenes Tannin, subtile Holznote. Das intensive Kirschrot mit seinem fast schwarzen, undurchdringlichen Kern funkelt teuflisch im Glas. Ich habe diesen Wein mehrere (!) Tage nach der Öffnung degustiert — und er schmeckte von Tag zu Tag besser. Das Tannin wurde zart-cremiger, die leicht süßliche Frucht schmelziger, die Finesse trat immer deutlicher hervor.
Der Prima stammt von sandigen Böden und ist deshalb schon in seiner Jugend zugänglich und saftig in der Frucht. Dieser Jungfernjahrgang aus großem Jahr reifte elf Monate im Barrique und zeigt derartig fein verwobene Röstaromen, wie man sie bei einem Wein dieser Preisklasse nur ganz selten findet. Die Fruchtaromen sind Toro pur: Brombeere und schwarze Kirsche satt, zarte Veilchennoten umspielen den dichten Kern auf der Zungenmitte, dazu gesellen sich Schokoaromen.
Den Wein prägt eine rare Frucht- und Würzsubstanz. Das ist die neue Referenz in dieser Preisklasse. Mehr Wein zu dem Preis geht fast nicht. Diesem Wein prophezeie ich eine große Zukunft. Einer der neuen Geheimtipps aus Toro, dem neuen Wein-Dorado und DIE Referenz für spanische Weine um die 10,- Euro.
Zu genießen ab sofort bis 2019.



DEUTSCHLAND

Weingut Emrich-Schönleber — Die Riesling-Inkarnation von der Nahe

Nehmen Sie mich beim Wort: Werner Schönlebers 2004er lösen Emotionen aus, können gar als Archetypus gelten für ihre Sorte und ihre weltweit einzigartige Anbauregion Nahe, die auf Höhe des 50. Breitengrads an der nördlichen, weinbaulichen Grenze so unverfälscht reine, rassige und klassische Rieslinge hervorbringt. Es sind unglaublich animierende Weine; schlank, aber mit großem Tiefgang, behände und leichtfüßig auf der Zunge, mit einer fabelhaften Säurestruktur ausgestattet. Rieslinge mit enormer weiniger Substanz, die niemals satt machen, die vielmehr stets zum Weitertrinken animieren. Chapeau!

„Ja, ja, der Jahrgang 2004 hat seine ganz eigene Hackordnung”, schwärmt Werner Schönleber über seine phantastisch gelungenen 2004er, „ich müsste eigentlich aus tiefer Dankbarkeit einen Brief an den Herrgott schreiben. Niemals zuvor, seit ich Winzer bin, und das sind etwa 40 Jahre, hatten wir hier in Monzingen den ganzen September hindurch bis Ende Oktober einen derart perfekten Reifezustand der Trauben: herrliche Beeren in einem optimalen Gesundheitszustand, voller Konzentration mit zugleich feinem Säurespiel und großartiger Mineralität. Es war einfach wie im Traum und dennoch süße Realität.”

So konnte Werner Schönleber in einem Bilderbuchherbst sehr spät! (wichtig für die Aromenbildung in der Haut) Trauben im optimalen Gesundheitszustand, voller Konzentration mit zugleich feinem Säurespiel und großartiger Mineralität ernten. Die blumigen, kräuterigen, mineralisch-würzigen Komponenten, die den frischen, saftigen Nachhall bestimmen, zeigen die ganze Identität der großen Weinbergslagen mit ihrem phantastischen Terroir: Frühlingsplätzchen und Halenberg.

In beiden historisch bedeutsamen Lagen besitzen die Schönlebers die Filetstücke: beste Kernparzellen von sagenhaftem Terroir! Das ist Schieferklang pur, aber auch feinstes Gewebe von Kiesel und Quarzit. Die Weine vom Frühlingsplätzchen sind, laut Werner Schönleber, immer „früher geöffnet, stärker gelbfruchtbetont, aus feinster Seide gewirkt, floraler und femininer als der Halenberg, sinnlich und nachhaltig zugleich”. Dagegen ist der legendäre Halenberg rassig-mineralischer, er braucht Zeit zur Reife und entfaltet dann seine wunderbaren Aromen von Kräutern, Mineralien, Zitrusfrüchten, mitunter flankiert von einer rotbeerigen Note.

Jeder Schluck dieser phantastischen Weine gibt mir ein frisches, befreites Gefühl wie es nur ein großer Riesling kann. Faszinierend, strahlend, hinreißend, verführerisch... Welches sind die richtigen Worte, dieses Erlebnis in Worte zu fassen? Das ist die Großzügigkeit eines Sommertages, ein Kaleidoskop an Aromen, ein Potpourri an Düften... Ihre Sensibilität, die sich bis zum langen, harmonischen, stets saftigen Ende hinzieht — das macht die Rieslinge von Werner Schönleber für mich so unverwechselbar groß.

Sie wissen: Ein großer Riesling transportiert wie keine andere Rebsorte das Terroir, aus dem er stammt, er ist ein einzigartiges Unikat, ein „Heimatwein” mit unverwechselbarer Seele. Lassen Sie sich von diesen grandiosen Terroir-Tropfen verwöhnen, die zu den schönsten Kollektionen in ganz Deutschland gehören!


937004 Schönleber, Monzinger Riesling QbA, trocken 2004 7,20 Euro
Welch herrlicher Traum: Wie der Biss in einen frisch vom Baum gepflückten reifen Apfel auf frisch gemähter Wiese. Ein genialer Alltagswein mit einer intensiven, köstlichen Frucht von reifer Aprikose, edlem Weinbergspfirsich und einer inneren Spannung, wie sie schöner kaum sein könnte! Springlebendig, herzhaft trocken, zart cremig und doch knackig frisch — generös ausgestattet mit einer feinen Nervigkeit, die sofort lebendig macht.
Dieser herrlich saftige Wein ist für einen Qualitätswein geradezu sensationell gut und so pikant mineralisch, dabei aber auch verführerisch fruchtig im Nachhall, so dass er ganz hervorragend auch kräftige Fischgerichte begleitet. Weit mehr — aber auch — ein leckerer Zechwein allererster Güte. Die ideale Einstiegsdroge in die faszinierende Welt der Monzinger Rieslinge von Werner Schönleber!
Zu genießen ab sofort bis Ende 2007.



934204 Schönleber, Monzinger Halenberg Riesling Kabinett trocken 2004 9,80 Euro
Schon beim ersten Hineinschnuppern erfasst man die lagentypische Mineralität. Dann faszinieren feine Grapefruit-Noten und eine enorme Länge. Das faszinierende Aromenbild des Halenbergs! Ein phantastischer Kabinettwein und pures Understatement von exemplarischer Feinheit: Mineralien, Kräuter, weiße Blüten, kandierte Zitrusfrüchte, rosa Grapefruitschale, reife Äpfel. Alles ganz fein verwoben und präzise auf den Punkt vinifiziert. Das ist beschwingter Wolkentanz und gleichzeitig der Blick in einen schroffen Gletscherspalt. Glasklar, frisch und geschliffen. Für mich einer der ganz großen Schönleber-Klassiker.
Zu genießen ab sofort bis Ende 2008.



934404 Schönleber, Monzinger Halenberg Riesling Spätlese trocken 2004 15,50 Euro
Der edle Rosenduft ist noch ganz zart — langsam erst entfalten sich aromatische Blütenblätter. Die mineralische Würze zeigt den ungeschminkten Charakter des Halenbergs, die fein verwobene Textur bündelt den weitgefächerten Aromenbogen: Kräuter, kandierte Zitrusfrüchte, Grapefruitschale, Blumen, aber auch Cassis und Holunderblüte.
Ein enorm vielschichtiger, eleganter Wein mit beeindruckender Tiefe und Mineralität, der jeden Liebhaber trockener Rieslinge deutscher Provenienz in seinen Bann zu ziehen vermag. Die faszinierenden Aromen sind ungemein komplex, noch sehr verwoben, sie werden mit Luftzufuhr über Stunden immer expressiver. Am Gaumen cremig, füllig, geschmeidig, geschliffene Textur, enorm zupackende, tiefgründige Mineralität.
Tolles Preis-Genussverhältnis! DIE Provokation für viele — weitaus teurere — Erste oder Große Gewächse von mittelmäßigen Gütern.
Zu genießen ab sofort bis nach 2009.



934504 Schönleber, Monzinger Halenberg, Riesling Großes Gewächs trocken 2004 22,50 Euro
Meine eigene Liebe zu den Weinen der Schönlebers findet seit mehreren Jahren ihren Ursprung in diesem trockenen Spitzenriesling vom Halenberg, einem wahrhaft Großen Gewächs, das mich unentrinnbar in sein Gravitationsfeld gezogen und nie mehr losgelassen hat: So sehr spielt dieser elegante, finessenreiche Wein bei aller inneren Dichte mit meinen olfaktorischen Sinnen!
Es ist der im Halenberg dominierende blaue Schiefer, der die Basis für die komplexe Mineralität dieses großen Rieslings legt, der enorm dicht, kompakt und konzentriert daherkommt. Was für ein Terroirwein erster Güte von einer sehr kleinen, aber zweifellos einer der besten und spannendsten Lagen innerhalb ganz Deutschlands!
Der Halenberg 04 betört durch eine abgrundtiefe, extrem mineralische Nase mit intensiven Steinobst-, Grapefruit- und Zitrusaromen. Am Gaumen eine konzentrierte, strahlende Frucht, ungemein saftig und dicht, faszinierend die reife, rassige Säure, betörend das mächtige mineralische Fundament, dazu eine enorme Kraft, Tiefe und Länge und eine feine, cremige Textur. Noch konzentrierter als der mittlerweile legendäre 2002er. Ein Rohdiamant, der über die nächsten Jahre wunderbar geschliffen wird.
Zu genießen ab sofort bis 2012.



937604 Schönleber, Halenberg Großes Gewächs Lay 2004 49,00 Euro
Extrem eigenständig, extrem finessenreich. Das ist für mich die Inkarnation des Schiefers. Die Reben, die diesen außergewöhnlichen Wein lieferten, stehen in einem noch stärker Schieferhaltigen (,Lay’ bedeutet Schiefer) Steilhang im Kern des Halenbergs. Die geniale Essenz! Extrem fein, von enormer Frische, viel Biss, die Frucht ist eingebettet in eine zutiefst mineralische Struktur.
Das Großartige und Singuläre an diesem Wein — vielleicht wird ihn Werner Schönleber niemals wieder (!) separat vinifizieren — ist seine rassige, herrlich tänzelnde Säure-Struktur, die explosive Länge verleiht. Noch nach Minuten vibriert dieser Traumriesling am Gaumen, tanzt hin und her und geht auf wie ein Pfauenrad. Einer der besten Rieslinge 2004 überhaupt. Sensationeller Weltklassewein und ein rarer Stoff, aus dem Legenden geboren werden!
Zu genießen ab sofort bis nach 2015.

Rarer Versteigerungswein, deshalb limitiert auf max. 3 Flaschen pro Kunde!


937304 Schönleber, Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling Großes Gewächs trocken 2004 22,50 Euro
Was für ein Frühlingsplätzchen! Blumige, sinnliche Fruchtigkeit, durchscheinendes, feinstes Gewebe, ein Wein wie aus Seide gewirkt, nachhaltig und doch stets frühzeitiger geöffnet als der Halenberg. Dieser Wein hat eine geradezu sanfte Länge, nichts Vordergründiges, sondern schwebt geradezu in feiner, prononcierter Säure. Seine Frucht-Säure-Textur ist animierend, saftig, frisch und gelbfruchtbetont. Mit einem den Gaumen herrlich auskleidenden Geschmack von Pfirsich, Ananas, Apfel und Mandarine.
Dieser unglaublich animierende, Trinkfreude pur verströmende Riesling fasziniert daher mit einer Filigranität, seiner vibrierenden Rasse und einem herrlich moderaten Alkoholgrad von etwa 12,5 %, wie man es garantiert so schnell kein zweites Mal in deutschen Landen findet. Fast zerbrechlich wirkend in seiner Zartheit, gewinnt er seine Faszination nicht durch Kraft und Dichte, sondern durch ein ungemein finessenreiches Spiel und eine moselanisch anmutende Eleganz und Verspieltheit.
Von mineralisch-cremiger Textur scheint dieser herrliche „Flatteur” schwerelos über die Zunge zu gleiten — den Greifvögeln ähnlich, die hoch über den Steillagen der Nahe ihre Kreise ziehen.
Zu genießen ab sofort bis 2012.



934604 Schönleber, Monzinger Halenberg Riesling Spätlese 2004 15,50 Euro
2004 ist DAS Spätlesejahr mit monumentalen, phantastischen Spätlesen, die durch eine konzentrierte, klare, strahlende Frucht und ein geradezu explosives Süße-Säure-Spiel brillieren. Und das hier ist Riesling pur! Ein Gipfelpunkt! Kein Fructose-Monster, sondern mit einer dezenten, natürlichen Süße ausgestattet, da Werner Schönleber seine fruchtigen Weine immer etwas weiter, bis neun Volumenprozent Alkohol, vergären lässt. Da tanzen ausgeprägte Aromen von noblen, weißen Weinbergspfirsichen im Glas, knackigem Apfel und rosa Grapefruit, da geht der Wein von vorne bis hinten am Gaumen durch und im Nachhall so richtig auf: eine vollblütige Halenberg-Grazie. Das ist enorme „weinige Substanz” und weniger Süße als sonst. „Die Sensibilität, die sich bis zum langen Ende hinzieht — das finde ich so groß!”, sagt Werner Schönleber, und ich widerspreche nicht. Mit seiner verspielten Eleganz und eleganten Duftigkeit könnte dies durchaus ein ganz großer Moselwein sein.
Zu genießen ab sofort bis nach 2014.



937504 Schönleber, Monzinger Halenberg Riesling Auslese 2004 22,50 Euro
Was für ein Wein! Tiefgründig mineralisch, aber umwerfend fruchtig; konzentriert, aber filigran; dicht, aber saftig. Das sind die Paradoxien großer Weine, die sich in dieser phantastischen Auslese paaren. Von exemplarischer Klarheit, sauberer Botrytis und strahlender Fruchtsäure. Bereits der Duft von Steinobst, Ananas und kandierten Zitrusfrüchten betört, am Gaumen zeigen sich zarte Honigaromen. Eine Gazelle, die rennt und springt, als gäbe es keine Schwerkraft. Vollkommen ausgeglichen. Nahe-Noblesse anstatt irgendwelches Brimborium.
Zu genießen ab sofort bis nach 2020.



934003 Schönleber, Grauburgunder -R- trocken 2003 22,50 Euro
„Pinot Grigio! Ausgelutscht sagen sie? Dann probieren Sie mal Grauburgunder”, schrieb die Süddeutsche Zeitung in einem Special über diese häufig völlig unterschätzte Rebsorte. „Zwei Stöffchen aus der gleichen Rebe und doch schlug die Deutsche Version den Latin Lover um Längen.” Dieses eindeutige Ergebnis ist die Folge eines direkten Vergleichs einer ganzen Reihe der besten deutschen Grauburgunder und italienischen Pinot Grigios, der von je fünf Experten der deutschen und der italienischen Sommelier-Union in München durchgeführt wurde.
Das Resultat: Die ersten vier Plätze wurden allesamt von Grauburgundern belegt, dann erst kamen die ersten Italiener. Die Nummer 1 der Jury: Emrich-Schönleber, 2002 Grauburgunder Spätlese trocken!” Und wie schnell war dieser heiß begehrte Basiswein von Werner Schönleber so gut wie ausverkauft (heute gibt's die letzen Flaschen), doch können wir den zahlreichen begeisterten Liebhabern dieses sensationellen Grauburgunders ab sofort Werner Schönlebers Spitzencuvée anbieten.
Dieser Burgunder ist meilenweit weg von vanilligen, süßen Tönen so unsäglich vieler Supermarktweine. Ein Monument, das bis dato wohl kaum jemand an der oberen Nahe für möglich gehalten hat. Da können die Latin Lover à la Pinot Grigio einpacken. Was für ein herrlich subtiles Burgunderparfum! Dicht bepackt mit generösen Aromen von Melone, Kürbiskompott, feiner Bourbon-Vanille und einer floralen, mineralischen Würze, die an Veilchen und Rosen erinnert. Tief, reich und dezent buttrig. Gewinnt mit der Luftzufuhr enorm, wird immer filigraner, mineralischer, seidiger. Die Referenz für herrlich dichte Frucht und harmonische Eleganz! Ein zupackendes Kraftpaket von großer Intensität. Bravo!
Zu genießen ab sofort bis nach 2010.



934104 Schönleber, Monzinger Grauburgunder Spätlese trocken 2004 11,95 Euro
Die definitiv letzten Flaschen von Werners grandioser Basiscuvée!



Weingut Ökonomierat Rebholz - Pfalz (Siebeldingen)

„Für Hansjörg Rebholz ist der Respekt vor der Natur die Quelle all dessen, was einen Wein ausmacht.” (Stuart Pigott)

Viele von Ihnen, werte Kunden, haben uns oft gefragt, warum wir denn keinen ,Pfälzer’ im Programm führen. Ob wir denn diese Region nicht mögen würden? (Und das ausgerechnet mir als so oft leid geprüftem Fan eines traditionsreichen ,teuflischen’ Fußballvereins auf steilem, in grauen Vorzeiten einmal fast uneinnehmbaren Pfälzer Terroirs.) Weit gefehlt also.
Denn vom Südrand Rheinhessens (bei Worms) bis zur französischen Grenze erstreckt sich entlang des Pfälzer Waldes ein durchschnittlich sieben Kilometer breiter, etwa 23.600 Hektar umfassender Traubengürtel (damit ist die Pfalz — zusammen mit Rheinhessen und der Nahe seit Jahren auch die dynamischste deutsche Weinbauregion — das zweitgrößte nationale Anbaugebiet) und wo alljährlich immerhin Mandeln und Feigen reifen, findet auch die Rebe extrem günstige Wachstumsbedingungen vor. Doch mein persönlicher Favorit aus dieser Region hatte infolge riesiger Nachfrage aus dem In- und Ausland in der Vergangenheit leider nicht die entsprechende vermarktungsfähige Menge für uns zur Verfügung. Um so schöner, dass Hansjörg Rebholz von unserem Konzept der Weinauswahl mittlerweile derart begeistert ist, dass er durch Umschichtungen in seinen Zuteilungen uns jetzt in ausreichender Menge beliefern kann: Und sie passen einfach ideal in das Programm von Pinard de Picard: Hansjörg Rebholz, der stets konsequent und unbeirrbar an der Weiterentwicklung seiner Weine arbeitet und unzweifelhaft als der intellektuelle Vordenker seiner Region gilt, und seine ebenso sympathische wie attraktive Frau Birgit, mit der er zusammen „dieses traditionsreiche Weingut leitet, das in der Pfalz seit drei Generationen zu den Pionieren höchster Qualität zählt.

Der überaus engagierte Hansjörg Rebholz, unser Winzer des Jahres 2002, setzte in den ersten Jahren seines Wirkens konsequent fort, was sein Vater und Großvater begonnen haben: die Erzeugung von höchst individuellen, kompromisslos trockenen Weinen, die in der Jugend recht eckig und kantig wirken, sich aber selbst für Kenner des Hauses immer wieder erheblich besser entwickeln, als man anfangs vermuten könnte”, lobt daher auch zu Recht der Gault Millau 2005.

„Das ist ein wackrer Gott; hat Himmelstrank!
Will vor ihm knien.
Bei der Flasche will ich schwören,
Dein treuer Knecht zu sein, denn:
DAS ist kein irdisches Getränk” (William Shakespeare, 1564-1616)

Wie recht er doch hat, der alte Knabe! Als käme der Riesling „Im Sonnenschein” 1998, den ich beim Schreiben dieser Zeilen lustvoll degustiere, qualitativ von einem anderen Stern. Wie selten habe ich einen Weißwein dieser phantastischen Güte probieren dürfen, dicht, ungemein tief und packend, dabei voll subtilen Spiels, vibrierender Rasse, höchster Eleganz und unvergleichlicher Finesse — und mit einem phantastisch mineralischen Abgang versehen, der niemals enden will. Im Gegenteil. Immer und immer wieder kehrt dieser zutiefst betörende Nachhall zurück, in unendlich sinnlichen Wogen Zunge und Gaumen becircend. Und dabei präsentiert sich genau diese mittlerweile legendäre Lage des Weingutes Ökonomierat Rebholz — dieser Titel wurde dem Großvater von Hansjörg wegen seiner Verdienste um den Weinbau des Landes ehrenhalber verliehen — in seiner Jugend häufig derart verschlossen, dass selbst Kenner der großen deutschen Rieslinge ihn anfangs häufig unterschätzen.
Aber Rebholz macht eben keine Journalisten- und Punkteweine, die in Jungweinverkostungen brillieren sollen, er vinifiziert stattdessen große, unverwechselbare Naturweine. „Der Meisterschüler der Pfalz, der erste Lehrling, den der legendäre Hans-Günter Schwarz ausbildete, baut seine Weine derart konsequent trocken und ohne jegliche Manipulation aus, dass sie schon im jugendlichen Stadium beachtliches Potenzial zeigen, doch immer etwas Reife und Entwicklung brauchen, um ihre ganze Größe zu offenbaren” (WEINGOURMET).

Doch lassen wir Hansjörg Rebholz, vom Naturell her eigentlich eher introvertiert, besonnen und nachdenklich, der aber zum ungemein engagierten Diskussionsteilnehmer wird, wenn es um seine Naturweine, allesamt eigene „Persönlichkeiten mit Seele” geht, seine so sympathische Philosophie der Weinbereitung selbst erklären.
„Veränderungen in Weinanbau und Kellertechnik hat es seit meiner Verantwortung für unser Weingut nur gegeben, wenn sie der Philosophie des Hauses nicht widersprachen und wenn sie eindeutige Verbesserungen der Weinqualität ermöglichten. Die Ideen meines Großvaters und Vaters sind so gut, dass man sie nicht verändern sollte — auch wenn wir sie immer wieder hinterfragen und im Lichte technischer Fortschritte neu interpretieren müssen.
Als mein Großvater, Ökonomierat Eduard Rebholz (der legendäre Pionier der kompromisslos trockenen Qualitätsweine in der Südpfalz, zu Zeiten, als dort noch alle Welt denaturierte, austauschbare, künstlich gesüßte Weine produzierte und schon der Firmenname ,Naturweingut Rebholz’ eine Kampfansage darstellte!), sich nach dem Krieg entschloss, den väterlichen Weinbau zu übernehmen, war er schon fast 60 Jahre alt.
Nach Forstwirtschaftsstudium und -laufbahn und der Tätigkeit als Kaufmann zwischen den beiden Kriegen sah der „Förster”, wie er im Dorf genannt wurde, im Weinbau allerdings langfristig nur dann eine Chance, wenn es gelänge, die ganze Individualität eines Weines, die durch alle natürlichen Voraussetzungen möglich ist, herauszuarbeiten.
Was er als „Naturweine” bezeichnete, war schon damals viel mehr als der bis heute bei uns übliche Verzicht auf Anreicherung (Chaptalisation und Konzentrierung) und ,künstliche Süßung’ der Weine. Seine Idee baute auf der fast liebevollen Pflege der Reben im Weinberg, extrem selektiver und riskant später Lese, sorgfältiger Traubenverarbeitung und einem äußerst schonenden Weinausbau auf. Die Erzeugung großer Weine jedoch, wusste er, ist nur durch ein manchmal schon fast ,Zocker-ähnliches’ Risiko vor und während der Lese möglich, um genau diejenige Reife der Trauben zu bekommen, die man als physiologisch bezeichnet, denn nach dem Vegetationsabschluss der Rebe werden alle Inhaltsstoffe (Mineralstoffe), welche die Rebe dann nicht mehr zum Funktionieren des Saftstroms braucht, eingelagert.
Diese Vollreife von Trauben lässt sich nicht in Öchsle messen, wie man im Weingesetz von 1971 meinte. Sie ist auch analytisch nicht zu definieren. Aber der ganz unterschiedliche Geschmack von Weinen aus dem gleichen Weinberg, die jeweils zu einem früheren und späteren Zeitpunkt gelesen sind, zeigt diese Unterschiede deutlich auf. Die Art, wie die Säure in die später gelesenen Weine eingebunden ist sowie deren deutlich größere Komplexität und Langlebigkeit, lassen uns Jahr um Jahr dieses große Leserisiko wieder eingehen, um die Weine in ihrer einzigartigen, Individualität zu belassen und konsequent auf lange Lebensdauer anzulegen.”

Und in der Tat: Rebholz’ höchst individuelle rote und weiße Prädikatsweine benötigen tatsächlich Jahre, bis sie ihr komplexes Geruchs- und Geschmacksprofil optimal entfalten. Dann jedoch gehören sie zu den größten Weinunikaten der Welt, von originärem Charakter (wie die Persönlichkeit, die sie geschaffen hat!), singulärer Ursprünglichkeit und infolge ihrer so unterschiedlichen Böden mit einem Terroircharakter versehen, der in der Pfalz unerreicht ist und so Maßstab und Vorbild gleichermaßen wird für die gesamte deutsche Weinkultur, meilenweit von so vielen durchaus leckeren, aber auch belanglosen Pfälzer ,Schmusekätzchen’ entfernt, die heute in Mode sind.

Zudem: Als logische Konsequenz der so unterschiedlichen Bodenformationen innerhalb des Rheingrabenbruchs, die verschiedenen Traubensorten jeweils optimale Bedingungen erlauben, bauen die ,Rebhölzer’ schon seit Generationen Weine in ihrer gesamten großen Rebsortenbreite aus: „Sehr früh erkannte schon mein Großvater die Einflüsse unserer doch extrem unterschiedlichen Weinbergsböden und -lagen auf die verschiedenen Rebsorten. Eine Rebe wächst zwar fast überall, wenn das Klima stimmt, doch sind durch die Unterschiede bei der Bodenzusammensetzung, der Wasserhaltekapazität, der Sonneneinstrahlung, Sonnenscheinstunden und der Kalt- und Warmlufteinflüsse am Ende die Ergebnisse beim Wein ganz verschieden.
Ebenso geht das hohe Durchschnittsalter unserer Reben auf diese Erkenntnisse zurück — auch eine Voraussetzung für große Weine” (Rebholz)! Und so sind diese genialen Naturweine aus ALLEN angebauten Rebsorten definitiv die Referenzweine der Pfalz, welche die Sinfonie ihrer großen Terroirs unter dem einfühlsamen Dirigat von Hansjörg Rebholz in einer glockenklaren, mineralischen, zutiefst emotional berührenden Melodie erklingen lassen. Kategorie persönliche Lieblingsweine!


Lassen Sie mich meine Einführung in die magische Welt der Rebholzchen Weine schließen mit dem dezidierten Urteil des Gault Millau 2005 „über einen der besten deutschen Weinerzeuger”:

„Seit Rebholz regelmäßig im Ausland Erfahrungen sammelt (insbesondere die finessenreichen Weine des Burgund sind ihm Quelle der Inspiration) und zu Hause in Frau Birgit kompetente Unterstützung und Motivation findet, geht er Schritt für Schritt weiter, wobei seine Weine Schliff und Finesse erhalten, ohne den Rebholz-Stil aufzugeben. Seit 1998 hat er seine Weine auf ein Niveau gehoben, das unsere Hochachtung verdient. Nicht nur bei den roten und weißen Burgundersorten, der großen Stärke der Südpfalz, hat er sich in die deutsche Spitze vorgearbeitet. Selbst seine markanten, trockenen Rieslinge gehören zu den besten Deutschlands.
Spezialitäten wie Gewürztraminer oder Muskateller gelingen ihm von Kabinett bis Auslese mit einer Frische und Individualität, die Jahr für Jahr beeindrucken. Ebenso grandios die Roten und die Chardonnays aus dem Barrique sind in Deutschland schwer zu übertreffen. In jedem Jahrgang seit 1998 gehörten seine trockenen Weine zu den feinsten, die in Deutschland erzeugt wurden!”

Zur aktuellen Jahrgangsbeinschätzung 2004 möchte ich Hansjörg Rebholz nochmals selbst zu Wort kommen lassen: „Ein Jahrgang genau nach unseren Vorstellungen! Die Weine probieren sich dank ihrer überall präsenten, durch die späte Lese bis Ende November jedoch stets reifen und perfekt eingebundenen Säure ganz frisch, pikant und elegant. Aufgrund der sorgfältigen Lese entstand eine überragende Klarheit, welche die bei uns jahrgangstypische Mineralität der Weine besonders herausstellt. Dazu trägt auch der äußerst geringe Restzucker bei — beim deutschen Wein mittlerweile eine sehr, sehr große Ausnahme!
Da die meisten Weine in unserer ,fast-wine’ Gesellschaft möglichst früh verkaufbar sein sollen, werden sie vielfach vorher ordentlich ,geschmelzt’, geschönt und geglättet. Schade, dass man das Potential, das Weine aus unserem ,cool climate’ haben könnten, oft so wenig nutzt oder mit modernen technischen Manipulationen gar zur Gänze zudeckt! Wenn man Weine künstlich konzentriert, um sie dicker zu machen, und dann mit der alten Technik chemisch entsäuert, um sie weich zu machen, dann kann nur Plörre dabei herauskommen. Die unmanipulierten Prädikatsweine laufen Gefahr, von fetten Hightech-Weinen ohne Eigencharakter einfach weggefegt zu werden. Wenn wir sie retten könnten, wäre das für Deutschland eine tolle Chance.”

Und wie Recht Hansjörg Rebholz mit dieser Analyse hat und wie sehr er wahren Weinliebhabern aus der Seele spricht, verdeutlicht Stuart Pigott, Intimkenner der deutschen Weinszene: „Jedenfalls sind heute genauso wie vor einer und zwei Generationen die Rebholz-Weine in keiner Weise manipuliert. Der einzige Unterschied zu früher besteht darin, dass man solche Weine damals als Naturweine bezeichnet hat, während sie heute Prädikatsweine heißen”.

Jedenfalls hat Hansjörg Rebholz es im großen klassischen Jahrgang 2004 wieder einmal geschafft: eine vibrierende Selektion „wahrhaft erregender Weine” (Hugh Johnson/Jancis Robinson) und damit meine ganz besondere Empfehlung. Diese große, intellektuelle Winzerpersönlichkeit mit Visionen, in deren wachem Geist die Ideen des Großvaters lebendig bleiben und behutsam weiter entwickelt werden, und seine beseelten Weine sind eine große Bereicherung unseres Programms und wir freuen uns ungemein auf eine spannende Zusammenarbeit in den nächsten Jahren!


970104 Rebholz, Müller-Thurgau Kabinett trocken, Literflasche 2004 1 l 5,80 Euro
Erstmals in der Geschichte von Pinard de Picard bieten wir Ihnen einen Literwein an, da uns dieser grundehrliche, einfach herrlich leckere Müller-Thurgau (eine so oft malträtierte Rebsorte) mit seinen nur 10 Volumenprozent Alkohol Trinkspaß pur bereitet.
Leicht und trocken fließt er über die Zunge, sein schöner Rebsortencharakter verbindet sich mit den Anklängen an seine große Pfälzer Herkunft, ein herrlich süffiger Alltagswein.
Zum Zechen (ab sofort bis Ende 2006) genauso geeignet wie als vorzüglicher Essensbegleiter.



970304 Rebholz, Weißer Burgunder Kabinett trocken 2004 9,25 Euro
Dieser inspirierende, kompromisslos trockene (was für ein Unterschied zu den belanglosen Modeweinen mit Restsüße!) und animierend frische Weißburgunder aus dem ,Sonnenschein’ fasziniert in der Nase durch sein faszinierendes Aromenspiel (Aprikose, Buttercreme, Haselnüsse und eine wunderbare Raucharomatik, die sich aus dem traumhaften Zusammenspiel von Rebe und dem Muschelkalkböden ergibt, denn der Wein hat kein Holz gesehen!) und seine terroirgeprägte Individualität; am Gaumen dicht, konzentriert, kräftig, dabei jedoch auch von verspielter, eleganter Stilistik, angenehm frisch, extraktreich, mineralisch, lang anhaltend.
Ein traumhaft leckerer Terrassenwein, der die Leichtigkeit des Seins an lauen Sommerabenden widerspiegelt und immer wieder Lust macht auf das nächste Glas, aber auch ein fabelhafter Essensbegleiter, der eindrucksvoll belegt, dass gerade die Burgundersorten eine der großen Stärken der Südpfalz sind.
Die Rebsorte Weißburgunder schwingt sich unter den Händen des begnadeten Magiers Rebholz zu ungeahnten Höhenflügen empor und wird damit zu einer echten Alternative auch für Rieslingfreaks wie mich. Bereits dieser herrliche Kabinett demonstriert ausdrücklich, dass im Bereich der Weißburgunder niemand in Deutschland bessere Weine machen kann als Hansjörg Rebholz. Bravo!
Zu genießen ab sofort bis 2008.



970204 Rebholz, Riesling „vom Buntsandstein” Spätlese trocken 2004 12,95 Euro
Der Jahrgang 2004 dürfte einer der größten sein, den Hansjörg Rebholz bisher produzierte. Unglaublich präzise Weine voll strahlender, vibrierender Mineralität und einer pikanten, aber geradezu cremigen Säure, einer dadurch bedingten animierenden Frische und einem sinnlichen Mundgefühl.
Dieser expressive Wein bezaubert mit seiner frischen kräutrigen Aromatik und feinstem Spiel und deutet schon in der Jugend sein breites Fruchtspektrum an, das von Pfirsich, Limone, Honigmelone und Apfel bis hin zu zart exotischen Anklängen reicht und das fast süchtig macht in der Intensität der Aromen, in der Reinheit seiner geschmacklichen Komponenten und dem unverkennbaren authentischen Rieslingcharakter seiner großen Lage mit Anklängen an rauchige Gesteinsnoten.
Eine faszinierende Mischung aus stahliger Mineralität und Komplexität, Kraft, Finesse und Pfälzer Fülle, die nur wenige große Winzer auf die Flasche zu zaubern vermögen. Ein brillanter, sehr harmonischer, höchst individueller Riesling mit enorm viel Charakter.
Vermutlich wird sich dieser grandiose Wein in den kommenden Monaten zu dem entwickeln, was er heute bereits vehement andeutet: Diese großartige Spätlese wird in ihrer ungemein preis,werten’ Klasse einer der attraktivsten und stilistisch prägnantesten Rieslinge Deutschlands sein, gegen den selbst viele wesentlich teurere Großen Gewächse nicht die Spur einer Chance haben.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2006 bis 2009.



970704 Rebholz, Kastanienbusch Riesling Großes Gewächs 2004 24,50 Euro
Aus einer spektakulär schönen Steillage südlicher Exposition mit einem herrlichen Ausblick, einem jener raren Orte, die auf feinfühlige Menschen einen magischen Zauber verströmen, kommt einer der legendärsten Spitzenrieslinge Deutschlands. Die roten Schieferböden, die es in der gesamten Pfalz nur hier im Kastanienbusch gibt, prägen diesen majestätischen, tief mineralischen Riesling auf absolutem Weltklasseniveau, der so anders ist als die großen Rieslinge von der Nahe, dem Rheingau oder Rheinhessen, aber auch anders als alle anderen Pfälzer.
Und hier kommt wieder der Boden ins Spiel, der rote Schiefer, der diesem atemberaubend tiefen Riesling neben der Pfälzer Fülle eine Finesse und Mineralität verleiht, die sprachlos werden lässt vor Freude, wenn Sie diesen fabelhaft schönen Wein genießen dürfen.
Präsent, dicht und sehr mineralisch in der Nase, mit klaren Pfirsich- und Zitrusaromen, aber auch rauchigen, zartherben Noten und floralen (Rosen?) sowie exotischen Anklängen. Ungemein dicht und packend im Mund, großartige mineralische Würze, saftig, präsente, feine, herrlich reife Säure, extrem konzentrierte Struktur sowie eine vibrierend vitale, finessenreiche Textur und ein grandioser, sehr langer, mineralisch geprägter Abgang.
Trinkspaß JETZT und in 10 bis 15 Jahren!



970604 Rebholz, Im Sonnenschein Riesling Großes Gewächs 2004 23,90 Euro
Welch ein phantastisch trockener Wein, (gerade einmal 2g Restzucker und nur 12% Alkohol, Hut ab vor Rebholz und soviel Mut, auf Alkohol und Zucker als Geschmacksträger und Punktesammler zu verzichten!) aus extrem später Lese, welch ein unentwickeltes Rieslingbaby, wohl das genaue Gegenteil eines schmusigen Pfälzer Kätzchens, von enormer Kargheit und abgrundtiefer Mineralität.
Im komplexen Duft Anklänge an Zitrusfrüchte, zarte Röstaromen, Nussnoten, pinke Grapefruit und immer wieder Mineralität (zusammen mit Kellers ,Morstein’ wohl der mineralichste Riesling Deutschlands).
Am Gaumen: „Power without weight”, einfach grandios, überwältigend, ein Riesling, der sprachlos werden lässt. Assoziationen bilden sich, Erinnerungen werden wach, ich träume mit offenen Augen und vernehme Gerüche nach heißen Steinen oder an einen Acker an einen Sommertag, nachdem es geregnet hat: der Dampf steigt auf.... Unglaublich langer Nachhall durch Mineralität und Säure, wie ein Weißwein ihn ganz selten besitzt, ein sehniger Marathonläufer, der gewaltig kommen wird auf Dauer, nach Jahren etwas kuscheliger wird, aber nicht fett, immer von der Mineralität geprägt, großen weißen Burgundern nicht unähnlich.
Welch phantastische reife Säure einer gelben Zitrone, ein intellektueller Wein zur Meditation, aber auch so animierend im Trunk, DER mineralreichste Wein in der Geschichte des traditionsreichen Gutes. Kategorie absoluter Lieblingswein!

Bitte nicht missverstehen: Der ,Kastanienbusch’ ist ein ganz großer Riesling, der sicherlich auch in den meisten Bewertungen besser abschneiden wird als der ,Sonnenschein’ und der definitiv auch in 2004 zu den 6 besten Rieslingen in ganz Deutschland gehört! Doch wie schon der charismatische Großvater von Hansjörg Rebholz („Der Sonnenschein ist immer die Liebe auf den zweiten Schluck”) habe ich persönlich wohl eine engere innere Affinität zum Sonnenschein, der spröder ist in seiner Jugend, fordernder, ,intellektueller’, der erobert werden will.
Darf ich zu diesen beiden wahrhaft Großen Gewächsen eine bedeutende Stimme der deutschen Weinszene zitieren, Stuart Pigott, der in seinem unbedingt lesenswerten Werk „Schöne neue Weinwelt” angesichts einer Verkostung beider Rieslinge ins Schwärmen gerät, aber die Weine stilistisch wohl anders bewertet als meine Wenigkeit:
„Ich war glücklich, eine Kostprobe des ,Im-Sonnenschein’-Riesling zu ergattern, und noch glücklicher, als der Wein in meinem Mund war. Ein großer goldener Engel stieg mit weit ausgebreiteten Flügeln in den glänzenden Himmel auf. Der Riesling aus dem Kastanienbusch erinnerte hingegen an ein Stilleben von Chardin, unglaublich feingliedrig, still und kühl — eine Schale Erdbeeren und eine Vase mit frisch gepflückten Kräutern — , prägte sich aber tief ins Gedächtnis ein. Der Boden der Lage Im Sonnenschein besteht aus Buntsandstein, während der im Kastanienbusch Rotliegendes ist, also Schiefer, und die Weine schmeckten ebenso unterschiedlich, wie diese Böden aussehen”.
Diese Quintessenz Pfälzer Rieslingkultur braucht noch mindestens drei Jahre der Reife, zu genießen bitte erst ab 2008 bis nach 2015.



Die folgenden herausragenden Weine von Hansjörg Rebholz, Liebhabern deutscher Weinkultur ein großer Bergriff und sehr gesucht, sind ebenfalls bereits eingetroffen, werden aber aus Platzgründen erst in der nächsten Pinwand beschrieben:

970504 Rebholz, Im Sonnenschein Weißer Burgunder Großes Gewächs 2004 23,90 Euro



970903 Rebholz, „R” Chardonnay Spätlese trocken 2003 21,50 Euro



970404 Rebholz, Albersweiler Latt Gewürztraminer Spätlese 2004 21,90 Euro



970802 Rebholz, Im Sonnenschein „R” Spätburgunder Großes Gewächs 2002 27,90 Euro



Herzliche Grüße aus Saarlouis,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann