Weingut Friedrich Becker - Schweigen

Friedrich Becker 2014:
Tänzelnd feine Burgunder mit der gewohnten Substanz.
Ein Traumjahrgang!

Friedrich Becker

Gault Millau: „Kaum jemand sonst kann eine so lückenlose Reihe großer Spätburgunder aufstellen,
die längst schon seinen exzellenten Vorbildern aus der Bourgogne Paroli bieten können“
.

Der „alte Fritz“, und sein kongenialer Sohn, der „junge Fritz“, die seit Jahren gemeinsam verantwortlich zeichnen für die sensationellen Qualitäten aus dem beschaulichen Ort Schweigen in der Pfalz, sind deutsche Weinikonen! Kürzlich besuchten wir das Weingut, um den aktuellen Jahrgang, bei den Rotweinen reden wir hierbei über 2014 (!), zu verkosten. Fritz Junior hat im Jahrgang 2014 wunderbar präzise und erfrischende Burgunder auf die Flasche gezogen. Mehrmals haben wir uns nun durch das eindrucksvolle Sortiment probiert, und, da die Weine so viel Spaß machten, auch getrunken und dazu die Weinberge begutachtet. Nicht nur die Blüte ist dieses Jahr besonders früh und sprießt, auch die Böden zeigen sich wunderbar vital. Eine wunderschöne Interpretation des Grauburgunders ist Fritz Becker mit dem ‚Kalkmergel 2017’ gelungen. Ein stoffiger und anspruchsvoller Grauburgunder, mit Kupferreflexen in der Farbe. Unser Grauburgunder des Jahres! Deutsche Spitze sind auch die Großen Gewächse St. Paul und Kammerberg, die sehr würzig und fein ausfallen. Ganz oben steht der Heydenreich aus einer nur 0,8ha kleinen Parzelle. Und außerdem konnten wir ein wenig Zukunftsmusik lauschen. So hat Fritz Junior vor einiger Zeit begonnen, in einer fantastischen Lage, die auf einem Kalksteinsockel thront, alte Gewürztraminerreben umzuveredeln. Auf 0,8ha stehen hier jetzt Pinot Noir, die er mittels der auch im Burgund üblichen, Selection Massale’ aus eigenen Weinbergen gedeihen ließ. Der Wein wird unter der Bezeichnung „La Belle Vue“ gefüllt werden und feiert mit dem Jahrgang 2014 sein Debüt. Auch wenn noch nicht klar ist, wann der Wein erscheinen wird, so haben wir hier einen von rotkirschiger Frucht und Feinheit geprägten Burgunder verkosten dürfen, der für uns in Deutschland zukünftig neben Kellers Morstein-Spätburgunder eine neue Benchmark setzen könnte. Pinot Noir zum Verlieben! Und die ersten Top-Chardonnay-Anlagen im Großen Gewächs St. Paul sind schon gepflanzt. Es bleibt also spannend im Hause Friedrich Becker. Die Zukunft sieht hier rosig aus und wir freuen uns, Ihnen diese beiden neuen Weine in der Zukunft anzubieten. Das Weingut Friedrich Becker zählt zur absoluten Spitze deutscher Burgunderkunst!

Friedrich Becker
Kein Wunder: Ein großartiges Terroir, steile Hanglagen und sanfte Hügel, traumhafte Reben aus bestem, teilweise uraltem genetischen Material und eine vorbildliche Weinbergsarbeit tatkräftiger Menschen gehen bei unserem Kleinod aus der Südpfalz eine unübertreffliche Synthese ein! „Unseren größten Reichtum behandeln wir nicht selten wie Dreck. Das Erd-Reich“. Friedrich Becker nimmt kein Blatt vor den Mund. Unangepasst ist er. Ein engagierter Charakterkopf. „Der herbe Duft des Bodens zwischen Tau und Tag, beim ersten Gang durch den Weinberg, sagt der Nase des Winzers alles über den Zustand seines Weinbergs.“ Und damit über seinen wertvollsten Besitz. Dieses ihm anvertraute Erd-Reich in seinem natürlichen Gleichgewicht lebendig und vital zu erhalten, gebietet der Respekt vor der Natur. Aber auch das ureigenste Interesse. Denn nur auf dieser Grundlage wächst Qualität. Hier im Grenzland zwischen Vogesen und Pfälzerwald, wo das Elsass die Pfalz berührt, sind die Böden mit besonderem geologischem Reichtum gesegnet. Neben Buntsandstein besitzt die Region jene Melange aus Kalk, Mergel und Ton, wie sie auch das Burgund auszeichnet. Nicht zufällig also hat Vater Becker hier vor über 40 Jahren Pinot Noir gepflanzt. Und mittlerweile ist aus einer vagen Hoffnung und einer großen Vision süße Realität geworden: Friedrich Becker ist, Schritt für Schritt, zu einem der besten Spätburgunderwinzer Deutschlands avanciert. Die tatkräftigen Beckers sind sich einig: „Der beste Dünger eines Weinbergs sind die täglichen Fußstapfen seines Winzers. Im Keller dürfen wir nur mehr keine handwerklichen Fehler machen, arbeiten nur mit Schwerkraft, ohne Pumpen, und so schonend wie irgend möglich, um nur die feinsten Tannine aus der Traubenhaut zu extrahieren. Doch unsere mineralischen Weine werden nie besser sein als das Lesegut, das zum Hoftor hereinkommt“, lautet das einhellige Urteil von Vater und Sohn! Und in solch vorbildhafter inneren Einstellung liegt die Dominanz dieser genialen Rotweinwinzer.

Der Schweigener Betrieb verfügt über geniale Terroirs. Mit den Großen Gewächsen aus den drei Lagen Kammerberg, St. Paul und Heydenreich, die im Grenzgebiet Pfalz/Elsass überwiegend auf französischer Seite liegen, gelingt ihnen ein Trio exzellenter Pinot Noirs. Der Kammerberg, mit ältesten Reben gepflanzt im Jahrgang 1967, ist dabei immer der maskulinere, in der Jugend kräftigere Pinot Noir, wohingegen die Lage St. Paul durch ein charmantes Bouquet und viel Feinheit im jugendlichen Stadium geprägt ist. Die direkt darüber liegende Lage, welche wie ein Hochplateau über dem steilen St. Paul thront, stellt die bisherige Krönung der Pinot Noirs dar. Die Reben müssen sich hier regelrecht durch den harten Kalk bohren, der schon nach wenigen Zentimetern auftritt. Das stresst die Pinot-Noir-Rebe, wozu sie sich zu Höchstleistungen anstrengen muss, um an Wasser und Nährstoffe zu kommen.

Seitdem Friedrich Becker Junior den Großteil der Vinifikation übernommen hat, wirken die Weine auf uns nochmals, als seien sie dem französischen Vorbild, Burgund, etwas näher gerückt. Dabei zeichnet die Rotweine des Hauses eine für Deutschland ungewöhnliche Struktur aus. Die Pinot Noirs haben hier, ähnlich wie im Burgund Weine der Appellationen Gevrey-Chambertin und Vosne-Romanée, eine markante Gerbstoffstruktur, die als Reifungsgerüst dient. Auch die Frucht fällt im Hause Becker stets etwas dunkler aus, ohne dabei Aromen aus dem Holz zu ziehen. Fritz Becker hat sich über die Jahre viele Techniken angeeignet, um Pinot Noir nach seinen Idealvorstellungen zu vinifizieren. Er setzt auf eine frühe Entblätterung der Trauben, sodass die jungen Beeren mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr eine dicke Haut bekommen. „Wie Menschen, die im Frühsommer erst mal eine gewisse Grundbräune bekommen müssen, um dann für die folgenden Hitzeperioden geschützt zu sein, muss auch die Traube möglichst früh dickschalig werden, um dann eben keine hitzigen Noten durch zu starke Sonneneinstrahlung zu entwickeln.“ Die Weinberge sind bestens gepflegt. Das bedeutet mitnichten, dass hier akkurat geschnittene Hecken und kunstrasenartige Böden vorliegen. Nein, wer einmal durch den Kammberberg oder St. Paul gelaufen ist, muss sich regelrecht durchschlagen und läuft durch begrünte Böden, voll Wildsaaten und kann sich an der Biodiversität der Weinberge erfreuen.

 

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