Weingut Keller - Rheinhessen

Keller 2017
Balsam für die Seele... und ein Best ever!
(Jancis-Robinson.com, April 2018)

Weingut Keller
Foto: © Axel Nixdorf

Jedes Jahr um diese Zeit freuen wir uns, wenn das fertige Keller-Mailing auf unserem Tisch liegt. Bildet es doch mittlerweile schon fast traditionell den Startpunkt für die Präsentation der besten Weine Deutschlands aus dem neuen Jahrgang und ist gleichzeitig ein absoluter Höhepunkt in unserem Weinjahr.

Der Winter ist vorüber, und wir wissen, dass es vielen unserer Kunden ähnlich geht wie uns: Über allem schwebt die Frage, wie er denn nun geworden ist, der neue Jahrgang? Viele Telefonate wurden in den letzten Monaten geführt, unzählige Mails hin und her geschickt, alle Informationen, die in der Fachpresse veröffentlicht wurden, interessiert studiert. Im Kopf entsteht langsam ein Bild. Aber die Erfahrung der letzten Jahre, wo frühzeitig Jahrgänge in höchsten Tönen lobgepriesen wurden oder bereits noch vor Abschluss der Ernte der ewigen Verdammnis preisgegeben wurden, hat uns eines gelehrt: all diese Worte sind nur Schall und Rauch, oder, um es leicht abgewandelt mit den Worten Otto Rehagels, legendärer Meistertrainer des glorreichen (okay, ist schon etwas her) FCK auszudrücken: „Die Wahrheit liegt im Glas!“

Auch in diesem Winter waren wir wie in jedem Jahr bereits viel unterwegs, um frühstmöglich einen Eindruck vom neuen Jahrgang zu bekommen. Und wie in jedem Jahr freuen wir uns geradezu wie kleine Kinder auf Weihnachten, wenn es nach Rheinhessen zu Julia und Klaus Peter Keller geht.

Uns packt fast schon fiebrige Erregung, wenn die erste Verkostung der neuen Weine von Klaus Peter Keller ansteht und wir ungeduldig und voller Anspannung die Stufen zum Probekeller hinabsteigen können, wenn sich die Tür öffnet und wir endlich, endlich, den ersten Schluck des neuen Jahrgangs im Glase haben.

Denn, wir ahnen es nicht nur, nein, wir wissen, vor uns liegt die erste Verkostung absoluter Weltklassegewächse. Waren wir doch im letzten Herbst mehrmals zusammen mit Klaus Peter in den Weinbergen unterwegs und haben die großartigen Träubchen gesehen, die Julia und Klaus Peter mit ihrer Lesemannschaft liebevoll in die Herbstbütten geerntet haben. Das sah schlichtweg fantastisch aus und ließ uns bereits einen ersten Eindruck gewinnen, was bei der Jahrgangsverkostung da auf uns zukommen wird.
 

Weingut Keller
„Keller, die Weinikone, vinifiziert die heiß begehrtesten Weine Deutschlands“ - WineEnthusiast
Foto: © dieth + schröder
Aber lassen Sie uns etwas weiter ausholen.
In diesem Jahr dürfen wir ein kleines Jubiläum feiern: Seit 15 Jahren begleiten wir nun schon unsere Freunde Julia und Klaus Peter auf ihrem Weg, und es ist eine große Freude, die geradezu märchenhaft anmutende Entwicklung des Weingutes zu beobachten, produziert es doch heute mit die begehrtesten und wertvollsten Weine weltweit.

Und auch wir haben uns in dieser Zeit entwickelt. 15 Jahrgänge lang erleben wir nun schon die Höhen und Tiefen, die ein Winzer wie Klaus Peter im Laufe eines Weinjahres durchmachen muss. Je näher wir an ein Weingut herangerückt sind, je intensiver die Zusammenarbeit wurde, umso mehr ist aus einem ‚erleben’ ein ‚durchleben’ geworden. Und wir ertappen uns dabei, abends den Wetterbericht nicht mehr in Bezug auf unsere Heimatregion, das Saarland, zu hören, sondern wir blicken gebannt nach Rheinhessen (oder auch an die Nahe oder die Pfalz), und bekommen schwitzige Hände und manchmal sogar eine unruhige Nacht, wenn von Gewitterneigung, Starkregen oder Hagelschlaggefahr die Rede ist, wenn im Frühling Fröste angesagt werden, und es werden von uns Niederschlagtabellen studiert, in Hoffnung, dass es davon nicht zu viel und nicht zu wenig geben möge. Aber all dies ist nichts gegen die Achterbahn der Gefühle, die Julia und Klaus Peter im Jahrgang 2017 erleben mussten.

Bei der Präsentation des letzten Jahrgangs 2016 schrieben wir vom „Wunder im Weinberg“ und benutzten dabei die Geschichte des legendären Endspiels der Fußball-WM 1954 in Bern und Deutschlands erstem Gewinn eines WM-Titels nach einem verheerenden Krieg, um zu versinnbildlichen, dass auch ein verloren geglaubtes Spiel gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner durch unermüdlichen Einsatz, Kampfesgeist und aufopferungsvolle Arbeit zu einem sensationellen Ergebnis führen kann: in Klaus Peters Fall u.a. zur Traumbewertung des Pettenthal GG’s mit 100 Punkten für einen trocken Riesling! Und nach diesem herausfordernden Jahrgang hätte kein Winzer der Welt etwas dagegen einzuwenden gehabt, wenn 2017 ein Bilderbuchjahrgang ohne jede Aufregung geworden wäre, aber es sollte anders kommen.

 

„Qualität statt Quantität
Die kleineste Ernte der Weingutsgeschichte seitdem hervorragenden Jahrgang 1971!
Aber: 2017 ist ein Jahrgang mit großem Potenzial“
- Klaus Peter Keller

Weingut Keller
2017: Wo ist er denn nur geblieben, der ganze Wein?
Foto: © Cira Moro
Doch lassen wir an dieser Stelle nun Klaus Peter selbst zu Wort kommen mit seinem schon traditionellen Jahrgangsbericht aus erster Hand, mittendrin statt nur dabei:

 

Liebe Freunde von Pinard de Picard,

der neue Jahrgang lässt sich am besten mit den Worten umschreiben:
„Zum Lachen und zum Weinen schön!“
Warum dies?

Der faszinierende 2017er Jahrgang ist eine Dimension für sich. Mengenmäßig der kleinste seit dem hervorragenden 1971er bei uns im Betrieb. In zahlreichen Parzellen lag die Erntemenge kaum über 20 hl/ha beim Riesling, bei den roten Burgundersorten war es teilweise sogar noch weniger.

Natürlich sind wir darüber traurig, denn wir wissen schon jetzt, dass wir viel zu wenig Wein im Keller haben, um alle unsere Kunden zufrieden zu stellen. Aber der Jahrgang 2017 macht uns aus qualitativer Sicht enorm viel Freude und erfüllt uns auch mit Stolz.

Der Jahrgang 2017 besitzt viele Merkmale der erstklassigen Jahrgänge 2001 und 2004. Die reife und durchdringende Noblesse von 2001, kombiniert mit der eleganten Rasse und dem Extrakt des 2004er Jahrgangs. Liebe Weinfreunde, sollten Sie noch Flaschen aus diesen beiden Jahren in Ihren Kellern haben – sie sind zu wahren Glücksbringern herangereift, und auch ein kleiner Vorgeschmack darauf, was wir in zehn oder mehr Jahren von den besten 2017ern erwarten dürfen. Ein Jahrgang mit großem Potenzial.

Nach einem frostigen Frühjahr gewann das Jahr 2017 schnell an Fahrt und das junge Grün spross drei Wochen zu früh aus den Reben. Nur knapp schlitterten wir im April bei Temperaturen bis -3,5°C an größeren Frostschäden vorbei. Andere Regionen hatten da weniger Glück und zahlreiche Wein- und Obstbauern verloren zu diesem frühen Zeitpunkt bereits 50-100% ihrer Ernte. Diesen unerwarteten Frostschock mussten unsere Reben erst einmal verdauen – und wir auch!

Die Vegetation schien über Wochen in den Winterschlaf zu fallen, bis sommerliche Temperaturen ab Mitte Mai das Laubwandwachstum deutlich beschleunigten. Im viel zu trockenen Juni dürften sich unsere Reben wieder wie Wanderer in der Wüste gefühlt haben. Nicht einmal die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags war in den ersten sechs Monaten gefallen. Glücklicherweise kam der ersehnte Regen dann Ende Juli und ein kühler, feuchter August ließ die Reben und uns durchatmen. Wachstum und Reife verliefen langsam. Die für die Versorgung der Reben so wichtigen Wasservorräte waren aufgefüllt und alles deutete auf eine ruhige und entspannte letzte Reifephase hin. Die kleinen Trauben hingen wie gemalt am Stock.

Am 25. August gegen Abend machte allerdings ein schwerer Hagelschlag in Gundersheim und Westhofen alle Hoffnungen auf eine reiche Ernte im Herbst von einer Minute auf die andere zunichte.

Ich stand zu dieser Zeit mit unserem Sohn Felix im Hof unter der Überdachung. Felix Gesicht war blass wie Kalk. Die Hagelkörner hämmerten aufs Dach und wir mussten tatenlos miterleben, wie unsere Arbeit eines ganzen Jahres innerhalb von wenigen Minuten zunichte gemacht wurde. So schien es zumindest in diesem Moment. Als sich die Sonne irgendwann wieder blicken ließ, blieb uns keine Zeit zum Trübsal blasen. Es musste weitergehen! Also sprangen wir schnell in den VW-Bus und kontrollierten Weinberg für Weinberg die Schäden, die das Unwetter angerichtet hatte.

Zum Glück waren die Ausfälle in Dalsheim geringer als befürchtet. In Westhofen allerdings waren Morstein, ABTS E und Teile des Kirchspiels stark betroffen. Hätte es danach weiter geregnet – wir hätten wohl einen Großteil unserer Ernte verloren. Zu unserem großen Glück blieb es in der Folgezeit aber trocken. Der Wettergott schien einiges wieder gut machen zu wollen und schickte uns einen traumhaften Altweibersommer. Die angenehm warmen, trockenen Tage und kühlen Nächte trockneten die angeschlagenen Beeren aus und ließen die Aromen in den noch gesunden Beeren explodieren.

Weingut Keller
„Endlich wieder großartige Süßweine! Die besten Fässer aus 2017 besitzen das Potenzial,
zu flüssigen Legenden zu werden“
- Klaus Peter Keller
Foto: © dieth + schröder
Die kleine Ernte am Stock entwickelte sich langsam und profitierte Ende September von Nachttemperaturen um die Null Grad. Die Frucht in den Beeren wurde weiter verfeinert, die Säure hingegen nur langsam veratmet. Mit enormem Aufwand sortierten wir die Trauben bei der anschließenden Lese. Teilweise musterten wir jede Beere einzeln am Stock. Nur die besten schafften es in die kleinen Bütten, in denen wir abends den Ertrag nach Hause brachten. Doch wenn nach einem langen Erntetag mit 25 Helfern, statt 4000 bis 5000 Liter nur 800 bis 1000 Liter von der Presse laufen, fällt es manchmal schwer, sofort das Positive zu sehen. Ganz anders mein Vater Klaus, der strahlend an der Presse stand und sagte: „Viel und gut geht nur ganz selten. Die Trauben sehen doch traumhaft aus!“ Und natürlich hatte er Recht! In seinem 52. Herbst konnte ihn aber auch rein gar nichts mehr aus der Ruhe bringen.

Nur mit viel Geduld und Risikofreude schafften wir es, im Jahrgang 2017 großartige Qualitäten zu erzeugen. Wer übereilt versuchte zu retten, was zu retten ist, bekam meist grüne, unreife Qualitäten mit fehlender Balance ins Fass.

Ganz ehrlich: ich bin selbst ein wenig überrascht von der Güte des Jahrgangs. Und genau das ist es, was wir alle am Winzerberuf so sehr lieben: Auch nach 30 oder 50 Ernten kann man immer noch so viel dazulernen, und erlebt immer wieder Überraschungen. Ein besonders wichtiger Einflussfaktor für die Qualität des Jahrgangs ist mit Sicherheit die geringe Erntemenge. Dennoch müssen noch ganz viele weitere Dominosteinchen in die richtige Richtung fallen, um aus einem guten, einen besonders guten, oder gar großen Jahrgang werden zu lassen!

Der Rebstock als Marathonläufer

Liebe Weinfreunde, stellen Sie sich den Rebstock einmal als Marathonläufer vor, und die 120-130 Tage von der Blüte bis zur Ernte als die 42,195 km lange Strecke, die er überwinden muss. Nach der Blüte entwickeln sich die jungen Gescheine am Stock ganz langsam zu ausgewachsenen Trauben. Auf dem Weg dahin muss der Rebstock versorgt werden, d.h. er benötigt ein gesundes Bodenleben und Regen, die es ihm ermöglichen, die Spurenelemente aus dem Boden aufzunehmen. Ganz genauso, wie ein Marathonläufer an der Verpflegungsstation nach Obst oder Wasser greift. Verpasst er die Verpflegungsstation, kann das für ihn schnell zum Problem werden. Er dehydriert, seine Muskeln übersäuern und sein Stresslevel steigt. Ganz ähnlich geht es unserem Rebstock im Weinberg. Je reifer die Trauben werden, desto wichtiger ist es für ihn, Nährstoffe in ausreichender Menge zu bekommen. Waren Januar bis Juni noch viel zu trocken (Wanderer in der Wüste), kam uns die Natur mit erlösendem Nass (in Juli und August fielen über 200mm Niederschlag) sehr entgegen. Die Böden waren nun ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt, die Reben und wir konnten durchatmen.

Bis, ja … bis es zum Hagel kam – kurz vor dem Weichwerden der Beeren oder etwa bei km 35, um im Bild des Marathonlaufs zu bleiben.

Was würde nun passieren, wenn wir unserem Marathonläufer die Gewichtsmanschetten abnehmen könnten? Genau! Er würde, von schwerer Last befreit, dem Ziel nur so entgegen stürmen. In etwa so dürften sich unsere Reben gefühlt haben, als der Hagel Ende August den Ertrag am Stock stark reduzierte. Sie sind so richtig durchgestartet und haben umso mehr wertvolle Inhalts- und Aromastoffe in den verbliebenen, gesunden Trauben eingelagert.
 
Weingut Keller
Das ganze Jahr über im Weinberg? Ja, das ganze Jahr über im Weinberg, auch bei frostigen Minustemperaturen. Hier Klaus Peter beim Ausbringen des eigenen Komposts im März.
Dies alles funktioniert natürlich nur dann perfekt, wenn auch die Witterungsbedingungen ideal sind, d.h. die Böden nicht zu feucht und die Temperaturen nicht zu hoch sind. Beides traf im Herbst 2017 zu: Die Niederschlagsmengen in September und Oktober lagen um fast 40 Prozent unter dem langjährigen Mittel und bereits in der zweiten Septemberhälfte gab es Nächte, die von der Temperatur nicht weit vom Gefrierpunkt entfernt lagen. Idealbedingungen für das langsame Heranreifen einer kleinen Ernte, ideal zur langsamen Aromen-Ausreife und ideal, um die stabile Säure in den Beeren zu erhalten. Dazu haben wir dann so viele Arbeitsstunden im Weinberg investiert wie nie zuvor! Nie zuvor haben wir so penibel am Stock sortiert und zum Glück kann man die ganze harte Arbeit nun auch im Glas schmecken.

Denn in der breiten Masse wird es in diesem – gleichzeitig die Sensibilität und Tatkraft des Winzers fordernden – Jahrgang in Deutschland auch einige Weine geben, die nicht das Niveau der Vorjahre erreichen dürften. In der Spitze profitieren die besten 2017er Weine aber von den äußerst geringen Erträgen, die für geschmackliche Tiefe, Ausdruck und Komplexität der Weine sorgen. Und das nicht nur im trockenen Bereich.

Nachdem es uns in 2016 leider nicht möglich war Trockenbeerenauslesen zu ernten, sind in 2017 betörende Meisterwerke mit perfekter Botrytisprägung und strahlender Säurestruktur gewachsen. Dazu herrlich beschwingte Auslesen und fröhlich auf der Zunge tänzelnde Spätlesen und Kabinette, für die man sich bereits jetzt frühsommerliche Temperaturen wünschen würde.

Strahlende Spätburgunder – rotbeerige Frucht, tiefdunkles Rubin, qualitativ definitiv ein Superjahrgang – in Frucht und Stil dem jungen 2010er nicht unähnlich. Der Feuervogel ist rauchig, erdig, extraktreich und komplex, ein allerbester Botschafter rheinhessischer Lebensfreude und ein großartiges Geschenk der Natur! Unsere weißen Burgunder sind in bester Balance: feine Kalksteinfrucht mit dichtem Schmelz und Extrakt.

Die Hingabe und Leidenschaft unseres Ernteteams war wieder einmal eindrucksvoll und wir werden uns mit jedem Schluck des neuen Jahrgangs daran erinnern können, denn gerade die Rieslinge – vom „von der Fels“ bis zu den Großen Gewächsen und dem G-Max –, die bis 10. Oktober geerntet wurden, sind Glückstropfen im Glas. Rassige und teils ungestüme Jungweine voller Energie und Kräuterwürze, die unsere Herzen galoppieren lassen. „Wie vierblättrige Kleeblätter in flüssiger Form“, meinte meine Frau Julia begeistert nach dem Verkosten der Riesling- und Rieslanerfässer im Dezember. Recht hat sie! Die besten Fässer aus 2017 besitzen das Potenzial, zu flüssigen Legenden zu werden.

Ganz herzlichen Dank meinem Team
und viel Genuss den Kunden meiner Freunde von Pinard de Picard!“

 

Weingut Keller
Weingut Keller

Unser herzlicher Dank geht an Klaus Peter für diesen ausführlichen Bericht, der uns alle etwas nachvollziehen lässt, wie hilflos der Mensch den Kräften der Natur ausgeliefert ist. Wie unendlich viel Gutes kann sie uns schenken, aber in wie wenigen Augenblicken auch wieder so viel nehmen und die Arbeit eines ganzen Jahres vernichten. 2017 ist ein Jahrgang, der uns dieses ganz drastisch vor Augen führt, bündelt er doch beide Aspekte wie in einem Brennglas in den fertigen Weinen: was haben wir hier nur für grandiose Gewächse im Glas, und wie schmerzhaft gering sind die verfügbaren Mengen. Qualität statt Quantität! Im Prinzip ein Jahrgang, der die Stärken der Kellers voll und ganz betont, ja vielleicht sogar nochmals anspornte das Bestmögliche zu erzielen. Klaus Peter selbst sieht den Hagelschlag Ende August in Kombination mit den darauffolgenden hervorragenden Wetterbedingungen im September im Nachhinein als Katalysator bzw. Ursache für die außerordentliche Güte der Weine, wirkte er doch wie eine natürliche grüne Lese, die neben den bedauerlichen Mengenverlusten gleichzeitig einen Extraschub an Aroma, Dichte und Komplexität in den Beeren auslöste. Die noch hefetrüben Jungweine erinnern ihn im trockenen Bereich an die großen Jahre 2001 und 2004. Die noble Frucht der 2001er und die Rasse und Feurigkeit der 2004er – all das mit dem richtigen Maß an Kräuterwürze und Extrakt gepuffert. Und ja, es stimmt. Mehrmals haben wir die Weine nun verkosten können. Es kommt Großes auf uns zu. Auch die ersten Kommentare der Journalisten, die bereits das Vergnügen hatten, die Weine probieren zu können, darf man getrost als euphorisch bezeichnen: Die Grande Dame des britischen Weinjournalismus, Jancis Robinson,veröffentlicht auf ihrer Website die ersten Eindrücke, sie kommen einem Ritterschlag gleich:

„Sheer Riesling perfection!“
„The most intense vintage I have tasted.“

„Kellers 2017er sind von rasierklingen-scharfer Präzision und Frische – alles perfekt miteinander verwoben – die Weine werden eine großartige Zukunft haben und mit zunehmender Reife weiter an Komplexität gewinnen. Die Präzision der Aromen, der klar abgegrenzte Ausdruck der Böden, die wunderbare Balance aus Tiefe und Purismus waren für mich die beste sensorische Erfahrung, die ich mir jemals hätte wünschen können.“

Und ein „Best-ever“ bekommt auch Klaus Peter nicht alle Tage zu hören, dafür liegt die Latte der vergangenen Jahrgänge schon extrem hoch.

Nebenbei bemerkt: Was uns besonders freut an den Ausführungen ist die Beschreibung eines professionellen Dilemmas, welches wir selbst nur zu gut kennen. Die „seriöse Verkostung solch rasiermesser-scharfer Weine schließt das Schlucken aus.“ Gut gesprochen, genau dies ist auch unser Ansatz.
Und es ist beruhigend, dass scheinbar nicht nur wir immer wieder in der Praxis kläglich daran scheitern, diese theoretische höchst professionelle Prämisse auch wirklich in die Tat umsetzen zu können, was soll man aber auch machen, wenn die Weine dazu keine Chance lassen. Denn spätestens mit der Verkostung der spektakulären Süßweine setzt die Ratio aus:

„Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe die letzten Weine der Probe heruntergeschluckt – sie waren wie Balsam für die Seele.“

Die Verkostung der Süßweine war großartig, fast schon mythische Momente voller Glück und Hingabe, und gleichzeitig ein grandioses Versprechen für die Zukunft!

Unsere Kunden stellen uns immer wieder die Frage, was denn im Detail bei den Kellers nun so anders gemacht wird als sonst in der Weinwelt. Angeregt durch diese Nachfragen haben Klaus Peter und Julia sich hingehockt und einmal für Sie die wesentlichen Punkte ihrer Arbeit in Weinberg und Keller zusammengefasst. Gerne veröffentlichen wir hier die 10 Maximen unserer sympathischen Familie, die erklären, wie Keller-Wein entsteht:

Enge Gassen Tiefe Wurzeln Alte Reben

UNSERE BÖDEN

Weingut Keller
  1. Unsere alten Reben sind tief verwurzelt, sie überstehen auch trockene und karge Jahre. Die Reihen sollten eng, die Reben dicht gepflanzt sein. Denn natürliche Konkurrenz durch hohe Stockdichte führt zu noch besserer Qualität. In den großartigen Kalkstein- & Schieferlagen unserer Region besitzen wir häufig die ältesten (und engsten!) Rebberge, die wir liebevoll hegen und pflegen, auch wenn der zeitliche Aufwand dafür nicht unerheblich ist. Zum Weingut gehören 10 Große Lagen, die zusammen 12,65 ha Rebfläche umfassen.
  2. Mit Gesteinsmehlen, ökologischen Düngern sowie Mulchpräparaten steigern wir die Widerstandsfähigkeit unserer Reben gegen Krankheiten und Schädlinge und verbessern so die Bodenstruktur. Das natürliche Wurzelwachstum in tiefere Bodenschichten wird gefördert und die Nährstoffverfügbarkeit der Pflanzen verbessert.
  3. Unsere Steillagen bewirtschaften wir von Hand, in Hang- und Flachlagen achten wir auf Traktoren mit geringem Gewicht, um Bodenverdichtungen zu vermeiden. Zahlreiche Arbeitsgänge werden auch hier von Hand verrichtet.

UNSERE REBEN
 
Weingut Keller
  1. Ein Großteil der Reben, die heute in unseren besten Lagen wachsen, hat Hedwig Keller bereits in den 60er und 70er Jahren selektiert und von der Saar mit zu uns nach Rheinhessen gebracht. In unseren alten Anlagen pflanzen wir nach Bedarf lieber jüngere Reben nach, als die alten zu roden. Wir nutzen eigene Selektionen mit oft ganz alter Genetik, um möglichst viele unterschiedliche Charaktere in unseren Weinbergen einzufangen. Wie in einer intakten Großfamilie sitzen und leben hier mehrere Rebgenerationen zusammen im Weinberg. Die Vielfalt im Rebberg ist eine wichtige Grundlage großer, komplexer und langlebiger Weine.
  2. Bis in den März hinein führen wir den Winterrebschnitt durch. Einige fruchtbare Augen an der ausgewählten Fruchtrute werden während dieser Arbeit bereits entfernt, um die Ertragsmenge zu verringern und die Durchlüftung in der Laubwand zu verbessern.
  3. Im Juni und Juli brechen wir vorsichtig von Hand überzählige Triebe weg, dadurch reduzieren wir weiter den Ertrag und verbessern die Belichtung. Bis in den August hinein stellen wir unsere Reben – Trieb für Trieb – von Hand gerade um ein schnelles Abtrocknen von Trauben und Blättern nach Niederschlägen zu garantieren. Dadurch beugen wir auch dem Aufkommen von Schadpilzen vor. Wir führen einen sehr späten ersten Laubschnitt durch, in einigen alten Top-Parzellen schneiden wir gar nicht, sondern flechten das Laub ein, um jeglichen Stress für die alten Pflanzen zu vermeiden und ihre natürliche Wuchskraft zu fördern. Jede Parzelle bekommt ihr individuelles Pflegekonzept.

UNSERE TRAUBEN
 
Weingut Keller
  1. Die lange und langsame Ausreife der Trauben am Stock ist unser Ziel (Niedrigtemperaturgaren). Das Risiko der späten Ernte gehen wir ein, um Ende Oktober und manchmal auch im November noch vielschichtigere und ausdrucksstärkere Trauben ernten zu dürfen.
  2. Wir ernten von Hand in 15kg-Kisten oder Kippwägen, die die Trauben nur unter Ausnutzung der Schwerkraft in die Kelter transportieren. Darüber hinaus sortieren wir am Stock und auf Sortiertischen von Hand. Drei Keller- Generationen, mit Erfahrung von zusammen bald 100 Herbsten, kümmern sich um Ernte, Verarbeitung und Einlagerung des neuen Jahrgangs
  3. Im Keller ist kontrolliertes „Nichtstun“ unser oberstes Gebot, die Erhaltung des natürlichen Potenzials der Trauben, die wir im Weinberg geerntet und im Weingut gekeltert haben. Oftmals über Monate vergären die Moste im alten Holzfass oder Edelstahl – je nach Sorte und Jahrgang. Für jede Weinbergsparzelle (und ist sie noch so klein) haben wir das passende Fass im Keller, bei edelsüßen Spezialitäten können das manchmal auch nur 20 Liter oder sogar weniger sein.
  4. Die Jungweine sind unsere Babys und der Keller ist die Säuglingsstation. Es gibt nichts Schöneres und Aufregenderes als die Entwicklung des neuen Jahrgangs zu verfolgen. In zahlreichen Proben entscheiden wir in der Familie, welche Fässer den Charakter unserer Böden und Lagen am besten widerspiegeln. Ab März beginnen wir mit der Abfüllung der Gutsweine, ab Spätsommer werden die Großen Gewächse in Flaschen gefüllt. Die Spätburgunder folgen ca. 20 Monate nach der Ernte. Ein neuer Jahrgang ist geboren!

 

Sie sehen, werte Kunden, alle Schritte bei den sympathischen Kellers sind wohl durchdacht. Klar, Klaus Peter ist ein visionärer Winzer. Sein großer Wein wächst im Weinberg, aber entsteht auch in seinem Kopf und Bauch gleichermaßen. Rieslinge der absoluten Weltspitze zu vinifzieren, setzt sehr viel Intuition voraus. Originäre, unverfälschte, charaktervolle Tropfen kann man nicht am Reißbrett konzipieren. Selbst ein unbändiger Geist wie der von Klaus Peter, der uns in seinem Streben nach absoluter Erkenntnis geradezu als der „Faust des Weinbaus“ scheint, braucht eine Ergänzung im Bauchgefühl: Das intuitive Verstehen der Natur, das Belauschen der Reben, die unbedingte Liebe zur Traube. Vertrauen in sie setzen!

Dies gelingt nur, wenn man im Weinberg ist. Bei den Reben. Das ganze Jahr über. Im Sommer, wenn die Sonne scheint, aber auch im Winter. Julia und Klaus Peter stehen bei Wind und Wetter im Wingert, um das letzte Quäntchen an Qualität aus den Trauben herauszuholen. Klaus Peter: „Wir sind im Weinberg, weil wir Weine machen wollen, die wir leidenschaftlich lieben. Dazu müssen wir die Ereignisse im Weinberg aufmerksam beobachten, NAHE DRAN SEIN – und immer wieder aufs Neue ein Gefühl für Jahrgang, Lage und Reben entwickeln, um so möglichst viele richtige Entscheidungen zu treffen. Ohne Leidenschaft und Liebe für den Wein erzeugt man keine großen Qualitäten. Mit Freunden und Praktikanten gemeinsam zu trinken, Eindrücke auszutauschen, zu schwärmen, zu urteilen, auch zu kritisieren, neues Entdecken: das alles trägt entscheidend zum Gelingen unserer Weine bei. Austausch ist uns sehr wichtig. Doch genau so wichtig ist, dass wir mit denselben Menschen, mit denen wir gemeinsam genießen, zusammen im Weinberg arbeiten.“

Weingut Keller
Foto: © Axel Nixdorf
Es ist aus jeder Pore zu spüren: Klaus Peter ist einfühlsamer Winzer mit Leib und Seele, der seine Berufung gefunden hat. Daher kommen auch junge Menschen aus der ganzen Welt, von allen Kontinenten, um bei ihm zu lernen. Wer könnte ihnen denn besser zeigen, wie man große Weine macht! Mit viel Akribie und Zeitaufwand widmet er sich der Ausbildung seiner Lehrlinge und gibt die Botschaft vom „guten“ Wein weiter. Unter den neuen Hoffnungsträgern des deutschen Rieslings, the next generation, kommen mit die besten überhaupt, wie beispielsweise Julian Haart, der mittlerweile mit seinen Weinen an der Mosel für mächtig Furore sorgt, aus seiner harten Schule. „Wer bei Keller gelernt hat, kann sich fühlen wie ein Witzigmann-Schüler bei den Köchen“, schrieb einmal Rudi Knoll, ein Urgestein des seriösen deutschen Weinjournalismus.

Eigentlich könnten Julia und Klaus Peter sich entspannt zurücklehnen. Eigentlich haben sie alles erreicht. Aber dies ist nicht ihre Art, es entspricht einfach nicht ihrem Naturell. Sie verfolgen eine Mission. Und diese geht über den ‚Tellerrand’ ihres eigenen Weingutes weit hinaus. Ihnen geht es um die Reputation des deutschen Weins insgesamt. Zwar erlebt deutscher Wein, und hier insbesondere der Riesling, in den letzten Jahren eine Renaissance. Aber es gab eine Zeit, als die deutschen Weine die begehrtesten und teuersten Gewächse weltweit waren, die Weinkarten der internationalen Spitzengastronomie zu Beginn des 19. Jahrhunderts mögen als Beleg dienen. Dort möchte Klaus Peter wieder deutschen Wein sehen. An der internationalen Spitze. Eine große Aufgabe, ein großes Ziel. Aber wer Klaus Peter darüber sprechen hört, fast wie ein Prediger, weiß, dass es ihm damit ernst ist. Und dass weder er noch Julia ruhen werden im Bemühen, Schritt für Schritt die im vergangenen Jahrhundert verloren gegangene Bedeutung zurück zu gewinnen.

Dass dies gelingen kann, dafür mag eine zu Beginn dieses Jahres durchgeführte Vergleichsprobe als Beleg dienen: 10 Jahrgänge G-Max vom Weingut Keller traten an gegen keinen geringeren als den für viele Liebhaber und Sommeliers begehrtesten Weißweinerzeuger Burgunds, Coche-Dury, der seinerseits 10 Jahrgänge seines legendären Corton-Charlemagne anstellte. Noch vor wenigen Jahren galten dessen Weine als die Weißwein-Referenz schlechthin und genossen Kultstatus als unerreichbare Klassiker. Heute interessieren sich die besten Winzer aus Burgund dafür, was die Kellers in Rheinhessen so treiben und wie deren Weine es schaffen, die Weinwelt auf den Kopf zu stellen!

Klaus Peters Weine sind in den letzten Jahren immer feiner und finessenreicher geworden, und trockner. Er beschreibt sich selbst als Lernenden. Jeder Jahrgang verhilft ihm zu neuen Erkenntnissen. Und nimmermüde dreht er an kleinen Stellschrauben, um seine Weine Stück für Stück noch besser zu machen. Er geht einen gänzlich anderen Weg als ein Teil seiner Kollegen, die expandieren auf Teufel komm raus oder mit Zukauftrauben unter ihrem Namen die Regale der Discounter fluten. Nicht Gewinnmaximierung wird angestrebt, sondern Qualitätsmaximierung.

„Wir sind wie ein Restaurant, das kleiner wird: mit weniger Tischen kann man punktgenauer kochen, jeder Teller geht durch die Hände des Chefkochs. Wir kennen jeden unserer Weinstöcke, bei uns geht praktisch jede Traube durch unsere Hände. Es sind die kleinen Details, die wir beachten können. Das macht uns besser. Wir sind näher dran.“

Und dieses permanente Streben nach Perfektion trägt Früchte. Gilt Klaus Peter doch heute als „Weltstar unter den Winzern!“ (FINE Das Weinmagazin). Oder wie Antonio Galloni, früher im Parker-Team, heute Herausgeber von VINOUS, es im FORBES Magazin so zutreffend auf den Punkt bringt: „Keller ist in vieler Hinsicht das Gesicht des neuen Deutschlands!“
 
Weingut Keller
G-Max nebst Corton-Charlmemagne von Coche-Dury: Rendez-Vous zweier Weinlegenden.
Aber eines ist dabei so wichtig, dass wir es immer wieder erwähnen wollen: Julia und Klaus Peter Keller sind gerade dabei, Weingeschichte zu schreiben. Die gesamte Weinwelt liegt ihnen zu Füßen und überschlägt sich geradezu im Lob ihrer Weine. Gleich mehrere ihrer Weine wurden in der jüngsten Vergangenheit in verschiedenen Fachpublikationen und Weinproben mit Höchstnoten bewertet. Doch beide werden nicht müde zu betonen, dass es ihnen darauf nicht ankommt. „Ein 100-Punkte-Riesling schmeckt nicht besser, weil er diese Punkte hat. Wir trinken Wein und keine Punkte!“

Markus Vahlefeld schreibt in seiner Kolumne in der Huffington Post: „Wenn man solch einen Wein im Glas hat, kommt alles Bewerten und Beurteilen zum Schweigen“. Das ist der Punkt, der alles entscheidende Punkt, um den es letztendlich geht: Die Seele der Kellerschen Weine. Die tiefen Emotionen, die sie auszulösen vermögen! Und unsere Gefühle gehen wesentlich tiefer, als es Punkte ausdrücken können. Es geht bei Klaus Peters Weinen, wie im wahren Leben auch, nicht um Platz 1, 2oder sonst noch was. Das Geheimnis großer Weine liegt in ihrem Inneren, genauso wie das Geheimnis glücklicher Momente: Wissen Sie noch, werte Kunden, wann Sie den letzten Sonnenuntergang am Meer erlebt haben? Mit Ihrem Partner auf dem Gipfel eines Berges gestanden haben, welch Ruhe, welche Freiheit, welche Kraft? Den Zauber eines Regenbogens geschaut haben? Es sind genau diese Glücksmomente, um die es doch wirklich im Leben geht. Um Dinge, die unsere Seele berühren. Und Kellers Weine berühren die Seele. Deshalb handelt es sich hierbei um große Weine!

So, und jetzt zu den 2017er Weinen. Julia und Klaus Peter haben 2017, wir können nur sagen: wieder einmal, geniale, emotional zutiefst berührende Weine vinifiziert, die Maßstäbe setzen für alle großen Weißweine der Welt. Es sind begeisternde Unikate, stilbildende (insbesondere in Punkto Mineralität und Eleganz), authentische Klassiker der Weinwelt, gewachsen auf großen Lagen mit einzigartigem Terroir, nirgendwo auf der Welt kopierbar. Weißweine mit dem Potential zur Legende! Oder wie Jancis Robinson lobt: „Man hat den Eindruck, dass Kellers Weine immer noch ein bisschen besser werden!“

 

„Keller ist unangefochten Deutschlands Hauptlieferantfür Spitzenweine.
Der Konsument tankt in seinen Weinen vitales Feingefühl und elegante Kühle,
quasi beschwingte Lebenslust. Er ist Deutschlands Meister aller Klassen.“
- Gault Millau

Weingut Keller
Foto: © dieth + schröder

Ein neues Süßwein-Wunder!

„Wunderschön, verführerisch, einnehmend.“
Jancis Robinson 2017

„2017: Was für ein großartiger Süßweinjahrgang.
Primaballerina auf der Zunge!“
Klaus Peter Keller

Kommen wir zum nächsten Kapitel unserer Keller-Präsentation: den Süßweinen.

2017 sind die Qualitäten spektakulär! Damit schließen sie nicht nur an den Fabeljahrgang 2015 an, nein, sie könnten diesen teilweise sogar übertreffen. Stilistisch ähnlich, jedoch mit etwas mehr Säure gesegnet.

Weingut Keller
Lassen wir Klaus Peter persönlich zu Wort kommen:

„Die Qualitäten der 2017er fruchtsüßen Weine sind so außergewöhnlich, dass ich mich regelmäßig abends dabei ertappe, wie ich einen Schluck aus Fass oder Tank nehme. Diese Energie und diese Feinheit sind selten so bodengeprägt zu schmecken. Im Mund schmelzender Kalkstein, der wie eine Sternschnuppe auf der Zunge landet. Ich glaube, sie haben es gemerkt, liebe Weinfreunde, die 2017er fruchtsüßen Qualitäten berühren mein Herz und haben es mir wirklich angetan! Das ist ganz, ganz großer Stoff.“

Kein Wunder bei diesem genialen Jahrgangsfinale im Herbst des letzten Jahres: Die Trauben konnten besonders lange hänge bleiben, waren kerngesund und trockneten dadurch ‚entspannt’ am Stock zu Rosinen ein. Es gab praktisch keinen Pilzdruck, auch die Botrytis, der Edelpilz, blieb weitest gehend aus. Das Ergebnis sind enorm dichte, gleichzeitig aber strahlend klare und federleichte Süßweine. Nachdem uns 2016 gigantische trockene Rieslinge bescherte, können wir uns 2017 über ein Füllhorn traumhafter edelsüßer Kreszenzen freuen. Und das Schöne an solch einem Jahrgang: Die Trinkfreude fängt bereits an der Basis an, bei Weinen mit einem traumhaften Preis-Genussverhältnis.

Die Verkostung der Süßweine auf dem Weingut war ein faszinierendes Erlebnis. Jancis Robinson bezeichnet ihre Probe als „Nervenkitzel - ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und habe die letzten Weine der Probe heruntergeschluckt - sie waren wie Balsam für die Seele“. Und spricht davon, dass so mancher Wein sie sprachlos werden lies oder ihr gleich mehrfach die Tränen in die Augen steigen lies – vor Freude! Großartige emotionale und zutiefst berührende Momente.

Zwar sind die Weine alle noch nicht gefüllt, aber wir lehnen uns bereits jetzt selbstbewusst ganz weit aus dem Fenster: Die beiden im folgenden vorgestellten Auslesen von Klaus Peter Keller, die Westhofener Auslese sowie die Hubacker Auslese „Fass 26“, mit denen wir unsere Süßweinpräsenation beginnen, dürften mit die besten Auslesen des Jahrgangs sein. Ja, wahrscheinlich gibt es zu deren Preis überhaupt keinen besseren edelsüßen Wein jenseits der Kategorie Goldkapsel (mit Botrytis).

 

Weingut Keller
Der Stoff aus dem die Träume sind: Perfekt am Stock rosinierte Trauben!
Weingut Keller

Stephan Reinhardt, kompetenter deutscher Weinjournalist, schreibt in Parkers WINE ADVOCATE so liebevoll über Keller, dass wir es wörtlich in englischer Sprache wiedergeben möchte:

„Klaus Peter Keller is now a godfather not only of Riesling in all its varieties from dry to noble sweet
(although the quantities of the highest predicates were extremely rare in 2013 and 2014),
he also produces one of the best Scheurebe (dry) and Rieslaner (noble sweet) on planet wine; and since 2013,
also some of the best Pinot Noirs in the German speaking countries.

Dazu wechseln wir mal kurz die Farben der Magie bei Keller und präsentieren Ihnen - pssst, ganz leise, die Mengen sind viel zu gering – zwei seiner vorzüglichen Rotweine! Sie wissen ja:

„Kellers Rotweine sind das exakte Gegenteil zur allgemeinen Jagd nach Konzentration, eleganter geht es kaum noch. Groß in jeder Hinsicht!“ – FINE, Dezember 2015

„Keller erzeugt Weltklasse Spätburgunder.“ – Robert Parker's The Wine Advocate, Dezember 2015 mit der Höchstnote für einen deutschen Spätburgunder!

Jancis Robinson: „The stunning quality of the best German Pinots is one of the world’s best kept secrets.“

„Kellers Pinots are the best in Germany“ – DECANTER, April 2017

Weingut Keller
Pinot hütet die Träubchen ...

Immer mehr Liebhaber von Rotweinen, die Eleganz und Finesse im Glase mehr schätzen statt schierer Kraft und Opulenz haben in den „roten Rieslingen“ von Klaus Peter Keller eine neue Liebe entdeckt. Aus der ganzen Welt kommen immer mehr Anfragen nach diesen delikaten, präzisen Pretiosen und die Nachfrage ist viel höher als das Angebot. Und das nicht nur beim Morstein „Felix“, der jeweils im September in Bad Kreuznach versteigert wird und den Kenner wie Liebhaber des Pinot Noir gleichermaßen qualitativ auf einer Stufe sehen wie die berühmtesten Weine des Burgunds, seien es beispielsweise Contis La Romanée, Mugniers Musigny oder Rousseaus Chambertin. Nein, genauso stark ist auch die Nachfrage nach den beiden Meisterwerken, die wir Ihnen heute präsentieren. Und lassen wir doch noch einmal Klaus Peter selbst zu Wort kommen, der uns aus erster Hand erzählt, wie es zur Qualitätsexplosion in seinen Rotweinen gekommen ist, die Sam Hofschuster auf weinplus.de das Urteil „wie von einem anderen Stern“ hat fällen lassen:

„Times they are changing“, singt Bob Dylan in einem seiner berühmten Lieder und für keine Rebsorte bei uns im Betrieb trifft das mehr zu als für den Spätburgunder. Hier hat die Natur ihren ganz wichtigen Anteil an der Qualitätsexplosion gehabt. Früher wurde Spätburgunder oft als dünnes, saures Wässerchen belächelt und viele Weinliebhaber suchten lieber gleich in Südfrankreich, Italien, Spanien oder Übersee, um ihre Rotweingelüste zu stillen. Doch die Zeiten ändern sich...

Dort, wo ursprünglich vielleicht mal ideales Klima herrschte, wird es heute immer wärmer. Bei uns hingegen wird das Wetter immer günstiger – auch für die Burgunder. Noch um 1850 schrieb Johann Philipp Bronner in seiner „Geschichte des Rheinweines“ über unsere Region:

„Hier könnten große Weine wachsen, so denn die Trauben regelmäßig ausreiften.“ Bronner war ein Visionär seiner Zeit und erkannte das große Potenzial unserer Böden, aber auch er konnte nicht ahnen, wie genial die Bedingungen hier 150 Jahre später für den Spitzenweinbau sein würden. Die einzigartigen, von Kalksteinfelsadern durchzogenen Böden gab es hier schon immer – nur war es etwas zu kühl, um die Trauben zu perfekter Reife zu führen. Die Weinberge schlummerten wie ein unentdeckter Diamant, der nun geborgen und zu Hochglanz geschliffen wird. Ein ganz, ganz großes Dankeschön an dieser Stelle an meinen Vater (und natürlich auch an meine im Jahr 2000 verstorbene Mutter): Ohne Euer Engagement und Euren Glauben an das große Potenzial der Böden und das Klima unserer Region wäre Rheinhessen heute nicht das, was es ist, und unser Betrieb würde mit Sicherheit ganz anders dastehen, denn die Aufauarbeit war enorm hart und es gab zahlreiche schmerzhafte Rückschläge zu überstehen.“

Nur ein historisches Beispiel aus Burgund – eine weitere Parallele zu Rheinhessen – sei an dieser Stelle noch angefügt: Noch im 19. Jahrhundert wurden einige der größten Spätburgunder-Lagen in Burgund (besonders Chambertin und La Romanée) regelmäßig als Schaumwein, sog. mousseux, verkauft. Warum? Zum einem war Schaumwein damals begehrter als Rotwein – der weitaus wichtigere Gesichtspunkt ist aber die geringe natürliche Reife, die im 19. Jahrhundert viele Trauben in Burgund bei der Ernte aufwiesen. Sie waren schlichtweg zu sauer für Rotwein, ideal hingegen für „mosseux“.

Und die älteren Weinfreunde werden sich vielleicht auch noch erinnern, wie Burgunder in den 60er, 70er und 80er Jahren geschmeckt haben und wie konzentriert und vielschichtig sie heutzutage sind.
 

Weingut Keller
Doch zurück zu unseren Rotweinen. Klaus Peter:
„Der Jahrgang 2016 ist hervorragend in den Fässern herangereift. In punkto Finesse und Eleganz dem kraftvolleren 2015er sogar noch überlegen. Wie beim Weißwein hat auch bei den Roten der Jahrgang mit Lagerung im Fass deutlich an Größe und Struktur gewonnen. Kategorie persönlicher Lieblingsjahrgang!“

Rubinrote Verführer mit sanften Tanninen und strukturiertem Nachhall. Wir haben gezielt auch mit Rappen gearbeitet, um Frische und Finesse zu erhalten! Ein Jahrgang, der wohl bereits einige Jahre nach der Abfüllung viel Freude bereiten könnte und nicht die längere Verschlussphase der 13er oder 10er aufweisen wird. Das bedeutet: Unmittelbares Glück im Glas für jetzt und für viele Jahre! Dem großen Pinot-Jahrgang 2005 nicht unähnlich – nur mit 10 Jahren mehr Erfahrung ausgebaut. Denn damals, 2005, wurden Julia und ich erst noch langsam an die Übernahme des Weinguts herangeführt!“

Die beiden Großen Gewächse sind von genialer Qualität mit einer transparenten Frucht, wie die allerbesten Pretiosen des Burgunds, und erinnern uns stilistisch an die Meisterwerke von Mugnier! Der Mythos des Pinot Noirs lebt und erstrahlt mit solch magischen Weinmonumenten in einem Glanz wie nie zuvor. Diese sinnlichen Pretiosen vermählen unvergleichliche Eleganz und Finesse mit formidabler Kraft, singulärer Konzentration und unübertrefflicher mineralischer Präzision: Das ist wahrlich die Transmission des Terroirs in die unvergleichlichsten, brillantesten, aufregendsten und feinsten Aromen, wie es nur die größten Weine der Welt vermögen. Eine Qualität hors catégorie! Und sie besitzen eine verführerische Sinnlichkeit und eine Komplexität, die sie in vergleichenden Proben mit den besten Pinot Noir des Burgunds nicht mehr als deutsche Spätburgunder erkennen lassen. Ganz großes emotionales Kino! Diese beiden Spätburgunder sind Juwelen eines jeden ambitionierten Weinkellers, magische Tropfen, die zur Kategorie persönliche Lieblingsweine zählen. Das deutsche Rotweinmärchen geht weiter, denn das ist Gänsehautatmosphäre pur. Und es sind „leise Pinot“. So, wie wir sie lieben. Denn Feinheit und Finesse heißen die Kardinalstugenden eines großen Pinot Noirs. Nicht Extraktion, Kraftmeierei, Holzorgien oder extreme Farbtiefe. Ein exzellenter Burgunder soll fein, duftig, tief und elegant in seiner Aromatik sein und seidig über die Zunge laufen, tänzerisch schwebend und transparent gewirkt, ohne jegliche Schwere.

Klaus Peter ist angekommen im Olymp der Burgunder-Erzeuger! Hugh Johnson hat es erkannt: „Many many winemakers in Burgundy would be happy to have such superbe Pinots in their cellars.“ Herzlichen Glückwunsch auch zur Aufnahme in Johnsons exklusiven „Who is who“ des Pinot Noir Club. Nur 6 Mitglieder weltweit – Das Weingut Keller zusammen mit der Domaine Romanée Conti!

 

Zum Schluss möchten wir noch einmal kurz Klaus Peter zu Wort kommen lassen:

„Wenn wenig Wein immer so gut schmecken würde wie in 2017 – ich würde sofort wieder „Ja“ sagen zu solch einem Jahrgang, auch wenn es so unfassbar wenig Menge gibt. Aber die Qualität entschädigt uns dafür umso mehr. Wir hatten mengenmäßig die kleinste Ernte seit 1971, mir tut es aufrichtig leid für unsere treuen Weinfreunde, die dieses Jahr mit uns leiden müssen, viele Bestellwünsche werden wohl leider unerfüllt bleiben müssen. Wir bitten Sie, mehr noch als sonst, um Ihr Verständnis. Hoffen wir alle zusammen auf ein gutes und hoffentlich etwas ertragreicheres Jahr 2018!“

Weingut Keller

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