Domaine Guy Moulinier - Saint-Chinian

Unsere (Wieder-)Entdeckung des Jahres 2014 aus dem Herzen des Languedoc! Und fast ein Geheimtipp.

Domaine Guy Moulinier
© shutterstock/Paul Atkinson

Legendäre Syrahklassiker des „Haut-Brion von Saint Chinian” (Guide des Sommeliers) schlagen in Blindverkostungen ihre berühmten Pendants aus Übersee: Dominanz von Finesse und Eleganz über marmeladige Überreife!

Steven Tanzer: „Die Essenz des Syrah im Languedoc”

Eine „neue” Domaine aus dem Herzen des wildromantischen französischen Südens und dann noch DER Geheimtipp? Hat Pinard de Picard da „geschlafen” in den letzten Jahren?

Ja und nein.

Nein, denn die Domaine Moulinier gehörte schon über ein Jahrzehnt zu unserem Programm! Zurzeit der revolutionären Aufbruchstimmung im Languedoc. Und seine gleichzeitig so authentischen wie eleganten Weine waren Perlen unseres Programms.

Ja, weil wir uns dann irgendwie aus den Augen verloren haben. Wir hatten einfach ein zu umfangreiches Sortiment des Languedoc, vier Weingüter allein aus Montpeyroux, vier allein vom Pic Saint-Loup. Wir mussten straffen, uns konzentrieren auf weniger Güter, um sie entsprechend in unseren Pinwänden präsentieren zu können und, eher zufällig, traf es auch Moulinier. Mir war nie so recht wohl bei dieser Entscheidung, mochte ich doch Weine und Winzer sehr und auch unsere Kunden trauerten diesen Heimatweinen des Languedoc nach.

Doch kürzlich war ich bei französischen Weinfreunden zu einer Blindprobe der großen, renommierten und damit auch hochpreisigen Syrah der Welt aus den berühmten Renommierregionen eingeladen: Und ein Pirat war DIE Überraschung des Abends: die grandiose Cuvée „Terrasses Grillés” der Domaine Moulinier. Und flugs haben wir unsere Fehlentscheidung revidiert und feiern das Comeback unseres beliebten Traditionsgutes aus den Zeiten der revolutionären Umwälzungen im Languedoc!

Domaine Guy Moulinier
Der Altmeister und der Jungmeister: Guy und Stéphane Moulinier

Die Appellation Saint-Chinian, deren sanft geschwungene Hügellandschaft jeden Besucher magisch in ihren Bann zu ziehen vermag, bringt wegen ihrer Schieferböden mit die feinsten Weine des Languedoc hervor. Und hinter den grandiosen Qualitäten unserer Familiendomaine verbirgt sich eine hochinteressante Geschichte, denn der Weg zum qualitativen Gipfel war sehr dornenreich. So verließ der Vater dieses „Weinwunders”, Guy Moulinier, in den 70er Jahren schweren Herzens seine Heimat, da zur damaligen Zeit mit dem Weinanbau im Languedoc kein Geld zu verdienen war. Ganz im Gegenteil, viele Winzer verarmten ob der lächerlich geringen Erlöse für ihre allerdings damals auch nur höchst mäßigen Produkte. Nachdem Moulinier mehrere Jahre in der Zollverwaltung u.a. in Paris gearbeitet hatte, packte ihn das Heimweh und die Sehnsucht nach dem Süden. Der Wunsch, nach alter Familientradition als Winzer zu arbeiten, wurde übermächtig. Jedoch sollte dies in völliger Abkehr von den bisherigen unseligen Traditionen des Languedoc geschehen. Qualität statt Quantität, diesen Leitspruch erhob er nach seiner Rückkehr zur unumstößlichen Maxime, nachdem er infolge von Besuchen und Fortbildungen bei den besten Winzern des Elsass wirklich große Weine kennenlernen durfte. Und da er mit der Qualität der ererbten Rebflächen in Saint-Chinian nicht zufrieden war, tauschte er diese ertragsreichen, leicht zu bearbeitenden Flächen zur Verwunderung der Leute im Ort nach und nach gegen stark hügelige Parzellen mit alten Rebstöcken ein, die berüchtigt waren für niedrige Erträge und schwierige Bearbeitung und die sonst niemand haben wollte.

Aber was sind das für hochwertige Weinberge mit Grand-Cru-Charakter, privilegiert durch ihre optimale südliche Ausrichtung. Die vielfach steilen Terrassen und erstklassigen, kargen Böden liegen verteilt über vier Dörfer, etwa 200 bis 300 Meter hoch. Mühsam regenerierte Guy zunächst die verwahrlosten Anlagen, innerlich zutiefst überzeugt von seiner Idee, das neu erworbene Terroir sei das größte Kapital, „ja das schwarze Gold” des Languedoc: die sanft geschwungenen, dunkel schimmernden Schieferterrassen, auf denen sich die Sonne spiegelt und nach seltenen Regenfällen die Wassertropfen glitzern. Es handelt sich dabei um Schiste noire, schwarzen Schiefer aus dem Erdaltertum, der sich bei der häufig sengenden Sonne so aufheizt, dass er die Trauben förmlich grillen würde, wenn nicht kluge Winzer wie Moulinier sie durch Beschattung mit dem Blattwerk schützten! Niedrig sind die Erträge, schwarz und männlich die Aromen: Oliven, Lakritze, Teer, Brombeeren, Kaffeebohnen und Mokka. Bisweilen wechselt auch der Schiefer mit Sandstein- und Kalkböden und alle drei Bodenarten sorgen zusammen mit der Höhenlage der Weinberge und den daraus resultierenden Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht für die traumhafte Komplexität, die Ausgewogenheit und das wunderbare Gleichgewicht zwischen Konzentration, Finesse und Eleganz in diesen Ausnahmegewächsen des Languedoc, die in uns die großen Lagenweine der Côte Rôtie anklingen lassen. Vinifiziert wird möglichst schonend in neu errichteten, modernen, optimal klimatisierten Kelleranlagen, getrennt nach Böden und Lagen, alles wohldosiert im neuen Holz ausgebaut, das mit den cremigen, reifen Tanninen eine wunderbare Vermählung eingeht. Selbstverständlich werden die beiden Spitzencuvées nicht filtriert, um alle wertvollen Aromastoffe im Wein zu erhalten. Und in den letzten Jahrgängen haben die rührigen Mouliniers, insbesondere der Sohn der Familie, Stéphane, infolge subtiler Weiterentwicklungen in Weinberg und Keller nochmals die Qualitäten steigern können, indem sie in ihren großen Weinen mehr denn je zuvor, bei aller Kraft und Konzentration, die Finesse herausgearbeitet haben.

Domaine Guy Moulinier
Languedoc!
© shutterstock/Paul Atkinson

Mouliniers grandiose Terroirweine verleugnen trotz aller euphorischer Vergleiche mit großen Syrahweinen reputierter Regionen den eigenständigen Charakter ihrer Region keineswegs! Gewachsen auf schwarzem Schiefer, auf Sandstein und Kalkböden „gehören sie seit Jahren zu den komplexesten und gleichzeitig authentischsten Weinen ihrer Appellation”, urteilt dezidiert das „Classement”, die Bibel der französischen Weinkritik!

Werte Kunden: Trinkfreude, eine betörend-sinnliche Frucht, aber keine schwülstig-barocke Opulenz – stattdessen kühler Schiefer: Da tanzt die Frucht doch glatt den Finessewalzer! Noblesse oblige! Trinkspaß pur, wie ihn wohl 98% aller Weine aus dem europäischen Süden nicht ansatzweise besitzen! Unbedingt probieren. Es könnte der Beginn einer liebevollen Freundschaft werden!

Zu den Weinen

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