Aus der Region Languedoc:
Domaine Guy Moulinier - Saint-Chinian
Legendäre Syrahklassiker des „Haut-Brion von Saint Chinian” (Guide des sommeliers) schlagen in Blindverkostungen ihre berühmten Pendants aus Übersee: Dominanz von Finesse und Eleganz über marmeladige Überreife!
Steven Tanzer: „Die Essenz des Syrah im Languedoc”
Die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement” 2008, feiert den ‚Sigillaires’, einen grandiosen, nordisch inspirierten Wein, mit für seine Preisklasse absolut raren 16/20 Punkten, eine Bewertung, mit der in 2004 wesentlich teurere Prestigegewächse aus dem Bordelais wie Calon-Ségur, Giscours, Gruaud-Larose oder Duhart-Milon ausgezeichnet wurden.
Vor gut einem Jahrzehnt, in den Zeiten der revolutionären Umwälzungen im Languedoc, noch eine der schönsten Neuentdeckungen, zählt die Domaine Moulinier aus der Appellation Saint-Chinian, deren sanft geschwungene Hügellandschaft jeden Besucher magisch in ihren Bann zu ziehen vermag, mittlerweile zu den Top-Weingütern des Midi. Darüber sind sich Fachpresse (Parker, REVUE DU VIN DE FRANCE, DECANTER, WEINGOURMET u.v.a.) und Weinliebhaber gleichermaßen einig. Doch hinter der Erfolgsgeschichte dieser Aufsteigerdomaine verbirgt sich eine hochinteressante Geschichte, denn der Weg zum Erfolg war sehr dornenreich.

Pascal Moulinier und Tino Seiwert beim Verkosten im neuen Keller
So verließ der Vater dieses „Weinwunders”, Guy Moulinier, in den 70er Jahren schweren Herzens seine Heimat, da zur damaligen Zeit mit dem Weinanbau im Languedoc kein Geld zu verdienen war. Ganz im Gegenteil, viele Winzer verarmten ob der lächerlich geringen Erlöse für ihre allerdings auch nur höchst mäßigen Produkte. Nachdem Moulinier mehrere Jahre in der Zollverwaltung u.a. in Paris gearbeitet hatte, packte ihn das Heimweh und die Sehnsucht nach dem Süden. Der Wunsch, nach alter Familientradition als Winzer zu arbeiten, wurde übermächtig. Jedoch sollte dies in völliger Abkehr von den bisherigen unseligen Traditionen des Languedoc geschehen. Qualität statt Quantität, diesen Leitspruch erhob er nach seiner Rückkehr zur unumstößlichen Maxime, nachdem er infolge von Besuchen und Fortbildungen bei den besten Winzern des Elsass wirklich große Weine kennen lernen durfte. Und da er mit der Qualität der ererbten Rebflächen in Saint-Chinian nicht zufrieden war, tauschte er diese ertragreichen, leicht zu bearbeitenden Flächen zur Verwunderung der Leute im Ort nach und nach gegen stark hügelige Parzellen mit alten Rebstöcken ein, die berüchtigt waren für niedrige Erträge und schwierige Bearbeitung und die sonst niemand haben wollte.

Der neue Barriquekeller der Domaine Guy Moulinier
Aber was sind das für hochwertige Weinberge mit Grand-Cru-Charakter, privilegiert durch ihre optimale südliche Ausrichtung. Die vielfach steilen Terrassen und erstklassigen, kargen Böden liegen verteilt über vier Dörfer, etwa 200 bis 300 Meter hoch. Mühsam regenerierte Guy zunächst die verwahrlosten Anlagen, innerlich zutiefst überzeugt von seiner Idee, das neu erworbene Terroir sei das größte Kapital, „ja das schwarze Gold” des Languedoc: die sanft geschwungenen, dunkel schimmernden Schieferterrassen, auf denen sich unbarmherzig in heißen Sommern die Sonne spiegelt und auf denen nach seltenen Regenfällen die Wassertropfen glitzern. Es handelt sich dabei um Schiste noire, schwarzer Schiefer aus dem Erdaltertum, der sich bei der häufig sengenden Sonne so aufheizt, dass er die Trauben förmlich grillt. Dementsprechend niedrig sind die Erträge, schwarz und männlich die Aromen: Oliven, Lakritze, Teer, Brombeeren, Kaffeebohnen und Mokka. Häufig wechselt auch der Schiefer mit Sandstein- und Kalkböden. Alle drei Bodenarten sorgen zusammen mit der Höhenlage der Weinberge und den daraus resultierenden Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht für die traumhafte Komplexität, die Ausgewogenheit und das wunderbare Gleichgewicht zwischen Konzentration, Finesse und Eleganz in diesen Ausnahmeweinen des Languedoc, die in uns die großen Lagenweine der Côte Rôtie anklingen lassen. Nur noch auf ganz wenigen anderen Weingütern, wie auf den Domainen Peyre Rose, Saint Antonin, Barral oder auf Château de la Negly beispielsweise, werden derart exzellente Syrahweine im Languedoc produziert. In den letzten Jahren wurden ständig neue steinige Hänge hinzugekauft, zumeist Garriguelandschaft mit altem Baumbestand, in welche die neuen Rebflächen wie Inseln eingelassen sind. Die faszinierenden Düfte ihrer Umgebung werden von der Außenhaut der Beeren regelrecht aufgesogen und prägen später den Charakter des Weins. Die Lese erfolgt selbstverständlich von Hand, wobei das geerntete Lesegut noch einmal auf einem Band vor dem Keller auf die gesündesten und reifsten Trauben hin selektioniert wird. Vinifiziert wird möglichst schonend in neu errichteten, modernen, optimal klimatisierten Kelleranlagen, getrennt nach Böden und Lagen, alles wohldosiert im neuen Holz ausgebaut, das mit den extrem reifen Tanninen, die aus neuen Reberziehungsformen resultieren, eine wunderbare Vermählung eingeht. Selbstverständlich werden die beiden Spitzencuvées nicht filtriert, um alle wertvollen Aromastoffe im Wein zu erhalten. Und in den letzten Jahrgängen haben die rührigen Mouliniers infolge subtiler Weiterentwicklungen in Weinberg und Keller nochmals die Qualitäten steigern können, indem sie in ihren großen Weinen mehr denn je zuvor, bei aller Kraft und Konzentration, die Finesse heraus gearbeitet haben.

Der neue Barriquekeller der Domaine Guy Moulinier
Guy Moulinier, der mittlerweile die Domaine zusammen mit seinem Sohn Stéphane bewirtschaftet, wurde in den letzten Jahren geradezu vom Erfolg überrollt und die internationale Fachpresse hat ihn mit Lobeshymnen überhäuft. So war es für uns auch nur folgerichtig, dass der WEINGOURMET in seiner großen Degustation der 80 besten Syrah aus dem Languedoc- Roussillon den „Terrasses Grillées” und den so preiswerten „Sigillaires” – zusammen mit den Weltklasseweinen von Peyre Rose – zu den 5 besten Weinen dieser Region zählte! Diese ausdrucksstarken Rotweine gehören in jeden Keller von Liebhabern eigenständiger südfranzösischer Weine, insbesondere, da die bei allem Erfolg so bescheiden und sympathisch gebliebene Winzerfamilie ihren unverwechselbaren Stil gefunden hat und sich die notwendige Konstanz erarbeitete, nicht nur in großen, sondern auch in schwierigen Jahrgängen erstklassige Qualitäten zu erzeugen. Und welch ein grandioser Erfolg ist Ihnen im Jahrhundertjahrgang 2005 gelungen, der aufgrund der herausragenden klimatischen Bedingungen und infolge verrückt niedriger Erträge gar die phantastischen 98er und 2000er Weine noch überragt, die so viele unserer Kunden glücklich gemacht haben! Mouliniers ebenso konzentrierte wie elegante Gewächse sind Terroirweine im besten Sinne, die bei allen euphorischen Vergleichen mit großen Syrahweinen reputierter Regionen den eigenständigen Charakter ihrer Region nicht verleugnen. Sie sind gewachsen auf schwarzem Schiefer, auf Sandstein und Kalkböden und alle drei Bodenarten zusammen sind verantwortlich für die traumhafte Komplexität, die Ausgewogenheit und das wunderbare Gleichgewicht zwischen Konzentration, Finesse und Eleganz in diesen herausragenden Weinen. „Sie gehören seit Jahren zu den komplexesten und gleichzeitig authentischsten Weinen ihrer Appellation”, urteilt dezidiert die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement” in ihrer aktuellen Ausgabe 2008.
