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| Region: | Mosel-Saar-Ruwer |
|---|---|
| Weingut: | Weingut Van Volxem - Wiltingen Saar |
| Inhalt: | Normalflasche 0,75 l |
| Weinart: | Weisswein |
| Rebsorten: | Riesling |
| Verschluss: | Naturkork |
| Bio: | ja |
Van Volxem, Goldberg Riesling 1. Lage 2009
(Bestell-Nr.: 906209)
Goldberg in Wawern?
Noch nie gehört, werden sicherlich jetzt viele von Ihnen denken. Verständlich. Denn diese Lage war quasi aus dem kollektiven Weingedächtnis der Deutschen verschwunden. Dabei war sie dereinst berühmter und daher teurer wie beispielsweise Château Latour, Mouton-Rothschild, Haut-Brion oder Palmer im Bordelais, was beispielsweise eine Verkaufsliste eines der besten Schweizer Weinhändler aus den 20er Jahren des 20 Jahrhunderts beweist! Weinkellereien E. Buess, Neuchâtel: Mouton-Rothschild 7 Franken, Latour 7 Franken, Haut-Brion 6,75 Franken, Palmer 6,75 Franken, Wawerner Goldberg 9 Franken.
Uns wundern diese Preise in keinster Weise. Denn diese fabelhafte Steillage in Wawern, einem Ort, der historisch gesehen als älteste Lage der Saar gilt und dessen beste Parzellen im Goldberg liegen, besteht aus roten, eisenreichen Schieferverwitterungsböden, die vielleicht das größte Terroir an der Saar überhaupt bilden: So wurde auch in den alten preußischen Steuerschätzlisten von 1860, die strikt an der Qualität der Weinberge ausgerichtet waren, diese legendäre Lage wegen ihrer optimalen mikroklimatischen Gegebenheiten wie Schiefergehalt des Bodens, Wasserführung und Sonneneinstrahlung in die höchste Abgabenstufe eingereiht! Dieses absolute Spitzen-Terroir hat Roman Niewodniczanski, dem die Region der Saar so unendlich viel zu verdanken hat, peu à peu neu erworben und in den nächsten Jahren werden aus dieser Parzelle Einzellagen-Rieslinge kommen, die mit Sicherheit den legendären, aber verblassten Ruhm dieses Weinbauortes in neuem Glanze erstrahlen lassen. Für geschichtlich Interessierte: Jakob Lintz hieß das dereinst von Mönchen angelegte Weingut in seiner Glanzzeit, das in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Zwischenweltkriegszeit und mangels geeigneter Erben in der Bedeutungslosigkeit versank. Nur der Name Goldberg für die seinerzeit so hoch gerühmten, teilweise noch mit phantastischen alten Reben bestückten Parzellen (in Anlehnung an die qualitativ einzigartigen goldbeerigen Träubchen, die in dieser Renommierlage der Saar wuchsen) hat bis heute Bestand.

© Van Volxem
Und diese lange der Vergessenheit anheim gefallene mythische Lage, diesen einzigartigen Schatz, hat Roman Niewodniczanski, unser visionärer Winzermagier, gehoben.
Ähnlich wie der grandiose Jungfernjahrgang trägt das „Goldstück” 2009 die vermeintlichen Paradoxien der großen Weine der Welt in sich: Kraft und Muskeln, die enorme innere Dichte, Cremigkeit und abgrundtiefe Mineralität (die Assoziationen an den Scharzhofberg evozieren), sie werden quasi aufgehoben in ihrem faszinierend subtilen Spiel und einer brillanten Leichtigkeit und Finesse, die diesen fein balancierten, harmonischen Weltklassewein von der Zungenspitze bis zum gewaltigen Abgang kohärent durchziehen. Expressive Beerigkeit, Filigranität und unübertreffliche Komplexität werden noch mal durch einen höheren Anteil älterer Reben potenziert. Gänsehautatmosphäre! Die unvergleichlich schöne, geradezu hedonistische Nase (hierin wohl allen anderen Van-Voxem Weinen überlegen!) brilliert mit einer tiefen, eleganten Würze, die, zunächst zart und zurückhaltend, schon bald nach der Öffnung rasant an Fruchtaromen und Mineralität gewinnt. Wenn man in das Glas hineinriecht, steigen wohlige Erinnerungen an zarte Marillenmarmelade mit kleinen Schiefersplittern auf, traumhaft leckere, hochreife Beeren, Pfirsich, hinzu gesellen sich dezente Noten kleiner reifer weißer Früchte, Williamsbirne und ein Hauch von Bienenwachs.
Im Mund bei aller Dichte und Kraft saartypisch verspielt (hier ein ganz deutlicher Unterschied zum stahligeren Scharzhofberg) und tänzerisch unübertrefflich fein, klar und kühl mit prickelnder Frische und einer ungemein faszinierenden, tiefen Mineralität. Rassige, aber auch reife vibrierende Säure, das Signum des Jahrgangs 2009, tolle Finesse und eine erstaunliche Eleganz.
Diese noble, aristokratische Diva von der Saar kann als Inkarnation flüssig gewordener Mineralien gelten, mit einem feinst ziselierten glockenklaren Spiel und einem leichten Süßeschmelz, der die jahrgangstypische Säure wunderschön puffert, und einem lang anhaltenden , vibrierenden Abgang, den man bei diesem lasziv-erotischen Körper in dieser Form nicht erwartet hätte.
Noch Minuten nach dem letzten Schluck ist die vibrierende Frische, dramatische Saftigkeit und packende Mineralität (vom eisenhaltigen Boden!) des Weines im Mund präsent: Goldberg 2009, das ist die Rieslingfaust im Samthandschuh, die sich in den nächsten Jahren zu samtener Finesse entwickeln wird!
Geniales Preis-Genuss-Verhältnis, vielleicht das beste der gesamten Kollektion! Teurer in seiner ersten Blütephase als alle Pretiosen des Bordelais! Und heute qualitativ bereits wieder Weltklasse pur!
Zu genießen ab sofort, aber bitte unbedingt dekantieren, Höhepunkt 2012 bis nach 2020.
