J.F. Mugnier, Nuits St. Georges 1er Cru „Clos de la Maréchale”, rouge (Magnum) 2018

14,0 Vol.% | Allergene: Sulfite |

Der Clos de la Maréchale besitzt einen Touch Chambolle-Eleganz.“ – Clive Coates, MW (The Wines of Burgundy)

J.F. Mugnier, Nuits St. Georges 1er Cru „Clos de la Maréchale”, rouge  (Magnum) 2018
Ein Besuch bei Frédéric Mugnier ist immer auch eine Lehrstunde übers Burgund. Und zwar erzählt aus einer Sicht eines Elder Statesman. Frédéric Mugnier wirkt immer wie jemand, der zurückblickt ohne dabei zu verklären, jemand, der keine eigenen wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen verfolgt und daher Tatsachen zu beschönigen oder sie positiv für sich umzudeuten sucht. Er blickt auf das Burgund als ein großes Erbe, das durch Menschenhand geführt wird aber niemals in Besitz genommen werden kann. Diesen Blick, das Burgund als kulturelles Erbe zu betrachten, teilt er mit niemand geringerem als Aubert de Villaine, Miteigentümer der Domaine de la Romanée-Conti. Und so freuen wir uns auch stets wie wissbegierige Schüler auf den Besuch bei Frédéric Mugnier im Château de Chambolle-Musigny, in der Gewissheit aus erster Hand, ganz ohne Filter wichtige Informationen über den Jahrgang und die aktuelle Dynamik der Côte d’Or zu erfahren.
In den letzten Jahren blickt Mugnier dabei mit melancholischem Blick auf das Burgund. Die Klimaveränderung ist sein großes Thema, ein Phänomen, das er schon lange beobachtet und immer mehr als unaufhaltbares Szenario einschätzt. Er, der früher als Pilot unterwegs war, flog in einer Fokker dreimal wöchentlich für eine französische Fluggesellschaft durch die Weltgeschichte und konnte schon vor Jahren das Abschmelzen der Alpen beobachten.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht, die uns so ähnlich auch von Winzern hier aus Deutschland mitgeteilt wurde: Es scheint so etwas wie einen echten Lernprozess zu geben, auf Seite der Menschen – wie auch der Natur. Im Jahr 2018, sicherlich ein echter Potenzialjahrgang, beobachtete Frédéric, dass sich seine Reben ohne technische Eingriffe in den letzten wärmeren Jahren immer mehr an den schnelleren Reifezyklus adaptierten. Dies resultierte in niedrigeren pH-Werten und einer natürlicheren höheren Säure, trotz Ausreifung der Trauben: Ein Prozess, der sich seit 2015 nachvollziehen lässt. Abseits davon haben sich auch eher festgefahrene Überzeugungen im Hause Mugnier geändert. Nach dem Hitzejahrgang 2003 beschloss der Winzer, der sich einst rühmte, niemals vor September mit der Lese zu beginnen, diese Regel über Bord zu werfen. Ein schwerer Schritt, der allerdings verdeutlicht, welch vergleichsweise drastische Maßnahmen weltweit nötig sind, um sich den natürlichen Begebenheiten zu adaptieren, sofern Finesse und Frische oberstes Ziel im Weinbau darstellen. Und so überrascht es nicht, dass seine 2018er-Kollektion von einer fantastischen Frische und Finesse geprägt ist. Eigenschaften, für die der Winzer aus Chambolle-Musigny weltweit gefeiert wird. Dabei entspringt der Mythos Mugnier vor allem einer Lage, die gar nicht in Chambolle-Musigny, sondern im nahgelegenen Nuits-Saint-Georges beheimatet ist, dem „Clos de la Maréchale“.

Es gibt so viele Einzigartigkeiten an dieser Lage, die zudem eine große Geschichte birgt. Frédéric Mugniers Monopollage ist ein komplett von einer Mauer umgebener Weinberg, den man an der äußersten, nach Beaune gelegenen Seite von Nuits-Saint-Georges findet. Die dort unter den Händen des Magiers Mugnier vinifizierten Weine gehören zu den zartesten, femininsten, gleichzeitig elegantesten Gewächsen dieser weltberühmten Appellation, die ihrer faszinierenden Feinheit wegen allerorten gerühmt wird, weltweit für Furore sorgt.
Denn tendenziell zeigen sich die Weine aus Nuits-Saint-Georges im Vergleich zu ihren Geschwistern aus Chambolle-Musigny stets eher etwas kräftiger, dunkler und auch ein wenig kerniger. Es sind Weine, die aromatisch dem würzigen und erdigen Vosne-Romanée nahestehen. Doch Frédéric Mugnier erkannte die Einzigartigkeit dieses außergewöhnlichen Weinbergs, der sich über 50 Jahre in Pacht der Domaine Faiveley befand. 2004 lief dieser Vertrag aus, und Mugnier ergriff die einmalige Gelegenheit beim Schopfe: Über Nacht vergrößerte sich der gerade einmal vier Hektar große Betrieb zum heutigen 14-Hektar-Weingut. Und Mugnier investierte, baute einen neuen Keller unter dem Château und engagierte ambitionierte Angestellte. Mit diesem so naheliegenden wie genialen strategischen Schritt eröffnete sich ihm zudem die Möglichkeit, sich voll und ganz auf das Weingut konzentrieren zu können. Denn bis zu Beginn der 2000er-Jahre war „Frédy“ als Pilot unterwegs. Nur in seiner Freizeit kümmerte er sich um seine wahre Leidenschaft, den Wein. Seitdem haben sich die schon zuvor weltberühmten, aber leider nur in kleinsten Mengen verfügbaren Weine qualitativ nochmals weiterentwickelt. Eine ganz eigene Liga, die unvergleichlich scheint. Kein Wunder, denn, so schätzt Frédéric, der Arbeitsaufwand, den die intensive Weinbergsarbeit verlangt, ist seit jenem Schritt um 300 % gestiegen! Was sich ausgezahlt hat. Denn es gibt heute wohl keinen Nuits-Saint-Georges mit mehr Finesse, vibrierender Energie und spielerischer Eleganz! Und ganz nebenbei ist Pilot „Frédy“ nicht nur eine Ikone Burgunds, sondern auch so etwas wie der ruhige Mahner und die Seele der Region geworden. Kaum ein Winzer, der nicht ehrfürchtig eine Anekdote über den Magier aus Chambolle-Musigny erzählen kann, der so viele Talente nachhaltig inspiriert und geprägt hat.

2018 bietet hier ein enormes Potenzial, das William Kelley (Parker) wie folgt zusammenfasst: „Das ist wieder einmal eine wunderschöne Auswahl an Weinen, die selbst in diesem warmen Jahrgang die Eleganz und Grazie ausstrahlen, welche die Visitenkarte dieser Domäne ausmacht.“ und weiter: „Über die ganze Bandbreite der Lagen hinweg handelt es sich um seriöse Weine, die muskulöser und offener strukturiert sind als der saftigere, geschmeidigere und unendlich charmante Jahrgang 2017 dieses Erzeugers, und die Geduld erfordern.“. Wer Frédéric Mugnier kennt, weiß, dass Bescheidenheit und Geduld Tugenden sind, die er, wie wenige andere lebt- So hält er beispielsweise seinen Grand Cru, den Musigny, bewusst über viele Jahre so lange zurück, bis er der Meinung ist, dass der Wein sein erstes Trinkfenster öffnet. Und verhindert so, dass die raren Flaschen auf dem Sekundärmarkt teuer verkauft und viel zu jung getrunken werden.

So befremdlich es erscheinen mag: Frédéric oberstes Ziel ist Weine zu erzeugen, die möglichst keinen Abdruck der Arbeit des Winzers im Keller hinterlassen, alle Weine werden daher gleich vinifiziert, vom Villages bis zum Grand Cru. Dahinter steckt die philosophisch inspirierte Theorie, dass ausschließlich durch absolute Gleichbehandlung in der Kellerarbeit die wahren Lagenunterschiede herauszuarbeiten sind. Eine Philosophie hors catégorie, die sich uns mit jedem weiteren Weingutsbesuch als einzig schlüssiger, ja zwingender Ansatz erweist.

Im Bouquet zeigt sich ein Potpourri dunkler Früchte. Schwarzkirschen und ein Hauch Cassis treten hier besonders hervor. Der 2018er Monopol-Wein offenbart dann mit weiterer Belüftung und steigender Temperatur auch erdige Komponenten wie sie typisch für einen Wein aus Nuits-Saint-Georges sind. Etwas Laub, ein Hauch feuchte Erde, auch Schwarztee. Über dieser Vermählung von dunkler Frucht und würzig-erdigen Anklängen schwebt aber stets die fragile Frucht eines großen Pinot Noir, die fast wie ein Parfüm nicht im Glas liegt, sondern sich regelrecht emporhebt, dazu eine himmlische Note von Rosenblättern! Das Holz bleibt, wie bei allen Weinen der Domaine, völlig im Hintergrund, der Neuholzanteil macht lediglich 20 % aus. Bei Mugnier dreht sich immer alles um die maximale Feinheit. Die Tannine sind markant aber feinkörnig, ordnen sich der fleischigen Kirschfrucht unter, die hier über dem Gaumen schwebt. Uns gefällt am 2018er eine gewisse Strenge, eine seriöse Note, die andeutet, dass dieser Jahrgang enormes Potenzial besitzt, für die lange Strecke ausgelegt ist. Und dann ist da dieser mineralische, ja saline Ausklang – wie ihn nur große Burgunder vom Kalk besitzen! –, der sekündlich mit roten Kirschen und Pflaumensaft abwechselt und dem Wein ein äußerst nobles Finale beschert: ganz im Stile Mugniers.

Kurzum: Wenn Sie einmal erfahren wollen, wie das Musterbeispiel eines großen, eleganten Burgunders aussieht, was ihn ausmacht, dann probieren Sie einen der Weine von Mugnier. Der „Clos de la Maréchale“ ist ein perfekter Nuits-Saint-Georges, mit diesem Wein lässt sich so leicht die Begeisterung für Pinot Noir aus dem Burgund und die Faszination, die davon ausgeht, entfachen. Denn dieser Wein erzählt vom vielgerühmten, mythischen Terroir Burgunds, das aber immer nur dann strahlt, wenn es von großen Meistern perfekt und mit großem Aufwand interpretiert wird – so wie es hier auf fast magische Weise der Fall ist.

Zu genießen ab sofort, Höhepunkt ca. 2025 bis mindestens 2040.
Land: Frankreich
Region: Burgund
Weingut: Domaine Jacques-Frédéric Mugnier
   
Inhalt: Magnum 1,5 l
Weinart: Rotwein
Rebsorten: Pinot Noir
   
Verschluss: Korken (natur)
Bestell-Nr.: FBU050118M
Alkohol: 14,0 % vol.
   
   
Allergene: Sulfite
  
Anschrift des Winzers: Domaine J. F. Mugnier
Château de Chambolle-Musigny
21220 Chambolle-Musigny
Frankreich

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