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Wein - Highlight

Commendatore G.B. Burlotto - Piemont

Unsere Entdeckung des Jahres 2009!

MERUM, die Insiderzeitschrift für italienische Weine, feiert in großen Jahrgangsdegustationen sowohl den Einstiegswein unseres Kleinodes, den Pelaverga, wie die genialen Baroli mit den jeweils höchsten Bewertungen!

Burlotto Cav. G.B.

Wahrlich: DAS Traditionsgut des Piemont katapultiert sich mit phantastischen Qualitäten als funkelnder Edelstein zurück an den piemontesischen Sternenhimmel: Authentische Pretiosen, die wegen ihrer einzigartigen Feinheit, Frische und Eleganz stilistisch als die Burgunder des Piemont gefeiert werden – aber zu atemberaubend günstigen Preisen wie in der guten, alten Zeit!

Frühjahr 2009: Nach (viel zu) langer Zeit will ich endlich wieder eine Woche Urlaub machen. Ausspannen, Bücher lesen und Wein nur in homöopathischen Dosen zum Essen genießen. Vielleicht war dazu der Ort etwas unglücklich gewählt. Das Piemont. Meine Freunde hielten die Idee auch, gelinde gesagt, für naiv. Schlugen scherzhaft den amazonischen Regenwald oder ernsthafter Skandinavien als Alternative vor. Aber ich brauchte die Sonne und das Licht des Südens. Und ich liebe nun mal die sanft gewellten Hügel der Langhe, dieses mich stets in seinen Bann ziehende „Land am Fuße der Berge”. Die schneebedeckten Alpenwipfel grüßen an klaren Tagen majestätisch aus der Ferne, das Licht der Sonne kann solch berührende Momente schaffen wie an wenigen Plätzen der Welt! Welch traumhaftes Fleckchen Erde mit Gänsehautatmosphäre. Und vor der „heimtückischen Gefahr” von Winzern und Weinen hielt ich mich gewappnet. Niemand war von meiner Reise unterrichtet. Niemand erwartete mich. Aber in meinem Reisegepäck, in meiner Bücherkiste auch noch, fuhr ein Danaergeschenk mit. Wie das?

Commendatore G.B. Burlotto

Nun, ein enger persönlicher Freund, dazu ein begnadeter Weinkenner mit einem Geschmack, der meinem eigenen sehr nahe kommt (scherzhaft pflege ich ihn „meine andere Zunge” zu nennen), hatte mir ein paar Wochen vor meiner Reise eine Flasche Barolo geschenkt, den Monvigliero 2004 von Burlotto, mit der dringlichen Empfehlung, ihn alsbald zu probieren. Dieser Wein, den ihm wiederum ein amerikanischer Weinfreund und intimer Kenner der piemontesischen Weinszene ans Herz gelegt hatte, sei atemberaubend gut, in einem unvergleichlichen, ganz traditionellen Stil vinifiziert und dazu unerhört preiswert. Trotz dieser mich eigentlich elektrisierenden Worte wanderte die Flasche ungeöffnet auf meine Palette noch zu degustierender Weine, da ich im Frühjahr bis über beide Ohren in die Verkostung deutscher Rieslinge aus 08 vertieft war.

Commendatore G.B. Burlotto

Am Tage meiner Abreise fiel mir auf einmal dieser Barolo wieder ein, ich steckte ihn intuitiv in die erwähnte Bücherkiste, um ihn vor Ort abends auf der Terrasse einmal zu probieren. So reiste der Monvigliero wieder in seine Heimat zurück. Mit dramatischen Folgen. Als ich ihn am zweiten Abend öffnete, war ich wie vom Donner gerührt: Dieser herrlich altmodische, urwüchsige, authentische Barolo, fernab jeglicher Holz- oder Marmeladenorgien, traf mich mitten ins Herze. Liebe auf den ersten Schluck. Die Flasche war, ich muss es gestehen, ratzfatz geleert. Und mein Jagdfieber war geweckt und alle guten Vorsätze, meinen Urlaub betreffend, über Bord gespült. Am nächsten Morgen stand ich ohne Voranmeldung auf dem Weingut, verkostete, ohne mich als Händler zu erkennen zu geben, die gesamte Kollektion, und war restlos begeistert. Ich fuhr ins Hotel zurück, recherchierte alles, was ich über das Weingut, von dessen klangvoller Geschichte ich bis dahin nur rudimentäre Kenntnisse hatte, erfahren konnte, im Internet. Unsere Mitarbeiter in Saarwellingen wurden sofort in „Alarmzustand” versetzt, durchsuchten die Fachpresse, fanden in MERUM, der von mir so geschätzten Zeitschrift, in einer aus Zeitgründen von mir aber nicht durchgearbeiteten Ausgabe enthusiastische Bewertungen zu Burlottos in Deutschland quasi unbekannten Weinen, die mich in meiner Einschätzung bestärkten und vereinbarte daraufhin am folgenden Tag einen offiziellen Termin auf dem Weingut. Nach einer ebenso ausführlichen wie spannenden Besichtigung von Weinbergen und Keller sowie einer umfangreichen Verkostung phantastischer älterer Jahrgänge (immer sehr wichtig, um das Reifepotential zu begutachten) wurden wir uns sofort handelseinig. Ein Bruch übrigens eherner Prinzipien von Pinard de Picard, alle einzukaufenden Weine nochmals in Saarwellingen nachzuprobieren, um nicht Stimmungen in den Weinregionen zu erliegen, aber die Qualitäten von Burlottos Kollektion waren einfach zu spektakulär! Die Nach-Degustationen bei Pinard führten dann schließlich sogar dazu, diese Inkarnation Piemontesischer Tradition wegen des spektakulären Preis-Genuss-Verhältnisses zu unserer Entdeckung des Jahres zu wählen! Neugierig geworden? Dann erzählen wir Ihnen jetzt von der Geschichte und den Weinen eines der ältesten Weingüter Italiens.

Commendatore G.B. Burlotto

Mit Commendatore Giovan Battista Burlotto fing alles an. Er war im 19. Jahrhundert eine der großen Persönlichkeiten des Piemont. 1850 gründete er seine Kellerei (die ältesten erhaltenen Etiketten stammen aus 1865 und legen Zeugnis ab von einer bewegten Geschichte) in Verduno, inmitten einiger der besten Weinbergslagen einer begnadeten Region. Commendatore Burlotto war eine ungemein starke Persönlichkeit, avancierte zum Hoflieferanten des Königshauses Savoyen (So wurde der Barolo zum Wein der Könige und König des Weins!) und war ein sehr einflussreicher Mann. Die Qualität seiner Weine (als einer von ganz wenigen Winzern füllte er bereits damals selbst ab) war spektakulär, sie wurden folglich mit Auszeichnungen überhäuft. Die Lagen Cannubi und Monvigliero genossen in ganz Europa einen legendären Ruf. Daher wurde Burlotto auch 1899 als einziger Weinlieferant für die berühmte Nordpolexpedition des Herzogs der Abruzzen ausgewählt! Barolo trifft Eisbär! Und Comm. G.B. Burlotto gilt seither als einer der Väter des Barolo.
Er ist zweifellos einer der bedeutendsten Wegbereiter der großen Weine des Piemont!

In den 150 Jahren danach war die Geschichte unseres Traditionsgutes so wechselhaft wie die Geschicke des Piemont. Insbesondere die Kriegs- und Nachkriegsjahre waren unglaublich hart, die Region verarmt. Doch über all die Wirren der Zeitenläufe hinweg hat die Familie Burlotto um ihr Weingut gekämpft und, bei allen notwendigen Modernisierungen, die Fahne der Tradition hochgehalten. Fabio Alessandria, der Ur-Ur-Enkel des Commendatore, ist heute für die Weinbereitung zuständig. Der jüngste Spross der Familie hat nach Absolvierung sowohl der Önologieschule wie einer Universitätsausbildung seit dem Jahr 2000 die Verantwortung im Keller übernommen und leitet das Gut gemeinsam mit seinen Eltern Marina Burlotto und Giuseppe Alessandria, wobei der Vater noch immer Tag und Nacht im Weinberg arbeitet. Nur zwei Angestellte und periodische Aushilfskräfte während der Ernte ergänzen die tatkräftige Familie, deren ganzes handwerkliches Tun der Maxime höchster Qualität gewidmet ist, was in der Konsequenz bedeutet, alle wichtigen Arbeiten mit eigener Hand zu bewerkstelligen. Hier steht die Winzerfamilie selbst in Keller und Weinberg und jettet nicht permanent zu Verkostungen um den Erdball. Denn Fabio ist ein absolut Weinbesessener, so, wie Klaus-Peter Keller beispielsweise. Er sucht in seinen reintönigen Weinen stets die Authentizität des Piemont. Weine mit Seele, unverfälscht von Holzorgien oder marmeladiger Überreife. Die sprichwörtliche burgundische Finesse und Eleganz sowie eine unübertreffliche Komplexität im betörenden Parfum zeichnen die feine Stilistik seiner unverwechselbaren Gewächse. Das ist die höchste Schule traditioneller Piemonteser Winzerkunst!

Commendatore G.B. Burlotto

Daher ist es eigentlich nur folgerichtig, dass unsere heute präsentierten Baroli von Burlotto (zusammen mit denen zweier anderer Güter) die besten Bewertungen der großen MERUM-Degustation im Januar diesen Jahres erhalten haben, womit sie fast die gesamte Winzerelite des Piemont düpierten und das zu Preisen, die fast unwirklich sind, wenn man das Preisgefüge großer Baroli oder anderer renommierter Prestigeweine auf der Welt betrachtet. Denjenigen unserer Kunden, die traditionelle Weine fernab des Barrique lieben, können wir somit eine der spannendsten Entdeckungen in der gesamten Geschichte von Pinard de Picard nur wärmstens anempfehlen! Traumhafte Terroirweine, allesamt höchst eigenständige, urwüchsige Tropfen mit großem Charakter, noch absolute Geheimtipps und daher weit unterbepreiste Schnäppchen! Kategorie persönliche Lieblingsweine.


604108 Burlotto, Dolcetto d’Alba, rosso 2008 8,90 Euro
Was für ein genialer Einstiegswein in die verzaubernde Weinwelt unseres piemontesischen Traditionsgutes, ein traumhaft frischer, eleganter Dolcetto mit einer fabelhaften Trinkigkeit! Wozu natürlich auch der Überfliegerjahrgang 2008 beiträgt, den die meisten Spitzenwinzer des Piemont in seiner Stilistik mit dem legendären 2004er vergleichen! In der verführerischen Nase ein einladender Duft nach roten Früchten, Kirschen, Pflaumen und Mandeln, unterlegt von einer betörenden floralen Note. Am Gaumen eine extraktsüße, schmeichelnde, reife Frucht und ein wunderbar eleganter Körper, sehr geschmeidig, harmonisch balanciert, mit lebendigem Frucht-Säure-Spiel, das lange nachklingt. Frucht und Fülle ergänzen sich auf traumhafte Weise mit Präzision und einem feinen mineralischen Zug und weichen Tanninen zu einem herrlichen Trinkspaß.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Frühjahr 2010 bis 2012+.

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Commendatore G.B. Burlotto
Sanft geneigte Hügel prägen die Weinlandschaft des Piemont

604008 Burlotto, Verduno Pelaverga, rosso 2008 9,50 Euro
MERUM-Degustation Oktober 2008: „Pelaverga von Verduno: Für Liebhaber feiner Weine! Begeisternd war die Begegnung mit dem Pelaverga. Die delikate Sorte mit dem Aroma von weißem Pfeffer und dem feinen Tannin wird vor allem die Freunde feiner Weine entzücken. Leider ist die Produktion sehr gering und auf die Gemeinde Verduno im Barolo-Gebiet beschränkt.” Und dann bewerten die MERUM-Verkoster drei dieser autochthonen, Trinkfreude pur verschenkenden Gewächse gar mit drei Sternen, eine Adelung quasi für derart preis„werte” Tropfen – Mit dabei natürlich die traumhafte Trouvaille unserer Entdeckung des Jahres!

Die kleinbeerige Pelaverga-Rebe soll der Sage nach im 17. Jahrhundert vom heilig gesprochenen Sebastiano Valfré, der im Dorf noch heute sehr verehrt wird, nach einem Feldzug gegen die französischen Besatzer nach Verduno gebracht worden sein und wird nur hier und in der unmittelbaren Umgebung angepflanzt und sonst nirgendwo auf der Welt. Sie „überlebte” hier deshalb, weil der Commendatore sich mit all seiner Autorität für die weitere Kultivierung dieser so eigenständigen Rebsorte eingesetzt hatte. Und der Pelavergo wurde früher, als man noch weniger Rebstöcke besaß als heute, nicht verkauft, sondern nur den besten Kunden von Burlotto geschenkt, als Zeichen der besonderen Wertschätzung! Und diese Kunden müssen feine Zungen gehabt haben, um ihrerseits den Pelaverga zu schätzen: Denn das ist kein schwerer, mächtiger Wein, der es im Glase krachen lässt. Hier haben wir Mozart statt Wagner. Piano streichelt dieser feingliedrige, ungemein frische, zartwürzige, rotbeerige „Pinot des Piemont” die Zunge, verweilt, tänzelt und betört mit seiner phantastischen Frucht, die so typisch ist für den großen Jahrgang 2008, der stilistisch an die phantastischen 96er und 04er erinnert, aber mit reiferen, cremigeren Tanninen ausgestattet ist. Ein traumhafter Tropfen ausschließlich für Finesse-Trinker, der Antipodenwein zu allen Holzorgien und süßlichen Marmeladen aus Übersee, schlicht wie aus einer anderen Welt stammend. Zu meiner Überraschung im Vorjahr mit zwei Gläsern im Gambero Rosso, dessen präferiertem Stil unsere Trouvaille doch so gar nicht entsprechen will, und der Auszeichnung für ein besonders günstiges Preis-Genuss-Verhältnis geehrt.
Trinkvergnügen pur ab sofort bis 2014+.

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604207 Burlotto, Barbera d’Alba, rosso 2007 9,90 Euro
Vom Barbera d’Alba werden zwei in ihrer Stilistik höchst unterschiedliche Weine vinifiziert, die auf jeweils traumhafte Weise das große Potential ihrer Rebsorte widerspiegeln. Der im großen Holzfass ausgebaute „kleine” Barbera d’Alba verkörpert als klassische Variante die puristische Typizität des Barbera: Betörende Frucht (Veilchen, rote Früchte, Brombeeren, schwarze Kirschen) paart sich mit einem fülligen Körper voller Eleganz und genialer Frische sowie einer vibrierenden Mineralität, die dem hohen Kalkanteil im Untergrund seiner erstklassigen Lage geschuldet ist. So feinsinnig die Frucht, so reichhaltig ist sie andererseits, besitzt eine tolle Reife, ebenso wie die traumhaft integrierte Säure (Das ist der große Jahrgang 2007 wie er leibt und lebt!) und sehr weiche, cremige Tannine, die diesen Sinnenschmeichler ab sofort und in den nächsten 5 Jahren mit höchstem Genuss wegsüffeln lassen.

Neben diesem fröhlichen Gesellen vinifiziert Fabio seit dem Jahrgang 1999 einen Grandseigneur des Barbera, den „Aves”, eine Selektion der besten Trauben, die zum guten Teil in Barrique (davon jedoch nur 20% neu, das Holz hat eine dienende, strukturgebende Funktion und soll nicht den Geschmack dominieren) ausgebaut werden. Was besitzt dieser Referenz-Barbera nur für eine grandiose Struktur, die noble, schwarzbeerige Frucht betört erotisierend die Nase und vergießt sich schwebend, transparent, ungemein saftig auf die Zunge, feinst eingebettet in einen bunten Strauß erlesener Gewürze und balsamischer Noten. Da ist keinerlei Schwere, bei aller Saftigkeit und Dichte, aber eine grandiose Komplexität und Struktur. Zärtlich liebkost das Holz die Zunge, das auch von seidenen Tanninen verwöhnt wird, die sofortigen Trinkgenuss versprechen, aber auch ein großes Entwicklungspotential bis nach 2016.

Liebe Kunden: Diese beiden so unterschiedlichen, ungemein charaktervollen Tropfen sind eine Demonstration des Urteils von Winzern wie Liebhabern gleichermaßen: 2007 ist wohl der größte Barbera-Jahrgang aller Zeiten! In diesem warmen Jahr, in dem allerdings im Unterschied zu 2003 kein Wassermangel im Boden herrschte, gab es analog den Bedingungen in Deutschland eine extrem frühe Blüte und eine um 30 Tage längere Vegetationsperiode als üblich, welche die Säure des Barbera so herrlich reif werden ließ wie niemals zuvor!

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604307 Burlotto, „Aves”, Barbera d’Alba, rosso 2007 13,50 Euro

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Commendatore G.B. Burlotto

604607 Burlotto, Langhe Nebbiolo, rosso 2008 12,90 Euro
Die Reben für diesen genialen Nebbiolo (der mir bei der Verkostung auf dem Weingut schier die Sprache verschlagen hat, so sehr ragt er qualitativ heraus, das ist Barolo-Qualität zu einem nicht nachvollziehbaren Preis) stehen allesamt in den besten Barolo-Lagen des Traditionsgutes Burlotto, wobei es sich vorwiegend um die Trauben aus jüngeren Rebstöcken handelt, die aber bereits eine feine salzige Mineralik des Terroirs in die kerngesunden, hocharomatischen Beeren transportieren. Und was ist das für ein betörendes piemontesisches Urgestein! Authentisch, ungemein fein im Bukett, meilenweit entfernt von barriquegeschwängerten modernen Weinen, die keinen Ursprung, keine Heimat, keine Seele erkennen lassen. So schmeckt und riecht es im Piemont! Im ebenso intensiven wie einladenden Duft faszinieren Rosen, Veilchen, Kirschen und noble Gewürze. Am Gaumen wieder eine ungemein feine Beerenfrucht (was für ein phantastisches Maul voll Wein: frisch, vibrierend, rassig), eine grandiose Würze und von verspielter, tänzelnder, transparenter Struktur, klingt mit delikater Frucht und weichen, cremigen Tanninen lange nach. Die dramatische Qualität dieses famosen Nebbiolo macht fast sprachlos, dieser LeckerSchmecker ist zweifellos auf Augenhöhe mit vielen seiner gerühmten, aber wesentlich teureren „Brüder” aus Barolo und Barberesco und demonstriert das ganze vinologische Können eines Ausnahmetalents wie Fabio Burlotto.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2011 bis 2015+.

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Und jetzt kommen wir zur Königsklasse des Piemont, dem Barolo: „Mein Ziel ist es, die Finesse des Barolo zu finden und zu bewahren”, lautet das unumstößliche Credo von Fabio, diesem ebenso klugen wie sympathisch-bodenständigen Winzer. Und trotz dieser Maxime schmecken die vier Baroli, die wir Ihnen heute vorstellen werden, höchst unterschiedlich, da Fabio die Eigenarten seiner großen Terroirs äußerst sensibel und gekonnt in die jeweiligen Lagenweine einfließen lässt und die Weine allesamt sehr behutsam, aber auch sehr different vinifiziert, wobei die Vergärung in offenen großen Holzfässern aus dem Burgund erfolgt, wie bei Romanée-Conti etwa. Ein kleines Detail möchte ich Ihnen erzählen, das für die Behutsamkeit bei der Weinwerdung steht. Die offenen Holzfässer werden nach der Vergärung ohne jegliche chemische Zusatzstoffe gereinigt. Dafür gibt es einem überirdischen Gebäudeteil unzählige Fenster, die geöffnet werden und der heftig wehende Wind im Spätherbst trocknet die Fässer. Ein kleines Puzzleteil in einem wohl überlegten Ganzen.

Commendatore G.B. Burlotto

604705 Burlotto, Barolo, rosso 2005 25,00 Euro
2005 ist für den Barolo ein weiterer großer Jahrgang, ähnlich den Gegebenheiten in anderen Regionen Europas, aber so singulär in seiner Stilistik, dass man ihn mit keinem anderen Jahrgang vergleichen kann. Und Burlottos wunderschöne Pretiose ist eine Demonstration höchster Winzerkunst und ein überragender Beleg, welch Dream-Team in Sachen Wein auf diesem Traditionsgut zu Werke geht. Die großen Winzer des Piemont interpretieren den Barolo höchst unterschiedlich, wie ein Musiker seine Sonaten. Es gibt alle Facetten zwischen den konsequenten Modernisten, die den Barriqueausbau auf ihre Fahnen geschrieben haben, und den Bewahrern von Tradition und kulturellem Erbe. Sie, werte Kunden, haben die freie Wahl, unter all diesen Interpretationen ihre Lieblingsweine zu finden. Wenn Sie sich für traditionelle Baroli begeistern, dann ist das dezidierte Urteil von Andreas März, ebenso kompetenter wie streitbarer Herausgeber von MERUM, in deren Januarausgabe 2009 nach der großen Barolo-Verkostung, für Sie sehr interessant:
„Barolo und Barbaresco sind mit vom Bemerkenswertesten, was Italien an Wein zu bieten hat. Die Nebbiolo-Traube findet in den Lagen und auf den Böden der Langa alle Vorraussetzungen für großartige Weine. Und hiermit sind wir beim alten Problem: Warum der Geier versuchen die Winzer nicht einfach, ihren einzigartigen Standortvorteil auszukosten und Barolo zu erzeugen, der wie Barolo schmeckt? Die Winzer halb Italiens beneiden ihre Kollegen aus den Hügeln um Alba, denn sie selbst sind auf Grund ihrer weniger privilegierten Situationen dazu gezwungen, auf den dämlichen Mehrheitsgeschmack Rücksicht zu nehmen und ihre Weine mit Ruß-, Holz- und Röstaromen zu würzen. Aber was tun die privilegierteren Langa-Winzer? Sie ahmen jene nach, die sie beneiden! Zum Glück tun’s nicht alle. Aber neben begeisternden Weinen haben wir jede Menge Barolo gefunden, die genauso schmecken wie irgendwelche Weine aus irgendwelchem weinkulturellen Niemandsland. Doch eine stabile Gruppe von Winzern erzeugt Barolo, die einfach toll sind! Es sind klassische Weine, trinkige, charaktervolle, fruchttiefe Vollblut-Nebbiolo, Weine, die Lust auf einen baldigen Besuch in Treiso, Verduno, Barolo, Barbaresco oder Monforte machen.” Baroli eben, die mein Fernweh nach dem Piemont schüren, die Sehnsucht, in der milden Abendsonne auf die in fahles Licht getauchten Berghügel blicken zu dürfen und dramatisch schöne Sonnenuntergänge zu erleben vor dem Hintergrund schneebedeckter Alpenwipfel. Einen solch traditionellen Barolo möchte ich Ihnen heute anempfehlen. Dazu, werte Kunden, sollten Sie wissen: Die großen Weine von Verduno unterscheiden sich ebenso deutlich von denen der anderen großen Piemonteser Lagen wie beispielsweise die Grand-Cru-Lagen des Burgund untereinander. Verduno steht für Finesse, Eleganz und ein betörendes Parfum, was natürlich neben dem sensiblen Ausbaustil der Familie Burlotto den großartigen Böden geschuldet ist, die in besten Lagen einen hohen Sandanteil haben und ab etwa 60 cm viel Kalk im Untergrund. Das Resultat: Feinste Frucht (Erdbeeren) und florale Noten von Veilchen und Rosen sowie Anklänge an weiße Trüffel und Lakritz begeistern schon in der Nase (Die Baroli von Verduno mit ihrem so feinen Parfum verwöhnen alle „Nasenbären”!) und verbinden sich auf der Zunge mit Feinheit, Spiel und Finesse zu einer betörenden burgundischen Stilistik. Authentisches, unverfälschtes Piemont. Ist es nicht Terroircharakter in seiner schönsten Form, wenn ein Wein uns so deutlich an seinen Ursprung erinnert und den Durst der Seele stillt?
Zu genießen ist dieser Traditions-Barolo ab 2011, Höhepunkt 2014-2025+.

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604805 Burlotto, Barolo „Acclivi”, rosso 2005 29,00 Euro
Das ist der Archetypus eines großen Barolo aus Verduno. Vinifiziert nach dem urtraditionellen Konzept, Parzellen nicht getrennt auszubauen, sondern ihre positiven Eigenschaften zusammenzufügen, indem man die besten Trauben der besten, sand- und kalkhaltigen Lagen von Verduno in großen Holzfudern (Barrique sind, es sei hier nochmals betont, bei Burlotto für den Barolo-Ausbau verpönt) gemeinsam ausbaut und keine Parzellen getrennt auf Flaschen zieht. Auch dieses barolische Urgestein betört mit seinem fabelhaft feinen Parfum, dem Markenzeichen großer Weine aus Verduno: Noble Aromen von Kirschen, Hagebutten, Veilchen und Rosen umgarnen die Nase, am Gaumen begeistert die fabelhafte Balance zwischen Kraft und Dichte einerseits und einer grandiosen Finesse und Eleganz andererseits. Das ist ein urtraditioneller Barolo, wie er klassischer nicht sein kann!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2012 bis nach 2025.

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Commendatore G.B. Burlotto

604905 Burlotto, Barolo „Monvigliero”, rosso 2005 29,90 Euro
Nach all meinen Trinkerfahrungen mit großen piemontesischen Weinen finden wir hier den ungewöhnlichsten und wohl auch FEINSTEN aller Baroli, gewachsen auf fabelhaften Sandböden (vergleichbar dem legendären Terroir von Rayas) mit hohen Kalkanteilen im Untergrund. Doch es ist nicht nur dieser großartige Boden einer der mythischen und höchst eingeschätzten Lagen des Piemont, die diesen stilistisch einzigartigen Wein prägen, sondern auch seine Vinifizierung: Das Überraschendste ist, dass wie in den alten Zeiten die Trauben noch mit den Füßen gekeltert werden! Niemand sonst im Piemont führt diese alte Methode heute noch fort. Welch mutige und weise Entscheidung! Sie bedeutet in der Praxis, dass auch die Beeren nicht entrappt werden und so ihre ganze komplexe Frucht bewahren können und durch das vorsichtige Treten der ganzen Trauben mit ihren Schalen und Kämmen mit den Füßen (ein hartes Draufstampfen ist dabei gar nicht möglich, da würden die Fußsohlen von den harten Traubenstengeln viel zu sehr schmerzen) werden nur die allerfeinsten, weichen Tannine, ohne jegliche Bitterstoffe, extrahiert. Das Resultat: Ein unverwechselbarer Stil zeichnet diesen urtraditionellen Barolo aus! Ganz anders als die vielen Konzentrationsmonster „schleicht” sich dieses Kätzchen auf leisen Pfoten in alle Sinne und betört durch eine fabelhaft sinnliche Frucht (kleine rote Früchte, v.a. Himbeeren), betörende florale Noten von Rosen und Veilchen und eine burgundische Finesse und Eleganz. Auch im Mund setzt sich diese feine Klarheit des Weines betörend fort und bleibt noch minutenlang am Gaumen haften, wenn das Glas schon lange geleert ist. Und welch Feinheit der Tannine, welch messerscharfe Mineralität! Dieses extrem langlebige, unverwechselbare Nebbiolo-Unikat ist mit keinem anderen Barolo vergleichbar, er erinnert, je nach Entwicklungsstadium, Kenner der großen Weine der Welt an die legendären Gewächse von Rayas, wie sie in den 80er und 90er Jahren einmal geschmeckt haben oder an extrem feinsinnige Musigny! Aber nur wegen der einzigartigen Feinheit und Delikatesse der Frucht sowie der seidenen Tannine. Geschmacklich haben wir die Seele des Piemont im Glas! Ein „Muss” für Liebhaber subtiler Genüsse, welche Kaschmir und Seide, Finesse und Eleganz mehr schätzen als vorlautes Krachen im Glase oder Holzorgien für Bibermäuler. Ein urtraditioneller Referenzwein für unbeirrt auf die Flasche umgesetzte Barolo-Authentizität! Mein persönlicher „coup de coeur” des Jahres für italienischen Wein, wahrlich eine Herzensangelegenheit!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2012 bis 2025+.

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Der Preis für diesen genialen Barolo ist, betrachtet im Kontext der großen Weine der Welt, geradezu ein Witz, ebenso der für den nachfolgenden legendären Cannubi. Burlottos Baroli gehören zu den größten Schnäppchen der Weinwelt. Ein herzliches Dankeschön meinem Freund, der mir meinen Urlaub „gestohlen”, aber mich mit diesem Weinvirus infiziert hat.

603905 Burlotto, Barolo „Cannubi”, rosso 2005 35,00 Euro
Kalk und Sand bilden auch in dieser berühmten piemontesischen Spitzenlage (das einzige große Burlotto-Terroir, das nicht in Verduno angesiedelt ist, sondern zum Ort Barolo gehört) den Nährboden für einen Stoff, aus dem die Träume von Liebhabern großer klassischer Baroli bestehen. Auch hier finden wir idealtypisch das Credo aller großen Baroli von Burlotto: Finesse und Eleganz, eingepackt jedoch in eine mächtige, ungeheure Kraft, wie sie ein arabischer Vollbluthengst verkörpert. Werte Kunden: Dieser Bilderbuch-Cannubi verkörpert genau die Stilistik eines Barolo, den immer mehr Liebhaber auf aller Welt genießen möchten. Ein unverfälschter Heimatwein mit Seele, unkopierbar auf der Welt, eines der immer seltener werdenden großen Weinoriginale! In der betörenden Nase ein klassisches Barolo-Parfum. Kirschen und dunkle Beeren vermählen sich mit faszinierenden Anklängen von Rosen, Veilchen und Teer. Ein nobler Kern intensiver Mineralität, eine betörend saftige Frucht, deren Fülle von einer nahezu nordischen Kühle ummantelt wird und cremige, fabelhaft seidene Tannine verwöhnen, nein, streicheln und liebkosen zärtlich die Zunge. Welch phantastische Säurestruktur (!), welch herrlich balancierte Textur, welche Präzision und welch animierende Trinkigkeit! Diese betörend duftige aromatische Transparenz, gepaart mit majestätischer Kraft und Würze sowie balsamisch reifer Süße, macht Burlottos Cannubi-Referenz zu einem einmaligen Weinerlebnis – Authentischer kann man diesen Barolo-Klassiker auf der Flasche nicht erleben!

Weltklassestoff, das ist wie Porsche kaufen und nur einen Polo bezahlen müssen!
Zu genießen wohl ab 2011, Höhepunkt 2014 bis nach 2030.

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