Wein - Highlight
Elio Altare - Piemont
In jungen Jahren Revoluzzer, Querdenker und Erneuerer des Barolo – Heute weiser Winzermagier, lebender Mythos und einer der sympathischsten Persönlichkeiten der gesamten Wein-Welt. Seine großen Baroli gelten, Jahrgang für Jahrgang, als Inbegriff höchster Winzerkunst!
Kerngesunde Trauben im Spätherbst
Bei meinen Besuchen im Piemont, dieser atemberaubend schönen Landschaft und Heimat des Barolo, habe ich kaum einen anderen Winzer kennen gelernt, der auf so sympathische, authentische, bescheidene und zugleich charismatische Weise die Seele des piemontesischen Weinbaus widerspiegelt, wie Erneuerer des Barolo, Altmeister Elio Altare. Elio weiß noch ganz bewegt von einer Zeit zu erzählen, als im Piemont die Uhren noch ganz anders tickten, von den schweren Jahren seiner Kindheit und Jugend, der harten Arbeit in den Weinbergen und der ständigen Angst seines Vaters, im Herbst genügend Trauben ernten zu können, um durch deren Verkauf an Händler (Heute kaum noch vorstellbar, aber damals verkauften die Weinbauern aus einer Region, die heute zu den großen, mythischen Weinbauregionen der Welt zählt, ihre Trauben lose an einige wenige Groß-Händler, die eine Monopolstellung besaßen!) die Familie ernähren zu können. „Das war alles furchtbar frustrierend. Stell Dir vor, Du schuftest ein ganzes Jahr, Tag für Tag, Du ruinierst, wie damals üblich, Deine Gesundheit mit allen möglichen Chemikalien, nur um hohe Erträge zu haben und dann hast Du auch noch eine gute Lese, aber niemand will Dir einen anständigen Preis dafür zahlen, weil der Barolo sich einfach in den 70er Jahren nicht verkaufen lies. Nicht einmal die Trauben des großen Jahrgangs 1975 wollten die Händler haben. Wir hatten damals ein Verlierer-Image und verarmten immer mehr.”
Blick vom Weingut über die weltberühmte Lage Arborina
auf die bezaubernde Hügellandschaft des Piemont
Während Elio erzählt, spiegelt sich auf seinem Gesicht die ganze Anstrengung dieser bitteren Jahre wieder, aber plötzlich wandelt sich die Anspannung in Hoffnung und ein Lächeln huscht über sein Gesicht. „Und dann bin ich 1976 mit meinem Freund Alfredo Roagna ins Burgund gefahren, die Region der größten reinsortigen Rotweine der Welt. Wir wollten wissen, wie es möglich ist, aus einer Rebsorte, die unserem Nebbiolo in vielem doch so ähnlich ist, so wundervoll elegante, authentische und charakterstarke Weine zu machen. Was wir gesehen haben, war so einfach wie bestechend: Radikale Mengenreduzierung im Weinberg und Verzicht auf jegliche Chemikalien, sauberere Vinifikation und schonender Ausbau in kleinen Holzfässern.” Infiziert von diesen „modernen” Ideen – heute das Credo vieler großer Rotweinwinzer in aller Welt – kam Elio dann zurück nach Hause, löste sich radikal von allen einschränkenden Fesseln der Vergangenheit und begann sogleich, kompromisslos seine „französischen Ideen” umzusetzen. Er riss ertragsstarke Weinstöcke heraus, reduzierte die Menge der Erträge („Qualität im Weinberg ist alles”) durch radikale Selektion und schaffte die ersten kleinen Barrique-Fässer („Fast alle großen Rotweine der Welt kommen aus dem Barrique, das aber nie den Wein dominieren darf. Wein darf nie nach Holz schmecken!”) an, die er selbst mit einem kleinen LKW nach Frankreich einkaufen ging. Aber Elios Vater verstand die Welt nicht mehr. Er hatte Angst um die Zukunft seiner Familie und während Elio voller Tatendrang und Hoffnung seinen neuen eigenen Weg gehen wollte, sah Giovanni Altare keinen anderen Ausweg, als seinen „verrückt gewordenen” Sohn (der mit einer Motorsäge in einer Nacht- und Nebelaktion die alten Fässer seines Vaters zersägte!) vom Erbe auszuschließen. „Leider haben wir uns nicht mehr versöhnen können, aber ich glaube, mein Vater wäre heute stolz auf mich. Gott sei Dank hatte ich damals bereits einige Erfolge und zwei Schwestern, die überhaupt kein Interesse an den Weinbergen hatten und so kam ich dann doch in den Besitz dieser wunderbaren Terroirs und konnte meine Ideen Schritt für Schritt umsetzen und verfeinern.”

Und das ist Elio in den letzten Jahrzehnten wahrlich gelungen. Im Gambero Rosso wird er als sympathische Respektperson und einer der größten Persönlichkeiten und besten Winzer des gesamten italienischen Weinbaus gefeiert. Auch im Veronelli, dem Wine Spectator oder bei Robert Parker gehören die großen Terroirweine von Elio Altare stets zu den besten des Piemont. Und alle seine Gewächse spiegeln die ebenso einfache, wie bestechende Idee von Elio Altare wieder. „Ich mag weder unnahbare Denkmale noch kraftstrotzende Geschmacksmonster. Ich will ehrliche Weine machen, die geprägt sind vom Charakter ihrer Region, die elegant sind, großes Trinkvergnügen bereiten und sich bei Tisch wie von selbst trinken und davon will ich Euch jetzt kosten lassen.
Mit diesen Worten führt Elio uns in seine kleine Probierstube mit der wunderbaren Aussicht über den Hausweinberg Arborina und beim Hereingehen fällt mein Blick auf zwei kleine Tafeln an der Wand, die so typisch sind für Elios Weinphilosophie und die seine harten Anfangsjahre widerspiegeln, als sein Vater und viele Traditionalisten seine Ideen als Irrweg abkanzelten. Auf der einen Tafel steht: „Um nicht zu sagen, dass ein Wein von minderwertiger Qualität ist, wählen wir den bequemen Weg und nennen ihn typisch”. Und auf der Tafel darunter heißt es: „Eine Tradition ist eine Innovation, die sich bewährt hat”. Und um diese so treffende Verbindung von Tradition und Innovation noch zu unterstreichen, hängt ganz in der Nähe ein Foto von Elio in herzlicher Umarmung mit dem großen Traditionalisten des Piemont, der leider verstorbenen Winzerlegende Bartolo Mascarello.
„Io sono viticoltore” (Ich bin Weinbauer), sagt Elio plötzlich ganz entschieden und voller Stolz, als er unseren Blick auf das gemeinsame Photo mit Bartolo entdeckt. „Ich bin kein Weinmacher und kein Weinagent und schon gar keiner dieser Weinindustriellen, welche in völlig unverantwortlicher Weise heute immer noch die Erde mit Dünger und Pestiziden kaputt machen, io sono viticoltore, ich lebe hier in einer einzigartigen Region, mit einzigartigen Rebsorten, arbeite heute wie früher selbst im Weinberg und meine Aufgabe ist es, diese Einzigartigkeit meines Terroirs mit meinen Händen im Weinberg zu fördern. Im Weinberg wird der Wein gemacht und nicht im Weinkeller. Im Weinkeller geht es nur noch darum, die Trauben möglichst schonend und sauber zu vinifizieren und ihnen die besten Möglichkeiten der Entwicklung zu gönnen. Und die beste Möglichkeit der Lagerung für die größten Rotweine der Welt ist nun einmal das Barrique, das aber niemals den Barolo dominieren darf!”
Wahrlich: Elio Altare ist über Jahrzehnte unbeirrt einen langen Weg gegangen, seinen ureigenen Weg, der alles andere als leicht war. Früher angefeindet als „Modernist”, gilt er heute in der gesamten Weinwelt als genialer Winzer, der die Tradition des Piemont mit einer modernen Weinbereitung höchst handwerklicher Art versöhnt hat. Elio Altare war stets in seinem Leben Quer- und Vordenker, ja Revoluzzer, heute ist er lebendes Mythos und wohl der höchst respektierte Winzer des Piemont. Und er ist auch einer der sympathischsten Persönlichkeiten der gesamten Wein-Welt. Seine großen Weine gelten heute, Jahrgang für Jahrgang, als Inbegriff höchster Winzerkunst: Großer Piemonteser Wein kann vielleicht anders schmecken, aber niemals besser!
Im Barrique edelster Provenienz reifen einige der größten Baroli der Welt
607007 Altare, Dolcetto d’Alba, rosso 2007 13,50 Euro
Ein vibrierend rassiger Dolcetto mit einem unglaublichen Preis-Genuss-Verhältnis! In der verführerisch-sinnlichen Nase ein einladender tiefdunkler Duft nach schwarzen Früchten und prallen Kirschen, feinst unterlegt mit einer betörenden floralen Note. Aber auch am Gaumen ist sie wieder da, diese betörende, extraktsüße, schmeichelnde Frucht, ungemein saftig, ein Charmeur und Schmeichler der Zunge, sehr geschmeidig und wunderbar harmonisch balanciert mit lebendigem Frucht-Säure-Spiel, das lange nachklingt. Frucht und Fülle ergänzen sich hier wunderbar zu einem herrlichen Trinkspaß. Zweifellos einer der besten Dolcetti eines großen piemontesischen Jahrgangs! Toppt nochmals den wunderbaren 2006er, der von Parker zu den „größten Schnäppchen der gesamten Weinwelt” gezählt wird.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren bitte), bis 2012.
Gänsehautatmosphäre in den Hügeln der Langhe
607208 Altare, Langhe Nebbiolo, rosso 2008 17,95 Euro
Welch eleganter Nebbiolo des zusammen mit Bruno Giacosa über Jahrzehnte hinweg wohl besten Piemonteser Winzers. Komplexe betörende Kirsch- und Brombeerfrucht, vermählt mit noblen Gewürzen. Auf der Zunge traumhaft frisch, burgundisch in seiner sinnlichen Textur, gesegnet mit einer singulär seidenen Tanninstruktur! Welch Leckerschmecker mit höchstem Anspruch, der viele Baroli mühelos an die Wand spielt!
Werte Kunden: Das Piemont wird, wie viele klassische europäische Anbauregionen, infolge der klimatischen Veränderungen von einer grandiosen Abfolge großer Jahrgänge „heimgesucht”, wie sie vor 2 Jahrzehnten in qualitativer Hinsicht noch überall undenkbar erschienen, als vielleicht 2-3 Jahrgänge in einem Jahrzehnt wirklich grandios waren. Heute gibt es kaum mehr qualitative, sondern zumeist nur stilistische Unterschiede zwischen den Jahrgängen. Die dramatischen Qualitätsunterschiede in der Flasche sind heute fast ausschließlich die Folge guter oder schlechter Winzerarbeit! Und dennoch gibt es, von Region zu Region häufig unterschiedlich, noch mal das i-Tüpfelchen auf einzelnen Jahrgängen, die diese nochmals einen Wimpernschlag besser machen als die anderen. Ein solcher Überflieger-, ein wahrer Jahrhundertjahrgang wird infolge eines traumhaften Herbstes, mit klimatischen Bedingungen wie gemalt, 2008 im Piemont. Daher unser Tipp: Selbst von den Einstiegsweinen der Piemonteser Winzerelite aus 2008 kaufen, was man nur bekommen kann. Fabel-Qualitäten werden auch des kundigsten Weinliebhabers Herz verzaubern!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Herbst 2010 bis 2014.
Das Weingut Elio Altare bekrönt die großen Terroirs des Piemonts
607108 Altare, Barbera d’Alba, rosso 2007 14,95 Euro
Ganz leise nur möchte ich auf diesen genialen Barbera hinweisen, zu phantastisch die Qualität aus einem Riesen-Jahrgang, zu klein die verfügbare Menge, zu groß die Nachfrage begeisterter Kunden. Ein Barbera-Klassiker, der die Maßstäbe in seiner Qualitätsstufe definiert! Eine Piemonteser-Edelpretiose, die vom Magier Elio Altare einen eleganten Schliff und eine betörende Fruchtessenz bekommt.
Zu genießen ab Herbst 2010, Höhepunkt Frühjahr 2011 bis 2014+.
Elio mit Tochter Silvia
607405 Altare, Barolo, rosso 2005 55,00 Euro
Die großen Winzer des Piemont interpretieren den Barolo höchst unterschiedlich, wie ein Musiker seine Sonaten. Es gibt alle Facetten zwischen den konsequenten Modernisten, die den Barriqueausbau auf ihre Fahnen geschrieben haben, den strikten Bewahrern von Tradition und Winzerpersönlichkeiten und denjenigen wie Elio, die ihren ureigenen Weg gefunden haben, den ich als behutsame Neu-Interpretation des großen Piemonteser Kultur-Erbes bezeichnen möchte. Und diesen, wie alle Baroli-Weine von Altare in gebrauchten Barriques ausgebauten Neo-Klassiker möchte ich Ihnen wärmstens anempfehlen! Altares phantastischer Barolo ist eine Demonstration höchster Winzerkunst und ein überragender Beleg, wie perfekt der Altmeister den sensiblen Umgang mit dem Barrique beherrscht, das den Wein nicht dominiert, sondern ihm nur eine großartige Struktur verleiht. „Das Holz ist der wahre Keuchheitsgürtel des Barolos, es schützt ihn vor den aggressiven Angriffen der Luft und lässt sich dann langsam durchdringen, damit der Wein gehegt und gepflegt wird wie eine Geliebte, die mit Geduld und Anmut nach langem Hofieren erobert wird”, so einfühlsam beschreibt Maurizio Rosso in seinem Klassiker „Mythos Barolo” das sanfte Werden eines der größten Weine der Welt. Und niemand in der traumhaften Landschaft der Langhe vermag diesen Prozess behutsamer zu steuern als Elio Altare. Sein 2005er Barolo ist ein sinnlich betörendes Meisterwerk, verführt mit seinen komplexen Aromen nach roten Früchten, edelsten Gewürzen, nobler Schokolade, Lakritze, welken Veilchen und schwarzen Trüffeln. Welche Wonne am Gaumen, welche Harmonie und Balanciertheit auf der Zunge, die jubiliert wegen der seidig-cremigen, süßen Tannine, die zärtlich streicheln, aber nicht kratzen. Traumhafte Länge und ein zutiefst mineralischer Nachhall, von dem man sich wünscht, dass er nie enden möge. Ein wahrlich emotionaler Barolo aus Parzellen der berühmtesten Lagen des Piemont in La Morra, Castiglione Falletto und Serralunga, der trotz seines Ausbaus im Barrique einen höchst traditionellen Charakter aufweist. Kategorie persönlicher Lieblingswein!
Parker: „Readers will find much to admire in these beautiful 2005 Barolos, which are among the highlights of the vintage.”
Zu genießen ab 2011, Höhepunkt 2014 bis nach 2025.
607505 Altare, Barolo Vigneto Arborina, rosso 2005 79,00 Euro
Kenner wissen: Es gibt nicht DEN einen Barolo, wie es auch nicht den einen Châteauneuf oder den einen Chambertin gibt, nein, es existieren fast so viele Interpretationen, wie es Interpreten gibt, Winzer, die in ihren Weinen ihr einzigartiges Terroir zum Klingen bringen. Und eine der schönsten Interpretationen eines phantastischen Jahrgangs finden wir in diesem atemberaubenden Spitzenwein von Elio Altare („ein notorischer Dreigläserstar”, Gambero Rosso), der von einer singulären Finesse und betörend sinnlichen Frucht geprägt wird wie die berühmtesten Pretiosen des Burgunds. Die einzigartige aromatische Vielfalt dieses magischen Finessenweines erschließt sich erst in ihrer gesamten Komplexität nach einigen Jahren der Entwicklung: Wahre charakterliche Größe braucht Reifezeit – beim Wein wie beim Menschen. Und was haben wir hier einen Wahnsinnsstoff im Glase von einer ganz großen Lage des Piemont: Ein grandioser Wein von vollkommener Harmonie, in einer betörend sinnlichen, „kühlen” Stilistik – mit einer traumhaften Ausgewogenheit und einer inneren Balance versehen, die unübertrefflich ist. Mineralität, Fülle, Feinheit, Kraft, Dichte, Länge, alle Attribute eines großen Barolo sind auf den Punkt getroffen. Eine Hommage an die Sinnlichkeit und Mineralität eines beseelten Nebbiolo, der, wie sonst nur noch der Pinot Noir, als die Inkarnation von Eleganz und Finesse zu gelten hat und die unvergleichlichsten, brillantesten, aufregendsten und feinsten Aromen ins Glas zu zaubern vermag! Barolo Arborina 2005: Das ist Hedonismus pur, das ist lasziv-erotische Begegnung unvergesslicher Art! „Wein ist für mich ein Getränk zur Freude”, sagte mir Elio. Mehr Freude als mit diesem Arborina kann man nicht haben, schöner kann man nicht trinken!
Zu genießen ab 2012+, Höhepunkt 2015 bis nach 2025.
607605 Altare, Barolo Brunate, rosso 2005 79,00 Euro
Ein aristokratischer Wein aus einer legendären Piemonteser Lage, der den Mythos Elio Altare noch über Jahrzehnte hinweg manifestieren wird! Einer der größten Baroli Altares aller Zeiten: Feinste Fruchtsüße Teer, Trüffel und nobelste Gewürze sind eingebettet in einen phantastischen mineralischen Kern. Rote Rosen und Veilchen blühen am Wegesrand! Parker urteilt begeistert: „I consider Altare’s Barolo Brunate one of Italy’s greatest wines. Simply put, this is classic Brunate – 95 Punkte!
607706 Altare, „L’Insieme”, Vino rosso da tavola 2006 45,00 Euro
607806 Altare, Langhe rosso „Larigi”, rosso 2006 65,00 Euro
607906 Altare, Langhe rosso „La Villa”, rosso 2006 59,00 Euro
