Saarwellingen, im August 2008

Wein - Highlight


Bruno Giacosa - Piemont

Der begnadete Traditionalist Bruno Giacosa, der „Klassiker der Klassiker”, vinifiziert legendäre Baroli und Barbaresci von Weltruf!

In der sanft gewellten Hügellandschaft der Langhe im Piemont, dem „Land am Fuße der Berge”, dieser mit ihrem herben Charme und ihren kulinarischen Köstlichkeiten verzaubernden Provinz im Nordwesten Italiens, wird zwar seit Menschengedenken Wein angebaut, aber zu wahrem Ruhm hat der Region erst die Nebbiolo-Rebe verholfen, aus deren Trauben die bei Kennern in aller Welt begehrten komplexen, langlebigen Barolo- und Barbarescoweine erzeugt werden. Aber auch in dieser reizvollen Landschaft entstehen die raren Spitzenweine nur dann, wenn unter den günstigen klimatischen Bedingungen – viel Sonne, relativ wenig Niederschlag – erstklassige Trauben aus den bevorzugten kargen, trockenen Lagen von wirklich guten Weinerzeugern verarbeitet werden. Und viele Liebhaber sehen in den gesuchten Baroli und Barbaresci des begnadeten Traditionalisten Bruno Giacosa, des „Klassikers der Klassiker” (so Horst Dohm, Flaschenpost aus Piemont), nicht nur die besten Weine des Piemont, sondern zählen sie zu den größten Gewächsen der Welt.

Diese Einschätzung teile auch ich schon seit langer Zeit; deshalb reifen in meinem privaten Keller seit 1985 aus allen bedeutenden Jahren exzellente Weine Giacosas, dieser Inkarnation piemontesischer Weinkultur, ihrem Höhepunkt entgegen. Und niemals werde ich jenen kalten und verregneten Herbstabend im September 96 vergessen, als in einer kleinen Enoteca in Rom die Flasche eines auf den Punkt gereiften, majestätischen 78 Barolo „Falletto” des legendären Meisters der Nebbiolotraube Herz und Sinne auf das angenehmste temperierte und betörte: Nur wenige Weine der Welt konnten mir bisher so viel hedonistisches Vergnügen bereiten wie dieser absolute Weltklassewein. Diese Rarität vom Hügelkamm der steilen, süd- und südwestlich ausgerichteten Spitzenlage Falletto erschien geradezu wie eine Liebkosung der bacchantischen Seele!

Was ist das Besondere an den unverwechselbaren Weinen des „großen Schweigers”, wie Bruno Giacosa aufgrund seiner Wortkargheit, seiner Nachdenklichkeit, seiner Introvertiertheit und seiner Öffentlichkeitsscheu – allein die Qualität seiner Weine soll für sich sprechen, alles Marktschreierische ist ihm vollkommen fremd – gerne tituliert wird? Nun, in seinen großen Rotweinen findet sich die Quintessenz der Nebbiolotraube, aus der seine weltberühmten Baroli und Barbaresci gemacht werden, es sind Weine von unerhörter Komplexität und fruchtiger Fülle, von Kraft und beispielloser Langlebigkeit, gepaart jedoch mit einer Feinheit und Eleganz, wie sie nur wenige Große Gewächse aus den bedeutendsten Lagen der Welt aufzuweisen vermögen. Es sind Weine großen, individuellen Charakters und einzigartiger Typizität, Lichtjahre entfernt von jenem austauschbaren internationalen Stil, der (nicht nur) mir ein Graus geworden ist.

Natürlich hat sich auch Giacosa gemeinsam mit seinem Kellermeister Dante Scaglione behutsamen, sinnvollen Neuerungen in der Kellertechnik nicht widersetzt, hat die Gär- und Maischezeit auf nur noch 2 Wochen verkürzt, da in seinen Kellern jetzt mit neuen Edelstahltanks gearbeitet wird, deren Rührwerk und Remontagetechnik eine ausreichende Tanninausbeute garantieren. Allerdings werden dabei vorwiegend die Gerbstoffe aus der Schale extrahiert und nicht aus den Kernen, was dazu führt, dass die Intensität der Farbstoffe und Polyphenole viel höher ist, die Tannine selbst wesentlich weicher erscheinen. Den Ausbau der Weine in neuen Barriques, den sich die so genannten Modernisierer auf ihre Fahnen geschrieben haben, lehnt Giacosa genauso entschieden ab wie die artverändernde Begrenzung des Tanningehaltes im Barolo und Barbaresco, denn ein Barolo ohne spürbares, wenn auch weiches Tannin ist für den Doyen der traditionellen piemonteser Winzerkunst eine Verfälschung dieses in der Welt einmaligen Weines. Doch verwendet Giacosa seit Anfang der 90er Jahre mittelgroße Fässer aus französischer Eiche und nicht mehr die alten, schweren Fässer aus slowenischem Holz, was den Weinen nochmals spürbar mehr Eleganz und Finesse verliehen hat. Unabhängig davon benötigen die großen, unfiltrierten Rotweine dieses Genies immer eine längere Zeit der Reife als die der Modernisten – Geduld also in unserer so hektischen Zeit ohne Zeit, ehe sie dann als wahrhaft majestätische Weine ein wirklich einzigartiges Trinkvergnügen bereiten.

Mein Fazit: Die wahren Liebhaber Großer Gewächse, die eher das Leise, das Burgundische suchen, denn das marktschreierisch Laute, finden die betörende Seele des Piemont in den Weinen des großen Weinmachers aus Neive!

Frisch eingetroffen sind der grandiose Piemonteser-Spitzenjahrgang 2004 sowie Giacosas qualitativ höchst spannende Basisweine (Detaillierte Beschreibungen folgen in den nächsten Pinwänden).

613107 Giacosa, Roero Arneis, bianco 2007 16,50 Euro
Dieser grandiose trockene Weißwein aus einer fast schon vergessenen, autochthonen Rebsorte, „der beste Arneis im ganzen Piemont” (Parker) ist schlichtweg hinreißend!
 

Giacosa, Roero Arneis, bianco

 


614206 Giacosa, Dolcetto d’Alba di Serralunga, rosso 2006 14,50 Euro
Dieser Dolcetto ist etwas ganz Besonderes. Der „Altmeister” des Barolo hat hier in Serralunga d’Alba gleich neben den besten Barolo-Lagen auch Dolcetto gepflanzt. Einige seiner Kollegen hielten ihn dafür – gelinde gesagt – für ausgeflippt. Doch das Ergebnis spricht für sich und straft alle Kritiker Lügen – und das zu einem unglaublichen Preis-Genuss-Verhältnis! In der verführerischen Nase ein einladender tiefdunkler Duft nach dunklen Früchten, Kirschen und Pflaumen mit einer betörenden floralen Note. Am Gaumen wieder diese betörende extraktsüße schmeichelnde Frucht, ungemein saftig, kräftiger Körper, aber sehr geschmeidig und wunderbar harmonisch balanciert mit lebendigem Frucht-Säure-Spiel, das lange nachklingt. Frucht und Fülle ergänzen sich hier wunderbar zu einem herrlichen Trinkspaß.
Zweifellos einer der besten Dolcetto des Jahrgangs! Zu genießen ab sofort bis 2012, mindestens.

Giacosa, Dolcetto d’Alba di Serralunga, rosso


614207 Giacosa, Dolcetto d’Alba „Faletto di Serralunga”, rosso 2007 14,90 Euro


Giacosa, Dolcetto d’Alba „Faletto di Serralunga”, rosso


613605 Giacosa, Barbera d’Alba, Superiore Falletto di Serralunga d’Alba 2005 27,90 Euro
Wunderbar würziger Duft nach Pflaumen und Gewürzen, im Hintergrund auch Veilchen und zarte Röstaromen. Am Gaumen präsentiert sich tiefe Fruchtfülle in einem kräftigen Körper mit samtig-weicher aber feingliedriger Struktur, feine mineralische Noten spielen mit den aromatischen Gewürzen, facettenreich und nuanciert, macht schon richtig Spaß, obwohl man ihn am besten noch ein, zwei Jahre in den Keller legen sollte, sehr fein balanciert, harmonisch, saftig und lang nachhallend. Ein Barbera der Extraklasse, fein gezeichnet durch des Magiers sensible Hand!

Giacosa, Barbera d’Alba, Superiore Falletto di Serralunga d’Alba


614404 Giacosa, „Vigna Croera di La Morra”, rosso 2004 95,00 Euro
Giacosas Jungfernjahrgang aus La Morra!

Giacosa, „Vigna Croera di La Morra”, rosso


613804 Giacosa, Barolo, „Falletto di Serralunga d’Alba”, rosso 2004 119,00 Euro
Einer der größten Baroli in diesem Jahrtausend: 96 Parkerpunkte!

Giacosa, Barolo, „Falletto di Serralunga d’Alba”, rosso


614104 Giacosa, Barbaresco „Santo Stefano di Neive”, rosso 2004 89,00 Euro
Eine piemontesische Legende: 95 Parkerpunkte!

Giacosa, Barbaresco „Santo Stefano di Neive”, rosso

 


613504 Giacosa, Barbaresco „Rabaja di Barbaresco”, rosso 2004 95,00 Euro
Wiederum Weltklasse pur: 97 Parkerpunkte!