Saarwellingen, im März 2008

Wein - Highlight


Domaine de Limbardié - Cessenon

David schlägt Goliath – Der legendäre Kultstoff aus dem Languedoc, der auszog, Pomerols ganzen Stolz Pétrus zu besiegen!

Domaine de Limbardié - Cessenon
Die Domaine de Limbardié inmitten ihrer blühenden Naturlandschaft

Unverschämt günstige Preise, phantastische Qualitäten: Mehr und mehr entwickeln sich die originären Rotweine der Domaine Limbardié zu begehrten Objekten unter Weinliebhabern und avancierten daher folgerichtig in den letzten Jahren (mit) zu unseren meistverkauften Rotweinen überhaupt. Kein Wunder, dass auch die Weinexperten von den grandiosen Qualitäten dieser Domaine schwärmen.: Hendrik Thoma, Sommelier des Jahres 1999, und Christina Fischer, seine kongeniale Nachfolgerin 2001, bewerten begeistert bereits die Basiscuvée „Murviel” als „Glücksfall für Weinliebhaber auf der Suche nach einem ausdrucksvollen und dennoch preiswerten Trinkwein”.

Sensationell ist auch die Preis Leistungsrelation der Spitzencuvée der Domaine, eines 100%igen Merlot, der wesentlich teurere Konkurrenten aus dem Bordelais mühelos aus dem Feld schlägt. Legendär ist mittlerweile die Degustation der Schweizer Fachzeitschrift „Weinwisser”, herausgegeben von dem bekannten Fachautor René Gabriel („Bordeaux Total”), in der eben dieser Tradition in einer Welt-Merlot-Probe den 10. Platz erreichte, einen Rang hinter La Conseillante und gar zwei Plätze vor Pétrus, dem großartigen Prestigegut aus Pomerol. Wenn mir persönlich diese Beurteilung auch etwas zu euphorisch erscheint und ein wenig die Problematik von Blindproben jugendlicher Weine widerspiegelt, belegt sie andererseits doch eindrucksvoll die herausragende Qualität dieses berührenden Weines zu phantastisch niedrigem Preis – im Vergleich mit diesen berühmten Konkurrenten.

Domaine de Limbardié - Cessenon
Henrik Boukandoura

Für dieses grandiose Meisterwerk zeichnet der bescheidene Winzer Henrik Boukandoura verantwortlich, dessen Gut in dem kleinen, beschaulichen Örtchen Cessenon angesiedelt ist, in direkter Nachbarschaft zu den exponierten Lagen des wesentlich bekannteren Saint-Chinian und inmitten des Tals des kleinen Flüsschen Orbs, der im Laufe von Jahrtausenden die Lehm- und Kalkböden angeschwemmt hat, die das spezifische Terroir der Region prägen. Der gebürtige Nordafrikaner und adoptierte Bretone Boukandoura verdingte sich zusammen mit seiner Lebensgefährtin Magdelein Hutin während ihrer gemeinsamen Studienzeit im Languedoc als Erntehelfer und wurde dabei vom Weinvirus infiziert. Nach einigen Jahren der Lern- und Entdeckungsreisen warfen sie ihre Lebensplanung über den Haufen und realisierten 1987 ihren Traum: Ein Weingut im französischen Süden zu übernehmen und ihren eigenen Wein zu produzieren. Nach und nach kauften sie neue Weinberge hinzu, sowie ein schönes altes Gut und renovierten behutsam die aus dem letzten Jahrhundert stammenden Kelleranlagen. Schließlich kam auch noch ein klimatisierter Barriquekeller dazu, so dass Henrik jetzt endlich über die optimalen handwerklichen Möglichkeiten verfügt, die er sich immer gewünscht hat.
Das Hauptaugenmerk legt das sympathische Paar darauf, dass die von ihm naturnah angebauten Reben (hier insbesondere die Bordelaiser Sorten Merlot und Cabernet, in geringerem Maße die typischen Rebsorten der Region, Syrah, Grenache und Carignan, was in der Konsequenz bedeutet, dass seine Weine ‚nur’ als „vin de pays” verkauft werden dürfen) den Charakter ihrer südfranzösischen Heimat widerspiegeln, folglich also alles andere sind als austauschbare Weine internationalen Stils oder bloße Kopien großer Bordelaiser Gewächse. Mit einer akribischen Liebe zum Detail, einer profunden Sachkenntnis, einer vorbildlichen Blattwerkserziehung, die zu einem hohen Zuckergehalt und feinen, reifen Tanninen beiträgt, einer strengen Selektion der Trauben in seinen extrem gepflegten, steinigen Weinbergen und einer behutsamen Vinifizierung im Weinkeller gelingt es dem rührigen Bretonen, großartige Tropfen zu erzeugen. Und in jedem neuen Jahrgang steigert Henri noch einmal die Qualitäten, liefern doch die älter werdenden Rebstöcke ein immer besseres Ausgangsmaterial, trägt die konsequente Weinbergsarbeit zunehmend Früchte und bietet der neu installierte Barriquekeller lange ersehnte, optimale Ausbaumöglichkeiten. Was uns an den Weinen dieser kleinen, handwerklich arbeitenden Domaine so fasziniert, ist ihre gänzlich eigenständige Charakteristik, die sich aus dem Zusammenspiel der Edelrebsorten mit den Gegebenheiten des südfranzösischen Terroirs ergibt. Was uns geradezu sprachlos werden lässt, ist der unverschämt niedrige Preis, zu dem man sowohl den „einfachen” Wein für jeden Tag als auch die Spitzencuvée erhalten kann.

Domaine de Limbardié - Cessenon
Die Domaine de Limbardié — ein idyllisches Fleckchen Erde


323407 Limbardié, Rosé, PK 2007 5,95 Euro
Diese leckere, traumhaft fruchtige und herrlich frische Cuvée (Morgens um 5 Uhr in der Früh werden die bestens gereiften Träubchen geerntet, um die Kühle der Nacht zu bewahren: Syrahtrauben sorgen für Fülle und Struktur, Grenache für die feinen, komplexen Aromen) zählt zum Besten, was man in Sachen Rosé in Frankreichs wildem Süden finden kann: In der Nase ein animierender Duft nach roten Johannisbeeren, Erd- und Himbeeren, am Gaumen eine saftig-knackige, geschmeidige Frucht mit einer feinen Säure und eine großartige Balance. Dies ist kein liebloser „Rosé von der Stange”, welcher die Regale der Supermarktketten füllt, sondern ein ernst zu nehmender, ‘zärtlicher’ Wein auch für anspruchsvolle Rotweintrinker!
Ein Rosé zum Träumen schön!



323206 Limbardié, VdP „Murviel”, VdP de Cessenon, rouge 2006 5,30 Euro
Einer unserer absoluten Bestseller ist dieser ungemein charaktervolle Alltagstropfen, der über mehrere Jahrgänge hinweg als „herausragender, handwerklich produzierter Wein” im „Weineinkaufsführer der empfehlenswerten Weine unter 12 Euro” enthusiastisch gelobt und wegen seines „hervorragenden Preis-Genuss-Verhältnisses” nochmals extra ausgezeichnet wurde. Das tiefe dunkle Rot in der Farbe deutet bereits auf die geschmackliche Konzentration dieser leckeren, sinnlichen Alltagscuvée aus Merlot (80%) und Syrah hin, was diesem großartigen Garriguewein seine einzigartige, urwüchsige Charakteristik verleiht. Der gar nicht südländisch warm, sondern eher distinguiert und relativ ‚kühl’ wirkende, expressive Duft erinnert an schwarze Johannisbeeren, Pflaumen, schwarzen Pfeffer und wild wachsende Kräuter der Garrigue.
Am Gaumen den gleich phantastischen 2001/5ern in der Dichte und Konzentration sehr ähnlich, besitzt er aber infolge der immer älter werden Rebstöcke nochmals mehr Eleganz und Finesse und ist wie immer geprägt von einer inspirierenden, von Jahr zu Jahr subtiler werdenden, bestens eingebundenen animalischen Wildheit und Ursprünglichkeit. Weiche und cremige Tannine, die nicht aus dem Holzfass, sondern ausschließlich aus den Trauben stammen, sorgen für eine extrem rare Struktur in dieser provokant fairen Preisklasse. Henri Boukandoura ist es mehr denn je gelungen, die Eleganz des Nordens mit der Expressivität des Südens zu vereinen: Reich im Bukett, vielschichtig in den Aromen und cremig weich in den Tanninen. Und das alles bei trinkanimierend niedrigen Alkoholgradationen von knapp 13 Volumenprozent.
Zu genießen ab sofort bis 2011.

Limbardié, VdP „Murviel”,  VdP de Cessenon, rouge


323304 Limbardié, Tradition, rouge 2004 12,90 Euro
Welch großartige Vermählung geht die Bordelaiser Edelrebe Merlot mit der „wilden” Aromatik des französischenSüdens ein! Dieser elegante, verführerische Wein erinnert in der Nase an große Crus aus St. Émilion, die jedoch ein Vielfaches kosten, denn er betört geradezu mit den Aromen der Merlottraube und der Genießer spürt die beerige (Cassis!), kernige, leicht süßliche Frucht und die kühle Eleganz des Bordelais so deutlich wie bei seinen großen Jahrgangsvorgängern 98, 2001 und 2005. Doch wie der ebenso traumhafte 03er besitzt auch dieser wunderschöne Wein unmittelbar nach der Öffnung keine zart animalische Note mehr wie in der Vergangenheit, als die Rebstöcke noch jünger waren, stattdessen brilliert er mit einer so zuvor noch nicht erlebten Mineralität und komplexen Aromenintensität. Bereits kurz nach der Öffnung taucht die Zunge ein in eine faszinierende Aromatik von roten und schwarzen Beeren, Oliven- und Vanilletönen, intensiven Schwarzkirschanklängen sowie edlen mediterranen Gewürzen und einer zarten Pfeffernote. Am Gaumen gewohnt weich, dicht und cremig, die kompakte Frucht eingepackt in reife, sehr saftige, ausbalancierte Tannine und edle, feine Holznoten, welche die tiefe dunkelwürzige Frucht des Weines gekonnt umrahmen: ein vielschichtiger, bestens strukturierter, toll balancierter Wein mit einer komplexen Fülle und in seiner Stilistik von feiner, femininer Art. Ein Hochgenuss sowohl für die Liebhaber südfranzösischer Weine als auch vorzüglicher Bordelaiser Gewächse. Ein großartiger Merlot, eine Provokation wesentlich teurerer Bordelaiser Prestigegewächse und bereits in seiner Primärfruchtphase infolge extrem weicher Gerbstoffe in bestechender Trinkverfassung: Dieser höchst trinkanimierende Wein (gerade mal knappe 13 Volumenprozent Alkohol) wird seinen Höhepunkt wohl zwischen 2009 und 2015 erreichen. Meine ganz besondere Empfehlung!




Domaine Saint Antonin - Faugères

Frédéric Albaret produziert authentische, individuelle Weinunikate voller Frische, Finesse und Mineralität auf den berühmten schwarzen Schieferböden des Languedoc!

Faugères ist ein wildromantisches, dünn besiedeltes, waldreiches Gebiet nördlich von Béziers, das als einzige AOC des Languedoc flächendeckend über homogene karge Böden aus schwarzem Schiefer verfügt, der ansonsten im Midi nur selten zu finden ist. Die Weinberge befinden sich zumeist auf relativ hohen Hügeln mit steilen Hängen und sind somit hervorragend geeignet zur Erzeugung großer Rotweine, die von Liebhabern wegen ihres unverwechselbaren Charakters, ihrer für den französischen Süden singulären Eleganz und großartigen Finesse, noblen Weinen aus Burgund durchaus ebenbürtig, hoch gerühmt werden. Das die Stilistik prägende Schiefergestein sorgt in den Spitzenweinen für eine ureigene und unverwechselbare Identität: Tiefgründige Mineralität trifft feinste Finesse! Bei den besten Winzern der Region sind diese hochkomplexen Weine terroirgeprägte Unikate auf höchstem Qualitätsniveau, die sich wohltuend aus dem Einheitsbrei vieler industriell „gemachter” oder uniformer, ermüdender Garrigueweine hervorheben und von Kennern zu den Referenzweinen des Languedoc gezählt werden.

Domaine Saint Antonin - Faugères
Frédéric Albaret beim Verkosten des neuen Jahrgangs
im Barriquekeller

Und es ist immer wieder ein Name, der respektvoll genannt wird, wenn französische Winzerikonen sich hinter vorgehaltener Hand über die besten Qualitäten des Faugères austauschen: Frédéric Albaret, ebenso qualitätsversessen wie sympathisch, produziert finessenreiche magische Qualitäten, die nicht lautmalerisch mit neuem Holz und modisch marmeladiger Neuer-Welt-Monotonie langweilen, sondern mit einer rassig-eleganten Textur, mit seidigen Tanninen und einernoblen, „kühlen” Mineralität die Zunge liebkosen. Dieses wunderschöne, delikate Spiel am Gaumen und die fabelhafte Finesse zeichnen verantwortlich für den herausragenden Rang dieser extrem raren Gewächse unter allen Weinen des Languedoc. Zwar hat Frédéric vor einigen Jahren auch neue, optimal gekühlte Kellergebäude in Betrieb nehmen können (ein unschätzbarer Vorteil in den heißen Sommern), in denen er äußerst schonend seine stilistisch so singulären Weine ausbaut, aber in der gekonnten und sensiblen Vinifizierung liegt nicht allein das Geheimnis dieser großen langlebigen Gewächse aus einer traumhaft schönen Landschaft.

Nein, es ist wie bei allen begnadeten Winzern der Welt. Der Ursprung dieser phantastischen Qualitäten, die dankenswerterweise noch zu den überaus fairen Preisen zu erwerben sind, die das Languedoc weltberühmt gemacht haben, liegt primär im großen Terroir des Weinbergs: bestens bearbeitete, karge, schwarze Schieferböden, in harter Handarbeit aufgelockert, ein naturnaher Anbau und tief wurzelnde Reben, die sich ihren Weg durch den Schiefer hart erkämpfen müssen, um tief in der Erde in den heißen, trockenen Sommern – weitab von feuchten Winden des Meeres – genügend Wasser zu finden. Infolge seiner Exposition der Parzellen, die aus Schutz vor zu viel Sonne nicht nach Süden ausgerichtet sind, kann Frédéric für südfranzösische Verhältnisse sehr spät (Ende September, Anfang Oktober) ernten, dann, wenn die Trauben ihre höchste physiologische Reife erreicht haben, ohne aber zu hohe potentielle Alkoholwerte aufzuweisen. So sorgt neben den Schieferböden diese lange Vegetationsperiode für ein deutliches Mehr an Finesse und Eleganz in den fertigen Weinen (so wie wir es auch von den großen deutschen Rieslingen kennen) und eben eine perfekte Reife, die aber, Frédérics zentrales Anliegen, niemals (!) in Überreife umschlagen darf. Marmelade mag er höchstens auf dem Baguette, aber keinesfalls im Wein!

Das Resultat dieser beispielgebenden handwerklichen Arbeit und des Genius eines sensiblen Weinmachers: Ultrafeine, finessenreiche Gewächse, wie sie erst von einer ganz kleinen Avantgarde qualitätsbesessener junger Winzer im Languedoc vinifiziert werden. In Frankreich unter Insidern bereits zu den großen Stars des Midi gezählt, in Deutschland noch eher ein Geheimtipp, muss Frédéric seine Ernte den Interessenten aus aller Welt mittlerweile strikt zuteilen. Es sind zutiefst mineralische Bilderbuchweine des französischen Südens, Terroir pur, das eindeutig den Rebsortencharakter dominiert, sehr rar und von phantastischer Qualität!


302306 Saint Antonin, Les Jardins de Saint Antonin, rouge 2006 5,95 Euro
Jaaa! Das ist genau wieder einer dieser so ungemein preis„werten” und schmackhaften Alltagsweine aus dem französischen Süden, der das Languedoc vor mehr als einem Jahrzehnt als Quelle herausragender Trinkweine über Nacht weltberühmt machte und der das großartige vinologische Können von Frédéric Albaret eindrucksvoll belegt. Herrlich leuchtendes Purpurrot in der Farbe, in der Nase feinfruchtige, rot- und dunkelbeerige sowie zartwürzige Aromen, dabei von sehr elegantem Stil, der überhaupt nichts Lautmalerisches in sich trägt. Am Gaumen schmeichlerisch, elegant und saftig, geprägt von einer animierenden Trinkfrische und für seine so ungemein attraktive Preisklasse gleichzeitig erstaunlich dicht mit einer verblüffend cremig-seidenen Tanninstruktur. Ein herrlicher Alltagswein, eine ehrliche, fröhliche Haut, die nicht vorgibt, mehr zu sein, als sie ist: herzhaft lecker, und trinkanimierend frisch.
Zu genießen ab sofort, bis 2010.

Saint Antonin, Les Jardins de Saint Antonin, rouge


302106 Saint Antonin, Faugères, rouge 2006 8,90 Euro
Eine intensive, dichte Fruchtwürze und edle Blaubeeraromen zeichnen den großen Faugères-Jahrgang 2006 aus, der seinen kühl-noblen Charakter, weitab von modischen marmeladigen Exzessen, den mineralischen schwarzen Schieferböden verdankt. Rote und blaue Früchte und eine wiederum vom Schiefer stammende feine Mineralität, eine in dieser Preisklasse ganz und gar ungewöhnliche Eleganz, Finesse und Feingliedrigkeit, bestens integrierte, frische, seidige, cremige Tannine und ein schöner, schmeichlerischer, ungemein feiner, rauchig-mineralischer, zart tabakiger Nachhall begründen ein sensationelles Preis-Genussverhältnis, das selbst für den französischen Süden extrem selten ist. Nach längerer Luftzufuhr wird die Zunge zärtlich gestreichelt von einer ungemein seidenen, kühlen Textur, die nichts anderes ist als der schmeckbare Ausdruck des schwarzen Schieferbodens, der den großen Terroirweinen des Faugères einen authentischen Charakter vermittelt. Diese kühle Mineralität und die duftige Würze im geschmeidig dichten Mundgefühl vereinen den Charme, das Licht und die Wärme des Südens mit der Singularität des schiefrigen Terroirs. Keine Alkoholdominanz, kein modischer Neuholzton, keine Rustikalität, keine Marmelade. Stattdessen ein großartiger, mineralischer Alltagswein de luxe der leisen Töne, der mit viel Kraft und Charakter, Ausstrahlung und Geschmack, mit Würze, phantastischer Frische, und mineralischer Tiefe in seiner sympathischen Preisklasse die Qualitätsmaßstäbe des Languedoc definiert!
Zu trinken ab sofort (die cremig-seidenen, kühlen Tannine erlauben bereits heute, insbesondere nach mehrstündiger Belüftung, ein höchstes Trinkvergnügen), Höhepunkt Ende 2009 bis 2014+.



Frédéric Albaret hat sich souverän seinen Platz in der ganz kleinen Elite der Spitzenwinzer des Languedoc erobert mit Referenzqualitäten der neuen Generation: Finesse und Eleganz, Rasse und Frische statt marmeladiger Langeweile. Daher lege ich Ihnen seit vielen Jahren diese so traumhaft preiswerten, ungemein finessenreichen Rotweine aus dem Faugères als meine Lieblingsweine ganz besonders ans Herz. Auch Parker hat jetzt unsere Domaine Saint Antonin entdeckt und mit Elogen überhäuft. Er schreibt wörtlich, dass er überhaupt nicht verstehen kann, wie so gute Weine, die zu den phantastischsten, ja unglaublichsten Weinwerten der Welt zählten, zu einem solch günstigen Preis zu haben seien! So erhielt dieser traumhafte preiswerte Faugères für den Jahrgang 2003 91Punkte! Und 2006 ist nochmals deutlich besser! Fréderic erklärt: „Meine schönsten Weine bisher! Drei Dinge kamen in diesem großen Jahrgang zusammen: Optimale klimatische Bedingungen, dann haben meine Rebstöcke mittlerweile ihr bestes Alter erreicht und ich konnte all meine Erfahrungen einbringen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe: Nie zuvor habe ich bisher Weine vinifiziert, die bei aller Eleganz und Finesse eine derartige Frische, Dichte und Konzentration aufweisen”. Unbedingt probieren!

302206 Saint Antonin, „Les Magnoux”, rouge 2006 13,95 Euro
Frédéric Albarets Spitzencuvée „Les Magnoux” lässt auf singuläre Weise die Mineralität und den unverfälschten Terroircharakter des schwarzen Schiefers sinnlich erfahrbar werden! Wegen seiner Tiefgründigkeit und Eleganz zweifellos eines der Aushängeschilder der neuen authentischen Spitzenweine aus dem Languedoc, zwar enorm dicht und mit einer grandiosen Tiefe versehen, aber überhaupt kein Extraktionsmonster mit Muskeln und überbordendem Eichenholz, stattdessen mit einer vor kurzem im französischen Süden noch nicht vorstellbaren Finesse gesegnet, an der sich die anderen großen Weine des Languedoc messen lassen müssen! Tief dunkelrot steht dieser noble Weinriese im Glas, in der Nase ungemein komplexe, verführerische schwarze Beeren und reife Früchte, dazu extrem feine, würzige Anklänge und Noten von schwarzen Oliven, Rauch und Zigarrenkiste. Die expressive Frucht und eine traumhaft cremige Textur betören einschmeichelnd den Gaumen, hüllen ihn ein in ein samtenes Tuch, verweilen, wollen überhaupt nicht mehr loslassen. Faszination pur! Dieser großartige Wein löst mit seiner seidigen Fülle wohlige Schauer aus, ein herrlich runder, harmonischer, delikater Wein; der noble Kern seiner intensiven Mineralität umspielt dabei fordernd die Zunge. Danach öffnet sich die dichte, kühle Gerbstofftextur im Mund, um die Sinne mit mächtiger Kraft, aber auch mit zartem Schmelz, Geschliffenheit und wiederum subtiler Mineralität zu verwöhnen. Ein wahrer Geniestreich von Frédéric, Terroir und Individualität pur und von extremer Qualität: Wein-GENUSS in Vollendung. Es fällt schwer, stilistische Vergleiche zu finden für diesen Gänsehautwein, er vereint in sich die edle Kühle eines großen Syrah der nördlichen Rhône mit der Eleganz und Finesse eines aristokratischen Gewächses aus dem Burgund. Betörende Qualität aus dem vielleicht bisher größten Jahrgang im Faugéres – und hier wiederum die absolute Spitze verkörpernd. Bravissimo!

Frische, Frucht und Finesse treffen feinste Mineralität: „Schade, dass man Wein nicht streicheln kann” (Kurt Tucholsky)!

PS: Nachdem dieser Spitzenwein im letzten von Parker verkostetem Jahrgang, dem 2004er, mit für seine Preisklasse unglaublichen 94 Punkten geadelt wurde, erzählte mir Fréderic, dass alle Welt ihm „geraten hat, jetzt müsse ich doch endlich die Preise erhöhen. Doch warum sollte ich dies tun? Damit sich dann nur noch die Reichen der Welt meine Gewächse leisten können? Niemals! Ich mache Weine für Kenner und Liebhaber, aber nicht für Etikettentrinker.” Welch noble altruistische Einstellung!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2009 bis mindestens 2020.