Saarwellingen, im März 2008

Wein - Highlight


Elisabetta Foradori - Trentino

Drachenblut zu Wein veredelt

Elisabetta Foradori wird von Weinliebhabern wie -kritikern gleichermaßen als ungekrönte Königin des Teroldego gefeiert!

Schon früh musste die aparte Schönheit voll einsteigen. Als ihr Vater starb, war sie noch ein Kind. Doch die fleißige Mutter hielt den Betrieb über Wasser, bis Elisabetta die Schulbank mit dem Weingarten tauschen konnte. Und während allerorts in Italien die große Cabernet-Welle Einzug hielt, setzte sie unbeirrt auf DIE regionale Rebsorte des malerischen Trentino – den Teroldego: „Ich hatte immer davon gehört, dass unsere heimische Rebe vormals ein viel gepriesener Wein war, der speziell am Kaiserhof in Wien gerne getrunken wurde, in seiner Jugend mit dem Körper und der Kraft und mit zunehmender Reife auf der Flasche auch dem Duft und Geschmack eines großen Bordeaux”, erklärt sie und wunderte sich als junge Frau, dass damals allerorts nur mehr hellrote, leichte Fruchtbomben daraus gekeltert wurden.

Elisabetta Foradori
Die ungekrönte Königin des Teroldego - Elisabetta Foradori


Also begann sie wissenschaftlich akribisch und mit viel weiblicher Intuition mit dem Teroldego zu experimentieren, suchte Aufzeichnungen in kirchlichen und städtischen Bibliotheken, wie denn zu den Glanzzeiten dieser autochthonen Rebe in Weinberg und Keller mit ihr gearbeitet wurde, entdeckte das verloren gegangene Wissen der alten Generationen neu („Wissen macht Wein”) und verfeinerte zunächst einmal die Erziehungsform: In Zusammenarbeit mit der Universität Mailand begann sie, die besten Weinberge ihrer Heimat mit alten Klonen neu zu kultivieren und während im gesamten Trentino die übliche Pergola-Erziehung kultiviert wurde (Ein altes System, das in südlichen Gebieten noch häufig angewendet wird: Die Reben werden dabei auf Spalieren und Drähten zur schattigen Überdachung hochgezogen), beginnen hinter ihrem Haus die Rebzeilen in Guyot-Erziehung (Die Reben ranken bei diesem System an horizontal gespannten Drähten senkrecht empor), was eine größere Stockdichte und vor allem eine bessere Ertragsbegrenzung erlaubt. So hängen hier nur wenige Trauben am Stock, und das Ergebnis zeigt sich in Elisabettas famosen Weinen! Mineralisch, dicht und trotzdem feingliedrig und elegant, mit einem Aromenspektrum, wie in einem orientalischen Basar, feiner Frucht und Würze, sowie einem animierenden Frucht-Säure-Spiel, so präsentieren sich ihre besten Weine, die den Namen „Granato” tragen und nur in guten Jahren erzeugt werden.

Die Heimat dieses mittlerweile bei Italienliebhabern und -kennern legendären Weines, das Trentino, kennen die meisten Urlauber nur als Transitreisende auf dem Weg vom Brenner zum Gardasee. Oder von den großen Winzergenossenschaften, die den Weinbau hier mir banalen Tropfen dominieren und dessen Ruf beschädigen. Doch es lohnt sich sehr, wie so manches Mal im Leben, vom direkten Wege einmal abzubiegen. Denn zwischen den Orten Mezzolombardo, Mezzocorona und Lavis hat der Noce, ein Nebenfluss der Etsch, in Tausenden von Jahren ein einzigartiges Tal in den Bergkessel gegraben. Steine und Geröll aus den umliegenden steilen Bergmassiven des Ortler, Brenta und Persanella hat er hier abgelagert, ein Gemisch aus Kalkstein, Porphyr, Granit und Gneis. Welch ideale Unterlage für den Weinbau!

Elisabetta Foradori


Einzigartig auch das Mikroklima. Im Sommer kann es hier tagsüber sehr heiß werden, denn von den über tausend Meter hohen Bergen rundum reflektiert die Sonne. In den Nächten fließt aber wieder die kühle Luft ins Tal, was zu enormen Temperaturunterschieden führt. Ideale Voraussetzungen für kraftvolle, aber auch herrlich duftige und insbesondere ungemein komplexe Weine. Die Einheimischen nannten den Teroldego früher übrigens „Sangue di Drago”. Denn der Legende nach soll es hier in den Felshöhlen des Monte di Mezzocorona einen feuerbrünstigen Drachen gegeben haben, der das ganze Gebiet terrorisierte. Ein mutiger Ritter habe sich dann mit einem großen Spiegel auf die Lauer gelegt und den durch seinen eigenen Anblick völlig verdutzten Drachen mit seinem Speer getötet. Im Festzug wurde der Drache danach durch das ganze Tal getragen, um zu zeigen, dass die Plage endlich ein Ende habe. Dabei tropfte etwas Drachenblut auf die Felder, auf denen schon in den nächsten Tagen die ersten Weinreben mit Teroldego sprossen. Soweit die Mär.
In Wahrheit dürfte der Teroldego vor zwei bis drei Jahrhunderten im nördlichen Trentino heimisch geworden sein. Die Herkunft ist aber bis heute noch nicht definitiv geklärt, es wurde aber eine Verwandtschaft zu Lagrein, Syrah und Barbera genetisch nachgewiesen. Wie dem auch immer sei, Fakt ist jedenfalls, dass Elisabetta Foradori den Teroldego zu neuer Blüte geführt hat. Der Top-Wein „Granato”, wird aus über 20 Jahre alten Reben selektioniert, in großen Holzgärständern vergoren und zum Großteil 18 Monate in neuen und gebrauchten Barriques gereift. Die einzelnen Lagen werden separat gelesen und ausgebaut und erst am Ende der Reife miteinander vermählt. Wie so oft in der Geschichte großer Weine, wurde die grandiose Qualität des Granato anfangs von den Weinprüfern, die bis dato nur die leichten Fruchtbomben gewohnt waren, nicht verstanden und musste daher als „Vino da Tavola” verkauft werden. Erst 1997 durfte er als DOC Teroldego Rotaliano bezeichnet werden. Da Elisabetta Foradori die Qualitätsbestrebungen der DOC aber bei weitem nicht streng genug waren, bezeichnet sie den Wein seit 2000 als I.G.T. Vigneti delle Dolomiti Rosso. Was durchaus passt, meint man doch in der abgrundtiefen Mineralität dieses mittlerweile als Klassiker gefeierten Teroldego (wie schnell sich doch bisweilen die Zeiten ändern!) tatsächlich die nahen Dolomiten zu erahnen. Elisabetta empfiehlt, dem Granato trotz seiner betörenden Aromen in der begeisternden Primärfruchtphase mindestens sieben bis zehn Jahre Zeit zu lassen, bis man ihn genießt, erst dann entfalte sich die volle Aromenfülle. Und das Alterungspotential ist geradezu legendär: Er kann sich wegen seiner frischen Säure über 20 und mehr Jahre großartig entwickeln!

Elisabetta Foradori


In den ersten fünf Jahren jedoch können Sie, werte Kunden, mit höchstem Genuss den „Foradori”, quasi den kleinen Bruder des Granato, trinken. Ebenfalls aus 100% Teroldego wird der Foradori im Edelstahl vergoren und dann 12 Monate in Barriques gereift. Das ergibt einen wunderbar dichten, schwarzbeerigen, höchst authentischen Wein mit feiner Struktur und knackigem Spiel, der schon nach ein, zwei Jahren Flaschenreife wunderbaren Trinkspaß bereitet, sich 5-10 weitere Jahre hervorragend entwickelt und ideal zu kraftvollen Fleischgerichten oder Wild passt. Elisabetta Foradoris einzigartige, mittlerweile in Biodynamie erzeugte Teroldegos zählen zweifellos zu den großen Wein-Persönlichkeiten der Welt! Diese lange malträtierte, uralte autochthone Rebsorte gebiert unter den einfühlsamen Händen einer schönen Frau einen der großen charaktervollen Rotweine Italiens. Unbedingt probieren!


628105 Foradori, Teroldego Rotaliano rosso 2005 14,50 Euro
Elisabetta Foradoris Teroldego Rotaliano fasziniert schon beim Betrachten im Glase mit dichter blauschwarzer Farbe. Die Nase wird betört durch feine Gewürze, erdige Anklänge und zart süßliche Fruchtaromen: Brombeeren und Kirschen verbinden sich zauberhaft mit einem feinen Cassisduft, hellem Tabak und zarten blumigen und kräutrigen Noten. Am Gaumen weich, mit kühler Frucht, feinkörniger Tanninstruktur und anregender Säure: Die Zunge jubiliert wegen der animierenden, knackigen Frische! Pikanter und anregender Nachhall mit feinen Noten von Sauerkirschen und weißem Pfeffer. Dieser authentische, herrlich filigrane Basiswein mit seinem zartherben Nachhall ist Schluck für Schluck eine vinologische Liebeserklärung an das traditionelle, in großer handwerklicher Tradition arbeitende Italien.

Stuart Pigott feiert ganz aktuell (FAS 24.2.2008) dieses 2005er Urgestein vom Drachenblut aus dem Trentino euphorisch wegen seiner „Ausdrucksstärke, erstaunlichen Lebendigkeit und Frische”: ein traumhafter Terroirwein!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2009 bis 2015, mindestens.



628204 Granato, IGT Vigneti delle Dolomiti rosso 2004 39,00 Euro
Dieser fabelhafte Wein ist knapp vor dem 2003er wohl der beste je erzeugte Teroldego überhaupt und besitzt eine Spur Wildheit und Rasse wie ein arabisches Vollblut! Schon im verzaubernden Duft erkennt man den großartigen Jahrgang 2004, den besten dieses Jahrtausends im nördlichen Italien, mit außergewöhnlich viel Frucht nach Kirschen und einem Korb voller roter und blauer Beeren, mit Luftzufuhr gesellen sich faszinierende exotische Gewürze hinzu. Auch am Gaumen eine sehr saftige dichte Frucht, eine dem großen Jahrgang 2004 geschuldete animierende Cremigkeit und eine singuläre Frische, Finesse und tolle Mineralität – faszinierend mit feinen Gewürzaromen durchzogen. Vibrierend lebendig trotz aller samtenen Fülle! Noch sehr jugendlich – mit enormem Reifepotential für viele Jahre – klingt dieser traumhafte Tropfen endlos nach mit einem wahren Kaleidoskop betörender Aromen. Einer der großen Terroirweine Italiens, eine Hommage an den Teroldego, emotional, berührend, Gänsehautatmosphäre!

Der WEINWISSER ist ebenfalls begeistert und René Gabriel jubiliert: „Jahrgang für Jahrgang demonstriert Elisabetta Foradori, zu welcher Größe der Teroldego fähig ist. Der Granato wird aufgrund der älter werden Rebstöcke jedes Jahr besser und liefert Teroldegos in Höchstform: Ein erotischer Rotweingenuss voller Harmonie! 18/20 Punkten” für diesen Weltklassewein aus legendärem Jahrgang!

Kein Wunder, dass ob dieser famosen Qualitäten Elisabetta Foradori den „OSCAR DEL VINO 2006” als beste Produzentin vom renommierten Weinführer DUEMILAVINI in Verbindung mit der italienischen Sommelier Union verliehen bekam.
Zu genießen ab sofort in seiner jetzigen traumhaft schönen Pirmärfruchtphase, Höhepunkt 2010 bis wohl nach 2020.


Gambero Rosso: 3 Gläser, 94 PP


zudem bieten wir Ihnen die letzten Flaschen des großartigen 2003 Jahrgangs an:

628203 Granato, IGT Vigneti delle Dolomiti rosso 2003 38,50 Euro
Dieser fabelhafte Wein ist wohl der beste je erzeugte Teroldego überhaupt und besitzt eine Spur Wildheit und Rasse wie ein arabisches Vollblut! Schon im verzaubernden Duft erkennt man das großartige Jahr mit außergewöhnlich viel Frucht nach Kirschen und einem Korb voller roter Beeren, mit Luftzufuhr gesellen sich traumhafte exotische Gewürze hinzu. Auch am Gaumen eine sehr saftige dichte Frucht, eine dem großen Jahrgang 2003 geschuldete animierende Cremigkeit, eine enorme Frische, Finesse und tolle Mineralität, faszinierend mit feinen Gewürzaromen durchzogen. Ungemein lebendig trotz aller samtenen Fülle! Noch sehr jugendlich mit enormem Reifepotential für viele Jahre, klingt endlos nach mit einem Kaleidoskop wechselnder Aromen. Einer der großen Terroirweine Italiens, eine Hommage an den Teroldego, emotional, berührend, Gänsehautatmosphäre! Der WEINWISSER ist ebenfalls begeistert und jubiliert: „Jahrgang für Jahrgang demonstriert Elisabetta Foradori, zu welcher Größe der Teroldego fähig ist. Der Granato wird aufgrund der älter werden Rebstöcke jedes Jahr besser und liefert in 2003 einen Teroldego in Höchstform: Ein erotischer Rotweingenuss! 18/20 Punkten”.
Kein Wunder, dass ob dieser famosen Qualitäten Elisabetta Foradori den „OSCAR DEL VINO 2006” als beste Produzentin vom renommierten Weinführer DUEMILAVINI in Verbindung mit der italienischen Sommelier Union verliehen bekam.
Zu genießen ab 2008, Höhepunkt 2010 bis wohl nach 2020.


Weinwisser: 18/20 Punkten