Saarwellingen, im März 2008

Wein - Highlight


Weingut Rainer Schnaitmann - Württemberg

„Rainer Schnaitmann schoss mit seinem erst 1997 gegründeten Weingut wie eine Concorde in den Württemberger Weinhimmel – und der Steigflug hat immer noch kein Ende. Schon zum vierten Mal in Folge hat uns der ehrgeizige Fellbacher die mit Abstand feinsten roten Burgunder Württembergs vorgestellt. So küren wir Rainer Schnaitmann nicht nur zum Kronprinzen der Württemberger Weinszene, sondern auch zu unserem Aufsteiger des Jahres”, so das dezidierte Lob des Gault Millau.


Weingut Rainer Schnaitmann


„Der Star unter Württembergs Jungwinzern” (so Bernd Kreis in seinem unbedingt lesenswerten Bildband „Weinmacher in Württemberg”), Rainer Schnaitmann, gehört zur neuen Generation deutscher Weinmacher und spricht erfrischend offen und unangepasst über die Weinszene Württemberg und seine persönlichen Vorstellungen als Winzer: „Weingärtner zu werden – das konnten sich mein Bruder und ich früher überhaupt nicht vorstellen. Ich wollte immer Architektur studieren, denn das Gestalterische und seine Wirkung haben mich einfach begeistert. Ich bin mit dem Fahrrad durch halb Europa gefahren und habe mich eigentlich nur für Bauwerke interessiert. Nach dem Abitur wollte ich mich dann um ein Praktikum als Zimmermann bewerben, doch da kam mir die Bundeswehr dazwischen. Ich war damals begeisterter Radfahrer, oft in den Bergen und wollte daher am liebsten zu den Gebirgsjägern gehen. Ich bin dann per Zufall im Offizierscasino in Ingolstadt gelandet, wo auch Restaurantfachleute waren, die im weltbekannten Feinschmeckerrestaurant Traube-Tonbach gelernt hatten. Zusammen haben wir einen Service, eine Küche aufgezogen – nur vom Feinsten! Wir haben eine Woche Schicht gearbeitet, täglich bis nachts um zwölf und hatten dann jeweils eine Woche frei. Und in diesen Freischichten habe ich damals regelmäßig draußen im Weinberg gearbeitet und so ein ganzes Jahr im Weinbau erlebt. Da hat es bei mir schon gezündet.

Weingut Rainer Schnaitmann
Rainer Schnaitmann


Unser Familienbetrieb stand zudem ganz gut da, wir haben seit über 500 Jahren Weinbau in der Familie und ich konnte mir nun vorstellen, diese Tradition fortzuführen. Daher habe ich 1989 eine Weinbaulehre begonnen und anschließend in Geisenheim studiert. Danach bin ich noch ins Ausland und habe in Neuseeland und anschließend in Südtirol gearbeitet. Von Anfang an war mir klar, dass ich, anders als mein Vater, nicht in der Genossenschaft bleiben wollte. Sie war damals für mich indiskutabel, weil ihre Auffassung von Wein, ihre Einschätzung der eigenen Leistung und ihre Weinqualität überhaupt nicht meinen Vorstellungen entsprachen. In Österreich kam die Qualität erst nach dem großen Weinskandal, aber ich denke, dass wir Württemberger eine in dieser Hinsicht unblutige Revolution zuwege bringen, eine sanfte Revolution. Ein großer Vorteil für mich war natürlich auch, dass mein Vater mich nie zu etwas gezwungen hat und mir völlig freie Hand ließ, er war ja so glücklich, dass ich überhaupt das Weingut fortführen wollte.

Das Thema der Stilistik meiner Weine ist noch im Werden begriffen. Wir sind einfach noch nicht so weit, dass man bei Württemberg sofort an ein oder zwei Rebsorten denkt, die das Profil bestimmen wie beispielsweise in der Wachau, die man sofort mit Riesling und Grünem Veltliner assoziiert. Wir aber besitzen noch kein klares Profil; unsere Weinregion verbindet man leider immer noch mit dem Trollinger. Unser Vorteil und zugleich unser Problem ist die Vielfalt an Mikroklimata und Böden. Wir finden unten, im Stuttgarter Kessel, vom Gottlieb-Daimler-Stadion an (wo es tagsüber sehr heiß werden kann, nachts aber kalte Winde von den umliegenden Höhen einfließen) Gipskeuper, relativ schweren Boden also; und alle Terrassenlagen entlang des Neckars stehen auf Muschelkalk. Es geht dann (teilweise sehr steil) hinauf bis auf 450 Meter, wo meine höchsten Weinberge auf Sandstein, vermischt mit Keuper, stehen. Wir müssen also unsere Sorten dorthin pflanzen, wo sie passen und wir sind gerade dabei, das Optimale herauszufinden. Meine Lagen sind so unterschiedlich, dass es keine einheitliche Antwort auf sie geben kann. Meine eigene Auswahl betreffend will ich den Riesling ganz sicher nicht aufgeben, weil er mich als Weißwein einfach begeistert. Meine zweite Stärke sehe ich beim Burgunder, beim Pinot, und zwar nicht bei den weißen, sondern nur bei den roten Sorten, vor allem beim Pinot Noir. Ich besitze da fast 40 Jahre alte Anlagen und auf unseren besten Lagen, wo vormals Trollinger stand, haben wir neue Reben gepflanzt, Pinotklone aus Frankreich. Aber nicht nur der Pinot Noir interessiert mich. Mich reizen alle roten Pinots, gerade auch Frühburgunder und Pinot Meunier (Schwarzriesling).”

Und gerade für den roten Pinot Meunier ist Schnaitmann mittlerweile ziemlich bekannt. „Dieser Schwarzriesling, bei uns normalerweise total vermostet zu schrecklichen, halbtrockenen Konsumweinen, bringt von Natur aus sehr viel Ertrag. Ich muss in diese Rebe etwa doppelt soviel Zeit investieren wie in unseren besten Spätburgunder, weil sie sehr stark wächst. Das bedeutet im Sommer viel Laubarbeit und mehrmaliges Ausdünnen, aber beim Ausbau gibt es keinen großen Unterschied. Ich baue die Pinot Meuniers ganz ähnlich aus wie die großen Spätburgunder. Sie stehen auf relativ tiefgründigen Böden und sind sehr wüchsig. Bei der Laubarbeit drehen wir jedes Blättle zur Sonne und das lohnt sich, denn es gibt spannende Weine mit viel Pinot-Charakter.

Weingut Rainer Schnaitmann
Ganz schön steil recken sich Rainers Weinberge
in den württembergischen Himmel


Das größte Problem des Pinot Noir (Spätburgunder) ist seine Fäulnisanfälligkeit. Das macht die Sorte so schwierig im Weinbau; sie ist eine Diva. Und weil sie nur in kühlen Gegenden großartige Ergebnis erzielt, in heißen Regionen aber langweilige Weine produziert, führt das dazu, dass es auf der Welt nicht viele gute Spätburgunder gibt. Es ist eine Risikosorte, mit der man nicht so leicht Geld verdienen kann wie mit Merlot, Cabernet und Co.. Eine schwierige Sorte auch im Keller: Holzeinsatz wie bei Merlot und Cabernet kann der Spätburgunder relativ schnell übel nehmen. Er besitzt sehr viel Kraft, aber eine fragile Frucht und die kann beschädigt werden. Pinot zu probieren ist wie einen spannenden, unbekannten Raum zu betreten: Aha, staunt man. Sehr schön. Aber dann öffnet sich eine weitere Tür, man staunt wieder und danach ist da eine weitere Tür, dann wieder eine... . Wenn man aber Neue-Welt-Weine probiert, betritt man bei vielen bereits nach der ersten Tür einen oft etwas sehr üppig ausgestatteten Raum – im besten Fall eine Art Bernsteinzimmer. Dann ist aber Ende. Die klassischen europäischen Pinots sind viel reizvoller, hintergründiger und nie einfach. Ich will auch jedes Jahr in seinem ureigenen Witterungsverlauf im Wein schmecken, das macht doch den Reiz des Weins aus. Wein soll leben, soll ein Naturprodukt bleiben. Und solange ich mit einem nicht konzentrierten und ungedopten Wein treue Kunden finde, bin ich sehr zufrieden”.

Neugierig geworden? Neugierig auf die ungemein spannenden Weine dieses musisch wie künstlerisch interessierten, freisinnigen und -denkenden Fellbacher Winzers, der zu seinen Leidenschaften das Gleitschirmfliegen ebenso zählt wie das Erklimmen der Alpenpässe mit dem Fahrrad. Rainer Schnaitmann ist begeistert und kann begeistern – mit seinen mitreißenden Worten, aber insbesondere mit seinen höchst authentischen Weinen! Wir freuen uns ungemein auf spannende gemeinsame Jahre mit einem der großen Sympathieträger innerhalb der deutschen Winzerschaft. Das Fellbacher Wein-Märchen hat gerade erst begonnen! Mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen überhäuft, werden Rainers Weine mittlerweile weithin unbestritten als die feinsten Vertreter ihrer Art in Württemberg angesehen. Lassen Sie mich abschließend stellvertretend für viele Elogen nochmals den Gault Millau 2007 zitieren: „Rainer Schnaitmann gehört zu den besten Rotweinerzeugern Deutschlands!”


981907 Schnaitmann, Weißweincuvée, QbA trocken 2007 6,95 Euro
Rainer Schnaitmann spricht immer sehr liebevoll von seiner „kleinen Cuvée”, wenn er diese knackig-rassige Einstiegsdroge aus Rivaner (über 30 Jahre alte Reben von den höchstgelegenen – 450 m - Weinbergen des Gutes) und auf Schilfsandstein wachsendem Kerner aus dem Remstal meint. Doch für einen „kleinen Wein” schmeckt dieser wunderbare Frühlingsbote mit seinen phantastisch niedrigen 11,5 Volumenprozent Alkohol vielleicht fast schon zu gut, hängt Rainer mit diesem Einstiegswein die Messlatte schon extrem hoch, was auch der Gault Millau findet, der Rainers Qualitäten in dieser so preiswerten Kategorie als „spektakulär” bezeichnet. Dieser zu Recht so gelobte Basiswein begeistert in der betörenden Nase mit exotischen Zitrusfrucht- und Ananasaromen und präsentiert sich am animierenden Gaumen saftig mit ausgeprägter Frucht und knackiger Säure, die durch den Fruchtschmelz gut eingebettet ist. Im Nachhall kommen die feinen Zitrusaromen wieder deutlich zum Vorschein und wecken stets aufs Neue das Verlangen nach einem weiteren Glas. Mit dieser ungemein leckeren Cuvée haben wir einen absoluten Lieblingswein neu im Programm, dessen Qualität alles andere als alltäglich ist, der aber täglichen Weingenuss bescheren kann, ohne gleich ein Loch ins Portemonnaie zu reißen. Zu genießen ab sofort bis Ende 2009.



981306 Schnaitmann, Riesling Gutswein trocken 2006 7,90 Euro
Zu genießen ab sofort bis Ende 2009.

Schnaitmann, Riesling Gutswein trocken


Weingut Rainer Schnaitmann
Herbststimmung auf dem „Lämmler”


981505 Schnaitmann, Fellbacher Lämmler Riesling Spätlese trocken 2005 23,00 Euro
Schon an der satten goldgelben Farbe, mit der dieser phantastische Riesling ins Glas läuft, erkennt man, dass es sich hier nicht um einen Wein handelt, von dem man nebenher das berühmte Viertele „schlotzen“ kann, sondern um einen kraftvollen und hintergründigen Riesling der absoluten deutschen Spitzenklasse. „Auf Mergel und Schilfsandstein gewachsen, bringen die Trauben die Art von Kraft und Aromen mit, die man als typisch für den wieder gefundenen württembergischen Rieslingstil bezeichnen kann. Der Wein wurde erst im September 2006 abgefüllt, nach 10 Monaten auf der Vollhefe. Er zeigt deswegen eine sehr mineralische Art und eine tiefgründige Stilistik, ist von einer subtilen Frucht geprägt und auf eine lange Lebensdauer angelegt”, beschreibt Rainer Schnaitmann selbst diesen großen Wein. Die Nase wird betört von der saftigen, fleischigen Aromatik vollreifer Pfirsiche, mit Anklängen von reifer Ananas und Orangenzeste sowie einer feinherben, zart hefigen Note, eingebettet in eine traumhafte Mineralität. Am Gaumen präsentiert er sich herrlich saftig, mit einer wunderschön integrierten Säure und einem wiederum ungemein animierenden, leicht herben, tief mineralischen Nachhall. Dieser grandiose Riesling passt hervorragend zu leicht exotischen Gerichten wie Rotbarbe mit Orangenmarinade auf Vanille-Kartoffelschaum oder einem Rinderfilet mit cremiger Blauschimmelsoße und glacierten Pfirsichspalten, er eignet sich aber selbstverständlich auch zu Klassikern wie Currygeschnetzeltem oder Seezunge „Müllerin”.
Zu genießen ab sofort bis wenigstens 2012.



981806 Schnaitmann, „Evoé!” Rosé trocken 2006 8,95 Euro
Der griechischen Mythologie nach unternahm der Gott des Weines, Dionysos, einen Feldzug nach Indien. Da er aber nun einmal kein Kriegsgott war, ließ er seine berüchtigten Mänaden, sauf- und rauflustige Frauen, voraus ziehen, um die Städte moralisch so zu unterwandern, dass die spätere Einnahme nicht mehr besonders schwer fiel. Der Schlachtruf dieser „Kriegerinnen” war angeblich „Evoé!”, also ein passender Begriff für diesen als „unmoralischen” Terrassenwein gedachten Rosé aus 30 % Schwarzriesling (Pinot Meunier), 35 % Spätburgunder, 25 % Portugieser und 10 % Trollinger. Bei diesem Klassiker aus dem Hause Schnaitmann vermählt sich die Fülle der Burgundersorten (auch der Saignéewein der Simonroth-Weine ist dabei!) mit der Frische des Trollinger und des Portugieser – und das bei trinkanimierend niedrigen, knapp 11 Volumenprozent Alkohol! Welch zarte Aromen nach roten Beeren (Johannis- und Erdbeeren, aber auch Kirschen, Zwetschgen und Quitten), welch eleganter Schmelz, pikante Rasse und mineralischer Nachhall. „Evoé” bedeutet jedoch nicht nur eine Kampfansage, sondern heißt auch „Jubeln, Frohlocken”, ein hintersinniger Name also für einen Wein, dazu die künstlerische Unterstreichung durch die Karikatur von Friederike Groß, die eine Frau zeigt, die auf einem gefüllten Weinglas die Geige spielt. Wer den ebenso sympathischen wie klugen Rainer Schnaitmann kennt, weiß um seine musischen und literarischen Neigungen und vermag über diese Paarung ein wenig schmunzeln, erinnert sie doch unübersehbar an den Künstler hinter dem Weinbauern. Gekünstelt ist an diesem saftigen Wein allerdings nichts, sondern er ist auch seiner animierenden Art wegen einfach das, was man einen traumhaft leckeren Rosé nennt! – Auf nach Indien!

Schnaitmann, „Evoé!” Rosé trocken


981106 Schnaitmann, Rotwein Cuvée trocken 2006 8,90 Euro
Rainer Schnaitmann spricht im Zusammenhang mit diesem leckeren Stöffchen gerne von seinem Pizza- und Pastawein. Ach, wenn es doch nur möglich wäre, bei einem ‚Italiener’ einen solchen Wein im Offenausschank zu bekommen! Welch toller Rotwein für alle Tage – aber keinesfalls alltäglich. Er duftet verführerisch nach Brombeeren, Pflaumenmus, Kirschen und Schokolade, aber auch animierend zart nach Paprika und frisch gemahlenem weißem Pfeffer. Am Gaumen präsentiert er sich kräftig und süffig mit anregender Säure- und erfrischender Tanninstruktur. Obwohl man bei der intensiven Farbe und dem durchaus kraftvollen Gaumen relativ viel Alkohol vermuten könnte, beschränkt sich dieser auf Trinklust fördernde 12,5 Volumenprozent! Neben Pizza und Pasta kann man diesen betörenden Wein hervorragend zu Grillgerichten aller Art, Rostbraten mit Zwiebeln und Spätzle, Rouladen, Gulasch oder Pfeffersteak kombinieren. Auf sympathischem Alltagsniveau eine großartige Demonstration von Herkunft und Ursprung, der Dimensionen der potentiellen Möglichkeiten Württembergs.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2008 bis 2012.

Pilastri, Pregio del Conte, rosso


Weingut Rainer Schnaitmann
Vor Kraft strotzende Lembergertrauben


982006 Schnaitmann, Lemberger** trocken 2006 12,50 Euro
Die beiden Sterne stehen innerhalb der betriebseigenen Klassifikation für hohes Qualitätsniveau. Schon im Weinberg hat das Streben nach hoher Qualität absoluten Vorrang. Der Ertrag wird strikt reguliert, auch durch das Teilen der einzelnen Trauben. Sie werden abgebeert, nicht gequetscht, um eine besonders attraktive Fruchtaromatik zu erzielen. Das Hinzufügen einiger Traubenstiele ist ein interessantes Instrument zur Gestaltung von Gerbstoffstruktur und Frische. Eine Woche lang erfolgt dann eine „Kaltmazeration”, also ein Aufschluss der Maische. Erst danach wird die zehntägige Gärung eingeleitet. Es schließt sich ein fünftägiges Ziehenlassen, die „Nachmazeration”, an. Nach dem Abpressen folgt eine achtmonatige Lagerung im neuen Barrique. Dieser ausgefeilte Weinausbau gehört in die Kategorie einer innovativen, professionellen Önologie. Und diese hohe Winzerkunst sieht man diesem großartigen Elixier auch bereits an: Der Blick ins Glas zeigt ein sehr dunkles Rubinrot mit einem Tupfer Schwarz. Verführerisch sind Süßkirschen, schwarze Brombeeren, aber auch feine Tabaknoten und Anflüge von Süßholz, Nelke, Pfeffer und Zimt zu riechen und all diese Komponenten vereinigen sich zu einem attraktiven Bukett. Auf der Zunge betören Fruchtaromen, gepaart mit animierender junger Herbe. Dieser großartige Wein-Wert ist das Ergebnis der geschickten Kombination von handwerklichem Können sowie der Anwendung innovativer Methoden. Mit dieser avantgardistischen Prägung ist dem Weingut Schnaitmann ein großer Wurf gelungen: Wieder einer dieser fabelhaften Weine, die eindrücklich die Zeichen der neuen Zeit beschwören: Deutschlands Rotwein gehört die Zukunft!



982206 Schnaitmann, Spätburgunder „Junge Reben”*** trocken 2006 18,50 Euro
Rainer Schnaitmann liebt den Pinot Noir. Unüberschmeckbar! Wie das duftet! Verführerisch strömen betörende Aromen aus dem Glase: Pralle reife Kirschen, Waldhimbeeren, Brombeeren, mediterrane Kräuter, feine Zimt- und Zedernholznoten kitzeln die Nase und wecken das Verlangen, Schluck um Schluck dieses köstlichen Weines zu kosten. Am Gaumen zart und weich mit tänzelnder Säure, so zeigt sich bei diesem wunderschönen Pinot einmal mehr die Kompromisslosigkeit von Rainer Schnaitmann: Selbst bei seinem „kleinen Spätburgunder” lässt er den Verkoster teilhaben an der großen burgundischen Finesse, mit der sonstwo nur Prestigecuvées gekeltert werden. Ein feiner Wein, der Trinkvergnügen pur bereitet und hervorragend zu Gerichten wie Wildterrine mit Beerenfrüchtegelee, Entenbrust kross gebraten mit Sauerkirschsauce oder Seeteufel mit Pilzkruste auf Linsengemüse harmoniert.

Weingut Rainer Schnaitmann
Harmonie als dominierendes Stilelement im neuen Bariquekeller


PS: Rainer Schnaitmann ist erfrischend anders. Er passt in kein Klischee. Und steckt voller neuer Ideen. Während des Gangs durch seine neu erbaute Kellerei halten die Besucher beim Betreten der Empore im Holzfasskeller erstaunt und überrascht inne. Die Kulisse der Barriques fasziniert – und dazu ertönen leise klassische oder moderne Klänge, die den Wein bei der Reife begleiten. Verblüfft und inspiriert, eingefangen von einer geheimnisvollen Aura, werden die Gäste in diese Weinwelt entführt. Rainer liebt diese anregende und stimmungsvolle Atmosphäre auch während seiner Arbeit im Holzfasskeller. Und seine Weine anscheinend auch! Denn bereits sein Spätburgunder von jungen Reben hat eine Qualität, die in anderen renommierten Betrieben Reserve-Qualitäten gut zu Gesicht stehen würde!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2009 bis 2015, mindestens.



982106 Schnaitmann, Schwarzriesling*** trocken 2006 19,50 Euro
„Die in der Champagne als Pinot Meunier bekannte Müllerrebe wird bei uns in Württemberg leider hauptsächlich für belanglose, gesüßte Massenweine benutzt. Die Eigenschaft, hohe Erträge bei ausreichendem Mostgewicht liefern zu können, deren Weine allerdings scheinbar nur mit ausreichend Süßreserve trinkbar werden, wurde ihm zum Verhängnis. Viele Sommeliers musste ich daher mit Blindproben gegen Spätburgunderweine vom Potential dieser maßlos unterschätzten Rotweinsorte überzeugen. Der Aufwand für die Weinbergsarbeit ist allerdings sehr groß: dreimaliges Ausdünnen, um ein zu großes Beerenwachstum und dadurch Fäulnis zu vermeiden, gezielte Laubarbeit und allergrößte Vorsicht bei der Bodenarbeit. Mein Ziel ist eine reintönige Pinotfrucht, eine rauchige Eleganz und feine, aber schmeckbare Tannine”, bricht Rainer Schnaitmann, engagiert wie eh und je, eine Lanze für eine selbst unter Feinschmeckern wenig bekannte Rotweinsorte. Und Christina Hilker, Deutschlands Sommelier des Jahres 2005 und Neu-Stuttgarterin (zuerst des Berufes als Sommelier in der ‚Speisemeisterei’, dann der Liebe wegen), urteilt begeistert: „Als so genannte ‚Neigeschmeckte’ und Burgunderliebhaberin habe ich mich aufgrund der Tatsache, dass einer der ersten Schwarzrieslinge aus dem ‚Ländle’, mit dem ich mich intensiv beschäftigt habe, der von Rainer Schnaitmann war, regelrecht in die Rebsorte verliebt. Rainer versteht es mit viel Aufwand im Weinberg und sensiblem Umgang im Keller dieser Rebsorte feine Aromen von Sauerkirsche, frisch gepflückten Brombeeren, Waldhimbeeren, Veilchen, Zedernholz, Lebkuchengewürzen und hellem Tabak sowie elegante rauchige Duftnoten in Verbindung mit einem leichten Cassisduft zu entlocken. Am Gaumen wirkt dieser betörende Pinot sehr elegant, fast tänzerisch, mit feingliedriger Säure und geschliffener Tanninstruktur. Ein Wein, der mit der Zunge zu spielen scheint und im Wechsel Süße, Säure, Würze und Mineralität zeigt, alle Komponenten wohl dosiert und nie aufdringlich. Man sagt ja Burgundern nach, eine gewisse Erotik ausstrahlen zu können und in diesem Fall trifft es wirklich zu: Dieser Schwarzriesling ist einfach sexy! Der Nachhall bewirkt genau das, was man auch von einem guten Burgunder erwartet, er weckt das Verlangen nach einem weiteren Glas!”
Und genießen können Sie, werte Kunden, diesen edlen Pinot ab sofort, Höhepunkt 2009 bis 2015.



2006 ist in Württemberg unter den Händen eines begnadeten Weinmagiers einfach ein geniales Rotweinjahr!