Saarwellingen, im Oktober 2007

Wein - Highlight


Château Tour des Gendres - Bergerac

Traumhaft schöne Bio-Weine mit niedrigem Alkoholgehalt provozieren die überteuerten Prestigegewächse des benachbarten Bordelais!

Obwohl die ländlich geprägte Hügellandschaft der Appellation Bergerac die natürliche Fortsetzung des rechten Ufers des Bordelais darstellt, von diesem nur durch eine administrative Grenze getrennt, aber, wie kundige Kenner der Region mutmaßen, mit einer identischen Qualität großer Terroirs gesegnet und obwohl in ihr auch die klassischen Bordelaiser Rebsorten dominieren, schmecken noch immer viele ihrer Cabernet-Merlot-Weine langweilig, uniform, schlichtweg belanglos. Doch aus einer sehr kleinen Schar qualitätsorientierter Winzer hebt sich noch einmal ein wahrer Stern am Firmament der südfranzösischen Winzerszene eindeutig ab: Als wir vor nunmehr bereits 10 Jahren die Rotweine des liebenswerten, intellektuellen Weinfanatikers Luc de Conti, einer der größten Persönlichkeiten im Weinanbau überhaupt, blind verkosteten, glaubten wir zunächst, äußerst hochwertige Crus Classés vom linken Ufer im Glas zu haben und waren um so verblüffter, als das Geheimnis gelüftet wurde.


Château Tour des Gendres
Luc de Conti

Natürlich findet sich wie bei allen großen Weinen der Welt die Ursache solch famoser Qualität in den hervorragenden Lagen der Domaine: Lehmige Sandböden vermitteln den Weinen Finesse und Frucht, karge Kalkböden zeichnen für die körperreiche Textur und die feine Mineralität verantwortlich und von kieseligen Granit- und Kalkböden kommen eine sehr spezifische Fruchtausprägung und die tiefe Farbe. Zudem hat Luc die Weinbergsarbeit in Bergerac geradezu revolutioniert: eine strikte Mengenbegrenzung, eine sehr späte und extrem selektive Ernte in mehreren Durchgängen, um nur auf den Punkt gereifte Trauben zu lesen, Umstellung auf biologisch-dynamischen Anbau, um eine tiefe Wurzelung der Rebstöcke (die im übrigen aus uraltem, allerbestem genetischen Material bestehen) zu erreichen sowie eine manuelle Bearbeitung der extrem gepflegten Böden. Wer jemals die aufgelockerte Bodenstruktur in Lucs Weinbergen begutachtet und sie durch bloßen Augenschein mit dem „Beton” seiner Nachbarn verglichen hat, der ahnt, was sich hinter dem Begriff der „lebenden Böden” verbirgt und begreift, wie viel harte, körperliche Arbeit hinter dem Top–Zustand des erstklassigen Terroirs stecken muss.

Die rigorose handwerkliche Arbeit in den Weinbergen findet ihre konsequente Fortsetzung in einer äußerst schonenden Kellertechnik: Vergärung von intakten, unzerquetschten Trauben auf weineigenen Hefen, sehr langsame und schonende Entrappung, keine Filtrierung oder Klärung. Das ist schlichtweg höchste winzerliche Handwerkskunst, bei der „aber immer der menschliche Instinkt höher einzuschätzen ist als die Technik”, so Luc. Soviel Sorgfalt und Können bei der Weinbereitung ergibt unglaublich spektakuläre Weine, die bei jeder Verkostung für Aufregung sorgen, weil sie wegen ihrer gleichzeitig konzentrierten und eleganten Art – großen Bordelaiser Gewächsen zumindest ebenbürtig – bei den Weiß- wie den Rotweinen im Bergerac neue Maßstäbe setzen. Dabei zeigt sich bei der Verkostung der Jahrgänge seit 2003, dass die Eleganz, die Frische und die Finesse in den Weinen der ‚neuen’ Generation dramatisch zugenommen haben, dass die Tannine wesentlich weicher und cremiger sind als in der Vergangenheit und somit auch Lucs Rotweine jetzt wesentlich früher getrunken werden können als die 90er Jahrgängen.

Luc hat mir zur Erklärung dieser von mir sehr geschätzten Entwicklung von einem Lernprozess erzählt, von dem mir auch andere biodynamisch arbeitende Winzer berichtet haben: In den ersten Jahren der Umstellung der Weinberge und dem damit verbundenen Verzicht auf chemischen Dünger sanken die Erntemengen sehr stark ab, so dass die daraus vinifizierten Weine bisweilen zu massiv erschienen. Mittlerweile haben die Rebstöcke aber ihr optimales natürliches Gleichgewicht gefunden (mit wieder leicht erhöhten Erträgen) und die Weine sind fabelhaft balanciert und ausgewogen wie niemals zuvor: Sie besitzen deutlich mehr Frische infolge einer perfekten Säurestruktur und deutlich weniger Alkohol! Die in jahrelanger, mühevoller Handarbeit entstandenen „lebenden Böden” voller Mikroorganismen helfen den Reben, ihre Erträge und die Qualitäten ihrer Beeren selbst zu regulieren. Dazu gibt ihnen Luc Gelegenheit durch seine intensive Weinbergsarbeit im Einklang mit der Natur – und nicht gegen sie!

Die Fachpresse urteilt euphorisch: Das „Classement 2008”, die Bibel der französischen Weinkritik, lobt Lucs Gewächse als „phantastische Qualitäten und modellhafte Weine seiner Appellation” und vergibt ihm „für seine unglaubliche Arbeit und seine Weine auf höchstem Niveau” als einem von nur fünf Winzern des gesamten französischen Südwestens 2 Sterne. Zudem wurden Lucs Weine schon mehrfach vom renommierten „Guide Hachette” mit der höchsten Auszeichnung, dem „coup de coeur”, prämiert und der FEINSCHMECKER hat in den letzten Jahren mehrere seiner Weine unter die 100 besten der Welt gelistet.

Uns selbst haben diese nach biodynamischen Grundsätzen produzierten, ungemein frischen Weine mit ihrem vorbildlich niedrigen Alkoholgehalt wegen ihrer traumhaften Qualität zu einem sehr fairen Preis vorbehaltlos begeistert. Es sind, weiß wie rot, individuelle Charaktere, versehen mit einer fabelhaften, explosiven Fruchtaromatik, einer tiefen Mineralität und einer großartigen Eleganz, Finesse und inneren Balanciertheit. Luc selbst ist mir in all den Jahren unserer Zusammenarbeit ein Freund geworden, durch ihn lernte ich viel darüber, wie man nach biologischen Anbaumethoden im Einklang mit der Natur wahrhaft große Weine produzieren kann. Das klare Urteil der REVUE DU VIN DE FRANCE: „Während seiner 20jährigen Winzerkarriere hat Luc de Conti sein Weingut an die Spitze der Appellation Bergerac geführt.” Und seine herrlich mineralischen Weiß- wie Rotweine gehören schlicht zu den herausragenden Gewächsen ganz Frankreichs!


510106 Tour des Gendres, Cuvée des Conti, blanc (PK) 2006 7,80 Euro
Die Domaine Tour des Gendres unseres französischen Kultwinzers Luc de Conti zählt auch ihrer spektakulären komplexen Weißweine wegen zu den besten Weingütern des gesamten französischen Südwestens. Lucs Basiswein „Cuvée des Conti” mit ihrem faszinierend mineralischen und zutiefst betörendem exotischen Bukett besitzt in Frankreich längst Kultstatus. Diese leckere Cuvée aus der Semillontraube und einem kleinen Anteil Sauvignon blanc sowie Muscadelle aus den besten Parzellen der Domaine präsentiert sich ungemein cremig, traumhaft frisch und herrlich ausgewogen, von feinster Eleganz und Finesse, die nicht nur solo getrunken Freude pur bereitet, sondern hervorragend zu Fisch und hellem Fleisch wie auch zur asiatischen Küche mundet. In der Nase betört eine reiche, komplexe Frucht mit deutlichen Anklängen an Zitrusfrüchte, weißen Pfirsich, Aprikose, Birne und Blüten, dazu gesellen sich feine exotische und mineralisch-rauchige Noten. Kein Wunder, dass einer seiner unter unseren Kunden so beliebten Jahrgangsvorgänger bei einer großen Verkostung der besten Bergerac-Weine mit deutlichem Vorsprung vor zum Teil erheblich teureren Weinen den ersten Platz belegte! Und das Beste: Der Preis für diesen tollen Bio-Wein ist seit Jahren nahezu unverändert sympathisch. Bravo, Luc!
Kann schon jetzt mit höchstem Genuss getrunken werden, 1-2 stündiges Dekantieren empfohlen, hält seine Bestform sicherlich bis wenigstens 2010.



510205 Tour des Gendres, „Moulin des Dames”, blanc 2005 19,90 Euro
Unfiltrierte, im nur ganz dezent schmeckbaren Barrique ausgebaute Weißweinrarität (40 % Sémillon, 60 % Sauvignon) mit einem herrlich komplexen und zutiefst mineralischen Bukett, ungemein kraftvoll, gleichzeitig voll ausdruckstarkem Spiel im Mund, mit einem sehr langen Nachhall, ein Wein zum Süchtigwerden aus ganz großem Weißweinjahrgang für Tour des Gendres: Die traumhaften klimatischen Bedingungen für Weißweine in Bergerac und die abgeschlossene Umstellung auf biologischen Anbau ließen Luc einen der faszinierendsten Weißweine ganz Frankreichs vinifizieren, ein absolut ungewöhnlicher, beeindruckender Wein mit einer tiefgründigen Mineralität und einer cremigen Weichheit, die Kenner großer Weißweine an Burgunder der Spitzenklasse erinnert. Und genau zu dieser Einschätzung kommt Wolfgang Fassbender, renommierter Journalist und Weißweinliebhaber, der in einem in der Zeitschrift EURO veröffentlichten Artikel die „Kultweine der Welt” bereits einen Jahrgangsvorgänger als „grandiose, preiswerte Alternative, komplex und ungeheuer charmant, zu den legendären Lagen des Burgund, wie Montrachet & Co” empfiehlt! In Nase und Mund faszinieren Pampelmuse, kandierte Früchte (Ananas, Mango, Honigmelone), Quitten und Mineralien, vermischt mit Noten von hellem Nougat, Honig Vanille und Krokant. Am Gaumen sehr viel Exotik, die einen feinst süßlichen Eindruck hinterlässt, bestens verwoben mit einer erfrischenden Säure und einer feinen Würze. Finesse paart sich mit Konzentration und ein nobler Kern intensiver Mineralität und kühle, rassige, fabelhaft seidene Tannine verwöhnen, ja streicheln die Zunge beim Genuss dieses Weltklasseweines. Phänomenaler Nachklang. Unglaublich fast der betörende Duft, der noch minutenlang nach dem Austrinken dem leeren Glas entströmt! Christina Hilker, „Sommelière des Jahres 2005”, urteilt begeistert: „Wunderschöne Paarung von ausgeprägter Exotik, spürbarem, aber gekonnt gemachtem Holzeinsatz, opulenter Fülle und feiner Mineralität”.



510705 Tour des Gendres, „Classique” rouge (PK) 2005 6,50 Euro
Herrlicher, tiefdunkler, ungemein schmeichlerischer Merlot mit verführerischen Aromen von roten Früchten, Kirschen, Erdbeeren, Rauch und feinsten Gewürzen. Am Gaumen dicht, saftig, weich, herrlich frisch, traumhaft balanciert, höchst trinkanimierend, sehr komplex mit cremigen, sagenhaft weichen, seidenen Tanninen. Ein ungeschönter, unfiltrierter Schmeichler der Sinne, der aber infolge seiner präzisen Mineralität und großartigen Struktur qualitätsmäßig in einer Liga spielt, die im benachbarten Bordelais ein Vielfaches kostet! Ein sagenhaft leckerer Rotwein aus biologischem Anbau mit großem Charakter und kaum schlagbarem Preis-Genussverhältnis!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis 2010.



510305 Tour des Gendres, „La Gloire de mon Père”, rouge 2005 12,90 Euro
Der „kleine” Bruder des großen Moulin des Dames ist im Jahrgang 2005 von spektakulärer, nie zuvor erlebter Qualität und ein absoluter Insidertipp, der von der Bibel der französischen Weinkritik, dem „Classement” 2007, mit für seine Preisklasse sensationellen 16/20 Punkten gefeiert wird, eine Benotung, die im benachbarten Bordelais nur wesentlich teurere Weine erhalten. Diese faszinierende Cuvée aus gleichen Anteilen Merlot und Cabernet-Sauvignon zeigt sich in der Farbe von einem tiefen Schwarzrot, das fast ins Schwarze übergeht und wirkt in der Nase noch etwas jung und ungestüm. Doch bereits heute betören die komplexen Aromen nach Cassis, Brombeeren, feinen Gewürzen, dunklem Tabak und Vanilleschoten. Am Gaumen tiefgründig und ungemein fein mit einer präsenten Säure und einer beeindruckenden Dichte, sehr viel Frucht, saftig, sehr ausgewogen und balanciert, klassischer Bordelaiser Stil, enorm viel Eleganz und Finesse, der mit Abstand beste Gloire, den Luc je produzierte, an hochwertige Weine aus St. Julien erinnernd, eine sagenhaft preiswerte Alternative zu großen Bordelaiser Gewächsen im Jahrhundertjahrgang 2005. Moderater Alkohol, Frische, Finesse und Eleganz statt marmeladiger Überreife, das Ganze aus biologischem Anbau, dazu die Qualität eines hochwertigen Bordeaux – des kundigen Weinliebhabers Herz, was begehrst Du mehr?
DECANTER: vier Sterne, „highly recommended”!
Zu genießen ab Ende 2008, Höhepunkt 2010 bis nach 2020.



510405 Tour des Gendres, „Moulin des Dames”, rouge 2005 19,95 Euro
Intensiv rot-violett, ja fast schwarz in der Farbe präsentiert sich dieser betörende Weinriese im Glas. Niemals zuvor hat der Moulin des Dames eine derart reintönige und komplexe Frucht besessen: Traumhaft konzentrierte, weit gefächerte Aromen von Cassis, wilden Waldbeeren, kandierten Kirschen, Vanille, Schokolade, frischer Minze und schwarzem Tabak, zart unterlegt von süßlichen Holztönen der neuen Barriques erlauchter Provenienz. Am Gaumen ungemein expressiv, enorm viel Frucht, beeindruckende Konzentration, Dichte und Tiefe, dazu eine vibrierende Finesse, eine stahlige Kühle und sinnliche Süße, und was für eine Mineralität! Ein komplexer, terroirgeprägter Wein von großer Rasse und Eleganz! Die Tannine sind reif, cremig und seiden und eingebettet in einen fabelhaft süßen Fruchtschmelz, das Finale lang, intensiv, frisch und wiederum zutiefst mineralisch. Lucs Verzicht auf die Abfüllung der Supercuvée „Anthologia” hat sicherlich zu diesem Weinmonument aus einem Jahrhundertjahrgang wie im benachbarten Bordelais beigetragen. Dieser begeisternde Tropfen (vinifiziert aus auf den Punkt gelesenen Cabernet Sauvignon-, Malbec- und Merlottrauben) gehört mit seiner überragenden Frische zum Besten, was bisher im französischen Südwesten erzeugt worden ist, ein charaktervoller Grandseigneur in Samt und Seide, der wegen der grandiosen Qualität seiner Ingredienzien von einer edlen Noblesse zeugt, wie sie sonst nur wesentlich teureren Bordelaiser Gewächsen zu eigen ist – ein wundervoller, perfekt gewirkter Ästhet. Unendlicher Nachhall, noch lange nach dem Leeren des Glases, welch großes Potential!

Von der Bibel der französischen Weinkritik, dem „Classement 2008”, so hoch bewertet wie (in 2005!) Rauzan-Ségla, Giscours, La Lagune und viele andere Prestigegewächse – was für ein sensationelles Preis-Genuss-Verhältnis! Ein emotional berührender Gruß von einem der sympathischsten Winzer Frankreichs, der unter die Haut geht!
Zu genießen ist diese unerhörte Provokation teuerster Bordelaiser Nobelgewächse 2010 bis 2030.



510403 Tour des Gendres, „Moulin des Dames”, rouge 2003 25,00 Euro
Der DECANTER feiert in seiner Septemberausgabe 2007 den fabelhaften 2003er Moulin des Dames rouge mit fünf Sternen (das ist die Bestnote: Decanter Award!) und der Kaufempfehlung „Best buy”. Freudig konstatiert das renommierte Weinmagazin, dass dieser großartige Wein eindrücklich demonstriert, dass die Zeiten der Überextraktion von Lucs fabelhaften Rotweinen endgültig vorüber seien.
Zu genießen Mitte 2009 bis nach 2020.