Saarwellingen, im Oktober 2007

Wein - Highlight


Marco Porello – Piemont

Ein Kleinod am Rande der prestigeträchtigen Orte Barolo und Barbaresco lehrt die großen Namen des Piemonts das Fürchten – und dies zu sagenhaft günstigen Preisen!

Nur ein paar Kilometer nördlich von Alba liegen die sanft geschwungenen Hügel von Guarene und Canale, wo Marco Porello seine erstklassigen Weingärten besitzt. Es ist die weltberühmte Region im Piemont, in der auch die legendären Orte Barolo und Barbaresco liegen. Zu Unrecht ist aber das Tal von Canale nicht ganz so berühmt, denn auch hier wachsen auf erstklassigen Hanglagen hervorragende Weine aus denselben Sorten wie bei den berühmteren Kollegen: Nebbiolo, Barbera und die weiße Arneis. Und damit versteht der junge Marco Porello meisterhaft umzugehen! Zudem sind seine großartigen Weine zu einem Preis zu haben, der einen Bruchteil der benachbarten Baroli oder Barbaresci beträgt, auf deren Etikett die prestigeträchtigen Namen stehen – und dies, obwohl im aktuellen Gambero Rosso 2007 seine Spitzenweine allesamt mit zwei und erstmals auch drei Gläsern gefeiert werden! Deshalb hatten wir Fortune, als wir im letzten Jahr vor der Veröffentlichung im Gambero keine Minute zögerten, als wir auf einer großen Verkostung in der herb-schönen Landschaft des Piemont diese prachtvollen Gewächse erstmals im Glase hatten, die vielen gerühmten Prestigeweinen in nichts nachstanden und uns unverzüglich auf den Weg zu diesem nicht nur für uns bis dato völlig unbekannten Weingut machten.

Wenn man dann bei Porellos kleinem, idyllischen Weingarten-Häuschen auf dem Kegel seiner besten Lage auf ungefähr 250m Seehöhe steht und rundum in die 30-50 Jahre alten Weingärten blickt, versteht man augenblicklich, warum die Weine so ungemein gut und im besten Wortsinne saftig daherkommen: Von Südosten bis Südwesten erstrecken sich exzellente Weinbergslagen in der Mitte des Tales. Und hier im Herzstück stehen Nebbiolo und Barbera, die sich wegen der mineralischen Böden und infolge einer optimalen Sonneneinstrahlung sichtlich wohl fühlen. Und vis-a-vis sieht man auf eine imponierende steile Kessellage, in der die Sorten angepflanzt sind, die es etwas kühler brauchen. Hier wächst vor allem Arneis, der durch das Wechselspiel der kühlen Nächte und der heißen Tage besonders fruchtig, rassig und knackig wird.
Marco Porello führt den Betrieb in der dritten Generation. Seinen Großvater bezeichnet er als Vordenker und sein großes Vorbild, der damals schon die besten Lagen der Gegend erworben und neu ausgepflanzt hat. Im Lauf der Zeit wurde natürlich auch die Kellertechnik systematisch erneuert, so dass Marco Porello heute für jeden Most das richtige Gebinde wählen kann, um seine Weine perfekt zu vinifizieren. Von alten kühlen Zisternen über Stahltanks zu perfekten 3.000 l Fässern und natürlich einer kleinen Anzahl von Barriques steht für jeden Wein die richtig Größe bereit. Wir freuen uns sehr, mit Marco Porello ein absolutes Ausnahmetalent und Weinbesessenen für unser Programm verpflichtet zu haben, dessen Gewächse heute bereits im Konzert der ganz Großen mitspielen können und der noch eine glänzende Zukunft vor sich hat. Das Preis-Genussverhältnis seiner höchst authentischen Weine ist im Piemont schwerlich zu überbieten.


610106 Porello, Roero Arneis Camestrì, bianco 2006 7,95 Euro
Der weiße Roero Arneis Camestrì ist ein wunderbares Beispiel, wie gut im Piemont Weißweine schmecken können. Dies zu demonstrieren ist auch ein großes Anliegen des jungen Winzers, um dieser autochthonen Sorte wieder zu Ruhm und Ehre zu verhelfen. Das gelingt ihm auch so hervorragend, dass er mit seinem 2005er großes Lob in allen namhaften italienischen Guides erntete. Und der Jahrgang 2006 ist wegen seiner animierenden Säure gar als noch größer einzustufen! Der Arneis wächst auf etwas kühleren Lagen auf sandigen Untergründen des ehemaligen Urmeeres. Das Mikroklima ist geprägt von großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, die Lagen sind sehr steil und immer vom Wind durchzogen. Die Lese erfolgte Mitte September händisch in kleine Behälter, vier Durchgänge waren nötig, um die perfekte Ausreifung zu erhalten. Ausgebaut wurde der Camestrì im Edelstahltank. Die Nase wird verwöhnt von den Düften einer blühenden Sommerwiese, dazu etwas Steinobst und Limetten im einladenden Bukett. Am Gaumen kommt dieser fabelhafte Weißwein knochentrocken daher mit herrlicher Frucht und knackiger Säure, einem animierendem Spiel und vorzüglicher Länge. Großartiger Begleiter zu Fischgerichten.



610205 Porello, Barbera d’Alba Mommiano, rosso 2005 7,95 Euro
Der Barbera d’Alba Mommiano kommt von der südöstlich ausgerichteten Lage Mommiano, die mit Ton und Kalk durchsetzt ist und dadurch feingliedrige Weine mit viel Frucht und Finesse hervorbringt. Der Jahrgang 2005 wurde Ende September/Anfang Oktober in mehreren Durchgängen von Hand in kleine Kübel gelesen. 8 Tage Fermentation und 8 Monate Ausbau in 3.000 l Holzfässern perfektionierten diesen Wein, der danach noch auf der Flasche weiterreifen durfte. Insgesamt gibt es davon nur 6.000 Flaschen. Rubingranat schillert er im Glas, der Duft ist rotbeerig nach Kirschen und Himbeeren. Am Gaumen eine traumhaft saftige Frucht, eingebettet in kühle mineralische Noten, die auch eine feste Struktur unterstreichen. Geschmeidig und seidig liebkost er die Zunge mit einem animierenden Frucht-Säure-Spiel, das lange nachklingt und das diesen wunderbaren Barbera zu einem idealen Begleiter mediterraner Gerichte werden lässt. Marco Porello empfiehlt ihn leicht gekühlt bei ca. 16° zu trinken. 2 Gläser im Gambero Rosso!
Ab sofort bis mindestens 2012.



610305 Porello, Nebbiolo d’Alba, rosso 2005 11,00 Euro
Nebbiolo d’Alba steht in den beiden besten Lagen bei Vezza d’Alba und Canale. Die Stöcke sind mindestens 30 Jahre alt, haben daher schon von Natur aus etwas weniger Ertrag und transportieren die feine salzige Mineralik des Terroirs in die kerngesunden Beeren. Geerntet wurde relativ spät, zwischen dem 10. und 20. Oktober, 12 Tage fermentiert, um dann in 3.000 l Holzfässern zu reifen. Ganze 8.000 Flaschen wurden gefüllt. In der Farbe ein dunkles Rubin mit violetten Reflexen. Im intensiven und einladenden Duft faszinieren Brombeeren, Maulbeeren und ein wenig Himbeeren, dazu zarte Veilchen-Noten und ein Hauch Nougat. Am Gaumen wieder eine saftige Beerenfrucht und eine famose Struktur, sehr fein balanciert, elegant mit Tiefe und Schmelz, aber auch typischer lebendiger Säure, klingt mit feiner Frucht lange nach. Die herausragende Qualität dieses famosen Nebbiolo ist eine Provokation vieler gerühmter, wesentlich teurerer Baroli und Barbaresci und demonstriert das ganze vinologische Können eines Ausnahmetalents wie Marco Porello.
Zu genießen ab 2008, Höhepunkt 2010 bis 2020.



610405 Porello, Barbera d’Alba Filatura, rosso 2005 12,90 Euro
Die Trauben für diesen berührenden Wein kommen aus der wohl besten Lage in Canale, die fast zur Gänze Marco Porello gehört. Der Boden ist ein Mergelgemisch mit hohem Ton-Anteil. Hundert Prozent Barbera d’Alba von 30 bis 50 Jahre alten Reben stehen hier auf einem steilen Hügel namens Filatura, dessen Name vermutlich daher kommt, weil der Weinberg mit seinen dicht gepflanzten Reihen im Morgentau seidenen Fäden ähnlich sieht, so dass Filatura (die wörtliche Übersetzung ist „Spinnen”) auch im Sinne von „gesponnenen Fäden” gebraucht wird. Schmunzelnd fügt Marco Porello hinzu, dass man das Wort auch im piemontesischen Dialekt als Ausdruck für ein „Filetstück” verwenden könne. Und dies ist augenscheinlich richtig! Denn die vorzüglich gepflegten Reben sind nach Südwesten ausgerichtet, die erstaunlich lockerbeerigen Klone ergeben gerade einmal 6.000 Flaschen pro Jahr. Erst Anfang Oktober wird gelesen. Nach 10-12 Tagen Mazeration in temperaturgesteuerten Tanks und der anschließenden Vergärung in Holzgärständern reifen die Weine 12-14 Monate ja nach Jahrgang in mehr oder weniger neuen und gebrauchten Barriques und danach „einige” Monate auf der Flasche zur vollen Reife heran. Daher kommt der 2005er auch erst jetzt in den Verkauf, hat aber auch noch Potential für einige Jahre.
In der Farbe ein mittleres Violettrot, fast Schwarz im Kern, mit zarten Aufhellungen zum Rand. In der Nase betörende Aromen von Brombeeren, Blaubeeren, Sauerkirschen, Veilchen, Rosen, Tabak, Pfeffer und Zedernholz und auch zarte Anklänge von Schokolade.
Am Gaumen dicht, mit saftiger Frucht und mit einer anregenden, trinkanimierenden Säurestruktur ausgestattet sowie einer erfrischenden Sauerkirschnote und einem langen von feiner Würze und Mineralität geprägten Nachhall. Nochmals besser als sein großartiger Jahrgangsvorgänger, der im Gambero Rosso mit zwei roten Gläsern geadelt wurde!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2008 bis 2014.



610505 Porello, Roero Torretta, rosso 2005 14,90 Euro
Ein phantastischer Nebbiolo aus der grandiosen Einzellage Torretta, benannt nach dem romantischen Türmchen, das auf dem Hügel thront. Er liegt auf über 250 m Seehöhe und ist zur Gänze nach Südwesten ausgerichtet; daher ist es noch spätnachmittags sonnig – sehr wichtig für den spät reifenden Nebbiolo! Das Erfolgsrezept für jeden großen Wein heißt: Lange sonnige Tage und kühle Nächte und das ist im Weingarten Torretta perfekt der Fall. Ein sandiger Boden, der auf Ablagerungen des Urmeeres zurückzuführen ist, bringt komplexe Geschmacksaromen und eine feine Frucht sowie eine wunderbare salzige Mineralität in die Trauben. Die Rebstöcke sind bis zu 50 Jahre alt und tragen nur wenige kleinbeerige Trauben.
Die Trauben werden erst bei perfekter physiologischer Reife gelesen, meist erst Mitte bis Ende Oktober, und da sind die Kollegen in der Gegend längst alle fertig. Nach 14-16 Tagen Mazeration wird konsequenterweise in kleinen Holzgärständern vergoren und in Barriques aus französischer Eiche 16 Monate lang gereift. Erst nach weiteren Monaten Flaschenreife werden die knapp 6.000 Flaschen vermarktet. Ein subtiler, sehr feingliedriger Nebbiolo, der den Vergleich mit den berühmten (und wesentlich teureren) Namen nicht zu scheuen braucht und viele Jahre Genuss verspricht. In der Farbe ein gedecktes Kirschrot mit zarten schwarzen, violettfarbenen Reflexen. In der „verzauberten” Nase Aromen von Kirschen, dunklen Beeren, mediterranen Kräutern, steiniger Mineralität und dunkler Erde. Dazu zarte balsamische Anklänge und Noten von Schokolade, Tabak und Baumrinde. Am Gaumen überraschend schlank (trotz 14,0 Vol% Alkohol) und eine ausgeprägte Säurestruktur. Dazu ein edles Tannin und eine unendliche Sauerkirschfrucht im betörenden Abgang. Gewinnt nochmals mit einem starken Gegenspieler in Form eines kräftigen Essens, wie geschmorter Ochsenschwanz mit Salbeipolenta oder Lammkarree mit Olivenölmarinade und gegrilltem Gemüse.
Was für eine Preis-Leistungs-Sensation: Animierend im Trunk und enorm viel Finesse und Spiel am Gaumen freisetzend. Ein Piemonteser mit Seele, mit Charakter und Noblesse.
Zu genießen 2009 bis nach 2018.