Saarwellingen, im September 2007

Wein - Highlight


Domaine Guy Moulinier - Saint-Chinian

Legendäre Syrahklassiker des „Haut-Brion von Saint Chinian” (Guide des sommeliers) schlagen in Blindverkostungen ihre berühmten Pendants aus Übersee: Dominanz von Finesse und Eleganz über marmeladige Überreife!

Steven Tanzer: „Die Essenz des Syrah im Languedoc”

Die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement” 2008, feiert den ‚Sigillaires’, einen grandiosen, nordisch inspirierten Wein, mit für seine Preisklasse absolut raren 16/20 Punkten, eine Bewertung, mit der in 2004 wesentlich teurere Prestigegewächse aus dem Bordelais wie Calon-Ségur, Giscours, Gruaud-Larose oder Duhart-Milon ausgezeichnet wurden.
Vor gut einem Jahrzehnt, in den Zeiten der revolutionären Umwälzungen im Languedoc, noch eine der schönsten Neuentdeckungen, zählt die Domaine Moulinier aus der Appellation Saint-Chinian, deren sanft geschwungene Hügellandschaft jeden Besucher magisch in ihren Bann zu ziehen vermag, mittlerweile zu den Top-Weingütern des Midi. Darüber sind sich Fachpresse (Parker, REVUE DU VIN DE FRANCE, DECANTER, WEINGOURMET u.v.a.) und Weinliebhaber gleichermaßen einig. Doch hinter der Erfolgsgeschichte dieser Aufsteigerdomaine verbirgt sich eine hochinteressante Geschichte, denn der Weg zum Erfolg war sehr dornenreich.

Domaine Guy Moulinier
Pascal Moulinier und Tino Seiwert beim Verkosten im neuen Keller.

So verließ der Vater dieses „Weinwunders”, Guy Moulinier, in den 70er Jahren schweren Herzens seine Heimat, da zur damaligen Zeit mit dem Weinanbau im Languedoc kein Geld zu verdienen war. Ganz im Gegenteil, viele Winzer verarmten ob der lächerlich geringen Erlöse für ihre allerdings auch nur höchst mäßigen Produkte. Nachdem Moulinier mehrere Jahre in der Zollverwaltung u.a. in Paris gearbeitet hatte, packte ihn das Heimweh und die Sehnsucht nach dem Süden. Der Wunsch, nach alter Familientradition als Winzer zu arbeiten, wurde übermächtig. Jedoch sollte dies in völliger Abkehr von den bisherigen unseligen Traditionen des Languedoc geschehen. Qualität statt Quantität, diesen Leitspruch erhob er nach seiner Rückkehr zur unumstößlichen Maxime, nachdem er infolge von Besuchen und Fortbildungen bei den besten Winzern des Elsass wirklich große Weine kennen lernen durfte. Und da er mit der Qualität der ererbten Rebflächen in Saint-Chinian nicht zufrieden war, tauschte er diese ertragreichen, leicht zu bearbeitenden Flächen zur Verwunderung der Leute im Ort nach und nach gegen stark hügelige Parzellen mit alten Rebstöcken ein, die berüchtigt waren für niedrige Erträge und schwierige Bearbeitung und die sonst niemand haben wollte.

Aber was sind das für hochwertige Weinberge mit Grand-Cru-Charakter, privilegiert durch ihre optimale südliche Ausrichtung. Die vielfach steilen Terrassen und erstklassigen, kargen Böden liegen verteilt über vier Dörfer, etwa 200 bis 300 Meter hoch. Mühsam regenerierte Guy zunächst die verwahrlosten Anlagen, innerlich zutiefst überzeugt von seiner Idee, das neu erworbene Terroir sei das größte Kapital, „ja das schwarze Gold” des Languedoc: die sanft geschwungenen, dunkel schimmernden Schieferterrassen, auf denen sich unbarmherzig in heißen Sommern die Sonne spiegelt und auf denen nach seltenen Regenfällen die Wassertropfen glitzern. Es handelt sich dabei um Schiste noire, schwarzer Schiefer aus dem Erdaltertum, der sich bei der häufig sengenden Sonne so aufheizt, dass er die Trauben förmlich grillt. Dementsprechend niedrig sind die Erträge, schwarz und männlich die Aromen: Oliven, Lakritze, Teer, Brombeeren, Kaffeebohnen und Mokka. Häufig wechselt auch der Schiefer mit Sandstein- und Kalkböden. Alle drei Bodenarten sorgen zusammen mit der Höhenlage der Weinberge und den daraus resultierenden Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht für die traumhafte Komplexität, die Ausgewogenheit und das wunderbare Gleichgewicht zwischen Konzentration, Finesse und Eleganz in diesen Ausnahmeweinen des Languedoc, die in uns die großen Lagenweine der Côte Rôtie anklingen lassen. Nur noch auf ganz wenigen anderen Weingütern, wie auf den Domainen Peyre Rose, Saint Antonin, Barral oder auf Château de la Negly beispielsweise, werden derart exzellente Syrahweine im Languedoc produziert. In den letzten Jahren wurden ständig neue steinige Hänge hinzugekauft, zumeist Garriguelandschaft mit altem Baumbestand, in welche die neuen Rebflächen wie Inseln eingelassen sind. Die faszinierenden Düfte ihrer Umgebung werden von der Außenhaut der Beeren regelrecht aufgesogen und prägen später den Charakter des Weins. Die Lese erfolgt selbstverständlich von Hand, wobei das geerntete Lesegut noch einmal auf einem Band vor dem Keller auf die gesündesten und reifsten Trauben hin selektioniert wird. Vinifiziert wird möglichst schonend in neu errichteten, modernen, optimal klimatisierten Kelleranlagen, getrennt nach Böden und Lagen, alles wohldosiert im neuen Holz ausgebaut, das mit den extrem reifen Tanninen, die aus neuen Reberziehungsformen resultieren, eine wunderbare Vermählung eingeht. Selbstverständlich werden die beiden Spitzencuvées nicht filtriert, um alle wertvollen Aromastoffe im Wein zu erhalten. Und in den letzten Jahrgängen haben die rührigen Mouliniers infolge subtiler Weiterentwicklungen in Weinberg und Keller nochmals die Qualitäten steigern können, indem sie in ihren großen Weinen mehr denn je zuvor, bei aller Kraft und Konzentration, die Finesse heraus gearbeitet haben.

Domaine Guy Moulinier
Der neue Barriquekeller der Domaine Guy Moulinier

Guy Moulinier, der mittlerweile die Domaine zusammen mit seinem Sohn Stéphane bewirtschaftet, wurde in den letzten Jahren geradezu vom Erfolg überrollt und die internationale Fachpresse hat ihn mit Lobeshymnen überhäuft. So war es für uns auch nur folgerichtig, dass der WEINGOURMET in seiner großen Degustation der 80 besten Syrah aus dem Languedoc- Roussillon den „Terrasses Grillées” und den so preiswerten „Sigillaires” – zusammen mit den Weltklasseweinen von Peyre Rose – zu den 5 besten Weinen dieser Region zählte! Diese ausdrucksstarken Rotweine gehören in jeden Keller von Liebhabern eigenständiger südfranzösischer Weine, insbesondere, da die bei allem Erfolg so bescheiden und sympathisch gebliebene Winzerfamilie ihren unverwechselbaren Stil gefunden hat und sich die notwendige Konstanz erarbeitete, nicht nur in großen, sondern auch in schwierigen Jahrgängen erstklassige Qualitäten zu erzeugen. Und welch ein grandioser Erfolg ist Ihnen im Jahrhundertjahrgang 2005 gelungen, der aufgrund der herausragenden klimatischen Bedingungen und infolge verrückt niedriger Erträge gar die phantastischen 98er und 2000er Weine noch überragt, die so viele unserer Kunden glücklich gemacht haben! Mouliniers ebenso konzentrierte wie elegante Gewächse sind Terroirweine im besten Sinne, die bei allen euphorischen Vergleichen mit großen Syrahweinen reputierter Regionen den eigenständigen Charakter ihrer Region nicht verleugnen. Sie sind gewachsen auf schwarzem Schiefer, auf Sandstein und Kalkböden und alle drei Bodenarten zusammen sind verantwortlich für die traumhafte Komplexität, die Ausgewogenheit und das wunderbare Gleichgewicht zwischen Konzentration, Finesse und Eleganz in diesen herausragenden Weinen. „Sie gehören seit Jahren zu den komplexesten und gleichzeitig authentischsten Weinen ihrer Appellation”, urteilt dezidiert die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement” in ihrer aktuellen Ausgabe 2008.

316405 Moulinier, Cuvée de l’Homo Erectus, rouge 2005 5,90 Euro
Von jüngeren Rebstöcken aus erstklassigen Schieferlagen eine – man muss dieses große Wort gerade auch bei einem Wein dieser so sympathischen Preisklasse gebrauchen – geniale Cuvée aus leckeren Grenache- und Finesse ergebenden Cinsaulttrauben, die für die traumhafte Frische dieser so trinkanimierenden Cuvée mitverantwortlich sind. Die eher ,kühle’ Stilistik dieses charaktervollen Alltagsweins für höchste Ansprüche betört mit einer geradezu unverschämt delikaten Aromatik, wie sie finessenreiche, burgundisch inspirierte Weine aus Châteauneuf-du-Pape und Umgebung aufweisen: einer frischen, beerigen, ungemein animierenden Frucht mit zart kräuterwürzigen Anklängen in der Nase und saftigen, schmeichlerischen, cremigen, ja seidenen Gerbstoffen auf der Zunge, wie sie in dieser feinsinnigen Form nur in fabelhaften Alltagsweinen großer Winzerpersönlichkeiten zu finden sind. Welch wunderbar tänzerisches Spiel, das die Zunge liebkost, welch rare Mineralität in dieser so genussfreundlichen Preisklasse!
Zu genießen ab sofort bis 2010.


 

Domaine Guy Moulinier

316105 Moulinier, „Tradition”, rouge 2005 6,90 Euro
Von der „Revue du Vin de France” in ihrer aktuellen Ausgabe Oktober 2007 zu den 50 größten Schnäppchen des gesamten Languedoc gezählt!
Im großen Languedocjahrgang 2005 demonstriert diese schmeichlerische, ungemein sinnliche Cuvée aus Syrah, Grenache und Mourvèdre eindrucksvoll, warum Peter-Paul Falkenstein bereits vor knapp einem Jahrzehnt den 97er aus eher schwierigem Jahrgang im „Handelsblatt” als besondere Empfehlung für den täglichen Trinkgenuss auszeichnete: Ein dunkelroter, eleganter und aromatischer Rotwein mit einer verführerischen Nase von dunklen Beeren (insbesondere Brombeeren und Blaubeeren), Dörrpflaume, schwarze Kirschen, Brotkruste, feinem Schieferduft, Lavendel sowie zarten Anklängen von Pfeffer. Am Gaumen eine anregende Würze und feinkörnige Tanninstruktur sowie eine belebende Säure. Großartiger, feinfruchtiger Wein für den täglichen Trinkgenuss, authentischer und doch unaufdringlicher, süffiger Charakter. Dieser Alltagswein de luxe macht solo genossen einen riesigen Spaß und ist gleichzeitig ein hervorragender Essensbegleiter.
Zu genießen wegen seiner butterweichen Tannine mit größtem Vergnügen ab sofort bis 2011.


 

316204 Moulinier, Cuvée des Sigillaires, rouge 2004 11,00 Euro
Die wunderbare Spitzencuvée „Sigillaires”, im großen Jahrgang 2004 komponiert aus 70% erstklassiger Syrah und je gleichen Anteilen perfekt gereiften Mourvèdre- und Grenachetrauben, zeigt sich wie in den Vorjahren sehr geschliffen, dennoch konzentriert, von herausragender „kühler” Eleganz und Finesse, vielschichtig, dicht und seidig, mit Aromen von dunklen Beeren und Oliven sowie mineralischen Komponenten vom Schiefer, am Gaumen würzig-markantes Tannin, mit präsenter Säure und leichten Anklängen an das Barrique bester burgundischer Provenienz, tolle Struktur, langer Nachhall. Stephen Tanzer, einer der renommiertesten Weinkritiker der Welt, sieht in dieser authentischen Cuvée stilistisch „eine wunderbare Vermählung zwischen einem mineralischen Côte Rôtie und einem großen Châteauneuf-du-Pape”, allerdings nur mit trinkanimierenden knapp 13 Volumenprozent Alkohol. Der „Sigillaires” ist eben in seiner Preisklasse ein unverschämt guter Wein mit einer traumhaft gelungenen Umsetzung von vollreifen Trauben und edlem Terroir in eine fabelhafte Frische und phantastische Mineralität! Die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement” 2008, feiert diesen grandiosen, nordisch inspirierten Wein mit für seine Preisklasse absolut raren 16/20 Punkten, eine Bewertung, mit der in 2004 wesentlich teurere Prestigegewächse aus dem Bordelais wie Calon-Ségur, Giscours, Gruaud-Larose oder Duhart-Milon ausgezeichnet wurden.
Und das Beste: Diese sensationelle Bewertung geht absolut im Ordnung! Der „Sigillaires” 2004 ist einer der größten Weinwerte, der heute in Frankreich zu erwerben ist!
Trinkgenuss ab sofort (Dekantieren bitte), Höhepunkt Mitte 2008 bis mindestens 2012.


Classement: 16/20 Punkten

316304 Moulinier, „Les Terrasses Grillées”, rouge 2004 24,95 Euro
Ein Traum: Die hedonistische Spitzencuvée „Terrasses Grillées”, ein reinsortiger Syrah, eine Selektion der besten Trauben der Domaine, ist ein Weinereignis der Extraklasse, der keinen Vergleich mit den größten Syrah der Welt zu scheuen braucht. So belegte bereits der legendäre 98er bei einer professionellen Verkostung der großen Syrahweine Australiens, Kaliforniens, aus dem Languedoc und von der Rhône im Oktober 99 den 2. Platz u.a. vor den legendären, um ein Vielfaches teureren Lageweinen Guigals, dem „Grange” von Penfolds, Jim Barrys „Armagh” oder dem „Hill of Grace” von Henschke. In Blindproben zögern die Verkoster oftmals, ihn in den französischen Süden einzuordnen, zu sehr dominiert bei aller Konzentration und Kraft eine unglaubliche Eleganz und Finesse – zwei Komponenten, die, infolge subtiler Verbesserungen in Weinberg und Keller, von Jahrgang zu Jahrgang mehr die Stilistik dieses genialen Weinunikates prägen. Das komplexe Bouquet gleicht einem ungemein komplexen Aromenstrauß mit einer traumhaft verführerischen Frucht: schwarze, reife Brombeeren, Wildkräuter, schwarze Oliven, Eukalyptus, schwarzer Pfeffer, Zimt, gerösteter Kaffee, Bitterschokolade und Süßholz, ein wenig geräucherter Speck und ein ungemein trinkanimierender Minzeton. Unendlich lang am Gaumen, hochreifes Tannin, exzellente Säure, dicht und füllig, rassig, zutiefst mineralisch vom schwarzen Schiefer im Untergrund, atemberaubende Tiefe, große Länge. Ein fabelhafter Syrah der neuen Winzergeneration in Frankreichs wildem Süden, in dem sich eine früher nie gekannte Kühle und Finesse mit seidigen Tanninen vermählen: Welch ein himmelweiter Unterschied zu den marmeladigen Monsterweinen, die in industrieller Produktion ohne Authentizität und Terroirbezug in vielen Weinanbauregionen der Welt in Chemielabors ähnelnden Fabrikanlagen produziert werden. Gegen diese uniformen Massenprodukte steht der zutiefst mineralische Terrasses Grillées 2004 wie ein strahlender Fixstern am Wein-Himmel einer der großen Rebsorten der Welt und fordert die teureren Luxuscuvées der nördlichen Rhone zur vergleichenden Degustation, wobei so manches vinologische Weltbild erheblich ins Schwanken kommen könnte. Denn dieser barriqueausgebaute Syrah von alten Reben mit einem extrem niedrigen Ertrag von 15-18 hl/ha ist infolge seiner Finesse, inneren Dichte, feinen Kühle und traumhaften Mineralität einer der spektakulärsten Weine Südfrankreichs, wie die berühmte Degustation des BOTTIN GOURMAND eindrucksvoll belegt: Qualitativ und stilistisch präsentiert er sich hier absolut vergleichbar den großen Lageweinen der nördlichen Rhône, insbesondere an Guigals „La Mouline” erinnernd; das „Grillées” im Namen kommt jedenfalls nicht von ungefähr. Wahrlich die „Essenz des Syrah im Languedoc!” (Steven Tanzer), Kultweinstatus!
Zu genießen ab sofort (Dekanieren bitte über mehrere Stunden) bis 2018.