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Saarwellingen, im September 2007
Wein - Highlight
Domaine Vieux Donjon - Châteauneuf-du-Pape
„The best buy in high-end Châteauneuf-du-Pape” (Robert M. Parker)
Im Jahre 1979 erst wurde die mittlerweile weltberühmte Domaine Vieux Donjon von dem sympathischen Ehepaar Lucien Michel und Marie José unmittelbar nach ihrer Hochzeit gegründet. Die Basis für die sensationellen Qualitäten ihres ebenso urwüchsigen wie eleganten Châteauneufweins legten ererbte Parzellen von ihren jeweiligen Großvätern. Und was sind das für erstklassige Lagen! In den 13 ha großen Weinbergen finden sich zu 80% liebevoll gepflegte, zwischen 80 und 90 Jahre alte ertragsarme Grenachereben (dazu den edlen Charakter des Weines mitprägende Mourvèdre, Syrah und Counois), die in privilegierten Parzellen bei Mont Redon und Les Cabrières stehen, die von einem wahren Meer von roten Steinen bedeckt sind, die nachts die Hitze des Tages reflektieren: Grenache liebt die Wärme. Diese traumhaften Reben bilden das ideale Ausgangsmaterial zur Erzeugung eines von einer sehr klassischen Stilistik geprägten urtraditionellen Châteauneuf-du-Pape alter Schule (ein heute leider immer mehr aus der Mode kommender Stil, den viele Liebhaber jedoch sehr schätzen!), dessen außerordentliche Qualitäten dafür verantwortlich zeichnen, dass sich Vieux Donjon seit etwa einem Jahrzehnt in die kleine Elite der Weltklassegüter dieser großartigen Appellation katapultieren konnte.
Die trotz aller Erfolge so wohltuend bescheiden gebliebenen Michels bewirtschaften ihre Weinberge rein biologisch – voller Enthusiasmus und mit viel Herzblut. Sie wissen nur zu gut, dass der wertvolle Schatz ihrer alten Reben die Grundlage der geschmeidigen Tanninstruktur sind, die als Markenzeichen von Vieux Donjon den weltweiten legendären Ruf eines großen Weins begründet haben. Die Michels ernten immer mit als die letzten Winzer in der Region und vinifizieren sehr traditionell, behutsam und ohne jegliche Manipulation die zumeist nicht entrappten, relativ lange eingemaischten, voll ausgereiften Grenachetrauben in Zementcuves und bauen den Wein anschließend so schonend wie möglich 2 Jahre in gebrauchten Holzfässern aus, bevor er ungeschönt und unfiltriert abgefüllt wird. Das Resultat ist ein majestätischer Rotwein klassischer Prägung (kühle Würze paart sich mit edler Frucht und schwarzen Trüffeln!), sehr langlebig, selbst in schwierigen Jahren bemerkenswert gut und in einem großen Jahrgang wie 2004 auf absolutem Spitzenniveau. Was mich besonders fasziniert: Als eines von wenigen Gütern in Châteauneuf produzieren die Michels nur einen einzigen großen Wein, den sie seit Jahren schon zum fast gleich sympathischen Preis anbieten. So besitzt dieser traumhafte Weinriese ein Preis-Genussverhältnis, das in Châteauneuf-du-Pape schwerlich zu überbieten ist und der in gereiftem Zustand in Blindproben wegen seines vornehmen, noblen Charakters sowie seiner mineralischen und dunkelfruchtigen Aromen zuweilen Assoziationen an große Pomerols evoziert!
164104 Vieux Donjon, Châteauneuf-du-Pape, rouge 2004 29,90 Euro
Ein ungemein dichter, konzentrierter, aber aufgrund der optimalen Jahrgangsgegebenheiten auch fein strukturierter Weingigant, der aufgrund seiner großen Harmonie und seiner für die südliche Rhône so extrem raren Eleganz und Finesse schon heute mit großem Vergnügen getrunken werden kann, dessen fein gewirkte Struktur jedoch auch signalisiert, dass er Potential für weitere zwei Jahrzehnte der Lagerung besitzt.
Die Nase wird geprägt von einer klassischen und im Gegensatz zu vielen alkoholischen, ‚heißen’ Weinen eher kühlen Stilistik: Dieser attraktive Châteauneuf ist daher keine auf vordergründige Effekthascherei getrimmte Fruchtbombe, stattdessen faszinieren sehr komplexe, vielschichtige Aromen, unter denen zurzeit zart süßliche dunkle Kirschen, Cassis, schwarze Trüffel (die mit zunehmender Reife immer deutlicher hervortreten werden), frisch gemahlener Pfeffer, Oliventapenade und würzige Kräuter herauszuschmecken sind.
Am Gaumen sehr kompakt, dicht und extraktreich, wiederum Anklänge an schwarze Kirschen und Cassis und ein faszinierendes, unverwechselbares Aromenspiel einer provençalischen Landschaft, dabei sehr lang anhaltend und extrem mineralisch. Aromatische Tiefe, Komplexität und delikater Schmelz vereinen sich mit Konzentration, Kraft und Extrakt, aber auch subtilem Spiel und traumhafter Finesse zu einer trinkanimierenden Geschmacksfreude mit einer raren Harmonie zwischen einer moderaten Alkoholgradation und einem attraktiven, cremigen, kühlen Tannin. Dieser delikate, noble Wein gehört zu meinen persönlichen Lieblingsweinen! Er erinnert in seiner Stilistik sehr an den fabelhaften 99er (ist aber noch etwas dichter und tiefer gewirkt) und fasziniert als wunderschöne Verkörperung eines absolut klassischen Weines einer der großartigsten Regionen innerhalb der gesamten Weinwelt: eine Ode an das große Potential uralter Grenachereben!
Zweifellos einer der ganz großen Stars des Jahrgangs (94 Punkte im „wine spectator”!), der von immer mehr Weinkennern dem hitzigen, hoch gehypten 2003er vorgezogen wird! 2004 ist nicht nur in Spanien und Deutschland einer der größten Jahrgänge aller Zeiten, an der südlichen Rhône entwickelt er sich, so wie wir es Ihnen, werte Kunden, in vielen Pinwänden schon prognostizierten zu einem großen
klassischen Jahr mit Weinen, die Trinkfreude pur versprechen: Finesse und Frische statt alkoholischer Exzesse! Schön, dass es derartige Weine auch heute noch gibt.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren empfohlen, aber kein Muss), Höhepunkt 2009 bis voraussichtlich 2025.
94 Punkte im „wine spectator”!