Saarwellingen, im September 2007

Wein - Highlight


Domaine Léon Barral - Faugères

Mineralische Weinunikate aus biologischem Anbau mit singulärem Charakter: In ihrer sagenhaften Qualität großen, teuren Prestigegewächsen der Côte Rôtie ebenbürtig – und dies zu den sympathischen Preisen des Languedoc!

Domaine Léon Barral - Faugères
Didier Barral


Visionäres Winzergenie, sensibler Wingertmann und vinologischer Revoluzzer gleichermaßen, in seinem Unangepasstsein und Habitus eine Reinkarnation des jungen, stets eigene Wege suchenden James Dean – in diesem Spannungsfeld steht Didier Barral, der sich kompromisslos wie wenige andere für höchste Qualität engagiert. „Die Winzer haben die Biologie des Bodens verlernt”, geißelt Didier die weit verbreiteten Missstände in seiner Zunft, während er auf Knien in seinem Weinberg rutscht und die krümelnde, fein duftende Erde mit ihrer enormen Vielfalt an Kleinstlebewesen durch die Finger rieseln lässt, um mir ihren optimalen Zustand zu demonstrieren: „Der Mensch kann aber auf Dauer erfolgreich nur mit der Natur arbeiten, niemals gegen sie. Wir müssen der Erde die Chance lassen, sich von der über Jahrzehnte betriebenen Monokultur und den auf sie eingespritzten Pestiziden und Herbiziden erst einmal zu erholen. 10 Jahre gebe ich neu erworbenen Parzellen Zeit, sich zu regenerieren. Denn die Reben brauchen ein vitales und natürliches Umfeld, damit der Mensch aus ihren kerngesunden Trauben große, individuelle, aber auch bekömmliche Weine machen kann.” Folglich steckt hinter solch großartigen Qualitäten, wie Didier sie produziert, ein wohlüberlegtes Puzzle von Details. Dies beginnt bei der Klonenpflege der wie in Châteauneuf-du-Pape in niedriger Buschform wachsenden, sehr tief wurzelnden Reben, reicht über eine biodynamische Arbeitsweise in den eminent gepflegten, extrem aufgelockerten, „lebenden” Weinbergsböden, bei der eigens konstruierte Maschinen zum Einsatz kommen, welche die Böden nicht verdichten, bis zu einem ausgeklügelten, „intelligenten” Bewässerungssystem und den unterirdischen Kelleranlagen mit ihren uralten, aber extrem schonenden Pressen, wo jede Weinbergsparzelle in Kleinstgebinden separat ausgebaut wird, ohne jegliches belastendes Eingreifen und nur einem Minimum an Schwefel.
„ÉQUILIBRE” (übersetzt: Gleichgewicht, Balance) ist daher das Zauberwort, das Didiers Arbeit am besten charakterisiert. Zum einen ein ökologisches Gleichgewicht in den biodynamisch bearbeiteten, mit wilden Kräutern bewachsenen „butterweichen”, unter den Schuhen federnden Weinbergen, die von Natur aus für niedrige Erträge sorgen und infolge einer optimalen Wasser- und Sauerstoffversorgung der extrem tief wurzelnden Reben niemals Trockenstress aufkommen lassen, dafür aber dem fertigen Wein eine unvergleichliche Säurestruktur und damit eine einzigartige Frische vermitteln. Zum anderen das Verhältnis der Haut zum Saft in den reif (aber nicht überreif!) geernteten Trauben, die für eine traumhafte Balance verantwortlich zeichnen und schließlich ein harmonisches Gleichgewicht aller wesentlichen Faktoren im fertigen Wein wie Extrakte und Aromen.

In diesem Sinne wird bei Didier Wein zum einfühlsam interpretierten Kunsthandwerk, wie wir es nur bei den ganz Großen ihrer Zunft finden! Gut „gemachte” Weine gibt es mittlerweile reichlich, charaktervolle Unikate dieser Spitzenklasse sind jedoch extrem rar gesät. Diese unfiltrierten, handwerklichen Meisterstücke präsentieren sich ungemein komplex, kraftvoll und konzentriert mit einer reichen, ausladenden, tiefwürzigen, tabakigen Frucht, feinen, saftigen Tanninen und der explizit herausgearbeiteten Terroir-Note der Region Faugères: Dieses wildromantische, dünn besiedelte, hügelreiche Gebiet nördlich von Béziers verfügt über homogene, sehr karge Böden (im Schnitt nur 30-50 cm tief), unter denen sich nichts als schwarzer Schiefer befindet, in den sich, optimale Weinbergsarbeit wie bei Barral vorausgesetzt, die Wurzeln der Reben tief hineingraben, um Mineralien und andere Nährstoffe aufnehmen zu können und der im fertigen Wein, ähnlich den großen Rieslingen von der Mosel, für eine fabelhafte Finesse und Eleganz (welche die immense Kraft und Konzentration dieser Unikate im Gleichgewicht halten: power without weight) verantwortlich zeichnet. Didier Barral, auf dem Zenit seines großen Könnens angekommen, ist es meisterhaft gelungen, diese singuläre Bodenstruktur in seinen Weinen sinnlich schmeck- und erfahrbar zu machen. Es sind hocharomatische Gewächse, terroirgeprägte Unikate auf höchstem Qualitätsniveau, die sich wohltuend aus dem Einheitsbrei vieler „gemachter” Weine hervorheben und von Kennern zu den besten des gesamten Südens gezählt werden! Sie gehören mittlerweile zu den gesuchtesten Weinen ganz Frankreichs, zieren die Karten der Spitzenrestaurants des Landes und werden einem ausgewählten Kundenkreis zugeteilt. Schlichtweg Referenzqualität!

Allen Lobeshymnen zum Trotz, die Didier mittlerweile in der internationalen Presse zuteil wurden, betrachtet er in der Retrospektive die ersten Jahre seiner Winzertätigkeit auch als eine Art Lernphase. Denn es war ihm immer bewusst, dass es ihm nicht binnen zwei oder drei Jahren möglich sein würde, die höchste Qualität aus seinem Terroir „herauszukitzeln”, so wie er sich dies vorstellte: Die Regeneration der Böden brauchte ihre Zeit. War er aber mit seinen ersten Jahrgängen bereits sehr zufrieden, so strahlt er mittlerweile eine Art inneres Glück aus, eine Befriedigung, wie sie nur Menschen zu eigen ist, die mit sich und dem Ergebnis ihrer Arbeit absolut im Reinen sind. Und die spektakulär schönen Weine aus dem exzellenten Jahrgang 2003 demonstrieren auf eindrückliche Art und Weise, dass die Zeiten des Experimentierens vorbei sind und dass es Didier endgültig gelungen ist, seinem Idealbild eines großen Faugères, der zur absoluten Spitze des gesamten Languedoc zählen sollte, zu entsprechen. Didier hat seinen ureigenen Stil gefunden: Nicht Rebsorte oder Ausbaustil prägen die Stilistik seiner Weine, sondern ausschließlich sein großes Terroir. Kein Zweifel: Didier Barral, der TERROIRIST, hat im heißen Jahrgang 2003 die bisher besten Weine seiner Winzerkarriere vinifiziert mit einer Säurestruktur, Eleganz und traumhaften Balanciertheit, die im gesamten französischen Süden ihresgleichen sucht. Nehmen Sie mich beim Wort und machen Sie die Probe: Kaum ein Weinkenner wird blind den Jahrgang 2003 erkennen, zu einzigartig die singuläre Frische und Finesse!


348103 Barral, Faugères, rouge 2003 11,80 Euro
Bereits Didiers sensationell schöner Basiswein demonstriert eindrucksvoll das große Potential der einzigartigen Region und die Überlegenheit von handwerklich-biologischem Weinanbau gegenüber einem eher an industriellen Gepflogenheiten angepassten, weit verbreiteten konventionellen ‚Wein-Making’. In ihrer Preisklasse ist diese intensiv dunkelrote Cuvée aus Syrah (von Lagen mit nördlicher Exposition, die für die kühle, noble Stilistik und den feinen Schliff verantwortlich zeichnen) sowie Grenache, Carignan und Cinsault mit einer geradezu sensationellen Finesse und einer ganz raren, expressiven, ungemein komplexen Aromenintensität gesegnet, die an allerfeinste, aber um ein Vielfaches teurere Weine der weltberühmten Côte Rôtie erinnert. Die enorm vielschichtige und zugleich hochelegante Fruchtsubstanz (schmeichlerische dunkle Waldbeeren und Cassis) ist traumhaft untermalt von feinen mineralischen Noten und Anklängen an orientalische Gewürze, die dem Wein etwas Exotisch-Verführerisches verleihen. Am Gaumen wiederholt sich die prägnante, höchst trinkanimierende Syrahnote, die zusammen mit der tollen Säurestruktur und der moderaten Alkoholgradation (knapp 13%) diesem phantastischen Wein bei aller Fruchtsüße und inneren Dichte eine tolle Frische mit auf den Weg gibt. Begleitet von cremigen, sagenhaft geschliffenen Tanninen (wo an der nördlichen Rhône findet man diese Qualität nur annähernd zu diesem ungemein fairen Preis?) und einer mineralischen Note im „gewaltigen Nachhall” (so Gerhard Eichelmann in MONDO bereits über den 2002er, den er mit 90 Punkten bewertete) ist dieser Wein ein Paradebeispiel für das großartige Zusammenspiel zwischen erstklassigen Rebsorten und phantastischem Terroir sowie für die neue Generation großer finessenreicher Weine aus dem Faugères mit einem sensationellen Preis-Genussverhältnis! Gerade im heißen Jahrgang 2003, wo längst nicht alles Gold ist, was glänzt, zeigt sich der große Vorteil der biologischen Weinbergspflege. Didiers tief wurzelnde Reben, die über die ganzen Sommermonate genügend Wasser im Boden vorfanden, versorgten die perfekt gereiften Trauben und ließen keinerlei Trockenstress aufkommen! So finden Sie hier, liebe Kunden, bereits in dieser fabelhaften Basiscuvée mit ihren seidenen Tanninen das Niveau von Réserve-Qualitäten anderer renommierter Betriebe. Mein Wort darauf!
Zu genießen ab sofort bis 2012.


348203 Barral, Faugères, „Jadis”, rouge 2003 22,00 Euro
Dies ist eines der faszinierenden Aushängeschilder der neuen authentischen Spitzenweine aus dem Languedoc, die von einer kleinen avantgardistischen Elite junger Winzer meisterhaft vinifiziert werden: Ein traumhaftes Gewächs (überwiegend Syrah- und alte Carignanreben, dazu ein wenig Grenache und Cinsault) mit einem verführerischen, atemberaubenden Duft nach schwarzem Cassis, kandierten Kirschen, Rauch und dunklem Tabak. Neben diesen wildaromatischen Anklängen besitzt dieser GRAND VIN DU TERROIR feine Noten von weißem Trüffel und eine wunderschön eingebundene, traumhaft geschliffene Mineralität: Ein beredtes Zeugnis seiner einzigartigen Böden aus schwarzem Schiefer. Dieser grandiose Wein präsentiert sich am Gaumen dicht und opulent, ja geradezu lasziv-erotisch mit verführerischen Schichten von komplexen Beerenaromen. Überraschend burgundisch-saftig in seiner Textur, gleitet er fast zärtlich über die Zunge und betört mit einer cremigen, feinwürzigen Tanninstruktur sowie einer animierenden Säure, die dem Wein bei aller verführerischen Opulenz eine große Eleganz verleiht! Ausgebaut in besten Barriques eines der besten Tonneliers Frankreichs verkraftet dieser dichte und elegante Nektar aus dem Languedoc die 26-monatige Holzlagerung mit spielerischer Leichtigkeit. Ein phantastisches Unikat von einem der besten Winzer Frankreichs mit enorm viel Potential für die Zukunft. Seit Christina Hilker, „Deutschlands Sommelier des Jahres 2005” (Gault Millau), den ‚Jadis im FEINSCHMECKER als ihre Entdeckung des Jahres feierte, zählt dieses sensationelle Gewächs für viele unserer Kunden zu ihren erklärten Lieblingsweinen aus dem französischen Süden! Wegen seiner Frische, Finesse und Eleganz ein unbedingter Tipp auch und gerade für frustrierte Bordeauxtrinker und ein neuer Referenzwein für unbeirrt auf die Flasche umgesetzte Natur! Chapeau, Didier!
Es gibt Weine, denen man mit Worten und Noten nur schwerlich gerecht werden kann, man muss sie einfach mit allen Sinnen genießen. Dieses hedonistische Gewächs gehört zur Kategorie persönlicher Lieblingswein und verdient meine ganz besondere Empfehlung!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis mindestes 2020.


3482103 Barral, Faugères, „Jadis”, rouge, Magnum 2003 1,5 l 46,00 Euro


348303 Barral, Faugères „Valinière”, VdT rouge 2003 39,80 Euro
Einer der legendärsten und rarsten Weine des Languedoc, da der ungewöhnlich hohe, 85%ige Anteil an optimal gereiften und streng selektierten Mourvèdretrauben (dazu ein wenig Syrah und Carignan) dem Wein einen extravaganten Charakter verleiht, der sich deutlich von dem aller anderen Weine des Midi abhebt und der mich persönlich ungemein fasziniert! Zutiefst komplex in der Aromatik, dicht, konzentriert, fein gewoben, mit atemberaubender Ausstrahlung! Uralte Rebstöcke bilden das Fundament für diesen fulminanten Wein, der zu den größten Gewächsen Frankreichs gehört. Eine Art „Hommage à Jacques Perrin” des Languedoc – denn auch diese legendäre Luxuscuvée von Beaucastel aus Châteauneuf-du-Pape ist ähnlich Mourvèdre-betont. In der Farbe präsentiert sich dieser grandiose Wein mit einem satten tiefdunklen Rot und mit purpurroten Reflexen am Rand. Im Duft ist diese Reminiszenz an die Mourvèdre-Traube unmittelbar nach der Öffnung noch relativ verschlossen, doch nach mehrstündiger Karaffierung explodiert der Valinière förmlich in der Nase! Dann ist jeder Liebhaber großer autochthoner Weine überwältigt von der phantastischen, ungemein komplexen Aromatik, ist wie vom Donner gerührt (einem kleinen Kind nicht unähnlich, das zum ersten Mal in seinem jungen Leben mit leuchtenden Augen einen funkelnden Weihnachtsbaum bewundert) und bereit, sich, ehrfürchtig staunend, nur dem Augenblick und dem hedonistischen Genuss hinzugeben.

Am Gaumen präsentiert sich dieser in seiner Aromatik einzigartige und unter Kennern längst mit Kultstatus versehene Wein aufgrund seiner Rebsortentypizität und der einzigartigen Schieferböden sowie seines strikt biologischen Anbaus absolut individuell und ist mit keinem anderen Wein auf der Welt vergleichbar! Ich möchte Ihnen diese geniale, charaktervolle Cuvée von verblüffend eigenwilliger Identität, die partout in kein gängiges Schema passen will und meilenweit von jeglicher Uniformierung des Weingeschmacks entfernt ist, eindringlich ans Herz legen. Ein faszinierender Extrakt mit cremigen, seidenen, traumhaft geschliffenen Tanninen (auch ein Verdienst der uralten Presse, die ungemein schonend und ausschließlich mit Hilfe der Schwerkraft den Saft der Trauben extrahiert), ein göttlicher Nektar, der minutenlang die Zunge betört, nur in winzigen Mengen erzeugt, ein geschliffener, aber dennoch irgendwie unbezähmbarer Bio-Wein von faszinierend kühler Stilistik, der noch lange in Erinnerung bleibt, wenn die Gläser längst geleert sind.
Mehrfach haben wir in Blindproben dieses authentische Naturprodukt als unerhörte Provokation wesentlich teurerer Prestigegewächse von der nördlichen Rhône beurteilt und mit 96-98 Punkten bewertet. Einer der größten jemals im französischen Süden vinifizierten Weine mit einer sagenhaften Säurestruktur aus legendärem Jahr. Kultweinstatus!
Für die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement 2007”, ist dieses Kultgewächs („un grand vin”) DER Referenzwein des französischen Südens für die Mourvèdre-Rebe!
Zu genießen ab sofort (3-4 Stunden vorher Dekantieren bitte), Höhepunkt wohl 2009 bis nach 2025.


3483103 Barral, Faugères „Valinière”, VdT rouge, Magnum 2003 1,5 l 82,00 Euro