Saarwellingen, im September 2007

Wein - Highlight


Fratelli Barba

„Ehrgeizige Winzer retten die Ehre des Roten mit dem schlechten Ruf. Sie zeigen, was alles im Montepulciano steckt: mal ist er markant, mal elegant, er liefert Spitzenqualitäten ebenso wie schöne Alltagsweine”. (Stephan Reinhardt, FEINSCHMECKER 3/2006)

Gambero Rosso 2007: „Barba – Hoher Qualitätsstandard zu fairsten Preisen mit interessanten, fest in der Tradition der Region verwurzelten Weinen von hohem Niveau”

Sanft geschwungene Hügelketten, Felder und Wälder wechseln sich ab, die langen Sandstrände der Adria und wild-romantische Berge rahmen eine urwüchsige mediterrane Landschaft ein. Die Abruzzen sind ein Stück unberührtes Italien – eine authentische Naturschönheit, die zum Verweilen animiert. Im schroffen Kontrast zu dieser bezaubernden Landschaft standen jahrzehntelang die „Qualitäten” der hier produzierten Weine: Höchst durchschnittliche, ja banale bis mediokre dünne Weinchen füllten zu Billigstpreisen die Regale der Supermärkte und vergraulten die Zungen kundiger Weinliebhaber. Doch wie in so vielen anderen Weinanbauregionen Südeuropas hat in jüngster Vergangenheit in dieser malerischen Region eine Qualitätsrevolution eingesetzt, die von einer kleinen Elite avantgardistischer, ungemein ehrgeiziger Winzer eingeläutet wurde, die aus ihrer autochthonen Rebsorte Montepulciano zwar stilistisch unterschiedliche, aber jeweils höchst originäre, unkopierbare Weinunikate kreieren.


Fratelli Barba
Herbststimmung in den sanft geschwungenen Hügelketten der Abruzzen

Der Zorn der neuen Winzergeneration, die die heute höchst erfolgreichen echten Weine produziert, ist aber längst noch nicht verraucht: „Von Banditen haben wir uns früher das Image des Montepulciano d’Abruzzo verhunzen lassen”, zitiert Stephan Reinhardt in seiner glänzend recherchierten FEINSCHMECKER-Reportage das Credo der Spitzenwinzer, die zu Recht zutiefst verärgert auf die vielen Billigerzeuger schimpfen. Denn diese haben die lockeren Bestimmungen schamlos ausgenutzt, nach denen sich fast jeder in den Abruzzen gewachsene Wein mit dem Herkunftsprädikat DOC schmücken kann und somit das Renommee der Region nachhaltig beschädigt. Dabei ist der Montepulciano eine phantastische, höchst eigenständige Rebsorte und der ungeschminkte Ausdruck seiner Landschaft, der Kultur und der Seele der hier lebenden Menschen, „ein bisschen ungeschliffen vielleicht, aber dafür aufrichtig, stark und entschlossen” (FEINSCHMECKER).

Und solch wohltuend unmodische, urwüchsige Weine mit einer feinen Säurestruktur, fernab jeglicher Neuer-Welt-Stilistik und bar jeglicher marmladiger Noten, vinifiziert Giovanni Barba, der „verlässliche Steuermann des Gutes, der stets neue Impulse setzt und Garant ist für den seit einigen Jahren gleich hohen Qualitätsstandard zu fairsten Preisen” (Gambero Rosso). Giovanni ist der stolze Erbe eines sehr alten Familiengutes im Norden der Abruzzen, auf der Anhöhe des Colle Marino gelegen. Der eigentliche Höhenflug unseres neuen Kleinods begann mit dem sensationell gut ausgefallenen Jahrgang 2001: Dabei standen zwei der berühmtesten Önologen Italiens Pate: Zunächst der legendäre Roberto Cipresso, heute der nicht minder renommierte Stefano Chioccioli zeichnen zusammen mit Giovanni Barba durch ihre geradezu besessene Arbeitsweise in den gepflegten Weinbergen und in den von Grund auf renovierten Kelleranlagen für die spektakuläre Qualitätsrevolution verantwortlich. Stefano Chioccioli weiß inzwischen durch lange Erfahrungen, welche Bedingungen der Montepulciano braucht: „Diese autochthone Sorte reift spät und braucht viel Sonne. Andererseits sind kühle Nachtwinde aus den umliegenden Bergen willkommen, denn sie bringen Frische und Aroma”. So sind seine Montepulcianos begeisternde, feinfruchtige Weine ohne jegliche Spur von Rustikalität, die viel zu oft noch das Erscheinungsbild dieser urigen Rebsorte prägt. Stefano lässt einfach Traube und Terroir für sich sprechen und produziert vom süffigen Alltagswein bis zu seiner provozierend preiswerten Spitzencuvée handwerklich gemachte Weine aus der autochthonen Rebe der Region von höchster Authentizität und großartiger Qualität. Bravissimo!


659306 Fratelli Barba, „Colle Morino”, Trebbiano d’Abruzzo bianco 2006 5,60 Euro
Der Colle Morino ist einer dieser beliebten, extrem leckeren Weißweine Italiens für den täglichen Genuss, die meilenweit aus der Banalität billiger Supermarktweinchen herausragen, mit einer dezenten, aber für südliche Länder ungewöhnlich animierenden Säurestruktur und einer feinen Balance und Ausgewogenheit! In der Nase zarte Aromen von Pfirsich, Mandel, frisch gemähtem Heu und Mineralien, cremig, feinwürzig und zart schmelzend auf der Zunge, dabei frisch, intensiv, knochentrocken, mit einer angenehm milden Säure. Ein idealer Terrassenwein für laue Sonnenabende, aber auch ein vorzüglicher Begleiter zu allen einfachen Alltagsspeisen.
Zu genießen ab sofort bis Ende 2008.


Fratelli Barba
Kerngesundes Lesegut ist die Basis herrausragender Qualitäten.

659406 Fratelli Barba, „Cerasuolo”, Montepulciano d’Abruzzo rosato 2006 5,95 Euro
In Italien gibt es leider nur ganz wenige wirklich animierende Rosés, die einer lauen Sommernacht auf der Terrasse Glanz zu verleihen vermögen. Dieser autochthone Wein besitzt jedoch genau die richtige Balance zwischen einer spannend-herben Trockenheit und einer würzigen, blumig-duftigen Transparenz, um viele sommerliche Gemüse und pikant gewürzte Salate, aber auch Grillgerichte mit Fisch und Geflügel perfekt zu begleiten. Dieser Muster-Rosé aus den Abruzzen mit seinen intensiven mediterranen Kräutern und zarten Pfeffer- und Gewürzaromen sowie Anklängen an Kirschen und Brombeeren würde auch in Südfrankreich, der Heimat großer Luxus-Rosés, bella figura machen. Trinkvergnügen pur (nicht nur) für unsere Italienfraktion!


659105 Fratelli Barba, „Barba”, Montepulciano d’Abruzzo rosso 2005 5,95 Euro
Ein urwüchsiger, autochthoner, herrlich feinfruchtiger Alltagswein aus ganz großem Jahrgang, reinsortig aus perfekt gereiften Montepulciano-Trauben gekeltert, ein wunderbar süffiger Rotwein für jeden Tag und viele Anlässe. Ob zur Entspannung nach einem warmen Sommertag auf der Terrasse oder als Wärmespender in kalten Winternächten begeistert dieser saftige, fruchtige, pikante Rotwein mit intensivem Kirsch-, Waldbeeren-,Schlehen- und Mandelduft sowie erdigen Noten und zeigt deutlich die Handschrift des genialen Weinmachers Stefano Chioccioli, der als beratender Önologe maßgeblich für den Qualitätsaufschwung bei Barba verantwortlich zeichnet. Pit Falkenstein, seriöser Weinjournalist aus Köln, war von diesem urigen Roten so begeistert, dass er ihn im HANDELSBLATT als besondere Kaufempfehlung seinen Lesern anempfahl! Nach fünf Monaten schonendem Ausbau im gebrauchten Barrique präsentiert sich dieser „sorten- und terroirtypische” (Gambero Rosso) Tropfen deutlich geschliffener und feiner als die meisten Abruzzen-Weine, die nur allzu leicht zur Rustikalität neigen und ist dennoch unverkennbar ein urtypischer Montepulciano mit einer traumhaften Frische und einer moderaten Alkoholgradation von knapp 13%. Auf der Zunge verführen milde Gerbstoffe, die sich weich und geschmeidig in eine würzige Struktur integrieren. Derart gut gemachte und enorm fairpreisige Rotweine sind nicht nur in den Abruzzen, sondern in ganz Italien die große Ausnahme. Ein wunderbarer Alltagswein, aber von ganz und gar nicht alltäglicher Qualität!
Zu genießen ab sofort bis 2009.


Fratelli Barba


659203 Fratelli Barba, „Vigna Franca”, Montepulciano d’Abruzzo rosso 2003 11,00 Euro
Zwei rote Gläser im Gambero Rosso!
„Vigna Franca” ist eine wertvolle Einzellage, die mit sehr alten Montepulciano-Reben bestockt ist. Liebhaber italienischer Weine erkennen bei jedem Schluck dieses originären Rotweins, dass es die Kraft und Komplexität uralter Reben ist, die diesem außergewöhnlichen Rotwein seine ureigene Stilistik verleiht: Welch nobler Landadel mit dem betörenden Reiz der malerischen Landschaft der Abruzzen – urwüchsig, charaktervoll, Lichtjahre entfernt von jeglicher modischer Weichspülerei. Nur sehr dezent ist der 18-monatige Ausbau im Barrique zu spüren. Stattdessen betören komplexe Beerenaromen, gepaart mit Anklängen an Feigen, Dörrfrüchte, edlen Tabak und mineralische Noten die Nase. Am Gaumen vereinen sich große Expressivität, füllige Eleganz und eindrucksvolle Klarheit mit präsenten, aber cremigen Tanninen und einer anregenden Säure – und das in 2003! Keine Frage: In seiner so genussfreundlichen Preisklasse um die 10 Euro ist der 2003er „Vigna Franca” („un’annata grandissima”) einer der spannendsten und charaktervollsten Rotweine Italiens. Ein phantastischer Montepulciano, der überzeugend demonstriert, dass diese häufig so malträtierte Rebsorte unter den Händen begnadeter Winzer großartige, edle, autochthone Weine erzeugen kann. Ein kostbarer Schatz, den es zu entdecken lohnt! Referenzqualität zum mustergültig fairen Kurs, der ebenso wie sein ungemein beliebter Jahrgangsvorgänger mit zwei roten Gläsern im Gambero Rosso geadelt wurde. Sie wissen, liebe Kunden, dass wir nicht immer mit Italiens berühmtestem Weinführer völlig d’accord sind. Doch dieser Bewertung und der positiven Einschätzung der Qualitätsrevolution in den Abruzzen stimmen wir uneingeschränkt zu: „Langsam scheint das Weinbauland Abruzzen zu neuen Ufern aufzubrechen und seine ureigensten Ausdrucksformen zu entdecken. Motor dieser Entwicklung sind eine Reihe erfreulicher Lesen wie die Jahrgänge 2001 und 2003, aber auch das noch in den Kinderschuhen steckende Jahr 2005 sowie eine ganze Schar neuer kleiner und mittlerer Weinbaubetriebe, die ihre Segel konsequent in den Wind setzen. Mit an Bord erfreulicherweise ein Schrein mit den lieb gewonnenen Traditionen, denn so mancher Winzer schlägt sich beherzt für die lokalen Rebsorten und eine geschmacklich weniger international ausgerichtete Vinifizierung. Die Anzahl hervorragender und zugleich preislich attraktiver Weine steigt hierzulande beständig: Noch nie hatten wir aus dieser Region eine solche Konzentration an erstklassigen Erzeugnissen. Und Giovanni Barba, der stets neue Impulse setzt, ist Garant für einen hohen Qualitätsstandard zu fairen Preisen”. Somit sind die originären, charaktervollen Weine von Barba der beste Beweis für die neue Qualitätsdimension in den Abruzzen. Für Italien-Fans ein absolutes Muss!
Unser Meisterwerk aus 2003 können Sie genießen ab sofort bis etwa 2012.