Saarwellingen, im Juli 2007

Wein - Highlight


Weingut Dirk Würtz

Unser sympathischer Revoluzzer und Qualitätsfanatiker aus Rheinhessen vinifiziert mit dem legendären ‚Potate’ unseren meist verkauften Basisriesling aller Zeiten – Dieser fabelhafte Alltagswein aus biologischem Anbau fasziniert in 2006 mit einem rassigen, traumhaft feinwürzigen Stil!

„Es gibt keine Zwischenstufe zwischen Qualität und Nichtqualität”. Erfrischend unangepasst formuliert Dirk Würtz, dieser eigenwillige, kluge Kopf, ein engagierter Querdenker, seine Ansichten zur deutschen Weinszene. Der studierte Betriebswirt, Politologe und Philologe, ein klassischer Quereinsteiger also, wollte eigentlich schon sein ganzes Leben lang nichts andere als „Bauer” werden und geht nach seiner Jungfernstation als Kellermeister bei Weil unbeirrbar seinen eigenen Weg. Er eckt an dabei: Mit dezidierten Urteilen zu (Fehl-) Entwicklungen im deutschen Weinbau schafft sich Dirk wahrlich nicht nur Freunde. Ein Winzer mit Ecken und Kanten, wie seine Rieslinge eben, voller Charakter und Authentizität.

Weingut Dirk Würtz
Blick auf Dirks „Königsmühle” aus luftiger Höhe.

Seine Weinberge liegen im Hinterland von Nierstein, fernab des Rheins. Hier bietet das wellige Hügelland ein ganz anderes landschaftliches Bild: die vorherrschenden Böden, insbesondere Löss, Lehm und Mergel, oft mit Kalkstein unterlegt, können in sehr nassen Jahren zwar einen Nachteil bedeuten, stecken auf der anderen Seite jedoch die oftmals vorherrschende Trockenheit problemloser weg. Kein Wunder also, dass in diesem ländlich-abgeschiedenen Herrgottswinkel unser sympathischer ‚Revoluzzer’ Dirk in Gau-Odernheim mit Weinen aufhorchen lässt, die – mittlerweile weit über Insiderkreise hinaus – wegen ihres sensationellen Preis-Genuss-Verhältnisses für erhebliches Aufsehen sorgen und die mitverantwortlich sind, dass Rheinhessen mittlerweile weltweit als Synonym für (trockene) Weltklasserieslinge deutscher Provenienz gefeiert wird. So stuft beispielsweise Marcus Hofschuster, renommierter Degustator des Internetweinführers Deutschland auf www.wein-plus.de, das Weingut Würtz mit 4 von 5 möglichen Sternen unmittelbar hinter Keller und Wittmann bereits als Nummer 3 der Region ein – welch ein Katapultstart in die erste Liga! Dirks Weinberge, überwiegend gelegen in den exzellenten, aber jahrzehntelang fast vergessenen Uelversheimer Lagen, werden biologisch bewirtschaftet (für Dirk unumgängliche Voraussetzung, um extraktreiche, aromatische Weine zu gewinnen), die dicht bepflanzten Rebreihen von einem befreundeten Winzer, Hubertus Weinmann, „einem Genie im Weinberg, einem wirklichen Landarbeiter”, penibelst bearbeitet, auch von Vertragswinzern, die strikt nach seinen strengen Vorgaben arbeiten müssen. „Ich selbst verstehe ja nichts von Weinbergsarbeit, ich bin nur der Kellermeister”, stellt Dirk seine großartigen Fähigkeiten bescheiden unter den Scheffel. So intensiv im Weinberg gearbeitet wird, so wenig wird im Gegensatz dazu im Keller in die Entwicklung der Weine eingegriffen. Dirks Devise für den Keller klingt provokativ: „Kontrolliertes Nichtstun”.

Das kostet viele schlaflose Nächte, beinhaltet extrem sensibles Eingreifen in die Weinwerdung nur dann, wenn unbedingt nötig, zumeist spontane Vergärung bei ca. 20 Grad, Ausführung aller Kellerarbeiten nur mit Hilfe der Schwerkraft und so gut wie keine Filtration. Das Ergebnis derartig behutsamen Schaffens sind ungeheuer ausdrucksstarke Weine mit tief gestaffelter Struktur und intensiver Mineralität. Erst wenn die Weine im Fass fertig sind, entscheidet Dirk, ausschließlich aufgrund sensorischer Proben, welcher Riesling unter welchem Namen vermarktet wird, Mostgewicht und andere Parameter interessieren ihn dabei überhaupt nicht. „Ich mache langlebige, charaktervolle Weine für meine Sympathisanten, keine Journalistenweine”, so Dirks herzerfrischend unangepasstes Statement. „Wer Würtz kennt, dem wird schnell klar, dass hier ein Besessener am Werk ist, der nicht aufgeben wird, bis er das Potenzial seiner Weinberge tatsächlich ausgereizt hat. Da er sich da selbst noch auf einem langen Weg sieht, dürfen wir uns gerade in Anbetracht seiner bisherigen Leistungen noch auf einiges gefasst machen”, so das dezidierte Urteil von Marcus Hofschuster in seinem Internetweinführer www.wein-plus.de . Und „Alles über Wein” feierte das ‚enfant terrible’ der deutschen Weinszene als Entdeckung des Jahrgangs in Rheinhessen, eine hoch verdiente und längst überfällige Ehrung.


950706 Würtz, Silvaner trocken 2006 6,90 Euro
Knapp hundert Weine des Jahrgangs 04 standen an zur Silvaner-Trophy, der Ermittlung des besten Gewächses dieser uralten rheinhessischen Rebsorte. Der Sieger: Dirk Würtz mit einem knochentrockenen Paradebeispiel eines rheinhessischen Silvaners. Das Niveau und die Bandbreite der gesamten Probe begeisterte und demonstrierte eindrucksvoll, dass im Silvaner ein erheblich größeres Potenzial liegt, als ihm gemeinhin zugebilligt wird. Insbesondere schätzt man heute diese vielseitige Rebsorte mit ihrem „gänzlich eigenständigen Charakter, mit dem man sich in einer Welt immer einförmigerer Weine profilieren kann” (Dirk Würtz), als phantastischen und viel zu lange unterschätzten Speisenbegleiter!
Und das Urteil der Jury: „Zu zwei Dritteln im Stahltank und zu einem Drittel spontan im Holzfass vergoren begeistert der Silvaner von Dirk Würtz und Hubertus Weinmann mit einem klassischen, sehr lebendigen Duft nach Äpfeln, Kräutern und etwas weißem Gemüse. Im Mund reintönig und lebendig, mit einer idealen Balance zwischen Kraft und Finesse, nachhaltig am Gaumen, mit guter Tiefe, animierende Art, präsent und mittellang. Ein mustergültiger Silvaner.” Viel Spaß Ihnen, werte Kunden, mit dem heute präsentierten 2006er, der aufgrund seiner frischen, feinwürzigen Stilistik (im Unterschied zum eher fülligeren 05er) wie ein Zwillingsbruder des Testsiegers aus 2004 daherkommt! Ausgestattet mit einer feinen Mineralität, ist dieser absolut trockene Silvaner nicht einfach nur ein Spargelwein. Feine Fruchtnoten von Cassis, gepaart mit würzigen Aromen machen diesen Wein zu einem perfekten Speisebegleiter im ganzen Jahr. Die wichtigste rheinhessische Rebsorte nach dem Riesling, ist glücklicherweise auf dem Weg aus ihrem Nischendasein. Große Klasse für wenig Geld!


950406 Würtz, „Potate Rheinhessen”, Riesling trocken (DV) 2006 5,20 Euro
Aus unterschiedlichen Parzellen mehrerer Paradelagen in Gau-Odernheim hat unser Revoluzzer aus relativ kleinem Ertrag (40 hl/ha) wiederum einen „ansprechenden Saufwein im unteren Preissegment vinifiziert, von dem man garantiert keine Kopfschmerzen (auch keine verkorkten Flaschen, da Drehverschluss) bekommt”, so Dirk, Understatement pur betreibend. Es ist schlichtweg sensationell, mit welcher Aromenintensität dieser herrliche Alltagswein begeistert. So fasziniert er stets aufs Neue durch seine ungemein expressive Aromen von Cassis, Stachelbeeren und mineralische Noten in der Nase, dazu gesellt sich die typische „Würtz-Würze”, am Gaumen relativ dicht mit einer feinen Säure und einer zarten Mineralität infolge des hohen Kalkanteils im Boden. Sicherlich kein großer, komplexer Riesling, doch in seiner Preisklasse qualitativ eine unerhörte Provokation!
Dieser Auffassung ist auch die Fachpresse: Lassen Sie mich stellvertretend für alle Elogen, die ihm zuteil wurden, Stephan Reinhardt zitieren, der in einer ausführlichen Reportage in der WELT am Sonntag unter der Schlagzeile „Generation Riesling” über junge Winzer berichtete, die mit „Leidenschaft und handwerklicher Sorgfalt” Deutschlands Paraderebsorte „an die Spitze führen”. Als einer von fünf besonders herausgehobenen Rieslingen wird der ‘Potate’ sowohl für seine Qualität als auch für sein tolles Preis-Genussverhältnis ausdrücklich gelobt. Reinhardt schreibt:„‘Sauft’, Brüder”, heißt dieser ökologisch erzeugte Riesling mit Schraubverschluss aus Rheinhessen. Damit sich weniger Leute durch den Namen abgestoßen oder gar ausgegrenzt fühlen, hat Winzer Dirk Würtz den Imperativ in lateinischer Sprache aufs Etikett gesetzt: Potate!
Der Name ist Programm: Die frische und leichte Einstiegsdroge zum Thema „Riesling trocken” eignet sich für alle Anforderungen des Lebens, etwa zu Vergessen, Verlieben, Durstlöschen und Sparen.” Der 2006er hat wie seine Vorgänger ein solch phantastisches Preis-Genussverhältnis, dass wir wiederum die gesamte zur Verfügung stehende Menge aufgekauft und exklusiv für unsere Kunden gesichert haben. Lassen Sie sich diesen leckeren Trinkspaß auf keinen Fall entgehen!


Weingut Dirk Würtz
Dirk Würtz und sein Partner Hubertus Weinmann beim entspannten Picknick


950106 Würtz-Weinmann II Riesling, trocken (Rheinhessen) 2006 9,95 Euro
Welch eigenständiger brillanter Riesling, natürlich spontanvergoren: Kein billiges Weinchen, das durch gefällige vordergründige Primäraromen zu schmeicheln versucht, stattdessen ein sehr komplexes Aromenspektrum mit einer glasklaren Brillanz: insbesondere Zitrusfrüchte, Blutorangenschalen, dazu Grapefruit und Pfirsich, unterlegt von feinen Kräutern und einer animierenden Mineralität. Ein „brutal” trockener Riesling: Unter 2 g Restzucker ergeben einen einzigartigen Stil, der am Gaumen mit seiner geschliffenen Säure, seiner wunderbaren Mineralität und seinen Anklängen an Cassis begeistert. Wieder einmal ein großer rheinhessischer Riesling aus biologischem Anbau, der Maßstäbe setzt!
Zu genießen ab sofort bis 2012.



950206 Würtz, „Geyerscheiss”, Riesling trocken 2006 19,95 Euro
Dirks legendärer Spitzenwein ist in 2006 von fabelhafter Güte: best ever. Punktum! Für eine detaillierte Beschreibung nach der Flaschenfüllung ist der ‚Geyerscheiss’ leider nicht mehr rechtzeitig in Saarwellingen angekommen. Das holen wir demnächst nach. Für heute mögen des Winzers eigene Worte Ihnen Lust auf diesen großen rheinhessischen Paraderiesling machen. Dirk Würtz erzählt: „Nur eine penibelste Selektion kerngesunder Trauben machte es uns im turbulenten Herbst 06 möglich, eine kleine Menge unseres Grand Crus zu ernten. Nach der für Riesling ungewöhnlichen Maischegärung lag der Wein bis zu seiner Füllung im Mai auf der Feinhefe im großen Holzfass. Der Wein ist daher fast untypisch für einen Riesling und erinnert mich daher in seiner gesamten Stilistik viel mehr an einen großen Burgunder. Eine enorme Struktur, tiefe Mineralität, komplexe Aromen von Bananen, frischen Kräutern und exotischen Früchten”. Wohl bekomm’s!