Saarwellingen, im Juni 2007

Wein - Highlight


Weingut Hermann Dönnhoff - Nahe

Helmut Dönnhoff: Intellektueller Feingeist von der Nahe vinifiziert traumhaft balancierte und finessenreiche Rieslinge mit weltweitem Kultstatus. Nie zuvor war er so gut wie in 2006!


Weingut Hermann Dönnhoff
Helmut Dönnhoff


Das kleine, verträumte und ungemein faszinierende Weinanbaugebiet der Nahe verwöhnt den Genießer mit trockenen und fruchtsüßen Weltklasserieslingen, die zur absoluten Spitze innerhalb Deutschlands gehören. „Gott lebt an der Nahe”, dieses schon legendäre Urteil von Marcus Hofschuster, renommierter Verkoster des Internetweinführers www.wein-plus.de , avanciert mittlerweile unter Weinliebhabern zum geflügelten Wort und die phantastischen Weine des Doyens der dortigen Winzerszene, Helmut Dönnhoff, genießen bereits seit Jahren einen herausragenden Ruf, sind weltweit begehrt und dementsprechend rar. Kein Wunder bei diesen fabelhaften Qualitäten, dass nicht nur die nationalen Weinführer Gault Millau und Gerhard Eichelmann Dönnhoffs Weine enthusiastisch feiern, auch die Bewertungen durch Parker wie durch den „wine spectator” sind ebenso spektakulär wie gerechtfertigt. In England und in den USA erlangten seine Weine schon lange absoluten Kultstatus, werden gesucht wie wenige andere und mit Phantasiepreisen, weit über dem in Deutschland verlangten Kurs, bezahlt – wenn man sie denn überhaupt erhält. Dort wird Dönnhoff – zu Recht – der gleiche Ruhm zuteil, wie sonst nur den größten Winzern aus dem Burgund mit ihren wesentlich teureren Prestigeweinen!
Der Riesling ist an der Nahe aus qualitativer Sicht unzweifelhaft die wichtigste Rebsorte. Dabei ist seine Stilistik aufgrund der extrem unterschiedlichen Bodenzusammensetzungen ungemein vielfältig, von puristisch-geradlinig bis füllig-opulent, in seinen schönsten Ausprägungen stets jedoch ungemein komplex und zutiefst mineralisch, und erinnert, je nach Winzer, Lage und Ausbaustil, an legendäre Weine von der Mosel, aus dem Rheingau oder aus der Pfalz. Ja, es scheint bisweilen, als vereinten diese Pretiosen gar in sich sämtliche Vorzüge dieser traditionsreichen Regionen!
Sollten Sie, liebe Kunden, sich bisher noch nicht mit den Weinen dieses ebenso kleinen wie feinen Anbaugebietes beschäftigt haben, lege ich Ihnen heute die grandiosen Weine von Helmut Dönnhoff ganz besonders ans Herz, spektakulär schöne, doch im internationalen Maßstab gesehen geradezu verrückt preiswerte Rieslinge, die zum liebsten dessen gehören, was ich in meinem persönlichen Weinkeller zu finden vermag. Doch Vorsicht: Das Ergebnis Ihrer Verkostungen könnte Ihr vinologisches Weltbild verändern!

Helmut Dönnhoff ist nicht nur ungemein sympathisch, er ist auch ein brillanter Charakterkopf, der stets unbeirrt seinen ureigenen Weg geht. Den er selbst aber auch jedes Jahr auf’s Neue erst wieder suchen muss. Denn bisweilen dauert es, bis er den Jahrgang in all seinen Facetten versteht: Die klimatischen Bedingungen des Jahrgangs, die dadurch bedingten unterschiedlichen Anforderungen der Reben im Weinberg und der schonende und unmanipulierte Ausbau im Keller stellen Dönnhoff immer wieder vor neue Herausforderungen. Er erklärt: „Der Winzer muss der Natur ihren Lauf lassen. Natürlich gibt es auch die Gestaltungskraft und den Willen des Winzers, aber wenn die Vergärung nun mal anders läuft als gewollt, muss ich mich gedanklich umstellen. Das fällt manchmal schwer. Wie oft habe ich schon in meinem Keller gestanden, mit dem Fuß gegen das Fass getreten und geschimpft, weil der Most sich anders entwickelte, als ich es mir in den Kopf gesetzt hatte. Doch die Natur hat es bisweilen anders beschlossen und sie ist es, die für die innere Balance und Harmonie in einem großen Wein sorgt. Die Harmonie ist das innerste Bestreben der Natur, eine Entwicklung, die der Mensch nicht stören sollte, um die Brillanz eines Weines zu erhalten. Also muss der Winzer sich letztendlich unterordnen!”

Diese ehrliche Liebe zum Rebensaft ist der Schlüssel, um Helmuts flüssige Kunstwerke zu verstehen. Doch Helmut Dönnhoff ist nicht nur intellektueller Vordenker, er ist auch ein ausgesprochener Genießer: „Ein Wein, der mir gefällt, löst stets ein tief empfundenes emotionales Jubilieren aus und er erzählt mir die Geschichte der Landschaft, in der er gewachsen ist und von deren einzigartiger Kultur”. Diesen Bezug zur Heimat (in der modernen Weinsprache würde man eher vom Terroir sprechen, einem leider nur allzu oft malträtierten Begriff) so unverfälscht wie nur irgend möglich in die Flasche zu transmittieren, darin sieht Helmut die große Kunst eines handwerklich arbeitenden Winzers. Die aus jeder einzelnen Lage geborene jeweils einzigartige Charakteristik unterscheidet große Naturweine mit ihrer unverwechselbaren Seele von technisch gemachten Industrieweinen und gibt ihm eine ganz andere Wertigkeit, ähnlich einem großen Gemälde oder einem genialen Musikstück. „Großen Wein muss man verstehen lernen wie klassische Musik, geniale Architektur und moderne Malerei. Dafür braucht man Zeit und Muße und eine innere Offenheit. Ein großer Wein kostet auch Geld, wie alle wertvollen kulturellen Leistungen, die eigentlich in ihrer Wertigkeit unbezahlbar sind. Und Essen und Trinken sind ein besonderer kultureller Schatz. Daher ist es kein Frevel, wenn Genießer Geld für diese Dinge auszugeben bereit sind. Natürlich muss man das abgrenzen von Snobismus und Protzerei von Leuten, die nichts verstehen”. Trotz dieses Bewusstseins der Wertigkeit seiner Produkte und trotz Parkers Punktesegen hat Helmut Dönnhoff die Preise seiner Weine seit Jahren weitestgehend stabil gehalten, eine fast altruistisch anmutende, beispielhafte Einstellung. Daher sind die großartigen Gewächse eines der größten Winzer der Welt, gesehen im internationalen Kontext, noch immer gnadenlos unterbezahlt und daher für Sie, liebe Kunden, man muss es so deutlich sagen, zu absoluten Schnäppchenpreisen zu erwerben.

Was mir an Helmut Dönnhoff so imponiert: Er spricht stets erfrischenden Klartext. Und genau so sind seine Weine. Klarheit und Frische, Reintönigkeit, Finesse und Filigranität (zuweilen bis auf des Messers Schneide) zählen auch bei seinen Weinen stets mehr als Konzentration, Opulenz und Fülle. Bei aller Akzeptanz anderer Weinstile ist die Tendenz zu ausschließlich spontan vergorenen, sehr kräftigen, cremigen Rieslingen Helmuts Welt mit Sicherheit nicht. („Die Frage, ob natürliche Hefen, ja oder nein, wird viel zu sehr ideologisiert. Es ist immer der Wein, der entscheidet, was er braucht!”) Seine ungemein trinkanimierenden Rieslinge erinnern mich vielmehr an die sprudelnde Quellenklarheit eines jungen, tänzelnden Baches im frischen Frühling. Dies scheint ein wesentlicher Grund zu sein, dass (ungeachtet des Weltklasseformats aller Dönnhoff’schen Weine) ich innerlich immer zu fühlen glaube, dass Deutschlands Winzerikone, so oft er auch glaubhaft zu begründen vermag, er ziehe („wie ein Vater, der seine Kinder gleich gern hat”) keinen seiner Weine einem anderen vor, eine heimliche Vorliebe hat: Sie gilt den fruchtsüßen Spätlesen, seit jeher dem Inbegriff deutscher Winzerkunst, die wie keine andere Qualitätsstufe die ungeschminkte Geschichte des Jahrgangs und der Lage zu erzählen vermag sowie der Menschen, die an ihrem Werden mitwirkten. Daher gibt es auch auf der ganzen Welt (wobei sich diese „ganze Welt” auf eine kleine Zahl deutscher Spitzenwinzer wie beispielsweise J.J. Prüm, Josi Leitz oder Klaus-Peter Keller bezieht!) wenige andere Spätlesen, die in eine ähnlich magische Welt zu entführen vermögen, bessere habe ich nirgendwo gefunden!


Weingut Hermann Dönnhoff
Blick über das romantische Nahetal bei Oberhausen


Doch woher kommt diese ungeheure Vielfalt an Lagen und unterschiedlichen Prädikaten in Helmuts Weinen? Lassen wir ihn wieder selbst erzählen: „Deutsche Rieslingwinzer denken – anders als viele ausländische Kollegen – in der Originalität des Fasses, das immer einen Teil einer großen Lage, wie beispielsweise der Hermannshöhle oder der Brücke, ausdrückt. Überliefertes Wissen unserer Vorfahren zeigt uns die großen Unterschiede, die es auch innerhalb einer einzigen Lage gibt. Diese gilt es, ähnlich den Gegebenheiten im Burgund, herauszuarbeiten und durch die bewusste Auswahl der Fässer in unterschiedliche Weine einfließen zu lassen. Schon der Begriff des Verschnitts (mehrerer Lagen) klingt für mich persönlich negativ. Natürlich MUSS der Bordelaiser Winzer anders denken als ich, denn seine Welt sind die Cuvées unterschiedlicher Reben aus einer relativ großen Anbaufläche. (Schmunzelnd fügt Helmut hinzu: „Aber Cuvée klingt ja auch nicht wie Verschnitt, sondern nach ‚Création’, obwohl es das gleiche ist”.) Doch unsere Lagen sind durch die extrem heterogenen Bodenzusammensetzungen so unterschiedlich, dass es ein Frevel wäre, diese glockenklaren Typizitäten nicht auch in unterschiedlichen Weinen zum Klingen zu bringen. Denn jede Lage riecht anders, so wie großflächig auch jede Landschaft anders duftet. Manche riecht nach Frühling, eine andere nach Sommer. In Südfrankreich habe ich einen ganz anderen Geruch als in Deutschland. Wie herrlich duften dort beispielsweise Pinien. Und wie anders duftet es in unseren Breiten nach einem Regenschauer im Sommer, der die staubige Luft verscheucht. All diese Düfte findest Du in einem großen Wein. Das ist Terroir! Und meine Aufgabe als Winzer ist es herauszufinden, welcher Weintypus zu welcher Lage passt. Welche Talente hat sie? Diese muss ich herausarbeiten.. Und das braucht Überlieferung und eigene Erfahrung. Ein Gesicht eines Menschen hat Narben, wenn er gelebt hat. Diese spiegeln seine Erfahrungen. Um große Weine mit Seele zu machen braucht es Narben und Erfahrung”.

Diesem vehementen Plädoyer einer großen Winzerpersönlichkeit ist meinerseits kaum etwas hinzuzufügen. Nur die Anmerkung, dass die großen Spät- und Auslesen Deutschlands zu den größten Weinen der Welt gehören und unabhängig von den andersartigen, da wesentlich opulenteren und in homöopathischen Dosen hergestellten Beeren- und Trockenbeerenauslesen auch mit der höchsten Punktzahl bewertet werden müssen. Sie haben es längst verdient!
Am Schluss meiner Ausführungen eine ganz persönliche Bemerkung an Helmut Dönnhoff: Meine Verkostungen des neuen Jahrgangs dauern bisweilen bis nach Mitternacht und wir trinken stets geniale Rieslinge, die sich unauslöschlich in mein Gedächtnis einbrennen. Doch noch fast beeindruckender sind die Erzählungen von Helmut Dönnhoff, der über einen ungemein reichhaltigen Lebensschatz an Winzererfahrungen verfügt und der mit seinen dezidierten Ausführungen jeden interessierten Zuhörer unentrinnbar in seinen Bann zu ziehen vermag. Ich habe in all den Jahren meiner Tätigkeit als Weinhändler das Privileg gehabt, manche große Winzerpersönlichkeit kennen zu lernen. Doch es gab und gibt nur ganz wenige Winzer auf der Welt, die mit einer derart liebevollen Begeisterung für den Wein beseelt sind wie Helmut Dönnhoff. Er gehört zu den charismatischen Menschen, denen man stundenlang bei ihren leidenschaftlichen Erzählungen zuhören kann. Nichts ist gekünstelt, alles ist echt. Helmut Dönnhoff ist eine der ganz großen, authentischen Winzerpersönlichkeiten der Welt. Jede Reise zu ihm ist ein unvergessliches Erlebnis! Danke.

Zum Jahrgang 2006 lassen wir Helmut Dönnhoff wieder selbst zu Worte kommen: „So schnell wie diesmal haben wir noch nie ernten müssen, 20 ha in 2 Wochen, das ist absoluter Rekord in unserer Weingutsgeschichte. Es gab für optimale Ergebnisse nur ein ganz schmales Zeitfenster nach dem 3 Oktober, als schlagartig mit dem schönen Wetter die Trauben traumhaft reif wurden, bis etwa zum 20ten des Monats. In dieser Zeit herrschte ein herrlicher Altweibersommer mit relativ kühlen Nächten und die Trauben besaßen eine hohe physiologische Reife und sehr komplexe Aromen. Und wenn die Trauben so auf den Punkt sind, kann man sie nicht mehr hängen lassen. Und wir dürfen auch nie vergessen, dass die Traubenreifung auch ein kleines Wunder ist, der Mythos der Weinpflanze mit all ihren Geheimnissen, die sich seit Generationen jeglicher exakter wissenschaftlicher Erforschung entzieht. Wenn wir glauben, wir wüssten, dreht und die Natur eine lange Nase. Sicherheit existiert nie, das Gefühl des Winzers, wann er zu ernten hat, ist viel wichtiger als jede nur vorgebliche Sicherheit aufgrund von Parametern wie den Öchslegraden. Und die Jahrgänge eines Weines sind so unterschiedlich wie die Fingerabdrücke der Menschen. Jeder Jahrgang hat seinen ureigenen, nur schwer vergleichbaren Charakter. Und dieser zeigte sich in 06 bereits unmittelbar nach der Pressung: Bereits der Mostgeschmack betörte. Heute glaube ich sagen zu können, dass mir zumindest im restsüßen Bereich meine Weine seit dem 1971er und 89er Jahrgang nicht mehr so gut gefallen haben, da eine solche Finesse und Eleganz wie in 2006 seit 89 nicht mehr mit einer gleichzeitig derart famosen inneren Dichte und Konzentration zusammenfielen.
Wer Helmut Dönnhoffs vornehme Zurückhaltung kennt, weiß diese Einschätzung eines Jahrgangs, seine Freude und seinen Stolz auf seine Weine adäquat einzuschätzen. „Weine und Weinmacher sind Legende, geradezu ein nationales Erbe. Es ist ein weiter Weg bis zu dieser Position und Helmut Dönnhoff ist ihn arbeitsam und bescheiden gegangen, wie es seine Art ist. Der Grandseigneur des Naheweins ist ein Traditionalist und als solcher ein wahrer Experte im Ausbau des Rieslings im klassischen Eichenholzfass”, urteilt der Gault Millau. Für mich persönlich hat der Magier Helmut Dönnhoff im Jahre 2006 zumindest im restsüßen Bereich die besten Weine in seinem bisherigen Leben vinifiziert. Seine Kollektion ist so unfassbar gut, dass wir (fast) alle Lagen, trocken wie edelsüß, dieses genialen Winzers gekauft haben und nach und nach in unseren Pinwänden präsentieren werden. Lassen Sie sich, liebe Kunden, diese einzigartigen Rieslinge auf keinen Fall entgehen und beachten Sie bitte, dass die Nachfrage nach Dönnhoffs Weinen immens ist: Viele dieser Weine werden sehr schnell ausverkauft sein!


Weingut Hermann Dönnhoff
In diesen großen Holzfässern reifen die ungemein filigranen Weltklasse-Rieslinge von Helmut Dönnhoff


930806 Dönnhoff, Weißburgunder trocken 2006 9,95 Euro
Wunderschöner, herzhaft trockener, zart cremiger, fülliger, eleganter und mineralischer Weißburgunder auf erstklassigem Spätleseniveau! Dieser inspirierende Wein fasziniert in der Nase durch sein rebsortenspezifisches Aromenspiel; am Gaumen dicht (wie nie zuvor!), konzentriert und wunderbar balanciert, dabei angenehm frisch, extraktreich, mineralisch, lang anhaltend. Ein traumhaft leckerer Terrassenwein, der die Leichtigkeit des Seins an lauen Sommerabenden widerspiegelt und Lust macht auf das nächste Glas. Fabelhafter Essensbegleiter, phantastisches Preis-Genussverhältnis!
Zu genießen ab sofort bis 2009.


930006 Dönnhoff, Riesling QbA, trocken 2006 8,90 Euro
Rassiger, eleganter, ‘feinsinniger’, knackig frischer, ‘kühler’ und traumhaft mineralischer Gutsriesling auf absolutem Spätleseniveau, der auf wunderschöne Art und Weise die Typizität der großen Oberhäuser Lagen demonstriert. In der Nase eine herrliche Frucht, zart verwobene Anklänge an Limette, Feuerstein, Weinbergspfirsich und feinste Mineralien. Faszinierend am Gaumen, noch dichter und extraktreicher (Helmut Dönnhoff: „Anfangs glaubte ich an Fehler bei den Analysedaten”) als der sehr gute, ungemein beliebte 04er, tolle innere Spannung, dabei mit nur 11 % Alkohol ausgestattet und somit ein phantastischer Zechwein auf allerhöchstem Niveau! Das ist Noblesse pur! Welche Rasse, welch geniale Aromatik! Phantastisches Preis-Genussverhältnis, ach was, ein unfassbar günstiger Schnäppchenpreis, ein „Geschenk” eines der größten Winzer der Welt!
Zu genießen ab sofort bis 2009.


930106 Dönnhoff, „Grauschiefer”, Riesling Kabinett trocken 2006 12,50 Euro
Erstklassige Schieferverwitterungsböden aus einer klassischen Lage, dem Leistenberg, der zu Dönnhoffs persönlichen Lieblingswingerten gehört, ergeben einen feinfruchtigen, finessenreichen, sehr nuancierten Wein mit sehr eleganter Säure am Gaumen und einer knackigen Mineralität. Der Leistenberg war bereits im 18. Jahrhundert eine ganz berühmte Lage, die nicht die dicksten oder mächtigsten Weine hervorbrachte, aber mit die schönsten und finessenreichsten, geschliffen, klar und reintönig mit enorm viel Mineralität, alles Anlagen, die perfekt in das Anforderungsprofil von Helmut Dönnhoff passen. Und so scheint dieser herrliche 06er Kabinett geradezu auf der Zunge zu tanzen, ist herrlich frisch und voller Finesse, harmonisch, dicht, mit einer komplexen Aromatik ausgestattet und einem ungemein animierenden, mineralischen Nachhall: Das Paradebeispiel eines klassischen Rieslings der Nahe, ein animierender, „freundlich-optimistischer” Wein (nur 11,5% Alkohol), bei aller Konzentration wirkt er sehr leicht und beschwingt (Dönnhoff: „ein heiteres blondes Mädchen mit blauen Augen”, wie wahr!), ein vibrierender, sehr präziser, ungemein mineralischer Riesling: Noble Eleganz trifft traumhafte Mineralität! Sagenhaftes Preis-Genussverhältnis, ein Lieblingswein von Helmut Dönnhoff in einem seiner größten Jahrgänge.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis 2012, mindestens.



Weingut Hermann Dönnhoff
Blick auf die bizarre Felsenlandschaft des Dellchens


935306 Dönnhoff, Norheimer Dellchen, Großes Gewächs Riesling trocken 2006 29,50 Euro
Von klassischen steilen Schieferterrassen in einer Felsmulde, in die auch vulkanische Elemente eingeschlossen sind, stammt dieser phänomenale Riesling mit seinen wunderbar komplexen, sehr subtilen Aromen. Das „Dellchen” ist eine uralte stille große Liebe von Helmut Dönnhoff, eine traumhafte Lage, die er erstmals in 2005 mit der Vinifizierung eines Großen Gewächses adelte. Bereits in den 60er Jahren, als Helmut Dönnhoff noch Lehrling war (ja, auch große Meister fallen nicht vom Himmel!), stand er Jahr für Jahr aufgeregt und voller Neugier vor den Fässern mit den Weinen aus Norheim, von deren berühmter Vergangenheit im Mittelalter (die bedeutendsten Klöster Deutschlands besaßen hier kostbare Besitzungen!) er damals noch gar nichts wusste. Und während die großen Winzerkoryphäen Flaschen aus allen Spitzenlagen der mittleren Nahe nebeneinander stellten und sich darüber ereiferten, ob die Schlossböckelheimer Kupfergrube besser sei als die Niederhäuser Hermannshöhle, prägte sich der Geschmack der Norheimer Weine, vor allem der aus dem bizarren Felsenland des Dellchen (wie der Name schon andeutet, eine durch Felsvorsprünge nach Westen wie nach Osten hin perfekt geschützte südlich exponierte Einbuchtung), unauslöschlich in das Gedächtnis des jungen Helmut ein.

Es war der Beginn einer Herzensangelegenheit! Denn als in den 70er Jahren die damalige Krise des deutschen Weinbaus auch die Nahe erfasste, gehörte das Norheimer Dellchen trotz seines einzigartigen Terroirs mit optimalen mikroklimatischen Bedingungen aufgrund seiner schwer zu bearbeitenden Steillage zu den ersten Wingerten, die wegen zu hoher Bewirtschaftungskosten aufgegeben wurden. Bis zur Unkenntlichkeit mit Sträuchern überwuchert, einige Trockenmauern eingefallen: So bot sich Helmut Dönnhoff Ende der 80er Jahre das Herzstück des Dellchens dar, als er sich seinen Jugendtraum erfüllen und dieses Filetstück erwerben konnte. Terrassen mussten entbuscht und wieder mit Riesling bepflanzt werden. Doch heute haben sich alle Mühen und Entbehrungen gelohnt: „Die Trauben, die an den mittlerweile jugendlichen Reben wachsen, geben von Jahr zu Jahr mehr die Mysterien des Dellchens preis: Wie die Planeten eines Sonnensystems umkreisen Aromen von würzig-kräutrig über Limette und Grapefruit bis hin zur Gelbfrucht den schiefrig-mineralischen Kern des Weins, in sicherer Distanz und doch in harmonischen Bahnen gehalten durch eine markante, allerdings niemals spitze Säure. Auf Anhieb gefällig sind die Weine aus dem Dellchen nicht, gleich ob sie trocken oder restsüß ausgebaut wurden. Wie so viele Weine aus guten Lagen muss man sie reifen lassen. Doch auch nach Jahren bleiben Rieslinge der Extraklasse wie die aus dem Dellchen ein Rätsel, aber ein wunderbares – und nicht weniger wunderbar als diese Weine ist die Rettung einer der traditionsreichsten und zugleich besten Weinlagen in Deutschland!” Mit großer Freude zitiere ich Ihnen, liebe Kunden, aus einer faszinierenden, unbedingt lesenswerten Reportage von Daniel Deckers in der Maiausgabe 2006 von VINUM, in der die Geschichte „einer der ältesten Spitzenlagen Deutschlands” und ihrer Wiederbelebung durch Helmut Dönnhoff ungemein spannend erzählt wird. Gänsehautatmosphäre!

Und mein Wort drauf: Nie zuvor war das Dellchen so gut wie in 2006 – eine Granate! Aber nichts Aufdringliches geht von ihm aus, vielmehr ist es verspielt und traumhaft tänzerisch sowie zupackend zugleich und besitzt eine tolle Mineralität. Welch unglaublich betörende Nase, weiblicher in seiner Stilistik, zugänglicher als die Hermannshöhle, wahrlich feiner denn je, denn die neu angepflanzten Reben werden älter und liefern immer bessere Trauben: „ Die Norheimer Lagen verkörpern in ihren Weinen immer mehr das weibliche Element und jetzt ist das Dellchen so schön geworden, so voller sex-appeal, dass die Buben hinterherlaufen”, erzählt Helmut augenzwinkernd verschmitzt. Und mir scheint, er ist selbst einer dieser Buben!
Zu genießen empfehle ich Ihnen dieses wahrlich Große Gewächs zwischen Mitte 2008 bis nach 2020.


In Subskription!


930306 Dönnhoff, Niederhäuser Hermannshöhle, Großes Gewächs Riesling trocken 2006 31,90 Euro
Weltweit als eine der absoluten Spitzenlagen nicht nur der Nahe, sondern aller deutschen Weinanbaugebiete gerühmtes Terroir: Windoffener steiler Südhang zur Nahe, Niedrigerziehung der Rebstöcke wegen Ausnutzung der Bodenwärme, Kompostierung der Böden, um die Feuchtigkeit optimal zu speichern, Grauschieferverwitterung und komplexe Mischung verschiedener Gesteinstypen: „Heute wird der Name Niederhäuser Hermannshöhle von Weinfreunden auf der ganzen Welt mit Ehrfurcht ausgesprochen, Helmut Dönnhoff verhalf den Weinen aus dieser Lage zu mehr als nur Beachtung und Bewunderung, er gab ihnen eine Aura”, so urteilt völlig zu Recht Stuart Pigott im WEINGOURMET.

Diese traumhafte Lage mit ihren bis zu über 60 Jahre alten Reben bringt intensivst mineralische Weine hervor, sehr komplex, ungemein konzentriert, dabei aber gleichzeitig herrlich verspielt, unfassbar leicht und aristokratisch, dicht, elegant, extraktreich, extrem tiefgründig, mit herrlichen Pfirsich- und Zitrusaromen und Anklängen an eine frisch duftende Blumenwiese im Sommer, am Gaumen druckvoll, schöne Balance, unfassbar lang, über 1 Minute anhaltend. Dieser große spektakuläre Riesling gehört wie der legendäre 03er (2. Platz im Ranking des GAULT MILLAU hinter Kellers legendärem G-Max) für mich zu den besten trockenen Weißweinen des Jahres in ganz Deutschland und demonstriert durch seine Stilistik eindrucksvoll, warum in Weinbauregionen kalte Nächte und somit große Temperaturunterschiede zum Tag eminent wichtig sind:
Welch fabelhafte Frische, welch große Eleganz und Finesse, welch unvergleichliche Rasse und vibrierende Stahligkeit, welch beeindruckende mineralische Strahlkraft und welch perfekte Säurestruktur bei moderatem Alkohol! Das macht großen deutschen Rieslingen in der gesamten Weinwelt so schnell keiner nach, das ist Rieslingduft, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen kann!
Riesiges Potential bis etwa 2025.


In Subskription!



Weingut Hermann Dönnhoff
Das romantische Lustschloss der Puricellis inmitten seiner Spitzenlage
Schlossböckelheimer Felsenberg wurde von Riesling-Magier liebevoll restauriert


931206 Dönnhoff, Niederhäuser Hermannshöhle, Riesling Spätlese 2006 29,90 Euro
Diese aristokratische Weltklassespätlese mit ihrem unglaublichen inneren Spannungsbogen, ihrer Wahnsinnsfrucht und grandiosen Mineralität trägt in ihrer Stilistik die vermeintlichen Paradoxien der großen Weine der Welt in sich: Kraft und Muskeln, die mächtige Konzentration und die enorme innere Dichte, sie werden quasi aufgehoben in ihrem faszinierend subtilen Spiel und einer brillanten Leichtigkeit und Finesse, die diese feinst balancierte, harmonische Spätlese von der Zungenspitze bis zum gewaltigen Abgang kohärent durchziehen. Ein ganz großer, klassischer, rarer Riesling, von nobler und edler Gestalt, der in sich die mineralischen Geheimnisse seines großen Terroirs birgt. Große Weine sind wie geniale Musikkompositionen; sie vermögen Emotionen auszulösen und Sehnsüchte hervorzurufen, die man kaum in Worte fassen mag. Ich bin sicher, diese geniale Spätlese wird Liebhaber großer deutscher Rieslinge glücklich machen. Dieser Wein wird zur Legende werden und er ist noch besser als der mit 98 Punkten von Parker geadelte 2001er. Mein Wort drauf. P.S. Der Preis dieses Weltklasseweines ist, im internationalen Kontext, ebenso ein Witz (was bei der immensen Nachfrage die strikte Kontingentierung auf 2 Fl./Kunde bedingt) wie die der nachfolgenden ewigen Rivalin von der Brücke!
Potential bis nach 2040.


max. 6 Flaschen pro Kunde


930406 Dönnhoff, Oberhäuser Brücke, Riesling Spätlese 2006 25,90 Euro
Legenden sterben niemals und so wird auch diese phantastische Spätlese jedes Jahr neu geboren! Nur 1ha große, in unmittelbarer Nähe des Flusses liegende, sehr geschützte Parzelle in Dönnhoff’schem Monopolbesitz, von Helmuts Großvater bereits angepflanzt, die aufgrund ihrer besonderen Bodenstruktur (hohes Wasserhaltevermögen, da Lehm über Schiefer) und ihrer typischen Weine als eine der kleinsten Einzellagen der Nahe separat klassifiziert wurde: ein Terroirwein absoluter Weltklasse. Sehr komplexer Aromenbogen, phantastische Frucht und florale Noten, frisch, mineralisch, perfekte Säurestruktur, sehr konzentriert und von cremiger Textur, großer Druck am Gaumen, kerniger Körper, traumhafte Balance zwischen Säure und Süße und ein unendlicher, packender Nachhall. Trinkgenuss pur ab sofort, doch braucht die ‘Brücke’ immer etwas länger als die Hermannshöhle, um ihre ganze Komplexität zu offenbaren. Probieren Sie diese Wahnsinnspätlese und Sie werden Helmut Dönnhoff verstehen, warum er meint, nie zuvor Spätlesen in dieser fabelhaften Qualität vinifiziert zu haben.
Ebenfalls Potential bis nach 2040.


9306306 Dönnhoff, Niederhäuser Hermannshöhle, Riesling Auslese 2006 0,375 l 25,90 Euro
Eine der besten Auslesen Deutschlands in den letzten 100 Jahren, mit einer fabelhaften Frische und Leichtigkeit und einer unnachahmlichen Rasse, Aromenkomplexität und unergründlichen Mineralität. Ein weltweit einzigartiges Unikat, für mich nur mit der Idealnote zu bewerten ebenso wie eine Auslese von Klaus-Peter Keller aus Rheinhessen, die mich bei der Verkostung zutiefst emotional berührt hat und mit der wir unsere heutige Pinwand beschließen wollen: Ganz großes Kino!


930606 Dönnhoff, Niederhäuser Hermannshöhle, Riesling Auslese 2006 49,95 Euro