Saarwellingen, im Juni 2007

Wein - Highlight


Château Mansenoble - Corbières

In den wildromantischen Corbières produziert Pinard-Urgestein Guido Jansegers herrlich balancierte Rotweinklassiker in einem urwüchsigen Stil zu fabelhaft günstigen Preisen!

In den letzten zwei Dekaden hat das Languedoc-Roussillon eine Qualitätsrevolution erlebt, die in der Geschichte des europäischen Weinbaus kaum eine Parallele kennt. Kein Mensch hätte vor 20 Jahren diese Erfolgsstory vorher zu sagen gewagt, denn das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Erde war unter Weinkennern lange als Produktionsstätte derber, rustikaler Massenweine verschrien. Doch Winzerpioniere wie Marlène Soria (Peyre Rose), Laurent Vaillé (Grange des Pères) und Pierre Clavel ließen sich Mitte der 80er Jahre hier nieder und gelangten, beseelt von ihrer Vision, im Midi eine völlig neue Qualitätskategorie zu schaffen, zu Weltruhm. Mit einem Male galt das Languedoc-Roussillon als Paradies. Leider nicht nur für handwerklich arbeitende Winzerpersönlichkeiten: Immer neue Betriebe schossen wie Pilze aus den Böden, doch viele von Ihnen produzieren bestenfalls passable, jedoch völlig austauschbare, langweilig-banale Allerweltsweine (zumeist mit dem immer gleichen, ermüdenden Garriquetönen ausgestattet), technisch sauber vinifiziert, denen aber jede Individualität abgeht.

Einer, der aus dieser Designerwein-Masse schon seit Jahren ungemein positiv herausragt, ist Guido „Le Nez” Jansegers, ein sympathischer Quereinsteiger aus Belgien, der früher Weinjournalist war und bis heute als exzellenter Verkoster geachtet wird (daher der Spitzname: „Die Nase”). Er erzeugt bewusst keine teuren Nobelweine, die stilistisch bis ins Letzte ausgereizt wären. Stattdessen setzt er auf unkomplizierte, herrlich fruchtig-würzige, charaktervolle Rotweine, die zu äußerst fairen Preisen vermarktet werden. Sie zählen zu den feinsten und typischsten Vertretern der wildromantischen Hügellandschaft der Corbières, ein Hochplateau zwischen dem Minervois und dem Roussillon, wo das extrem karge Terroir sowohl von dem im Sommer heiß-trockenen Mittelmeerklima als auch von den mäßigenden Einflüssen des Atlantiks profitiert. Gerade dessen kühle Luftmassen lassen die Trauben viel langsamer reifen als in anderen Regionen des Südens, was die Feinheit und den Aromenreichtum der Mansenoble-Weine erklärt.

Mansenoble
Guido „Le Nez” Jansegers

Unser Vorzeigegut wird wegen der außerordentlichen Qualität seiner Weine mit Elogen überhäuft und von „Vins et Vignobles en France” zu den Top-Ten des Languedoc gezählt, während es Robert M. Parker sogar als eines der weltweit besten Weingüter bezeichnet. Trotz solcher Ehrungen ist „Die Nase” stets mit beiden Beinen fest auf dem Boden geblieben, denn Guidos Augenmaß bezüglich seiner Preispolitik ist ein wahrer Glücksfall. Und die höchst animierende Stilistik seiner Weine im ganz großen Languedocjahrgang 2004 mit seinen fein balancierten Weinen demonstriert beispielhaft große handwerkliche Winzerkunst: Frische und Finesse statt marmeladiger Konsistenz, spielerische Eleganz statt alkoholischer Konzentration. Bravo, Guido!


305104 Mansenoble, „Le Nez”, Vdp des Coteaux de Miramont, rouge 2004 6,50 Euro
Welch ein ungemein charaktervoller, kerniger Landwein aus perfekt gereiften Merlot-, Cabernet- und Carignantrauben! Diese leckere Basiscuvée profitiert im phantastischen Jahrgang 04 außerordentlich von jenen exzellenten Trauben, die in der Vergangenheit in Guidos so beliebten Merlot-Cabernet ‚Le Cyprès’ wanderten. Doch in 2004 waren die geernteten Mengen derart niedrig, dass der ‚Cyprès’ kurzerhand ausgesetzt wurde. Nun strotzt also der schwarzrote ‚Nez’ vor intensiver Cassis- Blau- und Brombeerfrucht, atmet rauchig-ätherische sowie erfrischende kühle Noten, die an Salbei, Fenchel und Lavendel erinnern und versieht das Ganze mit einer Prise Pfeffer und Zedernholz. Am Gaumen herrlich erfrischend, gepaart mit einer feinen süßlichen Frucht, würzig (fein duftende Kräuter der Garrigue), bestens strukturiert, mit sehr feinem, kaum spürbarem Holzeinsatz , im beeindruckenden Abgang animierende, schmelzige, fabelhaft cremige Tannine. Seit Jahren ein absoluter Renner in unserem Programm, doch niemals zuvor war der ‚Le Nez’ so gut wie heuer als 2004er. Und dies zu beispielhaft fairem Preis!
Christina Hilker, Deutschlands Sommelier des Jahres 2005, notiert begeistert: „Der Le Nez 2004 ist ein traumhaft leckerer Wein, der süffig und erfrischend zugleich wirkt. Geschliffene Tannine verbinden sich mit einer feinen Frucht und einer anregenden Säure”.
Zu genießen ab sofort bis 2008/9.


305404 Mansenoble, Corbières Tradition „Montagne d’Alaric”, rouge 2004 8,10 Euro
Die legendäre Cuvée d’Alaric (Syrah, Grenache, Carignan) besitzt ein feinwürziges Aroma von Zedernholz, frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer, fein unterlegt von noblen Fruchtnoten, die an Zwetschgen und Brombeeren erinnern und zarte Anklänge von geräuchertem Fleisch und gegrilltem Paprika sowie florale Noten von Veilchen und Lavendel. Am Gaumen präsentiert sich diese schmeichlerische Cuvée markant, komplex, dicht, weich und ausdrucksstark, vor allem aber finessenreicher als in der Vergangenheit – da die leicht animalischen Anklänge aus den 90er Jahren heute gänzlich fehlen. Statt dessen begeistert dieser Klassiker unseres Programms mit orientalischen Noten von Muskatnuss, Zimt, Kardamon und Chili. Cremige Tannine und eine erfrischende Säure, gepaart mit einer feinen Frucht und einer zarten Süße, liefern ein stimmiges Gesamtbild und einen charaktervollen Wein, der Trinkfreude pur bereitet und mit etwas Lagerzeit noch an Komplexität zulegen wird.
Kurzum: Ein fabelhaft fein ausbalancierter und mit saftigen Tanninen gesegneter Alltagswein der Luxusklasse! Das ist der neue Midi pur, der mit fein gewobener, erfrischender Säurestruktur schon jetzt richtig lecker schmeckt und in ein bis zwei Jahren seinen Höhepunkt erreicht haben wird – vorausgesetzt allerdings, dass Sie sich angesichts seiner Qualität solange beherrschen können. Die Natur hat nicht bei den Früchten gespart, und Guido „Le Nez” Jansegers hat die reife Ernte eingebracht. Hinreißende Frucht und Frische: Viel Wein für kleines Geld! Ein Renner!


Mansenoble
Marie-Annick Jansegers beim Ziehen einer Fassprobe des Reserve
in den optimal gekühlten unterirdischen Kelleranlagen

305204 Mansenoble, Réserve du Château Mansenoble, rouge 2004 13,30 Euro
Das tiefe Schwarzrot mit leicht ziegelroten Aufhellungen am Rande deutet bereits auf die Konzentration und Dichte hin und die Natur hat diesen Riesen von Wein reich ausgestattet. Aus dem Glas steigt eine bezaubernde Duftigkeit, ein sinnliches Parfum mit betörender Fruchtsüße, eine spannende Liaison aus nobler Schokolade, Karamell, Vanille, getrocknete Datteln, eingelegte Kirschen, Nelken, reifen Waldbeeren und prallen, saftigen Kirschen.
So schmeckt schwarzer Samt: Substantiell und ausdrucksstark, ganz Seide und provenzalische Würze, mit Lakritznoten, Veilchen und einer zarten Graphitnote wie in einem hochklassigen Bordeaux aus dem Médoc. Eine dichte, harmonische, samtige, komplexe Cuvée (Syrah, Grenache, Mourvèdre, Carignan) mit Fülle und Schmelz, Eleganz und Finesse von kühler Stilistik und schokoladiger Textur, die den Gaumen verführerisch auskleidet. Keinerlei Wucht oder marmeladige Noten stören den sinnlichen Gesamteindruck, stattdessen verwöhnen eine feine Saftigkeit, eine anregende Säure und eine edle Stilistik die Zunge mit sanften Streicheleinheiten. Ein betörender Wein, der trotz seiner ausgeprägten Aromenfülle eine tänzerische Leichtigkeit besitzt und mit einer unwahrscheinlich feinwürzigen und cremigen Tanninstruktur und einem moderaten Alkoholgehalt aufwartet. Großer Nachhall! Nicht erst seit der FEINSCHMECKER diesen herrlichen Stoff zu den „100 besten Weinen der Welt” zählte, gehört er zu den großen Klassikern in unserem Programm!
Ein großartiger Stoff, der mit Wildgängen, Trüffel und Pilzen hervorragend harmoniert. Dekantiert zu genießen ab sofort, Höhepunkt Herbst 2008 bis mindestens 2012.