Saarwellingen, im Juni 2007

Olivenöl - Highlight


Castelas - A.O.C. Vallée des Baux de Provence

Der FEINSCHMECKER feiert unter dem Titel „Eine provenzalische Revolution” das Olivenöl von Jean-Benoît Hugues „als das beste von ganz Frankreich”.

In der wildromantischen Landschaft der Alpilles, in unmittelbarer Nachbarschaft zur uralten Felsenfestung und sommerlichen Touristenattraktion Les Baux und zur weltberühmten Domaine Trévallon, deren Eigner Eloi Dürrbach mir bei einem meiner Besuche dieses Öl eindringlich ans Herz legte, hat Monsieur Hugues einen Olivenhain auf großartigem kalkhaltigem Terroir gepachtet und produziert in traditioneller, handwerklicher Art ein Olivenöl der absoluten Weltspitze. Die wertvollen Olivenplantagen rund um Les Baux dürfen daher auch eine eigene Herkunftsbezeichnung tragen (Appellation d’Origine Controlée) wie sonst nur noch die gleich gerühmte Olivenölregion Nyons im Nordosten der Provençe.

Hugues Olivenbäume befinden sich in Castelas im nördlichen Teil der malerischen Alpilles, das aufgrund seiner mikroklimatischen Bedingungen ideal zur Erzeugung großer Öle geeignet ist: „Ähnlich wie großer Wein braucht auch exzellentes Olivenöl ein ideales Terroir. Unser Boden ist nicht nur extrem kalkhaltig, sondern auch sehr trocken und die häufig wehenden heftigen Mistralwinde bewirken, dass meine Olivenanlage weitestgehend von Schädlingen verschont bleibt”, bemerkt Jean-Benoît Hugues in seiner ungemein engagierten Art, die deutlich werden lässt, dass er als Produzent, ähnlich Spitzenwinzern in aller Welt, einen erheblichen Anteil an der außerordentlichen Qualität seines phantastisch schmeckenden Olivenöls besitzt.

Castelas


Mit seinen unkonventionellen Ideen hebt sich Hugues in der Tat erheblich von anderen Ölproduzenten ab: „Wer erstklassiges Öl will, braucht gute Bäume. Daher bearbeiten wir unseren Hain wie beste Rebanlagen. Ähnlich wie beim Wein schneiden wir unsere Olivenbäume zurecht, bewässern die Bäume in der glühenden Hitze des Sommers, um Trockenstress zu vermeiden und achten auf einen großen Abstand zwischen den einzelnen Bäumen, damit diese ihre Wurzeln weit ausstrecken können”. Wer die Olivenbäume von Hugues mit denen seiner Nachbarn vergleicht, dem fällt das Resultat solch kompromisslosen Qualitätsstrebens sofort ins Auge: Die Haine strotzen vor Grün, die Pflanzen sind kleiner und kompakter als gewohnt; 60 Tage vor der Ernte wird dann der Olivenhain nur noch sich selbst überlassen. Die Ernte, im Oktober/November, immer zum optimalen, von den Jahrgangsgegebenheiten abhängigen Zeitpunkt, geschieht extrem penibel und natürlich von Hand, die schonende Verarbeitung unmittelbar nach der Ernte in der eigenen Mühle (hier stehen Gärbehälter aus Edelstahl) erinnert wieder an die sorgfältige Bereitung großer Weine.

Kein Wunder: Der Familie der Eltern von Catherine, Hugues sympathischer Ehefrau, gehört die berühmte Domaine Vieux Télégraph in Châteauneuf-du-Pape. Von hier kam daher so manche wertvolle Anregung, wie Jean-Benoît Hugues in der Erklärung seiner Arbeitsweise verdeutlicht: „Zwei Maschinen zerdrücken die Früchte zu einer Paste, doch keine Laboranalyse kann mir wirklich verraten, wann die Olivenpaste optimal ist. Den richtigen Zeitpunkt erkenne ich ausschließlich an der Konsistenz. Danach wandert die Paste in die eigentliche Presse, die, darauf bin ich besonders stolz, luftdicht abgeschlossen ist, damit das Öl nicht oxidiert. Zudem verzichten wir, im Gegensatz zu vielen anderen Produzenten, die damit mehr Öl erzeugen wollen, natürlich auf die Zuführung von heißem Wasser, welches die wertvollen Inhaltsstoffe des Olivenöls schädigen würde. (Lesen Sie bei Interesse meinen Artikel auf der Startseite unserer Homepage zu den schier unglaublichen Skandalen bei der Erzeugung vorgeblich hochwertiger Öle: „Keine 5 oder 10 % des im Mittelmeerraumes erzeugten Olivenöls erfüllen die gesetzlichen Extra Vergine-Bestimmungen,” so MERUM.) Bei uns hingegen werden 80% der gepressten Oliven nicht zu Öl verarbeitet, sondern zu Humus”.

Soviel Qualitätsstreben auf diesem vorbildlichen, mit einem extrem hohen handwerklichen Ethos geführten Gut führt zu einem einzigartigen, erlesenen Produkt aus einer für sein hervorragendes Olivenöl hoch gerühmten Region: Nicht nur der Feinschmecker lobt Öl und Produzent („der beste Ölerzeuger Frankreichs”), Hugues Teilnahme am Pariser Agrarsalon wurde zu einem einzigartigen Triumph: Sein eigenes und drei weitere Öle, die er für Olivenölbauern aus einer Nachbarschaft in seiner eigenen Mühle herstellt, erhielten jeweils eine Goldmedaille!

P.S. Olivenöl gut für’s Herz!
Die einflussreiche US-amerikanische Food and Drug Administration hat sich dafür ausgesprochen, dass auf Olivenöl-Etiketten künftig vermerkt werden darf, dass das Öl einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System besitzt. Es darf empfohlen werden, dass der Konsument zwei Teelöffel Öl pro Tag zu sich nehmen soll, um Krankheiten zu verhindern. Doch Vorsicht: Es gibt keinen Lebensmittelbereich, in dem derartig viel manipuliert wird wie im Bereich Olivenöle. Nur wenige Öle, die das Etikett ‚Extra Vergine’ tragen, haben diese Auszeichnung wirklich verdient, wie zahlreiche Studien beweisen.

Castelas


Nur handwerklich arbeitende, seriöse Olivenölhersteller, wie Pinard de Picard sie in seinem vom FEINSCHMECKER mehrfach ausgezeichneten Programm führt, garantieren gleichermaßen exzellenten Geschmack und die unbestrittenen gesundheitlichen Vorteile des flüssigen Goldes, dieses unvergleichlichen „Geschenks der Götter”.


99410006 Castelas, Olivenöl Vierge Extra A.O.C. Vallée des Beaux de Provence 0,5 l 18,90 Euro
Aus einem großen Jahrgang für Olivenöle (mit dem einzigen Manko einer ganz kleinen Ernte), frisch gepresst und gerade abgefüllt: Intensiver Duft nach Kräutern, Noten von Mandeln, reifen Tomaten und Artischocken und ein feiner, feuriger Beigeschmack, „ein Öl mit einem langen Abgang wie ein Châteauneuf-du-Pape”, so Jean-Benoît Hugues dezidiertes Urteil.

Und der FEINSCHMECKER lobt begeistert seinen gleich guten Jahrgangsvorgänger: „Das beste Olivenöl Frankreichs!”

Castelas, Olivenöl Vierge Extra A.O.C. Vallée des Beaux de Provence

Ernte 2006/2007!


In diesem Jahr haben wir dem FEINSCHMECKER den kleineren, noch preiswerteren Bruder des (damals noch nich abgefüllten) Spitzenöls der Domaine zur Verkostung angestellt, das „Mas de l’Olivier”. Das Resultat: Auch diese Qualität ist dermaßen gut, dass der aktuelle FEINSCHMECKER (6/2007) dieses unglaublich preiswerte Öl „als das beste von ganz Frankreich” feiert. Für welches der beiden Öle, das oben präsentierte „Castelas, Olivenöl Vierge Extra A.O.C.”, Testsieger im Vorjahr, oder den gleich folgenden aktuellen Testsieger „Mas de l’Olivier, Huile d’Olive vierge extra”, Sie sich entscheiden wollen, hängt auch von Ihren geschmacklichen Präferenzen ab. Das etwas teurere Öl schmeckt cremiger und ist extrem ausgewogen, das „Mas de l’Olivier” pikanter und etwas schärfer. Zwei sensationelle Öle, die ausdrücklich demonstrieren, dass in der Olivenölmühle Castelas die besten Olivenöle Frankreichs, nicht wenige Kenner meinen, der ganzen Welt, hergestellt werden.

99410206 Castelas, Mas de l’Olivier, Huile d’Olive vierge extra 0,5 l 13,90 Euro
Feinschmecker: „Der beste Ölproduzent Frankreichs ist wieder einmal Jean-Benoit Hugues aus Les Baux-de-Provence. Die mit modernen, extrem schonenden Methoden hergestellte Cuvée begeisterte die Jury mit kräftigen Noten von Lorbeer und Artischocken, knackigem Bitterton und chilischarfem Abgang. Herrlich zu Salaten mit Jakobsmuscheln. Dafür gibt’s vom Feinschmecker einen OLIO-Award.”

Ernte 2006/2007!


Noch ein besonderer Tipp: Olivenöl ist ein Frischprodukt. Im Frühjahr nach der Ernte ist es am besten, danach wird es mit jedem Tag im Prinzip älter. Rasch geht der Alterungsprozess dann vonstatten, wenn die Lagertemperatur hoch, das Licht hell und die Flasche geöffnet ist. Falls Sie über einen Raum verfügen, der dunkel ist, nicht wärmer als 18 Grad (ideal sind 16 Grad) und Sie die Flaschen im Originalzustand belassen (oder das Öl nach Bedarf stets frisch aus der optmal klimatisierten Lagerhalle von Pinard de Picard erstehen), bleibt das Öl bis Ende des Jahres in einem praktisch unversehrten, optimalen Zustand.