Saarwellingen, im März 2007

Wein - Highlight


Mas Estela - Emporda-Costa Brava

Unsere großartige Entdeckung in Spanien produziert biologisch angebaute Weltklasseweine zu unschlagbar günstigen Preisen.

Sie, werte Kunden, sind im französischen Süden unterwegs? Sie wollen eine besonders attraktive Landschaft erleben? Dann nehmen Sie sich doch einmal ein wenig Zeit, verlassen im Roussillon die Autobahn bei Perpignan Sud und genießen bei Ihrer nächsten Reise nach Spanien eine traumhaft schöne Küstenstraße mit spektakulären Ausblicken auf das blaue Mittelmeer und die majestätischen Pyrenäen. Sie begeben sich dazu vom französischen Banyuls über die spanische Grenze in ein sprichwörtliches „land’s end” im äußersten nordöstlichen Zipfel Spaniens, in die D.O. Empordà – Costa Brava, das nördlichste Weinanbaugebiet Kataloniens, wo Sie in einem kleinen wildromantischen Tal mit gesegnetem Mikroklima auf die nach rein biologischen Kriterien geführte Domaine Mas Estela des sympathischen Ehepaares Nuria Dalmau und Didier Sota stoßen – allerdings bedeuten die letzten Kilometer eine abenteuerlich schwierige Anfahrt auf schmalster Straße! Doch werden Sie nach ihrer Ankunft durch die Idylle eines kleinen Paradieses inmitten eines Naturparks („Cap de Creus”) mehr als nur entschädigt. Die traumhaft schöne Landschaft lädt zum Entspannen und Genießen ein und die Weinbereitung ist praktizierte Ökologie. Die trockenen Winde von den nahen Bergen der Sierra de Albera, die nur soviel Regen zulassen wie gewünscht, ergeben hierzu ideale Voraussetzungen. Die logische Konsequenz: Die Weinqualitäten, die auf diesem wunderschön gelegenen, über 1000 Jahre alten Kleinod produziert werden, sind mit dem Begriff spektakulär eher unzureichend beschrieben. Daher war dieses Weingut auch schlichtweg unsere Entdeckung des Jahres 2003!

Hinter diesem kleinen Weinwunder steckt der kluge Kopf von Didier Sota, einem ehemaligen Architekten: „Irgendwann hatte ich genug vom Pläne zeichnen und Häuser bauen, ich wollte mit der Natur arbeiten und habe mich zum biodynamischen Anbau unter besonderer Berücksichtigung der Mondphasen entschieden. Ich bin Autodidakt, habe viel gelesen und mein Schwiegersohn, ein Önologe, hat mich tatkräftig unterstützt”, erklärt mir Didier in seiner bedächtig-ruhigen Art, als wir an einem heißen Junitag im Innenhof seines geschmackssicher restaurierten Bauernhauses im kühlen Schatten sitzen und den neuen Jahrgang probieren. Die Arbeit in den liebevoll gepflegten Weinbergen geht sehr traditionell von statten, die Reben haben sich, eine Folge des ökologischen Anbaus, ihren natürlichen Standortgegebenheiten optimal angepasst. Der Untergrund besteht aus zu Sand zerfallenem Schiefer und bietet somit eine traumhafte Grundlage zur Erzeugung ungemein finessenreicher, mineralischer Weine.

Im Keller werden die stets exakt auf den Punkt geernteten Trauben extrem schonend verarbeitet, in temperaturgeregelten Inoxbehältern und in neuen Barriques, dazu wird behutsam die Mikrooxidation angewendet, um besonders weiche Tannine zu erhalten und um alle Komponenten des fertigen Wein aufs trefflichste auszubalancieren. Tradition und Moderne sind bei Didier kein Gegensatz, denn er ist kein weltfremder „Spinner”, sondern ein höchst sympathischer, sensibler Mensch, der mit den natürlichen Grundlagen unseres Planeten behutsam und verantwortungsvoll umzugehen, aber auch die Vorzüge moderner Technik optimal einzusetzen weiß. Lassen Sie sich diese phantastischen Weine aus biologischem Anbau, die keinerlei Spuren von Überextraktion oder marmeladiger Noten aufweisen, statt dessen mit ihrer Finesse, Frische und Eleganz, ihrer tollen Säurestruktur und ihren cremigen Tanninen begeistern und die ein fast unglaubliches Preis-Genussverhältnis besitzen, auf keinen Fall entgehen: Meine ganz besondere Empfehlung!


445304 Mas Estela, Quindals tinto 2004 14,80 Euro
Traumhaft authentischer Rotwein mit in seiner Preisklasse schier unglaublichen 93 Parkerpunkten – „2004 ist ein phantastischer Jahrgang, den man kistenweise kaufen sollte!”
Der fabelhafte Quindals 2004, zwölf Monate im gebrauchten, kaum merklichen Barrique bester französischer Provenienz ausgebaut, vinifiziert aus 90% Grenache und etwas Carignan sowie Syrah, hat das Zeug zum absoluten Publikumsliebling: Eine satte, tiefdunkle Farbe verführt verlockend im Glas; dem ungemein komplexen, feinwürzigen Bukett entströmt der Duft von blauen Beeren, Schwarzkirschen, Himbeeren, Rosenblättern, Schokolade und dezenten Röstnoten.
Südländisch warm gleiten reife, saftige, cremige Gerbstoffe harmonisch über die Zunge und enden in einem langen Finale voller dichter, zart süßlicher Beeren- und Gewürznoten am Gaumen. Ein unverkennbar spanischer Rotwein mit der faszinierenden Würze getrockneter Kräuter, der in seinem langen mineralischen Nachhall eine bemerkenswert frische Note aufweist – 2004 ist schlichtweg ein absoluter Jahrhundertjahrgang im Norden Spaniens! Die perfekt eingebundene Säure (welche Rarität bei südlichen Weinen), die betörende Frucht und das feinkörnige, ungemein weiche Tannin ergeben einen spannenden authentischen Rotwein, der nach weit mehr schmeckt, als er kostet. Diese großartige Vermählung von Kraft und Eleganz ist eine prächtige Leistung”, jubelt Parker zu Recht und vergibt begeistert 93 Punkte, eine absolute Rarität für einen Rotwein in der 15-Euro-Preisklasse. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann zuletzt ein solch preisgünstiger Wein derart hoch bewertet worden ist!
Zu genießen ab sofort, aber bitte 2-3 Stunden dekantieren, Höhepunkt 2010 bis nach 2025.


445101 Mas Estela, Vinya Selva de Mar, tinto 2001 24,00 Euro
Im Glase funkelt ein tiefdunkles Rot mit schwarzem Kern, die Nase wird betört durch ein ungemein komplexes, verwobenes, hochreifes, konzentriertes Aromenspektrum, sinnlicher Ausdruck der gepflegten Edelreben (Grenache, Syrah, Carignan), mit faszinierenden Anklängen an schwarze Waldbeeren, feinste Würznoten, cremige Schokolade und eine subtile Mineralität. Fabelhaft! Am Gaumen erstaunt dieses große Gewächs zum einen durch eine für spanische Weine verblüffend frische, kühle, finessenreiche Stilistik, andererseits brilliert es durch seine cremige, komplexe Textur sowie durch eine unwahrscheinliche Dichte, Fülligkeit und cremig-schmeichlerische Struktur. Lecker, die edlen Schokoladenaromen, dazu wiederum saftige, reife, süße Waldbeeren und feinste Holunderanklänge. Dieser große, extraktreiche, sehr authentische Wein glänzt durch eine selten anzutreffende, wohltuende Balance zwischen Konzentration, Eleganz und Finesse, seine fabelhafte Tanninqualität und delikate Duftigkeit. Die betörende Frucht gleitet zärtlich über die Zunge, kleidet den Gaumen bis in den letzten Winkel aus, das neue Barrique ist noch zart verhalten spürbar, das Holz aber optimal in die explosive Aromatik der fülligen, weichen Tannine integriert, erinnert am Gaumen an erstklassige, doch preislich mittlerweile völlig abgehobene große Gewächse aus dem Priorat, ein sinnlich-erotischer Wein der absoluten spanischen Spitzenklasse.

Lassen wir auch hier noch eine neutrale Stimme zu Wort kommen: Gerhard Eichelmann bewertet in MONDO bereits den so ungemein beliebten Jahrgangsvorgänger mit sensationellen 95 Punkten (damit gar höher als den so prestigereichen und deutlich teureren Clos Mogador aus dem Priorat, insgesamt die fünftbeste Bewertung aller getesteten spanischen Spitzenweine und der mit Abstand preiswerteste!) und notiert zum 2001er: „Die Weine von Mas Estela werden immer besser, immer faszinierender. Der Jahrgang 2001 könnte den phantastischen 2000er noch übertreffen...Wer geschickt wählt, kann in Spanien immer noch Spitzenweine finden, die im weltweiten Vergleich moderat kalkuliert sind. Der Vinya Selva del Mar ist ein Schnäppchen”. Wie recht Gerhard Eichelmann doch hat! Auch nach meiner Ansicht ist dieser fabelhaft ausgewogene Rotwein aus biologischem Anbau tatsächlich nochmals seinem Vorgänger überlegen, ein absoluter Weltklassewein, der sicherlich nicht billig ist (aber wie könnte er dies angesichts seiner fabelhaften Qualitäten und der exorbitanten Weinbergsarbeit auch sein), der aber im Kontext der anderen großen Weine der Welt ungemein preiswert daher kommt. Parker hat diese Spitzencuvée nicht verkostet, ich selbst sehe ihn mit 96 Punkten wie Eichelmann knapp über dem ebenfalls herausragenden 2000er!

Wann, liebe Kunden, bekommt man noch solche Weltklasseweine wie die beiden heute präsentierten großen spanischen Gewächse zu derart günstigen Schnäppchenpreisen. Sternstunden in einem Weinhändlerleben, wahre Glücksmomente für den kundigen Liebhaber, der nicht die bekannten Labels sucht, sondern ausschließlich die Qualität im Glase sprechen lässt. Diese fabelhaften Weine aus biologischem Anbau gehören zu den spannendsten Weinempfehlungen, die ich Ihnen in den letzten Jahren geben konnte. Mein besonderer Tipp: Servieren und genießen Sie diese phantastischen Rotweine aus Spaniens wildromantischem Norden bei einer Trinktemperatur zwischen 17 und 19° C.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis nach 2020.