Saarwellingen, im April 2009

Weingut Keller – Rheinhessen

Vom Reiz der späten Reife – Rieslingqualitäten wie von einem anderen Stern!

Die weltweit gesuchten Kultweine des sympathischen Winzeridols Klaus-Peter Keller gelten heute unter Weinliebhabern wie Fachjournalisten gleichermaßen als Archetypus großer deutscher Weltklasserieslinge: Beseelte, Emotionen auslösende Grand Crus, Maßstab und Vorbild aller großen Terroirweine der Welt!

Jancis Robinson, master of wine, die Grande Dame der internationalen Weinjournalisten, schwärmt in der Financial Times: „Wenn ich nur einen einzigen Wein zeigen dürfte um zu beweisen, wie großartig trockener deutscher Riesling mit seiner einzigartigen Finesse und großen Mineralität schmecken kann, würde ich einen Keller-Riesling wählen. Diese phantastischen Weine sind die deutschen Montrachets – Man hat den Eindruck, dass sie immer noch ein bisschen besser werden.”

„Weingut des Jahres 2006 – beste Weißweinkollektion – einziger trockener Spitzenriesling mit 100 Punkten!”
(Gerhard Eichelmann)

„Kollektion des Jahres” und „Winzer des Jahrzehnts”, so das Urteil des Gault Millau, der in seiner aktuellen 2009er Edition die magischen Rieslinge des Winzermagiers aus Flörsheim-Dalsheim auf die Plätze eins, zwei und drei wertet. Ein Paukenschlag und eine einzigartige Auszeichnung in der Historie deutscher Weinführer!

Weingut Keller
Die sanft geschwungene Hügellage der legendären Abtserde
weckt Erinnerungen an das große Terroir des Burgund

VON DER SYMPHONIE GROSSER TERROIRS

Es sind bisweilen unspektakuläre Randnotizen, die den Stellenwert von Menschen und Weinen mehr zu verdeutlichen wissen als 1000 Worte: Aubert de Villaine, weltweit geachteter Eigner von Romanée-Conti, und Frankreichs großer alter Mann des Weinjournalismus, Michel Bettane, zwei Legenden der französischen Weinwelt, tranken im November 2008 nach der Präsentation des neuen Romanée-Conti Jahrgangs in Paris beim anschließenden Menü – Kellers Große Gewächse aus 2007! Doch was kann man denn auch sonst noch nach einem La Tâche und einem La Romanée-Conti mit Freude genießen, wird der kenntnisreiche Leser zu Recht anmerken.

So zieren Deutschlands Vorzeigerieslinge die festlichen Tafeln der Connaisseure aller Länder und demzufolge sind Kellers Pretiosen die gesuchtesten und rarsten Spitzenrieslinge der Welt! Kein Wunder, wurde doch kein anderes Gut im letzten Jahrzehnt derart mit Ehrungen und Preisen überhäuft und in den vinologischen Olymp erhoben wie „Deutschlands Winzer des Jahrzehnts, Klaus Keller”, so die einzigartige Auszeichnung eines großen Lebenswerks durch den „Gault Millau. Unter den schier unzähligen weiteren Elogen möchte ich hier nur eine besonders hervorheben: Auf der ‚Vin Italy’ erhielten die Kellers als bisher einziger deutscher Erzeuger den begehrten „International Award”, mit dem nur eine sehr kleine Elite absoluter Weltklassegüter (Preisträger: Margaux, Penfolds, Vega Sicilia) geehrt worden ist. Trotz dieser in Deutschland bisher einmaligen Erfolgsgeschichte dachte Sohn Klaus-Peter („Schon als kleiner Junge konnte ich nie schnell genug aus der Schule nach Hause kommen, um im Weinberg mitzuarbeiten”) nicht im Traum daran, es gemütlicher angehen zu lassen, seit er mit dem Jahrgang 2000 hauptverantwortlich in die Weinbergs- und Kellerarbeit des rheinhessischen Traditionsgutes hineinwuchs, das er mittlerweile auch offiziell von seinem Vater übernommen hat. Voller Ehrgeiz und Enthusiasmus ging er ans Werk, eigene Ideen, die er während seines Studiums in Geisenheim und bei großen Winzern des Burgunds entwickelt hatte, in die Weinbergs- und Kellerarbeit mit einzubringen.

Nicht die Revolutionierung der bisherigen Arbeit war sein Ziel, wie hätte dies aufgrund des vorgefundenen beispielhaften Qualitätsstandards auch sein können, sondern subtile, behutsame Weiterentwicklung. Den singulären Charakter des unverwechselbaren Terroirs der großen rheinhessischen Kalklagen, auch und gerade der neu erworbenen Westhofener Parzellen, im Einklang mit der Natur einfühlsam zu interpretieren und infolge extrem selektiver Lese im fertigen Wein so unverfälscht und authentisch wie nur irgend möglich zum Klingen zu bringen, darin investiert er kompromisslos all seine Tatkraft und sein herausragendes vinologisches Wissen.

Das Resultat: Unter der Führung des ebenso fachlich begnadeten wie menschlich sympathischen Klaus-Peter Keller schwingt sich die gesamte Region Rheinhessen zu einem vorher nie geahnten Höhenflug empor und steht heute als Synonym gar für trockenen Weltklasseriesling deutscher Provenienz. Der magische Klang, der wohlige Schauer, der Weißweinliebhaber in aller Welt erfasst, wenn denn edelsüße Gewächse aus der Hermannshöhle, dem Scharzhofberg oder der Wehlener Sonnuhr im Glase funkeln, geht jetzt für trockene Rieslinge von diesen großen Terroirs in Rheinhessen aus: Der Dalsheimer Hubacker und die Westhofener Lagen sind wie die Noten einer Partitur, die sich unter dem Dirigat einfühlsamer Künstler zu einer einzigartigen Symphonie entfalten – Maßstab und Vorbild großer deutscher Terroirweine!

Weingut Keller
Die kleinbeerigen Träubchen des Morstein strahlen um die Wette:
Welch goldener Spätherbst!

Kein Wunder also, dass die Keller’schen Großen Gewächse heute weltweit derart gesucht werden, dass sie teilweise genau so schwer erhältlich sind wie die mythischen Weine von Romanée-Conti! Bei diesem fulminanten Aufstieg in die kleine Riege absoluter Weltklassewinzer war es natürlich kein Nachteil, dass Klaus-Peter neben seinem unbedingten Einsatzwillen, seinem enormen vinologischen Wissen und seinem großen Geschick und Einfühlungsvermögen wie alle Winzer nördlich gelegener Anbauregionen auch von der Klimaerwärmung profitiert, welche die früher (zu) kühlen rheinhessischen Hügellagen mit ihrem fabelhaften kalkhaltigen Terroir enorm begünstigt! Kellers vorbildlich bearbeitete, humushaltige Böden können zudem das Wasser hervorragend speichern und verhindern somit jeglichen Trockenstress bei den Reben. Kein Wunder also, dass schon bei ähnlichen klimatischen Begebenheiten in einer Warmphase im Mittelalter die Rieslinge aus dem rheinhessischen Hügelland mit ihren Spitzenlagen auf den erstklassigen Kalkböden (die man wegen ihrer kalkreichen und felsigen Struktur mit den größten Terroirs des Burgund vergleichen kann) legendären Ruf besaßen. Bereits zu dieser Zeit waren die besten Lagen Dalsheims und Westhofens im klösterlichen Besitz, die bekanntermaßen nur in den Filetstücken der besten Weinbauregionen der Welt begütert waren. Klaus-Peter Kellers Spitzenterroir „An Abtes Erden” erinnert namentlich noch daran und heute gewinnen die Kellerschen Spitzen-Rieslinge quasi jede Auszeichnung, die es zu gewinnen gibt!

Was mir an Klaus-Peter Keller so imponiert, ist, wie souverän er, tatkräftig unterstützt von seinem Vater, die schwere Herausforderung meistert, das hohe Niveau des Weinguts als die unumschränkte Nr.1 Rheinhessens und als primus inter pares in ganz Deutschland nicht nur zu halten – dies allein wäre schon aller Ehren wert gewesen, wenn auch mancher Neider ihm hätte vorwerfen können, „nur” von einem großen Erbe zu profitieren – sondern den hohen Qualitätsstandard durch akribische Weinbergsarbeit und die dadurch bedingte transparente Herausarbeitung der Terroirs Jahrgang für Jahrgang immer weiter noch zu steigern! Konsequenterweise nehmen daher die Ehrungen des Weingutes stetig zu. Sie hier aufzuzählen, hieße, die berühmten Eulen nach Athen zu tragen. So sei hier nur erwähnt, dass seine Rieslinge als EINZIGE trockenen deutschen Weißweine von kompetenten Journalisten zweimal mit der Traumnote 100 hymnisch gefeiert wurden und Jancis Robinson, eine der drei einflussreichsten Weinkritiker der Welt, Kellers trockene Rieslinge mit den höchsten Bewertungen adelte, die sie jemals in der ganzen Welt trockenen Weißweinen zuerkannte!

Doch Klaus-Peter ist nicht nur erfolgreich. Er ist ungemein sympathisch (was nicht an unserer gemeinsamen Vorliebe für den gleichen Fußballverein liegt, wegen dessen Ergebnissen wir so oft gemeinsam leiden müssen) infolge der Bodenhaftung und Menschlichkeit, die er sich stets bewahrt hat: Alles Arrogante oder Überhebliche ist ihm wesensfremd, immer hat er ein offenes Ohr für seine Kollegen, mit denen er sich fachlich austauscht und freundschaftliche Beziehungen pflegt. Bei aller Professionalität, bei aller visionären Tatkraft, die ihn so auszeichnen, er hat es geschafft, den kleinen Jungen tief in seinem Innern zu bewahren, den ich vor meinem geistigen Auge sehe, seinen Schulranzen in die Ecke donnernd und mit seinen Eltern in die Weinberge aufbrechend: Ein Winzer mit Leib und Seele, der seine Berufung gefunden hat.

Dabei ist Klaus-Peter, allen Erfolgen zum Trotz, immer auf der Suche nach der weiteren Optimierung seiner weinberglichen Arbeit. In der Zeit, wenn andere erfolgreiche Winzer um die Welt jetten, um ihre Produkte auf Messen zu vermarkten (was bei ihm, der stets ausverkauft ist, auch gar keinen Sinn machen würde), findet man ihn garantiert im Weinberg. Dabei ist er in keinster Weise eigenbrötlerisch, im Gegenteil, ihn zeichnet ein ausgesprochen weltoffenes Wesen aus und privat bereist er zusammen mit seiner ebenso attraktiven wie tatkräftigen Frau Julia und seinen beiden Kindern die renommierten Weinbauregionen der Welt – besonders gerne das Burgund, eine uralte Liebe von ihm: Die roten Rieslinge, wie er diese grandiosen Pinot Noirs gerne zu nennen pflegt, brillieren genau mit der gleichen Eleganz und Finesse wie seine eigenen Gewächse! Zumeist aber findet man ihn in den Weinbergen seiner rheinhessischen Heimat, wo er mit immer neuen Ideen versucht, die Qualitäten seiner Weine noch weiter zu steigern – sofern dies überhaupt möglich ist. Denn Klaus-Peter weiß, dass es viele Faktoren sind, zumeist eine Summe von Kleinigkeiten, selten revolutionäre Neuerungen, die zusammen einen wirklich großen Wein ausmachen! Einbringen von Mulch und Kompost in Junganlagen, um die Feuchtigkeit in trockenen Sommern im Boden halten zu können, bestmögliche Rebenselektionen mit uraltem genetischen Material (statt moderner Massenklone), die ganz kleine, dickschalige, lockerbeerige, aromenintensive Träubchen erbringen, diese Reihe innovativer Maßnahmen im Weinberg ließe sich mühelos fortsetzen, alles der Prämisse untergeordnet, dass großer beseelter Wein nur in Weinbergen mit erstklassigem Terroir, mit ‚lebenden’ Böden voller Mikroorganismen wachsen kann und dass er letztendlich erst durch die einfühlsame Gestaltungskraft des Menschen seine endgültige Form findet.

Großer Wein wächst im Weinberg, aber entsteht in Kopf und Bauch eines visionären Winzers: Weine der absoluten Weltspitze zu vinifizieren setzt sehr viel Intuition voraus. Originäre, unverfälschte charaktervolle Weine kann man nicht am Reißbrett konzipieren und als Massenprodukt vermarkten. Da gehören Bauchentscheidungen und das intuitive Verstehen der Natur dazu, das Belauschen der Reben, die unbedingte Liebe zur Traube. Wie einfühlsame Pferdeflüsterer für den Laien wie von Zauberhand traumatisierte Tiere heilen, gibt es auch begnadete Rebenflüsterer. Männer und Frauen, die das ganze Jahr über ganz nah dran sind an ihren Trauben, die bei Wind und Wetter im Wingert stehen statt im Nadelstreifenanzug zu repräsentieren. Nach vielen Jahren der intensiven Beschäftigung mit dem Wein und seinen Machern ist mir klar geworden, dass das letzte Quäntchen an Qualität aus den Trauben herauszuholen, neben der unumstößlichen Voraussetzung des Besitzes großer Lagen, auch eine Frage der Intuition und des kreativen Kopfes ist, des wachen Intellekts. Klaus-Peter Keller ist ein solch kluger Kopf.

Weingut Keller
Fabelhafter Reifezustand der lockerbeerigen Trauben
im Kirchspiel

Der waschechte Rheinhesse ist in seinen jungen Jahren bereits zum Weltstar avanciert (eine Titulierung, die er wegen seiner Bescheidenheit selbst vehement ablehnen würde) – und genießt überall auf der Erde einen legendären Ruf. Doch jegliche Allüren sind ihm fremd. Er erweist sich im Gegenteil als ungemein sensible Persönlichkeit und einfühlsamer Interpret seiner großen Lagen – mit viel Gespür für ein Terroir, das sinnlich erlebbar den Gaumen verwöhnt. Sein Arbeitsleben ist oftmals durch einen 14-Stunden-Tag geprägt. Warum macht ein weltberühmter Winzer das? Die entwaffnende Antwort lautet schlicht: „Weil wir unsere Weine einfach selbst gern so trinken”. Und ich gestehe freimütig: Ich bin seit Jahren bekennender Keller-Fan! Die Rieslinge des fachlich begnadeten wie menschlich sympathischen Klaus-Peter Keller begeistern mich ebenso wie viele andere Weinliebhaber auf der ganzen Welt. Denn Sie, liebe Kunden, empfinden und schmecken wohl ähnlich – unsere Verkaufszahlen sprechen eine beredte Sprache. Kellers beseelte Weine lösen tiefe Emotionen aus und können gar als Archetypen ihrer Edelreben gelten. Klaus-Peter ist jung an Jahren bereits eine der ganz großen Winzerpersönlichkeiten der Welt, mit ihm intensiv zusammenarbeiten zu dürfen, ein großes Geschenk! Danke.

Zum Jahrgang 2008: In den letzten 4 Jahrgängen (2004 wie 2005, 2006 und 2007) haben die Kellers nach Ansicht vieler Weinkenner die besten Kollektionen in Deutschland vinifiziert. Jancis Robinson, Gerhard Eichelmann, Sam Hofschuster in www.wein-plus.de, der Gault Millau, Vinum, Falstaff und der Weinwisser setzten abwechselnd oder gleichzeitig die Großen Keller’schen Gewächse an die Spitze aller deutschen Rieslinge! Und im Jahrgang 2008 hat sich Klaus-Peter infolge einer harten Weinbergsarbeit, die es ihm ermöglichte, extrem spät zu ernten, in einem goldenen, nein, nicht Oktober, sondern November (!) vielleicht nochmals selbst übertroffen! Er hat fabelhafte Weißweine vinifiziert, die in sich die Vorzüge zweier großer deutscher Riesling-Jahrgänge vereinen: Sie verfügen über die einzigartige Mineralität, die großartige Frische, die Finesse, die Präzision, die rassige Säure und das tänzerische Spiel der 2004er (die Klaus-Peter die Ehrung „Kollektion des Jahrgangs” im Gault Millau eintrug) sowie die Feinheit, innere Dichte und Konzentration der 2007er. Alle meine bisherigen Fassproben deuten darauf hin, dass 2008 daher zumindest auf Augenhöhe ist mit dem legendären 2007er, der in Publikationen alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab, vielleicht gar einen Wimpernschlag besser. Was sich nicht zuletzt darin ausdrückt, dass Klaus-Peter zwei potentielle 100-Punkte-Weine im Keller reifen hat!

Doch lassen wir zum Jahrgang 2008 Klaus-Peter Keller selbst zu Worte kommen, denn sein Jahrgangsbericht hat mittlerweile Tradition bei Pinard de Picard. Regelmäßig informieren wir Sie, liebe Kunden, aus berufenem Winzermund brandaktuell über die Qualitäten des neuen Jahrgangs und seine jeweiligen Besonderheiten. Und selten war die Spannung so groß wie beim Jahrgang 2008, da alle Deutsch-Wein-Freunde natürlich die Frage umtreibt, ob und inwiefern es möglich war, die Fabel-Qualitäten aus 2007 zu wiederholen – oder gar zu übertreffen:

Weingut Keller


Klaus-Peter Keller berichtet: „2008 – Der Reiz der späten Reife!

Liebe Freunde von Pinard de Picard und vom Weingut Keller,

hätten Sie es gewusst? 2008 zählt in Deutschland zu den zehn wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen in 1901!

Dass viele Menschen dieses Jahr aber rückblickend eher nicht als mit Traumtemperaturen gesegnet betrachten, liegt wohl an zwei Dingen: Zum einen fehlten Perioden mit extrem heißen Tagen (worüber sich Reben, die am liebsten Temperaturen im Bereich von Mitte 20° C mögen, sehr „gefreut” haben), zum anderen kam die Natur 2008 nur sehr langsam in Schwung. Der Austrieb des jungen Grüns begann in 2008 deutlich später, als wir das in den letzten Jahren gewohnt waren. Insbesondere der kühle und regnerische April (mit mehr als 80 mm Niederschlag, die im Nachhinein betrachtet ein Segen waren, da die für die Versorgung unserer Reben mit Nährstoffen und Mineralien so wichtigen Wasservorräte aufgefüllt wurden: Die Reben tankten Kraft und Energie!) führte zu einem nahezu zehntägigen Vegetationsrückstand im Vergleich zum Vorjahr, das jedoch den frühesten Austrieb aller Zeiten gebracht hatte. Und der etwas zögerliche Start war in den Wingerten bald vergessen, als sommerliche Temperaturen in Mai und Juni das Wachstum derart beschleunigten, dass wir mit der Arbeit im Weinberg kaum nachkamen. In diesem Wachstumsabschnitt der Rebe achten wir penibel darauf, dass die Rebtriebe möglichst gerade aufwachsen, um optimale Durchlüftungs- und Belichtungsbedingungen für die heranwachsenden Trauben zu bieten. Gleichzeitig werden überschüssige Triebe am Rebstamm (sog. Wasserschosse) entfernt, damit die volle Kraft der Rebe in die Ausbildung der jungen Trauben geleitet wird.

Nach einem temperaturmäßig optimalen Juli kamen dann, wie bestellt, im August endlich lang ersehnte Regenfälle (einige Kollegen, deren Böden nicht die optimalen Wasserspeichermöglichkeiten besitzen, um das Nass des Frühjahrs zu bewahren, hatten aufgrund der Trockenheit bereits mit der Bewässerung von Rebanlagen begonnen). Auch wenn dieser Monat in 2008 kein ideales Badewetter brachte, war er dennoch fast 1° C wärmer als im langjährigen Schnitt: Ein kleiner Albtraum für viele Urlauber also, ein Traum jedoch für die Reben. Um die üppig wachsenden Wildkräuter zu bändigen, mussten wir zahlreiche Extraschichten mit der Handhacke einschieben. ‚Da haben wir uns ja was eingefangen mit der Abtserde’, stöhnte unser Mitarbeiter Werner Mayer, ‚der Boden ist hier ja beinahe wie im Steinbruch.’ Aber nach 3 Tagen mit unserem kompletten Team waren die Böden um die Rebpflanzen perfekt gelockert und die Wachstumsbedingungen den ganzen August über ideal.

Im zunächst feuchten September entfernten wir überschüssige Blätter aus der Laubwand, um ein schnelles Abtrocknen der Trauben zu gewährleisten und zu zeitigen Botrytisbefall zu verhindern. Die Säure wurde in dieser Reifephase langsamer veratmet als in den Vorjahren und pendelte sich auf 2004er Niveau ein. Das stabile Säuregerüst in Kombination mit den sehr hohen Extraktwerten dürfte ideale Voraussetzungen für einen besonders langlebigen und lagerfähigen Jahrgang bieten. Allerdings nur dort, wo die Winzer das Risiko eingingen, die Vegetationsperiode bis in den November hinein voll auszureizen. Denn im Unterschied zu 2007 war 2008 ein Jahr, in dem man richtig kämpfen musste, um die perfekte Reife zu bekommen. Bei all unserem Wollen und Können, uns muss immer klar sein, dass wir Winzer letztendlich von Mutter Natur abhängig sind. Wir können durch harte Arbeit im Weinberg nur die Grundlagen für einen großen Jahrgang liefern. Doch dann muss die Natur mitspielen. Und wie toll sie dies dann letztendlich tat in 2008! Denn als wollte sie uns ein großes Geschenk machen, trug zur optimalen Reife der Trauben entscheidend ein regenarmer Oktober bei. Mit nur 12mm Niederschlag fielen gerade einmal 25% der normalen Oktobermenge – Und bei Tagestemperaturen zwischen 10 und 15°C und strahlend klaren Nächten kam es zu einer extrem langsamen Ausreifung der Trauben. Diese optimalen klimatischen Bedingungen waren der Knackpunkt des Jahrgangs! Denn wie keine zweite Rebsorte profitiert unsere Edelrebe Riesling von moderaten Temperaturen, kühlen Nächten und nicht zu heißen Tagen. Nur dann reifen ihre Früchte langsam heran, gewinnen an aromatischer Konzentration und Komplexität, Vielschichtigkeit und Mineralität und bilden dieses unverwechselbare Spiel aus zwischen Finesse, Eleganz und großartiger Säurefrische, das die großen Rieslingweine zu weltweit einzigartigen Unikaten macht.

Aber nicht nur der extrem regenarme Oktober, in gleichem Maße trug ein Goldener November zu einem Jahrgang bei, der sich bei uns zu einem großen Rivalen des phantastischen 2007ers entwickeln wird. Zahlreiche Riesling-Lagen erreichten hier ihre volle physiologische Reife, wie im 2004er Jahrgang, für den wir vom Gault Millau mit der Auszeichnung ‚Kollektion des Jahrgangs’ geehrt wurden. Insbesondere die Rieslingtrauben unserer Spitzenlagen HUBACKER, KIRCHSPIEL, ABTSERDE und MORSTEIN profitierten enorm von den kalten Oktober- und Novembernächten bei strahlenden Spätherbsttagen: Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt verbesserte sich die Aromenstruktur der kleinbeerigen Träubchen von Tag zu Tag. Hier zahlte sich ganz besonders aus, dass wir in der Vegetationszeit Hunderte von Arbeitsstunden zusätzlich in Pflegemaßnahmen zur Gesunderhaltung der Trauben (z.B. Entblätterung, Entfernen von Doppeltrieben, Halbierung von Trauben von Hand) investiert hatten. Wir erwarten daher wie in 2007 sehr hochwertige, finessenreiche trockene Rieslinge mit feinrassigem Säurespiel und prägnantem Terroirausdruck.

Auch in Zukunft werden wir versuchen, wie seit vielen Jahren bereits, in zahlreichen kleinen Schritten auf die sich abzeichnenden klimatischen Veränderungen in der Welt zu reagieren (z.B. engere Zeilenabstände der Reben zur besseren Beschattung und gestutzte Laubwände, damit durch eine niedrigere Assimilationsleistung die Trauben zur langsameren Ausreifung und komplexeren Aromenbildung geführt werden, eine höhere Stockdichte zur tieferen Einwurzelung und gleichmäßigere Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen). Wir haben den personellen Aufwand im Weinberg in den letzten Jahren immens erhöht, um uns und Ihnen alljährlich größtmöglichen Trinkspaß zu ermöglichen. Mit großer Vorfreude, Ihnen schon bald unsere ersten 2008er Weine präsentieren zu dürfen (ab April/Mai bietet Ihnen Pinard die Basisweine des neuen Jahrgangs an), wünsche ich allen Kunden von Picard de Picard zahlreiche genussvolle Stunden beim Wein,

Ihr Klaus-Peter Keller”.


Weingut Keller
Klaus-Peter Keller

Herzlichen Dank, Klaus-Peter, für Deinen spannenden Bericht, der mich nochmals hautnah miterleben lässt, wie wir mit dem Jahrgang 2008 lange mitfieberten, ob wir denn tatsächlich die Fabel-Qualitäten aus 2007 wieder erleben dürfen. Die extrem lange Vegetationsperiode, die Du durch aufwändigste Weinbergsarbeit geradezu erzwungen hast, denn so wurden die kerngesunden Trauben in einem Altweibernovember wie gemalt gerettet, Deine liebevoll gepflegten Rebstöcke, die ihr optimales Alter erreicht haben, das großartige, kalkgeprägte, energetische Terroir, das durch die jahrelange mühevolle Bodenarbeit ungemein feinkrümelig geworden ist, voll prallen Lebens durch die Aber-Milliarden von Kleinstlebewesen, die sich in jedem Quadratmeter dieser großen rheinhessischen Lagen tummeln, die schon in der Warmperiode des Mittelalters den Ruhm der dort produzierten Rieslinge in alle Welt hinausgetragen haben und all Deine Erfahrungen, die Du in Deiner langjährigen Kellerarbeit als ständiger Weggefährte Deines Vaters gesammelt hast, lassen in 2008 geniale, emotional zutiefst berührende Weine erstehen, die Maßstäbe setzen für alle großen Weißweine der Welt!


Liebe Kunden, Sie wissen es schon lange: Es gibt auf der ganzen Welt keinen ebenso erhabenen Weißwein wie den Riesling. Nicht einmal die berühmtesten Prestigegewächse des Burgunds können sich mit einem großen Riesling deutscher oder österreichischer Provenienz letztendlich messen, was mir selbst meine französischen Freunde, meist jedoch hinter vorgehaltener Hand, respektvoll zugestehen. Denn keine andere Weißweinrebe vermag wie der Riesling die Essenz des Terroir eins zu eins in die Flasche zu transmittieren und mit seiner einzigartigen Aromenkomplexität und singulären Mineralität Zunge, Kopf und Herz des Weinliebhabers wie ein samtener Strom zu umfluten. Große Winzerpersönlichkeiten wie Klaus-Peter Keller erzeugen aus dieser einzigartigen Rebe mit großer Hingabe ebenso wie mit wachem Verstand und harter Hände Arbeit in einer einzigartig langen Vegetationsperiode (welche die betörendsten Aromen in kerngesunden, sorgsam gepflegten Träubchen evoziert) Rieslinge auf absolutem Weltklasseniveau, die keinerlei Konkurrenz zu fürchten haben. Natürlich können solch große Weine nicht billig sein – Qualität hat immer ihren Preis –, doch im internationalen Vergleich gesehen sind sie noch immer gnadenlos unterbezahlt und geradezu ein Schnäppchen!

Aber bitte beachten Sie: Auch im Ausland wächst die Nachfrage nach trockenem deutschen Riesling in einem vor wenigen Jahren noch unvorstellbaren Maße und kann nicht mal mehr auch nur annähernd befriedigt werden. Dazu tragen natürlich die Ergebnisse in vergleichenden Länderproben entscheidend bei – Ganz aktuell der grandiose Erfolg des Hubackers, der in einer Probe der besten Rieslinge der Welt durch die Grand Jury Europeen zum strahlenden Sieger gekürt wurde. Sie jedoch, werte Kunden, können sich freuen, dass Sie den neuen großen Keller-Jahrgang bei uns wieder für vergleichsweise wenig Geld exklusiv vorab in Subskription erwerben können. Denn in einem sind sich alle Experten einig: Wenn er überhaupt erhältlich ist, wird trockener deutscher Spitzenriesling nie wieder so günstig zu erstehen sein wie heute, hat er doch mit Grandezza seinen alten Weltruf auf den internationalen Märkten zurückerobert: Um die vorletzte Jahrhundertwende war deutscher Riesling aus handwerklicher Produktion der begehrteste und teuerste Wein der Welt und kostete mehr als alle Bordelaiser Prestigegewächse! Mag dieses Phänomen auch vielleicht auf den ersten Blick für manchen Leser überraschend sein, ist es aber gar nicht so schwer zu erklären und ich selbst mag dafür als Beispiel herhalten: Ich bin oft unterwegs, trinke auf meinen Reisen viele große Weine in den Prestigeregionen Europas, im Bordelais, im Burgund oder im Piemont, doch die Vorfreude auf einen trinkanimierenden großen trockenen deutschen Riesling nach meiner Rückkehr lässt mir immer wieder gar schon unterwegs einen wohligen Schauer über den Rücken gleiten. Der Rieslingvirus hat mich gepackt und lässt mich nicht mehr los. Kompliment an unsere Winzer: Was ihr im letzten Jahrzehnt geschafft habt, ist einfach sensationell. Ihr habt dem deutschen Riesling seine alte Weltgeltung zurückgegeben!

Zu den Details der Subskription: Die Auslieferung des Kirchspiels wie des Hubackers erfolgt im Spätherbst 2009. Die Abtserde wird erst im Frühjahr 2010 freigegeben. Bitte beachten Sie: Seit dem Jahrgang 2005 waren alle Großen Gewächse vom Weingut Keller bei uns stets in Subskription ausverkauft, lange vor ihrer offiziellen Freigabe im September! Nutzen Sie daher unbedingt die Chance dieses privilegierten Erwerbs deutscher Spitzenrieslinge auf absolutem Weltklasseniveau!

Weingut Keller
Julia und Klaus-Peter Keller

Zu meinen Verkostungsnotizen: Die Beschreibungen setzen sich zusammen aus Notizen mehrerer Degustationen auf dem Weingut und Nachverkostungen bei Pinard de Picard. Dabei ist sicherlich interessant für Sie, liebe Leser, zu wissen, dass sich die einzelnen Lagen – je nach Reifephase – dabei durchaus unterschiedlich präsentieren, wie z.B. der Hubacker, der mal ungemein majestätisch daherkommt und einige Wochen später eher von schlank-mineralischer Stilistik scheint. Auch wir sind erst dabei, die ganze Vielschichtigkeit, die enorme Komplexität, das großartige Reifepotential und die Verwandlungskünste der großen deutschen trockenen Rieslinge in Gänze zu begreifen, dessen Qualitäten in der Geschichte noch nie so herausragend waren wie heute: Der Klimawandel, der die – abgesehen von einer Warmperiode im Mittelalter – früher (zu) kühlen rheinhessischen Hügellagen mit ihrem fabelhaften kalkhaltigen Terroir enorm begünstigt, das immense Wissen, das die Spitzenwinzer heute besitzen, der Faustische Erkenntnisdrang, der den wachen Intellekt eines Klaus-Peter Kellers beflügelt, die abgeschlossenen Umstellungen einer beispielhaften Bodenarbeit und Rebenpflege, all diese Faktoren sind verantwortlich für eine niemals zuvor erlebte Qualitätsdimension. Dazu lasse ich in meine Beschreibungen die unzähligen Nachproben einfließen, die ich von den Vorgängerjahren notiere, denn ich selbst trinke und genieße in vollen Zügen keinen anderen Wein so oft wie trockenen deutschen Riesling. Beispielsweise haben wir mehrfach in einem kleinen Kreis von Rieslingexperten aus ganz Europa bei Klaus-Peter Keller großartige Proben veranstaltet, in denen wir alle Jahrgänge der großen Lagen seit 2001 genießen durften. Das Fazit: Alle Jahrgänge präsentierten sich ungemein jugendlich und bei aller Trinkfreude erst am Anfang einer großen Entwicklung. Ein großer Riesling bereitet, im Unterschied zu den anderen großen Weinen der Welt, in jedem Stadium seiner Entwicklung Trinkfreude pur: Kein Barriqueeinfluss hemmt im jugendlichen Stadium den hedonistischen Genuss und selbst ohne Holzstütze reifen edelsüße Rieslinge über Jahrzehnte hinweg fabelhaft, große trockene Rieslinge wohl noch länger als beste Weißweine aus dem Burgund bis zu 30 Jahre lang (was hatten wir kürzlich eine grandiose Clos St. Hune-Probe mit einem gigantisch guten 1976er!), was neben ihrem Genussfaktor auch zu einer erstklassigen Kapitalanlage führt. Probieren Sie, werte Kunden, wenn Sie Lust haben, die Weine aber mit viel Freude auch, wenn sie jung sind (dann Dekantieren bitte oder vielleicht über mehrere Tage oder gar über 2 Wochen aus der geöffneten Flasche genießen) und Sie gewinnen einen Einblick in die phantastische Aromenvielfalt, die weltweit nur eine einzige Weißweinrebe besitzt: der Riesling! Von Jahr zu Jahr werden diese Köstlichkeiten sich entwickeln und gewinnen eine Komplexität und Mineralität, die weltweit einzigartig sind: Das sind Schichten um Schichten sich entfaltende Finesse und Eleganz, wobei das kaleidoskopartige Aromenspektrum stetigen Veränderungen unterworfen ist.

Deutlich erkennbar bei diesen Vertikalverkostungen sind auch die qualitativen Entwicklungen der Keller’schen Weine: 2001 war der erste Jahrgang in der Verantwortung von Klaus-Peter, die Umstellungen in der Weinbereitung und in den neu erworbenen Westhofener Lagen noch nicht abgeschlossen. Daher schmeckten die Weine aus 01 zwar vorzüglich, sind jedoch ähnlich wie die 2002er und 03er noch nicht ganz auf dem singulären Qualitätsniveau der fabelhaften 04er, 05er, 06er und 07er, die miteinander um die Krone rangen, die bisher besten jemals abgefüllten trockenen Rieslinge zu sein und ein immenses Versprechen für die Weltklasse-Rieslinge aus 2008, Weißweine, wie sie besser nicht sein können! Klaus-Peter Kellers magische Rieslingunikate zwingen förmlich die Frage nach der Qualität von 2008 auf den Punkt, eine extrem späte Lese bis weit in den Goldenen November vorausgesetzt: Ein großer Jahrgang großer Winzer und großer Terroirs!

PS: Zwei Herzen schlagen übrigens heute in meiner Brust. Ich selbst bin privat ein begeisterter Sammler und Genießer der grandiosen Keller’schen Grand Crus. Daher fällt es mir beim Jahrgang 2008 besonders schwer, mich von diesen Pretiosen zu trennen und ich hoffe sehr, dass sie nur in gute Hände gelangen mögen. Ein wenig geht es mir dabei wie Jancis Robinson, die, als sie über Klaus-Peters große Weine geschrieben hat, anmerkte: „Die Keller-Weine scheinen unabhängig vom Jahrgang immer noch einen Tick besser zu werden. Doch über Keller-Wein zu schreiben ist ein bisschen, wie sein Lieblings-Urlaubsziel preiszugeben. Man will davon schwärmen, aber möchte nicht, dass sich alle sofort dahin auf den Weg machen”.


951208 Westhofen Kirchspiel, Riesling Großes Gewächs trocken 2008 27,50 Euro
„The German Chassagne-Montrachet brings tears to your eyes”, lobt Jancis Robinson begeistert und vergibt dem 2006er Kirchspiel 19,5/20 Punkten und damit die höchste Punktzahl, die sie jemals einem trockenen Riesling irgendwo auf der Welt gegeben hat.

„Bester trockener deutscher Riesling 2005” (Gault Millau)

„Ich möchte immer wieder an diesem Glas riechen, der Duft ist von unbeschreiblicher Schönheit – das ist Raffinesse pur, das ist knisternde Erotik.” – Max Gerstl, sympathischer Schweizer und einer der renommiertesten Weinexperten der Welt. 20/20 Punkten für den grandiosen 2007er!

Aus dem Urstromtal des Rheins heraus erheben sich sanft die süd-südöstlich exponierten Westhofener Weinberge bis zum Rand eines Hochplateaus, wo sich die großartige Lage ‚Kirchspiel’ wie ein Amphitheater zum Rhein hin öffnet und somit, bestens geschützt vor den kalten Westwinden, über ein optimales Mikroklima verfügt. Herausragende Parzellen mit einem phantastischen Potential demonstrieren Jahr für Jahr deutlicher die Früchte der Revolutionierung in der Weinbergsarbeit, die Klaus-Peter seit dem Kauf dieses rheinhessischen Filetstücks vorgenommen hat. Mittlerweile ist die Regeneration dieser phantastischen Lage abgeschlossen, die Böden sind durch Humusbeigaben und jahrelanges mühevolles Umgraben aufgelockert und lebendig wie nie zuvor: Daher ist trotz aller Erfolge der letzen Jahre für meinen persönlichen Geschmack das 2008er Kirchspiel zusammen mit dem 2007er schlicht das größte, was ich je aus dieser Renommierlage verkosten durfte. Und es ist wie stets bei großen Weinen das erstklassige Terroir dieses rheinhessischen Filetstücks – nackter Kalksteinfels im Untergrund mit rötlichen Eisenoxideinschüben – das die Basis für die großartige, rauchige, fast „dreckige” Mineralität (dieser Begriff ist unter Weinliebhabern keine Abwertung, sondern Ausdruck höchster Bewunderung für Weltklasseweine vom Kalkgestein) und unvergleichliche Würze dieses edlen Rieslings legt, der im Unterschied zum etwas cremigeren 2007er zuvörderst mit seinem grandiosen tänzerischen Spiel verzaubert und wie stets unwiderstehliche Trinkreflexe evoziert. Das ist der wahre, unverkennbare ‚Kirchspiel’-Charakter, der seine Liebhaber durch seine unvergleichliche Eleganz und Finesse verführt und schon in seiner Jugend sein breites Aromenspektrum verströmt, das von Aprikose und Orangenschalen über Jasmin, Minze und Feuerstein bis hin zu frischen, kräutrigen Noten reicht und von einer samtig-seidenen Mineralität unterlegt, ja geradezu liebkost wird. Dieses rassige, brillante Große Gewächs macht (fast) süchtig mit der Intensität seiner Aromen und seinem einzigartigen, authentischen Kirchspielcharakter, mit seiner ungemein verführerischen Mischung aus seidiger Mineralität und Komplexität, cremigem Mundgefühl und sagenhafter Finesse sowie seiner einmaligen Verspieltheit und tänzerischen Eleganz, den unverwechselbaren Insignien seines legendären Terroirs.

In seiner Jugend wird er bei Ihnen, liebe Kunden, Erinnerungen an einen klaren, frischen Gebirgsbach evozieren, der tänzelnd und übermütig ins tiefe Tal sich ergießt. Doch dann wird er sich über viele Jahre hinweg zu einem ebenbürtigen Konkurrenten größter Burgunder Gewächse entwickeln! Es mag Sie vielleicht ein wenig verwundern, dass ich einen deutschen Spitzenriesling in seiner Stilistik mit einem so anders gearteten Chardonnay vergleiche, doch die kalksteingeprägte Mineralität, das finessenreiche Spiel, die Cremigkeit und die schwebende Leichtigkeit des Kirchspiels lassen mich beim Genuss dieses großen Rieslings immer wieder an die besten Exemplare legendärer Terroirs aus der Bourgogne denken; insbesondere Erinnerungen an die sublimen Weine von Coche-Dury, Leflaive oder Henri Boillot werden in mir wach: Die unvergleichliche Symphonie großer Burgunderlagen in einem deutschen Riesling zum Klingen zu bringen, dieser vor wenigen Jahren noch kaum für möglich gehaltene Traum, ist schönste Realität geworden. Das großartige Terroir des Kirchspiels, eine der größten Weißweinlagen Deutschlands, gebiert, in den Händen eines Weinmagiers sensibel interpretiert, den ersten „deutschen Chassagne-Montrachet, der dem Weinliebhaber Tränen in die Augen bringt” (so das auf den Punkt gebrachte dezidierte Urteil von Jancis Robinson, weltweit renommierte ‚master of wine’, dem ich nur insofern widersprechen möchte, dass mich das Kirchspiel eher an die präziseren, eleganteren Crus aus Puligny-Montrachet erinnert), den nur eines von seinen großen Vorbildern im Burgund unterscheidet: sein wesentlich günstigerer Preis!

Genießen Sie diese Ode an die einzigartige Finesse, tänzerischen Verspieltheit und Mineralität großer Rieslinge aus einer Lage, die ihrem faszinierenden Charakter in 2008 eine singuläre Ausprägung gegeben hat und die in den nächsten Jahren zu Weltruhm gelangen wird. Zu genießen ab Freigabe im September 2009, Höhepunkt etwa 2014 bis nach 2025.

PS: Bei vielen Verkostungen ist dieser so spielerisch schwebende Riesling (Nomen est omen) der erste Wein, der geleert ist, gleich, welch andere große Namen der Probe zur Ehre gereichen! Was letztendlich mehr über die grandiose Qualität des Kirchspiels aussagt als jede Bewertung!

In Subskription, Auslieferung ab September 2009


Weingut Keller

952008 Dalsheimer Hubacker, Riesling Großes Gewächs trocken 2008 30,90 Euro
Le Grand Jury Europeen, eine Vereinigung berühmter Weinjournalisten aus aller Welt, urteilt nach einer großen, gerade statt gefundenen Nachverkostung der besten deutschen, elsässischen und österreichischen Rieslinge 2005: Hubacker ist der größte Wein!

„Glücklich darf sich schätzen, wer ein paar Flaschen ‚Hubacker’ im Keller liegen hat!” (René Gabriel, renommierter Schweizer Weinkritiker, Hrsg. des WEINWISSER und Fachautor: ‚Bordeaux Total’)

VINUM: „Bester trockener Riesling 2005”

„HUBACKER – ein Wein mit dem Charme eines Frühlingsmorgens und der süchtig machenden Magie einer Vollmondnacht.” – N. Lewandowski in: Die größten Rieslinge der Welt.

Das legendäre Große Gewächs ‚Hubacker’ genießt schon über viele Jahre hinweg als weltberühmtes Aushängeschild des Weinguts Keller unter Weinliebhabern einen mythischen Ruf. Die sanft geschwungene Hanglage im Rheinhessischen Hügelland in Flörsheim-Dalsheim, deren beste Parzellen sich im Monopolbesitz der Familie befinden, profitiert im Wind- und Regenschatten des Donnersberges von seinem einzigartigen Mikroklima. Hinzu kommt der skelettreiche, von der Farbe her ins zart Gelbliche tendierende Mergelboden mit seinem mächtigem Kalkfelsen im Untergrund, der den Weinen seine feste mineralische Struktur und exotische Aromen verleiht und der im Laufe vieler Jahre naturnahen Anbaus und Winterbegrünung eine exzellente Humusauflage mit einer großen Wasserhaltekraft erhielt: ein unschätzbarer Vorteil in den immer wärmer und trockener werdenden Jahrgängen in Deutschland. Und welch monumentales Kunstwerk aus dem denkwürdigen Jahrgang 2008 spiegelt sich bei meinen Proben bei Rheinhessens Rebenmagier im Glase! Betörend die extrem tiefgründige und komplexe Nase, Faszination pur im mineralisch-würzigen Duft nach Mandarinen, Minze und verführerischen exotischen Früchten, DEM unverwechselbaren Signum seines großen Terroirs. In einem Jahrgang wie 2008 mit einer Vegetationsperiode, die sich auszeichnet durch den „Mangel” an richtig heißen Tagen, welche Rieslingtrauben bekanntermaßen gar nicht so sehr mögen, und eine extrem späte Ausreifung und Lese Mitte November besitzen diese exotischen Aromen eine Feinheit wie nie zuvor und sind eingebettet in eine spektakuläre kalkgeprägte Mineralität. Geradezu sinnenverwirrend die enorm konzentrierte Frucht am Gaumen, eingebunden in eine perfekte Säurestruktur und eine herrlich cremige, ungemein dichte, cremig-wollüstige Textur, die aber in keinster Weise schwer oder breit wirkt, da voll vibrierender Vitalität und Energie. Hinzu kommt eine extrem tiefe, vielschichtige und rassige, mineralische Würze: Ein herrlich balancierter, vibrierender, majestätischer Wein, der bei aller Dichte und sagenhaften Konzentration tänzerisch leicht über die Zunge gleitet und extrem lang anhält, dabei das hohe Lied erzählend von der Magie exotischer Düfte, insbesondere Ananas, Litschi und etwas Kaffee. Gänsehautatmosphäre!

Das Große Gewächs ‚Hubacker’ wurde in den letzten Jahren mit Elogen überhäuft. Zu Recht! VINUM stellte den 04er wie den 05er an die Spitze aller Großen Gewächse, der Gault Millau bewertete ihn beide Male (hinter Kellers G-Max bzw. Kirchspiel) als zweitbesten Riesling, Gerhard Eichelmann vergab dem 2006er die zweithöchste Bewertung und René Gabriel zählt ihn zu den „Lieblingsweinen des WEINWISSER”. Jancis Robinson reiht diesen Rieslinggiganten ein in die „classic of the future (this is delicious and should age magnificently”). Mich persönlich verblüfft und erstaunt stets aufs Neue die ungeheure Wandlungsfähigkeit eines der größten Weißweine der Welt: „Opulenz und geschmeidige Eleganz” (so die Laudatio des Gault Millau) bilden hier keinen Gegensatz, sondern zwei betörende Seiten einer Medaille, die einander, je nach Entwicklungsstadium mehr oder weniger stark ausgeprägt, im Faszinosum dieses fabelhaften Rieslings ergänzen. Und der sensationell schöne 2008er demonstriert beispielhaft, wie sich die phantastischen rheinhessischen Terroirs unter dem einfühlsamen Dirigat von Klaus-Peter Keller Jahrgang für Jahrgang besser entfalten und immer mehr zu ihrem wahren Charakter finden. „L’homme fait la difference”, sagen die Franzosen über die unterschiedlichen Weinqualitäten, die insbesondere im Burgund in ein und derselben Lage drastisch schwanken können. Es ist die handwerkliche Arbeit des Winzers also, die im Weinberg entscheidet, ob und welche Qualität in der Flasche entsteht und keine noch so ausgefeilte Kellertechnik! Präsentierte sich der Hubacker in früheren Jahren als die erotische Grande Dame des Rieslings in verführerischer Abendgarderobe und tief ausgeschnittenem Dekolleté eher barock und lasziv, hat diese geschmeidige Schönheit seit dem großen 2004er Jahrgang eine Schlankheitskur hinter sich und ist dadurch noch sinnlicher geworden und einfach nur gewaltig schön. Wenn Sie, liebe Kunden, glücklicher Besitzer dieses Rieslingmonuments aus den Vorgängerjahren sein sollten, kann ich Ihnen nur empfehlen – trotz des noch großen Entwicklungspotentials – bereits jetzt die ersten Flaschen dieses majestätischen Weines zu öffnen: Sie werden überrascht sein, wie deutlich sich die Stilistik dieses Klassikers aus dem Hause Keller in den letzten Jahren verändert hat. Der Hubacker scheint wie alle Rieslinge von „Deutschlands Winzer des Jahrzehnts” einen dialektischen Prozess zu durchlaufen: Bei aller Dichte, Konzentration und Cremigkeit entwickelt sich dieser phantastische Weißwein zur Inkarnation von Mineralität, Eleganz und Finesse mit einer Präzision und einem Glanz, der alles überstrahlt, was jemals zuvor aus dieser legendären Parzelle produziert wurde. Im fesselnden, tabakig-mineralischen Finale zeigt der 08er, hierin dem gleich grandiosen Vorgänger aus 07 sehr ähnlich, eine irre Länge und wirkt in seinem jetzigen jugendlichen Stadium noch wie die berühmte Eisenfaust im Samthandschuh, wie die Franzosen solch monumentale Weine zu nennen pflegen, doch in etwa einem halben Jahr wird dieser Traum von Wein bereits Trinkvergnügen pur bereiten.

Große Weine sind wie geniale Musikkompositionen; sie vermögen Emotionen auszulösen und Sehnsüchte hervorzurufen, die man kaum in Worte fassen mag. Manchmal kaufe ich Weine ein, die ich nur ganz schwer weiter veräußern kann, da der Verkauf viel Herzblut kostet. So hoffe ich denn, dass dieses Große Gewächs Hubacker in gute Hände gelangen möge, nicht als Spekulationsobjekt missbraucht werde und stattdessen all diejenigen glücklich machen wird, die es jemals genießen dürfen. Mit großer Freude zu trinken ab Spätherbst 2009 wird sich dieses Rieslingbaby wie eine menschliche Persönlichkeit über Jahre hinweg in seinem Charakter weiter entwickeln und seinen Höhepunkt voraussichtlich zwischen 2015 bis nach 2030 erreichen.


Wegen der immensen Nachfrage und bereits zahlreicher Vorbestellungen können wir leider nur noch 2 Flaschen pro Kunde zuteilen! Wenn Sie jedoch mehr Flaschen wünschen, dann lassen Sie es uns unbedingt wissen. Sollten wir nämlich nach der endgültigen Assemblage der Cuvées eine höhere Zuteilung von Klaus-Peter erhalten können, werden wir Sie umgehend kontaktieren und versuchen Ihrem Wunsch zu entsprechen.

In Subskription, Auslieferung ab September 2009


Weingut Keller
Der Hubacker – eine der großen mythischen Lagen Reinhessens.

954008 Westhofen Abtserde, Riesling Großes Gewächs trocken 2008 48,00 Euro
Gault Millau: Bester deutscher trockener Riesling des Jahres 2007

Jancis Robinson vergibt dem Jungfernjahrgang 2006 begeistert 19+/20 Punkten und damit die zweithöchste Punktzahl, die sie jemals einem trockenen Riesling irgendwo auf der Welt vergeben hat.

Unser Urteil: Die Abtserde brilliert in 2008 mit einer unvergleichlichen Stilistik – Eine schwebende Transparenz, elfenartige Eleganz und moselanische Finesse paaren sich mit einer Orgie an komplexen Fruchtaromen und einer abgrundtiefen Mineralität! Daher ist dieser Weltklasseriesling mein persönlicher Favorit in 2008 – ein Wahnsinnsstoff mit dem Potential zur Legende! Seine Qualität ist selbst mit dem Begriff sensationell nur schwer zu fassen: Hier liegen wir schlicht nochmals über dem Niveau des Vorgängers (jedes weitere Jahr in Kellerschem Besitz und eine damit einhergehende dramatische Verbesserung der Weinbergsarbeit scheint sich in Qualitätsschüben auszuzahlen!), des Gault Millau Siegers im Fabeljahrgang 2007: In mehreren Fassproben (davon einige blind) und Nachverkostungen bei Pinard konsistent mit 100 Punkten (eine Note, die ich in jedem Jahrgang vielleicht drei bis fünf, seltenst mehr Weinen vergebe, und das in allen Anbauregionen der Welt zusammen) bewertet!

Das große Terroir der Abtserde ist eine phantastische, von einer alten Trockenmauer nach Norden hin abgeschirmte Südlage mit dem höchsten Kalkgehalt aller großen Westhofener Lagen und einer unterirdischen Wasserader, die eine optimale Versorgung der alten Reben auch in trockenen Sommermonaten garantiert. Diese mikroskopisch kleine Traumparzelle, zwischen Morstein und Kirchspiel gelegen, erinnert von ihrer Exposition her sehr stark an die berühmtesten Lagen des Burgunds, genau so wie das Band von rötlichem und weißem Kalkgestein, das in dieser binnen zwei Jahren zu weltweitem Ruhm gelangten, wohl besten Lage Westhofens förmlich aus dem Boden zu wachsen scheint. Schon in einer Warmperiode des Mittelalters, als die Rieslinge aus dem rheinhessischen Hügelland erstmals legendären Ruf besaßen, demonstrierte der Volksmundname dieses großen Terroirs, „an Abtes Erden” (bereits im Jahre 1380 in Urkunden erwähnt), die herausragende Stellung dieses gesegneten Stückchen Lands. Die Geschichte dieser Benennung möchte ich Ihnen gerne erzählen: Ein weinbegeisterter Bischof zu Worms bezog seinen Lieblingsriesling aus Westhofen. Doch dann wurde er unzufrieden. Die Qualität war auf einmal nicht mehr dieselbe wie gewohnt. Also schickte er einen Abt, seinen persönlichen Sekretär, auf die Reise, um die Ursache dieser Qualitätsminderung zu ergründen. Und dieser wurde schnell fündig. Die schlauen Bauern vor Ort waren nämlich auf die pfiffige Idee gekommen, nicht mehr die von Natur aus kleinbeerigen, nur Stecknadelkopf großen (und damit ertragsschwachen, aber dickschaligen und traumhaft aromenintensiven) Trauben dieser felsigen, extrem kalksteinhaltigen und nur sehr mühsam zu bearbeitenden Lage zum Riesling für den Bischof zu verarbeiten, sondern einfach die Trauben aus der wesentlich weniger Mühe kostenden Ebene von Westhofen zu nehmen. Zornbebend erließ der Abt ob solchen Frevels ein strenges Dekret: Ab sofort durften für den bischöflichen Riesling nur noch die Trauben aus unserer hoch gelegenen, extrem kalkigen Parzelle verwendet werden, die denn danach bei den verdrießlichen Bauern „an Abtes Erden” hieß.

Doch der Bischof war ab dem nächsten Jahrgang wieder glücklich, ebenso wie all diejenigen Rieslingliebhaber, die sich heute diesen absoluten Weltklasseriesling, eine hypothetische Vereinigung all der positiven Attribute seiner berühmten Nachbarparzellen Morstein und Kirchspiel, in den Keller legen dürfen. Als ich diesen magischen Wein erstmals verkostete, war ich wie vom Donner gerührt: Ungläubiges Staunen ob seiner fabelhaften Kraftentfaltung, ungläubiges Staunen ob seiner elfenartigen Feinheit, ungläubige Beobachtung der eigenen Sinne. Welch Wunder der Natur, verletzlich, sinnlich, grazil in seiner schwebenden Transparenz, erschütternd in seiner bebenden Mineralität, verzaubernd in seinem komplexen Aromenspiel, zart die Seele streichelnd, ein emotional berührendes Naturerlebnis. Einer der großen Weißweine der Welt (besser kann kein Riesling, erst recht kein Chardonnay schmecken, höchstens anders!), der dem staunenden Verkoster die Grenzen der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit verdeutlicht. Es beginnt vorne auf der Zungenspitze ganz leise und zart, dann in der Mitte und im minutenlangen Nachhall Urgewalt pur. Es ist kaum vorstellbar, sich ein Mehr an Präzision, Noblesse und kaleidoskopartiger Komplexität vorzustellen, als sie diese Hommage an die urwüchsige Kalkstein-Mineralität mit ihrer einzigartigen Finesse, kristallklaren Tiefe und Eleganz in sich vereint! Worte klängen banal, wollten sie der inneren Harmonie und Balance, der cremigen Textur, der schwebenden Leichtigkeit, der seidenen Transparenz und der salzigen, tabakig-würzigen Mineralität dieses ungemein lange nachklingenden flüssigen Urgesteins gerecht werden. Und dennoch hat ein „leiser” Winzermagier, dessen zutiefst filigrane Pinot Noirs nicht wenige Kenner als mit die größten Weine des Burgunds ansehen, Frédéric Mugnier, der im Übrigen ein großer Liebhaber der Keller’schen Rieslinge ist, bei einer gemeinsamen Verkostung mit Klaus-Peter eine wunderbare Metapher für derart zugleich zutiefst mineralische und dabei einzigartig finessenreiche Weine gefunden. Er hat sie mit Mozarts feinsinnigen Violinkonzerten verglichen, wenn sie denn von hochkarätigen Interpreten vorgetragen werden, die über die nötige Sensibilität verfügen – denn auf eine schwebende Leichtigkeit und makellose Natürlichkeit kommt es dabei insbesondere an. Wenn sich die Solovioline aus der Stille mit lupenreinem Ton in langsamem, verträumtem Tempo löst, bevor sie jubilierend die Lebendigkeit des Orchesters wieder aufnimmt und die Seele verzaubert, mit unnachahmlich farbenreichem, warmem Klang: feinsinnig und beredt in der Lyrik, mit kleinen Delikatessen zwischendurch. ... So viel Leben, so viel Spontaneität – ein Hauch von feiner Melancholie, ein wenig Ungläubigkeit vielleicht? Um so purer und mitreißender wirkt sie noch lange nach – ein haltloser Ausbruch der Freude!

Ich persönlich möchte diesen magischen, verzaubernden Wein, der wie kein anderer Riesling die einzigartige Vermählung der abgrundtiefen Mineraliät des Morstein mit der elfenartigen Leichtigkeit und dem finessenreichen Tanz des Kirchspiels und damit eine wunderbare Leichtigkeit des Seins verkörpert, mit einer Auszeichnung ehren, die Pinard de Picard erst ganz wenige Mal überhaupt einem Wein vergeben hat (4 mal, um genau zu sein, aber bereits zum zweiten Mal in Folge der Abtserde): coup de coeur, mein privater Lieblingsriesling! Dieses singuläre Rieslingunikat, ein Weißwein rarer Ausstrahlung und Authentizität, ein Monument an Finesse und Mineralität, möchte ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen! Hier finden wir sie wieder, die andere, die helle Seite des Mondes, wie ich sie einmal bei einem von mir ebenfalls mit 100 Punkten bewerteten G-Max beschrieben habe: Bei aller inneren Kraft feiner, schlanker (ja, zerbrechlich fast in seiner Filigranität, aber sanft getragen von einem grandiosen inneren Spannungsbogen), mineralischer und spielerischer als jemals zuvor, ein atmosphärischer Riesling, der zwischen Himmel und Erde zu tanzen scheint. Ein zärtlicher Wein, ganz und gar ursprünglich, der alle Sinne streichelt und richtungweisend steht für eine neue Generation trockener deutscher Weltklasserieslinge. Sinnlicher Genuss in Vollendung.
Zu genießen ab Freigabe im Frühjahr 2010, Höhepunkt 2015 bis nach 2035.

Dieser magische Riesling ist einer jener großen Weine, der den Verkoster sprachlos und den Genießer gerührt hinterlässt, wie bei einer großen Liebe. Man hat Tränen in den Augen. Das muss sie sein, die Seele der Rieslingtraube. Nichts, aber auch gar nichts ist hier laut oder aufdringlich – wie hinter einer geheimnisvollen Tür verbirgt sich jedoch Einmaliges und Unvergessliches!


Wegen der immensen Nachfrage und bereits zahlreicher Vorbestellungen können wir leider nur noch 3 Flaschen pro Kunde zuteilen! Wenn Sie jedoch mehr Flaschen wünschen, dann lassen Sie es uns unbedingt wissen. Sollten wir nämlich nach der endgültigen Assemblage der Cuvées eine höhere Zuteilung von Klaus-Peter erhalten können, werden wir Sie umgehend kontaktieren und versuchen Ihrem Wunsch zu entsprechen.

In Subskription, Auslieferung ab April/Mai 2010


PS: Unerhörtes begab sich bei meinem letzten Besuch bei den Kellers: In einer exakt 10 Tage geöffneten Abtserde-Flasche aus 2007 befand sich ein vergessener Rest, gerade einmal ein halbes Gläschen. Unsicher, ob denn der Gault Millau-Sieger nach einer solch langen Öffnungsphase (Kellers magische Rieslinge gewinnen immer gewaltig über 4-5 Tage aus der geöffneten Flasche, aber nach so langer Zeit?) noch ein wenig Trinkfreude würde aufkommen lassen, probierte ich mit Klaus-Peter und wir waren beide wie vom Donner gerührt: In einer solch dramatischen Verfassung hatten wir die Abtserde noch nie erlebt. Das war eine „dreckige” Mineralität vom energetischen Kalk, die man einmal getrunken haben muss, um es überhaupt glauben zu können. Werte Kunden, ich verrate Ihnen ein kleines Geheimnis: Mein weißer Lieblingsburgunder kommt aus Chablis; der „Le Clos” von Ravenau, der ebenfalls von einer fabelhaften Kalksteinlage stammt! Und es ist verblüffend, wie ähnlich dieser Referenzwein des Burgunds in seiner Stilistik Kellers Abtserde ist. Zwei völlig unterschiedliche Rebsorten, hier Riesling, da Chardonnay, aber doch so verblüffend ähnlich im Geschmack. Das heißt: In den Händen von zwei der größten Winzer der Welt enthebt sich der Wein, wie ein Adler, der majestätisch hoch in die Lüfte steigt, den Fesseln seiner Rebsorte und erzählt frei von der Magie seines legendären Kalkstein-Terroirs. Wie oft wird heutzutage in der Presse der Begriff des Terroir inflationär benutzt für Weine, bei denen selbst der geschulteste Verkoster die Herkunft kaum erkennen kann! Aber Kellers Abtserde IST Terroir! Pur!

Weingut Keller
Kellers Abtserde - Deutschlands Romanée Conti?

Liebe Kunden,
gleich für welche dieser in ihrer jeweiligen Stilistik einzigartigen Keller’schen Weltklasserieslinge Sie sich auch entscheiden mögen, Sie werden singuläre Weißweinmonumente erwerben, die Ihnen über zwei bis drei Jahrzehnte hinweg das großartige Potential einiger der berühmtesten Weinbergslagen der Welt widerspiegeln. Diese beseelten Weine erzählen von ihrem Land: Von tiefen Schichten aus Tonmergel, Muschelkalk und hartem Fels, in die sich die Wurzeln alter Rieslingreben hineingewunden, vom glockenklaren Klang der Mineralien, die sie dabei aufgenommen haben, von Regenphasen und Trockenheit, von kühlen Nächten und der Wärme des Sommers, von allen Faktoren eben, denen die Trauben während ihrer langen Vegetationsperiode Jahrgang für Jahrgang in unterschiedlicher Weise ausgesetzt sind, vor allem aber von der Hände Arbeit und den Visionen des begnadeten Winzermagiers, der sie meisterhaft geschaffen hat.

Viel Spaß mit diesen magischen Rieslingen. Für meinen persönlichen Geschmack (aber auch nach Ansicht vieler Weinliebhaber in aller Welt) handelt es sich dabei schlicht um die größten trockenen Weißweine. Mit allem Bedacht: Auf der ganzen Welt! Es sind die „Kronjuwelen” (John Gilman, renommierter amerikanischer Journalist und höchst anerkannter Deutschlandexperte) eines jeden ambitionierten Weißweinkellers. Was Romanée-Conti für das Burgund, das ist Klaus-Peter Keller für trockenen deutschen Riesling: Ein Mythos!

Herzliche Grüße aus Saarwellingen,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann


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