Saarwellingen, im Mai 2008

Nahe-Subskription 2007

Weingut Hermann Dönnhoff – Weltklasse aus Oberhausen

Helmut Dönnhoff: Intellektueller Feingeist von der Nahe vinifiziert traumhaft balancierte und finessenreiche Rieslinge mit weltweitem Kultstatus. Nie zuvor war der Grandseigneur des deutschen Weins so gut wie in 2007, dem potentiell größten Jahrgang der neueren deutschen Weingeschichte!

Gault Millau 2008: „Hermannshöhle bester trockener Riesling des Jahres in Deutschland”

Weingut Hermann Dönnhoff
Helmut Dönnhoff


Das kleine, verträumte und ungemein faszinierende Weinanbaugebiet der Nahe verwöhnt den Genießer mit trockenen und fruchtsüßen Weltklasserieslingen, die zur absoluten Spitze innerhalb Deutschlands und damit der ganzen Welt gehören. Die phantastischen Weine des Doyens der dortigen Winzerszene, Helmut Dönnhoff, genießen bereits seit Jahrzehnten einen herausragenden Ruf, sind weltweit begehrt und dementsprechend rar. Kein Wunder bei diesen fabelhaften Qualitäten, dass nicht nur die nationalen Weinführer Gault Millau („Winzer des Jahres”, Bewertung als einer von acht deutschen Winzern mit 5 Trauben, der „Höchstnote für die weltbesten Weinerzeuger”) und Gerhard Eichelmann Dönnhoffs Weine enthusiastisch feiern, auch die Bewertungen durch Parker (viele Rieslinge erhalten Aufsehen erregende 94 bis 100 Punkte) wie durch den „wine spectator” und Jancis Robinson sind ebenso spektakulär wie gerechtfertigt. In England und in den USA erlangten seine Weine schon lange absoluten Kultstatus, werden gesucht wie wenige andere und mit Phantasiepreisen, weit über dem in Deutschland verlangten Kurs, bezahlt – wenn man sie denn überhaupt erhält. Dort wird Dönnhoff – zu Recht – der gleiche Ruhm zuteil, wie sonst nur den größten Winzern aus dem Burgund mit ihren wesentlich teureren Prestigeweinen! Sollten Sie, liebe Kunden, sich bisher noch nicht mit den Weinen dieses ebenso kleinen wie feinen Anbaugebietes beschäftigt haben, dann lege ich Ihnen die grandiosen Weine von Helmut Dönnhoff ganz besonders ans Herz, spektakulär schöne, doch im internationalen Maßstab gesehen geradezu verrückt preiswerte Rieslinge, die zum Liebsten gehören, was ich in meinem persönlichen Weinkeller zu finden vermag.
Wer Helmut Dönnhoff persönlich kennt, weiß, dass er nicht nur ungemein sympathisch ist, er ist auch ein brillanter Charakterkopf, der stets unbeirrt seinen ureigenen Weg geht, den er aber auch jedes Jahr auf’s Neue erst wieder suchen muss: Denn die spezifischen klimatischen Bedingungen des Jahrgangs, die dadurch bedingten unterschiedlichen Anforderungen der Reben im Weinberg hinsichtlich ihrer Pflege und der schonende und unmanipulierte Ausbau in seinen Holzfässern im Keller stellen Dönnhoff immer wieder vor neue Herausforderungen. „Herausragende Weine entstehen ausschließlich im Weinberg, je weniger Aufwand ich im Keller – hier zählen vor allem absolute Sauberkeit, das Verstehen der Anforderungen eines jeden neuen Jahrgangs, auch intuitive Bauchentscheidungen! – betreiben muss, je größer der Wein. Man denke nur an die genialen Weine aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, die ohne Inoxbehälter und moderne Technik bereitet wurden. Wir müssen heute nur das gleiche machen wie unsere Großväter.” Und in Fahrt gekommen erläutert Helmut weiter in seiner begeisternden, engagierten Art: „Der Winzer muss der Natur ihren Lauf lassen. Natürlich gibt es auch die Gestaltungskraft und den Willen des Winzers, aber wenn die Vergärung nun mal anders läuft als gewollt, muss ich mich gedanklich umstellen. Das fällt manchmal schwer. Wie oft habe ich schon in meinem Keller gestanden, mit dem Fuß gegen das Fass getreten und geschimpft, weil der Most sich anders entwickelte, als ich es mir in den Kopf gesetzt hatte. Doch die Natur hat es bisweilen anders beschlossen und sie ist es, die für die innere Balance und Harmonie in einem großen Wein sorgt. Die Harmonie ist das innerste Bestreben der Natur, eine Entwicklung, die der Mensch nicht stören sollte, um die Brillanz eines Weines zu erhalten. Also muss der Winzer sich letztendlich unterordnen!”

Weingut Hermann Dönnhoff
Blick über das romantische Nahetal bei Oberhausen


Diese ehrliche Liebe zum Rebensaft ist der Schlüssel, um Helmuts flüssige Kunstwerke zu verstehen. Doch Helmut Dönnhoff ist nicht nur intellektueller Vordenker, er ist auch ein ausgesprochener Genießer: „Ein Wein, der mir gefällt, löst stets ein tief empfundenes emotionales Jubilieren aus und er erzählt mir die Geschichte der Landschaft, in der er gewachsen ist und von deren einzigartiger Kultur”. Diesen Bezug zur Heimat (in der modernen Weinsprache würde man eher vom Terroir sprechen, einem leider nur allzu oft malträtierten Begriff) so unverfälscht wie nur irgend möglich in die Flasche zu transmittieren, darin sieht Helmut die große Kunst eines handwerklich arbeitenden Winzers. Die aus jeder einzelnen Lage geborene jeweils einzigartige Charakteristik unterscheidet große Naturweine mit ihrer unverwechselbaren Seele von technisch gemachten Industrieweinen und gibt ihnen eine ganz andere Wertigkeit, ähnlich einem großen Gemälde oder einem genialen Musikstück. „Großen Wein muss man verstehen lernen wie klassische Musik, geniale Architektur und moderne Malerei. Dafür braucht man Zeit und Muße und eine innere Offenheit. Ein großer Wein kostet auch Geld, wie alle wertvollen kulturellen Leistungen, die eigentlich in ihrer Wertigkeit unbezahlbar sind. Und Essen und Trinken sind ein besonderer kultureller Schatz. Daher ist es kein Frevel, wenn Genießer Geld für diese Dinge auszugeben bereit sind. Natürlich muss man das abgrenzen von Snobismus und Protzerei von Leuten, die nichts verstehen”. Trotz dieses Bewusstseins der Wertigkeit seiner Produkte und trotz Parkers Punktesegen hat Helmut Dönnhoff die Preise seiner Weine seit Jahren weitestgehend stabil gehalten, eine fast altruistisch anmutende, beispielhafte Einstellung. Daher sind die großartigen Gewächse eines der größten Winzer der Welt, gesehen im internationalen Kontext, noch immer gnadenlos unterbezahlt und daher für Sie, liebe Kunden, man muss es so deutlich sagen, zu absoluten Schnäppchenpreisen zu erwerben.

Was mir an Helmut Dönnhoff so imponiert: Er spricht stets erfrischenden Klartext. Und genau so sind seine Weine. Klarheit und Frische, Reintönigkeit, Finesse und Filigranität (zuweilen bis auf des Messers Schneide) zählen auch bei seinen Weinen stets mehr als Konzentration, Opulenz und Fülle. Bei aller Akzeptanz anderer Weinstile ist die Tendenz zu ausschließlich spontan vergorenen, sehr kräftigen, cremigen Rieslingen Helmuts Welt mit Sicherheit nicht. („Die Frage, ob natürliche Hefen, ja oder nein, wird viel zu sehr ideologisiert. Man unterstellt Hefen dabei einen viel zu großen Einfluss. Die unterschiedlichen Hefen ergeben nicht völlig unterschiedliche Weine, entscheidend ist die lange Vegetationsperiode der Reben auf ihrem spezifischen Terroir, die Qualität der Trauben und die Dauer der Gärung. Hefen sind nur Mittel zum Zweck. Es ist immer der Wein, der entscheidet, was er braucht!”) Seine ungemein trinkanimierenden Rieslinge erinnern mich vielmehr an die sprudelnde Quellenklarheit eines jungen, tänzelnden Baches im frischen Frühling. Dies scheint ein wesentlicher Grund zu sein, dass (ungeachtet des Weltklasseformats aller Dönnhoff’schen Weine) ich innerlich immer zu fühlen glaube, dass Deutschlands Winzerikone, so oft er auch glaubhaft zu begründen vermag, er ziehe („wie ein Vater, der seine Kinder gleich gern hat”) keinen seiner Weine einem anderen vor, eine heimliche Vorliebe hat: Sie gilt den fruchtsüßen Spätlesen, seit jeher dem Inbegriff deutscher Winzerkunst, die wie keine andere Qualitätsstufe die ungeschminkte Geschichte des Jahrgangs und der Lage zu erzählen vermag sowie der Menschen, die an ihrem Werden mitwirkten. Daher gibt es auch auf der ganzen Welt (wobei sich diese „ganze Welt” auf eine kleine Zahl deutscher Spitzenwinzer wie beispielsweise J.J. Prüm, Willi Schaefer, Theo Haart, Werner Schönleber, Egon Müller oder Klaus-Peter Keller bezieht!) wenige andere Spätlesen, die in eine ähnlich magische Welt zu entführen vermögen, bessere habe ich nirgendwo gefunden!

Weingut Hermann Dönnhoff
In diesen großen Holzfässern reifen die ungemein filigranen Weltklasse-Rieslinge
von Helmut Dönnhoff


Doch woher kommt diese ungeheure Vielfalt an Lagen und unterschiedlichen Prädikaten in Helmuts Weinen? Lassen wir den Grandseigneur und Sympathieträger des deutschen Weins wieder selbst erzählen: „Deutsche Rieslingwinzer denken – anders als viele ausländische Kollegen – in der Originalität des Fasses, das immer EINEN Teil einer großen Lage, wie beispielsweise der Hermannshöhle oder der Brücke, ausdrückt. Überliefertes Wissen unserer Vorfahren zeigt uns nämlich die großen Unterschiede, die es auch innerhalb einer einzigen Lage gibt. Diese gilt es, ähnlich den Gegebenheiten im Burgund, herauszuarbeiten und durch die bewusste Auswahl der Fässer in unterschiedliche Weine einfließen zu lassen. Allein schon der Begriff des Verschnitts (mehrerer Lagen) klingt für mich persönlich negativ. Natürlich MUSS der Bordelaiser Winzer anders denken als ich, denn seine Welt sind die Cuvées unterschiedlicher Reben aus einer relativ großen Anbaufläche. Doch unsere Lagen sind durch die extrem heterogenen Bodenzusammensetzungen so unterschiedlich, dass es ein Frevel wäre, diese glockenklaren Typizitäten nicht auch in unterschiedlichen Weinen zum Klingen zu bringen. Denn jede Lage riecht anders, so wie großflächig auch jede Landschaft anders duftet. Manche riecht nach Frühling, eine andere nach Sommer. In Südfrankreich habe ich einen ganz anderen Geruch als in Deutschland. Wie herrlich duften dort beispielsweise Pinien. Und wie anders duftet es in unseren Breiten nach einem Regenschauer im Sommer, der die staubige Luft verscheucht. All diese Düfte findest Du in einem großen Wein. Das ist Terroir, das ist Heimat! Und meine Aufgabe als Winzer ist es herauszufinden, welcher Weintypus zu welcher Lage passt. Welche Talente hat sie? Diese muss ich herausarbeiten. Und das braucht Überlieferung und eigene Erfahrung. Ein Gesicht eines Menschen hat Narben, wenn er gelebt hat. Diese spiegeln seine Erfahrungen. Um große Weine mit Seele zu machen braucht es Narben und Erfahrung”.
Diesem vehementen Plädoyer einer großen Winzerpersönlichkeit ist meinerseits kaum etwas hinzuzufügen. Nur die Anmerkung, dass ich mich ungemein freue, dass renommierte, wirklich kompetente Weinjournalisten wie David Schildknecht (der für Parker die Bewertungen der deutschen Weine vornimmt – seither werden in aller Welt die Benotungen des wine spectator auch für Deutschland ernst genommen), die großen Spät- und Auslesen Deutschlands zu den größten Weinen der Welt zählen und sie daher auch unabhängig von den andersartigen, da wesentlich opulenteren und nur in homöopathischen Dosen hergestellten Beeren- und Trockenbeerenauslesen auch mit den höchsten Punktzahlen bewerten. Deutschlands Spät- und Auslesen haben es längst verdient!
Am Schluss meiner Ausführungen eine ganz persönliche Bemerkung an Helmut Dönnhoff: Meine Verkostungen des neuen Jahrgangs dauern bisweilen bis nach Mitternacht und wir trinken stets geniale Rieslinge, die sich unauslöschlich in mein Gedächtnis einbrennen. Doch noch fast beeindruckender sind die Erzählungen von Helmut Dönnhoff, der über einen ungemein reichhaltigen Lebensschatz an Winzererfahrungen verfügt und der mit seinen dezidierten Ausführungen jeden interessierten Zuhörer unentrinnbar in seinen Bann zu ziehen vermag. Ich habe in all den Jahren meiner Tätigkeit als Weinhändler das Privileg gehabt, manche große Winzerpersönlichkeit kennen zu lernen. Doch es gab und gibt nur ganz wenige Winzer auf der Welt, die mit einer derart liebevollen Begeisterung für den Wein beseelt sind wie Helmut Dönnhoff. Er gehört zu den charismatischen Menschen, denen man stundenlang bei ihren leidenschaftlichen Erzählungen zuhören kann. Nichts ist gekünstelt, alles ist echt. Helmut Dönnhoff ist eine der ganz großen, authentischen Winzerpersönlichkeiten der Welt. Jede Reise zu ihm ist ein unvergessliches Erlebnis! Danke.

Weingut Hermann Dönnhoff
Blick auf die bizarre Felsenlandschaft des Dellchens


Zum Jahrgang 2007 lassen wir Helmut Dönnhoff wieder selbst zu Worte kommen: „Einen solchen Jahrgang mit derart optimalen Bedingungen habe ich noch nie in meinem Leben einfahren können. Zuerst hatten wir die früheste Blüte in der Geschichte des Weinbaus an der Nahe und wenn man im Herbst die Nerven behielt, keine Angst hatte vor einem möglichen Wetterumschwung und konsequent so spät geerntet hat wie in „normalen” Jahren, dann hat die längste Vegetationsperiode aller Zeiten mit ihrer extrem langsamen Reifung der Beerchen im Zusammenspiel mit einem Goldenen Oktober, an denen tagsüber die Träubchen mit der Sonne um die Wette lachten und kühlen Nächten, welche so eminent wichtig sind für die komplexe Aromenbildung, eine Ernte ermöglicht mit einer Traubenqualität, die reife Fruchtaromen wie Ananas, Mandarinen, Minze und Waldhonig enthielt wie nie zuvor. Wir dürfen auch nie vergessen, dass die Traubenreifung ein kleines Wunder ist, der Mythos der Weinpflanze mit all ihren Geheimnissen, die sich seit Generationen jeglicher exakter wissenschaftlicher Erforschung entzieht. Wenn man glaubte, man könne in 2007 aufgrund der frühen Blüte auch früher ernten, dann drehte uns die Natur eine lange Nase. Öchslegrade sind längst nicht alles. Wir brauchen die volle physiologische Reife der Trauben, die erst Mitte Oktober erreicht war und reife Säuren. Das Gefühl des Winzers, wann er zu ernten hat, ist viel wichtiger als jede nur vorgebliche Sicherheit aufgrund von Parametern wie den Öchslegraden. Und die Jahrgänge eines Weines sind so unterschiedlich wie die Fingerabdrücke der Menschen. Jeder Jahrgang hat seinen ureigenen, nur schwer vergleichbaren Charakter. Und in 2007 hat die Natur mir ein einzigartiges Geschenk gemacht”.
Wer Helmut Dönnhoffs vornehme Zurückhaltung kennt, weiß diese Einschätzung eines Jahrgangs, seine Freude und seinen Stolz auf seine Weine adäquat einzuschätzen: Wenn ich an die letzten drei grandiosen Jahrgänge 2004, 2005 und 2006 zurückdenke, dann war hier bereits quasi die Perfektion schon erreicht und eine Steigerung nach menschlichem Ermessen kaum mehr möglich. Denn Helmut, der Perfektionist, holt aus jedem Jahrgang das Maximum heraus. Doch was passiert wohl, wenn ein Winzer wie Dönnhoff in 2007 eine Traubenernte einbringt, die nie zuvor so lange am Stock ausreifen konnten? Dann entstehen eben trotzdem Weine, die zumindest in Bezug auf Raffinesse und Komplexität nochmals eine Kategorie höher einzustufen sind als zuvor: Die Folge: 2007 ist der bisherige Höhepunkt im Schaffen eines der größten Winzer der Welt! „Weine und Weinmacher sind Legende, geradezu ein nationales Erbe. Es ist ein weiter Weg bis zu dieser Position und Helmut Dönnhoff ist ihn arbeitsam und bescheiden gegangen, wie es seine Art ist. Der Grandseigneur des Naheweins ist ein Traditionalist und als solcher ein wahrer Experte im Ausbau des Rieslings im klassischen Eichenholzfass”, urteilt der Gault Millau. Für mich persönlich hat der Magier Helmut Dönnhoff im Jahre 2007 eine Kollektion vinifiziert, die so unfassbar gut ist, dass Sie sich, liebe Kunden, diese einzigartigen Rieslinge mit ihrem feinen mineralischen Duft und ihrem komplexen Aromenreichtum auf keinen Fall entgehen lassen dürfen. Und beachten Sie bitte, dass die Nachfrage nach Dönnhoffs Weinen immens ist: Viele dieser Weine werden sehr schnell ausverkauft sein. Doch Vorsicht bitte: Suchtgefahr!


935307 Dönnhoff, Norheimer Dellchen, Großes Gewächs Riesling trocken 2007 29,95 Euro
Von klassischen steilen Schieferterrassen in einer Felsmulde, in die auch vulkanische Elemente eingeschlossen sind, stammt dieser phänomenale Riesling mit seinen wunderbar komplexen, sehr subtilen Aromen. Das „Dellchen” ist eine uralte stille große Liebe von Helmut Dönnhoff, eine traumhafte Lage, die er erstmals in 2005 mit der Vinifizierung eines Großen Gewächses adelte. Bereits in den 60er Jahren, als Helmut Dönnhoff noch Lehrling war (auch große Meister fallen nicht vom Himmel!), stand er Jahr für Jahr aufgeregt und voller Neugier vor den Fässern mit den Weinen aus Norheim, von dessen berühmter Vergangenheit im Mittelalter (die bedeutendsten Klöster Deutschlands besaßen hier kostbare Besitzungen!) er damals noch gar nichts wusste. Und während die großen Winzerkoryphäen Flaschen aus allen Spitzenlagen der mittleren Nahe nebeneinander stellten und sich darüber ereiferten, ob die Schlossböckelheimer Kupfergrube besser sei als die Niederhäuser Hermannshöhle, prägte sich der Geschmack der Norheimer Weine, vor allem der aus dem bizarren Felsenland des Dellchen (wie der Name schon andeutet, eine durch Felsvorsprünge nach Westen wie nach Osten hin perfekt geschützte südlich exponierte Einbuchtung), unauslöschlich in das Gedächtnis des jungen Helmut ein.

Es war der Beginn einer Herzensangelegenheit! Denn als in den 70er Jahren die damalige Krise des deutschen Weinbaus auch die Nahe erfasste, gehörte das Norheimer Dellchen trotz seines einzigartigen Terroirs mit optimalen mikroklimatischen Bedingungen aufgrund seiner schwer zu bearbeitenden Steillage zu den ersten Wingerten, die wegen zu hoher Bewirtschaftungskosten aufgegeben wurden. Bis zur Unkenntlichkeit mit Sträuchern überwuchert, einige Trockenmauern eingefallen: So bot sich Helmut Dönnhoff Ende der 80er Jahre das Herzstück des Dellchens dar, als er sich seinen Jugendtraum erfüllen und dieses Filetstück erwerben konnte. Terrassen mussten entbuscht und wieder mit Riesling bepflanzt werden. Doch heute haben sich alle Mühen und Entbehrungen gelohnt: „Die Trauben, die an den mittlerweile älter gewordenen Reben wachsen, geben von Jahr zu Jahr mehr die Mysterien des Dellchens preis: Wie die Planeten eines Sonnensystems umkreisen Aromen von würzig-kräutrig über Limette und Williams-Chrisbirne bis hin zur Gelbfrucht den schiefrig-mineralischen Kern des Weins, in sicherer Distanz und doch in harmonischen Bahnen gehalten durch eine markante, allerdings niemals spitze Säure. Trotz seiner Sinnlichkeit schon in der Jugend sollte man das Dellchen reifen lassen. Doch auch nach Jahren bleiben Rieslinge der Extraklasse wie die aus dem Dellchen ein Rätsel, aber ein wunderbares – und nicht weniger wunderbar als diese Weine ist die Rettung einer der traditionsreichsten und zugleich besten Weinlagen in Deutschland!” Mit großer Freude zitiere ich Ihnen, liebe Kunden, aus einer faszinierenden, unbedingt lesenswerten Reportage von Daniel Deckers aus VINUM, in der die Geschichte „einer der ältesten Spitzenlagen Deutschlands” und ihrer Wiederbelebung durch Helmut Dönnhoff ungemein spannend erzählt wird. Gänsehautatmosphäre!

Und mein Wort drauf: Nie zuvor war das Dellchen so gut wie in 2007 – eine Granate! Aber nichts Aufdringliches geht von ihm aus, vielmehr ist es verspielt und traumhaft tänzerisch sowie zupackend zugleich und besitzt eine tolle Mineralität. Welch unglaublich betörende Nase, weiblicher, sinnlicher in seiner Stilistik, zugänglicher als die Hermannshöhle, wahrlich feiner denn je auf der Zunge, denn die neu angepflanzten Reben werden älter und liefern immer bessere Trauben: „Die Norheimer Lagen verkörpern in ihren Weinen immer mehr das weibliche Element und jetzt ist das Dellchen so schön geworden, so voller sex-appeal, dass die Buben hinterherlaufen”, erzählt Helmut augenzwinkernd verschmitzt. Und mir scheint, er ist selbst einer dieser Buben!
Zu genießen empfehle ich Ihnen dieses wahrlich Große Gewächs ab seiner Freigabe im Herbst, Höhepunkt 2010 bis nach 2020.


In Subskription, Auslieferung voraussichtlich im Herbst 2008


Weingut Hermann Dönnhoff
Das romantische Lustschloss der Puricellis inmitten seiner Spitzenlage
Schlossböckelheimer Felsenberg wurde von Riesling-Magier liebevoll restauriert


936507 Dönnhoff, Schloßböckelheimer Felsenberg Großes Gewächs Riesling 2007 29,95 Euro
Der Premierenjahrgang eines neuen Großen Gewächses, die Geburtsstunde einer neuen Legende!
Der Schlossböckelheimer Felsenberg besteht aus rotem vulkanischem Schotter und dieses großartige Terroir gibt diesem exzellenten Riesling sein zutiefst mineralisches Gepräge. In Nase und Mund faszinieren komplexe Aromen von Pfirsich und Aprikose, reifen Zitrusfrüchten, gelben Äpfeln, weißen Blüten und wilden Kräutern sowie immer wieder diese alles durchdringende fabelhafte Mineralität, die jeden Liebhaber großer Rieslinge magisch in ihren Bann zieht. Helmuts einzigartige trockene Rieslinge sind niemals laut oder aufdringlich, sie besitzen vielmehr stets eine vornehme, edle, fast distinguierte Stilistik: ein Spiegelbild der Seele des großartigen Menschen Helmut Dönnhoff, wahrlich des Grandseigneur der deutschen Winzerszene. Und nur in diesem Kontext gesehen wirkt der Schlossböckelheimer Felsenberg etwas weniger schlank, sondern mit mehr Dichte, Fülle und Struktur versehen als seine Geschwister aus den Nachbarlagen, „ist eher vergleichbar mit einer rassigen, unbezähmbaren Schönheit südländischen Typus, ist dabei sehr fordernd und anspruchsvoll” (so Helmuts verschmitzter, augenzwinkernder Kommentar) sowie geprägt von einer bemerkenswerten Frische und einer erstklassigen Säurestruktur. Nach längerer Öffnung im großen Glas – dieses traumhafte Große Gewächs braucht viel Luft – entwickeln sich Aromen von schwarzen, wild wachsenden Himbeeren, ergießen sich, bei aller Feinheit und Finesse, wollüstige, saftige Wogen von Cassis, grünem Tee, Feuerstein und würziger Mineralität über die Zunge, kleiden den Gaumen aus bis in den letzten Winkel, setzen sich fest, wollen nicht mehr loslassen – und welch ungemein langer, fabelhaft mineralischer (salzig!) Nachhall. Noblesse oblige! Geniales Großes Gewächs, rassig wie ein wildes arabisches Vollblutrennpferd, das deutlich macht, warum viele Kenner den 07er Jahrgang bei Dönnhoff als den primus inter pares in einer grandiosen Abfolge großartiger Ernten sehen. Ein phantastisches Großes Gewächs, das eine Legende begründen wird!
Wer diesen singulären Weltklasse-Riesling je probieren darf, mag vielleicht zukünftig dazu neigen, die Worte Felsenberg und Mineralität als Synonyme zu benutzen!
Zu genießen ab Freigabe im Herbst diesen Jahres, Höhepunkt 2011 bis 2025.


In Subskription, Auslieferung voraussichtlich im Herbst 2008


930307 Dönnhoff, Niederhäuser Hermannshöhle, Großes Gewächs Riesling trocken 2007 33,00 Euro
Gault Millau 2008: „Hermannshöhle bester trockener Riesling des Jahres in Deutschland”
Weltweit als eine der absoluten Spitzenlagen nicht nur der Nahe, sondern aller deutschen Weinanbaugebiete gerühmtes Terroir: Windoffener steiler Südhang zur Nahe, Niedrigerziehung der Rebstöcke wegen Ausnutzung der Bodenwärme, Kompostierung der Böden, um die Feuchtigkeit optimal zu speichern, Grauschieferverwitterung und komplexe Mischung verschiedener Gesteinstypen: „Heute wird der Name Niederhäuser Hermannshöhle von Weinfreunden auf der ganzen Welt mit Ehrfurcht ausgesprochen, Helmut Dönnhoff verhalf den Weinen aus dieser Lage zu mehr als nur Beachtung und Bewunderung, er gab ihnen eine Aura”, so urteilt völlig zu Recht Stuart Pigott im WEINGOURMET. Diese traumhafte Lage mit ihren bis zu über 60 Jahre alten Reben bringt intensivst mineralische Weine hervor, sehr komplex, ungemein konzentriert, dabei aber gleichzeitig herrlich verspielt und aristokratisch, dicht, elegant, extraktreich, extrem tiefgründig, mit herrlichen Pfirsich-, Cassis- und Zitrusaromen und Anklängen an eine frisch duftende Blumenwiese im Sommer (wobei die Aromenvielfalt so unglaublich ist, dass man sie nicht annähernd in Worte fassen kann), am Gaumen druckvoll und voller Kraft, schöne Balance, unfassbar lang, über 1 Minute anhaltend. Dieser große, unendlich raffinierte Riesling gehört wie die fabelhaften 03er und 06er (2. Platz bzw. Siegerwein im Ranking des GAULT MILLAU) für mich zu den besten trockenen Weißweinen des Jahres in ganz Deutschland und demonstriert durch seine Stilistik eindrucksvoll, warum in Weinbauregionen kalte Nächte und somit große Temperaturunterschiede zum Tag eminent wichtig sind: Welch fabelhafte Frische, welch große Eleganz und Finesse, welch unvergleichliche Rasse und vibrierende Stahligkeit, welch beeindruckende mineralisch-salzige Strahlkraft und welch perfekte Säurestruktur bei moderatem Alkohol! Das macht großen deutschen Rieslingen in der gesamten Weinwelt so schnell keiner nach, das ist Rieslingduft, wie man ihn sich schöner nicht vorstellen kann!
Welch traumhaftes Großes Gewächs: Aristokratisch, nobel, edel! Riesiges Potential bis etwa 2025.


In Subskription, Auslieferung voraussichtlich im Herbst 2008


Herzliche Grüße aus Saarwellingen,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann


SUBSKRIPTIONSBEDINGUNGEN

Unsere Subskriptionsbedingungen finden Sie als Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen