Saarwellingen, 25. Mai 2007

DEUTSCHLAND

Der Jahrgang 2006 ist in Österreich ein Jahrhundertjahrgang, der beste seit über 25 Jahren. In Deutschland (wie übrigens in Frankreich auch) schwanken die Qualitäten zwischen Himmel und Hölle. Die Arbeit des guten Winzers und das notwendige Quäntchen Glück im Erntepoker des Herbstes sowie eine extrem selektive Ernte unter optimalen Bedingungen genau im Zeitfenster eines traumhaften Altweibersommers zwischen dem 5. und 20. Oktober waren entscheidend. Das Resultat: Fabelhafte Qualitäten bei den Spitzenwinzern mit der Dichte und Konzentration von 05, der rassigen Säure von 04 und dem Extrakt von 98. Niemals zuvor gab es eine derartige Konstellation! Klaus-Peter Keller hat die besten trockenen Rieslinge seiner Winzerlaufbahn vinifiziert, Helmut Dönnhoff („meine besten fruchtsüßen Rieslinge seit 71 und 89”) und Werner Schönleber („meine schönsten fruchtigen Rieslinge in 30 Jahren Winzerdasein, aber auch die trockenen waren niemals besser”), diese so ungemein sympathischen, bescheidenen Winzerpersönlichkeiten kamen in unseren gemeinsamen Verkostungen ins Schwärmen. Josi Leitz und Armin Diel haben sich in 2006 selbst übertroffen.
Der einzige Wermutstropfen: Die rigorose Selektion in Weinberg und Keller erbrachte niedrige Erträge. Stuart Pigott, einer der renommierten Rieslingexperten der Welt, empfiehlt daher nach ausführlichen Jahrgangsverkostungen in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG vom 6. Mai: „Jetzt aber Tempo! 2006 bei den guten Winzern, die den schwierigen Herbst im Griff hatten, ganz schnell zugreifen, denn es droht ein rapider Ausverkauf: Niedrige Erntemenge, aber tolle Weine und daher eine riesige Nachfrage”, die bei weitem das Angebot übersteigt!


Emrich-Schönleber - Nahe

Werner Schönleber: Winzer des Jahres 2006 (Gault Millau)

Werner Schönlebers grandiose Weißweine lösen bei Kennern tiefe Emotionen aus, können gar als Archetypus ihrer Edelreben und ihrer weltweit einzigartigen Anbauregion, der Nahe, gelten. Denn in diesem malerischen Flusstal, auf Höhe des 50. Breitengrades – an der nördlichen Grenze dessen also, wo Weinbau in Europa überhaupt möglich ist und die Reben im harten Überlebenskampf eine solche Vielzahl von Weinstilistiken ergeben, wie sonst nirgends auf der Erde – vinifiziert einer der weltbesten Winzer so unverfälscht reinrassige und urwüchsig-klassische Rieslinge, dass sie für jeden Liebhaber authentischer Gewächse die unverfälschte Inkarnation ihres großen, mineralischen Monzinger Terroirs darstellen!

Es sind unglaublich animierende, vibrierend mineralische Weine von großer aromatischer Komplexität. Bei aller inneren Dichte verwöhnen sie ungemein schlank und filigran den Gaumen, tänzeln im besten moselanischen Stil springlebendig auf der Zunge, besitzen großen Tiefgang und sind, erst recht in einem Jahrgang wie 2006, mit einer fabelhaften Säurestruktur ausgestattet: Es sind traumhafte Rieslingunikate, die niemals satt machen, die vielmehr stets zum Weitertrinken animieren. Im Frühlingsplätzchen und im Halenberg, in den beiden historisch so bedeutsamen Lagen Monzingens, besitzen die Schönlebers die Filetstücke: beste Kernparzellen von sagenhaftem Terroir! Das ist Schieferklang pur, aber auch feinstes Gewebe von Kiesel und Quarzit. Die Weine vom Frühlingsplätzchen sieht Werner Schönleber immer „früher zugänglich, stärker gelbfruchtbetont, aus feinster Seide gewirkt, floraler und femininer als der Halenberg, sinnlich und nachhaltig zugleich”. Dagegen sind die Weine aus dem legendären Halenberg rassig-mineralischer, er braucht mehr Zeit zur Reife und entfaltet dann seine wunderbaren Aromen von Kräutern, Mineralien, Zitrusfrüchten und Grapefruit, mitunter flankiert von einer rotbeerigen Note. Beide Renommierlagen der Nahe erbringen somit gleich phantastische Qualitäten, nur sehr unterschiedlicher Stilistik. Die logische Konsequenz solch fabelhafter Weißweine auf absolutem Weltklasseniveau: Werner Schönleber wird nur 2 Jahre nach der grandiosen Auszeichnung ‚Kollektion des Jahres 2004’vom Gault Millau als ‚Winzer des Jahres 2006’ gefeiert!
Wir zitieren mit großer Freude aus der Laudatio: „Mit Beharrlichkeit und seltener Intensität arbeitete sich der Monzinger in die Weltspitze empor. Sein vorbildliches Streben nach Perfektion, kleine, wohlüberlegte Schritte, Arbeit an den so wichtigen Details, brachten den Erfolg. Ausrutscher – auch bei kleinen Weinen – gibt es bei ihm nicht. Er hat die großen Monzinger Lagen ‚Frühlingsplätzchen’ und ‚Halenberg’ erst wieder bekannt gemacht, hat ihr Potenzial mit seinen Weinen aufgezeigt. Kein Geheimnis steckt hinter den Qualitäten des Hauses, nur sorgfältige Arbeit: späte, häufig selektive Handlese, schonende Pressung, kühle Vergärung. Die eleganten Weine atmen jenes Understatement, das auch Werner Schönleber ausmacht, genau wie dessen gradlinige Bestimmtheit. Nichts ist in seinen Weinen vage, alles ist auf den Punkt, nichts protzt, doch jeder Wein weiß um seinen Wert. Wir rufen den Monzinger deshalb mit Freude zu unserem ,Winzer des Jahres 2006’ aus”.

Werner Schönleber und seine Frau Hannelore haben, mittlerweile unter tatkräftiger Mithilfe ihres Sohnes Frank (der in den letzten Jahren immer mehr in die Mitverantwortung hineinwächst und der mit seinen Ideen zweifellos zur nochmaligen Qualitätssteigerung beigetragen hat), somit binnen drei Jahrzehnten das über 250 Jahre alte, traditionsreiche Weingut von einem soliden Familienbetrieb zu einem im Gault Millau mit der fünften Traube geadelten und damit in den kleinen (acht Winzer insgesamt) Olymp deutscher Weltklasseerzeuger aufgenommenen Spitzengut entwickelt.

Mit großer Freude besuche ich jährlich dieses so gastfreundliche und sympathische Winzerpaar an der oberen Nahe: Die Gespräche (sie pflegen bei gutem Essen und großartigen Rieslingen stets bis tief in die Nacht zu dauern: Die Zeit vergeht wie im Pfluge) mit den grundehrlichen Schönlebers sind immer wohltuend, ihre Analysen von profundem Tiefgang und ungeschminkt in der Sache. Selbstkritisch werten sie ihr eigenes Tun, freuen sich bei aller Bescheidenheit aber auch zutiefst über ehrliches Lob, denn ihre phantastischen Weine sind schließlich das Resultat harter Arbeit und bedingungsloser Hingabe. Doch alles Laute und Marktschreierische ist dem stillen ‚Grauen Wolf’ mit der großen, hageren Gestalt absolut wesensfremd. Und so sind es ausschließlich die sensationellen Qualitäten im Glase und die dadurch bedingten großen Erfolge bei vergleichenden Proben, die den mittlerweile legendären Ruf dieses Vorzeigeweingutes begründet haben – aber keinerlei Marketingstrategie. Werner Schönleber ist allen Elogen zum Trotz ein so wohltuend bescheidener Mensch geblieben – aber auch ein begnadeter Winzergenius: Sein unermüdliches Schaffen dient ausschließlich der Transformierung seines phantastischen Terroirs in große Weine mit einem legendären Alterungspotential, zutiefst mineralische Rieslinge ureigenen Charakters mit einer Rasse, Tiefe und Komplexität, wie man sie sich weltweit kaum beeindruckender vorstellen kann.

Im Jahrgang 2006 scheint in Deutschland wiederum die Nahe zu den drei privilegierten Regionen zu gehören: „Gott lebt an der Nahe”, dieses exakt den Punkt treffende Fazit von Marcus Hofschuster (renommierter Degustator des Internetweinführers wein-plus.de) wurde, den Jahrgang 2003 betreffend, mittlerweile zum geflügelten Wort unter Weinliebhabern. Doch aus dem Wochenendhäuschen wurde seither ein fester Wohnsitz! Die Abfolge eines großen Jahrgangs nach dem anderen kann man natürlich auch, wissenschaftlich korrekt, mit den Folgen des „global warming” erklären, dessen Gewinner eindeutig das weit nördlich gelegene idyllische Tal der Nahe ist. Wenn solch zurückhaltende und besonnene Winzer wie Helmut Dönnhoff („2006 fruchtig ist mein bester Jahrgang seit 1971 und 1989”) und Werner Schönleber („Im trockenen Bereich hatten wir vielleicht schon mal das Glück, ähnlich gute Weine wie in 2006 erzeugen zu können, im fruchtigen Bereich sind es wohl die besten Qualitäten in meiner Winzerlaufbahn”), denen jegliches Eigenlob fremd ist und die so wohltuend bescheidene Menschen sind, nach dem Ende langer gemeinsamer Verkostungsabende (Ich muss gestehen, Ausspucken war nicht möglich, derart begeistert war ich von den traumhaften Qualitäten) sich zu solch dezidierten Urteilen hinreißen lassen, brauche ich dem nichts mehr hinzuzufügen. Oder Stuart Pigott nochmals zitieren, der seinen Lesern in der FAS empfiehlt: „2006 bei den guten Winzern, die den schwierigen Herbst im Griff hatten, ganz schnell zugreifen, denn es droht ein rapider Ausverkauf: Niedrige Erntemenge, aber tolle Weine und daher eine riesige Nachfrage”, die bei weitem das Angebot übersteigt!

Mein Fazit: Eine wesentlich spätere Lese als in vielen anderen deutschen Anbaugebieten, deren Basis in einer vorbildlichen Weinbergsarbeit während einer langen Vegetationsperiode gelegt wurde, ermöglichte es den sympathischen Schönlebers, zutiefst mineralische Rieslinge zu erzeugen, wie ich persönlich sie am liebsten mag: feinrassig, filigran, mit einer fabelhaften Säurestruktur, damit herrlich frisch und terroirbetont. Natürlich profitierte man auch in 2006 wie stets von den kühlen Winden, die kontinuierlich über den Hunsrück streichen und für starke Abkühlungen in den Nächten sorgen, so dass die Trauben aromatischer werden und ihre natürliche Säurestruktur (insbesondere einen hohen Weinsäureanteil) bewahren können, ein unschätzbarer Vorteil in den immer reifer werden Jahrgängen! Das Resultat: Werner Schönleber hat zwar wie alle qualitätsorientierten Spitzenwinzer in einem traumhaften Spätherbst 2006 (kein einziger tropfen Regen nach moderaten Regenfällen am 3. Oktober!) eine mengenmäßig kleine Ernte eingefahren, doch von derart erlesener Güte (die Weine vereinen die Säure von 04 mit der Dichte von 06 und dem Extrakt aus 98), dass ich nach mehreren, mich absolut begeisternden Verkostungen der Überzeugung bin, dass die sensationell schöne 2006er Kollektion die bisherige Krönung im Schaffen von Werner Schönleber darstellen könnte, einen Tick besser noch als die grandiosen Jahrgangsvorgänger!
Eine persönliche Anmerkung zum Schluss: Ein großer Riesling transportiert wie keine andere Rebsorte das Terroir, aus dem er stammt, ist ein einzigartiges Unikat, ein Heimatwein mit unverwechselbarer Seele. Werner Schönleber hat diese Seele niemals verkauft, seine grandiosen Charakterweine – ein Spiegelbild seiner eigenen unverfälschten Persönlichkeit – stehen in der großen Tradition einer jahrhundertealten Kultur und gehören zur schönsten und edelsten Ausprägung ihrer Sorte: Meine ganz besondere Empfehlung, Kategorie persönliche Lieblingsweine!
P.S.: Zurzeit beginnen die 2004er Rieslinge der Schönlebers sich traumhaft zu präsentieren und der 2001er Halenberg Auslese trocken ist in einer sensationell schönen Verfassung. Schauen Sie, liebe Kunden, doch einmal nach, was Sie von diesen tollen Weinen in Ihren Kellern finden und genießen Sie.

Weingut Emrich Schönleber
Vom blauen Schiefer geprägtes Terroir des Halenberg


937306 Schönleber, Monzinger Frühlingsplätzchen Riesling Großes Gewächs trocken 2006 24,95 Euro
Welches sind die richtigen Worte, das berührende Erlebnis beim Genuss dieses Großen Gewächses von alten Rieslingreben aus einer Parzelle mit tiefgründigem Lehm und rotem Schiefer adäquat zu beschreiben? Wie erfasst man dieses phantastische Kaleidoskop an Aromen, das komplexe Potpourri an Düften... ? In der Nase faszinieren die sinnliche Fruchtigkeit, eine hochfeine Mineralität, eine traumhafte Frische, ein transparentes, feines Gewebe: Ein Wein wie aus Samt und Seide gewirkt, so herrlich verspielt, einem übermütigen Fohlen ähnlich, stets frühzeitiger geöffnet als der in seiner Stilistik so gänzlich anders gewirkte Halenberg. Dieser filigrane Riesling besitzt überhaupt nichts Vordergründiges, schwebt stattdessen geradezu in einer feinen, prononcierten Säure über die Zunge, dem Tanz der Elfen gleich. Seine perfekt balancierte würzige Frucht-Säurestruktur ist betörend, frisch, gelbfruchtbetont und verwöhnt den Gaumen mit komplexen Geschmacksnoten von Pfirsich, Ananas, Apfel sowie Mandarine und wiederum einer zart gewobenen Mineralität. Dieser unglaublich animierende, Trinkfreude pur verströmende Riesling brilliert mit einer fabelhaften Filigranität, seiner vibrierenden Rasse und seiner lagenbedingten Zartheit: Er gewinnt seine Faszination nicht durch Kraft und Dichte, sondern durch ein ungemein finessenreiches Spiel, eine traumhafte Frische und eine moselanisch anmutende Eleganz, Leichtigkeit und Verspieltheit. Dieser hedonistische „Flatteur” scheint die Gesetze der Schwerkraft aufzuheben und scheinbar schwerelos über die Zunge zu gleiten – den Greifvögeln ähnlich, die hoch über den Steillagen der Nahe majestätisch ihre Kreise ziehen. Und es ist ihre Sensibilität, die sich bis zum langen, harmonischen, stets saftigen Ende hinzieht – welche die großen Rieslinge von Werner Schönleber für mich so unverwechselbar authentisch macht. Was für ein legendäres Frühlingsplätzchen, vinifiziert aus traumhaft klein- und lockerbeerigen Träubchen, die an den herrlichen Herbsttagen im Oktober 06 mit der Sonne um die Wette strahlten!
Zu genießen sofort nach Freigabe im September, Höhepunkt 2009 bis 2018.


In Subskription, Auslieferung im Spätherbst 2007

934506 Schönleber, Monzinger Halenberg, Riesling Großes Gewächs trocken 2006 26,50 Euro
Meine Liebe zu den Weinen der sympathischen Schönlebers fand ihren Ursprung genau in diesem fabelhaften trockenen Spitzenriesling vom Halenberg, einem wahrhaft Großen Gewächs, das mich seit mehreren Jahren unentrinnbar in sein Gravitationsfeld gezogen und nie mehr losgelassen hat! Fasziniert das Frühlingsplätzchen wie ein liebreizendes junges Mädchen, das verträumt durchs Leben tänzelt, so kommt der Halenberg als aristokratischer Charakterkopf daher: Es ist der im Halenberg dominierende blaue Schiefer, der die Basis für die komplexe, tiefgründige Mineralität dieses großen Rieslings legt, der enorm dicht, kompakt und konzentriert im Glase steht. Was für ein grandioser Terroirwein von einer zwar kleinen, aber zweifellos einer der besten und spannendsten Lagen innerhalb ganz Deutschlands!

Dieser noble, majestätische Riesling brilliert durch eine abgrundtiefe, extrem mineralische Nase mit intensiven Steinobst-, spektakulär schönen Grapefruit- und würzig-rauchigen Aromen. Am Gaumen eine konzentrierte, strahlende Frucht, ungemein saftig und dicht, faszinierend die reife, rassige Säure, betörend das mächtige mineralische Fundament, das vom vielstimmigen Klang der Mineralien aus den Tiefen des Felsenbodens erzählt. Und welch ein Extrakt! Dazu gesellen sich eine enorme Kraft, Tiefe und Länge und eine feine, cremige Textur mit grandiosem Schmelz, die wohltuend seiden die Zunge umhüllt, gepaart mit einer Finesse und Filigranität, wie sie in dieser Kombination nur den großen Rieslingen der Nahe zu eigen sind. Der extrem lange Nachhall dieses traumhaft balancierten, mit Luftzufuhr ungemein sinnlichen Rieslings von edler Gestalt und brillanter Struktur ist wiederum zutiefst mineralisch und glockenklar. Diese grandiose Hymne an die Transzendenz und Komplexität großer deutscher Rieslinge ist ein beseelter Wein, die Inkarnation seines legendären Terroirs, der dem wahren Weinliebhaber einen Zipfel der Unendlichkeit erhaschen lässt. Welch Hommage an den Halenberg, ein magischer, verzaubernder Wein!
Zu genießen ab Freigabe im September wird dieser Rohdiamant, der in den letzten Jahrgängen für so viel Aufsehen bei Weinkennern und Fachpresse gleichermaßen gesorgt hat, zwischen 2010 bis etwa 2025 auf seinem Höhepunkt sein. Wahnsinnsstoff!


In Subskription, Auslieferung im Spätherbst 2007


Herzliche Grüße aus Saarwellingen,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann

SUBSKRIPTIONSBEDINGUNGEN

Unsere Subskriptionsbedingungen finden Sie als Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen