Keller, Westhofen Abtserde, Riesling Großes Gewächs 2006

Allergene: Sulfite |

Keller, Westhofen Abtserde, Riesling Großes Gewächs 2006
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne” (Hermann Hesse)
„Wenn Sie jemandem beweisen möchten, wie großartig trockener deutscher Riesling mit seiner einzigartigen Finesse und großen Mineralität schmecken kann, dann präsentieren Sie Weine von Klaus-Peter Keller – die deutschen Montrachets!” (Jancis Robinson in der Financial Times)

Das große Terroir der Abtserde ist eine phantastische, von einer alten Trockenmauer nach Norden hin abgeschirmten Südlage mit dem höchsten Kalkgehalt aller großen Westhofener Lagen und einer unterirdischen Wasserader, die eine optimale Versorgung der alten Reben auch in trockenen Sommermonaten garantiert. Diese mikroskopisch kleine Traumlage zwischen Morstein und Kirchspiel erinnert von ihrer Exposition her sehr stark an die berühmtesten Lagen des Burgund, genau so wie das Band von rötlichem (im unteren Teil) und weißem Kalkgestein (im oberen Gewann), das in dieser vielleicht besten Lage Westhofens förmlich aus dem Boden zu wachsen scheint. Schon im Mittelalter, als die Rieslinge aus dem rheinhessischen Hügelland legendären Ruf besaßen, demonstrierte der Volksmundname dieses großen Terroirs, „an Abtes Erden” (bereits im Jahre 1380 in Urkunden erwähnt), die herausragende Stellung dieses gesegneten Stückchen Lands. Die Geschichte dieser Benennung möchte ich Ihnen gerne erzählen:

Ein weinbegeisterter Bischof von Worms bezog seinen Lieblingsriesling aus Westhofen. Doch dann wurde er unzufrieden. Die Qualität war auf einmal nicht mehr dieselbe wie früher. Also schickte er einen Abt, seinen persönlichen Sekretär, auf die Reise, um die Ursache zu ergründen. Und dieser wurde schnell fündig. Die schlauen Bauern vor Ort waren nämlich auf die Idee gekommen, nicht mehr die von Natur aus kleinbeerigen, nur Stecknadelkopf großen (und damit ertragsschwachen, aber dickschaligen, traumhaft aromenintensiven) Trauben dieser felsigen, extrem kalksteinhaltigen und nur sehr mühsam zu bearbeitenden Lage zum Riesling für den Bischof zu verarbeiten, sondern Trauben aus der wesentlich weniger Mühe kostenden Ebene von Westhofen. Zornig erließ der Abt ein strenges Dekret: Ab sofort durften für den bischöflichen Riesling nur noch die Trauben aus einer ganz bestimmten Parzelle verwendet werden, die denn danach bei den verdrießlichen Bauern „an Abtes Erden” hieß.
Doch der Bischof war ab dem nächsten Jahrgang wieder glücklich, ebenso wie all diejenigen Rieslingliebhaber, die sich diesen absoluten Weltklasseriesling, eine hypothetische Vereinigung all der positiven Attribute seiner berühmten Nachbarparzellen Morstein und Kirchspiel, in den Keller legen dürfen. Als ich diesen magischen Wein erstmals verkostete, war ich wie vom Donner gerührt: Ungläubiges Staunen ob seiner fabelhaften Kraftentfaltung, ungläubiges Staunen ob seiner elfenartigen Feinheit, ungläubige Beobachtung der eigenen Sinne. Welch Wunder der Natur, verletzlich, sinnlich, grazil in seiner schwebenden Transparenz, erschütternd in seiner bebenden Mineralität, ungemein berührend, ein seltenes Naturerlebnis. Einer der großen Weißweine der Welt, der dem staunenden Verkoster die Grenzen der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit verdeutlicht. Ein grandioses Erlebnis. Urgewalt pur. Es ist kaum vorstellbar, sich ein Mehr an Präzision, Noblesse und kaleidoskopartiger Komplexität vorzustellen, als sie diese Hommage an die urwüchsige Kalkstein-Mineralität mit ihrer einzigartigen Finesse, Tiefe und Eleganz in sich vereint! Worte klängen banal, wollten sie der inneren Harmonie und Balance, der cremigen Textur, der schwebenden Leichtigkeit, der seidenen Transparenz und der abgrundtiefen Mineralität dieses leisen, aber dennoch ungemein lange nachklingenden flüssigen Urgesteins gerecht werden.

Eine neue Legende ist geboren und wird von mir als einer von 5 trockenen Rieslingen überhaupt in meinem Leben mit der Idealnote von 100 Punkten bewertet! Darüber hinaus jedoch möchte ich diesen magischen, verzaubernden Wein, der wie kein anderer Riesling die einzigartige Vermählung der abgrundtiefen Mineraliät des Morstein mit der elfenartigen Leichtigkeit und dem finessenreichen Tanz des Kirchspiels und damit eine wunderbare Leichtigkeit des Seins verkörpert, mit einer Auszeichnung ehren, die Pinard de Picard bisher erst zum zweiten Mal überhaupt einem großen, magischen Wein vergibt: coup de coeur, mein privater Lieblingsriesling. (Letztes Jahr zeichneten wir das Kirchspiel 2005 mit dieser Ehrung aus, der dann folgerichtig vom Gault Millau als bester Riesling des Jahres gefeiert wurde!) Als ich vor ein paar Tagen die fabelhafte Abtserde bei den Kellers in Dalsheim zum dritten Mal vom Fass probierte, hätte ich es mir am liebsten sofort auf den Rücken geschnallt und wäre mit ihm durch„gebrannt”. Sie, liebe Kunden, sind vielen meiner Empfehlungen in den letzten Jahren gefolgt und hoffentlich selten enttäuscht worden. Doch niemals zuvor konnte ich Ihnen einen Wein so eindringlich ans Herz legen wie dieses singuläre Rieslingunikat, ein Weißwein rarer Ausstrahlung und Authentizität, ein Monument an Finesse und Mineralität! Hier finden Sie sie wieder, die andere, die helle Seite des Mondes, wie ich einmal einen ebenfalls von mir mit 100 Punkten bewerteten G-Max beschrieben habe: Bei aller inneren Kraft feiner, schlanker (ja, zerbrechlich fast in seiner Filigranität, aber sanft getragen von einem grandiosen inneren Spannungsbogen), mineralischer und spielerischer als jemals zuvor, ein atmosphärischer Riesling, der zwischen Himmel und Erde zu tanzen scheint. Ein zärtlicher Wein, ganz und gar ursprünglich, der alle Sinne streichelt und richtungsweisend steht für eine neue Generation trockener deutscher Weltklasserieslinge. Sinnlicher Genuss in Vollendung.

Dieser magische Riesling ist einer jener großen Weine, der den Verkoster sprachlos und den Genießer gerührt hinterlässt, wie bei einer großen Liebe. Man hat Tränen in den Augen. Nichts, aber auch gar nichts ist hier laut oder aufdringlich – wie hinter einer geheimnisvollen Tür verbirgt sich jedoch Einmaliges und Unvergessliches!

Zu genießen ab Herbst 2008, Höhepunkt 2010 bis 2025.
Land: Deutschland
Region: Rheinhessen
Weingut: Weingut Keller - Rheinhessen
   
Inhalt: Normalflasche 0,75 l
Weinart: Weisswein
Rebsorten: Riesling
   
Verschluss: Naturkork
Bestell-Nr.: DRH011806
   
   
Allergene: Sulfite
  
Anschrift des Winzers: Weingut Keller
Bahnhofstraße 1
67592 Flörsheim-Dalsheim
Deutschland

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