Keller, Abtserde, Riesling Großes Gewächs 2014

13,0 Vol.% | Allergene: Sulfite |

Keller, Abtserde, Riesling Großes Gewächs 2014
„Höchste Bewertung für das 2013 Abtserde Große Gewächs”, Gerhard Eichelmann, Deutschlands Weinführer

„The Abtserde Große Gewächs plays in a different league”, David Schildknecht

Tino Seiwert: „Jetzt lehne ich mich mal ganz weit raus: Die Abtserde spielt in der Tat in einer eigenen Liga. Daher sehe ich sie in 2014 auf dem gleich exorbitanten Niveau des G-Max’ und diesem auch stilistisch nahe. 100 Punkte! Der Nektar der Götter! Auf diesem Planeten geht trockener Riesling nicht besser... Mein persönlicher Favorit in Kellers Traumjahrgang 2014!”

John Gilman: „The Abtserde GG 2014 is another absolutely monumental bottle, and will be a must have for any long-time Kellerfans.”

Das große Terroir der Abtserde ist eine phantastische, von einer alten Trockenmauer nach Norden hin abgeschirmte Südlage mit dem höchsten 
Kalkgehalt aller großen Westhofener Lagen und einer unterirdischen Wasserader, die eine optimale Versorgung der alten Reben auch in trockenen Sommermonaten garantiert. Sie erinnert von ihrer Exposition her sehr stark an die gerühmtesten Lagen des Burgunds, genau so wie das Band von rötlichem und weißem Kalkgestein, das in dieser binnen drei Jahren zu weltweitem Ruhm gelangten, wohl besten Lage Westhofens förmlich aus dem Boden zu wachsen scheint. Schon in einer Warmperiode des Mittelalters, als die Rieslinge aus dem rheinhessischen Hügelland erstmals legendären Ruf besaßen, demonstrierte der Volksmundname dieses großen Terroirs, „an Abtes Erden” (bereits im Jahre 1280 in Urkunden erwähnt), die herausragende Stellung dieses gesegneten Stückchen Lands. Die Geschichte der Benennung dieses magischen Fleckchens Erde möchte ich Ihnen gerne nochmals erzählen:

Ein weinbegeisterter Bischof zu Worms bezog seinen Lieblingsriesling jahrein, jahraus aus Westhofen. Doch dann wurde er unzufrieden. Die Qualität war auf einmal nicht mehr dieselbe wie gewohnt. Also schickte er einen Abt, seinen persönlichen Sekretär, auf die Reise, um die Ursache dieser Qualitätsminderung zu ergründen. Und dieser wurde schnell fündig. Die schlauen Bauern vor Ort waren nämlich auf die pfiffige Idee gekommen, nicht mehr die von Natur aus kleinbeerigen, nur Stecknadelkopf großen (und damit ertragsschwachen, aber dickschaligen und ungemein aromenintensiven) Trauben dieser felsigen, extrem kalksteinhaltigen und nur sehr mühsam zu bearbeitenden Lage zum Riesling für den Bischof zu verarbeiten, sondern einfach die Trauben aus der wesentlich weniger Mühe kostenden Ebene von Westhofen zu nehmen. Zornbebend erließ der Abt ob solch dreisten Frevels ein strenges Dekret: Ab sofort durften für den bischöflichen Riesling nur noch die Trauben aus unserer hoch gelegenen, extrem kalkigen Parzelle verwendet werden, die danach bei den verdrießlichen Bauern „an Abtes Erden” hieß.

Doch der Bischof war ab dem nächsten Jahrgang wieder ein glücklicher Mensch, ebenso wie all diejenigen Kenner, die sich in den letzten Jahrgängen diesen absoluten Weltklasseriesling in den Keller legen durften. Ich selbst bin stets wie vom Donner gerührt: Ungläubiges Staunen ob seiner fabelhaften Kraftentfaltung, ungläubiges Staunen ob seiner elfenartigen Feinheit und einer Verspieltheit in 2014 wie nie zuvor, ungläubige Beobachtung der eigenen Sinne. Welch Wunder der Natur, verletzlich, sinnlich, grazil in seiner schwebenden Transparenz, erschütternd in seiner bebenden, salzigen (Feuerstein-) Mineralität, verzaubernd in seinem komplexen Aromenspiel, zart die Seele streichelnd, ein emotional berührendes Naturerlebnis. Einer der großen Weißweine der Welt (besser kann kein Wein schmecken, höchstens anders!), der dem staunenden Verkoster die Grenzen der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit verdeutlicht. Es beginnt vorne auf der Zungenspitze ganz leise und zart, dann in der Mitte und im minutenlangen Nachhall Urgewalt pur, die schier aus dem Glase springen möchte! Es ist kaum möglich, sich ein Mehr an Präzision, Noblesse und kaleidoskopartiger Komplexität vorzustellen, als sie diese Hommage an die urwüchsige, feinrauchige Kalkstein-Mineralität mit ihrer einzigartigen Finesse, Präzision, kristallklaren Tiefe und Eleganz in sich vereint! Worte klängen banal, wollten sie der inneren Harmonie und Balance, der sowohl cremigen wie laserstrahlartigen Textur (man muss verkostet haben, damit der Verstand diesen scheinbaren Gegensatz zu akzeptieren bereit ist), der tänzerischen Leichtigkeit, der seidenen Transparenz und der salzigen, tabakig-würzigen Mineralität dieses ungemein laaaaange nachklingenden flüssigen Urgesteins gerecht werden. Welch Geniestreich der Natur. Wieder einmal erweist sich Klaus Peter Keller als sensibler Künstler, der Jahrgang für Jahrgang sein Werk nicht einfach reproduziert, sondern stets aufs Neue die Dramatik eines Jahrgangs und die emotionalen Dimensionen einer unvergleichlichen Weltklasselage zu interpretieren weis.

Ich mag ihn einfach: Diesen dramatischen Wein, der wie kein anderer Riesling die einzigartige Vermählung einer abgrundtiefen Mineralität mit einer elfenartigen Leichtigkeit und einem finessenreichen Tanz verkörpert!

Abtserde 2014: Das ist zweifellos die Quintessenz des Rieslings, eine Hommage an die größte Weißweinrebe der Welt, unglaublich komplex mit hoher Extraktsüße, fein und wundervoll seidig, von großer Tiefe und Eleganz. Flüssige Träume vom energetischem Kalk und einer salzigen Mineralität in einer Dimension, die man geschmeckt haben muss, da sie sich letztendlich in ihrer Komplexität jeder Beschreibung entziehen! Rheinhessens pochendes Herz. Großes emotionales Kino.

Und welch emotionale Musik vermag diesen flüssigen Kalksteinextrakt in all seinem Facettenreichtum auf Augenhöhe widerspiegeln. Mein Vorschlag wäre ‪Beethovens Symphony No. 5:‬‬‬‬‬‬
Vier einfache Töne werden zum unsterblichen Motiv, das wohl seinesgleichen an Bekanntheit in der Musikliteratur sucht. Dem Dualismus Beethovens sogenannter Schicksals-Sinfonie kann man sich nur schwerlich entziehen mit ihren abgrundtief stampfenden, basslastigen Rhytmus - Kaskaden bis hin zu filigransten, edelmütigen, fast versöhnlichen Soloklängen von Holz- und Saitenklang bis schließlich zur Auflösung in strahlend reine majestätische Dur-Gefilde, gleichsam sich Bahn brechend durch Dunkel zum Licht! Abtserde und Beethovens Schicksalssinfonie ziehen unwiderruflich in ihren Bann. Da kann ich immer wieder nachschenken und nochmals hören, nachschenken und nochmals hören... Eine ganze Menge Leben!
Liebe Kunden: Ich MUSS noch einmal, nach dem Hören dieser Symphonie, meiner Begeisterung für die Abtserde 2014 freien Lauf lassen: Sie ist ein singuläres Rieslingunikat, ein Weißwein rarer Ausstrahlung und Authentizität, ein Monument an Finesse und facettenreicher Mineralität. Hier finden wir sie wieder, die andere, die helle Seite des Mondes, wie ich einmal bei einem von mir ebenfalls mit 100 Punkten bewerteten G-Max beschrieben habe: Bei aller inneren Kraft feiner, schlanker, mineralischer und spielerischer als jemals zuvor, ein atmosphärischer Riesling, der zwischen Himmel und Erde zu tanzen scheint. Ein zärtlicher Wein, ganz und gar ursprünglich, der alle Geschmacksknospen streichelt und richtungweisend steht für eine neue Generation trockener deutscher Weltklasserieslinge. Sinnlicher Genuss in Vollendung.
Land: Deutschland
Region: Rheinhessen
Weingut: Weingut Keller - Rheinhessen
   
Inhalt: Normalflasche 0,75 l
Weinart: Weisswein
Rebsorten: Riesling
   
Verschluss: Naturkork
Bestell-Nr.: DRH011814
Alkohol: 13,0 % vol.
   
   
Allergene: Sulfite
  
Anschrift des Winzers: Weingut Keller
Bahnhofstraße 1
67592 Flörsheim-Dalsheim
Deutschland

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