Julian Haart, Wintricher Riesling (feinherb) 2010

12,5 Vol.% | Allergene: Sulfite |

Julian Haart, Wintricher Riesling (feinherb) 2010
„Man belohnt seinen Lehrer schlecht, wenn man immer sein Schüler bleibt”, Nietzsche.

Der verzaubernde, geradezu beseelte Wintricher Riesling stammt aus einem extrem steilen Prachthang (bis zu kaum noch begehbaren 80%) innerhalb des weltberühmten Wintricher Ohligsbergs, und zwar aus der uralten Kernparzelle, die die Strahlen der Sonne wie ein riesiger Brennspiegel einfängt und mit warmer Thermik von der unmittelbar zu seinem Fuß fließenden Mosel gesegnet ist. Die Sonne heizt an schönen Herbsttagen den Schiefer auf, wobei die Wasserfläche die Strahlen zusätzlich in die steilen Lagen reflektiert. In diesem einzigartigen Mikroklima läuft der blaue Schieferboden, der fein mit Quarz und einem hohen Gesteinsanteil durchsetzt ist, zu einer einzigartigen Form auf: Kein Wunder, dass im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts die berühmten Ohligsberger-Gewächse zu den teuersten der Welt zählten. Wenn auf ein solch grandioses Terroir dann noch ein Jahrhunderttalent wie Julian Haart losgelassen wird, scheint sich der Schiefer zu entfesseln gar und bei einer späten Lese kleiner, goldgelber, lockerbeeriger Träubchen transzendentale Rieslinge zu gebären mit einer phantastischen Urkraft und einer traumhaften Finesse und Eleganz gleichermaßen.

In diesem extrem steilen Hang, den zu durchsteigen meinen ganzen Mut und eine große Geschicklichkeit erforderte und der die Begegnung mit einer sich plötzlich aufbäumenden, wild zischenden Giftschlange mit sich brachte, die dann aber vor mir noch mehr Angst bekam, als ich vor ihr schon hatte und dann gottlob blitzartig verschwand, stand Julian Haart Tag für Tag in den fordernden Tagen des Jahrgangs 2010 und rang seinen lockerbeerigen Träubchen eigenhändig und ganz allein (dieser Qualitätsfanatiker will keine Angestellten, keine „Sous”-Köche im Weinberg, die die strengen Qualitätsanforderungen des Meister-Lehrlings gefährden könnten) höchstmögliche Qualität ab, die demonstrieren, dass der Moseljahrgang 2010 in seiner Spitze, aber NUR hier, zu den größten Jahrgängen der letzten 50 Jahre gehört.

Als ich den fertigen Wein das erste Mal probierte, war ich wie vom Donner gerührt. Was ging denn hier ab?! Diese grandiose Qualität hätten die meisten Winzer der Mosel als preislich wesentlich teurere Große Gewächse vermarktet. Nicht so Julian Haart, der bei den Granden Schönleber, Löwenstein, Egon Müller und Keller realisiert hat, stets die höchsten Ansprüche an sich selbst zu stellen. Und so sieht dieser „Verrückte” bei diesem emotional berührenden Riesling gar noch Luft nach oben, obwohl sich im Glas bereits heute ein monumentaler Riesling mit einer moseltypischen Feinheit und Eleganz entfaltet sowie einer verspielten Finesse, aber auch der zupackenden Kraft wie bei einem großen weißen Burgunder in seiner ganzen Vielschichtigkeit: Welch wahnwitzig dichte, mineralische Struktur, die die Sinne eines jeden Genießers betört. Julian Haart, der Meister der Aromen, erweist sich als sensibler Interpret eines Terroirs, das er sinnlich erlebbar in Wein überführt hat: Extrem fein und elegant wird dieser Weltklasseriesling nach einigen Monaten der Flaschenreife eine noch cremigere Textur entwickeln, wird aber niemals seine noble Stilistik, seine tänzerische Verspieltheit und fordernde Tiefgründigkeit verlieren. Ein großartiger, mineralischer, edler Aristokrat mit einer fabelhaften Balance, rotbeerigen Aromen und Noten von Cassis sowie Grapefruit und einer großen Länge im nicht enden wollenden, in REIFE Säure (DIE große Kunst in 2010!) und duftende Rosenblüten eingebundenen Abgang, an den man sich noch Tage nach der Verkostung gerührt zurückerinnert.

Man muss diesen Garderiesling aber nicht zwangsläufig ehrfürchtig meditierend genießen, denn dieser fabelhafte Wein verfügt mit seinen animierenden NUR 12,5 Prozent Umdrehungen über einen ungemein hohen Trink- und Spaßfaktor. Dieses Meisterwerk mit expressiver Schieferqualität zeugt von soviel vitalem Leben in einer traumhaften Schiefersteillage! Chapeau! Stilsicher diese traumhafte Balance, die sensible Finesse und die filigrane Eleganz, die bereits heute für hohen Trinkgenuss verantwortlich zeichnen und die den Wintricher Riesling sich nach drei bis 5 Jahren der Flaschenreife zu einem grandiosen Essensbegleiter entwickeln lassen, zu edlen Fischgerichten, zu Geflügel, zu asiatischer Küche und selbst zu rotem Fleisch oder Wildgerichten! Präzision im Trunk, in der Brillanz der Frucht, der Komplexität der Würze und der bestechend interpretierten abgrundtiefen Mineralität, die ihre grandiose Spur von der Zungenspitze bis zum Ende kohärent verbreitet: Dieser geniale Riesling ist unterhalb der Kategorie edelsüße Rieslinge mein Favorit an der Mittelmosel 2010!

Nietzsche kann in Frieden weiterruhen. Julians stolze Lehrmeister aber werden sich in acht nehmen müssen ;-)
Land: Deutschland
Region: Mosel-Saar-Ruwer
Weingut: Weingut Julian Haart - Piesport
   
Inhalt: Normalflasche 0,75 l
Weinart: Weisswein
Rebsorten: Riesling
   
Verschluss: Naturkork
Bestell-Nr.: DMO050310
Alkohol: 12,5 % vol.
   
   
Allergene: Sulfite
  
Anschrift des Winzers: Weingut Julian Haart
Trevererstraße 12
54498 Piesport
Deutschland

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