Saarlouis, im Januar 2005

PINwand Nº 93


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

heute präsentieren wir Ihnen aus der südlichen Rhône großartige Rotweine von Château Saint Cosme aus dem herausragenden Jahrgang 2003, von Parker übrigens mit sensationellen Punktewertungen geadelt.
Im Languedoc ist die Domaine Tabatau noch immer ein Geheimtipp, während die Domaine Marcel Deiss aus dem Elsass mittlerweile zu den besten Weißweinproduzenten der Welt gehört.
Markus Molitor brilliert im an der Mittelmosel phantastischen Jahrgang 03 mit spektakulären Rieslingen und in Spanien werden auf der Finca Sandoval in der noch weitgehend unbekannten Region Manchuela großartige Rotweine produziert, die unter Insidern schon Kultstatus genießen.

Bereits vor Monaten hatten wir Sie in unseren Pinwänden informiert: Unsere Domaine Fondrèche vom Fuße des malerischen Mont Ventoux hat im Jahrgang 2003 die wohl besten Weine ihrer bisherigen Geschichte vinifiziert. Parker hat diese Einschätzung mit seiner Bewertung ausdrücklich bestätigt. Erstmals vergab er der sehr begehrten Cuvée Carles Nadal, rouge 2003 93 Punkte (wir haben noch eine kleine Menge vorrätig und bitten Sie zu verstehen, dass wir nur noch 3 Flaschen pro Kunde abgeben können, um möglichst vielen Kunden diesen Wein noch zuteilen zu können) und unsere Cuvée Sud Absolu erhielt 89 Punkte. Und das bei einem Preis von gerade einmal 5,95 Euro. Diesen Wein möchte ich Ihnen noch einmal als ganz besonderes Schnäppchen ans Herz legen:

151703 Fondrèche, Sud Absolu, rouge 2003 5,95 Euro
Zusammen mit seinem Önologen Didier Robert fuhr Sébastien Vincenti, Winzergenius und Eigner der Domaine, durch die Region und suchte hervorragende Parzellen aus, die er von den Eigentümern pachtete. Sébastien vinifizierte das perfekt gereifte Traubenmaterial (Grenache und Syrah) mit sensationellem Erfolg: Ein ungemein „sexy” Wein, von, Nomen est Omen, unverkennbar südlicher Stilistik, einfach Trinkspaß pur. Expressive Aromen von Schwarzbeeren, reifen Kirschen und den verführerischen Düften der Provence. Ausladend, füllig, schmeichlerisch am Gaumen, cremige, weiche Tannine. Übrigens: Auch Bernd Kreis, u.a. ausgezeichnet als bester Sommelier Deutschlands und Europas, empfiehlt diesen herrlichen Alltagswein, „ein blutjunges Gewächs”, in seinem Einkaufsführer empfehlenswerter „500 Weine unter 10 Euro” (Hallwag Verlag). Wahrlich eine Rarität in seiner sinnenfrohen Preisklasse!

Fondrèche, Sud Absolu, rouge



Von einem der besten Weingüter aus Châteauneuf-du-Pape, der Domaine Pégau, können wir Ihnen zwei weitere herrliche Alltagsweine anempfehlen, die uns, obwohl bereits ausverkauft, nochmals von Laurence Féraud (herzlichen Dank!) zur Verfügung gestellt wurden:

141703 Pégau, Pelican, VdP d’Oc, rouge 2003 5,90 Euro

Pégau, Pelican, VdP d’Oc, rouge



141303 Pégau, Plan Pégau, Vin de Table rouge 2003 7,50 Euro
(der ‚kleine’ Châteauneuf)


Pégau, Plan Pégau, Vin de Table rouge



Unsere meist verkauften spanischen Rotweine, mittlerweile in erstklassiger Trinkverfassung, bieten wir Ihnen in einer Aktion bis zum 15.2.05 zum attraktiven Sonderpreis an:

429102 Inurrieta, Norte „N”, tinto 2002 , statt 6,50 nur 5,90 Euro

Schnäppchenpreis, gültig bis zum 15.02.05!


429202 Inurrieta, Sur „S”, tinto 2002 , statt 6,50 nur 5,90 Euro

Schnäppchenpreis, gültig bis zum 15.02.05!


In letzter Minute sind auch die beiden ungemein attraktiven ‚großen Brüder’ dieser herrlichen Alltagsweine bei uns eingetroffen, die wir Ihnen daher ab sofort liefern können. Beschreibung folgt in der nächsten Pinwand:

429302 Inurrieta, Crianza tinto 2002 7,80 Euro



429501 Inurrieta, Reserva, tinto 2001 9,90 Euro



FRANKREICH

Domaine du Tabatau - Saint-Chinian

„Woher der eigentümliche Name der Spitzencuvée stammt?” Bruno Gracia bemerkt meine Irritation ob des mir unbekannten Begriffes und lächelt verschmitzt: „Das ist eine Hommage an meinen Großvater, der nach einer Verwundung im Krieg seinen heiß geliebten Beruf als Winzer aufgeben musste, ein Tabakgeschäft eröffnete und von den Dorfbewohnern nur noch „Lo Tabataïre” gerufen wurde”. Bruno, ein lebenslustiger, sympathischer Mensch mit einem feinen, hintersinnigen Humor, dem der Schalk im Nacken sitzt, gehört ob seines Alters nicht mehr zu den jungen Wölfen des Languedoc, schließlich war er nach Jahren der Wanderschaft über Jahre hinweg als Regisseur auf dem weltberühmten Weingut Mas de Daumas verantwortlich für die Pflege der Weinberge.
Und daher liegt genau in seinen so liebevoll restaurierten, erst 1998 erworbenen, wie Inseln in die Garrigue eingelassenen hügeligen Parzellen mit einem der besten Mikroklimata der Region das ganze Geheimnis der faszinierenden Weine der Domaine du Tabatau. Die „lebendigen” Böden (naturnaher Anbau), die mit Gras bewachsen sind, welches eine Konkurrenzsituation für die Wurzeln der extrem niedrigen, teilweise uralten Rebstöcke ergibt und diese so tief in die Erde zwingt, sind prädestiniert zur Erzeugung höchst eigenständiger Weinunikate.
Zudem hat Bruno in seiner Führungsposition auf Mas de Daumas ein enormes Know-how angesammelt, das ihm jetzt in der Selbständigkeit zu Gute kommt. Seine autochthonen Gewächse sind eine Inkarnation der Frische des großartigen Terroirs und ein Denkmal an Authentizität und Natürlichkeit.

Extreme Weinbergsarbeit, niedrigste Hektarerträge, selbstverständlich selektive Handlese und die bewusst eingeschränkte Größe des Gutes (Nur 6 ha zählt die Domaine und soll keinesfalls vergrößert werden, da Bruno im Weinberg alle Arbeiten eigenhändig tätigen will!) sind verantwortlich für die immensen Qualitäten, die hier produziert werden und die sich wie ein Lauffeuer innerhalb der französischen Winzerszene herumgesprochen haben.
Im Keller selbst herrschen sehr einfache Zustände, denn Bruno steckte seine gesamten Ersparnisse in den Erwerb erstklassiger Parzellen. So ist es die unermessliche Qualität, die Sinfonie des Terroirs und das unermüdliche Schaffen eines Weinbesessenen, eines der herausragenden Exponenten südfranzösischer Winzerkunst, die im Glas und auf der Zunge zu verspüren ist und sicherlich ist das der Grund, warum Brunos Weine so herrlich „altmodisch” und unmanipuliert daherkommen, aber ungemein authentisch, Weinunikate eben, wie es sie heute kaum noch gibt.

Diese winzige Domaine mit ihrem besten handwerklichen Terroirkonzept aus der aufstrebenden Appellation St. Chinian ist einer unserer größten Glücksgriffe der letzten Jahre. Die „Revue du vin de France” hat die Domaine mit dem Jahrgang 2001 ebenfalls entdeckt (Die großen Winzer des Languedoc erzählen schließlich auch den Journalisten mit Begeisterung von diesen herausragenden Qualitäten zu kleinem Preis) und beide unfiltrierte Weine mit der höchsten Auszeichnung bewertet, viele teure und berühmte Konkurrenten damit deklassierend. Doch bitte, überzeugen Sie sich selbst von den singulären Qualitäten dieser großen autochthonen Weine des Südens!


335103 Tabatau, Lou Camprigou, rouge 2003 7,50 Euro
Sattes tiefes Kirschrot in der Farbe; intensiv duftend präsentiert sich dieser traumhafte Alltagswein im Glas, feinbeerige Frucht (Cassis) und getrocknete Sommerkräuter. Delikat am Gaumen, feine Struktur, ausgewogen, harmonisch; saftig und unaufdringlich sind die feinen, cremigen Gerbstoffe in die frische, kühl-elegante Frucht integriert, die diesen Wein so gehaltvoll durchzieht.
Die distinguiert unaufdringliche Würze auf der Zunge und seine faszinierende Blaubeerenaromatik machen ihn zu einem der schönsten Tischweine für den täglichen Bedarf, den das Languedoc zu bieten hat: herzhaft, ausgewogen im Geschmack, in sich die ganze Bandbreite der provenzalischen Aromen vereinigend, gar nicht schwer, eher ein fröhlicher Wein, aber doch konzentriert und dicht. Stilistisch geprägt von kühler Frische, sehr ausgewogen und bestens balanciert, durch und durch ein leckerer mediterraner Wein der neuen Generation.
Zu genießen ab sofort bis 2008.



335201 Tabatau, Lo Tabataire, rouge 2001 11,00 Euro
In der Farbe ein intensives, tiefdunkles Rot, in der Nase eine faszinierende Cassisaromatik vermählt mit zarten Noten von provenzalischen Kräutern. Am Gaumen dicht, konzentriert, bestens strukturiert, schöne Tiefe, kühle Würze und von edler Rasse.
Versprüht zurzeit (da völlig naturrein und unmanipuliert vinifiziert) unmittelbar nach der Öffnung noch einen widerspenstigen Charme, entwickelt sich dann, über mehrere Tage aus der geöffneten Flasche probiert, zu einem ungewöhnlich seidenen Wein, elegant, kühl und edel auf der Zunge und wird sich in 1 bis 2 Jahren zu einem der eigenständigsten und charaktervollsten Gewächse des französischen Südens entwickeln. Aber er gleitet bereits heute weich und reif über die Zunge, voller differenzierter Fruchtaromen von Cassis, Himbeere und Brombeere, durchsetzt mit Lakritze, Herbstlaub und Süßholz. Das lange, herrlich frische Finale verbindet den mediterranen Charakter des Weines mit Bordelaiser Noblesse. Eine traumhafte Cuvée (Grenache, Syrah, Carignan), leider extrem rar, welche die Sinne betört und Liebhaber authentischer Genüsse zu verzaubern vermag!
Ohne Zweifel einer der individuellsten Rotweine des Languedoc, freilich aus winzig kleinem Keller, eine Referenz für Frankreichs wilden Süden, von einem der seriösesten Betriebe des Languedoc, Individualität pur. Von der Revue du vin de France in ihrer Jahrgangsübersicht 2001 mit der höchsten Auszeichnung bedacht; brillante Qualität zu extrem fairem Preis. In solchen Weinen liegt die goldene Zukunft des Languedoc!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2005 bis 2009.



Château Saint Cosme - Gigondas

Der malerische Ort Gigondas an den Hängen der wildromantischen Dentelles de Montmirail und das in der heißen Rhôneebene brütende Rasteau (dessen eindeutig bestes Terroir befindet sich jedoch auf hoch gelegenen Hügellagen) sind die beiden einzigen Orte an der südlichen Rhône, deren Spitzendomainen (jeweils nur zwei bis drei an der Zahl) ähnlich großartige Weine produzieren wie die weltweit renommierten Top-Güter in Châteauneuf-du-Pape, nur zu wesentlich günstigeren Preisen und das trotz höchster Bewertungen in der internationalen Presse.
Mitten im Herzen der Appellation Gigondas, etwa 300 m vom Dorf entfernt, liegt das Château Saint Cosme, die älteste aller Gigondas-Domainen (seit 1490 in Familienbesitz), die bereits seit ca. 20 Jahren bemerkenswerte Qualitäten erzeugt, die ihre besten Fässer jedoch bis in die 90er Jahre hinein immer an Négociants verkaufte.

Seit der jüngste Spross der Familie, Louis Barruol, das Weingut vor 10 Jahren von seinem Vater übernommen hat, ging die Qualität und damit der Bekanntheitsgrad der Domaine noch einmal steil nach oben. Heute ist Château Saint Cosme beständig in bestechender Form, „one of the stars of Gigondas with magical terroirs” (Parker) und gehört darüber hinaus nicht nur nach der Einschätzung des amerikanischen Kritikers zur kleinen Elite der herausragenden Weingüter der gesamten südlichen Rhône: „...he is one of the best of his generation!”
Und da der junge Louis Barruol, äußerst ehrgeizig und sympathisch zugleich, (nicht nur) in Gigondas großartige Weine erzeugt, die sich terroirbedingt in ihrem Charakter von denen unserer anderen Güter deutlich unterscheiden, zögerten wir keine Sekunde, als Louis uns vor zwei Jahren anlässlich eines gemeinsamen, feucht-fröhlichen Treffens mit Yves Gras (Santa Duc) und André Romero (Soumade) fragte, ob wir nicht seine Weine in Deutschland vermarkten möchten. Welch glückliche Entscheidung: Mittlerweile avancierte diese so traditionsreiche Domaine zu einer der erfolgreichsten unseres gesamten Programms!

Louis Barruols stilistisch so eigenständige Weine sind zuallererst das Resultat einer äußerst geringen Produktion von durchschnittlich 27 hl/ha (bei den Spitzencuvées also deutlich weniger) in seinen alten Weinbergen (im Schnitt 60 Jahre!) auf einem Terroir, das – selten genug in Gigondas – im fertigen Wein Eleganz, eine sonst in der Appellation unerreichte Finesse, enorm viel Komplexität und eine sagenhafte Frische mit Konzentration und Dichte vereint. Ursachen für diese faszinierende Stilistik sind die relativ hohe Lage seiner extrem kalkhaltigen Parzellen inmitten der pittoresken Naturlandschaft der Dentelles de Montmirail, die dadurch bedingten besonders großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht (ideal zur Aromenbildung der Trauben), eine hohe Pflanzdichte der zum großen Teil sehr alten Reben, wodurch die Wurzeln zur Nahrungsaufnahme aus Konkurrenzgründen tief in die Erde gezwungen werden und die nördlich orientierte Ausrichtung der Parzellen, die eine späte Lese (im Oktober) sehr aromatischer, hochreifer Trauben mit genügend Säure (wichtig für die Frische der Weine) aus einem relativ langen Vegetationszyklus ermöglichen.
Zudem gehen die Entwicklung der physiologischen Reife und der Alkoholgradation auf diesem relativ kühlen Terroir Hand in Hand, so dass die Weine von Saint-Cosme über ein tolles Gleichgewicht und sehr moderate Alkoholgehalte verfügen, ein Aspekt, den immer mehr Weinliebhaber ganz besonders schätzen. Fast alle Tätigkeiten in den Weinbergen, wie die sehr aufwändigen Laubwerksarbeiten, werden, wie sollte es bei einem Qualitätsfanatiker wie Louis auch anders sein, manuell ausgeführt.

Nach einer extrem selektiven Handlese findet die schonende Vinifizierung in den uralten, unterirdischen, in die Felsen getriebenen Kelleranlagen statt (es existieren noch in Stein gehauene „Vinifizierungsbehälter” aus der Römerzeit), über optimalere klimatische Bedingungen verfügt kein anderer Winzer in der Region. Selbstverständlich werden dem Most keinerlei, heute so weit verbreitete, Zusatzstoffe beigegeben und die fertigen Weine werden weder geschönt noch filtriert, damit alle Geschmacksstoffe in ihrer gesamten Komplexität dem Wein erhalten bleiben.

Übrigens: Louis hielt seine 2003er bereits unmittelbar nach der späten Ernte physiologisch perfekt gereifter Trauben Mitte Oktober für einen der besten Jahrgänge der letzten 50 Jahre („Selbst mein Vater kann sich an keine besseren Qualitäten erinnern”) und sieht seine CdR auf dem Level von wesentlich teureren Châteauneuf-du-Pape! Robert M. Parker hat im aktuellen wine advocate 156 den „exzellenten” Jahrgang 03 der südlichen Rhône mit einem wahren Punktesegen bedacht und keine Weine außerhalb von Châteauneuf-du-Pape derart hoch bewertet wie die im Vergleich dazu sagenhaft preiswerte Kollektion von Château Saint Cosme!

Ich selbst habe Mitte Januar 05 nochmals die südliche Rhône bereist und sehr viel verkostet: Mein Urteil: Diese in ihrer Stilistik fast atypischen großen Weine von Gigondas – denn nirgends sonst noch in der Appellation findet man diese einzigartige Kombination von Konzentration, Komplexität, Frische und fabelhafter Finesse – sind im Vergleich zu den berühmten Nachbarn fast noch unterbewertet und in jeder Hinsicht ein absolutes Schnäppchen!


171103 Saint Cosme, Côtes du Rhône blanc 2003 9,95 Euro
90 Parkerpunkte!
Einer der schönsten weißen CdR, die je produziert wurden: mit einer ungewöhnlich feinen mineralischen Note, die von kalkhaltigen Böden stammt. Nach einer sehr sensiblen Handlese wurde der Traubenanteil, der im großen Holzfass ausgebaut wurde, ca. 6 Wochen lang zwischen 14 und 16°C vergoren, so dass der Holzeinfluss kaum spürbar ist, nur als cremige, fast noble Textur dem Gaumen schmeichelt. Eine ungemein finessenreiche, weiche, runde Cuvée (40% Viognier, 40% Roussanne, 15% Clairette, 5% Marsanne), eine exemplarische Qualität für einen weißen Rhônewein, in dem sich die betörenden Aromen der provenzalischen Landschaft widerspiegeln;
zu genießen jetzt bis 2006.

Saint Cosme, Côtes du Rhône blanc



171703 Saint Cosme, Little James, VdT rouge 2003 6,30 Euro
89 Parkerpunkte, „gewaltiger Weinwert”!
Sicher hat dieser reinsortige Grenache aus hochreif gelesenen Trauben des herausragenden Jahrgangs 2003 nicht die Tiefe und Struktur eines großen Châteauneuf. Andererseits ist er unglaublich attraktiv, ein „sexy”-Wein mit viel frischer, herrlich beeriger Frucht und sehr weichen Tanninen. Am Gaumen unkompliziert, faszinierend charmant, sehr würzig, eine Wagenladung voll Schwarzbeeren, saftig und finessenreich. Der Abgang ist Grenache-typisch und für seine Preisklasse erstaunlich lang: Herausragender Geschmack muss kein Monopol für teure Weine sein! Parker bewertete auch schon den 2001er mit 89 Punkten und dem Attribut „sensational value”.
Zu genießen jetzt bis 2007.

Saint Cosme, Little James, VdT rouge



171203 Saint Cosme, Côtes du Rhône rouge 2003 7,80 Euro
89 Parkerpunkte „total turn-on”!
Ein CdR aus 100% kerngesunden, entrappten Syrahreben, die im optimalen Reifezustand eingebracht und in einem gekonnt oxydativen Stil vinifiziert wurden. Über den sensationell großen 2001er schrieb Parker bereits, ein gleich guter Syrah aus Kalifornien koste 35-50 Dollar (Wine Advocate 145)! Nun endlich ist der 2003er im Verkauf und wer geglaubt hatte, bereits der 2001er sei in dieser konsumentenfreundlichen Preisklasse nicht mehr zu toppen, täuscht sich: Der Jahrgang 2003 ist noch saftiger, weicher und süffiger als sein ungemein leckerer Vorgänger: Zunächst fasziniert eine satte tiefrote Farbe, welche bereits die ungewöhnliche Konzentration dieses CdR signalisiert, mit einer Dichte und Tiefe, die in der Tat selbst den legendären 2001er Jahrgang noch überragt. Louis selbst sagt, niemals zuvor habe er einen derart dichten CdR produziert. Ein seltener Glücksfall von Wein zu einem ungewöhnlich günstigen Preis! In der Nase feine Beerenaromen und zarte Gewürzanklänge, sehr weiche, cremige Tannine, opulent und rund auf der Zunge, dazu eine feine Fruchtsüße, bestens strukturiert. Phantastisches Preis-Genussverhältnis!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2005 bis 2008

Saint Cosme, Côtes du Rhône rouge



171303 Saint Cosme, „Les deux Albion”, Côtes du Rhône rouge 2003 9,90 Euro
90 Parkerpunkte „the poor person’s Côte Rôtie La Mouline”!
Dieser großartige, nicht nur wegen seines 10% Anteils an der Weißweinrebe Clairette völlig eigenständige, unfiltrierte CdR ist eine Hommage von Louis Barruol an Guigals legendären Côte Rôtie La Mouline: eine phantastische Cuvée (50% Syrah, 30% Grenache, 10% Carignan von uralten Weinbergen, 10% Clairette), „auf einem mindestens gleich hohen Qualitätsniveau wie der 2001er” (da der Sommer sehr heiß war, es aber keinerlei Trockenstress auf ihren Parzellen gegeben hat), der von Parker euphorisch „als ein Wein, so sexy wie ein CdR nur sein kann, ein kleiner La Mouline des Südens”, beschrieben und mit ebenfalls 90 Punkten bewertet wurde. Expressiver, phantastischer Duft nach roten und schwarzen Früchten sowie Cassis, Pfeffer und Kräuter der Provence. Am Gaumen ungewöhnlich tief für einen Rotwein dieser Preisklasse, enorm kraftvoll, dicht, ausgewogen, komplex, sehr fruchtig, dabei viel Finesse, lang anhaltend, ein Schmeichler der Sinne, der Louis’ Philosophie, schmackhafte Trinkweine statt konzentrierter Monsterweine zu produzieren, eindrucksvoll widerspiegelt.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren), Höhepunkt 2006 bis nach 2009, doch Vorsicht: Suchtgefahr!



171803 Saint Cosme, La Grillone, Côtes du Ventoux rouge 2003 13,50 Euro
91 Parkerpunkte!
Dieser betörende reinsortige Grenacheweine wird vinifiziert aus kleinbeerigen Trauben uralter Reben (weniger als 20ha/ha Ertrag)von sehr kalkhaltigen, relativ hoch gelegenen (350m) exzellenten Böden, die einen tiefdunklen, mineralischen Wein voll sinnlicher süßlicher Frucht und gebändigter animalischer Wildheit ergeben; deutliche Anklänge an Kräuter der Provence, pralle süße Kirschen, Pflaumen und dunkle Beeren, Kaffee und Karamell, pfeffrig, komplex, kräftige Struktur, dicht, opulent und dennoch elegant und geschliffen durch den Ausbau in zwei und drei Jahre alten Barriques, sehr reife, saftige, cremige Tannine, die den Wein bereits ab sofort mit großem Vergnügen genießen lassen.
Dieser phantastische Wein aus einem Super-Rhônejahr erinnert sehr an große, traditionelle Châteauneufweine und wird seinen Höhepunkt Ende 2005 bis 2009 haben.



Dringend zur Reservierung (Zahlung natürlich erst bei Auslieferung der Weine) empfehlen wir die im Frühjahr bei uns eintreffenden Gigondasweine von Saint Cosme, die Nachfrage ist bereits enorm!

171403 Saint Cosme, Gigondas rouge 2003 16,90 Euro
91-94 Parkerpunkte!

Reservierbar, Zahlung bei Auslieferung im Frühjahr 2005!


171503 Saint Cosme, Gigondas Valbelle rouge 2003 29,90 Euro
93-95 Parkerpunkte!

Reservierbar, Zahlung bei Auslieferung im Frühjahr 2005!


Domaine Marcel Deiss

„Vergessen wir nicht, dass der Winzer nicht nur Poet und einfühlsamer Interpret ist, sondern auch und vor allem Bauer, ein Mensch, der für sein Land, für sein Terroir schwitzt und lebt. Und wenn die Biodynamie zwar nicht der gesamte Acker- und Landbau ist, so ist doch wirklicher Weinbau schwer möglich ohne Biodynamie”, Jean-Michel Deiss.

Jean-Michel Deiss ist in Frankreich mittlerweile zu einem Kultwinzer avanciert: Kein Wunder, denn Jean-Michel ist zusammen mit Marc Kreydenweiss sowie Léonard und Olivier Humbrecht in dieser traumhaft schönen Region der größte Verfechte, des „Terroir”-Gedankens und des biologischen Anbaus!

Jean-Michel geht kompromisslos seinen ureigenen Weg, denn ihn treibt eine Vision: Nicht mehr die Aromen der jeweiligen Rebsorten sollen seine Weine primär prägen (Denken Sie beim Genuss eines großen Montrachet beispielsweise an Chardonnay?), sondern nach uralter, jedoch weitestgehend verloren gegangener elsässischer Tradition ihr einzigartiges, unverwechselbares Terroir: Das spezifische Mikroklima, der gestalterische Einfluss des Winzers und die verschiedenen Bodenarten der unterschiedlichen Parzellen sollen sich in seinen Weinen widerspiegeln und ihren jeweilig unverwechselbaren Charakter prägen.

Von großem Vorteil erweist sich bei diesem Vorhaben die Lage des Weingutes: Die Domaine Deiss liegt in Bergheim, einem kleinen, in die elsässischen Weinberge eingebetteten Ort inmitten der Zone der geologischen Verwerfungen von Ribeauvillé, in der sich eine Vielzahl unterschiedlicher Böden befinden, die somit jedem einzelnen Wein seine authentische Stilistik schenken. Durch Wegschneiden der seitlichen Wurzeltriebe werden die Rebstöcke gezwungen, sich tief in die Erde einzugraben (bis über 40(!) Meter „ins Herz des Terroirs” hat Jean-Michel bereits gemessen), wodurch die Prägung der Trauben durch das Terroir deutlich verstärkt und die primäre Fruchtigkeit der jeweiligen Rebsorte vermindert wird.
„Nichts von dem, was in einer Flasche ‚Grasberg’ schwingt, findet sich im Wein aus der benachbarten Parzelle ‚Burg’, obwohl beide Lagen nur 300 Meter voneinander entfernt sind, somit erhalten wir eine ‚Inkulturation’ durch die Tiefe” (Jean Michel Deiss). Das ständige Umgraben und Auflockern der Böden und deren Kompostierung, die Aussaat von Gras und der Verzicht auf Herbizide sowie chemische Düngung unterstützen diesen Wachstumsprozess der Rebwurzeln tief in die Böden.

Deiss, „der ungewöhnlichste Winzer im gesamten Elsass” (so Wolfgang Faßbender in seiner lesenswerten Einführung in ‘Die Weine des Elsass’, Heyne Verlag), ist von der Idee beseelt, dass er nach der Ernte die gesunden Trauben der bio-dynamisch bearbeiteten Rebstöcke, von denen er fast so liebevoll wie von eigenen Kindern spricht, ‚nur’ so durch den Prozess der Weinbereitung zu geleiten habe, dass Terroir und Jahrgang zur optimalen Geltung gebracht würden:
„Wir denken, dass ein Wein, der diesen Namen verdient, ausschließlich aus schönen, reifen Trauben mit viel Geduld und Liebe im Keller vinifiziert werden kann. Deshalb verzichten wir gern auf die Bequemlichkeiten der modernen Önologie, wie Reinzuchthefen, Enzymzugabe und Filtration. Chaptalisation ist bei uns verpönt, ebenso wie Säuerung und Entsäuerung.
Wir wissen, dass die Erzeugung eines großen Weins die Bereitschaft erfordert, Risiken einzugehen, ohne die nichts Großes entstehen kann. Ohne Risiko keine Freiheit, ohne Freiheit keine Schöpfung. Im Glas des Konsumenten, in jenem magischen Moment des Genusses, kann ein derart gewonnener Wein seinen ganzen Charakter und all seine Aromen preisgeben, das Zeugnis eines großen Terroirs”.

Getreu diesem Credo baut Deiss seine Weine im großen oder kleinen Holzgebinde (im Barrique nur die Weine der Pinot-Familie) so schonend und „sanft” wie möglich aus. „Die Vielfalt unserer Böden, insgesamt ca. 120 Parzellen, bedeutet aber, dass man unmöglich alle Weine identisch behandeln kann. Zu unterschiedlich sind die von der Natur vorgegebenen Grundeigenschaften. Jeder Wein erfordert daher individuelle Entscheidungen”.

Das Resultat solch ausgeklügelter Sorgfalt im Detail sind ausgesprochen lagerfähige – trockene wie edelsüße – Weißweine (teilweise nicht mehr rebsortenrein ausgebaut, sondern als Cuvées, eine Revolution im konservativen Elsass und dennoch nur eine Rückkehr zu den bewährten Wurzeln der Region) mit typischer Säure, einer enormen Konzentration und Dichte, einer großen inneren Harmonie sowie kaum mehr sorten-, sondern lagenspezifischem Bukett.

Dieses Streben nach höchster Qualität sowie die minimalen Erträge, die pro Hektar geerntet werden, haben natürlich ihren Preis; wer jedoch jemals einen Wein von Deiss probieren durfte, wird diesen sicherlich als preis-„wert” schätzen lernen. Zudem benötigen alle großen Lagenweine dieser Domaine eine längere Lagerzeit als die vieler anderer Elsässer Winzer, sie sind zumindest in den ersten 2-3 Jahren, wenn sie auf den Markt kommen, schwer zugänglich, denn jegliche Manipulation, die Weine früher trinkreif zu machen, ist vollkommen verpönt.

Seit die Anfang der 90er Jahre erfolgte Umstellung auf biodynamischen Anbau abgeschlossen ist, haben die Weine noch einmal an Extraktreichtum, Mineralität, Finesse und Terroircharakter zugelegt und gehören unumstritten zu den großen Weißweinen der Welt. Besonders möchte ich Ihnen die neue Generation von Weinen ans Herz legen, wie beispielsweise den Grasberg 2000, herausragende, ungemein komplexe Tropfen, die nicht mehr, wie oben bereits angesprochen, rebsortenrein, sondern als Cuvée (Riesling, Pinot Gris u.a.) ausgebaut werden und das einmalige Terroir ihrer erstklassigen Lagen unverfälscht zum Ausdruck bringen und damit den Rebsortencharakter immer mehr dominieren, großen, weißen Burgundern ähnlich.

Die verschiedenen Rebsorten für drei ganz große Weine stehen gar vermischt im Weinberg, im Altenberg (Grand Vin), im Schoenenbourg und im Mambourg. Dieser Terroireffekt wird zudem durch die extrem hohe Pflanzungsdichte (8.000 – 12.000 Rebstöcke pro Hektar zwingen wiederum die Wurzeln tief in die Erde) zusätzlich verstärkt.
„Ich möchte ‚vins en liberté’ produzieren, nicht eingeengt von unseligen Elsässer Gewohnheiten der Neuzeit. Meine Weine entsprechen dem Terroircharakter, sie bezeugen auf ganz natürliche Weise ihre Herkunft und entsprechen der wirklichen, jahrhundertealten elsässischen Weinbautradition aus dem goldenen Zeitalter unserer Region”, erläutert Jean-Michel Deiss mit leuchtenden Augen.

Diese Weißweine eines sympathischen, charismatischen Visionärs, basierend auf dem uralten Wissen und der handwerklichen Kunst Elsässer Winzer, gehören zu meinen absoluten Favoriten, die auch ausnahmslos (!) in meinen privaten Keller wandern, es sind große Lagerweine, bei den Edelsüßen mit einem Potential von bis zu 30 Jahren und länger versehen.
Lassen Sie Sich durch die Vielzahl des Angebotes nicht verwirren, sondern wählen Sie Ihre persönlichen Favoriten aus diesem einzigartigen Kanon originärer, feinst balancierter Weinunikate, allesamt von einer einzigartigen inneren Harmonie gezeichnet, eine Demonstration des Potentials und der Verschiedenartigkeit großen elsässischen Terroirs und vinifiziert unter den begnadeten Händen eines der besten und leidenschaftlichsten Weinmagiers der Welt!


114002 Deiss, Pinot Blanc Bennwhir 2002 11,80 Euro
Am Ausgang des Tals von Kaysersberg wachsen die Trauben für einen Wein von Jean-Michel Deiss, der in der Nase dem gewohnten Stil eines elsässischen Pinot Blanc infolge der präsenten Fruchtaromen des Weißburgunders noch weitgehend entspricht. Am Gaumen allerdings präsentiert er sich wesentlich dichter, cremiger und komplexer als die vielen belanglosen Weinchen, die in den malerischen Dörfchen der Region an ahnungslose Touristen verscherbelt werden. Neben einer feinen Mineralität erkennbare Noten von weißen Blüten, Birnen, Äpfeln und frischen Haselnüssen, die sich aufs Schönste mit einer betont zarten Säure und einer seidigen, reintönigen und präzisen Textur vereinen; der lange, köstliche Abgang enthält wiederum eine herrlich mineralische Komponente.
Zu genießen ab sofort bis mindestens Ende 2006.



113402 Deiss, Pinot Blanc Bergheim 2002 13,00 Euro
DER Rivale von Marc Kreydenweiss’ ausgezeichnetem Pinot, der den expressiven Charakter der Lage Bergheim, die optimal für Burgundersorten geeignet ist, bestens transportiert. Wann hat man einen solchen Pinot Blanc aus kleinen Erträgen schon mal im Glas gehabt?
Sehr subtil in den Aromen und komplex, geprägt vom schonenden Ausbau in gebrauchten Barriques, die diesen Wein so anders machen als alles, was man bisher von einem Pinot Blanc gewöhnt ist. Ungemein dicht, von kräftiger Struktur und hoher Mineralität, ein originärer, nur mehr terroirgeprägter Pinot Blanc, bei dem der Fruchtcharakter im Unterschied zum Bennwhir komplett in den Hintergrund tritt. Subtile, sehr verwobene Aromen von Pfirsich, roten Früchten und buttrig-nussigen Noten (Haselnuss und Brioche), ein aufregender, komplexer Wein, cremig, von seltener Intensität am Gaumen, sehr lang anhaltend, animierende Säurestruktur, große Lagerfähigkeit, wie wohl bei keinem anderen Pinot Blanc, einfach von phantastischer Qualität und ein optimaler Essensbegleiter zu Fisch, zu hellem Fleisch und zu Steinpilzen.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2005 bis mindestens 2008.



113802 Deiss, Muscat Bergheim 2002 17,50 Euro
Intensives Bouquet nach Zitronenschalen, Orangenblüten, Grapefruit, Pampelmuse und Holunderblüten. Der lebhafte, runde und kraftvolle Geschmack ist bei dieser Rebsorte, anders als bei allen anderen, noch bewusst geprägt von den phantastischen Aromen der Traube (die Terroirnoten sind dezent unterlegt), als würde man direkt im Weinberg in die herrliche, vollreife Traube beißen.
Am Gaumen dicht und kraftvoll, die Traubenaromen scheinen im Munde zu explodieren. Der kleine Restzuckergehalt von knapp 9g steht dem Wein ausgezeichnet, ist aber gar nicht direkt schmeckbar, da er vollkommen von der Frische und Fruchtigkeit dieses leckeren Muscat und der seidigen Textur auf der Zunge überlagert wird. Ein traumhaft harmonischer Wein zu vielen Gelegenheiten, zu Lachs in Dill-Marinade, zu einer Grapefruit mit Krabben oder einfach als Aperitif.
Hält sich tagelang geöffnet im Kühlschrank, zu genießen jetzt bis Ende 2006.



114502 Deiss, Riesling Saint-Hippolyte 2002 17,50 Euro
Einmal mehr bleibt sich der Saint-Hippolyte, seit Jahren ein Renner in unserem Programm, in seiner Stilistik selbst treu mit seiner kraftvollen Mineralität (von den verwitterten Graniteinschüben in der Erde) und den sehr intensiven Zitrusaromen. Aufgrund der hohen Wasserdurchlässigkeit der Quarzverwitterungsböden präsentieren sich die Rieslinge von St Hippolyte zudem immer besonders rassig, mit einer unverfälschten, feinen Säurestruktur und sehr geradlinig und mineralisch am Gaumen, im hervorragend gelungenen Jahrgang 02 aber mit mehr ‚Fett’, Dichte und Konzentration als gewohnt und einer erstaunlich cremigen Textur. Ein genussreicher, klassischer Begleiter zu allen Arten von Fischgerichten, auch solo genossen einfach ein Traum!



113501 Deiss, Tokay Pinot Gris Bergheim 2001 23,00 Euro
Vinifiziert aus Trauben mit einer sehr hohen physiologischen Reife, die Haut gab daher deutlich sichtbar viele Farbpigmente in diesen leuchtend gelben, perfekt strukturierten großen Pinot Gris ab: Harmonisch entfalten sich reife, fleischige Aromen von weißem Pfirsich, Aprikosen, Rauch und gerösteten Haselnüssen und betören die Nase. Am Gaumen mineralisch und sehr tiefgründig mit mittlerem Körper, der den Wein in einer wunderbaren Balance hält, reichhaltig, zart, sehr dichte Textur, die Anklänge an große weiße Burgunder evoziert.
Ein ausgesprochen aromenintensiver, harmonischer, fülliger Wein mit perfektem Säurespiel und einer fleischigen Fruchtigkeit, die an Gewürze, an Limone, an Vanille, an Nuancen von Birnen und saftigen Aprikosen erinnert.

Noch besser als der zu Recht von Parker bereits mit 93 Punkten bewertete 2000er, großes Potential!
Jetzt schon ein Genuss (Dekantieren!), Höhepunkt 2007 bis nach 2018!



116001 Deiss, Gewürztraminer Bergheim 2001 26,00 Euro
Sehr animierender und eleganter Gewürztraminer mit einem großen inneren Spannungsbogen und einer Ausgewogenheit, Harmonie und Balanciertheit, die viele andere Winzer des Elsass verleiten würden, ihn „sicherlich als Vendange Tardive deklarieren zu lassen” (Deiss). Welch ein Triumph des Terroir über die Rebsorte! Komplexe, florale und fruchtige Aromen mit Noten von Blumen, von Zitrusfrüchten und von Honig, zarte Noten von Litschi und Rosen, verwoben mit der Finesse von Kalkgestein im Terroir und einer schönen Bitternote im lang anhaltenden cremigen Abgang.
„Ein Vin de Garde, den man nicht verpassen sollte” (La Revue du Vin de France Special Millesime 2001).
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2006 bis 2015.



114900 Deiss, Engelgarten blanc 2000 25,00 Euro
Große, komplexe, sehr trocken schmeckende, Riesling-dominierte Cuvée (dazu Pinot Gris, Pinot Noir!, Muscat), brillante Farbe, Aromen von roten Früchten, Limonen, Äpfeln, Rauch, gekochten Orangenschalen und Birnen, fein eingehüllt in zutiefst mineralische Noten. Wie bei anderen erstklassigen Rieslingen von verwitterten, kiesigen, kalkhaltigen Sandböden mit schwachwüchsigen Reben findet man auch beim Engelgarten einen charakteristischen Geschmackseindruck von Wärme, dichter Struktur und viel Mineralität. Am Gaumen sanfte Noten reifer weißer Früchte und im langen Abgang eine typisch mineralische, fest gefügte, mehrdimensionale Struktur. Schmeckbar die hohe physiologische Reife der Trauben, deren Haut infolge trockener Septembertage (ein spezifisches Mikroklima dieser Lage) bei der Ernte traumhaft entwickelt war.

Es bleibt nur ein Rätsel, warum Parker diesem großen Riesling ‚nur’ 93 Punkte gegeben hat!
Typisch für die großen 2000er Weißweine von Deiss (im Unterschied zu den relativ verschlossenen, stilistisch völlig unterschiedlichen, aber gleich herausragenden 01ern) ist, dass sie sich schon seit Beginn ihrer Flaschenfüllung sehr geöffnet präsentieren, daher Trinkspaß pur ab sofort bis wenigstens 2015.



116101 Deiss, Rotenberg blanc 2001 34,00 Euro
Der Rotenberg ist das am frühesten reifende Terroir von Bergheim. Auf roten, eisenhaltigen Kalkböden, in einem extrem sonnenbeschienenen Mikroklima ergeben je 50% Riesling und Pinot Gris einen sehr charakteristischen Wein von großer Finesse und Eleganz mit einer schillernden Palette von Zitrusfrüchten, die weniger kandiert wirken als im Grasberg. So erinnert diese Cuvée im Geruch unmittelbar nach der Öffnung der Flasche eher an eine frische, fleischige Mandarine. Unter Belüftung entfalten sich dann Noten von frisch gepflügter Erde, Orangenblüten und Himbeeren. Mit seinem mittlerem Körper und seiner sanften Art löst er bei Parker Assoziationen aus „an ein anmutiges Mädchen (sweet, pretty girl) beim Frühlingsspaziergang”.
Am Gaumen sehr konzentriert, kraftvoll und harmonisch, feinst balanciert, unglaublich tiefgründig, im Geschmack komplexe Anklänge an rote Früchte, Birnen und Wacholder. Wunderbar vermählen sich Kraft und Anmut, die Kennzeichen ganz großer Weine, mit einer frischen, fast ätherischen Art und einer zitrusduftigen, sehr aromatischen Säure. Das traumhafte Verhältnis von Süße und Säure erinnert an eine filigrane, spielerische, tänzelnde Spätlese von der Mosel oder der Nahe. 94 Parkerpunkte!
Zu genießen ab sofort bis 2015.



113700 Deiss, Burg 2000 38,00 Euro
Schwere, tiefgründige Böden, die sich im Frühjahr nur langsam erwärmen, einer zwar südlichen Hanglage (Neigung 10-20%) am Grasberg, die aber relativ nahe den Wäldern der Vogesen gelegen ist, erbringen spät reifende Trauben (60% Riesling, Pinot Gris und Gewürztraminer), die ideal geeignet sind zur Herstellung langlebiger, komplexer, kräftiger und außerordentlichstrukturierter Weine auf höchstem Niveau. In der Nase ein phantastisches Aromenspiel, Zitrus, Anis, Kardamon, Zimt, Vanille, Gewürznelken, nach längerer Öffnung immer mehr Mineralität. Im Mund eine Explosion vielfältiger Aromen, eine wiederum tiefgründige Mineralität, dazu ein traumhaftes Gleichgewicht zwischen Frische, seiner saftigen Frucht, einer sahnigen Konsistenz und großer Kraft. Ein schier nicht enden-wollender, zutiefst würziger Abgang rundet diesen Weltklasseriesling ab, eine Demonstration des riesigen Potentials bester Elsässer Lagen, 93 Parkerpunkte.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren), Höhepunkt Mitte 2006 bis mindestens 2018. Wie fast alle Weine von Deiss ideal geeignet für den glasweisen Genuss: 3 bis 4 Tage in einer angebrochenen Flasche im Kühlschrank machen ihm nichts aus.



113600 Deiss, Grasberg 2000 38,00 Euro
Dieser Wein stammt vom 340 m hoch gelegenen Grasberg am östlichen Gipfel des Altenberg, einer der besten Grand Cru Lagen des Elsass überhaupt, von extrem kargen, nährstoffarmen Böden, welche die Wurzeln der Reben tief in die Erde zwingen, um ihre Kraft aus der Tiefe des Bodens zu schöpfen und Früchte zu tragen. Unglaublich komplexe, intensive Nase, eine Explosion von Aromen nach gekochten Zitrusfrüchten, Blutorangen und frischer Minze, auch erdig-mineralische Anklänge.
Am Gaumen füllig, dicht, komplex, Noten von weißen Früchten, feine Gewürze und sehr viel Mineralien, ein Superstoff mit einer energiegeladenen Säurestruktur, ein ganz großer Riesling! Halt, nicht nur, denn Jean Michel hat ihm je 10% Pinot Gris und Gewürztraminer von der gleichen Lage beigemischt, was diesen Wein noch abgerundeter und vielschichtiger werden lässt. Im langen, sanften und gleichzeitig ungewöhnlich lebhaften Nachhall vernimmt man ein süßliches „Restschwänzchen” , das jedoch von der Säure wunderbar abgepuffert wird. Ein großer Terroirwein mit riesigem Potential, 94 Parkerpunkte.
Zu genießen ab sofort bis nach 2015.



116201 Deiss, Mambourg blanc, Grand Cru 2001 59,00 Euro
„Im Elsass war es lange Zeit üblich, den Wein eines bestimmten Terroirs nur mit dem Namen seiner Lage zu bezeichnen, die Mischpflanzung verschiedener Rebsorten war dementsprechend lange Zeit die Regel – so wie überall sonst in Frankreich: in Bordeaux, an der Rhône und nicht zuletzt im Burgund, wo bis in die 50er Jahre Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Beurrot, sogar Aligoté vermischt im Weinberg standen bis hinauf zum Montrachet! Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, für alle unsere Weine von großen Terroirs (Grands Crus und zukünftige Premiers Crus) auf dem Etikett keine Rebsorten mehr zu benennen. Wir sehen in dem Bezug auf die Rebsorte eine unnötige Einschränkung seiner Komplexität, die einem großen Wein und seinem Terroir nicht gerecht werden können. Stattdessen findet der Kunde nur den Namen der Lage: Verweis auf das Terroir, auf seine Kraft, die aus der Tiefe kommt, wie ein Schrei”. Höchst engagiert wie immer verweist Jean-Michel Deiss beim gemeinsamen Genuss dieses sensationell schönen Weißweins auf die Tradition seiner Heimat, der er sich zutiefst verwurzelt fühlt.
Oberhalb von Sigolsheim gelegen, ist der Mambourg das am frühesten reifende Terroir der gesamten Region. Viele Klöster und Adlige hatten hier ihren Besitz, denn seit dem Mittelalter genießt er stetig eine große Reputation. Das Terroir ist geprägt von maximaler Sonneneinstrahlung und einem kalzium- und magnesiumhaltigen Boden, was diesem Unikat eine sehr seltene Charakteristik gibt:
eine schier unfassbare Komplexität in den Aromen und eine präsente tanninhaltige, immense Wucht, Dichte und Kraft, Parameter, die sich jedoch infolge einer phantastisch cremigen Textur in einer traumhaft sanften, abgerundeten Form wie bei einem großen Montrachet präsentieren.

Die Trauben stammen von niedrigwüchsige Reben aus der gesamten (!) Pinot-Familie mit einer Pflanzungsdichte von 12.700 Stöcken pro Hektar. Sie ergeben bei einem Ertrag von unter 20 Hektolitern pro Hektar einen knackig trockenen Wein von überbordender Kraft und extremer Komplexität, ein Wein wie ein Denkmal, der ewig auf der Zunge verbleibt.
„Wie die Sonne in der vollkommenen Form einer Scheibe den morgendlichen Horizont aufreißt, so entfaltet der Mambourg seine erhabene Größe, die sanfte Tiefgründigkeit eines vollendeten Weines mit einer runden, geschliffenen Länge, Patina von Jahrtausenden Erosion.“ Danke Jean-Michel für diese Beschreibung, danke für diesen großen Wein.
Zu genießen 2006 bis nach 2020.



114800 Deiss, Schoenenbourg Grand Cru 2000 68,00 Euro
Der seit dem Mittelalter bekannte Schoenenbourg ist das Juwel von Riquewihr. Hier wachsen die größten Weine des Ortes und tragen zu weltweiten Berühmtheit bei. Diese Lage zeichnet sich durch ihre topographischen und geologischen Besonderheiten aus: Südlage unten im Tal, starke Hangneigung, Regenbogen- und Gipsmergel des Keuper, mehr oder weniger vermischt und überlagert von Schichten aus Vogesen-Sandstein.
Die Kombination eines lockeren Bodens und eines lehmigen, nährstoffreichen, wasserspeichernden Unterbodens erklärt die Dominanz des Terroirs über die Rebsorte und den besonderen Charakter der Weine des Schoenenbourg. Sie haben ein ausgeprägtes Lager- und Reifepotential sowie eine außerordentliche Reichhaltigkeit und Fülle, wobei sie sich gleichzeitig vom Typus der Rebsorten entfernen: Stark, mineralischer Ausdruck, in der Jugend häufig unter der Restsüße verborgen, im Alter oft mit Anklängen an Fossilien.
Der Schoenenbourg gehört mit Sicherheit zu den großen Terroir-Weinen der Welt: Faszinierend komplexe Aromatik in der Nase, Rauch, Pfeffer, gelbe Früchte, Zigarrenkiste und feucht dampfende Erde. Am Gaumen extrem reichhaltig, konzentriert, ölig, unfassbar dicht und tief, Anklänge an Aprikosen, Pfirsiche, Tabak, Kirschen und Blaubeeren, ein „spektakulärer Wein” (Parker, 96 Punkte) mit bester Balance und großer Brillanz, packend, rassig, extrem füllig und extraktreich, majestätisch, dabei ungemein elegant und finessenreich, vielschichtig, komplex, betörender, unendlich langer Nachhall.
Ungefähr 60 g Restzucker, aber in spätestens 5 Jahren wird er harmonisch trocken schmecken! „Ein fast schon religiöser Wein, dicht und reserviert, wie ein Kloster: gregorianische Gesänge und der Duft von Weihrauch. Man verstummt vor so viel Licht und so viel Reinheit. Ein Wein für viele Jahre Lagerung im Keller. Unbedingt dekantieren”, urteilt Jean-Michel.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2010 bis mindestens 2030.



114400 Deiss, Altenberg de Bergheim Grand Cru 2000 65,00 Euro
Der Altenberg de Bergheim befindet sich im Zentrum des Verwerfungsfelds von Ribeauvillé. Hartes Kalkgestein und Mergel treffen hier aufeinander. Diese fossilienreichen Schichten ergaben einen roten (eisenhaltigen), nährstoffarmen Lehm-Kalkboden, in dem die Rebe erst in großer Tiefe ihre Kraft und Energie findet. Das Mikroklima des Altenberg ist auf Grund der absoluten Südlage, der Entfernung von der Vogesenfront und seiner isolierten Lage gegenüber der Rheinebene äußerst warm und trocken. Die häufig durch Edelfäule verstärkte Reife der Trauben ist außergewöhnlich, wobei das Terroir die Charakteristika der gemischt angebauten Rebsorten dominiert.

„Die Rückkehr zu der über Jahrhunderte bewährten Praxis, alle traditionellen Rebsorten vermischt anzubauen und in einem einzigen Durchgang zu lesen, öffnet dem Altenberg die Büchse der Pandora des Grand Vin: Das Terroir wird zum Dirigenten, der in jeder Hinsicht die anderen Mitwirkenden (Rebsorten, die Gesamtheit der klimatischen Bedingungen des Jahrgangs und sogar den Winzer!) beherrscht und inspiriert: Es gibt nur eine einzige Partitur: den reinen Ausdruck des Terroirs, die harmonische Symphonie des Grand Vin. Diese Synthese knüpft an die große elsässische Tradition von Weinen an, die erst nach Jahren der Flaschenlagerung ihre volle Blüte und Reife erreichen. Sie machte während des gesamten Mittelalters, während der Renaissance und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in der Rheinregion die riesigen kulturellen Anstrengungen möglich, deren heutiges Resultat das moderne Elsass ist”, so schwärmt Jean-Michel von den Grundlagen dieses Weltklasseweines, der alle traditionellen elsässischen Rebsorten enthält.
Explosive Nase nach Früchten (Zitrus, Kirschen), gelben Blüten und Vanille. Am Gaumen leuchtet stoffige Fülle, erhellt von einer Säure, wie sie nur Kalkboden hervorzubringen vermag, und fügt sich zu einem einzigartigen Monument, das sich jedem Konformismus erfolgreich widersetzt. „Wir sind ergriffen von diesem Wein, von der Art und Weise, wie seine Bestandteile, die Rebsorten, der Jahrgang und der Winzer, zueinander gefunden haben. Niemand wird jemals etwas hinzufügen oder herausnehmen können. In gewisser Weise die vollendete Ganzheit, eine Stunde vor dem Genuss dekantieren. Dieser Wein ist ein wichtiger Meilenstein in meinem Leben als Winzer und sprengt das Primat der Rebsorten, das den Boden dominiert und unter dem das Elsass im Laufe der letzten hundert Jahre so sehr gelitten hat”, erklärt Jean-Michel Deiss voller Temperament.
Es ist die (für eine Grand Cru Lage eigentlich verbotene) Rückkehr zu den Gepflogenheiten der Vorfahren, mit dem durchmischten Anbau traditioneller Rebsorten die Weinbergslage, das unvergleichliche Terroir, die reine Ausdruckskraft des Bodens also, in den Vordergrund zu stellen und nicht den Fruchtcharakter einer Traube. So kommt es mir beispielsweise beim Genuss eines großen Montrachet auch niemals in den Sinn, an Chardonnay zu denken, sondern es ist die Qualität dieser unvergleichlichen Lage, die mich so betört.
Die Vorgänger dieses in jeglicher Hinsicht einmaligen Weins (im übrigen 98 Parkerpunkte), damals noch ‘Le Grand Vin de l’Altenberg’ genannt, wurden bereits zweimal vom „Feinschmecker” zu den „100 besten Weinen der Welt” gezählt und von Michel Bettane gar zu den 120 besten französischen Weinen des letzten Jahrhunderts!
Zu genießen ab sofort bis mindestens 2020.



114700 Deiss, Pinot Gris Altenberg de Bergheim Grand Cru Sélection de grains nobles 2000 55,00 Euro
Ein sinnlicher edelsüßer Wein in Vollendung, ein Monument herausragender elsässischer Weinbautradition, ein im neuen Holz ausgebauter Terroirwein, wie er besser nicht sein kann!
In der Nase betörend, komplexes Aromenspiel, leicht buttrige und würzige Noten, dazu Toast- und Raucharomen, weckt gar jetzt, in seiner Jugend, trotz seiner traumhaft schönen Restsüße, Assoziationen an einen großen Montrachet! Außergewöhnliche Fülle, faszinierende Frische, von schier unglaublicher Harmonie und mit einem ewigen Potential versehen, Weltklasse, für mich völlig unverständlich, dass er „nur” 94 Parkerpunkte erhalten hat. Vielleicht, da er mehr von Finesse und Spiel gezeichnet ist denn von schierer Kraft und Konzentration.
Zu genießen ab sofort bis mindestens 2025.



114100 Deiss, Gewürztraminer Altenberg de Bergheim, Sélection de grains nobles 2000 59,00 Euro
Diese „Engelspippi” ist seit Jahren ein Klassiker in unserem Programm: Intensives, opulentes Aroma von kandierten Früchten, Pfirsichen, Zitronen, Aprikosen, Mango und Passionsfrüchten, cremig, saftig, unfassbare Komplexität und Harmonie, eine Frische, die so kaum ein anderer Edelsüßer aufweist, traumhafter Nachhall. Für mich ist dies einer der größten edelsüßen Weine, die je, im Elsass oder sonst wo auf der Welt, vinifiziert wurden. Mehrfach habe ich ihn in Degustationen mit weltberühmten Konkurrenten verglichen, ganz wenige Weltklasseweine konnten jeweils mit ihm um die Krone streiten, 96 Parkerpunkte; zu genießen jetzt bis nach 2020.
Zu genießen jetzt bis nach 2020.



114200 Deiss, Pinot Noir Burlenberg „Vieilles Vignes” 2000 25,00 Euro
Der Burlenberg erhält seine charakteristischen Eigenschaften ausschließlich vom Terroir, einem kieseligen Kalkboden, der dem Untergrund ähnelt, den man an der Côte de Nuits (insbesondere Clos de Bèze) antrifft. Dieses Kalkgestein, ein verwitterter, dünnschichtiger, leichter, nährstoffarmer Boden ohne Lehmanteile und von geringer Wasserhaltigkeit, ist ideal geeignet für die Pinot Noir-Rebe, die dort Weine mit tiefer Farbe, hochwertigen Tanninen und großer Lagerfähigkeit hervorbringt.
„Aus mäßigen Erträgen gewonnen und auf der Grundlage einer puristischen Philosophie gestaltet, die im Burgund als revolutionär gelten würde: keinerlei Chaptalisierung, weder Zugabe noch Abzug von Säure, keine künstlich hergestellten Hefen, weder Filtration noch Schönung”, so lobt Parker diesen großen Pinot!
Der herausragende Jahrgang 2000 erbrachte einen rubinfarbenen Rotwein, in der Nase dominieren fruchtige Noten (dunkle Himbeere, Cassis, Brombeere, Muskatnuss und Rauch) mit seltener Eindringlichkeit und Kraft. Am Gaumen sind es dann vor allem rote und schwarze Früchte, in sahnigen Mokka getaucht und jene mundfüllenden, würzigen, rauchigen, an den Geruch von brennendem Holz erinnernden Tannine, die so typisch für den Burlenberg sind.
Ein großer Pinot Noir, mit Auszeichnungen überhäuft (höchste Benotung in der Revue du vin de France), in Blindproben unter wesentlich teureren Burgundern platziert und meine ganz besondere Empfehlung!
Zu genießen ab sofort (Unbedingt dekantieren), Höhepunkt 2006 bis 2010.



Übrigens: Die „Bibel” des französischen Weinliebhabers, der ob seiner Seriosität von mir gerne zitierte Weinführer „Classement des meilleures vins de France” (aktuell ist die Ausgabe 2005), hrsg. von Bettane/Desseauve, hat die Domaine Deiss schon seit Jahren in den Olymp französischer Winzerkunst erhoben. Denn neben den jährlichen Bewertungen der aktuellen Jahrgänge vergeben die Autoren Sterne für die Arbeit über einen längeren Zeitraum. Und so haben sie seit langem bereits der Domaine Deiss drei Sterne, die Höchstbewertung, zuerkannt, was bedeutet, dass „Weine einmalig hoher Qualität produziert werden von den größten Terroirs des Landes”. Insgesamt nur 37 von Zehntausenden französischen Winzern ist diese Auszeichnung zuteil geworden, die im Übrigen nur erhält, wer mindestens 10 Jahre in Folge Spitzenqualität hervorbringt. Herzlichen Glückwunsch, Jean-Michel.

Jean-Michel Deiss gehört seit Jahren zur kleinen Elite der elsässischen Winzer, mittlerweile hat er Kultstatus in aller Herren Länder erlangt und gehört zu den weltweit besten Weißweinproduzenten überhaupt!

Zum Abschluss noch ein kleiner Text, den mir Jean-Michel geschickt hat, der auf einzigartige Weise die Liebe eines Winzers zum Terroir ausdrückt:

TERROIR-WEINE

Wein: manchmal nichtssagende Begegnung, ewige Wiederholung des Immergleichen, tote, versteinerte Formen, Verweis auf die simple Angst vor dem Unbekannten. Als wollten wir den gewohnten Geschmackseindruck noch weiter zähmen, geben wir ihm den Namen der Rebsorte: vertraute Öde. Mit ungezügeltem Wuchs und hohem Ertrag zeugen Rebstöcke, Stock an Stock, wie mit dem Lineal gezogen, von dieser verzweifelten Suche nach vermeintlicher Sicherheit, vom Verlust ethischer Werte, vom Primat der Technologie und von Gottes Tod.

Und manchmal hinter einer Biegung: eine Parzelle, dicht bepflanzt, kleine Rebstöcke, geduckt, zum Boden gesenkt wie Büßermönche, Verzicht auf den Luxus künstlicher Dünger, Hingabe an die Stille, an Sammlung und Tiefe. Mit der Hacke in der Hand lauscht der Winzer schweigend dem verzweifelt-hoffenden Dialog einer Pflanze mit ihrem Schöpfer, verwurzelt in der Tiefe, auf der Suche nach ihrem Selbst, einer Pflanze, die ihr Leiden überwindet und sich dem Terroir hingibt wie einer Erlösung.
Und dann September: unbekannte Aromen, Trauben im Triumph, überbordende Fülle subtiler und ergreifender Noten, Symphonie einer anderen Welt. Das Terroir entfaltet sich: sanfte Musik des Sandes, tropisches Licht des Kalks, fast metrische Strenge von Keuper, messianische Kraft von Vulkangestein, gregorianischer Gesang des Mergels. Ursprüngliche Energie, geologischer Zufall, Hauch des Göttlichen, unterstrichen, abgeschwächt, transzendiert vom Tanz des Windes, von der Sonne, die sich spiegelt, vom Regen, diesen Orientierungspunkten des Himmels, diesem klimatischen Wechsel, jeden Tag anders.

Bescheiden sind wir in unserer Mühe, unserem Handeln als Winzer - alte Riten, ihr Sinn von den meisten schon fast vergessen. Wie sehr wächst unser Respekt vor diesen unbeschreiblichen Kräften, denen unsere Vorfahren Namen gegeben haben, indem sie das Kataster der Lagen aufstellten: einzigartiger Schatz, Zeuge von so viel Anstrengung, von so viel Arbeit, von so viel Glauben
Jean-Michel Deiss

DEUTSCHLAND

Weingut Markus Molitor

Sie wissen es schon lange: Der Jahrgang 2003 ist in Deutschland im Bereich der trockenen Weine alles andere als der Jahrhundertjahrgang, zu dem er vorschnell hoch geschrieben wurde, die Qualitäten sind vielmehr extrem heterogen. Zwei nördlich gelegene Regionen waren die eindeutigen Gewinner in diesem Hitzeroulette: Nahe und Mosel-Saar-Ruwer. Heute präsentieren wir Ihnen mit dem Weingut Markus Molitor ein absolutes Highlight des Jahrgangs und einen der erfolgreichsten Betriebe unseres Programms, der seine Weine immer erst sehr spät, im Herbst nach der Ernte, abfüllt.

Nicht wenige Kenner der Weinszene hielten Markus Molitor, der das alte Familienweingut nun in der 8. Generation führt, bereits seit den frühen 90er Jahren für einen der talentiertesten deutschen Winzer. Und spätestens mit dem sagenhaften 97er Jahrgang, der dem Weingut vom Gault Millau die Auszeichnung „Aufsteiger des Jahres in Deutschland” erbrachte, stieg es unbestritten in den kleinen Olymp deutscher Weltklassegüter auf.

Markus erntet, wie alle großen Winzer an der Mosel, sehr spät, bis weit in den Monat November hinein. Nach der sehr selektiven Lese (10-12 Erntedurchgänge) werden die Beeren mit Hilfe kleiner Traubenbehälter möglichst unzerquetscht in die großen unterirdischen, in die Felsen geschlagenen, Sommer wie Winter ideal temperierten Kelleranlagen transportiert, gemahlen und dann möglichst schonend gekeltert.

Der durch reine Sedimentation geklärte Most gärt anschließend unter ausschließlicher Verwendung von weineigenen Hefen in den alten Gewölbekellern unter natürlich kühlen Bedingungen, teils im Stahltank, teils im traditionellen Holzfass. Denn Markus ist der festen Überzeugung, dass alle großen Weine wenigstens für einige Zeit im Holzfass gelegen haben sollten. Nach Abschluss der Gärung gönnt er seinen Weinen ein relativ langes Lager auf der Feinhefe („moderat oxydativer Ausbau”), wie das früher an der Mosel Tradition war, bevor sie leicht filtriert abgefüllt werden, damit der Wein sich eine große Frische und eine lange Lebensdauer in der Flasche bewahrt.

2003 hat Markus gearbeitet wie verrückt. Das Resultat: Er selbst vergleicht den Jahrgang, der ihm nebenbei mit 331 Grad Öchsle einen neuen Weltrekord eingebracht hat, mit 1971 und 1976! Im September 04, bei meiner Verkostung auf dem Gut, fasste er noch einmal seine Eindrücke zusammen: „Jetzt, beim Füllen der meisten unserer 2003er, bei der letzten Handanlegung, beim Verschließen der Flaschen, auf dass sie in ihr ‚neues Leben’ entlassen werden, wird mir als Kellermeister noch einmal bewusst, mit welch außergewöhnlichen Gewächsen ich nun fast ein Jahr hantiert habe. Mit Hand, Nase, Zunge, Herz und Hirn. Ich betone das alles so, weil der Wein des Rekordsommers einen wirklich mitgenommen hat wie kein anderer.

Trotz analytisch niedriger Säurewerte verfügen die Weine heute über eine feine, deutlich spürbare Säurespannung. Die jeden gewöhnten Rahmen sprengende Qualität des Jahrgangs wird in unserem Angebot überdeutlich: Bei einem Durchschnittsmostgewicht von 102 Öchsle (!) hätten wir theoretisch 99% unserer Weine als Auslese und höher bezeichnen können!”

Auch die Fachpresse feiert den Jahrgang euphorisch: Gerhard Eichelmann, „Deutschlands Weine 2005” urteilt:
„Markus Molitor wird immer besser. Nach tollen 2000ern waren seine 2001er nochmals deutlich gelungener. 2001 war ein großes Jahr für die Mittelmosel und die Weine von Markus Molitor waren noch nie so gut wie in diesem Jahr.
Die 2002er Kollektion war wieder einmal exzellent. Keiner hatte in diesem Jahr so viele Spitzenweine an der Mosel wie Markus Molitor. Von trocken bis edelsüß, in jeder Kategorie war er ganz oben. Das gleiche gilt für den Jahrgang 2003!” Und der Gault Millau 2005 kommt zum Schluss: „Der Jahrgang 2003 kommt dem Stil des Hauses sehr entgegen. Solch ein Jahr nutzt Molitor selbstverständlich, um die ganze Bandbreite an Spitzenrieslingen zu erzeugen”.

Doch bitte, überzeugen Sie sich selbst, mit diesem großartigen Reigen eleganter Rieslinge findet die Präsentation des 2003er Jahrgangs bei Pinard de Picard einen würdigen Abschluss!


914103 Molitor, Gutsriesling, trocken QbA 2003 7,90 Euro
Der trockene Gutsriesling ist in dem an der Mittelmosel traumhaften Jahrgang 03 wohl noch besser gelungen als in den schon herausragenden Vorgängerjahren und stammt aus vollreifem Traubengut ausschließlich auf der Stufe von Spätlesequalitäten (welch zusätzlicher Benefit für den Verbraucher!), vorzugsweise aus dem Wehlener Klosterberg. Die reintönige Rieslingfrucht mit Anklängen an Mineralien, Kräuter und Zitrusfrüchte wird unterlegt von einem dezenten Schieferton. Rassig, feinsaftig, mineralisch, kraftvoll gleitet er über die Zunge, die reife Säure ist bestens integriert, geradezu cremig füllt er mit seinem dichten Extrakt den ganzen Gaumen aus, herrlicher Biss, großartiges Preis-Genussverhältnis.
Zu genießen ab sofort bis wenigstens Ende 2006.



917403 Molitor, „Alte Reben Mosel” Riesling 2003 14,50 Euro
Welch großartiges, trocken schmeckendes Elixier in Auslesequalität (über 105 Öchslegrade!), gekeltert aus ganz kleinen, vollreifen, erst Mitte November gelesenen Trauben von über 80 Jahre alten Rebstöcken aus besten Lagen der Mittelmosel, welch gelungenes Pendant zu Van Volxems phantastischen ‚Alten Reben’ von der Saar.
Herrlich reintönige, eindringliche Frucht (Weinbergspfirsich, Cassis, Banane) im tief mineralischen Bukett, konzentriert und enorm viel versprechend. Am Gaumen extrem kraftvoll, dicht, stoffig, herrlich eindringlich und zupackend, noch sehr jugendlich, doch welche Balance, Feinheit, Rasse und Ausgewogenheit! Ein traumhafter Riesling der Spitzenklasse, schmeckbar die noble Herkunft und die geringen Erträge der uralten Reben.
Zu genießen ab sofort bis 2008.



914303 Molitor, Zeltinger Sonnenuhr Riesling Spätlese, trocken 2003 14,50 Euro
Mineralische Noten dominieren den faszinierend intensiven Duft, der betörend dem Glas entströmt, begleitet von rassigen Zitrus- und Pfirsicharomen und unterlegt mit einer feinen Kräuterwürze. Im Mund eine glasklare, feinsaftige Frucht, straff gewirkt, dabei dicht wie nie zuvor, sehr komplex, feingliedrige, bestens integrierte Säure (welch Vorteil der Mosel in einem heißen Jahr wie 2003), mineralisches Rückgrat.
Obwohl noch sehr jugendlich, sind bereits alle Komponenten harmonisch verbunden, reintöniger, lang anhaltender, wiederum intensiv mineralischer Nachhall, ein idealtypischer trockener Riesling, der das einzigartige Terroir der Mittelmosel großartig widerspiegelt.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Spätherbst 2005 bis 2008.



914503 Molitor, Bernkasteler Badstube Riesling Spätlese, halbtrocken 2003 14,50 Euro
Feinwürzige Schiefernase, dazu mineralische, süßfruchtige Aromen, Litschi und weißer Pfirsich; klar, kraftvoll, dicht, ja opulent am Gaumen, pikante mineralische Note, zupackend, gut eingebundene, lebendige Säure, herrliches Spiel, fein balanciert, seidiges Finale, anhaltend.
Vom Gault Millau wurde diese Lage bereits im Jahrgang 2001 zu den 10 besten halbtrockenen Rieslingen Deutschlands gezählt, doch jahrgangsbedingt (die halbtrockenen Weine sind 2003 der absolute Hammer an der Mosel) noch einmal deutlich besser ausgefallen, ein absolutes „Highlight”, so Eichelmann und von diesem zu Molitors bester halbtrockener Spätlese gewählt. Ein Rieslingdiamant aus Samt und Seide!
Trinkvergnügen pur ab sofort bis mindestens 2007.



914803 Molitor, Zeltinger Sonnenuhr Riesling Auslese** 2003 0,375 l 13,90 Euro
Hochfeiner, herrlich reintöniger Duft nach Pfirsichen, Zitrusfrüchten, Bananen und Aprikosen mit mineralisch-rauchigem Spiel, dazu Anklänge an Minze und Mirabelle. Glasklar und saftig im Mund, herrliche Frucht, ein sanfter und einschmeichelnder Wein mit betonter Süße und zarter Säure, sehr animierend, dicht und konzentriert mit feinstem Spiel, große Nachhaltigkeit und Tiefe, mineralisches Rückgrat, feiner Spannungsbogen, perfekt balanciert und großartige Harmonie, sehr lang anhaltend.
Zu genießen ab sofort bis nach 2020.



SPANIEN

Finca Sandoval

Die heimliche Sehnsucht so manchen Weinkritikers scheint der unbändige Wunsch zu sein, selbst als Winzer zu arbeiten und seine Ideale im eigenen Weinberg zu verwirklichen. Mit großem Erfolg arbeitet beispielsweise seit vielen Jahren Guido Jansegers auf Château Mansenoble in der wildromantischen Landschaft von Corbières, so dass seine Weine längst zu Klassikern in unserem Programm avancierten. Ihm gleich tat es vor wenigen Jahren Victor de la Serna, ein nicht nur in Spanien, sondern auch international sehr renommierter Weintester und -kenner. Nach intensiven Recherchen – denn es ist auch in Spanien gar nicht so einfach, ein herausragendes Terroir zu bezahlbaren Preisen zu finden – wurde er fündig und gründete 1998 sein eigenes Weingut mit derzeit knapp elf Hektar Rebfläche.

Und dies ausgerechnet in einer Terra incognita: In der noch weitgehend unbekannten Region Manchuela, 220 Kilometer südöstlich von Madrid in der Nachbarschaft von La Mancha und Utiel-Requena gelegen, fand de la Serna seine Weinheimat, die ihm aufgrund der spezifischen klimatischen Bedingungen ideal geeignet schien, sich seinen Lebenstraum als Winzer zu erfüllen.
Die extrem ärmlichen, tiefgründigen lehmhaltigen Parzellen mit exzellenter Wasserspeicherfähigkeit, von unschätzbarem Wert in den heißen Sommermonaten für eine optimale Reifephase der Trauben, sind durchsetzt mit Kalksedimenten. Beide Bestandteile des Bodens ergänzen sich auf ideale Weise und zeichnen so verantwortlich für die subtile Mineralität, die bemerkenswerte Struktur, die große Kraft und die enorme Komplexität in den fertigen Weinen.
Die Parzellen sind 770 Meter hoch gelegen und daher sehr kühlen Nachttemperaturen ausgesetzt, ein unschätzbarer Vorteil für die Aromenbildung der Trauben in dieser heißen Region: Hier herrscht ein sehr trockenes Wetter mit insgesamt nur rund 350 Liter Niederschlag pro Jahr, so dass zusätzlich zur natürlichen Wasserhaltekraft des Bodens ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem zur Vermeidung jeglichen Trockenstresses entwickelt wurde.

Neben diesen ausgezeichneten Standortbedingungen sind zwei weitere Faktoren mitentscheidend für die großartige Qualität des leider mittlerweile ausverkauften Jungfernjahrgangs 2001 als auch des phantastischen 2002ers, der in dieser aufstrebenden, dynamischen Region als der beste Jahrgang aller Zeiten gilt. Zum einen stammen die Syrahstöcke, die wichtigste Sorte des Gutes, aus der Rebschule des weltberühmten Weingutes Beaucastel in Châteauneuf-du-Pape und erbrachten gerade einmal 19 hl/ha Ertrag von Trauben auf dem Höhepunkt ihrer physiologischen Reife!

Zum anderen fand Victor de la Serna tatkräftige Unterstützung durch den Önologen Rafael Orozco und durch José Manuel Lázaro, die für die Arbeiten in den einfach ausgestatteten, aber klimatisierten Kellerräumen und in den Weinbergen verantwortlich sind und durch den bereits 70jährigen Jerónimo Romero, „der jedoch noch ungeheuer rüstig ist, klug und weise und in Manchuela nicht nur sämtliche Weinberge mit ihren differenzierten Böden genauestens kennt, sondern nahezu jeden einzelnen Rebstock mit Vornamen”, schmunzelt de la Serna.
„Meine Weine sind ausschließlich das Produkt ihres Terroirs, aber niemals das Resultat kellertechnischer Experimente. Jede Rebsorte und jede einzelne Parzelle wird separat in französischen Barriquefässern – ein Drittel davon neu – vinifiziert, um später optimal aufeinander abgestimmte Cuvées erzeugen zu können”.

Und wie Recht Victor de la Serna doch hat! Auch Sie werden es sofort erschmecken: Nur wenige andere Weine auf der momentan recht turbulenten iberischen Halbinsel wagen ähnlich prägnanten Charakter und verströmen ein solch souveränes Charisma. Das ist Terroir pur im sprichwörtlichen Sinn: Weine voller Charakter, Aura und Charisma, die, wenn man sie getrunken, so schnell nicht wieder vergisst!


447202 Sandoval, Salia tinto 2002 14,90 Euro
Diese herrlich konzentrierte Cuvée von kühler Stilistik besitzt absolut eigenständigen Charakter: Je 50 Prozent perfekt gereifte Syrah- und vorzüglicher Mourvèdretrauben ergeben in der Farbe ein sattes Schwarzrot; die Nase wird zunächst mit subtilen Aromen von Veilchen, Teer, Trüffel und Vanille verwöhnt. Nach einiger Zeit der Öffnung gesellen sich Anklänge an dunkle Waldbeeren und getrocknete Pflaumen hinzu.
Am Gaumen wirkt diese originäre Cuvée sowohl verführerisch weich als auch kraftvoll und besticht mit einem erfrischenden Säuregerüst und einer feinkörnigen Gerbstofftextur, so dass sich die Tannine angenehm cremig auf der Zunge ausbreiten. Der Abgang ist lang und es verbleibt ein wunderschöner Nachhall von frisch geröstetem Kaffee und Brioche. Eine traumhafte Vermählung zwischen spanischer Tradition und europäischer Moderne.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren oder aus der geöffneten Flasche über mehrere Tage probieren), Höhepunkt 2006 bis mindestens 2009.



447102 Finca Sandoval, tinto 2002 24,00 Euro
Welch betörend hedonistischer Traum von einem großen Wein, süß im Duft, verführerisch und expressiv im Aroma, dabei saftig, weich, ungemein samtig und selten attraktiv auf der Zunge! Diese Topcuvée, vinifiziert aus 93 Prozent Syrah und sieben Prozent Mourvèdre, wurde zur Hälfte in neuen französischen Barriques ausgebaut, wobei die Aromen des Holzes nur ganz zart vernehmlich und daher in keinster Weise aufdringlich sind, da die immense Dichte und die gewaltige Frucht des Weines das Holz perfekt integrieren.
Intensiv dunkelrote, dichte, fast undurchdringlich schwarze Farbe, im betörenden Bukett strotzt der Wein nur so vor attraktiver, ungemein schmeichlerischer Fruchtkonzentration, kein Wunder bei einem lächerlich niedrigen Ertrag von nur 19 hl/ha. Faszinierende Aromen von Blaubeeren, Lakritze, Trüffeln, orientalischen Gewürzen und etwas Eukalyptus. Noten nobler Bitterschokolade und Zimt verbinden sich liebevoll mit der cremigen, opulenten, dichten und saftigen Stilistik des Weines, der dennoch über ein bemerkenswertes Maß an Frische, Eleganz und Finesse verfügt.
Seine schmelzigen, seidenen Tannine wirken wunderbar südländisch weich, hinterlassen aber auch einen Nachhall, der an große nördliche Rhôneweine, insbesondere natürlich an die Spitzenweine der Côte Rôtie erinnert. Ein faszinierend fruchtbetonter, expressiver, südlich-kühler Stil (dieses nur vermeintliche Paradoxon ist die Folge der ungewöhnlichen Höhenlage der Parzellen und der damit verbundenen großartigen Frische des Weines in Verbindung mit seiner wild-schönen Aromatik), der trotz seines Barriqueausbaus seine spanische Herkunft nicht verleugnet, ein traumhaft authentischer, vibrierender Syrah, der so verführerisch schmeckt, dass man sich kaum beherrschen kann, eine ganze Flasche an einem Abend allein zu genießen. Ein großer Wein mit Seele!
Zu trinken nach mehrstündigem Dekantieren ab sofort, Höhepunkt Ende 2005 bis mindestens 2012.




Herzliche Grüße aus Saarlouis,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann