Saarlouis, im Juli 2004

PINwand Nº 84


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

in unserer heutigen Pinwand bieten wir Ihnen eine kleine, aber erlesene Auswahl von im besten Wortsinne preis„werter” großartiger Weine des Jahrgangs 2003 aus Bordeaux und Deutschland (hier sehr gesuchte Große Gewächse von der Nahe, der Region mit den besten Ergebnissen in 2003, Auslieferung bereits im September 2004) in Subskription an.
Aus Österreich präsentieren wir mit Sepp Muster einen steirischen Winzer, dessen terroirgeprägte Sauvignons-Blancs und Chardonnays bei uns noch unbekannt sind, in Österreich jedoch bereits erhebliches Aufsehen erregen und in Liebhaberkreisen schon Kultsstatus genießen.
Deutschlands Winzer des Jahrzehnts Klaus Keller hat aus dem 2003er Jahrgang den ersten ganz großen trockenen Riesling freigegeben, der die fulminante Mineralität der Großen Gewächslagen in sich trägt.
Aus Frankreich präsentieren wir einen herausragenden Alltagsrotwein, der daher in der Vergangenheit zu einem Bestseller aus unserem Programm avancierte, von Santa Duc aus dem großen Jahrgang 03, die neuen Weine unseres beliebtesten südfranzösischen Winzers, Pierre Clavel, sowie sensationelle Qualitäten aus dem französischen Südwesten, da hier der Jahrgang 2002 ähnlich wie im Burgund herausragend ausgefallen ist: Luc de Conti, Domaine Tour des Gendres, und Pierre Speyer, Domaine Laffont, haben Rotweine vinifiziert, die man nur noch als Provokation wesentlich teurerer Bordelaiser Gewächse bezeichnen kann.


News:
Unser Olivenölangebot findet bei Ihnen eine immer größere Resonanz, worüber wir uns sehr freuen. Wie Sie wissen, wurden zwei unserer Öle vom FEINSCHMECKER in seinen letzten Ausgaben euphorisch gefeiert: Unsere Neuentdeckung Tenuta Zangara Olio extra vergine di oliva aus Sizilien wurde nach Verkostung von über 1.000 Ölen als bestes Olivenöl der Welt, das Castelas Olivenöl Vierge Extra A.O.C. Vallée des Beaux de Provence als bestes Olivenöl Frankreichs bewertet. Beide Öle wurden daraufhin derart stark nachgefragt, dass wir blitzschnell ausverkauft waren. Mittlerweile konnten wir noch einmal diese beiden raren Öle nachordern und sind wieder lieferfähig.

41021 Tenuta Zangara, Olivenöl extra vergine 0,75 l 17,50 Euro
Das grün-goldene Öl aus handgepflückten Oliven verführt die Nase mit seinen intensiven, fruchtigen Aromen von frisch gemähtem Gras, wilder Distel und Artischocken, von vollreifen Tomaten und eleganten Rosmarin- und Mandeltönen, am Gaumen pikant und sehr nachhaltig, zeigt Aromen von frischem Gemüse, langer, leicht pfeffriger Abgang, Weltklasse pur!

[Tenuta Zangara]



44100 Castelas, Olivenöl Vierge Extra A.O.C. Vallée des Beaux de Provence 16,90 Euro
Intensiver Duft nach Kräutern, Noten von Mandeln, reifen Tomaten und Artischocken und ein feiner, feuriger Beigeschmack, „ein Öl mit einem langen Abgang wie ein Châteauneuf-du-Pape”, Hugues

[Castelas, Olivenöl Vierge Extra]



In der Zwischenzeit wurde einem weiteren, biologisch angebauten Olivenöl aus unserem Programm eine große Ehre zuteil:
Unser Shootingstar„Puesolé” aus Rioja von der Ölmühle Rihuelo der Familie Bea, dem es als erstem und bisher einzigem spanischem Olivenöl im Jahr 2000 gelang, den renommierten „León de Oro” in Verona zu gewinnen, wurde ganz aktuell in Bitonto mit dem „International BIOL Prize 2004” für das beste Öl aus biologischem Anbau ausgezeichnet.

31184 Rihuelo, Olivenöl Virgen Extra „Puesolé” 0,5 l 14,40 Euro
Das einzigartige Terroir und die hervorragenden sensorischen Eigenschaften der hauptsächlich in Nord-Ost-Spanien angebauten Arbequina-Olive sind verantwortlich für den besonderen Charakter dieses unfiltrierten goldgrünen Olivenöls. Intensiver Duft nach frischem Gras und grünen Oliven. Auch im Mund geprägt durch eine faszinierende Frische, pikant und fein im Geschmack, Aromen von Tomaten und Fenchel, dezente, harmonische Bitternote.

[Rihuelo Puesolé]



In der letzten Pinwand stellten wir Ihnen den neuen Jahrgang der in Deutschland noch als Geheimtipp gehandelten Domaine Boudau vor, die in Frankreich infolge einer spektakulären Bewertung durch die „Revue du vin de France” (trotz ihres so maßvollen Preises wurden zwei getestete Weine – zu Recht – auf eine Stufe gestellt mit den Prestigeweinen des Roussillon) bereits höchstes Ansehen genießt.
Ganz aktuell wurde der Cuvée Henri Boudau 2002 eine große Ehre zuteil: Eine Jury von 31 Weinfachleuten aus 8 Ländern, aus Deutschland André Dominé, verlieh ihr in der Kategorie Côtes du Roussillon Villages die begehrte Saint Bacchus-Trophäe, um die sich insgesamt 390 Weine beworben hatten.


347302 Boudau, Cuvée Henri Boudau, Côtes du Roussillon Villages, rouge 2002 9,90 Euro



Im Abverkauf:

158500 Tardieu Laurent, Côte-Rotie, rouge 2000 statt 64,00 Euro nur 39,90 Euro



337200 Primo Palatum, Côtes du Roussillon, rouge 2000 statt 22,00 Euro nur 15,90 Euro

[Primo Palatum, Côtes du Roussillon]



In letzter Minute:
Frisch eingetroffen ist einer der beliebtesten Rosés unseres Programms, der „Mescladis“ von Pierre Clavel, dessen köstliche Rotweine wir in der Pinwand besprechen. Diese leckere Fruchtbombe zählt zum Besten, was man in Sachen Rosé in Frankreichs Süden finden kann:


311803 Clavel, „Mescladis”, rosé 2003 5,90 Euro
Animierender Duft nach Kirsche und Himbeere, am Gaumen saftig-knackige, geschmeidige Frucht mit einer feinen Säure. Dies ist kein liebloser „Rosé von der Stange”, welche die Regale der Supermarktkette füllen, sondern ein ernst zu nehmender Wein auch für anspruchsvolle Rotweintrinker.



ÖSTERREICH

Sepp Muster – Südsteiermark

Es gibt Situationen im Leben, da wird man zu seinem Glück regelrecht gezwungen, so bei einer Reise im März dieses Jahres durch die Südsteiermark. Es war am Abend des letzten Tages einer sehr anstrengenden Verkostungstour, ich war abgespannt, aller Weine der Welt überdrüssig und wollte nichts mehr degustieren. Selbst der malerische Sonnenuntergang über den steilen Hügeln der Südsteiermark, der ‚Toskana Österreichs’ , die mit ihren verstreut liegenden idyllischen Gehöften, einladenden Buschenschanken und märchenhaften Ausblicken zu den reizvollsten Weinbauregionen Europas gehört, selbst diese wildromantische Landschaft also vermochte an jenem Abend meine Stimmung nur unwesentlich zu erhellen.
Dem zutiefst empfundenen Verlangen nach Ruhe im Hotel stand ein österreichischer Weinkenner par excellence im Wege, ein sympathischer Musikprofessor aus Graz, der mich in der Südsteiermark zu den Winzern begleitete. Er wollte mir in Leutschach „seine große Entdeckung, das hoffnungsvollste Talent in der österreichischen Winzerszene” vorstellen.
Selbst diese mich normalerweise elektrisierenden Worte eines zwar begeisterungsfähigen, aber klar analytisch denkenden Weinfreundes lösten an diesem Abend in mir keine Begeisterung aus; nur die Höflichkeit ihm und dem wartenden Winzer gegenüber ließen mich den anstehenden Weinbergsbesuch auf mich nehmen.

„Diese alte steirische Reberziehung hat viele Nachteile, wird daher heute kaum noch angewandt. Die Kunst ist es jedoch, deren Nachteile in Grenzen zu halten und die Vorteile zu nutzen”. Gelassen reagierte Sepp Muster auf meinen verwunderten und wohl nicht gerade sehr geistreichen Gesichtsausdruck, als er mir seine unmittelbar um seinen Hof in über 450 m Höhe gelegenen steilen, Sonne verwöhnten Parzellen präsentierte.
Es war diese Ruhe und Unaufgeregtheit in seiner Stimme, das gar nicht mich „um alles in der Welt überzeugen müssende Anpreisen” der von ihm angewandten, zwar traditionellen, aber mittlerweile vollkommen aus der Mode gekommenen Anbaumethode (die so genannte Umkehrerziehung, in der die Blätter der Reben in luftiger, „kühler” Höhe über dem Boden wachsen und wo die infolge ihres Eigengewichts herunter hängenden Triebe aufgrund des Saftstaus den sehr reifen Trauben eine anders geartete Fruchtigkeit und prägnantere Säurestruktur als üblich verleihen), die mich erstmals aufhorchen und aufmerksam werden ließ.
Es war der Anfang eines denkwürdigen Abends, Musters Philosophie der Weinbereitung im Weinberg wie im Keller, seine menschliche Ausstrahlung und die Verkostung seiner denkwürdigen Weinunikate verscheuchten im Nu alle Müdigkeit, mein Jagdinstinkt war erwacht und ein Bett sollte ich in dieser Nacht noch lange nicht sehen.

Obwohl wir uns noch am selben Abend handelseinig wurden, eigentlich ein Bruch des ehernen Prinzips von Pinard de Picard, in Ruhe alle Weine zu Hause nachzuverkosten und sich nicht von der Stimmung des Augenblicks mitreißen zu lassen, war ich mittlerweile insgesamt dreimal vor Ort, um zu genießen und zu begreifen, worin das Geheimnis dieser einzigartigen charaktervollen Weine liegt, die sich so fundamental von allen anderen Weinen der Region unterscheiden.
Wenn Sie diese Weine einmal selbst probiert haben, werden, da bin ich mir sicher, auch Sie ohne Worte verstehen; vielleicht wird es Ihnen dann so ähnlich ergehen wie mir an zwei Abenden Wochen später, als ich bei weiteren Besuchen bei der so sympathischen Familie Muster in mein wunderschön auf einem Hügel gelegenes und auch wegen seines Restaurants sehr empfehlenswertes Hotel zurückgekehrt war. Der engagierte Patron, ein Botschafter für die Weine seiner Region, mit einer einzigartigen Weinkarte der Gewächse der Steiermark, wollte mir allabendlich nur Gutes tun, damit ich in Deutschland die Gewächse seiner Heimat in gebührender Form würdigen konnte und schenkte mir glasweise seine besten Weine aus – doch ich blieb seltsam unberührt, ja sperrte mich innerlich gegen diese hoch gerühmten Sauvignons wie Morillons, dem steirischen Terminus für Chardonnay. Was war geschehen?

Wer Musters polarisierende Weine einmal im Glase hatte, wird ähnlich wie ich fasziniert sein von der vibrierenden Lebendigkeit, die diese Terroirweine erster Güte besitzen und gegen die technisch cleane Weine einfach müde und fad schmecken. Um nun zu verstehen, warum Sepp Musters Weine so anders sind, möchte ich gerne ein wenig aus seiner Biographie erzählen.
Bereits Anfang der 90er Jahre galt er nach nur vier selbst vinifizierten Jahrgängen als Jungwinzer mit großer Zukunft, im Fußball würde man von einem Jahrhunderttalent sprechen. Noch heute schwärmen kundige Weinliebhaber, die jemals das Vergnügen hatten, seinen 92er Morillon Sgaminegg genießen zu können, mit leuchtenden Augen von diesem Wein als großem Konkurrent bester und wesentlich teurerer Chardonnays aus dem Burgund.
Doch urplötzlich wurde es still um ihn. Ein unverschuldeter schwerer Verkehrsunfall auf Leben und Tod, der monatelange Rehabilitationsmaßnahmen nach sich zog und ein Zerwürfnis mit seinem Vater, damals noch Besitzer des Weingutes, ließen ihn seine Winzerlaufbahn beenden, ehe sie noch richtig begonnen hatte.
Eine vorübergehende Hinwendung zur IT-Branche, der völlige Verzicht auf den Genuss von Alkohol und eine längere Sinnsuche im Leben prägten die nächsten Jahre dieses sehr sensiblen und einfühlsamen Menschen. Ausgerechnet in Indien, wohin es Sepp mit seiner Frau Maria für einige Zeit verschlagen hatte, machte er neben spirituellen Erfahrungen die Bekanntschaft eines kenntnisreichen neuseeländischen Farmers, der ihn mit den Grundsätzen der Biodynamie vertraut machte.
Und da fing es urplötzlich an wieder zu lodern, das alte Feuer, die Leidenschaft zum großen Wein. Zurück in Österreich besuchte er seinen alten Freund und Weggefährten aus gemeinsamen Studientagen an der Weinbauschule, unseren Winzer Gernot Heinrich, der sich inzwischen zu einem der besten Rotweinproduzenten Österreichs entwickelt hatte.
Ihm wurde bewusst, dass der Weinvirus in ihm all die Jahre überlebt hatte, die alte Sehnsucht, große Weine zu produzieren, ließ ihn nach der Aussöhnung mit seinem Vater ins elterliche Gut zurückkehren – doch unter ganz anderen Vorzeichen als fast ein Jahrzehnt zuvor.

Die „neuen” Weine des Individualisten Sepp Muster sind – jeder für sich – einmalige Kunstwerke, die in Stil und Geschmack in Nichts mit den in hochmodernen, futuristisch anmutenden Kelleranlagen technisch perfekt vinifizierten, frisch-fruchtigen, zumeist von Primäraromen geprägten Sauvignons und Chardonnays zwar steirischer Provenienz, aber internationaler Stilistik zu vergleichen sind.
Musters Weine sind faszinierende Unikate, Terroirweine erster Güte, mit viel Gefühl vinifiziert – naturbelassen, ungeschliffen, daher urwüchsig im Geschmack und polarisierend, wahrlich nicht „everybodys darling”, faszinierend komplex im Duft, herrlich mineralisch, fordernd in ihrem singulären Charakter, dicht, konzentriert und finessenreich zugleich, traditionell sich orientierend an alt bewährten Methoden, jedoch auf neue Weise interpretierend, stets typisch und unverwechselbar in ihrem Terroircharakter, der den einzelnen Lagen über Jahrgänge hinweg ihr markantes Profil, ihre Einzigartigkeit am Weltweinmarkt verleiht.

Musters Weine sind vitale, vibrierende Geschöpfe, wie Mutter Natur sie schuf. „Meine Weine leben”, bringt Sepp Muster seine Philosophie auf den Punkt. Die Grundlage hierzu findet sich in den steilen, sehr steinigen kesselartigen Weingärten mit ihren Kalk-Mergelböden (dazu mannigfache, sehr heterogene Einschübe), die vollkommen naturbelassen sind, wo auf jeglichen Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und Herbiziden verzichtet wird und die ausschließlich nach biologisch-dynamischen Gesichtspunkten bearbeitet werden; die möglichst ungestört wachsenden Reben fühlen sich auf den „lebenden Böden” voller Mikroorganismen (man vermeint auf einem Teppich zu gehen), auf denen sie bestens gedeihen, augenscheinlich äußerst wohl. Dabei geht Sepp Muster in seinem Biotop, „einem Kreislauf des Lebens”, alles andere als ideologisch vor:
„Biodynamie ist nicht alles, sondern nur ein kleiner Bestandteil meines Arbeitens; es ist ein ganzes Puzzle von wohl überlegten Maßnahmen nötig, um große Weine zu erzielen”, weiß er nur zu genau um das Credo der großen Weinmacher der Welt. Das reich mit natürlichen Aroma- und Mineralstoffen ausgestattete, sehr kleinbeerige Traubenmaterial (wenig Saft, viel Aromastoffe durch hohen Anteil der Traubenhaut) bringt Muster behutsam in den Keller, wo er den Charakter der einzelnen Lagen sensibel („Weinwerdung ist wie eine Geburt und sollte so sanft wie möglich geschehen”) in entsprechende Weine umsetzt, daher kaum technische Hilfsmittel, dafür um so mehr Fingerspitzengefühl einsetzt, viel mit Schwerkraft arbeitet und der Natur weitgehend freien Lauf lässt:
Muster arbeitet grundsätzlich mit natürlichen Hefen aus den eigenen Weingärten, als einer der wenigen Winzer der Südsteiermark. Das bedeutet, dass den Weinen keine uniforme Vergärung aufgezwungen wird, sondern dass sie – abhängig von ihrer naturgegebenen Veranlagung – nach bewusstem Maischekontakt bei nicht zu kühlen Temperaturen langsam vergären und dabei ganz unterschiedliche Aromen entwickeln.

Dieser bewusst oxidative, extrem schonende und lange Ausbau auf der Feinhefe macht die Weine auf der Flasche ungewohnt reduktiv, sie benötigen daher viel Sauerstoff nach dem Öffnen und werden am besten dekantiert. Das Ergebnis von soviel Sorgfalt und sensiblem Schaffen in Weinberg und Keller sind Weine, die nicht dem steirischen Klischee entsprechen, sondern eine Herausforderung für anspruchsvolle Kenner sind. „Die Natur ist lebendig und verändert sich ständig. Meine Weine sollen Spiegelbild dessen sein, und bei jedem Schluck neue Duft- und Geschmackserlebnisse anbieten”, so Muster.
Seine Weine sind wunderbar harmonisch und bekömmlich, überzeugen mit enormer Länge und Tiefe, sind aber aufgrund bewusst dezenter Fruchtaromatik, einer raren Feinheit wie Finesse und nicht zuletzt, weil sie einfach Zeit zu ihrer Entwicklung brauchen, alles andere als die geborenen Verkostungssieger oder Punktedarlings.

Sepp Muster und seine im besten Wortsinne handwerklich hergestellten Gewächse sind ein Glücksfall für unser Programm authentischer, terroirgeprägter Weine. Wir freuen uns ungemein auf eine spannende Zusammenarbeit in den nächsten Jahren!


Zu den Jahrgängen:

Die Weine des Jahrgangs 2003 präsentieren sich aufgrund des heißen Sommers mit großer Fülle, lebhafter Fruchtigkeit und einer ‚warmen’, höchst animierenden Stilistik; die Trauben waren sehr reif, die kühlen Nächte und die aufgrund der Reberziehung ungewöhnliche Höhe der Trauben über den aufgeheizten Böden sorgte für eine optimale Aromenbildung in der Traubenhaut und für viel Komplexität im fertigen Wein. Die Lagenweine reifen zurzeit noch auf ihrem Feinhefelager im großen und kleinen Holz und werden erst im Frühjahr 05 auf die Flasche gefüllt.
Im Gegensatz zu diesem Jahrgang wirken die 2002er feiner, eleganter, mineralischer und beginnen sich langsam zu öffnen und können sich dennoch über 10 und mehr Jahre weiter entwickeln; ihre kühle, mineralische Note verleiht ihnen eine animierende Frische und hohe Trinkfreudigkeit.

770103 Welschriesling 2003 7,50 Euro
Ein ungemein wohl schmeckender, ‚leckerer’, bekömmlicher, zart mineralischer und feinfruchtiger Wein, zu weit mehr zu genießen als nur als simpler Durstlöscher für die Terrasse, feinste Würze, zarte Frucht; dicht und rassig am Gaumen, selbst dieser Basiswein braucht Zeit zur Entwicklung und mundet nächstes Jahr am besten.



770203 Schlossberg 38, weiß 2003 9,50 Euro
Diese Cuvée (Sauvignon Blanc, Welschriesling, Morillon, Schilcher) aus den typisch steirischen Sorten (auch der Chardonnay bzw. Morillon ist eine autochthone Rebsorte der Region) mit ihrem höchst eigenständigen Charakter bereitet Trinkvergnügen pur und ist nach der Adresse des Hofes hoch oben auf dem Schlossberg benannt, da sie den Charakter der Großlage bestens repräsentiert.
Im komplexen Duftspektrum finden sich verschiedene Fruchtaromen von Apfel bis zu Cassis und Orangen, dazu fein nuancierte Gewürznoten von Thymian und Rosmarin sowie Erdanklänge. Am Gaumen cremig mit saftiger Frucht, vielschichtig, unterlegt mit straffer mineralischer Struktur und knackigem Säurespiel; viel Schmelz im langen Abgang.
Ein unkomplizierter und dennoch sehr anspruchsvoller Wein, der einfach Lust macht auf das nächste Glas und ein hervorragender Speisenbegleiter. Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2005 bis etwa 2008, da er mit der Zeit immer rauchiger, schmelziger, harmonischer und damit noch verführerischer wird.



770403 Sauvignon Blanc 2003 12,50 Euro
Ein köstlicher, bekömmlicher Sauvignon Blanc, klassisch im Stahl ausgebaut, der zu den großartigsten Weißweingenüssen fürs Geld gehört, den man sich nur vorstellen kann. Im Vergleich zu den heute in der Steiermark gängigen primärfruchtigen Weinen eher untypisch im Duft, könnte blind für einen herausragenden Sancerre gehalten werden; Noten von Wiesenkräutern und Cassis, etwas knackige grüne Paprika, Limette, weißer Holunder und Stachelbeeren.
Am Gaumen eine feine mineralische Struktur, die dem Wein bei aller Dichte, Cremigkeit und Fülligkeit eine schlanke Stilistik verleiht, für einen 03er ungemein frisch, saftig und animierend, prägnante Säurestruktur, viel Druck und gute Länge. Wie viele Sauvignons haben zwar eine ansprechende Nase, fallen dann aber am Gaumen nach hinten immer mehr ab; hier jedoch ist alles stimmig, von der ersten Duftnote aus dem Glas bis hin zum schönen Nachklang. Das ist wahre Winzerkunst und ein Glücksfall von Weißwein, den man ab sofort trinken kann, Höhepunkt jedoch erst Mitte 2005 bis etwa 2008.



770303 Morillon 2003 11,60 Euro
Wer sich den charaktervollen Weinunikaten von Sepp Muster nähern will, findet im Morillon 2003 (regionale Bezeichnung für Chardonnay) ein einzigartiges Beispiel. Der je zur Hälfte im Stahltank und im großen Holzfass vergorene und ausgebaute Wein überrascht in der Nase mit einem lebendigen Bukett aus Apfel, zarten Zitrusnoten und gelben exotischen Früchten sowie rauchig-mineralischen Noten.
Am Gaumen feiner Biskuit und reifer Apfel, dazu ein Hauch von Kaffeebohnen und gelben Früchten; feinste mineralische Anklänge verleihen diesem herrlichen Chardonnay eine lebendige Textur, auf der Zunge vollmundig, üppig, cremig, aber nicht aufdringlich fett, dicht, dennoch viel Spiel, Eleganz und Finesse, mineralisch straffe Struktur, schön balanciert, harmonisch, viel Frucht im langen Abgang.
Herrlicher, animierender Trinkwein und universeller Essensbegleiter, zu genießen 2005 bis 2010.



Die folgenden Lagenweine entstammen sehr steilen Parzellen aus dem Schlossberg, die Lage Graf entspricht in etwa dem mittleren Drittel der Weinberge und ergibt noch zartere, feinere Gewächse als die oben besprochenen Basisweine. Hierbei tritt wie bei den Weinen aus dem oberen, kargen und extrem felsigen Terroir des Sgaminegg, dessen Reben keinerlei Ausdünnen mehr benötigen, da sich hier ein natürliches Gleichgewicht eingestellt hat und die Trauben von Natur aus klein und lockerbeerig wachsen, der Fruchtcharakter immer mehr in den Hintergrund. Es dominieren mit zunehmender Reife, etwa ab dem dritten Jahr nach der Ernte, mineralische Noten und ein ausgesprochener Terroircharakter.

770602 Sauvignon Blanc Graf 2002 17,90 Euro
Feine kühle mineralische Noten und typische Sauvignon-Aromen nach Holunderblüten, Cassis und Stachelbeeren prägen – noch – den finessenreichen Duft. Am Gaumen extraktsüß mit saftiger Beerenfrucht, feine Würze, cremige Textur vom langen Feinhefelager im kleinen gebrauchten Holzfass, sehr komplex und hervorragend strukturiert, straffe Mineralität, viel Power und Druck und ein endlos langer zitrusfruchtiger Nachhall. Trotz ihrer beschwingten „Leichtigkeit” brauchen Musters Weine aus der Lage „Graf”, selten genug bei Sauvignon Blanc, eine gewisse Zeit, um sich zu entwickeln. Sie passen so gar nicht in gängige Geschmacksschemata aus der Steiermark, sondern repräsentieren eine Klasse für sich.
Grandioser Essensbegleiter! Zu genießen Mitte 2005 bis wenigstens 2010.



770502 Morillon Graf 2002 16,90 Euro
Sepp Muster ist ein begnadeter Genius, dessen kompromissloses Streben nach Qualität keine Grenzen zu kennen scheint. Seine Weine demonstrieren eindrucksvoll das große Potential der steirischen Lagen, seine Chardonnay finden in ihrer Preisklasse im Burgund keine Konkurrenz.
Dieser erstklassige Lagenchardonnay fasziniert in der Nase durch feinste, kühle mineralische Noten und einen exotischen Früchtekorb, Anklänge an Bienenwaben; im Hintergrund rote Johannisbeeren im vielschichtigen Duft. Auch am Gaumen noch präsente Frucht und sehr präsente mineralische Würze, cremige Textur durch die lange Lagerzeit auf der Feinhefe im großen gebrauchten Holzfass, kein fetter, ermüdender Stil, sondern von vibrierender Lebendigkeit, animierendes Spiel und schöne Länge, zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2005 bis nach 2010.
Ein großer Wein, der wieder richtig Lust macht auf Chardonnay und der ausdrücklich demonstriert, dass Terroir, verstanden in dem Sinne, dass der Winzer ein unabdingbarer Teil davon ist, von wesentlich wichtigerer Bedeutung ist als die Rebsorte selbst!



770802 Sauvignon Blanc Sgaminegg 2002 23,50 Euro
Ein großartiger, Emotionen auslösender, edler Sauvignon Blanc, im kleinen Holzfass ausgebaut, ein Wein mit dem Potential zur Legende, einer der großen Sauvignons dieser Welt. Dabei wirkt der Sgaminegg-Sauvignon zunächst eher leise im Glas, doch mit ein wenig Zeit und Luftzufuhr beginnt er sich zu entfalten und seine inneren Qualitäten zu offenbaren, nicht laut oder aufdringlich, sondern raffiniert, rassig, mineralisch und ungeheuer vielschichtig in den Aromen:
Zurzeit noch relativ fruchtiger Duft nach Johannisbeeren, Litschi, Limetten, Stachelbeeren und frischen Wiesenkräutern, dazu zart mineralisch, auch fein geröstete Espressobohnen. Am Gaumen dicht und nachhaltig, aber auch sanft und elegant; eine edle, feine Säure umspielt die Geschmackspapillen, von großartiger Struktur, zutiefst mineralisch. Cremig, weich und nobel entfaltet dieser faszinierende Sauvignon seine geschmacklichen Dimensionen auf der Zunge, erweist sich dabei von selten feiner und dennoch fülliger Textur, grandioser Schmelz.
Musters Edelsauvignon ist von sinnlich faszinierender Transparenz und Leichtigkeit, ohne es an Dichte, Struktur und Komplexität fehlen zu lassen, ein wahrhaft einzigartiges Weinunikat von „feinnerviger” Lebendigkeit, seinen Terroireinfluss in extremer Qualität demonstrierend, mit langem Nachklang und großem Potential, zu genießen 2006 bis nach 2012.



770702 Morillon Sgaminegg 2002 25,50 Euro
Als Bewunderer der großen Burgunder Chardonnay glaubt auch Muster an den positiven Einfluss neuen Holzes; den Umgang damit beherrscht er so meisterhaft wie die Granden der Bourgogne. In diesem Weltklasse-Chardonnay triumphieren eindrucksvoll das Terroir und die Gestaltungskraft eines visionären Winzers über primärfruchtige Traubenaromen.
In seiner Jugend noch ein wenig vom neuen Eichenholz geprägt, gewinnt er mit zunehmender Reife an Komplexität und Harmonie; nuancenreich verströmt er den animierend würzigen Duft von Honigmelonen, Mango und Maracuja; in der Nase besitzt er zudem noch spürbare Holzwürze, unterlegt mit feinsten unaufdringlichen Röstaromen.
Am Gaumen perfekte Balance von Holzeinsatz, Frucht, Säurespiel und mineralischen Noten; dicht und geschmeidig, füllig und finessenreich legt sich der Wein um die Zunge, wobei sich trotz mächtiger Fülle und cremiger Substanz faszinierende Frische im Mund breit macht, die für ein enormes Trinkvergnügen sorgen wird und die nur wenige Chardonnays der Weltspitze in dieser Form aufweisen.
Ein sehr eigenständiger, ja intellektuell fordernder Chardonnay mit enormer Länge für fortgeschrittene Weinkenner, meilenweit in seiner Stilistik von dem entfernt, was sonst in der Südsteiermark produziert wird, eher eine Herausforderung der großen Lagen des Burgund: Enormes Entwicklungspotential, Referenzcharakter für Mineralität, Frische und Rasse!
Braucht noch einige Zeit der Reife, zu genießen 2006 bis etwa 2014.



DEUTSCHLAND

Weingut Keller – Rheinhessen

Sie wissen: In der Breite erweist sich der 2003er Jahrgang in Deutschland im Bereich der trockenen Rieslinge infolge der enormen Hitze während des Sommers und des damit verbundenen Trockenstresses als ein eher durchschnittlicher Jahrgang mit vielen biederen und relativ plumpen Weinen. Doch bei Deutschlands besten Winzern, die mit extremer Mengenbeschränkung und einer immensen Weinbergsarbeit dafür die Grundlage gelegt haben, ist der 03er in der Tat zu dem Jahrhundertjahrgang geworden, zu dem ihn Teile der Fachpresse und Händlerschaft fälschlicherweise insgesamt hochjubeln.

Kein anderes deutsches Weingut wurde im letzten Jahrzehnt derart mit Ehrungen und Preisen überhäuft und in den Olymp erhoben wie „Deutschlands Winzer des Jahrzehnts, Klaus Keller”, so die einzigartige Auszeichnung durch den Gault Millau als Hommage für ein Lebenswerk und Auszeichnung für die meisten je erzielten Top-Platzierungen, die auf internationaler Ebene ihr Äquivalent in gleich bedeutenden Ehrungen finden.
Immer mehr in die Verantwortung wächst Sohn Klaus-Peter, als Mensch ungemein sympathisch, als Winzer einer der innovativsten Persönlichkeiten, die ich auf meinen zahlreichen Reisen in die europäischen Weinbauregionen kennen lernen durfte, da er, wie kaum ein anderer, mit wachem Intellekt im Weinberg immer neue Ideen entwickelt und eigene Wege geht, um noch mehr Qualität aus seinem erstklassigem Terroir herauszukitzeln.
Im Jahrgang 2003 hat er zusammen mit seinem Vater phantastische Weine vinifiziert, nur die Troika der Spitzenwinzer an der Nahe kann mit ähnlich herausragenden Qualitäten brillieren. Heute präsentieren wir Ihnen eine traumhafte Auslese und mit der Riesling Spätlese trocken S mehr als nur einen ersten Vorgeschmack auf die im September zur Auslieferung anstehenden phantastischen Großen Gewächse, denn die Trauben für diesen Terroirwein erster Güte – zurzeit mein absoluter Trinkfavorit im trockenen Bereich aus dem 03er Jahrgang! – entstammen allesamt alten Reben aus Kellers Großen Gewächslagen;


952103 Riesling Spätlese trocken -S- 2003 16,50 Euro
Der Buchstabe ‚S’ steht für die Selektion bester Trauben aus alten Reben bester Großer Gewächslagen und so liefert diese phantastische Spätlese einen gleichermaßen kraftvollen wie komplexen Wein, dessen prickelnde, ungemein zupackende expressive Mineralität vom Klang der Mineralien aus den Tiefen des Bodens erzählt, die den großen Westhofener und Dalsheimer Lagen ihr einzigartiges, unverwechselbares Profil verleihen.
In der Nase sehr komplexes, nach längerer Öffnung und – genossen aus einem großen Glas – bereits jetzt erkennbares weites Aromenspektrum (Pfirsich, Aprikose, Grapefruit und Cassis), unterlegt mit einer intensiven, abgrundtiefen mineralischen Würze, die dem Glase regelrecht zu entspringen scheint.
Am Gaumen anfangs verschlossen, legt dann nach mehreren Minuten ungemein zu, feinfruchtig, cremig, dicht und wiederum extrem mineralisch; animierende Säure. Mit verführerischem Schmelz auf der Zunge, tief und herrlich saftig, komplex und hochelegant, von seidener Textur genügt diese herrliche Spätlese höchsten Ansprüchen verwöhnter Rieslingfreaks und bereitet durch ihr betörendes Spiel dennoch bereits heute Trinkspaß pur; zupackend, langer Nachhall, zu genießen bis nach 2006, doch dürfte wohl kaum eine Flasche diese Zeit im Keller überstehen, da Suchtgefahr!



952203 Westhofener Morstein Riesling Auslese*** Goldkapsel 2003 (0,375l) 39,00 Euro
Der Westhofener Morstein ist eine reine Südlage, deren schwere Tonböden ebenso wie unterirdisch verlaufende Wasseradern die in diesem trockenen und heißen Mikroklima so eminent wichtige Wasserversorgung und damit eine gleichmäßige Nährstoffversorgung der über 40 Jahre alten, teils wurzelechten Reben sichern und dessen beste Parzellen eindeutig in dem von den Kellers bewirtschafteten oberen Gewann liegen, da die Trauben aufgrund der Höhenlage hier später ausreifen und dem fertigen Wein wegen der längeren Vegetationsperiode wesentlich mehr Frucht und Finesse verleihen als in den weiter unter gelegenen Parzellen.
Zudem sorgt ein hoher Anteil an verwittertem Kalkstein im Untergrund für eine rassige Frucht und die einzigartige mineralische Struktur in diesem klassisch-fruchtsüßen Weltklasseriesling.
In der Nase ein tiefer, noch unentwickelter Duft nach Weinbergspfirsichen, Aprikosen, Mango, kandierten Zitrusfrüchten und Noten von getrocknetem Steinobst, unterlegt mit einer unglaublich intensiven, rauchig-mineralischen Würze. Am Gaumen hochkonzentrierte, vollkommen reintönige Frucht und wiederum – DAS Signum seines Terroirs – extrem mineralisch.
Herrlich filigrane Säure, brillant und von explosiver Rasse am Gaumen, sehr, sehr tief und saftig, komplex, hochelegant, betörendes Spiel, transzendiert infolge seiner animierenden Frische die faszinierende Leichtigkeit des Seins, wie es sonst nur größte moselanische und Rheingauer Lagen vermögen und ist dabei doch ungemein konzentriert, tief, dicht und großartig strukturiert, zupackend, lang anhaltend, perfekte Balance, phantastisches Potential.
Diese Essenz aus botrytisbefallenen Trauben, das erstmalig vinifizierte, ungemein stark selektionierte Pendant zum Großen Gewächs aus dem alten Morstein genießt seit seiner Präsentation unter Eingeweihten Kultstatus, wird heute bereits in den USA für 120,- $ gehandelt und ist DER Kandidat für die Auslese des Jahres aus dem im Süßweinbereich vielleicht besten Jahrgang aller Zeiten in Deutschland, Potential bis (weit) nach 2030!



In letzter Minute: Würtz’ Potate, unser meist verkaufter, da so ungemein preis„werter” Riesling für den täglichen Genuss, ist neu abgefüllt und wieder lieferbar!

950403 Würtz, „Potate”, Riesling trocken (DV) 2003 4,95 Euro

[Würtz, Potate]



FRANKREICH

Santa Duc – Gigondas

Yves Gras steht seit Jahren unangefochten in vorderster Reihe der Spitzenerzeuger an der südlichen Rhône („Ausnahmegut für erstklassige Gigondas, die beste Adresse in diesem Gebiet”, Parker) und ist damit DER Spitzenwinzer der Appellation Gigondas, die am Fuße der Dentelles de Montmirail in einer der landschaftlich schönsten Regionen Südfrankreichs gelegen ist.
Auf rund 15 Hektar exponierter, sehr steiniger Lagen entstehen grandiose Weine, die zu den gesuchtesten Gewächsen Frankreichs gehören und weltweit ein hohes Ansehen genießen. Kennzeichen der Weine von Yves sind ihre enorme Konzentration, ihr üppiges beeriges Aromenbukett, ihre hervorragende Reife, ihre weichen, seidenen, geschmeidigen, runden Tannine und ihr enormes Entwicklungs- und Lagerpotential.

Die Ursachen dieser grandiosen Qualitäten liegen in den alten Weinreben, einer relativ späten Lese vollreifer Trauben, einer schonenden Vinifikation und dem wohldosierten Einsatz von Barriques, die dem Wein aber nur seine unvergleichliche Struktur verleihen, nicht aber sein Geschmacksbild dominieren.


148603 „Les Plans”, Vins de Pays de Vaucluse, rouge 2003 4,95 Euro
Von ausgezeichneten Weinbergen in Roaix kommt ein wunderschöner „kleiner” Rotwein aus einem großen Jahrgang. Zur Hälfte 40 Jahre alte Grenachereben, dazu 30 % Syrahtrauben (der Rest: Merlot, Cinsault, Alicante) ergeben einen schmeichlerischen, tiefdunkelroten Wein, den zu genießen Trinkspaß pur bereitet und der mit seinen Vorgängerjahren für erheblichen Wirbel sorgte: Zu spektakulär fast die Qualität dieses Alltagsweines bei gleichzeitig äußerst fairem Preis, daher waren wir in der Vergangenheit auch immer viel zu schnell ausverkauft.
Im heute präsentierten 03er dominieren im Duft Aromen von reifen, süßlichen, schwarzen Beeren, dazu feinste Würze, pralle, saftige Süßkirschen und Mineralien, im Mund präsentieren sich die zarten, weichen Tannine bestens integriert, eingehüllt in reichlich viel Frucht und feinst strukturiert. Yves Vin de Pays erhebt sicherlich nicht den Anspruch, ein großer Wein zu sein, doch er bietet Qualitäten, die Sie in so manch teurem Châteauneuf nicht finden, und das zu einem sensationell günstigen Preis! Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2005 bis nach 2007.



Domaine Pierre Clavel – Coteaux du Languedoc

Kaum ein Winzer aus dem Languedoc hat in den letzten Jahren für so viel Furore unter den Weinliebhabern und in der internationalen Fachpresse gesorgt wie unser Freund Pierre Clavel, zu gigantisch die Qualitäten seiner Weine, zu unverschämt niedrig die verlangten Preise, die sowohl Kritiker als auch Liebhaber ins Schwärmen geraten lassen.
Pierre ist aber nicht nur ein begnadeter Winzer, sein verschmitztes, schelmisches Lächeln, seine permanent gute Laune und ansteckende Fröhlichkeit machen ihn zu einem außerordentlichen Sympathieträger, bei Winzerkollegen, Händlern und Weinliebhabern gleichermaßen. Wer je das Glück hatte, ihn näher kennen zu lernen, weiß natürlich auch um Pierres ernsthafte Seiten. Seine zu später Nacht in geselliger Runde vorgetragenen melancholischen südfranzösischen Weisen zeichnen einen sensiblen Menschen, dem Ruhm sehr wenig bedeutet und der seine Weine für so kleines Geld verkauft, dass hier das Preis-Genussverhältnis erheblich gestört ist, jedoch zu Gunsten des Konsumenten.
Frisch eingetroffen ist der neue Jahrgang von Pierres legendärstem Wein, der Copa Santa, dazu können wir ihnen wieder seine herrlichen Basisweine anbieten.


311303 Le Mas, rouge 2003 6,50 Euro
Der neue Jahrgang unseres meistverkauften Rotweines aus dem Languedoc fasziniert vom ersten Schluck an. Was ist das für ein leckerer Trinkspaß für jeden Tag aus reifen Carignantrauben, dazu Grenache und Syrah, der mit einer Stilistik betört, wie sie burgundisch inspirierte Weine aus Châteauneuf-du-Pape und Umgebung aufweisen: eine frische, beerige, animierende Frucht mit zart kräuterwürzigen Anklängen und einer saftigen, schmeichlerischen, würzigen Frucht, in 2003 konzentrierter noch als alle seine Vorgänger, dichter, wie immer terroirgeprägt, mit sehr weichen, angenehmen Tanninen.
In seiner so genussfreundlichen Preisklasse ein nur schwerlich zu übertreffender Leckerbissen, wie auch Joel Payne in seiner großen Languedocreportage in „Alles über Wein” urteilt, indem er einen Jahrgangsvorgänger dieses herrlichen Alltagsweins zu den besten Schnäppchen des Languedoc zählt. Unbedingt probieren!
Im Jahrgang 2003 ist die Qualität so überragend, dass dieser „kleine” Wein selbst mit manch wesentlich teurerem Châteauneuf-du-Pape konkurrieren kann. Nehmen Sie mich beim Wort!
Zu genießen jetzt bis mindestens 2007, Höhepunkt ab Spätherbst 2004.



311102 „Les Garrigues”, rouge 2002 7,90 Euro
Neben dem „Copa Santa” zählt Pierre Clavels Cuvée (je 50% alte Syrah- und Grenachereben) „Les Garrigues” zu den mittlerweile legendären und gesuchtesten Weinen des gesamten Languedoc, da hier die Relation moderater Preis und hoher Genuss unübertrefflich gut erscheint.
In der Farbe zeigt der neue Jahrgang ein mittleres Rot, in der Nase schwarze Beerenaromen, Kirschen sowie Kräuter der Garrigue, dazu zarte Anklänge von Leder, Wildbret und Pfeffer, am Gaumen saftig, verführerisch, leicht süßliche Frucht, wiederum reife schwarze Beeren, für den Jahrgang ausgesprochen dicht und geschmeidig, bereits recht weiche Tannine, irgendwie ein „fröhlicher” Wein, die Persönlichkeit seines sympathischen Produzenten bestens widerspiegelnd.
Ein leckerer und attraktiver Tropfen, der unbeschwerten Trinkgenuss bereitet; zu genießen ab sofort, Höhepunkt ab Herbst 2004 bis 2006.

[Clavel, Les Garrigues]



311202 „La Copa Santa”, rouge 2002 -Preissenkung!- 12,90 Euro
Über diese spektakuläre barriqueausgebaute Cuvée (Syrah, Grenache, Mourvèdre) sind in den letzten Jahren in der Fachpresse als auch von Weinliebhabern wahre Lobeshymnen verfasst worden, in unzähligen Tests wurde er zu den besten Weinen des gesamten französischen Südens gezählt und manche Degustation gewann er gar, zu Recht!
Und was hat unser liebenswerter Freund Pierre im wahrlich nicht einfachen Jahr 2002 für eine Qualität hingezaubert: In der Farbe ein sattes Dunkelrot, in der Nase ein großartiges, komplexes Aromenspektrum, geprägt von wilden, dunklen Beeren, intensive, jedoch sehr feine Gewürzanklänge und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, großen Châteauneufweinen sehr ähnlich, am Gaumen wunderbar weiche Textur, cremig, reife, opulente Frucht, wiederum feinwürzig, für den Jahrgang ungemein dicht, geschmeidig, elegant, finessenreich, kernige und dennoch schmelzig-seidene Tanninstruktur, lang anhaltend.
Von ähnlicher Qualität, wenn auch von anderer Stilistik wie sein von der französischen Fachzeitschrift TERRE DE VINS mit der Höchstbewertung von 4 Gläsern und 18/20 Punkten ausgezeichnete Jahrgangsvorgänger, Kultweinstatus! Zu genießen voraussichtlich ab Spätherbst 04, Höhepunkt Ende 2005 bis mindestens 2009.

P.S. Pierre Clavel, so sensibel als Mensch wie feinfühlig als Winzer, hat angesichts des zurzeit relativ turbulenten Weinmarktes den Preis für seine Spitzencuvée deutlich gesenkt; bravo Pierre!



Château Tour des Gendres – Bergerac

Die Domaine Tour des Gendres unseres langjährigen Freundes Luc de Conti zählt sowohl wegen ihrer kraftvollen, konzentrierten Rotweine als auch wegen ihrer spektakulären komplexen Weißweine zu den besten Weingütern des gesamten französischen Südwestens.
Aus einer nur kleinen Schar qualitätsorientierter Winzer in Bergerac hebt sich noch einmal dieses Weingut eindeutig ab wie ein leuchtender Fixstern am Firmament der südfranzösischen Winzerszene. Luc de Conti, dieser so liebenswerte, intellektuelle Wein„verrückte” im positiven Wortsinne, produziert seit Jahren phänomenale Weine von absoluter Weltklasse, und das zu noch bezahlbaren Preisen!
Das Geheimnis dieses großen Erfolges liegt in der tiefen Wurzelung der biologisch bearbeiteten Rebstöcke aus besten Klonen auf ihren vorbildlich gepflegten Böden. Wer jemals die Bodenstruktur in Lucs Weinbergen begutachtet und sie durch bloßen Augenschein mit denen seiner Nachbarn verglichen hat, der ahnt, was sich hinter dem Begriff der „lebenden Böden” verbirgt und begreift, wie viel harte, körperliche Arbeit hinter dem Top-Zustand dieses erstklassigen Terroirs steckt.
Und wer jemals die krümelige, fein duftende Erde durch seine Hände hat rieseln lassen, der ahnt nicht mehr nur, der beginnt zu verstehen... . Lucs Weine sind von unvergleichlicher Ausstrahlung, Originalität und individuellem Charakter, körperreich, fleischig, dicht, hochkonzentriert, mit einer fabelhaften, explosiven Fruchtaromatik, einer unglaublichen Reinheit und einer großartigen Finesse ausgestattet und verdienen daher eine besondere Empfehlung!

510102 Tour des Gendres, „Cuvée des Conti”, blanc 2002 7,40 Euro
In seiner genussfreundlichen Preisklasse seit Jahren in Frankreich für mich unerreicht ist Lucs Basiswein „Cuvée des Conti” mit einem faszinierenden mineralischen und leicht exotischen Bukett. Dies ist ein extrem reif gelesener Weißwein aus der Semillontraube und einem kleinen Anteil Muscadelle, äußerst dicht und konzentriert, ausgewogen, von traumhafter Eleganz und Finesse.
Reiche mineralische Frucht, relativ wenig Säure und dennoch eine erstaunliche Frische, deutliche Anklänge an exotische Früchte, reife Äpfel, Weinbergspfirsiche, Birnen und Blüten, feinste Mineralität, dicht, konzentriert, tiefgründig, weich, fast cremig, komplex, ausgewogen, harmonisch, ein unerreichter Maßstab für Weißweine seiner Preisklasse.
Wir versprechen Ihnen, in diesem sensationell gut gelungenen Jahrgang hat dieser Wein fast die Qualitäten wie sonst der „Moulin des Dames blanc”. Wir haben keinen Weißwein in den letzten Jahren in Frankreich getrunken, der ein besseres Preis-Genussverhältnis aufweisen könnte. Sein fast gleich guter Jahrgangsvorgänger belegte bei einer großen Verkostung der besten Bergerac-Weine mit deutlichem Vorsprung vor zum Teil erheblich teureren Weinen den ersten Platz!
Ab sofort bis 2006 mit höchstem Genuss zu trinken, 2-3 stündiges Dekantieren lohnt sehr.



510603 Bergerac Rosé 2003 – der Klassiker 6,50 Euro
Aus je 50% Cabernet-Sauvignon und Merlot wird ein sehr komplexer, tieffarbener Rosé erzeugt mit Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Himbeeren, Erdbeeren und Rosenblättern, dazu ein zart mineralischer Abgang.
Eine geniale Synthese zwischen reifen Fruchtaromen sowie Finesse und Eleganz, weit mehr als „nur” ein Rosé, ein Klassewein, von dem wir nie auch nur annähernd genug Flaschen erhalten können, zu groß die Anzahl seiner Liebhaber, die ihn im übrigen großteils – ungewöhnlich genug für einen Rosé – am liebsten im zweiten Jahr nach der Füllung genießen.



510402 „Moulin des Dames”, rouge 2002 22,00 Euro
Sie wissen: Im französischen Südwesten war 2002 infolge eines Bilderbuchherbstes wie im Burgund ein ganz großes Jahr mit einer kleinen Ernte. Unser Freund Luc ist zu Recht hellauf begeistert von diesem Wein, er schwärmt vom „besten Rotweinjahrgang, den ich je produzieren durfte und über einen historischen Sieg des Bergerac über das Bordelais”. Fast schwarz, ja tintig in der Farbe, präsentiert sich dieser Weinriese im Glas. Traumhaft konzentrierte, weit gefächerte Aromen von Cassis, Schwarzkirschen, Brombeeren, Vanille und schwarzem Tabak, zart unterlegt von süßlichen Holztönen der neuen Barriques erlauchter Provenienz. Am Gaumen ungemein expressiv, enorm viel Frucht, aber auch Mineralität, beeindruckende Konzentration, Dichte und Tiefe, eine stahlige Kühle und sinnliche Süße, ein komplexer, terroirgeprägter Wein von großer Rasse und Eleganz.
Lucs Verzicht auf die Abfüllung der Supercuvée „Anthologia” hat zu diesem Weinmonument beigetragen. Dieser begeisternde Tropfen (vinifiziert aus vollreif gelesenen Cabernet Sauvignon-, Cabernet Franc- und Merlottrauben) kommt derart finessenreich und geschliffen daher, so ausdrucksstark und geschmeidig, wie man das in der Vergangenheit von Lucs Rotweinen in dieser Dimension bisher nicht kannte und gehört zum besten, was bisher im französischen Südwesten erzeugt worden ist, ein charaktervoller Muskelprotz – doch eingehüllt wie nie zuvor in Samt und Seide – der wegen der grandiosen Qualität seiner Ingredienzien von einer edlen Noblesse zeugt, wie sie sonst nur wesentlich teureren Bordelaiser Gewächsen zu eigen ist.
Ein wundervoller, perfekt gewirkter Ästhet, der beste Moulin des Dames rouge, der jemals produziert worden ist! Aufgrund der wesentlich seideneren Tannine und einer cremigeren Textur als in der Vergangenheit deutlich früher zugänglich, zu genießen wohl ab Mitte 2005, Höhepunkt 2008 bis nach 2015.



510302 „La Gloire de mon Père”, rouge 2002 11,90 Euro
Der „kleine” Bruder des großen Moulin des Dames, eine faszinierend schmeichlerische Cuvée aus gleichen Anteilen Merlot und Cabernet-Sauvignon, stammt von erstklassigem, stark kalkhaltigem Terroir. Tiefstes dunkles Rot, fast schwarz in der Farbe, mit purpur-violetten Reflexen, noch etwas jung und ungestüm wirkend.
Doch bereits heute eine phantastische Nase, wilde Waldbeeren, Sauerkirsche, Lakritze, nach längerer Öffnungszeit feinste Gewürze, insbesondere Zimt und Muskat; tiefgründig, am Gaumen ungemein fein, präsente Säure, beeindruckende Dichte, viel Frucht, saftig, fleischig, harmonisch, klassischer Stil, viel Eleganz und Finesse, sehr viel Glycerin, der mit Abstand beste Gloire, den Luc je produzierte, an hochwertige Weine aus St. Julien erinnernd, schon bald eine enorm preiswerte Alternative zu großen Bordelaiser Gewächsen; zu genießen – eine Novität bei Lucs gewaltigen Rotweinen – ab sofort (nach 2stündigem Karaffieren), Höhepunkt 2006 bis nach 2010.



Domaine Laffont – Madiran

Pierre Speyer, lebenslustiger und ungemein liebenswerter Winzer belgischer Herkunft, erfüllte sich nach 20jähriger Tätigkeit in der Filmbranche und 2jähriger intensiver Suche im französischen Südwesten seinen Lebenstraum, Winzer zu werden und erwarb 1993 eine leider sehr kleine (3,5 ha), allerdings mit bis zu 70 Jahre alten Rebstöcken bepflanzte Domaine im Madiran mit optimal südlich ausgerichteten Hängen (eine Rarität im Madiran) und erstklassigen Böden (sehr arme, schwere Lehmböden unterschiedlicher Ausprägung und Parzellen mit kleinen Kieselsteinen).

Schon seine ersten Jahrgänge nach behutsamer Restauration der alten Weinberge ließen aufhorchen, ohne dass er jedoch bereits wirklich zur Elite der Appellation gehörte, spätestens mit dem 99er Jahrgang hat er sich jedoch, inspiriert von unserem gemeinsamen Freund Pascal Verhaeghe (Château du Cèdre), in die Handvoll Spitzenwinzer dieser erstklassigen Appellation eingereiht.
Die kontinuierlichen Verbesserungen im Weinberg, das arbeitsintensive Wegschneiden der seitlichen Wurzeln, um die Hauptwurzeln tiefer in die Erde zu treiben, optimale Blattwerksarbeit, extrem späte Lese im Oktober, wenn die Trauben die volle physiologische Reife erreicht haben und die Inbetriebnahme des neuen Weinkellers mit idealen Lagermöglichkeiten, eine extrem schonende Pressung der Trauben durch eine eigens neu konstruierte Maschine, die meisterhafte Anwendung der Mostoxidation und das Extrahieren nur der feinsten Tannine aus den dickbeerigen Schalen der Tannattraube, all diese Maßnahmen katapultieren Pierres Weine in die absolute Spitzenliga.

Die „Revue du vin de France” bewertet beispielsweise die Topcuvée „Hécate 2000” in ihrer Jahrgangsübersicht der besten Weine Frankreichs im Milleniumjahrgang gar höher als den mit großem Werberummel auf den Markt gebrachten „La Tyre” von Montus und vergibt sowohl dem 2000er wie dem 2001er und dem heute präsentierten 02er die Höchstnote; der Erigone besitzt ein Preis-Genussverhältnis, das in Frankreich nur schwerlich übertroffen werden kann.

Übrigens: Im letzten Jahr haben die Madiranweine eine ungeahnte Popularität gewonnen, einmal wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität bei extrem fairen Preisen, zudem werden die Weine aus dieser Region von Medizinern infolge ihrer herzschützenden Wirkung als die „gesündesten Weine der Welt” beurteilt!


504201 „Erigone”, rouge 2001 12,50 Euro
Diese verführerische Selektion von winzigen Parzellen mit alten Reben, diese tiefschwarze Assemblage aus barriqueausgebauten Tannat- und Cabernettrauben entführt den Weinliebhaber in eine neue Dimension der Madiranweine: Wer jene aufgrund seiner Trinkerfahrungen bisher nur mit kräftigen, bäuerlichen Weinen assoziiert hat, dem wird bei diesem Schmeichler der Sinne buchstäblich der Atem stocken.
Dieser faszinierende Wein, geprägt von seinem immensen Fruchtreichtum, von Blaubeeraromen und Graphit, einer traumhaften Finesse, mit einer nur Spitzenweinen vorbehaltenen Dichte und Konzentration und verblüffend weichen Tanninen ergibt den genialen, unverwechselbaren Laffont-Stil mit seiner wirklich faszinierenden Mischung aus hochreifem Traubengut und einer Eleganz, wie man sie in dieser verschlafenen, wildromantischen Region bisher nicht kannte.
Ein Rotwein-Monument, wiederum eine Provokation wesentlich teurerer Bordelaiser Gewächse, das nur von Pierres Spitzencuvée „Hécate” übertroffen wird. Sensationell preis„werter” großer Madiran! Wem selbst der „Charles Batz” von Berthoumieu noch zu tanninreich ist, der probiere unbedingt diesen weichen Wein mit einem grandiosen, nein, einem fast unverschämt günstigen Preis-Genussverhältnis; schmeckt bereits jetzt hervorragend, Höhepunkt zwischen 2005 und 2010.



504102 „Hécate”, rouge 2002 23,00 Euro
Der Jahrgang 2002 war im Madiran etwas schwieriger als im übrigen Südwesten: der Sommer war durchwachsen, lange Zeit relativ kühl und regnerisch und es fehlte an Sonnenscheinstunden. Pierre arbeitete „wie verrückt” im Weinberg, führte zwei! Grüne Lesen durch, verlor daher viele Trauben, aber er wurde belohnt.
Ab dem 20. August begann eine traumhafte Schönwetterperiode: Der September war phantastisch, es gab viel Wind, es war sehr warm, es fiel keinerlei Regen und Pierre erntete ungewöhnlich spät vom 4. bis 10. Oktober kerngesunde, vollreife Trauben. Das Resultat: Eine kleine Ernte mit einem traumhaften Wein, von der REVUE DU VIN DE FRANCE mit der Höchstbewertung ausgezeichnet, der sich noch zugänglicher, noch weicher als in der Vergangenheit präsentiert. Pierres unermüdliche Weinbergsarbeit, die dadurch sich immer weiter verbessernde Bodenstruktur, seine kellertechnischen Fortschritte infolge langer Gespräche mit Pascal Verhaeghe, all dies trägt erkennbare Früchte.
In der Farbe zeigt der Hécate ein extrem dichtes Schwarz mit violettem Rand, in der Nase eine grandiose Aromenvielfalt, im verschwenderischen Bukett Anklänge an saftige, wild wachsende, süßliche schwarze Beeren, Schokolade in Hülle und Fülle und würzigen Tabak, dazu Noten einer betörend duftenden Kruste frisch gebackenen Brotes, zart mineralisch.
Die samtige Fruchtfülle kleidet den ganzen Gaumen aus, kriecht unaufhaltsam bis in den letzten Mundwinkel, die bestens integrierten reifen, knackigen Tannine sind derart elegant und seiden, dass man kaum glauben mag, dass dieser Klassewein aus dem Madiran stammt, leicht süßliche Holztöne, jedoch noch besser in die gewaltige Frucht integriert als früher, schöne Dichte und Konzentration, dabei faszinierend elegant und finessenreich, lang anhaltend, groß, eigenständig, ein Aristokrat mit großem Potential, der viele Bordelaiser Weine, die das Drei- und Vierfache kosten, verblassen lässt!
Zu genießen wohl schon ab Mitte 2005 bis nach 2015.



SPANIEN

Bodega Inurrieta – Navarra

Unsere Neuentdeckung aus Navarra, produziert nicht nur herausragende Rotweine, die binnen kürzester Zeit zu den meistverkauften spanischen Weinen aus unserem Programm avancierten, sondern auch einen Klasse-Rosé:
Der fuchsienfarbene Mediodía 2003, vinifiziert aus Garnacha Trauben, bezaubert durch einen ganzen Strauß von Aromen roter Früchte, Kirschen, Sauerkirschen und Erdbeeren, dazu Rosenblätter. Die angenehme Säure verleiht ihm eine wunderbare Frische und Reinheit, der ideale Rosé für Sommertage auf der Terrasse; kaum verwunderlich, dass der Mediodía vom Club der Sommeliers Spaniens zum besten Rosado Navarras gekürt wurde.


429403 Mediodía, rosado 2003 4,95 Euro



Übrigens: Im aktuell erschienenen Weinführer Al Punto, Die besten Weine Spaniens 2004 (herausgegeben von www.Wein-Plus.de und degustiert von Sam Hofschuster und H.J. Fahrenkamp) erzielen die 3 Rotweine von Inurrieta hervorragende Bewertungen, der Norte „N” 2002 und der Sur „S” 2002 werden mit sehr gut eingestuft, der Crianza 2001 erhält gar das Prädikat ausgezeichnet.

429102 Norte „N”, tinto 2002 6,50 Euro



429202 Sur „S”, tinto 2002 6,50 Euro



429301 Crianza, tinto 2001 8,80 Euro



SUBSKRIPTION 2003

Unser heutiger zweiter Subskriptionsteil ist quantitativ von bescheidenem Umfang – die hier präsentierten Weine jedoch gehören zum allerfeinsten, was in Deutschland im Jahrgang 2003 vinifiziert wurde:
4 Große Gewächse von der Nahe, eindeutig in 2003 DIE privilegierte Region mit einer bisher nie da gewesenen qualitativen Spitze. Doch zunächst möchten wir Ihnen nochmals zwei Weine aus dem Bordelais anbieten, für die der Terminus Geheimtipp unter qualitativen wie finanziellen Gesichtspunkten vollauf gerechtfertigt ist.


Château de Chainchon – Côtes de Castillon, der Geheimtipp vom rechten Ufer

Spannend ist zurzeit die Entwicklung in den Sattelitenappellationen um Bordeaux, die in den letzten Jahrzehnten ihr Potential bei weitem nicht ausgeschöpft haben, wo jedoch nach einem Generationenwechsel junge, ehrgeizige Winzertalente am Werk sind, die erstklassige Qualitäten produzieren zu sehr günstigen Preisen, so dass man selbst im Bordelais noch „Schnäppchen” finden kann.
Die „Revue du vin de France”, die renommierte französische Weinzeitschrift, behauptet, dass seit Beginn der 90er Jahre die Appellation Côtes de Castillon, die mit ihrem erstklassigen Terroir unmittelbar an die berühmten Lagen von St. Emilion anschließt (identisches Mikroklima!), zu einem neuen El Dorado des rechten Ufers geworden sei, mit großartigen Qualitäten und noch sehr attraktiven Preisen. Parker fordert in seinem Jahrgangsreport 2003 die Weinliebhaber ausdrücklich auf, sich in dieser Region nach Alternativen umzuschauen.

Hier haben wir bereits vor mehreren Jahren, als noch niemand in Deutschland dieses Château kannte, eine Domaine für Sie aufgespürt, die in kleinen Mengen erstklassige terroirbetonte Weine erzeugt. Verantwortlich für dieses kleine „Weinwunder” zeichnet Patrick Erésué, ein genialer Weinmacher spanischer Herkunft, der erst 1995 den väterlichen Betrieb übernommen hatte. Zuvor war er über mehrere Jahre als Kellermeister und Önologe für den kometenhaften Aufstieg des mittlerweile erstklassigen Grand Cru Classé Weingutes „Canon La Gaffelière” (St. Émilion, Besitzer Graf Neippberg) verantwortlich. Neben seinem immensen önologischen Wissen weiß Patrick erstklassige Hanglagen in südwest- und südlicher Ausrichtung sein eigen, die zwar mineralsstoffreich, aber ansonsten so mager und „arm” sind, dass keinerlei Ausdünnung der Trauben vorgenommen werden muss, da sie schon von Natur aus nie mehr als 40 hl/ha Ertrag erbringen, eine für Bordelaiser Verhältnisse, wo gar die Premier Grand Cru Güter mehr als 50 hl/ha Trauben einfahren, geradezu extrem niedrige Ernte!


512303 Valmy Dubourdieu Lange, rouge 2003 11,90 Euro
Seit dem 2000er Jahrgang wird der Valmy als reinsortiger Merlot ausgebaut, was sich in einer wunderbar weichen, geschmeidigen, schmelzigen Textur manifestiert. Dieser in seinem Preissegment überragende Wein besitzt eine außergewöhnliche Struktur, er ist fein ausbalanciert und verfügt über eine dunkelbeerige Frucht und zarte Anklänge an tiefschwarze Schokolade. Ein dichter Körper und die ausladende Frucht umhüllen die erfrischende Säure, die Tannine sind feinkörnig, weich, reif, elegant und von einer unwahrscheinlichen Finesse. Wie viele moderne Bordelaiser Gewächse sind mittlerweile vom Holz dominiert, das doch nur mangelnde Weinbergsarbeit unzulänglich kaschiert! Hier finden Sie das genaue Gegenteil: Eleganz, Geschmeidigkeit, ein Hauch von zarter Fruchtsüße, extrem feine Struktur, tiefgründig, Eleganz und Finesse pur, ein Triumph des Terroirs über alle moderne Kellertechnik. Ein unglaublich beeindruckendes Bordelaiser Gewächs, und das zu einem mehr als fairen Preis. Ein Geheimtipp, der nicht nur Maßstäbe in seiner Preisklasse setzt, sondern wesentlich berühmtere Nachbarn in St. Emilion teilweise ganz schön alt aussehen lässt! Höhepunkt zwischen 2006 und mindestens 2015.

Übrigens: Der WEINGOURMET 1/04 widmet den Côtes de Castillon einen 16seitigen Bericht unter dem treffenden Titel „Tolle Rotweine für Entdecker – und sogar erschwinglich” und feiert die Noblesse und große Eleganz des Valmy.



Château Lousteauneuf
Traumhafter Cru Bourgeois 2003 mit sagenhaftem Preis-Genussverhältnis!

In all der Hysterie um die völlig überteuert angebotenen Prestigegewächse in der 03er Subskriptionskampagne drohen wahre Werte nicht adäquat beachtet zu werden. Wir jedoch haben für Sie einen derart phantastischen Cru Bourgeois aufgetan, dass man den dafür verlangten niedrigen Preis kaum zu glauben vermag, wenn man den Wein erstmals voller Begeisterung degustiert. Die Familie Segond und der verantwortliche Önologe Stèphane Courrèges bauen in neuen und einjährigen Barriques eine traumhafte Cuvée (insbesondere Merlot und Cabernet-Sauvignon, dazu ein wenig Cabernet Franc und Petit Verdot) aus, die unter Insidern fast schon Kultstatus genießt -– aufgrund der exorbitanten Qualitätssteigerungen in den letzten Jahren unter Bewahrung ihres moderaten Preises. Was auch daran liegen mag, dass Parker ihn bisher nicht verkostet hat.


571103 Château Lousteauneuf rouge 2003 9,20 Euro
Lassen Sie mich zu diesem phantastischen Wein eine ‚neutrale’ Stimme, die Wertung eines der renommiertesten Bordeauxexperten und Autors, René Gabriel („Bordeaux total”, WEINWISSER), zitieren: „Dicht, violette Reflexe. Traumhaftes Bouquet. Amarenakirschentouch, mit viel Cassis und Edelhölzern unterlegt. Am Gaumen tolle Frucht, feine Tannine, sehr sauber vinifiziert, Rückhalt zeigend. Toller Wein, nahe bei 18/20 Punkten. Trinken 2007-2015”.
Vergessen Sie alle Preisorgien des Bordeaux und legen Sie sich diesen tollen Wein kistenweise in den Keller!




Jahrgang 2003 in Deutschland: „Gott lebt an der Nahe”

Markus Hofschuster, renommierter Verkoster des Internetweinführers www.wein-plus.de , hat ein erstes Resumee gezogen, den Jahrgang 2003 in Deutschland betreffend und urteilt in einem herrlich geistreichen Essay („Gott lebt an der Nahe”): „Ich hab noch nie bessere Weine von der Nahe probiert. Hier ist 2003 definitiv ein Jahrhundertjahrgang”. Sie wissen, dass auch wir diese Meinung teilen und bieten Ihnen heute 4 Große Gewächse von der Nahe zu einem sehr attraktiven Subskriptionspreis an, trockene Rieslinge von Weltkasseniveau, die in ihrem Bereich zum besten gehören, was jemals in Deutschland produziert wurde; die Auslieferung erfolgt nach ihrer Freigabe etwa Mitte September.

Weingut Emrich-Schönleber – Nahe

Im aktuellen Gault Millau 2004 wird das Weingut Emrich-Schönleber aufgrund der herausragenden Qualitäten, die hier seit Jahren von den sympathischen Eignern Hannelore und Werner Schönleber produziert werden, als achtes deutsches Gut in den kleinen Olymp deutscher Weltklasseerzeuger aufgenommen und mit der fünften Traube geadelt.
Wir freuen uns sehr, dieses Traditionsgut neu in unser Programm aufnehmen zu können. Die Weine aus dem 2003er Jahrgang, wie die Vorgänger Meisterwerke traditioneller deutscher Winzerkunst, werden wir ab September anbieten. Heute empfehlen wir Ihnen in Subskription einen der besten trockenen Rieslinge deutscher Provenienz:


934503 Monzinger Halenberg, Riesling Großes Gewächs trocken 2003 19,00 Euro
Preis ab September: 22,50 Euro
Es ist der im Halenberg dominierende blaue Schiefer, der die Basis für die komplexe Mineralität dieses großen Rieslings legt, der dicht, kompakt und konzentriert daherkommt. Was für ein Terroirwein erster Güte von der kleinsten, aber zweifellos besten Monzinger Lage und einer der spannendsten innerhalb ganz Deutschlands!
Vor kalten Fallwinden geschützt liegt der südlich exponierte Steilhang prall in den warmen aufsteigenden Luftströmen aus dem Tal, Greifvögel ziehen, scheinbar schwerelos gleitend, am blauen Himmel ihre Kreise. Der Boden ist sehr leicht erwärmbar und unterstützt Schönlebers Trachten nach kleinbeerigen, aromareichen Trauben, die im Wein zu besonders klaren, feinen Fruchtnoten führen.
In erster Linie faszinieren die Rieslinge dieser Lage durch enorm viel Eleganz, Spiel und Finesse und deuten schon in ihrer Jugend ihr breites Fruchtspektrum an. Der Halenberg 03 betört durch eine abgrundtiefe, extrem mineralische Nase mit intensiven Steinobst-, Grapefruit- und Zitrusaromen. Am Gaumen konzentrierte, strahlende Frucht, ungemein saftig und dicht, reife, rassige Säure, wiederum mächtiges mineralisches Fundament, dazu eine enorme Kraft, Tiefe und Länge und eine feine, cremige Textur.
Ein Traumriesling, der fast süchtig macht in der Intensität seiner Aromen, in der Reinheit seiner geschmacklichen Komponenten und dem unverkennbaren authentischen Rieslingcharakter, wie ihn nur begnadete Künstler wie Werner Schönleber in dieser Mixtur aus Mineralität und Komplexität, Kraft und Finesse auf die Flasche zu zaubern vermögen. Ein Rieslingmonument mit großem Potential!

Übrigens: Der gleich gute Jahrgangsvorgänger wurde mit Auszeichnungen überhäuft: Der Gault Millau 2004, Eichelmann Deutsche Weine 2004 und Marcus Hofschuster im Internetweinführer www.wein-plus.de zählen ihn zu den besten trockenen deutschen Rieslingen. Die WELT berichtet ganz aktuell in ihrer Ausgabe vom 27.6. 04 von einer in Wien anlässlich der Vievinum durchgeführten Verkostung „Große Rieslinge aus der ganzen Welt”, in der 47 renommierte trockene Rieslinge aus 19 Anbaugebieten der Welt von 34 Fachjuroren aus 18 Ländern und vier Kontinenten bewertet wurden. Auf Platz zwei der Degustation trumpft mit „klarer Frucht, mineralischer Finesse und edlem Körper”, vor vielen renommierten Rieslingen aus der ganzen Welt, Schönlebers Halenberg 2002 auf!



Schlossgut Diel – Nahe

Das Schlossgut Diel hat im Jahrgang 2003 nach meiner persönlichen Auffassung eine der fünf schönsten Kollektionen in ganz Deutschland vinifiziert – und kann daher nach sehr ausführlichen Verkostungen in diesem Jahrgang im kleinen, aber feinen Weinanbaugebiet der Nahe innerhalb der Troika dreier Weltklassegüter gar als primus inter pares angesehen werden!
Gleich drei Große Gewächse können wir Ihnen heute anempfehlen, die in unnachahmlicher Weise ihr jeweiliges Terroir widerspiegeln; drei phantastische Rieslinge als Meisterwerke traditioneller deutscher Winzerkunst. Übrigens: Bereits im „managermagazin” Januar 2004 wurden 110 sorgfältig ausgesuchte trockene Rieslinge des Jahrganges 2002 aus ganz Deutschland einer großen Blindverkostung unterzogen. Hierbei erreichten alle drei eingereichten Grossen Gewächse von Schlossgut Diel das Finale der 24 besten Weine. Am höchsten wurde das Große Gewächs aus dem Burgberg bewertet, das als drittbester trockener Riesling des Jahrgangs in Deutschland beurteilt wurde!


932603 Dorsheimer Burgberg Großes Gewächs Riesling 2003 17,50 Euro
ab September 21,00 Euro
Erst seit Mitte der 90er Jahre besitzt das Schlossgut Diel 1,8 ha im extrem steilen Burgberg und damit exakt die Hälfte dieser mikroklimatisch einzigartigen Hanglage, die, wie ein Amphitheater nach beiden Seiten von den kalten Hunsrückwinden geschützt, im engsten, fast schroff wirkenden Teil des Tales zu finden ist. Der Name entstand in Anlehnung an die Burg Layen und soll die Besonderheit des einzigartigen Terroirs unterstreichen:
Der mit zerfallenem Schiefer und einer Unmenge an Kieselsteinen durchsetzte tiefgründige Lehmboden über nacktem Fels bietet exzellente Voraussetzungen für die Erzeugung hochfeiner, rassiger und zutiefst mineralischer Rieslinge mit großem Alterungspotential.
In der Nase sehr kühler, mineralischer und zart tabakiger Pfirsich- und Zitrusduft mit Noten von Ananas und Maracuja. Am Gaumen extrem vielschichtig und harmonisch, enorm dicht und konzentriert, dabei voller Subtilität, Eleganz und Finesse, feinsaftige Pfirsich-Zitrusfrucht, Gesteinsaromen, lebhafte Säure, griffige Mineralik, große Länge. Ein monumentaler Riesling aus extrem niedrigen Erträgen, dessen Mineralität, ähnlich Kellers Morstein, die Zunge fordernd einhüllt – unmöglich fast zu beschreiben, Faszination pur – und dessen wunderbare Frische zum Weitertrinken animiert.
Dies ist einer dieser so raren, großen Terroirweine, die eine ureigene Geschichte erzählen: Von tiefen Schieferschichten und von hartem Fels, in die sich die Wurzeln alter Rieslingreben hineingewunden und vom glockenklaren Klang der Mineralien, die sie dabei aufgenommen haben.



932003 Dorsheimer Goldloch Riesling Großes Gewächs 2003 17,50 Euro
ab September 21,00 Euro
Mit gut vier Hektar Rebfläche ist das Schlossgut Diel bei weitem größter Besitzer in dieser legendären Steillage, in der im 17. Jahrhundert nach Gold gegraben worden sein soll. Eine andere Deutung des Namens kommt aus dem Volksmund und besagt, dass früher die Winzer mit ihren Weinen aus dieser Spitzenlage viel Gold verdient hätten. (So erzielten Spätlesen aus dieser großartigen Lage höhere Preise gar als die zu Recht gerühmten Gewächse von Château Latour!) Wie dem auch immer sei, der von einer dünnen Lehmauflage (teilweise nur 60 cm) bedeckte Urgesteinsboden auf felsigen Konglomeraten verleiht den Weinen eine immense Kraft, hohe Eleganz und formidable Tiefe zugleich.
Dieser monumentale Riesling besitzt in der Nase eine ausdrucksstarke, komplexe Aromatik, die ins Rotfruchtige changiert, mit mineralischen Nuancen und etwas Cassis im Hintergrund. Reintönig, mächtig, konzentriert, opulent und zupackend am Gaumen, einem Symphonieorchester ähnlich, das zur Ode an die Mineralität und Komplexität großer trockener Rieslinge aufspielt, ungemein komplex in seiner Aromatik, perfekte Balance zwischen Schmelz, Cremigkeit, und vibrierender Stahligkeit, „eine eiserne Faust im samtenen Handschuh”, wie die Franzosen gerne solch gleichermaßen zupackenden wie Noblesse ausstrahlende Weincharaktere beschreiben.
Ein majestätischer Riesling, ein großer Wein!



932903 Dorsheimer Pittermännchen Riesling Großes Gewächs 2003 19,90 Euro
ab September 24,00 Euro
Mit einem Besitz von nur einem Hektar ist das „Pittermännchen” ein sprichwörtliches Kleinod in der Kollektion des Schlossgut Diels. Die Bezeichnung geht wahrscheinlich zurück auf das 16. Jahrhundert, als ein „Pittermännchen” eine kleine Silbermünze war. Der Erzbischof von Trier ließ diesen „Weißpfennig” erstmals Ende des 16. Jahrhunderts prägen. Sie zeigt auf der Vorderseite den heiligen Petrus mit Bart und Schlüssel. 32 „Pittermännchen” gingen auf einen Gulden. Mit dieser Lagenbezeichnung sollte wohl die hohe Wertigkeit der hier erzeugten Weine belegt werden. Der von Schiefer durchsetzte tiefgründige Lehmboden dieser steilen Südlage weist einen hohen Anteil an Quarzit und wiederum zahlreichen Kieselsteinen auf, was den feinrassigen Weinen eine erfrischende mineralische Note verleiht.
So demonstriert das Pittermännchen eine völlig eigenständige Spielart der großen Dorsheimer Lagen: fulminant die Differenz zu den anderen Terroirs, „dramatisch” gar die Diskrepanz der Charaktere.
In der Nase eine sehr komplexe, noch fein verwobene exotische Aromatik, zart unterlegt von einer mineralischen Note; am Gaumen dann ungemein feingliedrig, zart, fast zerbrechlich wirkend und dennoch von famoser Struktur und vibrierender Strahlkraft, feinst ziselierte Säure, großartiges Spiel, Fred Astaire scheint über die Zunge zu tanzen, nein, zu schweben gar. Bei aller inneren Dichte und Konzentration ist dies kein Riesling für Körpertrinker, hier reagiert das filigrane Florett über den schweren Säbel, reife Weinbergspfirsich- und Aprikosenaromen vereinen sich auf raffinierte Weise mit intensiven Gesteinsnoten zu faszinierender Komplexität, dazu gesellt sich eine bestens eingebundene Mineralität, fruchtiger, lang anhaltender Abgang.
Einer der größten trockenen Rieslinge aus legendärem Jahrgang, der, dieses Weinmonument beweist es, an der Nahe in der Tat ein Jahrhundertjahrgang ist.




Herzliche Grüße aus Saarlouis,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann